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arktischen Kontinent7 Menschen wohnen auf dem antarktischen Festlande nicht: wovon sollten sie auch leben: es gibt kein Pflanzenleben, wie es die nordischen Regionen doch kennen, keine ein­zige Blutenpflanze ist hier bisher gefunden, nur armselige Gräser und Moose. Die Säugetiere des Nordens, wie Eisbär, Renntier, Moschus­ochse, sind unbekannt. 3n den Meeren freilich ist ein unermeßlicher Fischreichtum, der wiederum Pinguine und Robben ernährt. Aber auf dem Land« ist für den modernen Menschen keinerlei Möglichkeit zu siedeln vor­handen. Ander- steht es mit dem antarktischen Inselkranz: zwar sind auch diese Eilande viel kälter und öder und pflaiWnärmer als die in entsprechender nördlicher Breite gelegenen (so ist die B o u v « t i n s e l völlig von Eis und Schnee bedeckt, obwohl sie auf der gleichen Breit« wie Helgoland liegt). Aber manche er­lauben in kleinen Oasen, wo Tundren und Step­pen sich dehnen, vielleicht ein wenig Vieh-, zum mindesten Schafwirtschaft.

Doch daS dürfte die modernen Imperien we­nig locken. Es handelt sich wohl um etwas an­deres, um etwas heut« noch phantastisch an- mutendes, aber bei der Entwicklung der Tech­nik wohl mögliches: um die Gewinnung der antarktischen Bodenschätze. So seltsam es klingt der antarktische Erdteil hat unge­heure Kohlenflöze. Unter der (durchschnittlich 500 Meter dicken) Eisdecke, die ihn völlig wie ein« Eiskavp« überdeckt, liegen Kohlen! Also war doch einmal Vegetation am Südpol, also war doch einmal hier Geben möglich denn die Kohlen sind ja nichts als Gebilde aus ehe­maligen Bäumen. Die Gestalt der probeweise untersuchten Düdseekohle beweist, daß hier sich in einer unendlich weit zurückliegenden Welt­epoche einmal Dadelwälder, wohl Koniferen (ähn­lich wie sie den Landschaftscharakter Japans heute bestimmen) befanden. Eine Stühe für die sogenannte Polwanderungs-Theorie, nach der die Pole ihre Lage veränderten und verändern wer­den! Wie sich das aber auch mit dem Rord- uind Südpol verhalten mag, di« Kohl« lockt: wo Kohle ist, kann auch Eisen fein, vielleicht auch Kupfer oder Erdöl. Heute freilich ist es der Technik noch unmöglich, zu diesen Bodenschätzen zu gelangen; aber wird es nicht einmal möglich sein? Wie, das wissen weder die Engländer noch di« Amerikaner aber si« denken sich: vorläufig Hand darauf, da- weiter« wird sich schon finden, und wenn auch erst in hundert oder zweihundert Jahren.

Aus der provinzralhaupistadt.

Gießen, den 17. Rovember 1928.

Eine Klage des Gießener Einzelhandels

Bon maßgebender Seite der Gießener Ge­schäftswelt wird uns geschrieben:

Eine Erscheinung, die in diesem Iahre früher als sonst einsetzt, ist das Betteln von Bereini­gungen um Weihnachtsgeschenke für ihre Feiern, Verlosungen usw. Kein Stand wird so fürwohl­tätige" Zwecke in Anspruch genommen, wie der Einzelhandel. Es ist ja auch daS bequemste, die offenen Ladengeschäfte aufzusuchen. Der Gieße­ner Einzelhandel hat sich bis beule, selbst nicht in schwersten Kriegs- und Rachkriegsjahren, ge­sträubt, wirkliche Wohltätigkeit zu unter­stützen, weil er sich bewußt ist, wie groß die Rot auch in unserer Stadt ist, und er gern wirklich Bedürftigen durch eine Spende eine Freude be­reitet.

Es heißt aber den Sinn der Wohl­tätigkeit »verdrehen, wenn heute Ber­einigungen Herkommen und für ihre Feiern BerlosungSgeschenke beanspruchen. Ab­gesehen davon, daß der Einzelhändler gar nicht in der Lage ist, zu kontrollieren, ob daS Sam­meln nicht überhaupt für persönliche Zwecke ge­schieht, heißt es die wirkliche Wohltätig­keit schädigen, wenn die Gaben so zersplit­tert werden. Wenn Vereine feiern wollen, dann mögen sie es mit eigenen Mitteln tun und diese selbst aufbringen! Das sollten sie mit Rücksicht auf ihre notleidenden Mitbürger tun. So aber schädigen sie diese direkt! Die wirklich wohl­tätigen Vereinigungen könnten sich dadurch wehren, daß sie sich mit dem Wohlfahrtsamt der Stadt in Verbindung setzen und dort eine gemeinsame Sammelstelle einrichten. Wie seither, so ist für den Einzelhandel der Zustand uner­träglich. Er wird von jetzt an allen Sammlern gegenüber die kalte Schulter zeigen müssen, auch wenn ihm in Aussicht gestellt wird, daß die Mit­glieder deS Vereins sich anderen Geschäften zu- wenden werden! Rebenbei charakterisiert eine solche Erllärung am besten den Geist dieser Wohllätigkeit". U. W. haben bereits früher Er­wägungen stattgefunden, dem Wohlfahrtsamt Spenden für wirklich bedürftige Mitbürger zur Verteilung zu überweisen. Es wäre zu emp­fehlen, diesen Gedanken in die Tat um^usetzen, oa wohl nur auf diesem Wege wirklich unter­stützungsbedürftige Bürger in gerechter Weife mit einer Spende bedacht würden.

Oie Gießener Schulhausbauten.

Di« im Laufe dieses Sommers begonnenen Um«, A n« und S ch u l h a u s n e u b a u ten sind sämtlich im Rohbau vollendet.

Beim Schulhausbau in der S ch i l l e r st r a ß e ist außer der Fertigstellung des Rohbaues für den neuen Teil bereits das Dach des alten Gebäudes mit neuem Schieferbelag versehen, die Heizungs­anlagen vergrößert, die Turnballe zur Aufnahme eines Handarbeitssaals aufgestockt und die neu entstandenen Räume soweit heraerichtet, daß als­bald mit dem Innenausbau begonnen werden kann.

Beim Gewerbe Haus sind die Bauarbeiten soweit vorgeschritten, daß die Vorbereitungen für den inneren Ausbau getroffen werden können. Es wird jetzt hier der Verbindungsbau zwischen diesem Gebäude und der Turnhalle der Pestalozzischule zur Ausführuna gebracht.

Die Behelfsschulbauten an der Ga« belsbergerstraße sind von innen und außen bereits mit Verputz versehen; hier wird jetzt die erstmalig für Schuhwecke vorgesehene elektrische Heizungsanlage installiert, so daß etwa Ende die« ses Monats das Gebäude seiner Bestimmung über« geben werden kann.

Für das neueSchulgsbäude in den Eich« gärten sind die Ausschreibungen zur Arbeitsver« gebung erfolgt, so daß auch hier in Kürz« mit dem Baubeginn gerechnet werden kann.

Daten für Tonntag. 18. November.

1836: der Mediziner Tesare Lombroso in Verona geboren (gestorben 1909); 1863: dar Dichter Rich. Dehme! in Wendisch-Hennsdorf geboren (gestorben 1920).

Daten für Montag. 19. November.

1805: Ferdinand Vicomte de Lesseps, Erbauer des Suezkanals, in Versailles geboren (gestorben 1894); 1828: der Komponist Franz Schubert in Wien gestorben (geboren 1797); 1869: Eröffnung des Suezkanals.

SchwerelMaÜ auf Dermal burgerStraße

Ein schweres Unglück ereignet« sich ge­stern abend gegen i,^7 Ähr auf der Marburger Straße zwischen der WSllerSburg und dem Wald. Der Hüttenarbnter K a r l Ra u von Wieseck, der sich mit seinem Fahrrad in Begleitung eines Ar­beitskollegen namens Decker aus dem Rachhause- weg befand und die richtige Fahrbahn ein- hielt, wurde von einem La st wagen der Firma Denninghofs in Gießen überfahren und schwer verletzt. Wie uns ein Augen­zeuge hierzu mitteilt, ereignete sich das Unglück folgendermaßen: Der Lastwagen kam aus Lol­lar und hatte die Fahrrichtung nach Gießen. Als der Wagen kurz vor der Unglücksftelle fuhr, kamen ihm zwei Personenwagen entgegen, die nicht abblendeten. Infolge­dessen und durch den starken Regen verlor der Wagenführer die Uabersicht über die Fahrbahn. Etwa zwei Meter vor sich bemerkte er plötzlich die beiden Radfahrer, die hintereinander fuh­ren. Er riß nun sofort seinen Wagen herum und wollte den beiden noch ausweichen, waS ihm aber nicht volllommen gelang. Rau wurde gefaßt und kam zwischen die Räder unter den Wagen zu liegen. Sein Fahrrad wurde vom Wagen vollkommen zertrümmert, ihm wurde das linke Dein stark gequetscht und ge­brochen. Außerdem erlitt er noch Verletzun­gen am Kopfe. Sein ^Begleiter Decker wurde in den Graben geschleudert und kam mit dem Schrecken davon. Die Wageninsassen des Last­wagens bemühten sich sofort um den Schwer­verletzten und brachten ihn in feine Wohnung, wo Dr. Katz von Wieseck die erste Hilfe leistete. Der bedauernswerte Mann ist heute vor­mittag seinen Verletzungen erlegen. Die beiden Personenwagen entkamen unerkannt.

Bei dieser Gelegenheit wird uns von einem An« wahner der Marburger Straße noch mitgeteilt, daß es geradezu als ein Wunder zu bezeichnen ist, daß nicht schon mehrere derartig« Unglücksfälle auf der Marburger Straße entstanden sind, da es nur wenige Autofahrer für nötig halten, vor einem Radfahrer abzublenden. Vielleicht wäre es der G e n d a r m e r ie möglich, hier Abhilfe zu schaffen. Denn gerade in der Zeit von 6 bis 8 Uhr abends müssen viele Arbeiter die Marburger Straße mit Fahrrädern benutzen.

Konzert des(Sängerkranz".

Man schreibt uns: Am 19. Rovember 1928 sind es 100 Iahre her, daß der Großmeister des Lie­des, Franz Schubert, sein junges und doch arbeitsreiches Leben beschloß. Wenn der -Sängerkranz" sein diesjäbriges Herbst» konzert am Mittwoch, 21. Rovember, diesem großen Meister widmet, so erfüllt er damit eine Ehrenpflicht. Schubert-Lieder sind Iuwelen im Diadem der Muse deutscher Tonkunst und wer­den darum auch, solange deutsche Freude am Walten der Natur, deutsches Gemüt und deutsches Lieben, Sehnen und Hoffen nicht aussterben, un­vergänglich unter uns fortleben und Sänger und Hörer mit dem reinen Himmelsodem anwehen, dessen wir in der Kunst ebensosehr bedürfen, wie im Leben.

Mit den mächtigen Akkorden derAllmacht" di« schon Deethoven zu dem begeisterten Aus­ruf veranlaßte:Wahrlich, in dem Schubert wohnt ein göttlicher Funke" beginnend, führt die Vortragsfolge des Konzertes über den Hym­nusAn die Sonne" zu dem sinnigenGondel­fahrer". ImDörfchen" findet Schubert Töne feinster Empfindung und innigen Erlebens, wäh­rend imHirtenchor" die Freud« an der Schön­heit der Natur jubelnd zum Ausdruck kommt. Als Solist ist der beliebte Frankfurter Tenor Franz Völker gewonnen worden, der außer einigen der schönsten Schubert-Lieder noch zwei Arien von Puccini singen wird.

Grctzcrrer Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter Pfund 2,10 bis 2,23; Matte 30 bis 35; Käse, 10 Stück. 60 bis 1,40; Wirsing 12 bi- 20: Weißkraut 8 bis 15; Rotkraut 15 bis 25; gelbe Rüben 10 bis 20; rote Rüben 10 bis 20; Spinat 25 bis 40; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 15 Bis 25; Rosenkohl 40 bis 60; Feldsalat 1,00 bis 1,20; Tomaten 30 bis 40; Zwiebeln 12 bis 20; Meerrettich 50 bis 1,50; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kartoffeln 5; Aepfel 23 bis 40; Birnen 10 bis 30; Dörrobst 40; Hagebutten 10 bis 15; Honig 40 bis 50; junge Hähne 1,00 bis 1,10; Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Gänse 90 bis 1,20; Nüsse 60 bis 80; Eier Stück 17 bis 18; Blumen­kohl 60 bis 1,20; Salat 10 bis 20; Endivien 10 bis 25; Lauch 10 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 50; Wirsing Zentner 10 bis 12 Mk.; Weißkraut 6 bis 7; Rotkraut 12 bis 15; Aepsel 20 bis 35; Dirnen 10 bis 20; Kar- toffeln 4,50 bis 4,70.

Bornotizen.

Tageskalender für Samstag: Obst« und Gartenbauverein Gießen: Vorträge von F. Rehnelt und Obstbauinspektor Enkler über: »Herbst« und Winterarbeiten im Garten". Geflügel« und Vogelzucht-Verein Gießen u. Umg. 1897 e. V.: Mo- nalsoeriammlung im Hess. Hof, 8 Uhr. Volks« seuerbestattungsoerein: L.chtbildervortrag in Wieseck, RestaurantZum kühlen Grunde", 8.30 Uhr. Ar« beiter-Radsayrer-BundSolidarität": Saal-Sport- fest im Cafe Leib, 8 Uhr. Verein ehern. 116er: Herbstaeneraloersammlung im Dostkeller, 8.15 Uhr. Mio.: Winterfest, Turnhalle (Steinstraße). Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Rasputins Liebes­abenteuer. Astoria-Llchtspiele: Maciste unb die chinesische Truhe.

Tageskalender für Sonntag. Goethe-Dund: Zweiter Tag im Kammerspiel- zvklus, im Stadttheater:Der Ackermann aus Böhmen", 11V. bis 12'/, ilfcr. Stadttheater: Die Ballerina des KönigS", 18 bis 21 Uhr. - Feier des 25jährigen Meister-Jubiläums, nach­mittags 21/» Uhr, im Lass Leib. Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße: RasputinS Liebesabenteuer. Astoria-Lichtspiele: Maciste und die chinesische Truhe.

Stadttheater Gießen. Aus dem Stadt« tfjeaterbuteau wird uns geschrieben: Die Inten­danz macht nochmals auf den zweiten Tag des Kammerspielzyllus aufmerksam, den das Stadt­theater zusammen mit dem Goethe-Bund veran­staltet. Da in diesem Zyklus die au-gewähltesten Werke für intime Theaterkunst gebracht werden.

wirb man mit großem Interesse der Aufführung desStreit- und Trostgespräches .Der Ackermann aus Böhmen"' von Iohannes von Saaz ent­gegensehen. Es ist das verdienstvolle Werk von Dr. Rudolf Frank, diese volkstümliche Dich­tung für die Bühne dramaturgisch bearbeitet zu haben. Intendant Dr. Rolf P r a s ch , der die Leitung des ganzen Kammerspielzyklus übernom­men hat, zeichnet auch für diese Ausführung als Regisseur, und wird das Stück durch einige Worte persönlich einleiten. In der Auffüh­rung wirken mit die Herren Ebert-Graf- sow, Knur, Tannert. Abends findet die letzte Ausführung des erfolgreichen LustspielsDie Ballerina des Königs" statt, das au Rudolf Presbers 60. Geburtstag aufgeführt wurde. Der Spielplan der nächsten Woche beginnt am Dienstag mit der KlassikeraufführungDon Car­los", dem letzten dieses Werks. In Vorberei­tung befindet sich das moderne SchauspielDer Patriot" von Alfred Neumann.

Ehristliche Versammlung, Gießen. Man schreibt uns: Wie aus dem Anzeigenteil zu ersehen, werden die Vorträge des Evangelisten Paul Schwefel, Berlin, am Montag, 19.No­vember, abends 8*/4 Uhr, im Saale des Eaf6 Leib ihren Anfang nehmen. In einem bewegten Zeit­alter, wie das gegenwärtige, werden diese Vor­träge, die das ewige Teil der unsterblichen Seele betreffen, ein wenig herausheöen aus all diesem Vergänglichen und sorgenvollen Hasten und Sagen des Gegenwartzeitalters, um mit den Dingen vonEwigkeit zu Ewigkeit" zu be­schäftigen. Der Vortragende beginnt denn auch gleich mit der Schöpfung und wird In die Ge­heimnisse der Macht des Schöpfergottes einsüh- ren, überleiten in die Erlösung durch das voll­kommene Opfer Ehristi, die herrlichen Folgen derselben und dann der gläubigen, hoffenden Seele das Leben aus ihrer Heimat, dem Vater­haus im Himmel, auf Grund des vollbrachten Werkes Christi auf Golgatha zu zeigen. Der Schluß wird aus den gegenwärtigen und zu­künftigen Zeitereignissen die ganz« Fülle der Gottesoffenbarungen überschauen lassen und kei­nen Zweifel über die Echtheit derselben, die im Duck der Dächer", der Bibel, niedergelegt find, bestehen lassen. Die Vorträge werden jeweils gegen 91/1 Uhr abends beendet und nur mit gemeinsamem Gesang umrahmt sein, so daß für auswärtige Besucher die Züge gut liegen, soweit Autobusse nicht' gemietet werden. Alle Vorträge sind frei für jedermann zugänglich.

Hypothekeng läubiger-undSpa- rer-Schutzv«rband. Nächsten Dienstag­abend im GasthausHindenburg" Vortrag des Abg. Prof. Axt, Darmstadt, überDer Kamps für das Recht der Entrechteten, eine sittliche und vaterländische Pfllcht!" (Siehe Anzeige.)

Gin Vortrag für Automobilisten findet am Montagabend imHotel Schütz" statt. ThemaNeuere Kraftstoffe". Lichtbilder und Experimente werden den Vortrag bereichern. (Sieh« Anzeige.)

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** Di« Museen sind am Sonntag zwischen 11 und 1 Uhr bei kleinen Eintrittspreisen ge­öffnet. Die Musern sind durchwärmt.

** Oberhessischer Kun st verein. Die Kollektion D ö ck st i e g e I ist morgen, Sonntag, 18. November, zum letzten Mal«, und zwar in ihrem ganzen Umfang, ausgehängt. Di« Ausstellung bleibt dann wegen Vorbereitung der Weihnachtsausstellung:Künstlerh ilfe 1928 bis Sonntag, 2. Dezember, geschlossen.

* Berufung im Gießener 'Betrugs- Prozeß. Wie wir boten, haben die in dem bekannten Gießener Betrugsprozeh verurteilten Angeklagten, der frühere Studienrat H und der frühere Ehemiker R., di« vom Großen Schöf­fengericht 3 Iahre und 4 Monate, hzw. 1 Iahr und 10 Monate Gefängnis erhalten haben, Be­rufung eingelegt. Seitens der Staatsanwalt­schaft ist ebenfalls "Serufung angemeldet worden. Der Prozeß wird nunmehr vor der Großen Strafkammer erneut aufgerollt werden.

** Anlagenkonzert findet morgen, Sonn­tag, 11 Uhr, durch das Musikkorps des 1. (Hess.) Ba­taillons 15. Jnf.-Regts. bei günstiger Witterung am Liebigdenkmal statt. Leitung: Obermusikmeister W. L ö b e r. Die Musikfolge ist: 1. Militärmarsch Rr. 1 von Franz Schubert; 2. Ouvertüre zur OperAl« pbonso d'Estrella" von Franz Schubert; 3. Ave Maria von Franz Schubert; 4. Fantasie über Schu- bertsche Lieder von F. Burald; 5. Andante con moto aus der bl-Moll-Symphonie von Franz Schubert; 6. Militärmarsch Rr. 2 von Franz Schubert.

* * 8 5 Jahre alt. Wie uns zur Richtigstellung unserer gestrigen Nachricht mitgefeilt wird, begeht Frau Iettchen Rosenbaum, Dammstraße 32 wohnhaft, heute nicht ihren achtzigsten, sondern ihren fünfundachtzig st en Geburtstag.

* * V i e hm arkt in Gießen. Der nächste Rindvieh« (Nutzvieh«) Markt in Gießen findet am kommenden Dienstag statt.

* * Grober Unfug auf der Cahn. In der Nacht zum 10. November wurde, wie der heutige Polizeibericht meldet, im Flußgebiet der Lahn, Ge- markungsteil Launsbach, auf hessischem Gebiet der dort stehende Dampfbagger gewaltsam beschädigt, so daß das Wasser eindrang, und der große Kahn mit dem Bagger unterging.

** Diebstähle. Wie bet heutige Polizei­bericht müteUt, wurde am Donnerstagabend in einer hiesigen Metzgerei und Wirtschaft ein Ein­bruchsdiebstahl ausgeführt. Der Dreb schlich sich in das Wohnzimmer ein, erbrach dort einen verschlossenen Schubkasten und entwendete 600 Mark Bargeld. Ferner wurden in den letzten Tagen von Fahrrädern, die kurze Zeit unbeauf­sichtigt in Hofen oder an anderen abgelegenen Orten standen, Fahrradlaternen enttoenoet. Per­sonen, denen derartige Catemen zum Kauf an­geboten wurden, oder die Wahrnehmungen über die Täter gemacht haben, werden gebeten, stch mit der Kruninalpolizei in Verbindung zu setzen.

** Jubiläumsfeier der vor 25 Jahren geprüften Handwerksmeister. Auf die morgen, Sonntag, nachmittags 2.30 Uhr, im CafL Leib stattfindende Feier des 25jährigen Meisterjubi« läums der im Jahre 1903 geprüften Handwerks- meister sei nochmals hingewiesen Zu dieser Hieran« ftaltung sind sämtliche Handwerker und Freunde des Handwerks mit ihren Familien eingeladen. Ernste und heitere Unterhaltung in Gestalt von Kon­zert, Männerchören, Theaterspiel, humoristsichen Bor­trägen und anderen Darbietungen werden die Stunden ausfüllen. Der Aeier, die auch eine Erstarkung des Zufammengehörlgteitsgefühls im Handwerk be­zwecken will, ist recht zahlreicher Besuch zu wün­schen. (Siehe heutige Anzeige.)

** Verband der Evangelisch-Kirch­lichen Frauenvereine in Hessen. Da die oberhessifchen Zweigvereine bei der am 25. Ok­tober in Darmstadt stattgehabten Hauptversamm­lung des VerbandeS der Evangelisch-Kirchlichen

Frauenvereine in Hessen nur wenig vertreten waren, hat sich die Abhaltung einer Parallel­versammlung für Oberhessen als nötig erwiesen. Diese findet am 21. Nov. in Gießen statt.

* Der Hessische Landesverband zur Bekämpfung der Tuberkulose (Heilstätten-Berein) hält seine dies­jährige Hauptversammlung am Dienstag, 27. November, in der Lupusheilstätte in Gießen ab. Auf der Tagesord. ung stehen u. a. der Geschäftsbericht für 1917 und ein Bericht über ö«n gegenwärtigen Stand des HellstättenvereinS und seiner Heilstätten, ein Antrag des Vor­standes auf Genehmigung von Hypotheken­anleihen für die Kinderyeilstätte Almfrieden, für bie LupuZheilstätte in Gießen (Neumann-Haus) und für die neue Heilstätte für die Tuberkulose Öer oberen Luftwege in Gießen. Satungsar de- rungen, Wahlen und ein Vortrag des Ober­arztes Dr. Bommer, Gießen, werden beit übrigen Teil der Sitzung auZfüllen.

" Der Geselligkeitsverein Glei­berg veranstaltete am Donnerstagabend im Saale des Cafö Leib einen Unterhaltungsabend, dessen Thema sich mit der engeren Heimat, dem Hüttenberg, beschäftigte. Der bekannte Mundartdlchter Georg Heß aus Leihgestern war als Vortragender gewonnen, der Gesangverein Eintracht" Leihgestern wirkte unter -Leitung seines Dirigenten D a u t h in hervorragender Weise mit. Der Besuch des Abends war recht gut; auch Gäste aus den benachbarten preußischen Orten hatten sich eingefunden. Die Leitung der Veranstaltung lag in den Händen des Vorsitzen­den, Provinzialdirektors G r a e f. Mit dem Sängergruß und dem anschließenden EhorKaiser Friedrich HI. eröffnete der Männerchor den Abend. Unter allgemeiner Spannung begann dann Georg Heß seinen Lichtbildervortraa Hüttenberger Volkstum". Im ersten Teile gab er einen Einblick in die Geschichte des Hütten­bergs und zeigte an Hand schöner Bil­der den Bewohner des HüttenbergS. sein Haus und seine Tracht, besonders die ma­lerischen Trachten, die die Hüttenbergerinnen bei den verschiedensten Anlässen trugen. Dann folgten zwei Chöre des Gesangvereins:Ada", vom Dirigenten D a u t h selbst komponiert, imb Der Spielmann" von Krämer. Beide Chöre lösten lebhaften Bestall aus. 2m zweiten Teil des Lichtbildervortrags wandte sich Gg. Heß den Sitten und Gebräuchen des Hüttenberges zu. Mit größter Aufmerksamkeit folgte die Versamm­lung den uns fast seltsam anmutenben VolkS- bräuchen bei Taufe, Konfirmation, Hochzeit, Trauer, Fastnacht, Kirmes usw. Leider, so be­tonte der kundige Redner, gibt es kein Mittel, den Untergang der alten Trachten und das Ver­schwinden alter Sitten und Gebräuche auszu- 1)aHten. Stürmischer Beifall folgte dem mit Hu­mor gewürzten Vortrag. Provinzialdirektor G r a e f gab dem Dank der Versammlung Aus­druck und regte di« Herausgabe einer Geschichte des Hüttenbergs durch Herrn Heß an. Die Mit­glieder ermahnte er, weiter zu wirken für den Gleibergverein und neue Mitglieder zu werben zum Vesten der Heimatpflege und Heimatliebe. Gr teilte weiter mit, daß der Verein im ab­laufenden Iahr« 1928 für Erhaltung der Ruine und Einrichtung von Toiletteräumen 6000 Rlk. ausgegeben habe und daß auch in den nächsten Iahren noch Mittel in die Ruine gesteckt werden mühten. D. Frey dankte dem Provinzialdirektor für feine erfolgreiche Tätigkeit zur Erhaltung der Burg Gleiberg und rief in humoristischen Worten zum Beitritt in den Gleibergverein auf; mit 3 Mk. ^Jahresbeitrag werd« jedes Mitglied Mid^ besitzer einer altehrwürdigen Dittcrsburg, die noch den Vorteil habe, das Wahrzeichen des Lahn- tales und der Stadt Gießen zu sein. Zwei Chor« des Gesangvereins beschlossen den schönen Abend.

** Kaninchen« und Geflllgelausstel- lung Gießen. Der Kaninchenzuchtveretn Gießen veranstaltete hier unter Leitung von L. K r e i l i n g die 5. Kreisverbands-Kaninchen- und Geflügel­ausstellung. Preisrichter für Kaninchen war D. Grünh (Offenbach a.0H.), für Geflügel H. Meyer (Wieseck). Unter den 92 Nummern der ausgestellten Kaninchen befanden sich 19 verschie­den« Rassen. Am meisten waren dieSteinen Riefen, die Weißen Wiener, die Französischen Silberraninchen, die Groß- und Klein-Chinchilla, di« Hermelin, die Rheinischen Schecken, sowie die Schwarzen Klein-Silber-Kaninchen vertreten. Mit Preisen wurden folgenbe Züchter ausge­zeichnet : H. Kraushaar (Daubringen), K. Schäfer (Gießen), W. E i d m a n n (Maar), G. Schellhaas (Gießen), 3. L. Wilhelm (Hoinberg a. d. Ohm), Hoffmann (Hof-Güll), K. Kirchner (Gießen), Wilhelm Ulrich (Gte- ßen), Ioh. Appel (Gießen), K. Rühl (Hom­berg a. d. Ohm), 2. Kreiling (Gießen), Richard G l a g o w (Gießen), Otto S t e i h (Gießen), Karl Damm (Saasen), P. Keil (Ettingshausen) W. Fuchs (Daubringen). Di« beste Gesamtleistung hatte D. Schellhaas (Gießen) aufzuweifen, der auch den Ehrenpreis des Bundes Deutscher Kaninchenzüchter erbielt. Beim Geflügel erfcielfert Ioh. Nicolai (Gleßen) einen Ehrenpreis, Ioh. Appel (Gießen) einen 1'.Preis, Karl Reitz (Stockhausen) einen 1. Preis. Der Ausstellungs­raum des Gastwirts Steck, Hammstraße, ent­sprach den Anforderungen einer Kaninchenaus­stellung vollkommen.

Lleberraschung

im Wetzlarer Giabtparlament.

WSR. Wetzlar, 16. Rov. Einen überraschen­den Ausgang nahm die gestern wegen der Fülle des DeratungsstosfeS bereits für Vormittag an­beraumte Stadtverordnetensihung. Ein von sämtlichen bürgerlichen Fraktionen unter­zeichneter Geschäftsordnungsantrag schaltete sechs wichtige Deratungspu ckte von der Tagesordnung aus und ersuchte die Verwaltung, sofort eine Stadtverordnetensitzung ein;übenden mit der Tagesordnung:Schulden und Vermögen der Stad t. Dis zur Klärung der Ver­mögenslage seien neue städtis ch« Arbei - t e n , soweit sie nicht bereits genehmigt seien, \ nicht zu beginnen. Die Unterzeichner er­klärten, daß sie gegen jede Verletzung des EtatS- rechts bei der Aufsichtsbehörde Einspruch er­heben würden. Unter den abgesetzten Punkten der Tagesordnung befand sich euch die Ver­wendung von Schenkungsmitteln. Diesen Teck des Beschlusses hat der Bürger­meister in nichtöffentlicher Sitzung als die städti­schen Interessen verletzend beanstandet, nxtl dadurch diese Schenlungsmittel gefährdet wür­den. Er gab den Stadtverordneten anheim, durch Mehrheitsbeschluß dasDerwaltungSstreit- verfahren gegen diese Beanstandung ein­zuleiten.