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den ist, und daß Zorn von Bulach sich nach Paris begeben Hot, um dort in französischer Sprache eine Halbmonatsschrift unter dem Titel Les Folies" herauszugcben, die auf nationalem Boden die Interessen des Elsaß' und Frankreichs im allgemeinen verteidigen werde.

Die Zukunft des Wohnungsbaus.

Richtlinien des Reichs.

Berlin. 19. Hob. (Privattel.) Der Woh- nungsausschuß des Reichstags hat Mitte Do- vember einen Bericht der Reichsregierung über den gegenwärtigen Stand des Wohnungsbaues und die Stellungnahme der Reichsregierung zu den Aufgaben auf dem Gebiete des Wohnungs­wesens für die nächsten Jahre entgeaengenom» men. Es handelte sich hierbei vornehmlich um die neuen Reichsrichtlinien für das Wohnungs­wesen. Die'e neuen Richtlinien sehen eine wei­tere Aufrechterhaltung der Woh­nungszwangswirtschaft bis 1 9 4 0 und eine Erweiterung der Aufgaben vor. die auf dem Gebiete des Wohnungsbaues bisher von der öffentlichen Hand in Angriff genommen worden sind. Sie gehen davon aus, daß der jährliche Durchschnitt von etwa 300 000 neuen Wohnungen, den man bisher als außer­ordentlich hoch bezeichnet hat, bestenfalls Den normalen Bedürfnissen entspreche. 3m 3ahre 1927 ist dieser Durchschnitt erreicht wor­den. Legi man ihn dem künftigen Programm zugrunde, so ergibt sich daraus kein Abbau der bisherigen Betätigung der öffentlichen Hand, sondern eine Verstärkung. Dem entspricht es auch, daß die Richtlinien im Gegensatz zu den Auf­fassungen des 3ahres 1926 M dem Ergebnis kommen, der Zeitpunkt, an dem vielleicht einmal der Wohnungsbau im wesentlichen mit Mit­teln des Privatkapitals gedeckt werden könne, sei in weite, zeitlich noch unbe- stimmbare Ferne gerückt. Wan müsse zwar an dem Ziele einer immer stärkeren Heran­ziehung des Privatkapitals für den Wohnungsbau festhalten, jedoch müsse für die Zeitspanne bis etwa 1940, für die zunächst eine einheitliche, wenn auch nur allgemeine Planung des Woh­nungsbaues möglich erscheine, die Finanzie­rung aus öffentlichen Mitteln das Rückgrat des Wohnungsbaues bleiben. Die vom Reichstag geforderte Aufstellung eines einheit­lichen Wohnungsbauprogramms sei nur dann möglich, wenn in Zukunft die öffentlichen Mittel für den Wohnungsbau durchgesehlicheBe- stimmunaen für die garrze Dauer der oben­genannten Zeitspanne gleichmäßig zurDer- fügung gestellt werben. Mit der Erweite­rung des Aufgabenkreises müsse infolgedessen eine Erweiterung der Deckungsmöglich­keiten Hand in Hand gehen. Der Ausschuß des Reichstags trat in eine allgemeine Aussprache über das Wohnungsprogramm ein. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Es wurde betont, daß die Einbringung des Gebäudeentschuldungs- gesehes, soweit iraeird möglich, beschleunigt werden soll, damit die Beratungen des Woh­nungsausschusses sich darm auch auf die Gesetzes­vorlage selbst stützen können.

Zehn Zahre Demokratische Partei

Eine Festrede Reichsminister Dietrichs.

Berlin, 18. Rov. (XH.) Anläßlich ihres zehnjährigen Bestehens veranstaltete die demo- Katische Partei am Sonntag mittag imDhein- gold" eine Kundgebung, auf der Reichs- ernährungsminister Dietrich und Reichstagsabgeordneter Schneider sprachen.

Minister Dietrich wies darauf hin, daß die zurückliegenden 10 Jahre für die Partei zu­nächst einen Aufstieg und dann einen gewaltigen Riedergang bis zum heutigen Tage brachten. Trotzdem seien ihre Gedanken in außergewöhn­lichem Umfange durchgedrungen und in die Tat umgeseht worden. Die erste Etappe war mit der Schaffung der Weimarer Berfassung be­endet. 3n der zweiten Etappe galt es in den Staat hineinzuwachsen und ihn zu einem lebensfähigen Gemeinwesen zu machen. Mehr und mehr hätten sich auch seine Gegner zu diesem Staate bekannt. Die Grundlage des Staates sei solider und fester geworden. Heute, so erklärte der Redner, haben wir den Zustand, daß d i e Demokratie formal re st los durch­gesetzt. aber im Innern noch nicht see­lisch völlig durchgedrungen ist.

Der Redner untersuchte dann Die Gründe für den Rückgang der Partei und stellte fest, daß auch heute noch eine Gedankenarbeit für die Partei möglich sei, wenn man auf kultu­rellem Gebiet aus der Defensivste!- lung heraustrete, und in dem Ringen der wirtschaftlichen Kräfte den Weg in die Zukunft weise. Schwer auch sei die Partei durch den Borwurf geschädigt worden, bah sie nicht national sei. Rational fein, heiße aber nach demokratischer Auffassung, eine Politik treiben, die das Volk in neue Freiheit, Kultur und Wirtschaft führe. Republik und Demokratie hät­ten eine große Idee verwirklicht, sie hätten das Bewußtsein geschaffen, daß wir eine Ration sind. Das sei die Grundlage unserer Zukunft. Auch die in zehn Jahren getriebene Außenpolitik fet nur auf dem Boden der Demokratie mög­lich gewesen. Mit der Lösung der Räumungs­und Reparationssrage werde die dritte und letzte Etappe auf dem Wege zum Wiederaufbau er­reicht sein.

Zwölf Jahre Ruhrbergbau!

Es gibt wohl kaum ein deutsches Industrie­gebiet, dem Deutschland in den letzten Jahr­zehnten soviel zu verdanken gehabt hat, wie dem rheinisch-westfälischen Industrierevier, es gibt aber auch kaum eine Stätte deutscher Arbeit, die so oft im Mittelpunkt deS Interesses des deutschen Volkes gestanden hat wie das große Decken zwi­schen Duisburg und Dortmund, zwischen Gelsen­kirchen und Bochum. Seit fast einem Menschen­alter bildet das Ruhrgebiet das wirtschaft­liche Fundament unserer Ration, das fast unerschütterlich scheint, aber in den letzten Jah­ren doch manchen schweren Stoß auszuhalten hätte, der sich ungünstig auf die wichtigsten, rechts und links der Ruhr sich betätigenden In­dustriezweige auswirkte. Eisen und Kohle kom­men aus den Schwierigkeiten überhaupt nicht mehr heraus, ebenso wird die um sie herumgelagerte Industrie fortgesetzt von Wirtschaftskrisen ge­packt. Am schlechtesten geht es unzweifelhaft der R u h r k o h l e , an die von Jahr zu Jahr steigende Ansprüche aller Art gestellt werden.

Paul-Boncour legt sein Mandat als Vötterbundsdelegierier nieder.

Die parteipolitische Konstellation hat den Sozia­listen Paul-Boncour nunmehr endlich bewogen, von seinem Posten als französischer Völkerbunds- delegierter in Genf z u r ü ck z u t r e t e n. WenG er in einem Schreiben an Briand diesen Rücktritt damit zu begründen versucht, daß daran nur die Partei- politische Lage im Zusammenhang mit der Neubildung des französischen Kabinetts schuld fei, so dürfte das wohl nicht ganz den Tatsachen ent- sprechen. Denn wie erinnerlich, hat Paul-Boncour schon seit langem und nicht zuletzt während der Genfer Tagung die Absicht geäußert, sein Völker- bundsmandat niederzuleaen, so daß man wohl an­nehmen kann, daß noch andere gewichtige und mit den Rüstungs- und Abrüstungsfragen zusammen- hängende Probleme hierbei mitgesprochen haben.

Aus jeden Fall kann man feststellen, daß der Rücktritt Paul-Boncours für die weiteren Abrüstungsverhandlungen in gewisser Hinsicht entscheidend sein wird. Gab es doch kaum einen schärferen Verfechter des Rüstungs­gedankens als Paul-Boncour, der, wie das ja auch in seinem Rededuell mit Graf Bernstorff seinerzeit zum Ausdruck kam, sich nicht scheute, unter Berufung auf sein so verderblich gewor­denes Schlagwortpotentiel de gucrre die technischen Kriegsmittel und die Reserven aus den Abrüstungsplänen zu streichen, wobei er aber in England, das allerdings im Flottenkomprvmiß eine andere Stellung eingenommen hat, wenig­stens damals einen seiner schärfsten Gegner vor- fand. Weiter verbleibt seine Haltung in Erin­nerung, die er in vollem Gegensatz zu seiner Partei, den französischen Sozialisten, bei dem französischen Rustunasgesetz: das Boll in Waffen ein na hm, wo er sich zum ersten Vor­kämpfer aufschwang und in beredtesten Worten für die Annahme Diefeä Gesetzes eintrat. Die französischeS 6 c u r i t 6, sein weiteres

Schlagwort, veranlaßte ihn, für die ständige Kontrolle im Rheinland einzutreten, wobei er bei den letzten Verhandlungen um die Rhein- landräumung, die zwischen Reichsta^ler Müller und den Vertretern der Locarnomächte in Genf geführt wurden, immer wieder versuchte, den Gedanken der Kontrollkommission ge­genüber den Plänen auf Errichtung einer Der- gleichskommission durchzusehen. Schließlich hat er noch das Verdienst mit Politis und Benesch, der Vater des am 2. Oktober 1924 von der Dölkerbundsversammlung einstimmig angenom­menen Genfer Protokolls zu fein, das aber außer seinen Gründern keine Anhänger weiter gefunden hat, so daß es durch den eng­lischen Widerstand zurückgezogen werden mutzte.

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Am 4. August 1873 ist Joseph Paul-Boncour in St. Aignan geboren, war zunächst Advokat und Journalist, entwickelte sich aber allmählich in seiner politischen Laufbahn, wurde 1909 in die Kammer gewählt, erhielt im Kabinett Monis das Arbeitsministerium, war im Kriege als Datail- lonsführer an der Front, trat nach dem Kriege wieder in die Kammer ein, bis er zum französi­schen Delegierten beim Völkerbund ernannt wurde. Am 8. Rovember 1927 wurde er als Rachfolger Franklin Bouillons zum Vorsitzenden im aus­wärtigen Kammerausschuß gewählt. Wenn man zwar noch nicht weiß, wer sein Rachfolger wer­ben wird man spricht vielfach von Herriot so scheint doch eins klar zu fein, daß der Ver­fechter der Rüstungs- und Sicherheitsidee durch sein Ausscheiden aus dem Genfer Abrüstungs­gremium eine wesentliche Erleichterung in diesen Verhandlungen gebracht hat. Der Sozialist Paul-Boncour hat sich in diesem Punkte eben nie mit dem sozialistischen Gedanken seiner Par­tei befreunden können.

ohne daß ihr die Gntwicklungsmöglichkeiten ge­geben sind, die jedes wirtschaftliche Unternehmen haben muh, wenn es sich behaupten will. Einen äußerst intereffanten Einblick in die Aufgaben und das Wirken des Ruhrbergbaus gibt ein soeben erschienenes Buch Dr. Spethmanns, das Den TitelZwölf Jahre Ruhrberg- b a u trägt und mit Dokumenten aller Art ge­füllt ist, die den Archiven des Ruhrbergbaus entnommen sind. Zwölf Jahre Ruhr­bergbau. Aus feiner Geschichte von Kriegs­anfang bis zum Franzosenabmarsch, 19141925. (4 Bände.) Band I: Aufstand und Aus­stand bis zum zweiten Generalstreik April. 1919. Don Dr. Hans Spethmann, Privatdozent an der Hniberfität Köln. Mit einer Karte, 5 Tafeln und 19 Textabbildungen. In Ganzleinen 8 Mk. Verlag von Reimar Hobbing in Berlin SW 61. (614) Es wird In diesem Buche der rheinisch-westfälische Kohlenbergbau vom Jahre 1914 bis zur Befreiung des Ruhr­aebiets vom Franzosenjoch ^schildert, eS wer­den alle Ereignisse von den ersten Streiks wäh­rend des Krieges, von der politifchen Umwäl­zung im Rovember 1918 über die Spartakisten­kämpfe hinweg bis zu den InflationSjahven und dem Einmarsch der französischen Okkupations­armee chronologisch Kusammengestellt, es wird aber Darüber hinaus manches gesagt, waS Der deutschen Öffentlichkeit bi^er unbekannt war, und was geeignet ist, Urteile, die über den Ruhrbergbau bestehen, zu korrigiere und seine Bedeutung in ein ganz anderes Licht zu rücken, als das bisher der Fall war. Man kann es nur begrüßen, daß der Ruhrbergbau Die Ereig­nisse Der zwölf Jahre zwischen 1914 und 1925 einmal zusammengefaßt hat, so dah auch Don dieser Seite her ein gutes Material zur Beur­teilung Der Zustände in Deutschland während und nach dem Kriege gegeben ist. Der Band ist belebt durch photographische Wiedergabe zahlreicher Flugblätter und Ausrufe aus Der damaligen Zeit, die heute kaum noch zu beschaffen sind, während in einem Anhang Die notwendigen Aktenunterlagen gegeben werden.

Aus aller Wett.

Jrantfurfer

Führerkagung des Deutschen Gewerkschafisbundev.

Der Deutsche Gewerkschaft sbund, Landesver­band Hessen, Hessen-Rassau u?) Waldeck, hielt in Frankfurt eine Arbeitstagung ab. Am Vor­mittag sprach Dr. Berger, Sektionschef des internationalen Arbeitsamts, überAusgaben und Ausbau des Internationalen Arbectsamtesi". Der Redner zeigte den Weg von Den ersten An­fängen Des Arbeitsschutzes, den ersten internatio­nalen Konferenzen über Arbeitsrecht bis zu Der heutigen festgefügten Form des Internationalen Arbeitsamtes in Gens. WaS der Völkerbund in politischer Beziehung barftellt, ist das Inter­nationale Arbeitsamt in sozialer Hinsicht. Der Vorsitzende dcs LanDesoerbanDes des D. G. B., Auerbach, legte die Stellung des D. G. D. Aum I. QL 21. klar, noch immer feien Die Min­derheiten nicht genügend berücksich­tigt. Wir verlangen völlige Gleichberechtigung für Die Mitarbeit im Verwaltungsrat und bei Der internationalen Arbeitskonferenz. ebenso die Gleichberechtigung Der deutschen Sprache im Qtmt Wir wünschen, daß Die Zahl Der amtlich tätigen Deutschen im 3. QL QI. erhöht werde. Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert ferner, dah in das Washingtoner Abkommen betreffend Arbeitszeit auch die Angestellten in Handel, Banken und Verkehr einbezogen werden. Der Rachmittag vereinigte die Mitglieder dann zu der eigentlichen Arbeitstagung, in wel­cher Der Vorsitzende, Auerbach, Den Arbeits­bericht des verflossenen Jahres gab. Ferner sprach FrL Clare Mleinek, Geschäftsführerin des D. G. B., Berlin, überSozialpolitischer Rück- und Ausblick". Die Aussprache beschäftigte sich in der Hauptsache mit Der praktischen Durchfüh­rung Der sozialen Gesetzgebung, wie sie durch Den Vortrag angeregt war. Zu Der Aussperrung Der Arbeiter in Der Rordwestgruppe Der Metall­industrie wurde eingehend berichtet und eine Entschließung angenommen.

Unter der Anklage des Gallenmocds.

Vor dem Budapester Strafgerichtshof begann die Verhandlung im Mordprozeß Bela Er­de lhe und Gen. Erdelye wird der Ermor­dung seiner Frau, der Schauspielerin Anna For g acs, beschuldigt, die er in Millstatt in Kärnten in einen Abgrund gestoßen

und später mit einer Deidenschnur erdrosselt haben soll. Der Andrang des Publikums, in dessen Reihen auch viele Bühnenkünstler, 3u- riften, Aerzte und älniversitätsprofessoren zu be­merken waren, war außerordentlich groß. Erdelye ist außerdem noch wegen Tlrkimdenfälfchung, Be­truges und Wechselfälschung in 22 Fällen an- geffagt. Die Drei Mitangeklagten haben sich we­gen Betruges und Privaturkunden- und Wech- selfälschung zu verantworten. Zu Beginn des Verhörs wurden zmrächst die Fälschung des Doktordivloms des Angeklagten, das er sich in Berlin verschafft hat, und die Wechsel­fälschungen zur Sprache gebracht. 3m weiteren Verlauf des Verhörs fragte Der DorsitzenDe, warum Erdelye sich bereits am Tage nach seiner Hochzeit mit Versicherungsgedanken beschäftigt und dann auch sowohl seine Frau wie sich selbst für je 10 000 Dollar versichert habe. Grdehe gab an, dieser Gedanke sei von seiner Frau auSgegangen. Die Verhandlung dauert fort.

Verzweiflungstat eines Vaters.

In der Rächt zum Sonntag spielte sich in Hermsdorf bei Berlin eine erschütternde Fami- llentraaödie ab. Der 46 Jahre alte Tischler Wilhelm Hartmann versuchte sich und seine sieben minderjährigen Kinder durch Gas zu ver­giften. Während eS gelang, die Kinder noch zu retten, blieben die Wiederbelebungsversuche beim Vater erfolglos. Hartmann hatte bald nach dem Tode seiner ersten Frau seine zweite Frau kennen gelernt. Die Ehe verlief sehr un­glücklich, und die Frau verließ den Mann vor etwa acht Wochen. Rachdem die Frau ihn verlassen hatte, ergab sich Hartmann dem Trünke. Er hinterläßt Aufzeichnungen, aus denen her­vorgeht, daß er mit feinen Kindern freiwillig aus dem Leben scheiden wollte. Qlls Grund für die furchtbare Tat gibt er an, daß feine Frau, die dir Wirtschaft vernachlässigt und ihn zum Ruin gebracht habe, fein und seiner Kinder Leben auf dem Gewissen habe. Die Kinder, von denen das älteste 16 Jahre alt ist, werden von der Stadt in Erziehung genom­men werden.

Kälte und Schnee in Spanien.

In Madrid hat eine starke Kälte eingesetzt. Im Gebirge liegt bereits Schnee. Aus Santander (am Golf von Biscaya) wird berichtet, daß hungrige Wölfe in Rudeln ins flache Land eindringen, fo daß die Bewohner mehrerer Dörfer Treibjagden auf die Wölfe veranstalten mußten.

Ein Schoner auf die Felfenküsie von Wales geschleudert.

Ein Schoner mit sechs Mann Besatzung wurde durch den S'urm auf Die Felsen Der Küste von Wales geschleudert. Rur Der Schiffsjunge konnte sich auf einen einsamen Felsen retten, wo er 36 Stunden in Begleitung eines Hundes ohne jede Rahimng verbrachte, bis er aufgefu iDen und geborgen wurde.

Tieubauten auf Sylt vom Sturm umgerootfen.

Infolge Des orkanartigen Sturmes, der die Insel Sylt heimsuchte, stürzten Der Reubau eines Kinderheimes in Braderup und ein Reubau in Wennigstedt ein. Die Bauten waren bis zur Dachhöhe fertig und das Material war, wie Fachleute versichern, völlig eintoanDfrei Sonntagabend stand noch Der ganze südliche Teil der Insel unter Wasser.

(Eine Jamille bei einem hauseinstur; getötet.

In P r z c m h s l hat sich eine schwere Ein- sturzkatastrophe ereignet, Der Drei Personen zum Opfer gefallen finD. Durch den Zusammen­bruch einer Wand wurde eine Wohnung, in der sich ein Schneider mit feinen Angehörigen be­fand, unter den Trümmern begraben. Der Schneider, seine Ehefrau und fein 16jähriger Sohn sanden Den ToD, während ein in Der Wiege liegender Säugling wie durch ein Wunder dem gleichen Schicksal entging. Die Leichen formten erst nach Stunden geborgen und dem Schauhaufe zugeführt werden.

Schwere Folgen eines Gerüsleinfturzes.

Gin Gerüst an einem Hause auf dem Derlich in Köln stürzte wahrscheinlich infolge des Sturmes ein. Bon Den herabsiürzendrn Bal­ken wurden acht Passanten getroffen. Eine Frau war sofort tot, zwei Personen wurden schwer, fünf leichter verletzt. Ein zufällig an Der iln- fallstelle weilender Arzt leistete Die erste Hilfe.

Die Untersuchung dervestris"-6atastrophe.

Im Oberläufe der llnterfudjung der Ursachen I der Katastrophe derBestris" wurde der Erste

Offizier des Schiffe«, Johnson, Dernornmen. Er bestritt, dah der Dampfer bereits bei bet Abfahrt von Reuyork Schlagseite hatte, und er­klärt, dies sei erst am Sonntagabend eingetreten. Er gab zu, daß er d i e Kohlenluken deS Schiffes nicht geprüft hatte, obwohl er Dafür verantwortlich war. Am Montag, von 4 älhr morgens ab habe er die Lage als sehr gefährlich angesehen, es aber Dem Ka­pitän des Schiffes überlassen, einen drahtlosen Ruf ab-usenden.

Der betrogene Betrüger.

Das Schöffengericht verurteilte den Hungerkünst- ler Jolly wegen fortgesetzten Betruges zu tausend Mark Geldstrafe. Jolly hatte im Jahre 1926 in einem Restaurant tm Norden Berlins den damaligen Weltrekord des Hungerns von 41 Tagen brechen wollen, doch hat er nicht vollkommen gehungert, sondern während feiner Hungerkur Schokolade, die ihm von außen zugesteckt wurde, zu sich genommen. Der Verurteilte gab an, daß feine Veranstaltung Ein­nahmen von 1 42000 Mark erbracht hätte, doch feien ihm von seinem Manager Weimann nur 20 000 Mark gegeben worden, und er sei da­durch um 80 000 Mark geschädigt worden. Ws er dann von Weimann Abrechnung verlangte, und mit Prozessen drohte, habe dieser ihn ange - zeigt.

(Ein moderner Schatzgräber.

Rach einer englischen Meldung hat Der Ka­pitän Williams eine Expedition nach Der Kokvs-Insel ausgerüstet, um Dort nach Dem Schatz Der mexikanischen Regierung. Der Dort verscharrt fein soll, au graben. Vor einem Jahrhundert war die Kokos-Insel noch ein Zufluchtsort für Seeräuber. Im Jahre 1810 brach eine Revolution In Meriko aus und Der herrschende spanische Dizeköniz versuchte sich mit dem Gold- und Iuwelenschatz. der einen Wert von 120 Millionen M k. hatte, nach Europa einzuschiffen. Rach verschie­denen Irrfahrten wurde jedoch sein Schiff über­fallen und ausgeplündert. Die See- räuber verscharrten Den Schatz auf Der Kolos- Insel, wurden aber dann später von einer spa­nischen Fregatte gefangen und sämtliche Banditen gehängt, mtt Ausnahme von einem, der im Ge­fängnis starb. Er überließ dieKartenskizze des vergrabenen Schatzes dem Gefängniswärter, der sie später einem Deutschen namens Schwarz verkaufte. 3m 3ahre 1889 begab sich Der schwe- Dische Kapitän Theodor Holm, in dessen Be­sitz die Karte gelangte, auf die Suche nach Dem Schatz auf der Kokos-Insel, wo er mehrere Monate verbrachte, allerdings ohne Ergebnis. Jetzt will Kapitän William sein Glück an der­selben Stelle versuchen. Hoffentlich endet sein Unternehmen nicht mit dem gleichen Mißerfolg wie das seines Kollegen Holm.

(Ein Preis für das beste politische Buch.

Die Pariser ZeitschriftL'E urope n o u d e H e" hat einen Jahrespreis geschaffen, um jeweils das beste politische Buch des Iadres, das sich mit aktuellen politischen Fragen beschäftigt, auszuzeichnen. Der Preis beträgt 10 000 Franken. Unter 54 Werken hat das Preisrichterkollegium den Preis dem Gr a f e n Wladimir d'Ormeslon zuerkannt für sein BuchLa Conscience k PAllemagne, in dem sich der Verfasser eingehend mit den deutsch französischen Beziehungen beschäftigt. Das Buch wird in den näch­sten Wochen in deutscher Sprache mit einem Vorwort des Grafen Oberndorf versehen erscheinen.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Die Beruhigung und "Besserung der Wetter­lage, die durch Den starken Druckanstieg erfolgte, wird nur vorübergehend fein, Denn tm Rord- often ist ein neues Druckfallgebiet erschienen. Seine Warmluftströmung hat über Den britischen Inseln wieder eine Temperaturzunahme bis 8 Grad hervorgerufen und außerdem verbreitete Riederschläge gebracht. Da von Holland her das Barometer fallende Tendenz zeigt und Die Winde mehr und mehr nach Sudwesten zurück- drehen, so werden Die Warmllrftmassen auch unser Gebiet überfluten und dabei neben Temperatur­anstieg wieder zu Riederschlägen führen.

Wettervoraussage für Dienstag: Bewölkungszunahme, wieder milder, zeitweise Rvederschläge, lebhafte Südwestwinde.

W i 11 e r u n g s au s s i ch t e n für Mitt­woch: Unter wechselnder Bewölkung, bei mehr nach Südwesten umdrehenden Winden langsam etwas Zurückgehen Der Temperaturen und noch vi>elfach RieDerschläge wahrscheinlich.

Lufttemperaturen am 18. November: mittags 8,5 Grad Celsius, abends 6,4 Grad Celsius , am 19. No­vember: morgens 7,5 Grad Celfius. Maximum 9,2 Grad Celsius, Minimum 3,4 Grad Celsius. Erd­temperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 18. Nov.: abends 6 Grad Celsius: am 19. November: morgens 5,3 Grad Celsius. Niederschlag 0,6 Millimeter. Sonnenscheindauer VA Stunden.