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Auftakt in Wien.
Ankunft der deutschen Länger.
Hölz aus dem Zuchthaus entlassen.
Sonneberg, 18. Juli. (WTD.) Der kommunistische Bandenführer Max Hölz hat heute abend 20 älhr das Zuchthaus in Sonneberg verlassen und ist in Begleitung seines Verteidigers Dr. Apfel im Auto abgereist. Vor dem Zuchthaus hatten sich zahlreiche Ortseinwohner eingefunden. Irgendwelche politische Demonstrationen sind nicht vorgeiommen.
° 9 chuldigte.
reichischen und deutschen Fahnen festlich geschmückt. Die Beflaggung geht übrigens nur von den Mietern, nicht den Hausbesitzern aus. Diese hatten ursprünglich sogar die Absicht, während des Sängerbundcssestes Trauerfahnen zu hissen, um tor den ausländischen Gasten ihre schlechte Behandlung in der Mietenfrage Dar- Autun. Wien dürfte am Mittwoch bereits 100 000 Sänger beherbergen. Mit Ausnahme von zwei Zügen, die Verspätungen erlitten, sind bis jetzt 43 Sonderzüge pünktlich in Wien angekommen. Die Verteilung und Unterbringung der Gäste ist bisher vollkommen zufriedenstellend und ohne Schwierigkeiten vonstatten gegangen. Die Gäste, kenntlich an den blauen Sängermutzen, durchziehen in größeren und kleineren Gruppen die Stadt.
Um 4 Uhr nachmittags fand ein großer Empfang für die Vertreter der in- und ausländischen Presse statt. Unter ihnen befinden sich auch zwei deutsch-amerikanische Journali st en, die eigens zu diesem Zweck herüber gekommen find. Die Begrüßungsansprache hielt der Vorsitzende des Dundesfestausschusses Jak sch. Er dankte der Presse für ihre tätige Mithilfe und betonte insbesondere, daß ein so einmütiges Zusammenwirken aller Schichten und Parteien auf dem politischheihen Wiener Boden ohne die Hilfe der Presse nicht möglich gewesen wäre. Der Vorsitzende des Deutschen Sängerbundes, Rechtsanwalt Dr. L i st, Berlin, hob hervor, daß die Presse den Sängerbund auS seiner Verborgenheit herauSgehob en und bekanntgemacht habe. Die Presse sei eS auch gewesen, die den Gedanken der deutschen Einheit, der den besten Ausdruck im deutschen Liede finde, stets gefördert habe. Das 10. DundeSfest möge dazu bestimmt sein, das deutsche VolkSbewußtsein zu stärken und die künftige Vereinigung aller deutschen Stämme zu fördern. Redakteur Winter aus Reuhork teilte darauf mit, daß nicht weniger olS 5000 de utsche Sänger aus Amerika nach Wien gekommen sind.
auf Menschenleben, seine Freiheit zu verteidigen , Der Vorsitzende würdigte dann die einzelnen Straftaten, wobei er erklärte, von emer Rolwehr tonne keine Rede sein. Auch an dem Vorsatz lei nicht zu zweifeln. Die lleberlegung habe dos Gericht im Falle Jena verneint. Es habe angenommen, daß der Angeklagte hier über- rascht worden ist. Anders in den Fallen Plauen und Llntersiemau. Rach den Ausführungen des psychiatrischen Sachverständigen besteht nicht Der geringste Zweifel daran, daß der Angeklagte ein körperlich und geistig vollständig gesunder Mann sei Daß er etwa in einem Zustand Der Bewußtlosigkeit gehandelt hätte, sei vollkommen ausgeschlossen. § 51 komme weder mittelbar noch unmittelbar für ihn in Frage. Richt leichten Herzen- so erklärte der Vorsitzende weiter, hat das Gericht die Todesstrafe verhängt. Wir können uns in den Streit um Die Beibehaltung Der Todesstrafe nicht einmischen, aber auch wer kein begeisterter Anhänger dieser Straftat ist. wird sich mit Dem Gedanken adfinden, daß eS ein®«« bot Der Gerechtigkeit ist. daß derartige schwere Bluttaten eine gerechte Süh ne finden. Wir gedenken Der armen Toten. Die Der Angeklagte in frevlem ilebermut auS Dem Geben, an dem he ebenso hingen wie er, rücksichtslos gerissen hat. Wir gedenken Der verletzten Beamten, die er kaltblütig zu Krüppeln geschossen hat Wir gedenken mit Mitgefühl Der armen Hinterbliebenen der Getöteten, an Die Der Angcllagts in seinem rücksichtslosen Egoismus auch nicht einen Augenblick gedacht hat.
Aus aller Welt.
Roch immer Hoffnung auf Rettung A'.nundscnS.
In maßgebenden Kreisen Moskaus glaubt man, daß Amundsen und seine Gefährten sich b e i der Alessandri-Gruppe befinden Die Vermutung beruht darauf, daß die Hülle des großen Luftschiffes bei der Alessandri-Gruppe ein vortreffliches Signal zur Orientierung des Flugzeuges Dar (teilte. Wie Die „Jswestija" meldet, muß der ..Krassin", dessen Steuer beschädigt ist, im Dock repariert werden. Angesichts der sich allmählich bessernden Eisverhättnisse und der stetig fortschreitenden Lockerung und des Verfalls der Eisschollen in Der fragiichen Zone kann der ..Krassin" bei Beachtung aller Vorsichtsmahregeln noch bis zur Alessandri-Gruppe vordringen. Die Zerstörung Der Eisschollen zeiyt, Daß wenn der ..Krassin" vor vier Tagen die Vigiieri-Gruppe nicht gerettet hätte, diese verloren wäre. Die Presse weist Darauf hin, daß das Flugzeug ..Latham" seit einem Monat und Die 2llesscmdri- Gruppe seit 55 Tagen verschollen sind. Man glaubt, daß beide Gruppen noch leben Sie müssen sofort gesucht werden. Die Malmgreen- Gruppe, die 40 Tage vermißt wurde, galt ebenfalls als verloren. Die Hoffnung, ebenso günstige Ergebnisse wie bisher zu erzielen, ist nicht geschwunden.
Vorbereitung für einen französischen vzeanflug.
Wie „Petit Parisien" berichtet, find die französischen Flieger de Marnier und Wak - k e n h e i m Mittwochabend um 8 Uhr auf Dem Flugplatz Le Bourgct auf gediegen, um als Vor- betet hing für einen Ozeanflug, einen 30 stündigen Probeflug England. Irland und einen Teil des Ozeans austzufühven. Sie haben 5000
Wien. 18. Juli. (Tel.) Am ersten Tag Sängerbundesfestes ist ganz Wien mit öfter-
Aus Dem Wiener Sängerfest wird auch Die deutsche R e i ch s r e a i e r u n g vertreten sein. Wie totr erfahren, begibt sich ReichsInnenminister Severing Mittwoch f rüh nach Wien, um noch rechtzeitig zu den Feierlichkeiten eintreffen zu können. Reben dem Reichstags- Präsidenten Lobe als dem Vorsitzenden des Oesterreichisch-Deutschen Volksbundes sind auch eine Reihe Parlamentarier von Berlin nach Wien gereift.
f i o n vorzuschlagen, die Die Betriebsunfälle Der Reichseisenbahn und alle damit im Zusammenhang stehenden Fragen objektiv zu prüfen hat und Die sich aus Männern von anerkanntem Rufe zusammensetzt. Es gibt in Deutschland Techniker und Fachleute deS Eisen- bahnwesens. Gewerkschaftler und erfahrene Par- lamentarier. Deren Rame für eine saOiche, unabhängige und überzeugende Durchführung dieser notwendigen Untersuchung bürgt Der Wert einer solchen Kommission liegt darin, daß alle politischen Gegensätzlichkeiten ausgeschieden und nur Die sachlichen R o t w e n d i g k e i t e n gc- prüft werden. Riemand aber hat ein größeres Interesse an einer solchen Linkersuchung als Die Reichsbahn selbst Sie gewinnt an Ansehen, wenn ihre Verwaltung Die Probe dieser ilrtet- suchung besteht — Die „Germania" bemerkt zu Dem Vorschlags Linkersuchungskommissionen haben im allgemeinen bei uns feinen guten Klang, weil ihre Arbeiten meist viel zu tbeori- t i s ch und langatmig sind. Aber — trotz alledem : toenn Männer Der Pra ? is ohne politische Voreingenommenheit Der Sache auf Den Grund gehen und Den Kransheitskeim durch wirklich geeignete Mittel zu beheben suchen, dann ist der Gedanke einer solchen Kommission nicht der schlechteste.
Oie Betriebssicherheit der Reichsbahn.
Eine unparteiische Untersuchung der Eifcnbaßnunfälle gefordert.
Berlin, 19. Juli. (Priv.-Tel.) Das „B. T." macht angesichts der sich bäufenDen schweren Eisenbahn Unfälle den Vorschlag auf Bildung eines Untersuchungsausschusses für die Reichsbahn Es heißt in dem Blatt
Die Unfälle auf der Deutschen Reichseisen- bahn haben sich so bedenklich gehäuft daß die KeWrcgierimg sich entschlossen hat gemeinsam mit D?r Verwaltung Der ReichS- eiknbaDn A.-G die in Frage kommenden Ver- bältniffr vollständig zu klaren'. wobei der Ton dem Worte ^vollständig liegt.
Rheinlanddebatte im britischen Llnierhaus. Chamberlain lehnt eine Initiative zur tHäumiinfl deS besetzten Gebiets ab.
London. 18. Juli. (WB.) 3m Unterhaus stellte heute daS Mitglied Der Arbeiterpartei. We llock. Die Anfrage, ob Die britische Regierung daS vor kurzem gestellte Ersuchen des Deutschen Reichskanzlers bezüglich der Rheinlandräumung erwogen habe, und ob |ie bereit sei, in wohlwollender Erwägung Dieses Er- suchen au behandeln. Chamberlain er- tr;berte. Der deutsche Reichskanzler habe in seiner Reichstagsrede keine ausdrückliche F o r - Derung bezüglich der Räumung des Rhein- landeS gestellt, sondern lediglich Der Anfickt Ausdruck verliehen, daß das besetzte Rheinland in Anbetracht der bestehenden Verhältnisse noch vor Ablauf des durch den Vertrag von Versailles festgesetzten Zeitpunktes geräumt werden sollte. Die britische Regierung stehe dieser Ansicht wohlwollend gegenüber, aber
eine ooqclfige Räumung des Rheinlandes könne nur auf Grund einer besonderen verein- bnrung zwischen den Besatzungsmächten und Deutschland erfolgen, bei der neben den Besatzungsmächten auch andere Mächte befragt roc-hen mutzten. Die britische Regierung sei ebenfalls bereit, etwaige Vorschläge von einer an dieser Frage stärker interessierten Seife In wohl
wollende Erwägung zu ziehen.
Wellock stellte sodann Die weitere Frage, ob Chamberlain irgendwelche Initiative ergriffen habe in Anbetracht des HmftanDeÄ, daß Deutschland während der letzten drei Jahre sich mit zunehmender Entschiedenheit von allen militaristischen Tendenzen abge- wen.det und sogar im vergangenen Jahre Vorschläge für ein Rüstungspro- Sm m abgelehnt habe, zu dessen Durch- una eS auf Grund der Friedensverträge e ch t ig t gewesen wäre. Ehamberlain erwiderte: »GS seht mich stets in Derlegen- De11, wenn ich Fragen beantworten soll, Die von so vielerlei Voraussetzungen ausgehen. Ich beschränke mich darauf, den Kern der Frage zu beantworten. Ich glaube nicht, daß ich zur Zeit mit irgendwelchem Ruhen eine Initiative ergreifen kann."
Der Qrbgeorbnete Wedgewood fragte an, ab die Regierung bei der Erwägung dieser Angelegenheit auch an die Mehrkosten denke, Die das Verbleiben der brittfd)en Truppen im Rheinlande verursache, und ob die Regierung mitteilen könne, auf wieviel sich diese Mehrkosten beliefen. Chamberlain antwortete: „3a, diese Mehrkosten sind nicht Der Rede wer t." Wedgewood stellte die weitere Frage: „Ist es nicht eine Tatsache, daß die Kosten der britischen Besatzung im Rheinland von Der Entschädigungssumme abgezogen werden, die wir von Deutschland zu erhalten haben?" Chamberlain antwortete: ..Die Kosten unserer Besatzung im Rheinlande bilden einen Posten, der von den Reparationen gezahlt wird. Jedoch steht unser Anteil an den Reparationen in keinem direkten Ve»hä t is zudem Anteil an Der Summe, die Deutschland für Die Aufrechterhaltung Der Besatzung im Rheinland zu bezahlen hat." Wedgewood warf ein: .Wir erhalten also weniger an Reparationen?" Chamberlain: älnd mehr an Be- fatzungskoste n."
Der ^(bgeorDnete Kirkwood stellte die Frage: „Ist der Staatssekretär deS Aeußeren nicht bereit, endlich die Rolle deS Starken zu übernehmen, der sich seiner Stärke bewußt ist und es sich leisten kann, edelmütig zu sein? Ist eS nicht für unS an der Zeit. Der Welt unseren Zrie Denswillen zu beweisen. indem wir alle unsere Truppen vom Rhein zurückziehen?" Chamberlain erwiderte:
„Ich habe bereite gesagt, dah ich cs ,ur Zeit nld)t für zweckmäßig erachte, eine Initiative zu ergreifen. Vie Zurückziehung der britischen Truppen allein würde die Frage der Rhcinland- raumung weder lösen noch sie einer Lösung näherbringen.
wurde Dann weiter an die Regierung Die Anfrage gerichtet, ob in Anbetracht der kürzlichen Erklärungen DeS Reparaiionsagenlen und des Deutschen Reichskanzlers irgendwelche Schritte unternommen worden feien, um eine Kon seren z der beteiligten Mächte *ur endgültigen 'Regelung der deutschen Revara- tivnsoerpslichtungen berbeizu'ühren. Der Schatzkanzler Churchill erwiderte, die Regierung habe mit Jnkeres e von Den angelührten (Bttlärunaen Kenntnis genommen Sie ’ei selbst verständlich bereit, jeden Vorschlag zur Regelung der deutschen Reparationen, der ihr im erbtet et werde, mit größter Rufmerfiamleit »u prü'e vorausgesetzt Daß derartige Vorschläge Io halten seien, daß fi« Die Rechte und 3nterc'len Des britischen Reiches sicherste!:ten und f-.t Den Richtlinien Der britischen Politik in C n- flang befänden. Soweit er wv'e seien t -her in
Dieser Frage noch keine konkreten Vorschläge irgendwelcher Art formuFtort »or^Ti. und er glaube nicht, daß es für die britische Re- gierung möglich oder ratsam sei. v on in dieler Sache irgendetwas zu unternehmen.
Eröffnung des Pyrenäentunnels. König Alfons und Präsident Doumergue tauschen Ansprachen auS.
öanfranc, 18. 3ult (T.-T1.) KSnig Al- fons von Spanien und Präsident S o u - mergue haben am Mittwochmittag gemeinsam den Tunnel eingeweiht. der Frankreich und'Spanien zwischen Pau und Saragossa verbinden soll. Die Begrüßung Der beiden Staatsoberhäupter auf Dem wternationalen Bcchnhof von Cansranc war herzlich. Rach Der .Borstel- (ung DeS beiderseitigen Gefolges fand in einer Halle des festlich geschmückten Bahnhofes ein Frühstück statt, nachdem sich König AlfonS und Präsident Doumergue zuvor in einem Privat- scilon unterhalten hatten, während in einem zweiten Zimmer die französischen Minister Dar- thou und Tardieu mit dem General Pri- mo De Rivera und den beiderseitigen Bot- schastcrn sprachen.
Rach Dem amtlichen Bericht hielt König Alfons eine Ansprache, in Der er u. a. Darauf hinwies, daß Die Sinweihungsfeier in eine Zeit des Friedens und des Gedeihens beider Länder falle. Die sich in engster und Herz, kicher Zusammenarbeit vor Dem schwierigen marokkanischen Problem fanden, dessen Lösung ihnen zum Vorteil beider Länder und der gesamten Menschheit gelungen sei. Spanien und Frankreich knüpften täglich engere Beziehungen gefühlsmäßigen, ge st:gen und wirtschaftlichen Charakters. Es sei ganz natürlich, daß nun die Verbindungslinien vermehrt würden um Den gegenseitigen Austausch leichter zu gestalten. Frankreich sei ein konstitutioneller unD parlamentarischer Staat, Spanien suche, nachdem es vorübergehend diese Grundsätze aufgehoben habe, nach neuen Mitteln, sie wiederherzustellen, wobei es alle Irrtümer und Fehler vermeiden wolle. Die eine lange Erfahrung gezeigt hätten.
Präsident Doumergue gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich die gegenseitigen Beziehungen immer stärker entwickeln möchten, trotz Der Schwierigkeiten, Die zeitweilig durch Den Gegensatz Der Jntores en entstehen könnten. 3n Marok.o hätten beide Staaten im Bewußtsein der Rotwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens ihre Waffen zum Siege vereint. Dor allem aber sei es die gemeinsame Hingebung an das Ideal des Friedens, das Frankreich und Spanien einigten. Beide hätten die Aufgabe, den Frieden, Die Gerechtigkeit und das Recht zu schützen. — Anschließend an das Frühstück fand in einem E?trazug eine Fahrt durch den neuerbauten Tunnel statt. Auf der französischen Tunnel eite erwartete ein zweites Frühstück die Staatsoberhäupter. Auch hierbei wurde erneut in kurzen Ansprachen Der Bedeutung des Tages Ausdruck verliehen. Dor der Rückkehr des Königs nach Spanien hielt Der französische Arbeitsminister Tardieu eine kurze Ansprache, in der er die Bedeutung der neuen Bahnlinie für Frankreich unterstrich. Präsident Doumergue wird noch heute abend wieder in Paris eintrefsen.
Das neue Tangerabkommen.
Die Befriedigung der italienischen Wünsche.
Paris, 18.Iuli. (W.B.) Gestern ist das französisch- spanisch-enattsch-italienische Tangerabkommen unterzeichnet. Es enthält neben einer großen Anzahl von Derwaltungsbestimmungen folgende Aende- rungen an dem Statut von Tanger: Der Oberbefehl über die internationale Gendarmerie wird einem f?’ ischen höheren Offizier anvertraut, dem ein französischer Offizier beigegeben wird. Außerdem wird der Posten eines Polizeiinjpektors geschaffen, der einem Spanier, ebenfalls unterstützt von einem französischen Offizier, übertragen wird. Die italienische Regierung erhält einen weiteren S i tz im '©tabtrat, so daß ihm jetzt drei Vertreter Italiens angeboren. Außerdem wird im Stadtrat für einen Italiener ein vierter Vizepräsidenten p o st e n geschaffen neben den Bereits bestehenden englischen, französischen und spanischen Vizepräsidenten. Italien erhält außerdem das Recht, einen stellvertretenden Verwalter und einen Richter am internationalen Gerichtshof zu ernennen. Die italienische Marine soll nötigenfalls gemeinsam mit Der Marine Der anderen Signatarmächte den Waffen- schmuggel unterdrücken helfen.
Zur Unterzeichnung des Abkommens schreibt das „Journal des Däbüts": „GS ist zu wünschen. daß man sich in Rom Rechenschaft ablegt von der Anstrengung, die gemacht tourbe, um im Rahmen des MöAichen die Wünsche Italiens zu befriedigen. Eine Verständigung zwischen Frankreich und seinen Rachbarn kann stets erzielt werden, vorausgesetzt, daß man von Frankreich nichks lieber tr leben e £ verlangt. Rachdem jetzt das ^lbkommen zwischen vier Regierungen zu stände gekommen ist. muß man noch Die Zustimmung Der Regierungen erlangen, die 1906 an Der Konferenz von AlgeziraS tei(genommen haben, abgesehen allerdings von dem nicht mehr bestehenden Oesterreich-Ungarn und von Deutschland, das sich durch Artikel 141 deS Versailler Vertrages verpflichtet hat. in keinerlei Verhandlungen über Marokko einzutreten.
Liter Benzin an Borb unb gedenken heute nacht zwfchen 1 und 2 Uhr wieder in Le Dvurget zu landen.
Wettrennen zwischen Motorboot und Jern-D-Jug.
Aus dem Rhein wurde anläßlich der Internationalen Rhe.nsahrr 1928 auf der 10 Kilometer langen Strecke Köln - Porz — Hohenzollernbrücke daS von Fritz von Opel angekündigte "Weinormen zwischen einem Motorboot und einem Fern-O-Zug ausgetragen. Opel startete mit einem 450 P. S.- Wotorboot bei Köln-Porz. als Der Fem-V-Zug mit ihm in gleicher Höhe war. Das Motorboot beendete Die Fahrt an Der Hohenzollernbrücke als Sieger mit ungefähr 2.5 Minuten Vorsprung, v. Opel benötigte für die zehn Kilometer lange Strecke 6.20 Minuten. D. h. einem Stundendurchschnitt von 94,57 Kilometer. Der am Abend unternommene Rekordversuch scheiterte infolge eines Mißverständnille» in der Zeitnahme.
Roch ein Opfer der Explosion in Haßloch.
Das Explosionsunglück In der Pulverfabrik zu Haßloch hat jetzt noch ein weitere» Todesopfer gefordert. Pfarrer Lotz aus Schoellbrunn, der, als er Kunde von der Katastrophe erhiell, auf dem Fahrradc nach der llnglücksstätte eilte, unterwegs aber mit seinem Rade stürzte und einen Schädel- bruch erlitt, ist dem ..Berliner Tageblatt" zufolge, an Den Folgen dieses Unfalles im Krankenhause zu Wertheim gestorben.
Finanzielle» Nachspiel zur Hamburger Phosgen- Sakaskrophe.
Etwa 300 Personen, Die bet Der Phosgen- Katastrophe im Mai In Hamburg Angehörige verloren oder Sachschaden erlitten haben, haben durch einen Rechtsanwalt zivilrechtliche Anspr üche von mehreren Millionen Reichsmark beim Landgericht Hamburg geltend gemacht. Die Haltung des Hamburger Staates wird vor allen Dingen daraus hergeleitet, daß das Gewerbeaufsichtsamt keine ausreichende Kontrolle ausgeübt habe. ES habe sich auch ergeben, dah die Phosgen- behälter durchaus unsachgemäß oberirdisch gelagert und ausreichende Stcher- heitsvorrichtungen nicht vorhanden gewesen seien.
Ein achtzigjähriger Parlamentarier.
Die philosophische und naturwissenschaftllche Fakultät der Westfäli'chcn Wilhelms-Universität in Münster hat Dem Landesölonomierat Karl HerolD . M. D. R. und MdL. anläßllch seines 80. Geburtstages in Anerkennung feinet großen Verdienste, die er sich um Die Förderung Der westfälischen und der Deutschen Landwirtschaft und der Belange der Universität Münster erworben hat, den Doktor DerPhi- losophie ehrenhalber verliehen. Der Herr Reichspräsident hat dem Reichstagsavge- orbneten Herold zu feinem 80. Geburtstag ein Glückwunschtelegramm zu gehen lassen.
Erschreckende Zahl von Todesfällen durch Ertrinken.
Rach einer Veröffentlichung Der Kölnischen Zeitung sind in Der Zeit vom 1. bis 17. Juli D. I. beim Baden im Rhein auf Der Strecke von Koblenz bis zum RieDerthein 60 Personen ertrunken, davon 30 allein im Stadtgebiet Köln. Auch daS Baden in der freien Oder hat in den letzten Tagen insgesamt 15 Opfer gefordert. In gaiu Schlesien haben innerhalb weniger Tage 25 Personen Den Tod durch Ertrinken gefunden.
Oie Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Durch weitere Ausbreitung Des nordeuropäischen Tiefs nach Mitteleuropa wird der Einfluß des drUi' schen Hochs mehr und mehr zurückgedrängt. Kuhle ozeanische Luftmafsen überfluten infolgedessen unser Gebiet und lassen keine stärkere Erwärmung auf- kommen. Des weiteren ist mit Bewölkung zu rechnen, wobei es bei uns wohl kaum oder höchstens vereinzelt zu Niederschlägen kommen dürfte.
Wettervoraussage für Freitag: Teil» wolkiges, teils aufheiterndes Wetter, mäßig warm und meist trocken.
WittcrungsaussichtenfürSamstag: Zeitweise bewölkt, zunächst noch mäßig warm, weiterhin meist trocken.
Lufttemperaturen cm 18. Juli, mittags 25,2 Grad Celsius, abends 18,1 (Brab Celsius: am 19. Juli: morgens 18,8 Grad Celsius. Marimurn 26,7 Grad Celsius, Minimum 13,2 Grad Celsius — Erdtempe- raturen in 10 Zentimeter Tiefe am 18. Juli: abends 28,9 Grad Celsius: am 19. Jul: morgens 21,8 Grad Celsius. — Tonnenscheindauer 11)4 Stunden.


