Nr. 220 Erster Blatt
178. Jahrgang
Dienstag, f8. September 1928
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General-Anzeiger für Oberheffen
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(TbefTtbaktewT
Dr Fnedr Will» Lange. Verantwortlich fürDosirib Dr Fr Will» Lange für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein^ sür den Anzeigenteil Muri tzillmann, lämtlid» in (fliehen
Das Echo der Genfer Verhandlungen.
Gin mageres Ergebnis.
Die Sprache der Diplomaten ist dazu Da. die ®eöaixfen. ueb wenn H fetn muh, auch den Tatbestand zu Derbtratn. Hab Man Grundsatz ist bat ft om m uni q u6 zusammexxgeziminen ba* über die SrmrttagSbesprcchung in Genf her- auigegeben worden ist. Daß c» von Desriedigung über bie freundschaftlicher. B Ziehungen übersUeht, schön ja »um diplomatischen Handwerkszeug. Ader auch wenn man davon absteht, formte man eigentlich, wenn man diese Kundgebung durchlieft. glauben, dah allerlei Positives bei den Verhandlungen herauSgekomnxcn wäre. Und doch, wenn man den Dingen auf den Grund sieht, wird man zu dem Ergebnis kommen müssen, daß tatsächlich nur da S eine Positive erreicht wurde, daß die Verhandlungen nicht ergebnislos abgebrochen stnd. Sie hatten sich mehr und mehr auf Form und Inhalt einer neu zu gründenden Feststellung»- und 3er» gleichSkom Mission zugespitzt. Gerade hier war eine Verständigung nicht möglich gewesen, nur über den Grundsatz; und da- will gar nicht» sagen. DaS Entscheidende bleibt, wie Die Korn- millton sich zusammensetzt, wie sie arbeiten soll, welche Rechte sie hat und endlich, wie lange sic dauern soll. Darüber sind, wie es so schön h.sißt, .Verhandlungen »wischen den R^rirungcn Vorbehalten". Sie muhten Vorbehalten bleiben, weil bw Gegensätze sich so schroff gegenüberstan- den. dast eii.e Drücke nicht zu finden war.
3in bürgerlichen Leben hätte man daraus die Folgerung gezogen, die weitere Unterhaltung als hoffnungslos auszuaeben. DaS ist — toir möchten fast sagen leider — nicht geschehen. Der Reichskanzler Müller hat in der letzten Kabinett«?itzur.g hx Berlin halb scherzhast geäußert, er fürchte, al« Rationalheld nach Vertin zurückzukehren. 2r hat voraus gesehen, dah wir unS mit unserem Ikdangen nach Räumung deS besetzten Gebiet« einen Korb holen würden. Sr hat wohl geahnt, dah von der Gegenseite daran unerfüllbare Bedingungen geknüpft würden, und er muhte sich sagen, dah. wenn er darauf mit einem schroffen Rein anNoorlcte. die ganze deutsche Oessentlichkeit hinter ihm stehen und ihn bei seiner Heimkehr feiern würde. DaS hat er vermeiden wollen. ES ist ja ohnehin ein öffentliches Geheimnis, dah er die schäristeix Auseinandersetzungen in Genf mit seinem Parteifreunde Breitscheid gehabt hat, der auf dem Umwege über den Sozi) ifttn Paul-Boncour von Briand beeinflußt war und in der Ausgestaltung der FeststellungSlommission den Franzosen sehr viel weiter entgegenkommen wollte: vielleicht auch, weil er sich sagte, dah eine Regieruxxg unter sozialistischer Führung nicht ohne jeden Erfolg au« Genf zurückkommen dürfte. Die Sozialdemokraten haben ja immer behauptet, dah s i e die gegebene Partei für einen Ausgleich mit Frankreich wären. Jetzt stehen sie in einer von ihnen mahgebend beeinflußten Regierung und mögen nun erkennen — trotz aller Versprechungen. die Briand vorher gemacht bat — daß eS den Franzosen im Grunde g a n z g I eichgültig ist. wie in Deutschland regiert wird, wenn sie nur dabei auf ihre Kosten kommen. Herr Müller hat den Sirenengesängen erfolgreich widerstanden. Or ist au« der Linie nicht ber- auSgegangen. die er sich von Ansang an vor» geze-.chnet hatte Da« soll ihm zugute gerechnet toerben, obwohl ober gerade weil er jetzt mit leeren Händen au» Dens sturückkomrnt.
Denn e-.gen-t.ich haben wir uns doch im Kreise gedreht Äöir gingen nach Genf, um die Forderung nach der Freigabe de« besetzten Gebiete» zu steilen und endlich eine klare Antwort zu bekommen Tfrir kommen wieder mit der Aussicht auf e;ne oder »toct neue Kommissionen, die fehr wahrsche nlich bedeuten, daß e« noch lange dauern kann. biS im letzten rheinhesisichen Dorf d.e Befre: ungSglocken läuten. Da» einzige. tt»a» wir erreicht haben. Jt Die Zustimmung Der Gegenle te daß die offiziellen Verhandlungen über die Forderung nach vorzeitiger Rheinlandräumung. und zwar wohlverstanden des gesamten Rbe.n.'andeS, eröffnet werden sollen. Die lange abcc die Verhandlungen Dauern, läßt sich nicht übersetzen. D:r hätten oermutsich ein« sofort:ge Räumung Der zweiten Zone errc.chen können, wenn w.r uxxs bereit crf.ärt hätten. Zusagen ;m Punkte der FeststellungSkommsision zu machen: vor allem uns dam.i c nverst an den zu erklären. Daß diese Komrnisiion über 1935 hinaus amtiere. Aber gerade da» wo^ze unD konnte der Reichskanz'^r nicht der sich dxesc Axxffasiung auch am Samstag noch durch einen neuen Kab nottSbesthlxm hatte bestätigen Iahen. Gr ist bei seinem Rein gedlxcben trotz der verlockenden Mög'.-chkeit. Die zweite Zone dafür zu bekommen. Und wenn man a.s Gegenstück die Erklärung Lord Cushenduns Dazu hält. Dann läßt sch erst ermessen, wie groß die Lücke noch ist. die hier aungefüllt werden kann, bis die Kommisi.on ihre Arbeiten beginnt Für deutsche Regierung wird auch späterhin ein Grund zu größerer Rachgieb: gleit nicht vorliegen. Der diplomatsiche Apparat. Der die Verhandlungen führen soll, w.rd vermutlich angekurbelt werden, aber dabei hat cs fein Bewenden. Die Verhandlungen sind zw.n Totlaufen verur- teilt, wenigstens solange, bi« sich zeigt, ob über die Feststellung der Höhe der deutschen Kriegsent
schad.guna eine Einigung erzielt werden kann. Denn Da» ist ja Da» zweite Ergebnis von Gens, daß auch darüber eine Kommission brraten soll. Dem stehen Bedenken von deutscher Se te nicht entgegen. Vsir werden schon im eigenen Interesse daran eifrig Mitarbeiten werden, inzwi- lchen aber Doch in der Weit erzählen können, daß trotz X-'ocanxo, trotz Tho ry und trotz des Kellogg-PakteS Frankreich au< das Fau^ifand nicht verzichten toiH, womit es am Rhem auf Die Freiheit Der deutschen Entschließungen einen Druck glaubt ausüben zu können.
Oie rheinische Wirtschaft gegen neue Vorleistungen. Berlin, 17. ScpL (WB.) Der Wirtschaftsausschuß für Die besetzten Gebiete mit dem Sitz in Koblenz bat durch seinen Vorsitzenden. Den Reidjslagsabgeorbneten Dr. Kalle, dem Reichsminister für Die besetzten Gebiete folgen Des Schreiben zugehen lassen: „3n einer Sitzung Des geschästsführenden Ausschusses Des Wirtschaftsausschusses für Die besetzten Gebiete, die am gestrigen Tage In Mainz stattsand und an der Vertreter der Handelskammern, der Handwerks- und Landwirtschaftskammern aus dem ganzen befehlen Gebiet teilgenommen haben, kam als einmütige Auffassung zum Ausdruck, daß das befehle Rßeinlanb von der Reichsregierung erwartet, baß wegen einer früheren Räumung keinerlei über bie heule schon bestehenden schweren Lasten hinansgehevde neue Verpflichtungen, wie etwa die Einführung einer Dauerfontrolle, zugeslanden werden. Ehe Deutschland neue Opfer zugemulet werden, will das Rheinland lieber bie Besahnngsnot bis znm Cnbtermin tragen. — Ich beehre mich, hiervon Kenntnis zu geben, bas Rcichskabinell von biefer Muffaffung bes Wirtschaftsausschusses für bie befehlen Gebiete zu unterrichten.-
Der Eindruck in Berlin.
Enttänschunst über das magere Ergebnis.
Berlixx, 17. Sept. (Telunion) In Berllner politischen Kreisen zeigt man angesichts be» negativen AuSgang» D.t Genfer Verhandlungen eine gcwis e Gnt.äuschung. wenngleich nach dem Berliner 5tabinettsbefchluß vom Samstag feststand. baß nur ein Ergebnis erzielt werden konnte, wexxn die Gegenseite aus eine Sonderkontrolle des Rh.'inlandes über Die Zeit von 1935 ßinau» ei nbcutig verzichtet hätte Ucber die sachliche SrgcbniSlosigleit der Verhandlungen kann auch die in Den Berichten cu» Gens al» A:tivum verbuchte Tatsache nicht hinwegtäuscheii. daß die erstmalige vssx- * i el le Behandlung der Rheinland- frage uixd Die grundsätzliche Anerkennung de» deutschen Räumungsanspruches durch dir Be'ahungSmächtr ein großer Fortschritt gegenüber dem bisherigen Zustand fei. Die feste Haltung der deutschen Delegation in Den wichtigsten deutschen Belangen wird durchaus anerfannt. Rachdem sich das gegenwärtige Rcichslabinett gebunben Hit, baß eine Kontrolle im Austausch über bie Räumung. Dir über Den Versailler Vertrag hinauSgeht, unter keinen Umst änben anerkannt werben lar.it, wirb es schwerlich eine Regierung geben, die einen anberen Stand- punsi vertreten könnte.
DaS bie Weiterbehandlung der in Genf angeschnittenen Probleme durch btc Haupt- städsischen Kabinette betri ft, so si b man bei er in pvlisischen Kreisen Berlins mit SkepsiS entgegen An ber Bereitwilligkeit Deutschlands, ba» Reparationsproblem endgültig zu lösen. wird es nicht fehlen. Fraglich aber ist, ob Die Verhandlungen Darüber schnell genug zu einem Ergebnis fußten können, um btc gegenwärtigen finanziellen Dedürsixsise Frankreichs und Damit auch die Ansprüche ber übrigen Repara- tionsgläubxger zu beliebigen.
Alles in allem läßt sich der Eindruck in Berlin dahin zusarnmensaslen, baß Die in Genf angeschnittenen Probleme sachlich nicht um einen Schritt vorwärt» gebracht worden sind. Festzuhalten ist, daß Frankreich und die übrigen Besatzungsmächte nicht geneigt gewesen sind. Den deutschen Anspruch auf Gesamträumung des besetzten Gebiete» als eine selbstverständliche Folge, ber Locarnoab- machungen der Politik der Verständigung und des Kelloggpaltes an.,uerkemxen.
Echo der presse.
Berlin. 17. Sept. 3n den Kommentaren der Berliner Pres'c kommt die Enttäuschung über das negative sachliche Ergebnis b:t Genier Räu- mungsbesprrchungcn zum Ausdruck. Der .Vorwärts" unterstreicht in einem ausführlichen Genfer Bericht über Die Sonntagsbesprechungen, der Reichskanzler habe, ehe die dreistündigen Be- ratungen zu Ende gingen, betont, baß im deutschen Volle die Enttäuschung allgemein fein werde, daß man hinsichtlich der Räumung kein positives Resultat erreicht habe. — Die .Germania" verzeichnet unter Anerkennung ber festen Haltung der deutschen Delegation in den wichttgsten
deutschen Belangen Enttäuschung in Berliner politischen Ärei'en über den negativen Ausgang der Denier Besprechungen. Da» Blatt erklärt: Rachdem sich ba» gegenwärtige Reich» kabinrtt gebunden hat. baß eine Kontrolle im Austausch Tür die Räumung über den Versailler Vertrag hinaus unter keinen Umständen anerkannt werden kann, wird e- schwerlich eine deutsche Regierung geben, die einen anderen Standpunkt vertreten könnte. — Da» ,B X.“ mißt Dem gestrigen Genfer Beschluß insofern Bedeutung bet. al» nunmehr Die offizielle Verhan dlung über die sofortige Räumung de» Rheinlande» c i n gelt i te l worden sei. Auch Frankreich habe dem zugestimmt. das sich bisher jeder offiziellen Verhandlung hierüber entzog. — 3n der »Voss. Z t g." wird ausgeführt: Der greifbarste Erfolg ber Genfer Verhandlungen ist Die Anerkennung der Rotwendigkeit einer vollständigen und enb- gült gen Regelung des Reparation.Problems. — 3n der .D. A. Z." heißt es. SS bleibt Dabei: 70 000 Soldaten spielen 10 □obre nach Friedensschluß auf deut chem Doden Krieg. — Aehnlich Die .Dc utsche Tageszeitung": Die deutsche Delegation fährt zurück, ohne auch
.sehr ermurtgeixD". Cfm Gegensatz baAxi tft rin Pan'er Telegramm de» .Vkanchester ®uai-ti.in" überschrieben mxt .magere Ergebnisse sür Deutschland". Der Korrespondent bei Blatte* bemerkt jedoch, c» scheine klar, daß Die Deutlchett ihre Forderungen noch kvmpensatton-loler Räumung nicht ausgaben oder änderten.
Zialien und das Rheinpfand.
Lcharfc LItllunstnahmc gegen die Fortdauer der französischen Besetzung
Rom, 17. Sept. (TU) Unter ber Ueberschnft „Wir unö btc Besetzung des '-iheinlandes" unletsucht Der faszistische „Teuere^ Die f)intcrgninöe Der !Rb‘ tn- lanbbcichung. Das Blatt kommt zu Dem Ergebnis, baß Die Besetzung für Die Franzosen einen strategischen u n D einen finanziellen Zweck habe Der erstere sei Darin zu suchen. Daß Die Franzosen nötigenfalls Die FcinDselig- teilen auf Deutschem 9 oben beginnen könnten. Der letztere als Garantie für Die Daweszatzlungen. Der strategische Zweck sei nicht nur für Deutschland, sondern auch für Die
„Ems Zeppelin" mach! Henle seine erste Zahrl.
Zrledrichshasen, 1». Sept. (IDIB. Funk- spruch.) Wie Dr. Eckener dem Sonderberichterstatter Des WIB. milleiil, wird Der „Gras Zeppelin" nun- mehr heule seine erste Probefahrl machen. Die WinDoerhältnisse haben sich so gebessert, daß Dc. Eckener damit rechnet, daß das Luftschiff etwa um elf Uhr aus Dec Halle gezogen werden kann. 6s würde dann den Rachmittag über in Der Lust bleiben.
3n den nächsten Tagen werde an dem Bodensee wahrscheinlich eine stacke Veränderung ber gesamten Wettervechältnlsse kommen, weil über 6nglanb ein Ties vorhanden ist, das voraussichtlich auch das Bodenfeegebiet nicht unberührt lasten wird. Diese Veränderung Der Wetterlage würde aber keine Rolle spielen, denn auch Die Probefahrten des LZ lll sind bei außerordentlich schlechter Witterung unternommen worden. Die einzige Frage ist bei den engen Platzverhaitnisten die Windrichtung.
Entsprechend den vorläufigen Genehmigungen werde die erste Fahrt mit Benzin flall- sinden. In Friedrichshafen find bereits zwei Vertreter der Deutschen Versuchvmxstalt für Luftfahrt eingetrosten, die als Prüsungs- und tl b - nähme ft eilen fungieren. Dr. Eckener hat gestern nachmittag mit beiden Herren verhandelt. Ls ist anzunehmen. daß dabei auch die Frage des B e - trlebsgafes geprüft worden ist. Dr. Eckener hofft. Daß cs Ihm gelingen werde, die verfuchr,- anftall für Luftfahrt davon zu überzeugen, daß das neue Gas eher ungefährlicher ais Benzin ist. von technischer Seite der Zcppeiin-Gcsell- fchaft wird betont es sei bei der Anordnung Der Zellen ausgeschlossen, baß Die von Der Versuchsanstalt befürchtete Vermischung Des Iriebgases mit Dem Iraggase eintreten könne. Auch Die Durchlüftung sei auf Grund sorgfältiger versuche durchaus einwandfrei geregelt
nur ein RäumungSversprechen mitzu- bringen. Da» Märchen von dem besonderen Entgegenkommen, da- c.nc d ust^e Link»- reg.erang bei unseren Gegnern finden würde, ist endgültig zerstört. Unbedingte Ä.ar&clt ist ferner darüber gewonnen, daß jede Politik derVorleistungen diesen Vertragspartnern gegenüber unverantwortlich isi. Daraus werden in Zukunft die Folgerungen zu gießen sein.
Geteilte Meinung in England.
Tie Liberalen nicht befriedigt.
London, 16. Sept. (XU.) Die Genfer Sim- gung über die Grundlagen, auf denen rn Zukunft Verhandlungen über Rheinlandräumung und Regelung der Reparalionsfrage stattsrnden follen, wird in Londoner amtlichen ft reifen mit D e- nugtuung begrüßt. Man sieht in der Einigung einen wesentlichen Schritt nach vorwärts. Die sachlichen Schwierigkeiten, die einer späteren Endrege:ung ent gegen fteßen, werden in ärmlichen ftreifen nicht in den Vordergrund geschoben, ba man der Ansicht ist, daß nun alle- daraus ankomme, daß überhaupt Verhandlungen in Gang kamen. Weri zer befriedigt ist man dagegen in liberalen politsichen ftreilcn, wo man die Ucberexnfunft nicht als r. stlos befrie- bigenb ansieht. - .Star" schreibt in einem Leitarttkel: Deutschland forderte die sofortige bedxngungSlvse Räumung. D» ist bemerkenswert, daß der beste Teil der engln'chen össemlichen Meinung diese Forderung g u t hx e ß. Frarckreich bestand jet-od) darauf, au »bezahlt zu werden. Deutschland schexM zugestimmt zu haben. Es ist bedauer.ch. daß England Frank- reich zu einem Triumph der D e harr - lichkeit verhalf, der von der öffentließen Meinung Englands nicht mrlersstützt wird. — .Evening ©xanbarb ‘ bemerkt: Tie Bedingungen des Secvsmäck.ieabkommenS ftti> nicht ganz befriedigend Die Rhmnlandräumung <oll anscheinend mit der Lösung deS ReparationSpro- bletns verknüpft werdet — an sich ern wünschenswertes Ziel, das jedoch wahrfch tnlich Verzögerungen und Berwickelungen be- beutet, während Die deutsche öffentliche Meinung sicher der FeststellxmgS- und DerglrichSkom- nrJiüm mißtrau' 2Dcnn man sich jedoch die große Ms nurgrfr r i i D-er.ß:.t vor Augen hält. iie zwischen den dcui chen Errvartungen und dem bestehen. was die Ftanzv'en axxzudiüen bereit sind, so ist es eine Tatsache, daß die Räumutui, die jetzt die endgültige große Frage der Politik wurde, eine befriedigende Tat ist. — Der Genfer Berichterstatter des .Manchester Guardian-, der bisher die Räxunungsverhendlungen sehr kri- tt'ch verfolgte nennt das gestrige KommuniguL
übrigen ün Bolferbunb sitzenden Großmächte u n - annehmbar. Frankreich Hobe vergessen, Daß Die Rheingrenze durch einen von England und Italien unterzeichneten Pakt garantiert sei. Wenn Frankreich diese Garantie nicht aenüge, könnte es ja vielleicht auch je ein Be fa junger eg l- ment nach R o m und London als Eicher- heitsgarantie entsenden wollen. Dos Blatt erklärt weiter. Daß falzisttfche Italien könne nicht zulassen. Daß sich Das französische Bajonett als höchste Garantie Der Sicherheit ausfpiek, wo die italienische Unterschrift diese Sicherheit garantiere. Das Rheinland als militärisches Pfand, sei für Italien undenkbar. Damit auch der finanzielle Grund der Rheinlandbesetzuna fortfaüc, empfiehlt der „leone", Amerika solle auf die Bezahluna seiner Krieasguthaben verzichten. Die von Deutschland an die Dawesgläubiger gezahlten Summen montierten ja doch schließlich als Kriegsschultitilgung nach Amerika.
Was nun?
Austakt zu neuen Verhandlungen.
Genf, 18. SepL (HL) von gut unterrichteter Seite wird mitgeteilt. Daß auf Grund dec In Den Besprechungen Der sechs Mächte In Genf getroffenen Vereinbarungen über bie offizielle Einleitung ber Räumungsverhanblungen zunächst rin besonderer Ausschuß aus Vertretern ber sechs Mächte eingesetzt werben soll. Der gewissermaßen als erster Schritt bet aufzunehmentien Verhandlungen anzusehen sei. Dieser Ausschuß soll die Einsetzung Des vorgesehenen SachoerslänDigenaus- schustes für bie Reparationsfrage sowie Die Zusammensetzung. Arbeitsgebiet und Dauer Der vorgesehenen Feststkllungs- und verglelch-kommisfion prüfen und Den alliierten Mächten Vorschläge unterbreiten. Der Einsetzung Dieses besonderen Ausschusses zur Prüfung Der Wetterführung Der Verhandlungen soll zunächst ein Diplomatischer Notenwechsel vochergehen, als weiterer Schritt soll Dann die Einberufung einer Konferenz Der sechs interessierten Mächte zum Februar oder Mär; 1929 in Aussicht genommen worden fein. Man erwartet. Daß bis Dahin Der SachverstänDigenausschuß für Die Reparcfionsfrage bereits zu gewissen Ergebnissen gelangt sein wird, so Daß auf dieser Konferenz ber gesamte Komplex Der Re'pacalions- unb Räumungsfrage zur Verhandlung gelangen könnte. Die Bemühungen von polnischer und tschechoslowa- kischer Seife, die bereits Ansprüche auf Teilnahme an den diplomatischen Räumungsoeeßcnb-


