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* Dlumenschmuckwettbewcrb der Vorgärten. 3n ben letzten Tagen fand durch eine Kommission des Verkehrs-Vereins eine De- sichttgung und Bewertung der zur Teilnahme an dem Gießener Dlumenschmuckwettbewcrb ange­meldeten Dorgärten statt. Leider waren für die­sen Teil des Blumenschmuckwettbewerbs nur 22 Vorgärten angemeldet, so daß eine ganze Anzahl weiterer prürniierungsfähiger schöner Gärten unberücksichtigt bleiben mußte, da der Derkehrsverein grundsätzlich nur solche Gärten berücksichtigen kann, die bei ihm zur Prä­miierung vorher angemeldet waren. Die An­wendung dieses Grundsatzes ist notwendig, um Verwechslungen und sonstig« Mihhelligkeiten bei dem Wettbewerb von vornherein auszuschlichen Erfreulicherweise konnte die Kommission die mei­sten der besichtigten Vorgärten mit Prämien bedenken. AähereS hierüber wird später vom Vorstand deS DerkehrS-Dereins noch bekannt- gegeben werden. Auf ihrem Besichtigungsgange stellte die Kommission noch eine ganz« Reihe von Fenstern und Ballons fest, die ebenfalls schönen Blumenschmuck aufweisen und prämiierungsfähig sind, bis heute zur Berücksichtigung ber dem Wettbewerb aber noch nicht angemeldet wurden. Alm auch diesen Blumenfreunden die gebührend« Anerkennung für ihve lobenswerten Bemühungen Mir Verschönerung unseres Stadtbildes zuteil wer­den zu lassen, ist die Wettbewerbskommission des Verkehrs-Vereins bereit, bei der demruichsti- gen Bewertung der.Fenster und Balkons die jetzt noch nicht zum Wettbewerb angemeldeten Woh­nungsinhaber mit zu berücksichtigen, wenn diese ihr« Anmeldung an den Verkehrs-Verein ge­langen lassen.

V* Strofjenfperrungen. Vom Oberhessi­schen Automobilklub ®. D. (A. o. D.), Gießen, wer­den uns folgende Straßensperrungen mitgeteilt: Büches Büdingen im Zuge der Straße RanstadtGelnhausen für alle Fahrzeuge bis aus weiteres, Umleitung über OrleshausenDüdelsheim! km 0,53 im Zuge der Straße Dillenburg Biedenkopf für alle Fahrzeuge bis etwa zum 31. Juli. Umleitung über SechsheldenMander­bachFrohnhausen.

* Aufgehobene Straßensperrung. Dom Oberhessischen Automobil-Club E. V. (21. v. D.), Gießen wird uns folgende aufgehobene Straßensper­rung mitgeteilt: LollarSichertshausen im Zuge der Straße GießenMarburg.

* Arbeitsjubiläum. Der Gasaufnehmer Ludwig vogelhöfer feierte dieser Tage sein 25jährige» Arbeitssubiläum im Gas- und Wasser- werk.

- Motorra dunfall. Am Sonntagabend stürzte in der Rahe der Karlsruhe ein Motor- radsabrer. als er einem anderen Fahrzeug aus­weichen wollte, vom Rad und erlitt schwere Verletzungen am Fuße, außerdem erhebliche Haut­abschürfungen. Gr wurde der Chirurgischen Klinik zugefü^t. Q3e8it{8lc&rcrpcrcjnQtic&en, Land hielt am Samstag im Hotel Kobel eine Versammlung ab. de trotz dec Hitze gut besucht i war. 3n einem sehr ausführlichen Vortrage be­handelte Lehrer Melchior- Darmstadt die Reu- Gestaltung des Schreibunterrichts. Seit dem 21 Mai 19ßö besteht in Hessen eine Verfügung, wonach den Lehrern empfohlen wird, in ihren Klaffen Versuche mit der S ü t t e r l i n - S ch r i f t zu machen. 3m Kreise Gießen ist man auch bereits in vielen Schulen dazu ütergegangen, nach der neuen Methode schreiben zu lassen. Rach ein­leitenden Bemerkungen über die Geschichte der Schrift wies der Vortragende aui die Unzufrie­denheit bin, die seit einigen 3ahren bei Lehrern und Eltern über die Schulschrift herrschte. Die Hauptschuld an dem Verlock der Schrift mißt der Vortragende der spitzen, a^s England eingesührten Stahlfeder bei. Schon vo. dem Kriege setzten des­halb Refformbestrebungen ein, besonders von dem Schriftllünstler S ü t t e r l i n. der in Verbindung mit Berliner Lehrern in langjähriger Arbeit eine neue Schrift erarbeitete. 5>iefe Schrift ist nun in Preußen obligatorisch eingelührt worden. Auch Hessen wird wohl in einiger Zeit einen Schritt vorwärts tun müssen. Reben Sütterlin waren noch andere Reformer an der Arbeit, Kuhl - m a n-n. Wagner und in Hessen besonders Prof Koch-Offenbach a. M der bekannte Schriftkünstler. 3n der Hauptsache beschäftigte sich Lehrer Melchior mit der Sütterlinschrift, die er den Anwesenden auf großen Tafeln verführte und dabei vor allem auf di« pädagogische ©eite der ganzen Angelegenheit hinwies. Zuerst komme das Kind, dann erst di« künstlerische Seite der Schriftfrage. 3n der ausgedehnten Aus­sprache wurden noch etliche wichtige Punkte be­rührt, so das Verhältnis der Steilschrift zur Stenographie, die Schrift in den kaufmännischen Betrieben usw. Doch kann man hier noch nirgends klare Stellung nehmen, da ja noch alles im Fluß ist. Jedenfalls konnte der Versammlungsleiter, Lehrer Hofmann- Lang-Göns, zum Schluß fest- stellen, daß eigentlich keine Stimme gegen die Eüt- terlinschrift laut geworden war. Man kann über die Klarheit, Deutlichkeit und vor allem über die Erlernbarkeit der neuen Schrift durch die Kinder nur der Meinung fein, daß sie einen Fort­schritt bedeutet. Daß einzelne Formen noch ver­besserungsbedürftig find, wurde auch vom Vor­tragenden anerkannt. Ein abschließendes Urteil aber kann erst in einigen Jahren gewonnen werden.

** Eine Helgolands ahrt, an der auch aus Gießen und Umgegend zahlreiche Reiselustige teilnahmen, (aus Butzbach allein waren 70 Per­sonen vertreten), veranstaltete der Rorddeutsche Lloyd vom 7. bis 11. 3uli. Am ersten Tage ging die Reise bis Hannover. Der Sonntag war der alten Hansastadt Bremen gewidmet. Dom, Blei­keller, Börse, Rathaus und Verwaltungsgebäude des Rorddeutschen LlohdS wurden besichtigt. Rachmittags folgte eine Hafenrundfahrt und Be­sichtigung des neuen im Bau befindlichen Riesen- schnelldampfevs »Bremen" (46 000 Tonnen), Mon­tags ging es nach Bremerhaven, daselbst eben­falls Besichtigung etlicher Ozeandampfer und Ueberfahrt nach Helgolatrd. Gegen 11 Uhr wurde die Mannschaft des LeuchtturmSRoter Sand" mit dem Deutschlandlied begrüßt. Um 12,30 Uhr legte der Dämpfer in Helgoland an. Dort Be­sichtigung des Ober- unb Unterlandes, Rund­fahrten um hie 3nsel, zur Düne usw. Die Reise­gesellschaft, die sich aus allen Bevölkerungs­schichten zuseimmensetzte, man sah besonders viele alte Herren, die auch noch einmal das Meer sehen wollten, war hochbefriedigt von der Reise.

ee Sinh.e itl icher KurS für die Mark­noten während des Wiener Sänger­bund e s f«e st e s. Die Oesterreichische Rational­bank hat mit Kreditinstituten und Bankfirmen vereinbart, daß ab 18.3uli für die Dauer deS Sängerbundes fest es biS einschließlich 23. 3uli der täglich festgesetzte offizielle Geldkurs für Mark- nolen abzüglich der üblichen Provision bis zum nächsten Tag um 12 Uhr als einheitlicher An­kauf skurs dec Kreditinstitute und Dankfirmen zu dienen hat. Dec auf diese Weise errechnete einheitliche Rettoankaufskurs für Marknoten wird

Aus der provinzialhaupistadt.

Gießen, den 17. 3ult 1928.

Taten für Mittwoch, 18. Zuli

Sonnenaufgang 4.04 Uhr, Sonnenuntergang 20.06 Uhr Mondaufgang 5.02 Uhr, Monduntergang 2129 Uhr. ,

1374 der Dichter Francesco Petrarca m zlrqua gestorben (geboren 1304); 1721: der französische Maler Amoine Watteau, Hauptoertreter der Rokoko- zeit in Nogent gestorben (geboren 1684); 1864 Me Dichterin Ricardo Huch in Braunschweig geboren; 1870. Verkündigung des päpstlichen Unfehlbar keitsdogmas; 1876: der Dichter und Sprachforscher Karl Simrotf in Bonn gestorben (geboren 1802); 1915: Beginn der zweiten italienischen Isonzo-Offen sive.

(Gießener 2vochcnrnarktprcise

Es kosteteten auf dem heutigen Wochenmarll das Pfund: Butter 180 bi« 190; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bi« 140: Wirsing 15 bi« 20; Weißkraut 20; Rotkraut 35; gelbe Rüben 25 rote Rüben 15 bis 40; Spinat 23; Römischkohl 20; Bohnen 60; Erbsen 20 bis 25; Mischgemüse 20; Tomaten 20 bis 80; Zwiebeln 17 bis 20; Rhabarber 10 bis 15; Pilze 40; Kartoffeln 6 bi« 6>Aepsel 25 bi« 30; Birnen 40. Dörrobst 30; Kirschen 40 biS 55; Heidelbeeren 50 bis 60; Stachelbeeren 20 bis 50; Johannisbeeren 30 bis 40; Himbeeren 60 bi« 70; Erdbeeren 50 bi« 80; Walderdbeeren 80 bis 100; Pfirsiche 120; junge Hähne 100 bis 120; Suppenhühner 100 bis 120; das Stück Eier 13 bis 14, Blumenkohl 20 bi« biS 80; Salat 5 bi« 10; Salatgurken 30 bis 50; Einmochgurken 10; Oberkohlrabt 5 bis 10; Rettich 10 bis 25; Tauben 70 bis 80; da« Bund: Ra- dieSchen 10 bi« 15 Pfennig

*>

Möwe im Sturm.

Roman von Sophie Kloech.

16. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Man munkelte, die Nadja Kutososs sei so etwas wie eine Fürstin. Wenigsten» hatte sie einmal er- dählt, sie habe ihre Jugend meist an der Riviera verlebt mit der leidenden Mutter und der Gesell- Ichofterin und der Erzieherin unddem ganzen Tram". Worunter man sich eine zahllose Diener schatt vorstellen konnte.

Sie sind eine Komtesse Erdmannsdorf?- fragte |ic Maria einmal auf dem Heimweg, als sie sich ohne tu eueres angeschwssen hatte.Nein? Nur von Erdmannsdorf? So. Nun ja. Es ist beffer, man erzählt nicht, was man früher gewesen J. .11" ®Je auch Wanzen in Ihren Zimmern? 9MNT So seien Sie froh? Ich habe sie schon -um v E^enmal. Diese Buben 0 wie mir ekelt! Und Nefe»*rtt>imtn! - «- ist schlimm. Eie ziehen einem ba» Fell über da» Ohr sagt man nicht so? Ich °*n zwei Jahn in München. Ich weih Bescheid. Wenn nicht im Sommer die Ausflüge waren in die Berge. und die Bälle im Fasching --

..Da gehen Sie bin?"

l^lii 5lijeüutfen.Sie werden auch noch gehen. Man ^t nichts anderes. Oder stnd Sie noch reich?

cic bie Theater besuchen und die guten Kon- zette? Ich kann e» nicht mehr. Man sinkt jo lana- sam. Immer ein bißchen tiefer. Erst noch Kino "oge Nun sitz' ich aiij dem ersten Platz wo die Soldaten' sitzen und die «tudentcn und die Kellnerinnen Die Lust ist schlimm. Aber eine Kusine ist Kellnerin in Hamburg. Da ist es noch schlimmer."

Dann bleibt ich lieber ganz zu Hause," jagte Maria. "

Sie halten e» nicht au» Wir brauchen Menschen Können wir nicht mehr über ihnen stehen, wollen mir zwischen ihnen stehen Leben Sie auch gort allein?" * 1

Zusammen mit meiner Schwester.

.Ist do» nun besser ober schlimmer' Wcim man gon^ allein ist, kann man wenigsten» jebeu Xxjp Schluß machen, wenn es einem ,u widcrl^ u»i ' Das halt mich über Doster, bah ich nur |o la na. mn

machen muß, wie ich selber will. Und dann kommt mitunter eine Stunde" Die grüngrauen Augen unter kurzgeschnittenem schwarzem Haar glimmerten auf, Maria sand dies Glimmern abstoßend. So hatte ©iulfetta blicken können, wenn ein Mann in Ihrer Nähe war.

Trotzdem empfand sie Mitleid mit der andern. Wenn es Ihnen einmal zu einsam ist, besuchen Sie uns. Hohenzollernstraße 84. Am Sonntagnachmittag treffen Sie uns immer."

Das hättest du nicht machen sollen," sagte Elena, als sie bauen erfuhr.Kutusoff? Aller hoher Adel und ganz heruntergekommen, wie e» scheint Man kann sich begegnen auf Hosbällen Wie alt ist sie denn?"

Vielleicht achtundzwanzig. Sie hat ein Mops« gesicht, aber kluge Augen."

Elena, zuckte die Achseln.Also warten wir es ab. Wann kommt dein Freund Godesheim endlich roieberf"

..Er sagte, bieses Mal würben es fünf Wochen werbe». Aber bie müssen bald um jein."

Wenig rücksichtsvoll von bem jungen Herrn, so oft abwesend zu fein. Wo er weiß, daß wir ihn oft brauchen."

Elena, du hast noch immer nicht das geringste Verständnis dafür, daß Menschen, die einen Beruf haben, diesen Beruf auch ausfüllen müssen. Wenn er auf Madeira zu zeichnen hat, so ist das ein großer Gluckssall für ihn. Er wirb wohl nachher roieber eine ganze Weile von dem Verdienst öeilerftubleren wollen. Ach. lieber heiliger Sebastian, worum haß du den Männern so viel mehr Möglichkeiten «. gehen, dos Leben anzupacken unb <u meistern? Es Ist eine große Ungerechtigkeit "

Was hat denn her heilige Sebastian bamit 3U tun?"

Cr hing in meiner Äinberftube über meinem Bfelt. Mit Pfeilen gespickt, aber begeistert gen Htm- niel schauend. Die am ine hatte ihn hingehängt, um Me Ketzerseele ihre» geliebten Schützlings zu retten. Jteiht du, wenn man nicht verpflichtet ist, die Hel- »gen anzurufen, hat man glaube ich ein ulel is zu ihnen Mir ist er immer der ieben. Ein Mensch der in solcher Femdlck^ft tu lobe gehetzt, noch I glaube dos Bild mar eine fünft- eft Immerhin hat es mir einen

von der Oester reichlichen Ranonatbank täglich in den Zeitungen bekannt gegeben werden.

Die Zahl der deutschen Rundfunk- t e i l n e h m e r betrug am 1. Juli 1928 : 2 284 248. Da am 1. April die Hörerzahl 2 234 732 betrug, ist demnach eine Zunahme um 49 516 Hörer zu ver­zeichnen, was einer prozentuellen Vermehrung um 2,2 d. H. entspricht

Oberheffen.

3af)nfd)meHenbranhanberlÖettertalbü6ii

Griedel. 16. 3uli. Auf dem Gleis­dreieck. das am hiesigen Bahnhof der Detter- talbahn die Strecken Butzbach-Lich und Butz­bachBad-Rauheim bilden, fmb größere Mengen neuer Schwellen in letzter Zeit aufgestapelt worden, die zur Ausbesserung der Strecke zwischen hier und Butzbach Verwendung finden sollen. Zwischen 1 unb 2 U&r heute mittag geriet ein Schwellenstob in Brand, der auch bald auf benachbarte Stöße Übergriff. Die geteerten Schwellen boten den Flammen willkom­mene Aahruna. Eine mächtige Rauchsäule wohl 50 Meter hoch, stieg kerzengerade in die Luft empor. Die hiesige Feuerwehr war außer­ordentlich rasch jur Stelle, legte mehrere Schläuche an die nahe Wetter an unb bekämpfte den Brandherd erfolgreich; es war keine leichte Arbeit für die Feuerwehrleute, in der Gluthitze sich der Feuerstelle zu nähern. Aber es gelang der schlagfertigen Wehr, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken und die weiteren Schwellen- stapel vor der Zerstörung zu schützen. Immerhin ist der Schaben noch recht beträchtlich, beträgt er doch mehrere tausend Mark. Wre der Brand entstanden ist. ist ungewiß. Es besteht die Mög­lichkeit. daß ein Funke von der Bahn aus das dürre Gras entzündet hat, von wo aus sich das Feuer bi« zu den nahen Schwellen leicht fort­bewegen konnte.

Landkreis Gießen.

: Beuern. 16. 3uli Unser V 0 lkSbad ist im Laufe der vergangenen Woche fertig- gestellt worden. Die Ausführung lag in den Händen des Maurermeisters Karl Kaspar Sommeclad II., dahier. Das Staubecken, das eine ungefähre Länge von 50 Meter und eine durchschnittliche Breite von 7 Meter hat, kann an der Sperrmauer einen Wasserstand bi« zu 2,30 Meter erhalten. Da der kalte Zufluß, wenn das Becken gefüllt ist, unter der Betonsvhle durch eine Verleitung abgeleitet wird, erreicht die Wassertempercrtur tm Bad einen hohen Grad Wärme. Die Benützung, die dieses von der Ge­meinde geschaffene Kulturwerk in der vergangenen heißen Woche von jung und alt in so reichlichem Maße erfahren hat, zeugt von dec Rotwendigkeit der Schaffung einer derartigen Anlage für unser Dorf.

Z A l l e n b 0 r f a. b. ß b a., 16. Juli. Dank ber Vermittlung des hiesigen Ortspfarrers An­dres wurde gestern nachmittag in der hiesigen Kirche von Mitgliedern des Vereins Deutscher christlicher Studenten, Ortsgruppe Marburg »Das Paradeisspiel oder der Sündenfall" aus­geführt. Die Darsteller und Mitwirken den, die man bei hiesigen Familien einquartiert hatte, entledigten sich alle mit großem Ernst und viel Geschick ihrer Aufgabe, so daß daS Spiel als ein recht gelungenes zu bezeichnen war. Der Be­such der Kirche war zufriedenstellend. Auf Wunsch der BezirkSlehrerschaft Grün­berg wurde am Samstagmittag durch Lehrer Heil hier mit seiner Schulklasse ein S chul- schautumen veranstaltet. Es hatten sich hier­zu etwa 15 Lehrer aus der Umgebung AIIrn­dorfs als Zuschauer eingefunden. DaS Turnen bestand hauptsächlich in Freiweitspringen, Frei- hochspringen, Kugelstoßen und Freiübungen, Trotz der drückenden Hitze wurden alle ile- Bungen exakt auSgeführt. Auch das zum Schlüsse von Lehrer Strack mit feiner Klasse vorge­führte Handballspiel zeugte von überaus guter Schulung unb würbe mustergültig durch- geführt. Alle Anwesenden waren von dem Ge­botenen hochbefriedigt unb brachten dies burch Worte zum Ausdruck.

# Hungen, 16. 3ult Die an den Haupt­straßen wohnende Einwohnerschaft leibet sehr unter der durch den steigenden Krastwagenverkehr entstehenden Staubplage. Schon feit längerer Zett ist bie Stadtverwaltung bemüht. Mittel und Wege zu deren Bekämpfung zu finden. Bereits

Suten Gedanken mitgegeben in mein Leden, ächeln, wenn sie einen zerreißen."

Du wärest imftanbe dazu. Ich gewiß nicht. O wie ich die Leute wieder mißhandeln mürbe, bie mich so peinigen! Kratzen unb beißen würbe ich."

Sergeis Schule."

Es lag jchon vorher in mir. Haft bu mir Pastetchen gebracht, Maria? Ja? O bu bist immer so lieb. Gehst bu selber in bas gräßliche Bräu zum Essen?"

Ich war schon bort. Ging etwas früher aus der Stunbe fort." Unb sie ging in bas zweite Zimmer, unb holte sich eine Handvoll trockenen Zwieback hervor, benn bie Wirtin hatte bie Rechnung schon wieber auf ben Tisch gelegt. Unb Feuerung mußte mich sein. Unb wenn bie Russin morgen, am Sonntag. kam, sollte ein netter kleiner Teetisch ge­richtet sein, mit ein bißchen hiervon unb baoon, einigen feinen Sanbwiches, ein wenig knusprigem Gebäck, ein paar Blumen Da seufzte sie. Das war am schwersten zu entbehren, biese ftleinlg. feiten, bie bas häßliche Mietzimmer heller machten, Skizzen, Blumen, feibene Kisten, einige Spitzen beckchcn Die nackte Häßlichkeit trat so ganz un- verhüllt vor bie Augen. Unb wie sie ben nächsten Tag ihren Teettsch betrachtete unb bedachte, baß sie bufür acht Tage lang wieder um jeden Pfennig feilschen mußte, kam ein neuer Seufzer. E» war doch alle» so mager unb bürftig.

Nabja Kutusoff hatte sich nicht umsonst auffor- bern lasten. Sie kam pünktlich. An der Straßen­ecke verabschiedete fle einen Freund, ben Baßbuffo vom Dperetlentheaier, bei dem sie (Bcfangeftunben nahm. Umsonst. Er hatte so viel Intereste für an- gehcnbe Künstlerinnen.

Ich werb« vielleicht nur dies eine Mal bort hin- einsehen. Aber hinetnsehen will ich. E- liegt mir jo in meinem Gefühl bie Erkmannsdorf, ba» ist irgend etwas, ein Roman ober eine Tragödie ober Komöbie, etwas ist es."

Vielleicht nicht» als ein papierner Stamm­baum/

Lieber Freund, Stammbäume werden nur von denen verachtet, bie selbst keine Stammbäume haben Auf Wiedersehen "

Der Buffo murmelte etwa» hinter ihr drein, was nicht fchmetchethaft klang. Denn sie nicht selbst

war die Anschaffung eines Sprengwagen« inS Auge gefaßt worden, al« eine auswärtige Spe- zialsirrna sich erbot, ein Derluchsstück in der Straße anzulegen und mit einer Mischung au« Teer und staubbindendem Oel zu tränken, wo­durch die Staubbtldung auf ein Deringstmaß ein­geschränkt würde. Der Strahenüberzug ist nun vorn CBabnÜbergang der Straße GießenGeln­hausen bi« zur Apotheke hergestellt und ent­spricht bis jetzt ganz den gehofften Erwartungen. Allerdings soll di« Herrichtung nur etwa 3 Mo­nate wirksam sein. Man beabsichtigt, nun auch die übrigen Hauptverkehrsstraßen mit Bietern Ueberzug Herstellen zu lassen. Die Sttaßensprcn- aung mittel« der Wasserhydranten wie sie seit­her schon durchge'ührt wurde, kann mit Rück­sicht auf die Schädigungen der wertvollen Feuer- wchrschläuche nicht weiter bewerkstelligt werden.

s AuS dem mittleren Horlofftal, 16. 3uli. An manchen Orten wurde in den letzten Tagen bereits mit dem Schnitt ber Wintergerste begonnen. Infolge der unae- beuren Hitze ber vergangenen Woche ist auch die Reife des RoggenS derart Vesthleunigt worden, daß spätesten« in acht Tagen mit der Ernte begonnen werden kann. Der Stand sowohl der Sommer- wie der Winterfrucht tft allent­halben hervorragend Deshalb ist die ganze Sorge der Landwirte, daß in Begleitung ber außergewöhnlichen Hitzewelle nicht noch sohwere Wetter vor der Ernte auftreten und ihren Er­trag beeinträchtigen Die Schäden, die da« letzte wvlkenbrucharuge Gewitter hervorgerufen hat. sind doch in den Gemarkungen des Tales nicht so bedeutend, wie es anfangs schien. Wohl war viel Lagerfrucht entstanden, aber soweit es sich um Winterfrucht handelt, hat sie sich größtenteils wieder gereckt, nur Gerste lagert ziemlich viel.

Kreis Friedberg.

WSN. Steinfurth, 16.9ult Die Bezirts- gruppeSteinfurthbcshessischenGärt- nernerbanbe» veranstalten gestern eine große R 0 sensch 0 u , zu ber Tausende von Besuchern eingetroffen waren. Der große Saal bes Gasthauses 3um Bahnhof" alich einem feenhaften Rosenpara- bies. Hier waren Die schönsten Stinber ber Flora in ben wunderbarsten Farben unb Formen ausgestellt- Etwa 25 000 Rosen aller Klassen sollen es gewesen sein, bie sich in Hunberten von Sorten aneinander- reihten.

4 Wisselsheim. 16. Juli. Di« Salz- wiesen auf der .Sud" bei Hofgut Löwen- thal ziehen mit jedem Jahr naturwiftenschast- lich interessiert« Besucher in größerer Zahl an. Außer heimischen Ratursreunden. die die seltene Pflanzen- und Tierwelt unseres Salzgediet« be­obachten wollen, sind es vor ollem auch Bad-Rau- heimep Kurgäste, die sich zum Studium der Salz­pflanzen und Ealzinsekten bei uns im Wetterial einfinden. Zu den regelmäßigen Besuchern zählen ferner die botanischen und zoologischen Institute der Universitäten Gießen und Frankfurt a. M. Gestern weilte wieder da« Frankfurter botanische Institut in unseren Salzwiesen, di« von etwa 40 Studenten und Studentinnen eingehend studiert wurden. Diese vielteiti« Beachtung un­serer Salzstellen, die für ihren hohen wissenschaft­lichen Wert spricht, sollte Anlaß dazu fein, daß nichts versäumt wird an Maßnahmen für bie Erhaltung des einzigartigen Sal^bezirks. Durch die eifrigen Bemühungen von Lehrer Ostwald In Bad-Rauheim konnte dank des anertennm*- werten Entgegen!immens des Kammerdtrektors Frhrn. A v. Loew in Lich. des Besitzer« von Hofgut Löwenthal, schon einiges für den Schutz des Gebietes getan werden. Die Salz­quellen, die im Gelände bet Löwenthal zutage treten, speisten früher die Wifselsheimer Saline, die um 1600 von Roland Krug errichtet oder erneuert worden ist und kurmainzisch war. 1803 ging sie in den Besitz des hessischen Staates über. Ihre Jahresleistung betrug etwa 3000 Zentner In drei Siedepfannen. Um 1830 aing das Salzwerk ein. Das Verwaitungsqebäude steht heute noch als Herrenhaus de« Hofgut« Löwen­thal. Die Ramen der einzelnen Gewannteile weisen auf die einstige Saline und den Salzrerch- tum des Bodens hin. Wir begegnen u. a. folgen­den Flurnamen: .. Auf ber Salzsode' (im Volks- mundc .Die Sud"), .Die Sodenwiefen". ,3m Salz".

zncis Schotten.

Ulfa, 16. Juli. Dieser Tage sollten zwei jüngere Pferde, bie von einem Ortenberger

I von einem gewissen geheimnisvollen Hauch um- j wittert gewesen wäre, die Gesangsstunden hätten schon längst ein Ende gehabt. Aber es gibt immer einen guten Ruf, wenn man ber Freunb einer sie soll es wirklich sein Fürstin ist. Obgleich rus- fische Fürsten einmal so zahlreich waren wie bi« Sterne am Himmel.

Elena ftanb im kleinen Wohnzimmer unb hielt bie Hanb fröftelnb über bem eisernen Kanonenoten, als Nabja Kutusoff eintrat.

Mit bem ersten Blick sah sie, baß sie bie Dunkle mit ben Flackeraugen nicht w,»stehen konnte. Um so liebensmürbiger neigte sie ben Kopf, aerobe eine Linie nur, unb sagte:Der Gast unb bie Kollegin meiner Schwester? Bitte, treten eie boch näher, Fräulein Kutusoff " Denn dir war betroffen an der Tür stehen geblieben, jank jetzt tief im Hof­knicks zusammen unb stammelte: ..Kaiserlich« Hoheit! Das ahnte ich niM baß mir solche Ehr« Sie küßte die sck)male Hand ber blonden Frau wie überwältigt von so viel Glück.

Elena ärgerte sich. Natürlich, da» hätte man sich denken können. Wer in Petersburg hatte nicht bie schöne blonbe Großfürstin Sergei gekannt, deren Bil­der in jeder Kunsthcmbluna hingen! Unb wenn man sie nur im Theater, Im Schlitten sah Aber sie tat als verstände sie nicht

Ihnen scheint eine «ehnlichkeit etwa» norgugau- kein, Fräulein Kutusoff. Von einer Kaiserlichen Ho- beit wissen wir hier in unseren «lenden Stübchen nichts. Die wurde sich wohl nicht hier hineinbegeben. Ich bin nur die Baronin Biron, die, wie fo viele unserer Leidensgenossen flüchten mußte unb sich jetzt kümmerlich genug durchschlägt."

Nadja Kutusoff tat sofort, al» glaube sie jedes Wort. Denn e» so sein sollte gut Obgleich sie leibst gern hier einmal wieder die gewesen wäre, die sie al» Kind mar.

Maria kam aus dem Nebenzimmer, klingelte dem Mädchen nach Tee. nötigte Ihren ®aft in denFau­teuil" und fragte nach kleinen Dingen aus dem ge- meinfamen Beruf. Ader cs wollte keine Stimmung anfkommev. (Siena konnte Ihren Widerwillen gegen bi# ftrembe nur mühsam verhehlen, die mit Bugen mb Ohren noch jebem Wort, jedem Blick spürte, unb Maria allein erlahmte baran, Unterhaltung zu machen.

(Fortsetzung folgt)

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