Ur 74 ’ Drittes Statt____________ Tietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheifen) Dienstag, 16. Oktober 4928
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Turnen, Sport und Spiel.
Äoppelfeier im Turnverein von 1846 Gießen.
Tem Turnverein 1 8 4 6 Gießen war es in diesen Tagen vergönnt, eine Doppelfeier recht eigner Art ßu begehen, konnte er doch auf das zwonzigiährige Bestehen seiner Schülerabteilung, sowie auf das zehnjährige Bestehen seiner Schülerinnenabteilung zurüclb il.n. Doll Stolz und freudigen Bewußtseins, in dieser langen Zeit treue Arbeit an nach Tausenden zählenden Jungens und Mädels geleistet zu haben, konnte die Leitung des Vereins diese Geben tage, d e Marksteine der stillen Arbeit sind, nicht vorüüergehen las.en, ohne der Oesfen.lichk.'it Zeugiiis des Wirkens und Schaffens in diesen Abteilungen zu geben. So hatten denn d e turnerisch Verantwortlichen unter der bewährten Führung des Oberturn- Wortes Karl Erb zu einem Bühnenschau- turnen eingelabcn, um hier zu zeigen, „was" und „wie" in Kinderabteilungen der Deutschen Turnerschatt gearbeitet wirb. Darü.er hinaus ließ man sich bei der Zusammcnstellana t>:r Turn- folge von dem Gedanken leiten, nicht nur die Grundlage turnerischen Scha fens vor Augen zu führen, sondern auch die zirlbewu^.te IDeiterar'eit in richtigem Aüf- und Ausbau nach d.r^ ersten Arbeit in den Kurdrrabte lungm, also über die Jugendabtellung in die Turnabteilung hinein, darzustellen. And wahrlich, der Turnverein von 1846 Gießen kann sich, wie kaum ein zweiter Verein, mit Fug und Recht t>2i turnerischen Darstellung dieses Grundgedankens wirksam unterziehen, hat doch der 1. Sieger des Zwölk'ampses beim 14. Deutschen Turnfest in K')ln, der Turner Karl Reuter, in der Schüerabt.ilung des Tv. 1846 Gießen seine erste turnerische Ausbildung einpsangen, und ist er fernerhin nur in Turnabteilungen dieses Der.ins Emp.änger und auch Geber gewesen. 3n diesem erfolgreichen Turnersiegrr kann man somit ein ge cm es Spie e ° bild der erfolggesegneten Arbeit eines Turnvereins erblicken.
üleberschaut man aber rückwärtsblickend das Werden dieser Kindcrabteilungen, dann erkennt man, daß ein gewaltiger Wandel in der Arbeitsweise in diesen Stellungen eingetreten ist. Sah man vor Jahren in dem Turnen der Jungens und Mädels nur einen Abklatsch des Turn »ns der Erwachsenen, so kann man heute feststellen, daß aus diesem Zweig, dem Kinderturnen, ein Gebiet für sich erstanden ist, das eigene Richtlinien und eigene Gesetze erfordert. In richtiger Erkenntnis dieser Tatsache und nach den von den übergeordneten Derb an den ergangenen Weisungen handelnd, hat es der Turnverein von 1846 verstanden, seine Kinderabteilungen zeit- aemäh zu leiten, und dies ist kein geringes Der- dienst und. verdient vollste Anerkennung.
Das Bühnenschauturnen des Vereins erfreute sich ein cd sehr regen Besuches, ein Zeichen dafür, wie tief der „Alte" Turnverein in weiten Kreisen unserer Stadt verwurzelt ist. Worte der Begrüßung entbot der 1. Sprecher, der besonders die Vertreter der Stadt, Schulen und Universität willkommen hieß. Die Turnfolge war nach den oben gegebenen Gesichtspunkten in zwei Teile gegliedert: 1. Arbeit der Jungen und Mädels (Kinderabteilung); 2. Arbeit der Zöglinge und Turner (Zöglings- und Turnabteilung). In bunter Reihenfolge wechselten Darbietungen der Turnerinnen und Turner, so eine reichhaltige Fülle turnerischer Leistungsfähigkeit zeigend. Bei dieser vielsertigen Turnschau durfte es schwer sein, diesen oder jenen Programmpunkt hervorzuheben. Leitung und Ausführendr dürfen das Bewußtsein hegen. Gutes geleistet zu haben. Den Singspielen, Volkstänzen, Stab-, Frei- und Schrittübungen der Mädels folgten älebungen am Reck und Darren, sowie eine Körperschule der Jungens. Ein Gemeinturnen an drei Barren stellte das Geräteturnen der Mädchen ins rechte Licht. Was die Schüler und Schülerinnen boten, war ein Genuß in des Wortes ganzer Bedeutung. Der zweite Tell zeigte den Ausbau; im wesentlichen dasselbe nur in vollendeter Entwicklung. Die Hebungen zogen bildstreifenartig vor den Augen der Besucher vorüber und hinterließen den Eindruck großer Arbeit und reifen Könnens.
Dem freien Kräftespiel der Jugend Rechnung tragend, oeranstallete der Turnausschuß des Vereins am Sonntag Wettkämpfe der verschiedensten Art, so allen Abteilungen Gelegenheit gebend, ihr turnerisches Können im Kampfe um die schlichte Auszeichnung gegeneinander abzuwägen. Vielseitigem Interesse begegnete die Austragung des Wetturnens um den vom Turnclub gestifteten Wanderpreis. Die Wettkämpfe brachten folgendes Ergebnis:
Wettkampf um den Schild des Sur n* klubs:
1. Sieger Alvis Burkart. 2. Karl Dort. 3. Kurt HovMeck.
Mehrkampf:
Turnerinnen (22 Teilnehmer). 1. Ria Milipp. 2. Johanna Kröck, Emmi Münch, Lotte Mohr. 3. Jdel Hauck, Mathilde Koch.
Schülerinnen (36 Teilnehmer). 1. Agnes Schneider. 2. Helma Schneider. 3. Mia Hamel.
Juaendturner (Oberstufe. 20 Teilnehmer). 1. Willi Straub. 2. Hans Vogt. 3. Otto Kern. — (Unterstufe. 21 Teilnehmer.) 1. Ludwig Lotz. 2. Friedrich Drück 3. Karl Habicht.
Schüler (39 Teilnehmer). 1. Heürrich Schlamp. 2. Willi Ellermeier. 3. Hans Happel.
Volkstümlicher Dreikampf:
Oberstufe (15 Teilnehmer). 1. Walter Loh. 2. Hugo Bartel. 3. Willi Ar^bächer. — Unterstufe (12 Teilnehmer). 1. Theo Daubel. 2. Otto Jüngst. 3. Franz Müller.
Fechter (8 Teilnehmer). 1. Walter Gerhardt. 2. Kurt Enhlin. 3. Willi Schemel.
Schw immen:
Jugendturnerinnen (14 bis 16 Jahre) Mehrkampf. 1. Gretel Schreier. 2. Gertrud Schmidt. 3. Elisabeth Sick.
Jugendturner (14 bis 16 Jahre). Mehrkampf. Ehrensieg: Fritz Werner. 1. Otto Kern. 2. Hans Stommel. 3. Rudolf Wolf.
2 uge n d t u r ne r (16 bis 18 Jahre), Mehrkampf: 1. Franz Spröer.
Einzelkampf: 1. Otto Jüngst. 2. Franz Spröer. 3. Heinz Theisebach.
Schülerinnen, Klasses. 1. Else Kompf. Klasse B. Anni Kompf.
Schüler, Klasse A. 1. Heinz Mellinger. 2. Helmuth Boller. 3. Erich Hemel. 4. Heinz Köhlinger. Klasse B. 1. Ernst Fabian. 2. Ernst Weeg. 3. Otto Kompf. 4. Hans Loh.
Das Schauturnen am Sonntagnachmi tag sand auch in flotter Abwick ung unler dem Beifall der Zuschauer seine Erledigung. Am Abend traf man sich in der Turnhalle zur Siegerehrung, in die sämt'iche für den Verein während des Jahres ersolzr ich g?to:fe. ei Turner, Turnerinnen, Sch-im ! er Sehwi nmer n en, Fechter, Spiller usw. mit einbegrif en wurden. Der 1. Sprecher konnte mit Stolz aus die 186 Siege des Jahres Hinweisen, darunter unter betonte e. Betonung auf dm 1. Sieg des 14. Deutschen Turnfestes. Sein b:g istert aufgenommerci „Gut Heil" galt allen Siegern als Dank für ihre Arbeit. In einem geselligen Deisammense n sanden die Gedenktage einm würdigen und harmonischen Abschluß.
Richt unerwähnt soll bleiben, daß der Leiter der Schülerinnen-, sowie der Schü'erab eilung seit ihrem Bestehm der Oberturnwart Karl Erb ist, der bei den Schülern neben anderen Vorturnern von Turner Freitag unterstützt wird. Handball im Männerturnverein (O.T.)
M.T.V. II.—T V. Wetzlar-Riedergirmes I. 3:4 (0:1).
M.T.V. Jugend I.—Tgmd. Friedberg Jugend I. 3:0 (2:0).
W.T.D. Schüler I.—TV. Wetzlar-Riedergirmes I. 8:2 (4:2).
Rach den letzten Spielen zu urteilen, hatte die II. Mannschaft am Sonntag in Wetzlar- Riedergirmes unbedingt gewinnen müssen. Wenn auch der ungewohnte und zu kleine Platz mit zü' der Riederlage beigetragen hat, so muß doch gesagt werden, daß bei diesem Spiel der nötige Zusammenhang in der Mannschaft gefehlt hat. Dagegen stellte Wetzlar-Riedergirmes eine äußerst flinke Mannschaft, die wußte was fie wollte. Es gelang ihr, zwei wertvolle Punkte zu erringen.
Die I. Jugendmannschaft hatte auf eigenem Platze die Jugend der Turngemeinde Friedberg zu Gast. Es gelang ihr, nach schönem Spiel einen einwandfreien Sieg über den stärksten Gegner im Gau Hessen zu erringen und hierdui^h die Führung in der Gau-Jugendklasse zu übernehmen. Ohne Derlustpunkte aus der Vorrunde hervorgegangen, muh sie jetzt zeigen, daß sie auch in der Rach runde zu spielen versteht.
Die I. Schülermannschaft trug ein Freundschaftsspiel gegen Wehlar-Rredergirmes aus und konnte nach schön verlaufenem Spiel sicher gewinnen.
Handball der Sp.-Dg. 1900.
Die Maschinengewehr-Kompagnie unterliegt 9:4.
ö. Die Handballabtellung der Sp.-Dg. 1900 hatte am Sonntag mit dem Gegner für ihr erstes Spiel nach der Sperre einen guten Griff getan. Die Leute von der Maschinengewehr-Kompagnie waren von Anfang an mit Feuereifer bei der Sache und gaben den 1900ern manche Ruh zu knacken. Sie hielten das Spiel stets offen, konnten aber nicht verhindern, daß die 1900er in der ersten Spielhälfte fünfmal einsandten. Als ste nach der Pause merkten, dah die Hintermannschaft des Platzvereins nicht mehr recht auf dem Damm. war, kam immer mehr Leben in die Gäste, und sie vermochten den Spielvereinigungshüter viermal zu schlagen. Drr 1900er Sturm war jedoch inzwischen auch nicht müßig gewesen und hatte den in glänzender Form befindlichen Schlußmann des Militärs ebenfalls noch viermal 'zur Kapitulation gelungen.
Abgesehen von etwas weichem und unproduk- ttvem Stürmerspiel in der ersten Halbzeit, hinterließ die Kompagniemannschaft einen fe$r guten Eindruck. Bei den 1900ern wollte es noch nicht recht klappen. Allerdings muß man der Mannschaft zugute halten, daß fie nahezu fünf Monate ohne Spiel war.
Handball in Heuchelheim.
Tv. Heuchelheim I — Tgde. Friedberg I 0:0.
Am Sonntag standen sich in Heuchelheim obige Mannschaften zum fälligen Verbandspielgegenüber. Friedberg, als Verein mit den meisten Aussichten auf den ©aumeiftertitcl, enttäuschte sehr. Sofort nach Anstoß brachte es zwar das Heuchelheimer Tor verschiedentlich sehr in Gefahr, aber nach und nach machte sich eine leichte Ueberlegenheit der Einheimischen bemerkbar, die auch dadurch zum Ausdruck tarn, daß Heuchelheim zweimal erfolgreich einsenden konnte. Be de Tore wurden aber vom Schiedsrichter nicht gegeben, wovon eine Entscheidung bestimmt als falsch bezeichnet werden muß. Rach Seitenwechsel wurde Friedberg zeitweise vollständig auf feine Hälfte zurückgedrängt, so daß es sich genötigt sah, mit der gesamten Mannschaft zu verteidigen. Das Spiel wurde fehr körper ich ausgetragen. Einen großen Teil der Schuld hieran trägt der Schiedsrichter, der sich das Spiel vollständig aus der Hand nehmen lieh.
Handball in Großen-Buseck.
Grohen-Buseck l — Dillenburg I 9:5 (4:2).
Großen-Buseck Jugend — Dillenburg II 1:1 (0:1).
Großen-Buseck Schiller — Grohen-Buseck Ju- genb 3:2 (:1 1).
Zu einem Gesellschaftsspiel trafen sich obige Mannschaften in Großen-Buseck. Die erste Mann- sckwft Dillenburgs spielte sehr flink, aber äußerst hart. Großen-Buseck war jedoch durch seine Entschlossenheit etwas überlegen und konnte durch die Wurssicherhett seines Sturmes obiges Resultat erzielen.
Das Jugendspiel war ein Werbespiel im wahren Sinn des Wortes. Was Dillenburg an Körpertraft überlegen war, glich Buseck durch seine Flinkhell aus. Das Unentschieden ist nicht ganz berechtigt, ein Sieg der Großen-Dusecker wäre berechtigt.
Aach dem Spiel gegen Dillenburg spielte die Jugend gegen die Schüler und mußte sich mit diesem mageren Resultat begnügen. Die Schüler- rnannschast besitzt sehr gute Kräfte, die es durch Spielerfahrung noch zu etwas bringen können.
Iußball-LokMmpse in Gießen.
Liga D. f. D. — Spielvereinigung 1900 Liga 1:0.
Ligareserve V. f. B. — Spielvereinigung 1900 Ligareserve 3: 2.
III. V. f. B. — Spielvereinigung 1900 III. 4:1.
Mehr als 1600 Zuschauer hatten sich am Sonntag auf dem Waldsportplatz eingefunden und gaben dem Gießener Fußballgroßkampf einen imposanten Rahmen.
Von Anfang bis Ende wurde bei dem Liga- spiel in einem ungemein scharfen Tempo und beiderseits mit Kraft und Energieaufwand gekämpft. Es war ein packendes Spiel, das von beiden Gegnern in fairer Weife durchgcführt wurde. Ein großes Verdienst an dem reibungslosen Verlauf des Spiels hatte der Schiedsrichter Miller (Sportverein Wetzlar), der das Treffen in jeder Weise einwandfrei leitete. Seine Entscheidungen waren korrekt. Daß die Ausstellung der Mannschaften die denkbar stärkste war, ist bei der Bedeutung des Spiels selbstverständlich. Die V. f. B.-Elf führte in der ersten Halbzeit, trotzdem sie gegen die Sonne zu spielen hatte, den besseren Fußball vor. Ihr Spiel war planvoller und ihre Kombinationen genauer. Der Aufbau der Angriffe war durchdachter und die Ballbehandlung des einzelnen eine bessere. Rur ließ der Sturm, der sich sonst recht gut untereinander verstand, durch zu schwaches oder zu wenig placiertes Schießen eine ganze Anzahl Torgelegenheiten aus und vergab somit die Möglichkeit, die Feldüberlegenheit der Mannschaft in zählbare Erfolge umzusetzen. Bei der Spielvereinigung wollte es vor der Pause nicht recht klappen. Die Läuferreihe entsprach nicht den Erwartungen. Durch ihr Versagen hing der Angriff, der aus fünf recht guten Einzelspielern bestand, in der Luft. Die Mannschaft verstand sich aber auch sonst zu wenig untereinander und brachte kaum eine einhellliche Aktion zustande. Lediglich die Verteidigung und der Tormann zeigten sich ihrer recht schweren Aufgabe gewachsen. Auch nach dem Wechsel, bei dem das Resultat noch 0:0 lautete, war 23. f. B. seinem Gegner leicht überlegen. Einen gut vorgetragenen Angriff schloß Sättiger mit rasantem Torschuß ab, der auch der einzige Treffer des Spiels und damit der Siegestreffer für V..f. B. bleiben sollte. Mit dem Mittelanstoß versuchte die Spielvereinigung den Ausgleich herzustellen. Die !,ut ausgelegte und zähe Läuferreihe der Platzmann- chaft vereitelte jedoch durch richtiges Stellungsspiel ne wuchtigen, aber durchsichtigen Angriffe des Gegners. Das Spiel blieb bei gleich verteitten Chancen offen bis zu dem Augenblick, in dem der Mittelstürmer und zum Teil auch die Läuferreihe sich zu sehr in die Deckung zurückzogen. Hierdurch gaben fie der Spielvereinigungself Gelegenheit, sich besser zu entfalten und für den Rest der Spielzeit das Heft in die Hand zu nehmen. In dieser Drangperiode des Gegners stellte Singel fein hohes Können als Torwächter unter Seroeis.
Auch die Ligareserve erfocht über ihren Lokalgegner einen knappen Sieg. Sie hatte sich anscheinend in der ersten Halbzeit und zu Beginn der zweiten im Uebereiser zu stark verausgabt. Sereits mit 3:1 in Führung liegend, mußte fie sich von den stark aufgekommenen Spielvereinigungsleuten ein zweites Tor gefallen lassen, und hatte gegen Schluß Mühe, das Siegesresultat zu halten.
Einen bedeutend leichteren Sieg errang die Dritte gegen die gleiche der Spielvereinigung. Während D. f. D. nur junge Kräfte eingestellt, hatte der Gegner seine Elf durch einige ältere Spieler verstärkt. Das Treffen wurde beiderseits viel zu hart durchgefiihrt. Obgleich durch Herausstellungen zahlenmäßig geschwächt, war D.f.B. besser als der komplette Gegner. Das 4:1-Resultat entsprach dem Spielverlauf.
D. f. B.
Die neu zusammengestellte vierte Mannschaft des D. f. B. Gießen hatte am Sonntag in Steinbach ihren ersten Gegner. Die Gäste überraschten durch ihr eifriges und technisch recht gutes Spiel. Bis zur Pause hielten sie durch ihren Eifer das Treffen durchweg offen, mußten sich jedoch dann den routinierten D. f. B.ern mit 5:1 beugen. Beiden Mcmnschaften gebührt ein Cesamtlob für ihr rühriges und faires Spiel.
Die zweite Jugend des D. f. B. verlor gegen die erste Jugend Riederweisels mit 1:2.
G. V. Heuchelheim I —
$. C Rieder-Weisel I 3:0.
In Niederweisel konnten die Heuchelheimer, mit nur 9 Mann spielend, 3:0 gewinnen. Zwischen den beiden Gegnern bestand mehr als Klassenunterschied.
Zußbatt in Lol ar.
Lollar I — Großen-Buseck I 6:1.
In Lollar trafen sich die beiden Mannschaften zum fälligen Verbandsspiel. Der Punktgewinn, den Großen-Busecks Verichterstatter voraussagte, blieb aus; 6:1 wurde die 1. Großen-Vusecks von Lollar geschlagen. Sis Halbzeit stand das Spiel 2:1 für Lollar. In der zweiten Spielhälfte konnte Lollar die anderen vier Tore schießen, während Großen-Suseck weiterer Erfolg versagt blieb.
G. D. 1921 Ettingshausen.
Nach dem verlorenen Spiel in Heuchelheim hatte die Spielleitung des S. D. 19 21 die erste Mannschaft umgesteltt, was sich beim Verbandsspiel gegen die Erste des B. f. R. L i ch am Sonntag gut bewährte. Wenn trotzdem nur das unentschiedene Ergebnis 2:2 (1:0) herauskam, so kommt dies daher, daß Ettingshausen mit Ersatz spielen mußte, und die Verteidigung gegen Ende etwas leichtsinnig wurde, so daß die Gäste in letzter Minute noch den Ausgleich erzielen konnten.
Mit dem gleichen Eraebnis trennten sich die zweiten Mannschaften von Ettingshausen urtö Großen-Buseck. Hier spielte Ellingshausen vollständig überlegen, aber der Sturm verstand es nicht, Tore zu schießen.
Arbeiter-Turn- und Sportbund.
Gießens erste Mannschaft hatte zum letzten Spiel in der Vorrunde der diesjährigen Kreisklassenspiele Praunheim I. zu Gaste. Die Gäste erschienen nur mit neun Mann, sie zeigten aber ein Spiel, das volle Anerkennung land und weit über den von den Einheimischen gezeigten Leistungen stand. Gießen trat in anderer Auf
stellung an, jedoch zeigte sich bald, daß diese Umstellung ein Fehler war. Das einzige Tor des Tages wurde in einer Weise erzielt, die bei allen Zuschauern Lachsalven hervorrief.
In der 1. Bezirksklasse sollte das Splel Wieseck I—Raunheim I die Klärung in der Führung ter Tabellenspitze bringen. Wenn auch beide Mannschaften mit Ersatz antraten, so muß doch gesagt werden, daß dieser sich gut in die übrigen Mannschaststeile einfügte. Dom Anstoß Raunheims, der an der Verteidigung Wiesecks endete, folgte flottes Feldspiel. Gute Torgelegenheiten wurden auf beiden Seiten herausgoarbei- tot, doch immer versiebt, oder von den guten Torhütern geklärt. Wieseck spielte überlegen und konnte trotz energischer Gegenwehr der Gäste bis zur Halbzeit mit zwei Toren, denen die Raun- Heimer fernes entgegensetzen konnten, in Führung gehen. Rach Seitenwechsel spielte Raunheim mit der Sonne im Rücken und brachte eine schärfere Rote ins Spiel. Schon nach wenigen Minuten gelingt es den Gästen, ihr erstes Tor zu erzielen. Ein Strafstoß für Wieseck brachte diesem den dritten Erfolg. Fünf Minuten vor Schluß konnte Raunheim durch einen Fehler der Verteidigung der Einheimischen zum zweiten Erfolge kommen. Der Schlußpfiff des ^Inparteiischen machte dem Spiele mit 3:2 für Wieseck ein Ende.
Lollar I war bei Heuchelheim I zu Gast. Trotzdem gute Torgelegenheiten erreicht wurden, ging es mit 0:0 in die Pause. Rach Seitenwechsel ging Heuchelheim mächtig aus sich heraus und konnte das Resultat bald auf 2:0 stellen. Im weiteren Spielverlauf wurden wohl noch einige Ecken erzielt, doch reichte es zu keinem zählbaren Erfolg.
Sine üeberraschung kam von Marburg. Alsfeld I, das die Reise nach Marburg unternom- men hatte, muhte sich nach zeitweise überlegen durchgeführtem Spiele Marburgs I mit 3:2 beugen. Bereits bei Halbzeit führte Marburg 2:1.
Wintertagung
des Gkiklubs Gauerland.
Die Dertreterversammlung des S k i k I u b s Sauerland trat in Dortmund am Samstag und Sonntag zusammen.
Aus dem Bericht der Ausschüsse ist im einzelnen zu entnehmen, dah das Gebiet des S. K. S. nunmehr abgegrenzt ist gegenüber den Rachbar- verbänden. Es reicht im Osten nördlich Carls- Hafen bis zur Weser. Bielefeld und Herford gehören neuerdings auch zum S. K. S. Warburg und Gießen fallen zum Verband mitteldeutscher Skivereine, doch verbleiben die bisher bestehenden Ortsgruppen beim S. K. S. Der Vorsitzende des Ausschusses für Sport konnte nach dem Rückblick über die sportlichen Ereignisse mitteiilen, daß vom 15.Dezember ab wieder ein Berufs- skilehrer für ll/$ Monate im Sauerland angestellt werde. Dieser soll in erster Linie Kurse für Jugendliche und Springerkurse abhalten, während den Amate^lrskilehrern die allgemeine fahrtechnische Ausbildung der Skiläufer zugewiesen werden soll. Für die Rauchloch- schanze bei Winter berg werden voraussichtlich weitere Aufwendungen nötig sein. Der Termin für die Jugendläufe wurde äuf den 6.Januar festgesetzt. Diese finden bekanntlich in Winterberg statt, während Willingen dieses Jahr Austragungsort für die Verbands-Wettläufe, und zwar am 26. und 27. Januar sein soll.
Eine lebhafte Erörterung rief die Anfrage über Veranstaltung von Derbandsski- staffelläufen hervor. Man will vorerst noch von ihnen absehen. Ferner ist aus den Kreisen der Ortsgruppen heraus die Anregung ergangen, daß diese in möglichst großer Zahl Stassellauf- Mannschaften aussuchen und mit diesen einen inoffiziellen Ski-Staffellauf zwischen den Ortsgruppen veranstatten.
Die verschiedenen Vvrstandsämter, die noch neu zu besetzen waren, wurden besetzt. Zu erwähnen ist insbesondere die Wahl des D. S. D.-Sfi- lehrers Fritz G i n z, Bochum, zmn Derbands- lehrwart.
Zur Erbauung eines Ehrenmales für die gefallenen Skiläufer wurde eine Sonder- umlage von 50 Pf. pro Mitglied für dieses und nächstes Jahr beschlossen.
Amtsgericht Gießen.
• Gießen, 12. Oft. Auch in Gießen bestehen im Interesse der Erhaltung der Ordnung und Sicherheit zahlreiche Verbote des Verkehrs mit Fahrzeugen aller Art, insbesondere Kraftfahrzeugen. Ein solches Verbot existiert schon etwa 20 Jahre für den nach der Walltorstraße gelegenen Teil der Dämmst r a ß e (früher Flügelsgasse), und gerade die Enge dieser Straße ergibt die unbedingte Rot- wendigkeit derartiger Verordnungen. Auch ohne eine solche unö ohne Sperrtafeln sollte sich jeder vernünftige Fahrer sagen, dah der Fährverkehr dort allein schon im Interesse der Anlieger und Fußgänger untersagt und strafbar fein müsse. Nichtsdestoweniger gehörten seither ilebertretun- gen dieses Verbots, wie überhaupt Richtberücksichtigungen von Sperren, durchaus nicht zu den Seltenheiten. Ein Wandel wird erst eintreten, wenn die neuen, auf Grund von Vereinbarungen nach der Reichsverordnung vom 16. März 1928 eingeführten Verbotsschilder an allen einschlägigen Stellen — an den meisten ist es schon geschehen — angebracht sein werden. An den beiden Enden der früheren Flügelsgasse, die der Angeklagte mit einem Auto durchfahren hatte, befinden sich heute derartige neue Sperrschilder in Pfeilform (schwarze Punkte, weißer Grund und rote Umrahmung). Zur Zett der llebertretung waren aber solche Schilder dort noch nicht vorhanden, und das Verbot war in anderer Weise, polizeilich kenntlich gemacht worden. Der Polizeiwachtmeister, der die Anzeige erhoben hatte, etflärte, die früheren Sperrtäfeln seien an der nämlichen Stelle angebracht gewesen, und bei Anwendung von nur geringer Aufmerksamkeit hätten diese nicht übersehen werden können, die jetzige Kennllichmachung sei allerdings der früheren vorzuziehen. Der unvorsichtige Fahrer erhielt nur eine mäßige Geldstrafe, well er in Gießen unbekannt war '


