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Aus der Provtnzialhauptfiadi

«Stehen, den 17. 3ult 19M.

Sommerabend aus dem Lande.

Hochsommer. X-ifl unb Nacht rinnen flammen. Wer waS ift unf ein Tag bei 36 Grob LelftuS m Schatten? AU«S stöhnt und feuht. bc<wibn< in ber Stadt Auf dem Lande hört man aanz wenig Klagen. Wohlagt man *um Nachbar ..Diel heih heute!'" Aber die Aeoeit muh doch «ton werden 3m grellsten Sonnen!chein steLt der Landmann aut dem Acker Dir Haden ein ©unberMjönH Sprichwort: ..Die Sonne hat noch feinet Dauer «um Lande hmausgefchienen." Und das ist wahr. Sieh, wie alles gedeiht, wie lich die Frucht golden färbt! Bald ruft die Ernte all« Kräfte tztnous auf die Felder.

Dir haben auf dem Lande aber fun Aus­gleich der beiden Tage die schönen Sommer­abende. Denn die Sonne unlergeaangen ift und die Luft sich etwas ahaekühtt hat. fW «froh und klein vor dem Haul«. Kern Mensch ift un Zimmer Nur lan^ani flieht die Untere aüung. denn die Hitze deS Tage« wirkt noch nach. Wer .m Sonntag war ein Fest, nächsten Sonntag tst wieder eins, Stoff genug, um von der Alltags- ardeit etwas Tot- und Nachfreude »u geniesten.

Die feiern je sicher »uviel Feste. «Saat- doch cm Schüler jüngst auf die Frage deS LehrerS. warum Europa ein Festland genannt werde, .weil wir so viele Feste feiern!. Aber es ist für viele Landbewohner im Sommer hie emaiac Art von Erholung Deshalb urteil« man nicht M schnell

So ein Sommerabend im Dorf ist für die Er­holung e.qtntlich noch viel mehr geschaffen, als ein He«! Da fitzen die müden Arbeiter auf einer Dank vor dem Haus oder auf der Kirch­hof sm euer die Pfeife brennt, in der Fern« zuckt ein Detterleuchten, «onst alleS klar und wolken­los. Der Mond schaut auf die stille Srde. Manchmal hört man von drüben daS Spiel der Ziehharmonika, die ein musikalischer Bursche pro­biert. um einige Liedchen für den nächsten Sonn­tag «inMiüben. Auch hier und da hört man ein Mädchen fingen, aber nicht laut, eS ist ein Summen Sin zarter Schleier von Müdigkeit liegt über dem ganzen Dors Die Kinder sind noch auf. lauschen auf die Unterhaltung der Alten und schauen nach den flatternden Fleder­mäusen.

Die leicht bewegte Luft bringt uns den lüften, betäubenden Duft bet Lindenblüte, aus den Tauarngärten senden Nosen und Nelken ihren Dohlgeruch. Friede und Stille überall. 3n manchen Dörfern plätschert nut bet 'Brunnen fern eintönig Lied.

Wer einmal den Zauber dieser Sommernächte auf dem Lande kennengelernt hat. ber wird immer wieder, wenn eS seine Zeit erlaubt, dahin zurückkehren und fein« städtischen Nerven für neu« Arbeit stählen

Der ßanbmann aber findet in diesen Tagen nut ganz wenige Stunden Schlaf: denn kaum araut der Morgen, so ist er wieder an bet Ar­beit. Schon vor Sonnenaufgang fährt er hinaus in daS Feld, um Futter für das Bich heim- zübolen. SS ist unglaublich, mit wie wenig

unsere Landwirte im Sommer auskom- incn Dafür holen fte aber barm im Winter, in der Zeit ber Ruhe, alles nach. P.

Die Zeltstadt des Zirkus Rront ist eine Seheitowurdigktit für sich, le ist eint in» Gigantisch« gestrigen« wandernde Boheme. Lei aller Nüchternheit. Zweckmäßigkeit und Sachlichkeit der technischen Anlagen entbehrt sie nicht Les Keines uralter Zirtuoromaniik. Fabelhaft ist schon die Schnelligkeit, mit der diese kur-fristige' St«, delung au» dem Boden wachst. In weniger al» zwölf Stunden, ohne sonderlichen Lärm, beinah« automatisch, weil jede der vielen hundert am Bau beteiligten Hände den einzelnen Griff im oorau» fennt wird bU ynu 3irfu»ftabt au» dem Boden gefiampft Do» Riesenzelt. ba» an vier mächtigen Schiffsmasten hochklettcrt, die sich unmittelbar an- schließenden Garderobezelle des Zirkuspersonal». der Marftall. die Zelle ber 700 Tiere, die 240 Zirkuswogen, Wohn- und Requisiten - Wagen bauen sich immer in derselben logischen Folge auf. Babylonische» Stimmengewirr yön man, alle Sprachen, die hier vertreten und. wird kaum der

-!flt# Dolmetscher beherrschen. Gewaltige Kräfte arbeiten on dem lufbau der Zjrkusstapt mit. Menschen und Pferd«, gaiue Kolonnen von eigenen Traktoren und Raupenschleppern. Richt genug damit: Auch ber Tierpark mutz seine schwerwiegendsten" Vertreter hergeben: Assan, Charly und Mary, die drei großen Elefanten, die größten Schieber' im ganzen Zirkus Krone, be­fördern fast spielend einen der gewaltigen Wagen nach dem andern an seinen Bestimmungsort. Mal ziehen sie chn. mal schieben sie ihn vor sich her, got^ so. wie eine Lokomotive mit einem Güterzug

Vornotizen.

Togeskalender für Dienstag.Ci«. bia»höhe: 6. Konzert der Reichswehrkapelle, 8.1V Uhr. Lichtspielhau», BahnhofstraßeDie Dame mit dem Tigerfell . Astoria.LichtspieleOnkel lerne Hütte"

Der neue Rektor der Technischen Hochschule. Zum Rektor der Technischen Hoch­schule Darmstadt ist für die Zeit vom 1. September 1928 bis 31. August 1929 der ordentliche Professor für Physik an ber Technischen Hochschule, Dr. Han» Rau, gewählt und vom Gesamtministerium be- ftätigt worden.

" Veränderung imVieftenerStadt- parlament. Abg Schultz lFr. Tg.) hat infolge seiner Versetzung in die Geschäftsleitung deS D. 9). D in Hamburg sein Mandat für die Gieftener Stadtver ordnetenversammlung nieder­gelegt. Als fein Nachfolger übernimmt Land­gerichts-Registrator Rumps, ber vor einigen Äahren schwn dem Stadtparlament angehörte, das Mandat.

ee Die Klagen der Hausfrauen über mangelnde Gaszufuhr in den Stunden des dringendsten Bedarfs in den Haushaltungen haben, wie wir berichteten, am vorigen Freitag in der Stadtverordnetensihung eine kurze Aus­sprache herbeigesührt. Beigeordneter Dr. Hamm sagte dabei Abhilfe zu, die von dieser Woche an wirksam sein werd«. Die mangelnde Zufuhr des Gases hat ihren Grund Darin, daft einer­seits der DaSkonsum gegen früher auftervrdentltch stark zugenommen hat, andererseits das Zu- lettungsrohr von dem groben Gasbehälter Im Gaswerk bis »um Beginn des Derteilungsnetzes in ber Gartenstraste für den gesteigerten Konsum zu eng geworden ist und infolgedessen trotz

Berliner Börse.

De r l i n, 17. Juli. (WTL. Funkspruck.) Nachdem die Stimmung an der gestrigen Abenobärse noch eher etwa» freundlicher gewesen war, machte sich heute früh auf Grund der schwachen Neuvorker Börse eine stärkere Zurückhaltung bemerkbar. Die Tendenz ist undurchsichtig und neigt zur Schwäche. Kurse sind

ar ost en Borrats im GasstehLter nicht bi« a» forderlichen Gasmengen burchgegeben werden können. Zur Behebung freier Kalamität wird gegenwärtig ein werteres ZuleitungSrohr gelegt, ba» vom Gasbehälter aus nach der Oftanlage herüberführt und dort nrit dem Hauplzuleitunas- rohr in Verbindung kommt. Durch bie(« Sr- toeticrung der Bohranlage wird künttighin eint vesenttkch gröftere Gasmenge als bisher den Haushaltungen zugelettet werden können, fo daft bann hoffentlich bi« bisherigen Klagen sich nicht wiederholen werden. Das neue Zuleitungsrvhr wird bereits von morgen vormittag ab tn bei Betrieb eingeschaltet werden.

* M it dem Fahrrad tödlich verun- glückt. Auf dem Heimweg von seiner Arbeitsstelle bei der Firma Heyligenstaedt kam gestern nachmittag der Former Heinrich AtzdachVl. au» Steinbach in der Nähe des Bahnübergang» in der Licher strafte infolge Anfahrens an einen andern Rad­fahrer mit feinem Fahrrad sehr ichwer 3um Sturz. Ter bedauernswerte Monn trug dabei einen schweren Schadelbruch mit erheblichen Verletzungen am Kopfe davon und blieb besinnungslos an der Unfallstelle liegen. Don einem Mitglied der Freiwilligen Sani- täbfolonne vom Roten Kreuz wurde dem Ver­unglückten die erste Hilf« geleistet, und er alsdann von der Sanitätskolonne mit dem Sanitätsauto in die Chirurgische Klinik übergeführt. Dort ist der Vchweroerunglückte heute morgen gegen 5 Uhr seiner Verlegung erlegen.

ee Unfälle beim Baben. Gin iunaeÄ Mäbchen brach am Sonntag beim Baben in ber Lahn einen Arm. SS handelt sich um einen leichten Armbruch Sin junger Mann erlitt «ine Fusiverletzung. Beide wurden der Chirurgischen Klinik zugcfuhrt. Am gestrigen Montaanach- mittag gegen 5 Uhr erlitt ein junges Mädchen aus der Neustadt beim Baden in der Lahn, in ber Nähe des LaunSbacher StegS. einen Krampf­anfall, infolgedessen e» unterging und ziemlich viel Wasser schluckte. Da» Mädchen tonnte glückltcher. weise von anderen Badenden gerettet werden, jedoch mufttc die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz es in die Medizinische Klinik über­führen.

(Eine Mahnung zur Vorsicht! Aus Nidda wird uns berichtet: Der hier wohnend« Bahn- beamte i. R. Orbig nahm bei einem (Banae durch das Feld eine Kornähre in den Mund. Dabei kam ihm eine Granne in den Hals, die er nicht wie- der entfernen konnte. Der Hal» begann gefährlich zu schwellen und machte dem Patienten solche Schmer­zen und Beschwerden, daß er in der Klinik zu Gieften Hilfe suchen mußte. Dort erst konnte die Granne entfernt, und er nach einigen Tagen wieder geheilt entlassen werden. Hätte er noch länger mit ärztlicher Behandlung gewartet, so wäre der Ausgang sehr schlimm geworden. Der Borfall mag zur Warnung dienen.

,e Don der Lahn. Heutige Wasierwärme der Lahn 23,5 Grad Celsius.

(Weitere Lokalnachrichfen im 2. Blatt.)

aber nach nicht lu hären Am Devisenmarkt nennt man Patte 124.25, Mailand 98,80, Spanien ?9ch6, ba» Pfund 486,10 und den Dollar 4,1955.

Bundsunkprogramm.

Mittwoch, 18.3*11

15.30 bis 1c Uhr Di« Stund« her Äugend. 1630 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters. - 1745 bii 18 05: Di« Bücharsnmde - 18.30 bis 18.45: Ttertvlftunbc der Deutschen Reichspoft: ..Mit der Kraftpost durch den Taunus". Bort rag von Post-.nlpeklor Bender. 18.45 bis 19.15: Funkhochschule. ..Das deutsche Drama und Theo- ter vom 17 ^ahrbundert dis zur Gegenwart". Dortrag von Professor Dr. Franz Lchultz. 19.15 bis 19.30: Senckenberg-Viertelstunde: Di« Hornschrcht ber Haut: 1. Schuppen. Schilder, HörnerVortrag non Dr T Obinger. 19.30 biS 20.15: Französischer Sprachunterricht. - 20.15: Abschiedsabend von Norbert SchillerDie Kinder". Komödie von Hermann Bahr.

Donnerstag, 19. 3usi.

1330 bis 14.30 Ubr: Don Kassel: Tlitlagl» kvnzert. 15.30 bU 16: Di« Stunde der 3ugenb. - 16.30 bil 17 45: Konzert de» Rundfunk­orchesters : Operetten. -- 17.45 bis 18.05: Di« CcMtunbc. - 1830 bis 18 45. Don Kassel: Die Stunde Haus und Garten".Schnell wirkend« Düngemittel", Vortrag von (hartenIngenieur Kar! Hinz«. 18.45 bis 19.15: Von Kassel Gustav Bellin spricht zum Gedenken Victor Auburtins. 19.15 bis 19.45: Stund« katholischer Weltanschau­ung 2015 bis 21.15 Konzert. 21.15 bis 22.15: Don Äaffd: Ikarusträum«. Anfchlie- ftend: Don Kassel: Spätkonzert ..Berliner und Wasferkanten-Humor"

Freitag, 20. 3efi.

13 bis 14 Uhr Schallplatten-Konzert, smphv- nifche Musik. - 15.30 bi» 16: Di« Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Haus trauen-Nach­mittag 17.45 bis 18.05: Dte ßefeftunbe. 18.30 bis 19: Stunde deS SüdwestdeulfchenRadio- klubs. 19 bis 19.30: Gteitographifcher Fort- bildungSkursus für Anfänger und Fortgeschritten« lDiktat von 80 6üben auswärts). 19.30 bis 19.50: Zwanzig Minuten Fortschritte In Wissen­schaft und Technik. 19.50 bi» 20: FSnt-Wochen­schau. 20: Von Stuttgart: »Die Tochter bet Madame Angot", Operette von Charles Oerocg. Anschi testend: Literarische Stund«..

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Bekanntmachung.

In unser Handelsregister Abtellung A wurde eingetragen:

Am 6. 3nll 1928 bei der Firnra August Noll. Kreuzdrogerie in Gießen: Die Firma ist geändert in August Noll, Kreuzdrogerie, Nähe Bahnhof. Der Frau Hermann Noll Marie, gebotene Fuhr in Gieften, ist Prokura erteilt

Am 10. Jnli 1928: Die Firma Theodor Kbhler in Otieften. Inhaber ist der Kauf­mann Theodor Köhler in Gieften.

Am 11. Juli 1928: Bezüglich ber Firma Georg GenzeSlaus Hoffmann in Gieften: Die Firma ist geändert in: Georg Venzes- lauS Hoffmann 4 Co. Kaufmann HanS Jungnickel in Gieften ist al» weiterer persönlich hastender Gesellschafter in da» Geschäft eingetreten. Tie offene Handels­gesellschaft hat am 1. April 1928 be­gonnen. 6658D

tieften, den 13. Juli 1928.

Hessisches Amtsgericht.

Bekanntmachung.

Der Voranschlag ber Gemeinde Bersrod für Sil 1928 liegt vom Mittwoch, dem 18. Aalt, eine Woche zur Einsicht der In- ieresiettten und etwaiger Erhebung von Einwendungen auf hiesigem Bürger- meiftereibureau offen.

E« ist di« Erhebung einer Umlage be­schlossen, zu der auch die Ausmärker beizu­tragen haben. 6665D

BerSrod, 17. Juli 1928.

Hessische Bürgermeisterei Bersrod Becker.

Bekanntmachung.

In unser Handelsregister Abteilung B wurde am 7. Juli 1928 bezüglich der Firma Heinrich Schön 4 Camp., Gesell­schaft mit beschränkter Haftung in Gießen, folgendes eingetragen: Die Vertretung», befugnt» deS Liquidators und die Firma ist erloschen. 6658D

Gießen, den 10. Juli 1928.

__________Hessisches Amtsgericht.__________

Bekanntmachung.

In unser Handelsregister Abteilung B wurde am 12. Juli 1928 bezüglich der Firma Wilhelm Gml'sche Tonwerk«, Aktien­gesellschaft in Gießen, folgendes einge­tragen: Dem Heinrich vreither zu Gieften ist derart Prokura erteilt, daß er in Ge­meinschaft mit einem Vorstandsmitglied zur Vertretung ber Gesellschaft befugt ist.

Gießen, den 13. Jul, 1928. 6658D

__________^cisisches Amtsgericht.___________

Bekanntmachung.

In unser Handelsregister Abteilung B wurde am 13. Juli 1928 bezüglich der Firma H. Schaftstaedt, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gieften, folgendes eingetragen: Die Prokura deS Ludwig Boll ist erloschen. M08D

Gießen, den 14. Juli 1928

__________Hessisches Amtsgericht.___________

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