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Oie Verwischung Südtirols.

Ein neuer Bericht desSunday Expreß"

London, 18. März. (TU.) Wie der Wiener t Korrespondent derSunday Expreß", der im Auftrage seines Blattes soeben eine Rund­reise durch Südtirol unternommen hat, seinem Blatt in Ergänzung einer Artikelserie be­richtet, wird in Durchführung der Italienisierung nunmehr auch die weibliche Bevölke­rung für die Erteilung von Unterricht in deut­scher Sprache schwer bestraft. So seien zwei Lehrerinnen vom Gericht zur Zahlung von 50 Lire und fünf Tagen Gefängnis verurteilt worden. In Welsberg sei aus demselben Grunde einem ehemaligen Schullehrer eine Geldstrafe von 100 Lire auferlegt worden. Ferner würden nunmehr auch die Italienisierungen der deut­schen Familiennamen energischer betrie­ben. Die italienischen Behörden gingen dabei systematisch vor, versuchten jedoch zu vermeiden, daß die Aufmerksamkeit der Welt hierauf ge­lenkt werde. Man gehe aus diesem Grunde nur schrittweise vor. wahrscheinlich auch des­wegen, um die Erfindungsgabe des italienischen Kommissars, Senators T o l o m e i, auf keine zu harte Probe zu stellen. Die ersten Opfer dieser Tyrannei seien zwei Männer namens Fabian und Kröll, die in einem amtlichen Schreiben des Präfekten Bozen. Signor Ricci, angewiesen worden seien, sich in Zukunst C a m p i e r i und C- a i r o l i zu nennen und als solche zu zeichnen.

Italiens Wunschzettel.

Das außenpolitische Programm des Faszismus

Rom, 17. März. (WTD.) Unter dem Titel Tagesfragen" veröffentlicht der frühere Minister des Auswärtigen und heutige Senatspräsident Tittoni eine Schrift über diejenigen Punkte der auswärtigen Politik, die Italien heute am meisten interessieren. Es ist am besten als Rach­schlagebuch bezeichnet für Forderungen, die Italien anmeldet. Dem Buche verleiht beson­deren Reiz der Umstand, daß der Premier­minister Mussolini selbst die Vorrede ge­schrieben hat. Sie datiert vom 30. Januar 1928. In dieser Vorrede weist Mussolini auf die Be­deutung des Buches hin, die nicht darin bestehe, daß es vergangene Dinge und historische Pro­bleme behandele, sondern in beinahe krasser Form auf Fragen Hinweise, die noch in der Ent- w i ck l u n g seien und einer Lösung harr- t e n, und zwar geschehe dies mit großer Kennt­nis und Erfahrung. Bezüglich Tangers weist Mussolini auf die demnächst stat findende Kon­ferenz hin, an der Italien fertigt sein werde, wo­durch formell, wenn auch etwas verspätet aner­kannt werde, dah Italien als besondere M i 11 e l m e e r m a ch t an allen Mittel­meerproblemen stark interessiert sei. Roch weniger könne man sagen, dah das Tu­nisproblem bisher diplomatisch oder histo­risch erschöpft sei, nämlich das Problem über die Lage der dortigen Verfassung und der dortigen Italiener. Besonderes Interesse, so führt der Premierminister aus, vom Standpunkte der aktuellen diplomatischen Lage verdienten Titto- nis Studien über die Südgrenze von Tripolitanien und der Cyrenaika, weil in diesen Studien das gute Recht Italiens auf zeitgemäße Llenderungen der (Srcrre nach­gewiesen werde, ein Recht, das Tittoni ' rgisch seinerzeit gegenüber Frankreich verteidigt hat und das bis heute nicht als verjährt betrachtet werden dürfe. Endlich sagt Mussolini, dah das von Tittoni behandelte Problem über das Ver­hältnis Italiens Iugoslawiens und Al­baniens von gröhter Aktualität fei, dah man es sogar eine brennende Frage nennen könne, wenn nicht eine dramatische. Zum Schluh freut sich Mussolini darüber, dah die Probleme der auswärtigen Politik, die vor dem Welt­krieg nur einige zehn Personen in Italien inter­essiert hätten, heute das ganze Land be­schäftigten.

Verhaftung von drei MagenfurierNechtsanwätteninZialien

Graz, 18. März. 3.) Drei Klagenfurter Rechtsanwälte, die sich auf einer Auto­tour durch Italien befanden und bei Mai­land einen Knaben überfahren hatten, sind heute morgen an der Grenze fei Tarvis von den italienischen Behörden verhaftet wor­den. Sie hatten nach dem Unfall das Kind in ihr Auto genommen und in ein Spital ein­geliefert und darauf die Reise fortgesetzt. Es gelang ihnen, noch einen österreichischen Zoll­wächter von ihrer Verhaftung zu verständigen.

Gespannte Lage in Rumänien.

Der Rücktritt

des Kabinetts Bratianu gefordert.

Paris, 19. März. (TU.) Die Lage der rumä­nischen Regierung wird in Paris neuerdings für äußerst schwierig gehalten. DerPetit Pa° risien" will aus Belgrad erfahren haben, daß die Opposition der nationalen Bauernpartei auf den Rücktritt der liberalen Regierung be­stehe. Anläßlich der für Sonntag geplanten bedeut­samen Kundgebung der Opposition sei eine strenge Kontrolle aller nach Bukarest fahren­den Züge durch die Regierung anbeordnet worden. Die in Ploesti und Giurgin stationierten Kavallerie­regimenter seien in der Umgegend der Hauvtstadt zusammengezogen worden. Es sei beschlossen worden, daß jede Kundgebung vor dem königlichen Palast mit Waffengewalt unterdrückt werden solle. Verschiedene Agitatoren, die für Prinz Carol eintreten, seien verhaftet worden. 3n einem Telegramm an Titulescu verlange Manin, der Führer der Opposition, bei aller Anerkennung der Genfer Politik der Negierung, daß Titulescu den Rücktritt der gegenwärtigen Regie­rung ermöglichen solle, um einem großen Ministe­rium, das den tatsächlichen Kräften der Nation ent- wreche, Platz zu machen. In diesem Ministerium wirte Titulescu wieder eine sührende Rolle spielen.

Die Kleinrentnerfürsorge.

Berlin, 18. März. (VDZ.) Der Sozial­politische Ausschuß des Rcichrtar.es be­schäftigte sich gutachtlich mit ter Verordnung zur Aenterung der Reichsgrundsähe über VoiauS- setzung, Art und Maßgabe der öffentlichen Fürsorge für die Kleinrentner. Da ter Reichstag und seine Ausschüsse an Verord­nungen, die die Reichsregierung mit Zustimmung

Das Burgenland.

Berlin. 16. März. (217..) Der burgenländische La .techau t a »Cte leert'.e^er, L d izLeser, der gegenwärtig in Berlin weilt, gab vor ge­ladenen Gästen einen Uefevalid über die Ent­wicklung und die gegc.'ivärtige Lage des Burgen­landes. Er bedauerte die in der deutschen öffent­lichen Meinung viel'ach noch vertretene Auf­fassung, dah die Anglie. eru/.g des Burgenlandes an Alt-Oesterreich auf Ententewachina- t i o n e n zurückzuführen sei, und betonte, dah die Angliederung die Folge des unaufhörlichen Kampfes ter weitaus überwieg nden deutsch- bewußten Devölkerungs.' reise um ihr Selbstbestimmungsrecht gewesen sei. Oesl erreich habe nie die Rolle tes Eroberers und das Bur­genland nie die eines unterdrückten Landes ge­spielt. Im Gegenteil, noch nie sei es in der Weltgeschichte vorgekommen, dah einem ncuange- glieterten Lande schon nach etwa vier Monaten vollständige Autonomie gewährt worden sei, die sich sogar auf Heerwesen, Gendarmerie usw. erstreckte. Die tiefsten Wünsche der Burgenländer seien damit aber noch nicht erfüllt: Sie grtjen auf ein vollständiges Aufgehen im großen Deu tschen Reich, wert damit alle magyarischen Träume auf Rückgewinnung be­graben sein würden.

Ein Minderheitenproblem gebe es im Burgenlande nicht. Das sei die Folge der stets gegen die zahlenmäßig kaum ins Gewicht fallenden Magyaren wie gegen die wesent­lich stärker vertretenen Kroaten geübten Poli­tik der Toleranz. Man hätte von außen her versucht, die Kroaten für die panslawistische Idee zu gewinnen. Es Hobe sich aber niemand gefun­den, der von deutscher Seite die Volksleiden­schaften durch irgendwelche Zwangsmaßnahmen

aufzupeitschen geholfen habe. Es zeige sich im Gegenteil, dah die sozial stark aufstrebenden kroatischen Schichten von. sich aus den Anschluh an die kulturell entwickelteren deutschen Kreise suchten. Für die Kroaten des nördlichen Burgen­landes sei nach deren eigenem Wunsch die Hauptunterrichtssprache das Deutsche: die geplante Errichtung einer kroatischen Lehr­kanzel habe unterbleiben müssen, da sich keine Lehramtsanwärter dafür gefunden hätten.

Ein ungelöstes Problem sei noch die Frage der Bodenreform. Durch d.e bösen Erfahrungen aller Länder, die die Lösung in der brutalen Entrechtung der Besitzenden gesucht hätten, sei man gewitzigt worden. Wie brennend die Frage aber sei, erhärtete der Redner mit wenigen Zahlen: Von etwa 56 500 landwirtschaftlichen Be­trieben feien etwa 32 400 ober über 57 Proz. als 3 Ioch (zwei Morgen), 15 500 ober über 27 Proz. bis 10 Ioch, 7500 ober 13 Proz. bis 35 Ioch. Letztere g lten schon saft als Großbauern. Die Bodenreform ist aber auch eine nationale, nicht nur eine soziale Frage, da sich etwa 90 Proz. bes Großgrundbesitzes in ungari­schen Händen befänden. Die Lösung dieser Frage sei um so wichtiger, als ein sehr großer Teil der Bevölkerung im Sommer außer Lan­des gehen müsse, weil eben unter den heutigen Verhältnissen der Boden nicht ausreiche, alle zu ernähren. Diese Wanderungen hätten aber viel dazu beigetragen, ben Weitblick der Bevölkerung zu heben, und die Zähigkeit zu stärken, mit der jeder an der gemeinsamen Sache mitarbeite. Das Burgenland wolle Frieden mit allen Pachbarn und Freiheit für seine nationale und wirtschaft­liche Entwicklung. Es rechne auf Verständnis und tatkräftige Unterstützung auch durch das Reich.

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des Reichsrates erläßt, keine Qle-iberungen vor­nehmen können, so beschrän te sich ter Ausschuß auf die Annahme einer Entschließung. Auf An­trag aller Parteien mit Ausnahme ter Sozial­demokraten wurde die Regierung ausge orvert, die insgesamt zur Verfügung stehe, dm 25 Mil­lionen nicht, wie bisher beabsichtigt, in einem längeren Zei träum zur Verteilung zu bringen, sondern in einem Betrage an di e Kleinrentner auszuzahlen, und zwar sollen entfallen auf ein Ehepaar 90, auf ben alleinstehenden Rentner 50 und auf jedes Kind 20 Mark.

Deutscher Reichstag.

Der soualpokitischeTeil des Notprogramms

Berlin, 17. März. (VDZ.) Auf der Tages­ordnung steht die zweite Beratung der Vorlagen aus dem Rotprogramm, die den Sozialrentnern ter Invaliden-, Angestellten- und K.rappschafts- versicherungen Aufbesserungen gewähren. Der Ausschuh hat den Vorlagen zugestimmt und legt dazu Entschließungen vor, in denen ver­langt wird, daß den Sozialrentnern die Aufbesse­rung nicht durch entsprechende Kürzung der Für- forgeleistungen verloren geht, dah eine ange­messene Erhöhung der Versicherungs­grenze bei der Angestelltenversicherung vor­genommen und dem Reichstag mitgeteilt wird, unter welchen Voraussetzungen bei ter Ange­stelltenversicherung die Altersgrenzen auf 60 Iahre und die Wartezeit auf 60 Pflichtbei­tragsmonate herabgesetzt werben kann.

Abg. Karsten (Soz.) bedauert die Ableh­nung der sozialdemokratischen Verbesserungs­anträge im Ausschuß. Der neue Reichstag werbe hoffentlich das nachholen, was die jetzige Mehr­heit versäumt bat. Der Redner beantragt eine Erhöhung der Kindergelder.

Abg. D ö b r i ch (Christl.-Rat. Baup.) lehnt die Vorlagen ab. Die vorgesehenen Erhöhungen wür­den die Last der notleidenden Landwirtschaft noch verstärken.

Rach Ablehnung der sozialdemokratischen und kommunistischen Aenderungsanträge werten die Vorlagen in zweiter und dritter Lesung mit den Ausschußentscklichnngm angenommen.

Es foTgt die erste Beratung ter Vorlage des sozialpolitischen Ausschusses, wonach die Kri­senunterstützung über dm 3a. März hinaus um drei Monate verlängert werden soll. In einer Entschließung wünscht ter Aus­schuß eine Ausdehnu ng der Krisenunterstüt­zung auf weitere Berufsgruppen in Rotstands- bezirken. Die Vorlage tes Ausschusses wird in allen drei Lesungen mit der Ausschüßentschlie- ßung angenommen.

In dritter Beratung wird dann das vorn 2lbg. Dr. Kahl (D. V.) eingebrachte Heber lei- tungsgesetz für die Strafrechts­reform angenommen. Die Schlußabstim- mung, bei ter die qualifizierte Mehrheit fest- gestellt werten muh. wird auf später vertagt.

Der Lshnsireii bei der Reichsbahn.

Eine Erklärung der Rcichsbahnvcrwaltung zur Finanzlage.

Berlin, 17. Marz. (WTB.) Im Hinblick auf die für den 20. Marz angesetzten Schlichtungsoer­handlungen im Lohnstreit zwischen der Reichsbahn- vcrwaltung und der Reichsbahnarbeiterschaft ver- ösfentlicht die Reichsbahn eine umfassende Dar­legung, in der an Hand umfangreicher statistischer Feststellungen der Nachweis dafür angetreten wird, daß die angespannte Finanzlage der Reichsbahn es ihr nicht gestatte, eine Lohnerhöhung vorzunehmen. Auf der anderen Seite, so erklärt das Kommunique, erfordert die Lohnlage auch nicht eine Erhöhung. Es wird weiter u. a. ausgeführt, es müsse immer wieder darauf hingewiesen werden, daß die Reichsbahn in den letzten Jahren in immer stärkerer Weise durch Belastungen beschwert werde, die ihr ohne jede Einwirkungs möglich- feit auferlegt morden sind. Bergleiche man den heutigen Stand mit dem vor einem Jahre, also zu Beginn des Geschäftsjahres 1927, so zeige sich, daß die Gewinn- und Verlustrechnung folgende Mehr- l ast en zu tragen haben: Steigerung der gesetzlichen Reparationslasten 110 Mill., Steigerung der Per­sonalkosten durch Erhöhung von Löhnen und Zu­lagen 390 Mill., Steigerung durch Erhöhung der Porzugsdividende 15 Mill. Mk. Das sind insgesamt 515 Millionen. Auch durch die günstige Verkehrs­entwicklung lasse sich diese Mehrbelastung nicht ohne weiteres decken. Es wird darauf ver­wiesen, daß die Reichsbahn In erheblichem Umfange den Anlagezuwachs aus den lausenden

Einnahmen bestreiten müßte, da ihr der An­leiheweg ins Ausland vorerst aus politischen Grün­den versperrt ist. Es sei nicht richtig, daß die Lohne der Reichsbahnarbeiter weniger günstig seien als die der Arbeiter in vergleichbaren Industrien, oder daß die Lohnentwicklung unter der Entwicklung der Lebenshaltunaszahlen zurückgeblieben fei. Für die Lohnstunde sei in der Vorkriegszeit durschnittli 0,49 Mk. gegenüber 0,78 Mk. im zweiten Halbjahr 1927 aufgewendet worden. Dies bedeute, daß der Stundenverdienst auf 187,7 Proz. g e - ft i e g e n sei, während die Lebenshaltung im Februar 1928 nach Ermittlungen des Statistischen Reichsamtes 150,6 Proz. beträgt.

Die kommunalen Auslandanleihrn.

Noch ke n endgültiger Beschluß der Beratungsstelle.

Berlin, 17. März. (Priv.-Tel.) Die Bera­tungsstelle im Reichsfinanzministerium ist zu einer Sitzung zusammengetreten. Wie derBörsen- courier" meldet, stand die Begutachtung von vier Anleiheanträgen deutscher Großstädte auf der Tagesordnung, und zwar handelt es sich um München. Frankfurt a. M., Breslau und Dresden. Die Beratungsstelle ist zu dem Ergebnis gekommen, daß der Finanzbedarf der Städte in der von ihnen angegebenen Höhe be­rechtigt ist. Eine Auslegung der Anleihen im Auslande kann trotzdem noch nicht erfol­gen, da noch zu erörtern ist, wie weit die An­leihen mit der allgemeinen Währung s- und Wirtschaftslage Deutschlands ver­einbar sind. Etwa in sechs Wochen wird die Beratungsstelle zu der entscheidenden Sitzung zusammentreten, in welcher auf Grund des bann vorliegenden zahlenmäßigen Cefamtergebnisses die Frage der Wirtschafts- und Währungslage ge­prüft werden wird.

Aus aller Wett.

Schweres Autounglück bei Kassel.

In der Rächt zum Sonnlag fuhr auf der Land­straße zwischen Riederkau ungen und Ka,> ein Kasteler Personenauto mit vier Insas, en, das durch seinen Besitzer gesteuert wu.de, gegen einen Baum, wobei das Auto sich anscheinend auf der Landstraße mehrrna.s überschlug und sich schließlich mit den Hinterrädern im Chaussee- graben festsetzte. Der Führer des Autos erlitt innere Verletzungen, ein mitfahrender Kasseler Herr Kopfverletzungen, während eine Hausdame, die sich an der Fahrt beteiligte, durch den Sturz aus dem Auto Schädel-, Wirbelsäulen- und Beinverletzungen davontrug, die den soforti­gen Tod zur Folge hat.en.

Autounglück bei Werber.

Zwischen Lehnin und Werder auf ter Berliner Chaussee geriet der mit vier Personen besetzte Wagen des Bezirksdirektors der Rordstern-V.r- sicherungs-Gefellschast, Denicke, aus Berlin- Lichter eine beim Uebcrbolen e nes anie en Wagens aus den Sommerweg. Das Auto tarn ins ^akeuüern, prallte gegen einen Daum und wurde zertrümmert. Von ben Insassen war ein Fräulein Erne Grob aus Berlin sofort t o t, während zwei andere Damen und der am Steuer sitzende Direktor Denicke verletzt wurden.

Llairenor Sünnes in Peking gingelroffen.

Tlairenore Stinnes ist auf ihrer Autmobil Welt­reise Samstag in Peking cingclroffen. Sie harte im Mai vorigen Jahres Berlin auf ihrem Adler-Wagen verlassen und hatte ihren Weg über ton Balkan, '21 ngoto, Syrien, Persien, Kaukasien, Sibirien und dieMongolei genommen. Zwei Monate mußte sie in Irkutsk warten, bis das Eis des B a i f a l = oe e 5 die genügende Festigkeit bekommen hatte. Den 40 Kilometer langen Weg über den See schildert sie als den aufregenbften Teil ihrer Reise. Wie­derholt sei sie in der Mongolei in Gefahr geraten, in die Hände von Banditen zu fallen, und sie mußte daher größere Umwege machen. Rach einwöchigem Aufenthalt in Peking wird sie ihren Weg nach M u k d e n und weiter nach Korea, Japan und Amerika fortsetzen.

Rägel auf der Rennstrecke.

Pier Motor-Berufsrennfahrer, die vor dem Rieder- bergrennen am 9. Oktober v. I. die ganze Renn­strecke mit Nägeln bestreut hatten, um sich für das gegen sic erlassene Startverbot zu rächen, wurden wegen Gefährdung der körperlichen Sicher­heit zu Arreststrasen von 3 bis 6 Wochen verurteilt. Don der Anklage wegen Verbrechens der öffentlichen Gewalttätigkeit wurden sie freigesprochen, da nach Ansicht des Gerichts der böse Vorsatz gefehlt habe,

(Ein verhängnisvoller Slraßenunfall.

In Breslau fuhr ein Auto, um einem ihm entgegenkommenden Automobil auszuweichen, gegen einen Gaskandelaber. Dieser brach ausein­ander und traf das zweijährige, in einem Kinder­wagen gefahrene Töchterchen tes Regierungsrates Wendrich. Dis Verletzungen waren so schwer, daß das Kind alsbald verstarb. Die neben dem Wagen gehende, siebenjährige Tochter trug erheb­liche Fleischwunten davon, während die die Kinder beaufsichtigende Hausangestellte einen Nervenschock erlitt und in eine Klinik gebracht werden mußte.

Der Fehlbetrag der Stabt Berlin.

Der Haushaltsausschub der Stadtverordneten­versammlung hat die Beratungen des Haushalts beendet bis aus die Deckungsfrage, da noch e i n Fehlbetrag von 19 Millionen nicht beseitigt werden kann.

Der Reichstarif der Buchbinder gescheitert.

Die Verhandlungen über ben Reichslohntarif für bas Buchbindergewerbe und verwandte Be­rufe ist ergebnislos verlaufen. Die Arbeiter hatten eine Lohnerhöhung von 20 Prozent ge­fordert: die Unternehmer lehnten dies: Forde­rung ab und verlangten, daß der gegenwärtige Lohntarif unverändert ein weiteres Iahr in Geltung bleibe. Die Parteien kamen schließlich dahin überein, das Reichsarbeitsmin.sterium zur Schlichtung anzuru'en. Das Reichsarbeits- ministerium hat Verhandlungen vor dem Schlich­ter Wissell zum 22. März angesetzt.

Ausgedehnte Gras- und heidebrände.

Arn Sonntag achmittag entstand an ter Tang­stedter Landstraße in La lgenhorn bei Hamburg ein ausgedehnter Gras- und Heidebrand, ter mehr als 80 000 Quadratmeter Moor und Heide ergriff. Rach stunden a gen Anstre g mgen konnte das Feuer belämvft werden. Auch am Bahn­damm beim Bahnhof Feuerbergstraße entstand ein größerer Moor- und Heideb.anb. Hier stan­den mehr als 20 000 Quadrat icter in Flammen. Kaum war die Ge ahr hier beseitigt, so wurde auf preußischer Seite auf Rie .dorser Gebiet ein größerer Brand gemeldet, ter sich über eine IOCCO Quadratmeter große Grasfläche hinzog und Buschwerk und Heide vernichtete. Auch dieser Brand konnte von der Feuerwehr nach längerer Arbeit ge^s.st werden. DieLlr.ache der in letzter Zeit überhandnehmenden Gras- und Heitebränte wird auf Unvorsichtigkeit von Aus- f I ü g l e r n zurückgeführt.

Großes Brandunglück in Brilisch Cotumvien.

Bei einem Feuer, bas bei den Vereinigten Berg­werken von Britisch Columbien in Grangby aus- brach, kamen neun Personen ums Leben. Fünf wur­den schwer verletzt. Das Feuer entstand nachts, und die Flammen verbreiteten sich mit großer Geschwin­digkeit.

17 Fischerboote aus Seenot gerettet.

Bei Danzig waren 17 Fischerboote mit etwa 70 Mann Besatzung von Bodenwinkel auf Sprottenfang gefahren. Bei ihrer Rückfahrt bemerkten sie, dah sich Eis vor den Strand gesetzt hatte. Die Fischer konnten infolgedessen ten Strand nicht erreichen. Halb erstarrt und entkräftet trieben die Fischer in ihren Booten auf dem Meere umher und gaben Notsignale durch Abbrennen von Zeitungspapier. Von einem Motorkutter aus wurden die in Seenot Geratenen bemerkt, und es gelang, zunächst vier Boote und dann die übrigen dreizehn glücklich an Land zu bringen.

Oie Wetterlage.

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We<tervorattssage.

Die Hochdruckwetterlage geht ihrem Ende zu. lieber ganz Deutschland hat welkerer Temperaturanstieg eingesetzt. Besonders in Westdeutschland hat die vor­dringende Warmluftzufuhr zur kräftigen Erwär­mung geführt. So hatte Aachen gestern 1 Grad Cel­sius, heute morgen 8 Grad Celsius. Da weitere Warmluftmassen des neuen westlichen Druckfall­gebietes vorstoßen, so wird die Erwärmung ostwärts weiterschreiten. Bereits in der kommenden Nacht werden die Temperaturen auch in unserem Gebiet über Null zu liegen kommen. Außerdem führt die Warmluft Bewölkung zu, wobei mit vereinzelten Niederschlägen zu rechnen ist.

Wettervoraussage für Dienstag: Bewölkungszunahme, weiterer Temperaturanstieg, tesonters nachts, zunächst noch trocken, später ver­einzelt Neigung zu Niederschlägen.

WitterungsaussichtenfürMittwoch: Wolliges, mildes Wetter mit vereinzelten Nieder­schlägen.

Lufttemperaturen am 18. März: mittags 8,6 Grad Celsius, abends1,3 Grad Celsius; am 19. März: morgens 1 Grad Celsius. Maximum 9,3 Grad Cel­sius, Minimum 4 Grad Celsius. Erdtempera­turen in 10 Zentimeter Tiefe am 18. März, abends 0,3 Grad Celsius; am 19. März: morgens 0,8 Grad Celsius.