Einzelbild herunterladen

Des

iq er-

Auftakt in Wien.

Ankunft der deutschen Länger.

Hölz aus dem Zuchthaus entlassen.

Sonneberg, 18. Juli. (WTD.) Der kom­munistische Bandenführer Max Hölz hat heute abend 20 älhr das Zuchthaus in Sonneberg verlassen und ist in Begleitung seines Ver­teidigers Dr. Apfel im Auto abgereist. Vor dem Zuchthaus hatten sich zahlreiche Orts­einwohner eingefunden. Irgendwelche politische Demonstrationen sind nicht vorgeiommen.

° 9 chuldigte.

reichischen und deutschen Fahnen festlich ge­schmückt. Die Beflaggung geht übrigens nur von den Mietern, nicht den Hausbesitzern aus. Diese hatten ursprünglich sogar die Absicht, während des Sängerbundcssestes Trauerfahnen zu hissen, um tor den ausländischen Gasten ihre schlechte Behandlung in der Mietenfrage Dar- Autun. Wien dürfte am Mittwoch bereits 100 000 Sänger beherbergen. Mit Ausnahme von zwei Zügen, die Verspätungen erlitten, sind bis jetzt 43 Sonderzüge pünktlich in Wien ange­kommen. Die Verteilung und Unterbringung der Gäste ist bisher vollkommen zufriedenstellend und ohne Schwierigkeiten vonstatten gegangen. Die Gäste, kenntlich an den blauen Sängermutzen, durchziehen in größeren und kleineren Gruppen die Stadt.

Um 4 Uhr nachmittags fand ein großer Empfang für die Vertreter der in- und ausländischen Presse statt. Unter ihnen be­finden sich auch zwei deutsch-ameri­kanische Journali st en, die eigens zu die­sem Zweck herüber gekommen find. Die Be­grüßungsansprache hielt der Vorsitzende des Dundesfestausschusses Jak sch. Er dankte der Presse für ihre tätige Mithilfe und betonte insbesondere, daß ein so einmütiges Zusammen­wirken aller Schichten und Parteien auf dem politischheihen Wiener Boden ohne die Hilfe der Presse nicht möglich gewesen wäre. Der Vorsitzende des Deutschen Sängerbundes, Rechts­anwalt Dr. L i st, Berlin, hob hervor, daß die Presse den Sängerbund auS seiner Ver­borgenheit herauSgehob en und be­kanntgemacht habe. Die Presse sei eS auch gewesen, die den Gedanken der deutschen Einheit, der den besten Ausdruck im deut­schen Liede finde, stets gefördert habe. Das 10. DundeSfest möge dazu bestimmt sein, das deutsche VolkSbewußtsein zu stärken und die künf­tige Vereinigung aller deutschen Stämme zu fördern. Redakteur Winter aus Reuhork teilte darauf mit, daß nicht weniger olS 5000 de utsche Sänger aus Amerika nach Wien gekommen sind.

auf Menschenleben, seine Freiheit zu verteidigen , Der Vorsitzende würdigte dann die einzelnen Straftaten, wobei er erklärte, von emer Rolwehr tonne keine Rede sein. Auch an dem Vorsatz lei nicht zu zweifeln. Die lleberlegung habe dos Gericht im Falle Jena verneint. Es habe angenommen, daß der Angeklagte hier über- rascht worden ist. Anders in den Fallen Plauen und Llntersiemau. Rach den Ausführungen des psychiatrischen Sachverständigen besteht nicht Der geringste Zweifel daran, daß der Angeklagte ein körperlich und geistig vollständig gesunder Mann sei Daß er etwa in einem Zustand Der Bewußt­losigkeit gehandelt hätte, sei vollkommen aus­geschlossen. § 51 komme weder mittelbar noch unmittelbar für ihn in Frage. Richt leichten Her­zen- so erklärte der Vorsitzende weiter, hat das Gericht die Todesstrafe verhängt. Wir können uns in den Streit um Die Beibehaltung Der Todesstrafe nicht einmischen, aber auch wer kein begeisterter Anhänger dieser Straftat ist. wird sich mit Dem Gedanken adfinden, daß eS ein®«« bot Der Gerechtigkeit ist. daß derartige schwere Bluttaten eine gerechte Süh ne fin­den. Wir gedenken Der armen Toten. Die Der An­geklagte in frevlem ilebermut auS Dem Geben, an dem he ebenso hingen wie er, rücksichtslos ge­rissen hat. Wir gedenken Der verletzten Beamten, die er kaltblütig zu Krüppeln geschossen hat Wir gedenken mit Mitgefühl Der armen Hin­terbliebenen der Getöteten, an Die Der Angcllagts in seinem rücksichtslosen Egoismus auch nicht einen Augenblick gedacht hat.

Aus aller Welt.

Roch immer Hoffnung auf Rettung A'.nundscnS.

In maßgebenden Kreisen Moskaus glaubt man, daß Amundsen und seine Gefährten sich b e i der Alessandri-Gruppe befinden Die Vermutung beruht darauf, daß die Hülle des großen Luftschiffes bei der Alessandri-Gruppe ein vortreffliches Signal zur Orien­tierung des Flugzeuges Dar (teilte. Wie Die Jswestija" meldet, muß der ..Krassin", dessen Steuer beschädigt ist, im Dock repariert wer­den. Angesichts der sich allmählich bessernden Eisverhättnisse und der stetig fortschreitenden Lockerung und des Verfalls der Eisschollen in Der fragiichen Zone kann der ..Krassin" bei Be­achtung aller Vorsichtsmahregeln noch bis zur Alessandri-Gruppe vordringen. Die Zerstörung Der Eisschollen zeiyt, Daß wenn der ..Krassin" vor vier Tagen die Vigiieri-Gruppe nicht ge­rettet hätte, diese verloren wäre. Die Presse weist Darauf hin, daß das Flugzeug ..Latham" seit einem Monat und Die 2llesscmdri- Gruppe seit 55 Tagen verschollen sind. Man glaubt, daß beide Gruppen noch leben Sie müssen sofort gesucht werden. Die Malmgreen- Gruppe, die 40 Tage vermißt wurde, galt ebenfalls als verloren. Die Hoffnung, ebenso günstige Ergebnisse wie bisher zu erzielen, ist nicht geschwunden.

Vorbereitung für einen französischen vzeanflug.

WiePetit Parisien" berichtet, find die fran­zösischen Flieger de Marnier und Wak - k e n h e i m Mittwochabend um 8 Uhr auf Dem Flugplatz Le Bourgct auf gediegen, um als Vor- betet hing für einen Ozeanflug, einen 30 stün­digen Probeflug England. Irland und einen Teil des Ozeans austzufühven. Sie haben 5000

Wien. 18. Juli. (Tel.) Am ersten Tag Sängerbundesfestes ist ganz Wien mit öfter-

Aus Dem Wiener Sängerfest wird auch Die deutsche R e i ch s r e a i e r u n g vertreten sein. Wie totr erfahren, begibt sich ReichsInnen­minister Severing Mittwoch f rüh nach Wien, um noch rechtzeitig zu den Feierlichkeiten eintreffen zu können. Reben dem Reichstags- Präsidenten Lobe als dem Vorsitzenden des Oesterreichisch-Deutschen Volksbundes sind auch eine Reihe Parlamentarier von Berlin nach Wien gereift.

f i o n vorzuschlagen, die Die Betriebsunfälle Der Reichseisenbahn und alle damit im Zusammen­hang stehenden Fragen objektiv zu prüfen hat und Die sich aus Männern von an­erkanntem Rufe zusammensetzt. Es gibt in Deutschland Techniker und Fachleute deS Eisen- bahnwesens. Gewerkschaftler und erfahrene Par- lamentarier. Deren Rame für eine saOiche, un­abhängige und überzeugende Durchführung dieser notwendigen Untersuchung bürgt Der Wert einer solchen Kommission liegt darin, daß alle poli­tischen Gegensätzlichkeiten ausgeschieden und nur Die sachlichen R o t w e n d i g k e i t e n gc- prüft werden. Riemand aber hat ein größeres Interesse an einer solchen Linkersuchung als Die Reichsbahn selbst Sie gewinnt an Ansehen, wenn ihre Verwaltung Die Probe dieser ilrtet- suchung besteht DieGermania" bemerkt zu Dem Vorschlags Linkersuchungskommissionen haben im allgemeinen bei uns feinen guten Klang, weil ihre Arbeiten meist viel zu tbeori- t i s ch und langatmig sind. Aber trotz alle­dem : toenn Männer Der Pra ? is ohne poli­tische Voreingenommenheit Der Sache auf Den Grund gehen und Den Kransheitskeim durch wirklich geeignete Mittel zu beheben suchen, dann ist der Gedanke einer solchen Kom­mission nicht der schlechteste.

Oie Betriebssicherheit der Reichsbahn.

Eine unparteiische Untersuchung der Eifcnbaßnunfälle gefordert.

Berlin, 19. Juli. (Priv.-Tel.) DasB. T." macht angesichts der sich bäufenDen schweren Eisenbahn Unfälle den Vorschlag auf Bildung eines Untersuchungsausschusses für die Reichsbahn Es heißt in dem Blatt

Die Unfälle auf der Deutschen Reichseisen- bahn haben sich so bedenklich gehäuft daß die KeWrcgierimg sich entschlossen hat gemeinsam mit D?r Verwaltung Der ReichS- eiknbaDn A.-G die in Frage kommenden Ver- bältniffr vollständig zu klaren'. wobei der Ton dem Worte ^vollständig liegt.

Rheinlanddebatte im britischen Llnierhaus. Chamberlain lehnt eine Initiative zur tHäumiinfl deS besetzten Gebiets ab.

London. 18. Juli. (WB.) 3m Unterhaus stellte heute daS Mitglied Der Arbeiterpartei. We llock. Die Anfrage, ob Die britische Re­gierung daS vor kurzem gestellte Ersuchen des Deutschen Reichskanzlers bezüglich der Rhein­landräumung erwogen habe, und ob |ie be­reit sei, in wohlwollender Erwägung Dieses Er- suchen au behandeln. Chamberlain er- tr;berte. Der deutsche Reichskanzler habe in seiner Reichstagsrede keine ausdrückliche F o r - Derung bezüglich der Räumung des Rhein- landeS gestellt, sondern lediglich Der Anfickt Aus­druck verliehen, daß das besetzte Rheinland in Anbetracht der bestehenden Verhältnisse noch vor Ablauf des durch den Vertrag von Versailles festgesetzten Zeitpunktes geräumt werden sollte. Die britische Regierung stehe dieser Ansicht wohlwollend gegenüber, aber

eine ooqclfige Räumung des Rheinlandes könne nur auf Grund einer besonderen verein- bnrung zwischen den Besatzungsmächten und Deutschland erfolgen, bei der neben den Be­satzungsmächten auch andere Mächte befragt roc-hen mutzten. Die britische Regierung sei eben­falls bereit, etwaige Vorschläge von einer an dieser Frage stärker interessierten Seife In wohl­

wollende Erwägung zu ziehen.

Wellock stellte sodann Die weitere Frage, ob Chamberlain irgendwelche Initiative ergriffen habe in Anbetracht des HmftanDeÄ, daß Deutschland während der letzten drei Jahre sich mit zunehmender Entschiedenheit von allen militaristischen Tendenzen abge- wen.det und sogar im vergangenen Jahre Vorschläge für ein Rüstungspro- Sm m abgelehnt habe, zu dessen Durch- una eS auf Grund der Friedensverträge e ch t ig t gewesen wäre. Ehamberlain erwiderte: »GS seht mich stets in Derlegen- De11, wenn ich Fragen beantworten soll, Die von so vielerlei Voraussetzungen ausgehen. Ich beschränke mich darauf, den Kern der Frage zu beantworten. Ich glaube nicht, daß ich zur Zeit mit irgendwelchem Ruhen eine Initiative ergreifen kann."

Der Qrbgeorbnete Wedgewood fragte an, ab die Regierung bei der Erwägung dieser An­gelegenheit auch an die Mehrkosten denke, Die das Verbleiben der brittfd)en Truppen im Rheinlande verursache, und ob die Regierung mitteilen könne, auf wieviel sich diese Mehr­kosten beliefen. Chamberlain antwortete: 3a, diese Mehrkosten sind nicht Der Rede wer t." Wedgewood stellte die weitere Frage: Ist es nicht eine Tatsache, daß die Kosten der britischen Besatzung im Rheinland von Der Entschädigungssumme abgezogen werden, die wir von Deutschland zu erhalten haben?" Chamberlain antwortete: ..Die Kosten unserer Besatzung im Rheinlande bilden einen Posten, der von den Reparationen ge­zahlt wird. Jedoch steht unser Anteil an den Reparationen in keinem direkten Ve» t is zudem Anteil an Der Summe, die Deutschland für Die Aufrechterhaltung Der Besatzung im Rhein­land zu bezahlen hat." Wedgewood warf ein: .Wir erhalten also weniger an Repara­tionen?" Chamberlain: älnd mehr an Be- fatzungskoste n."

Der ^(bgeorDnete Kirkwood stellte die Frage:Ist der Staatssekretär deS Aeußeren nicht bereit, endlich die Rolle deS Star­ken zu übernehmen, der sich seiner Stärke be­wußt ist und es sich leisten kann, edelmütig zu sein? Ist eS nicht für unS an der Zeit. Der Welt unseren Zrie Denswillen zu be­weisen. indem wir alle unsere Truppen vom Rhein zurückziehen?" Chamberlain erwiderte:

Ich habe bereite gesagt, dah ich cs ,ur Zeit nld)t für zweckmäßig erachte, eine Initiative zu ergreifen. Vie Zurückziehung der britischen Truppen allein würde die Frage der Rhcinland- raumung weder lösen noch sie einer Lösung näherbringen.

wurde Dann weiter an die Regierung Die Anfrage gerichtet, ob in Anbetracht der kürzlichen Erklärungen DeS Reparaiionsagenlen und des Deutschen Reichskanzlers irgendwelche Schritte unternommen worden feien, um eine Kon se­ren z der beteiligten Mächte *ur endgültigen 'Regelung der deutschen Revara- tivnsoerpslichtungen berbeizu'ühren. Der Schatzkanzler Churchill erwiderte, die Regie­rung habe mit Jnkeres e von Den angelührten (Bttlärunaen Kenntnis genommen Sieei selbst verständlich bereit, jeden Vorschlag zur Regelung der deutschen Reparationen, der ihr im erbtet et werde, mit größter Rufmerfiamleit »u prü'e vorausgesetzt Daß derartige Vorschläge Io halten seien, daß fi« Die Rechte und 3nterc'len Des britischen Reiches sicherste!:ten und f-.t Den Richtlinien Der britischen Politik in C n- flang befänden. Soweit er wv'e seien t -her in

Dieser Frage noch keine konkreten Vor­schläge irgendwelcher Art formuFtort »or^Ti. und er glaube nicht, daß es für die britische Re- gierung möglich oder ratsam sei. v on in dieler Sache irgendetwas zu unternehmen.

Eröffnung des Pyrenäentunnels. König Alfons und Präsident Doumergue tauschen Ansprachen auS.

öanfranc, 18. 3ult (T.-T1.) KSnig Al- fons von Spanien und Präsident S o u - mergue haben am Mittwochmittag gemeinsam den Tunnel eingeweiht. der Frankreich und'Spa­nien zwischen Pau und Saragossa ver­binden soll. Die Begrüßung Der beiden Staats­oberhäupter auf Dem wternationalen Bcchnhof von Cansranc war herzlich. Rach Der .Borstel- (ung DeS beiderseitigen Gefolges fand in einer Halle des festlich geschmückten Bahnhofes ein Frühstück statt, nachdem sich König AlfonS und Präsident Doumergue zuvor in einem Privat- scilon unterhalten hatten, während in einem zwei­ten Zimmer die französischen Minister Dar- thou und Tardieu mit dem General Pri- mo De Rivera und den beiderseitigen Bot- schastcrn sprachen.

Rach Dem amtlichen Bericht hielt König Alfons eine Ansprache, in Der er u. a. Dar­auf hinwies, daß Die Sinweihungsfeier in eine Zeit des Friedens und des Gedeihens beider Länder falle. Die sich in engster und Herz, kicher Zusammenarbeit vor Dem schwie­rigen marokkanischen Problem fanden, dessen Lösung ihnen zum Vorteil beider Länder und der gesamten Menschheit gelungen sei. Spa­nien und Frankreich knüpften täglich engere Be­ziehungen gefühlsmäßigen, ge st:gen und wirt­schaftlichen Charakters. Es sei ganz natürlich, daß nun die Verbindungslinien vermehrt wür­den um Den gegenseitigen Austausch leichter zu gestalten. Frankreich sei ein konstitutioneller unD parlamentarischer Staat, Spanien suche, nachdem es vorübergehend diese Grundsätze auf­gehoben habe, nach neuen Mitteln, sie wiederherzustellen, wobei es alle Irrtümer und Fehler vermeiden wolle. Die eine lange Erfah­rung gezeigt hätten.

Präsident Doumergue gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich die gegenseitigen Beziehungen immer stärker entwickeln möchten, trotz Der Schwie­rigkeiten, Die zeitweilig durch Den Gegensatz Der Jntores en entstehen könnten. 3n Marok.o hätten beide Staaten im Bewußtsein der Rotwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens ihre Waffen zum Siege vereint. Dor allem aber sei es die gemein­same Hingebung an das Ideal des Friedens, das Frankreich und Spanien einigten. Beide hätten die Aufgabe, den Frieden, Die Gerechtig­keit und das Recht zu schützen. Anschließend an das Frühstück fand in einem E?trazug eine Fahrt durch den neuerbauten Tunnel statt. Auf der französischen Tunnel eite erwartete ein zweites Frühstück die Staatsoberhäupter. Auch hierbei wurde erneut in kurzen Ansprachen Der Bedeutung des Tages Ausdruck verliehen. Dor der Rückkehr des Königs nach Spanien hielt Der französische Arbeitsminister Tardieu eine kurze Ansprache, in der er die Bedeutung der neuen Bahnlinie für Frankreich unterstrich. Präsident Doumergue wird noch heute abend wieder in Paris eintrefsen.

Das neue Tangerabkommen.

Die Befriedigung der italienischen Wünsche.

Paris, 18.Iuli. (W.B.) Gestern ist das französisch- spanisch-enattsch-italienische Tangerabkommen unter­zeichnet. Es enthält neben einer großen Anzahl von Derwaltungsbestimmungen folgende Aende- rungen an dem Statut von Tanger: Der Ober­befehl über die internationale Gen­darmerie wird einem f? ischen höheren Offi­zier anvertraut, dem ein französischer Offizier bei­gegeben wird. Außerdem wird der Posten eines Polizeiinjpektors geschaffen, der einem Spanier, ebenfalls unterstützt von einem französi­schen Offizier, übertragen wird. Die italie­nische Regierung erhält einen weiteren S i tz im '©tabtrat, so daß ihm jetzt drei Vertreter Italiens angeboren. Außerdem wird im Stadtrat für einen Italiener ein vierter Vizepräsiden­ten p o st e n geschaffen neben den Bereits beste­henden englischen, französischen und spanischen Vizepräsidenten. Italien erhält außerdem das Recht, einen stellvertretenden Verwal­ter und einen Richter am internationa­len Gerichtshof zu ernennen. Die italienische Marine soll nötigenfalls gemeinsam mit Der Ma­rine Der anderen Signatarmächte den Waffen- schmuggel unterdrücken helfen.

Zur Unterzeichnung des Abkommens schreibt dasJournal des Däbüts":GS ist zu wün­schen. daß man sich in Rom Rechenschaft ablegt von der Anstrengung, die gemacht tourbe, um im Rahmen des MöAichen die Wünsche Italiens zu befriedigen. Eine Ver­ständigung zwischen Frankreich und seinen Rach­barn kann stets erzielt werden, vorausgesetzt, daß man von Frankreich nichks lieber tr le­ben e £ verlangt. Rachdem jetzt das ^lbkommen zwischen vier Regierungen zu stände gekommen ist. muß man noch Die Zustimmung Der Re­gierungen erlangen, die 1906 an Der Kon­ferenz von AlgeziraS tei(genommen haben, ab­gesehen allerdings von dem nicht mehr bestehen­den Oesterreich-Ungarn und von Deutschland, das sich durch Artikel 141 deS Versailler Ver­trages verpflichtet hat. in keinerlei Verhand­lungen über Marokko einzutreten.

Liter Benzin an Borb unb gedenken heute nacht zwfchen 1 und 2 Uhr wieder in Le Dvurget zu landen.

Wettrennen zwischen Motorboot und Jern-D-Jug.

Aus dem Rhein wurde anläßlich der Inter­nationalen Rhe.nsahrr 1928 auf der 10 Kilo­meter langen Strecke Köln - Porz Hohenzollernbrücke daS von Fritz von Opel angekündigte "Weinormen zwischen einem Motorboot und einem Fern-O-Zug aus­getragen. Opel startete mit einem 450 P. S.- Wotorboot bei Köln-Porz. als Der Fem-V-Zug mit ihm in gleicher Höhe war. Das Motorboot beendete Die Fahrt an Der Hohenzollernbrücke als Sieger mit ungefähr 2.5 Minuten Vorsprung, v. Opel benötigte für die zehn Kilometer lange Strecke 6.20 Minuten. D. h. einem Stundendurchschnitt von 94,57 Kilometer. Der am Abend unternommene Rekordversuch scheiterte infolge eines Mißverständnille» in der Zeitnahme.

Roch ein Opfer der Explosion in Haßloch.

Das Explosionsunglück In der Pulverfabrik zu Haßloch hat jetzt noch ein weitere» Todesopfer ge­fordert. Pfarrer Lotz aus Schoellbrunn, der, als er Kunde von der Katastrophe erhiell, auf dem Fahrradc nach der llnglücksstätte eilte, unterwegs aber mit seinem Rade stürzte und einen Schädel- bruch erlitt, ist dem ..Berliner Tageblatt" zu­folge, an Den Folgen dieses Unfalles im Kranken­hause zu Wertheim gestorben.

Finanzielle» Nachspiel zur Hamburger Phosgen- Sakaskrophe.

Etwa 300 Personen, Die bet Der Phosgen- Katastrophe im Mai In Hamburg Angehörige verloren oder Sachschaden erlitten haben, haben durch einen Rechtsanwalt zivil­rechtliche Anspr üche von mehreren Millionen Reichsmark beim Landgericht Hamburg geltend gemacht. Die Haltung des Ham­burger Staates wird vor allen Dingen daraus hergeleitet, daß das Gewerbeaufsichtsamt keine ausreichende Kontrolle ausgeübt habe. ES habe sich auch ergeben, dah die Phosgen- behälter durchaus unsachgemäß ober­irdisch gelagert und ausreichende Stcher- heitsvorrichtungen nicht vorhanden gewesen seien.

Ein achtzigjähriger Parlamentarier.

Die philosophische und naturwissenschaftllche Fakultät der Westfäli'chcn Wilhelms-Universität in Münster hat Dem Landesölonomierat Karl HerolD . M. D. R. und MdL. anläßllch sei­nes 80. Geburtstages in Anerkennung feinet großen Verdienste, die er sich um Die För­derung Der westfälischen und der Deutschen Landwirtschaft und der Belange der Universität Münster erworben hat, den Doktor DerPhi- losophie ehrenhalber verliehen. Der Herr Reichspräsident hat dem Reichstagsavge- orbneten Herold zu feinem 80. Geburtstag ein Glückwunschtelegramm zu gehen lassen.

Erschreckende Zahl von Todesfällen durch Ertrinken.

Rach einer Veröffentlichung Der Kölnischen Zei­tung sind in Der Zeit vom 1. bis 17. Juli D. I. beim Baden im Rhein auf Der Strecke von Koblenz bis zum RieDerthein 60 Perso­nen ertrunken, davon 30 allein im Stadt­gebiet Köln. Auch daS Baden in der freien Oder hat in den letzten Tagen insgesamt 15 Opfer gefordert. In gaiu Schlesien haben innerhalb weniger Tage 25 Personen Den Tod durch Ertrinken gefunden.

Oie Wetterlage.

RAA

ro

2*

Tflttt.Wöcf)' den 18. Ouli2

7*a irr d>-_______

- -\Xfo

co not«. ® nat» Ndeati» voixi^e Hdtm Re« » krmte q trjupm itcoti K 0rwiiur.^)w<n4iunc^. «

Khtr» On eiwroo Soeiodwtll iiormoceo Rordwtjl ot pfri«e fbeo«« nt o<m vmfle 0>e eeflen Meuonen jtenenden 1 k- fl-Jen Sie Temperetor en. P t luiitn tvwxte Orte ed VckmcM »< "vrrcsfl ,*> »Ullt'ttBUle* UIUl«tl

Wettervoraussage.

Durch weitere Ausbreitung Des nordeuropäischen Tiefs nach Mitteleuropa wird der Einfluß des drUi' schen Hochs mehr und mehr zurückgedrängt. Kuhle ozeanische Luftmafsen überfluten infolgedessen unser Gebiet und lassen keine stärkere Erwärmung auf- kommen. Des weiteren ist mit Bewölkung zu rech­nen, wobei es bei uns wohl kaum oder höchstens vereinzelt zu Niederschlägen kommen dürfte.

Wettervoraussage für Freitag: Teil» wolkiges, teils aufheiterndes Wetter, mäßig warm und meist trocken.

WittcrungsaussichtenfürSamstag: Zeitweise bewölkt, zunächst noch mäßig warm, weiterhin meist trocken.

Lufttemperaturen cm 18. Juli, mittags 25,2 Grad Celsius, abends 18,1 (Brab Celsius: am 19. Juli: morgens 18,8 Grad Celsius. Marimurn 26,7 Grad Celsius, Minimum 13,2 Grad Celsius Erdtempe- raturen in 10 Zentimeter Tiefe am 18. Juli: abends 28,9 Grad Celsius: am 19. Jul: morgens 21,8 Grad Celsius. Tonnenscheindauer 11)4 Stunden.