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Aus der Pnwinzialhauptstadi

® teBen, den 16. Juni 1928.

Singende Telegraphendrahte

Hebet ba» weite Oanb oeratDrigl unb ver- äfteit liegt du» 7le| bet Hänfen Idcßr^bcn- brühte. Der mit der Dahn fährt. tot cd inrmer ein Bündel Drähte ol» Begleiter haben. Sie scheinen unendlich zu lein, diele blinfenden unb schwankenden Parallelen sie scheinen tote au» unerschöpflichen Brunnen h.rausgehoU unb über­all verteilt zu fein. Ricmanb weih, toohin fle führen Man tennt nicht ihre Anfänge unb nicht ihre önben. Öle reichen weiter al- bet Blich bet den Horizont üLerfli.-gt, ihr Weg ist ungeheuer lang, Ztenn in den Drähten flljt mit Sefunbenschnekle der elefIrische Strom dahin, der Dörte in ID orte verwandelt unb nicht nur Städte mit Städten, sondern auch Länder mit ferneren Ländern verbindet An Sommertagen fiten We Schwalben auf diesen welwerbinben- den Drahten. Hier ruhen fit In zahlreichen D« ellfchalten unb rüsten sich zu neuen 3Lügen, während tm Draht, an dem sie grllammert find, un u'hörllch lebendige- unb geheimnisvolle- Ge­ben flieht. Das Bild pafft gut. die leichtbe­schwingten schnellen Tiere gehören zu brr Schnel­ligkeit. der diese Drähte bienen, wie kaum ein anbetet Deichöps.

Der übet Land geht, hat die Drähte oft surren unb singen hören Das Rinb geht an den glatten, taeenben Stamm der Leitung unb hört zu leinet Verwunderung in ihm ein Geräusch ertönen, bas wie eine bunflc, von weit her kommende Wusif anzuhören ist. Die Lanvftrahe entlang erschallt dieser .Gesang" der Tele- graphen Drähte ein Li ad von der ZirllvsigfeU alles Wanderns von der Deite und Gröhe der sommerlichen TD dl, die zum R isen mäd>tig lockt, ein Lied gleichsam von der Heimatlosiiteit alle- Irdischen Man sieht den Sänger nicht unb könnte meinen, aus der Höhe btt Pfosten, ober aus dem Innern des Holzes käme der Gelang Die aufaellärte Zeil ba Gegenwart weis, seboch. bah bas Singen bet Telegtaphen- brähte mit den Wetterveränberungen beim Öchvnngen des örbbobtn» entsteht Aber bleie Gr cheinung ist deshalb wohl nicht weniger reiz­voll.

Der Haushaltsvoranschlag des Kreises Sieben.

Der Haushaltsvoranschlag des Kreises Gießen, der soeben den Kteis- tagtabgeorbm Lm übermittelt worden ist. schlieht in Ginnalnne unb Ausgabe mit 942 9)9 Mark, gegen 646 407 Mark Un Dorsohre. ab. Davon entfallen auf die Detriebsrechnung 720 036 Mark (639 462 Mark), auf die Becm bg ens- rechnung 222 963 Mark (6945 Mark). In der legtgtnanntm Rechnung ist ein Beste- unb Aus­gleichsstock in Höhe von 203 124 Mark neu ver­zeichnet.

Die Kanalisierung der oberen Lahn.

WSR. In diesem Jahre soll bekanntlich die kanalisierte Lohn von Oberlahn stein bi­st e e b c n in Betrieb genommen werden. Die CläDte Giehen unb Wetzlar betreiben nun mit "Nachdruck die Wetterführung bet Lahntonalisierung von Steeden bis nach G testen. Am Donnerstag weil en Dertrettr her hessischen Negierung, u.a. Innenminister Leuschner unb Staatsrat Dr. Reitz, sowie Oberbürgermeister Dr. Keller, Giesten. unb Prooinzialdirektor ® r a e f, Giesten. In Wetzlar, wo eine Besprechung mit Bürgermeister Dr. Kühn unb mit Vertretern der Industrie- unb Handelskammer Wetzlar erfolgte. Gs wurde ein gemeinsames Borstelligwerden bei Der "Reichst eaierung beschlossen in dem Sinne, dast das Was'erbauamt Diez baldigst mit der Ausarbeitung deS Ptojek es betraut werden möchte. Die wirtschaftliche Bedeutung dieses Ab­schnittes der Lahtckanalislerung wird in Fach­kreisen noch höher emaeschätzt als das bet un­teren Lohn. Der Wetzlarer Konferenz gina eine Besprechung des Minister- mit ProvinzialdiVek­tor ® r a e f unb Oberbürgermeister Dr. Keller im Gebäude der Provinzialbirektion in Giesten voraus. Bei dieser Besprechung wurden die Belange des hessischen Staates und diejenigen bet Stadt Giesten im "Rahmen bet Lahnkanall- sietung eingehend erörtert.

Der Verkehr auf den provirrzialftraßen

Botkommnisle der letzten Zeil veranlassen da» Kteisamt Giesten. im neuesten Amtsverkündi- gungÄblati wiederum auf die Bestimmungen bet allgemeinen Straffenverkehrsorb» n u n g vom 21. Oktober 1927 hinzuweisen. Die Polizeibehörden sind angewiesen, für die Beach­tung der folgenden Bestimmungen Sorge zu tragen:

Reiloetkeht.

Pflichten des Reiter-. Benutzung öffentlicher Wege.

Reiter finb zur gehörigen Rücksichtnahme auf den übrigen Verkehr verpflichtet. Gs ist verboten, mehr als vier Aanbpferbe mitzusühten. Zum Reiten sind die Dafür eingerichteten besonderen Wege (Reitwege), soweit diese zur Aufnahme des Reitverkehrs ausreichen, andernfalls die für «Fuhrwerke bestimmten Fahrwege zu benutzen.

Fußgängerverkehr.

Pflichten der 5 u h g fl n ac r; Benutzung öfsenllicher Wege.

Fustgänget sollen in der Regel die besonders für die Fustgänget eingerichteten Dege (Bürger­steige usw.) benutzen. Die Benutzung von Reit- uni) Radfahrwegen. die ausdrücklich durch das Kceisamt als solche gekennzeichnet sind, durch Fustgänget ist verboten.

Bei der Benutzung des Fahrwegs sollen die Fustgünger die erforderliche Rücksicht auf den übrigen Der kehr nehmen. Den Weisungen unb Zeichen der Polizeibeamten ist Folge zu leisten.

Wer auf die Strahenbahn wartet, hat dazu den Fustweg ober die Schutzinsel zu benutzen.

Auf Fahrzeuge während der Fahrt unbefugt aufzulprfngen ober von ihnen objufbringen ober sich Daran anzuhalten, ist untersagt.

Treiben und Führen von Tieren.

Pflichten der Führer und Treiber von Tieren.

Tiere müllen so getrieben werden, dast der übrige Berkehr möglichst wenig behindert wird: sie Dürfen nur auf Fahrwegen getrieben wer­

den und müllen von einer angemessenen Zahl geeigneter Treiber begleitet 'e n.

Zum Führen sind Die Fahrwege zum Führen von "Reittieren die Fahr- ober Reitwege zu be­nutzen.

Sooftiget Schuh Oe» Verkehr» Verkehrshindernisse auf öffent­lichen Wegen.

Gegenstände, durch welche der freie Verkehr behindert oder bic Sicheren unb Leichtiakell des Verkehrs bee-ntraAtigt toitb. auf öf tät­lichen Wegen aufzustellen, hinzulegen, binzu- toeden ober liegen zu lallen, ist Unbefugten verboten. Ausnahmen bedürsen pvllzellicher Er­laubnis.

Die Führer von Fubrwerfen haben Steine ober andere Bremsmittel, die fit beim Anhalten unter die Räder gelegt haben, beim Weiter- fahren unverzüglich von dem Wege zu ent­fernen.

Ist die Ladung eines Fuhrwerks ganz ober telltocite auf einen öl entllchen Weg gefalen, so hat der Führer sie umgehend von diesem Wege au enPemen. Ist die» nicht mögllch, so hat 5er Führet alle Mastnv.hmen zu tte.fcn, um Unfälle und Verkehrs stör ungen zu txrme.bcn.

Gictzcuer LSochenmarktpreise

GS kosteten auf Dem heutigen Wschenmarkt: Bur.er 140 ois 180 P Walle 30 bis 35. Käfe (10 Stück, 60 bi» 140. Wuling 20 bis 25. Spinat 25 bis 30, Römischkohl 20. Bohnen 27 bi» 45. Spargel 95 dis 130. S.bfen 50 bl» 60. M.fchgemü.e 20, Tomaten HO. >toieLe.n 20. Äauo.feln 5 bi» 6. Aep.el 40 bis 80. Kirschen 60 bis 80. Sracheibee.cn 30. ffiibbcetcn 110 bis 140. junge Hähne 100 bi» 120. Suppenhühner 100 bis 120 p^o Pund Sier 11 biS 12, B.uii.cnlshl 80 bl» 180. ©Xat 5 Li* 15. Sa.a.gu.ken 30 bl» 70. Ob«.kohl aJ 15 bis 20. Ret.ich 10 bi» 25 das Stück, Radieschen 10 bli 15 P ennig da» Bund.

Taten .iir Sonntag, 17 Zuni

Sonnenaufgang 3 43 Uhr, eonnenuntergang 20 18 Uhr ytonüaufgang 3.06 Uhr, IRonbuntcrgang 2017 Uhr.

1810: der Dichter Ferdinand Frciligrath in Dct. mold geboren (giftorben 18«6); 1818; der Kom­ponist Charles Qlounoö in Paris geboren (gestorben 1893), - 1885: Generaifcldmarschall üOrom Frech von Manteuffel in Karlsbad gestorben (geboren 1809);1897: Sebastian Kneipp, Förderer des Llasierheilverfahrens in Wöhrishoscn geftorben; 1924: der Maler Waller Georgi in München ge­storben (geboren 1871).

Tairn für Montag, 18 Juni.

Sonnenaufgang 3.43 Ubr, Sonnenuntergang 20.19 Uhr Mondaufgang 8.58 Uhr, Monduntergang 21.28 Uhr

1757; Schlacht bei fiolin; 1815: Schlacht bei Delle Alliance; 1839: der Dichter Martin Greif in Speyer geboren; 1845: der Entdecker der Malariaerreger, (Charles Alphonse Laoeran, In Paris geboren; 1885: der Maler Wilhelm Camp­baufen in Düsseldorf gestorben; 1888; Franz Duncker, Mitbegründer Der deutschen Gewerkschaften in Berlin gestorben; 1895: Eröffnung des Kaiser- Wilhelm-Kanal»; 1905: der Dichter Hermann Lingg in München gestorben; 1916: der Flieger­offizier Max Immelmann gefallen; 1925: der amerikanische Politiker Robert Maria La Folette gestorben.

Boirnotizeru

Tage»kalenderfürSam»tag. Volk»- Hochschule: Musikalischer Dolkstunstabend (Schubert- Lbenb) 20 Uhr, Großer Hörsaal der Universität. Lichtspielhau», Bahnhofstraße:Der Pikkolo vom Goldenen Löwen". Astoria-Lichtspicle:Der Bagnosträfllng".

TageskalenderfürSonntag. Deffent- liche» Sommerfest auf der Burg Gleiberg, 3 Uhr nachmittag», veranstaltet vom Deselligkeitsoerein (Bleiberg. Matthäu»gemeinde: 3.30 Uhr, Familien- tag im Philosophenwald. Lichtspielhaus, Bahn- hosstratze:Der Pikkolo vom Goldenen Löwen". Astoria Lichtspiele.Der Bagnosträfllng".

Der Familientag der Matthäus- gemeinde im Philosophenwald, am Sonntag, dem 17. Juni, beginnt pünktlich nachmittag» 3.30 Uhr. Eine außerordentlich reiche 23ortrag»folge ist vor­gesehen.

* Der Kreistag des Kreise» Dietzen tritt am Samstag. 30. Juni, vormittag» im Re­gierungsgebäude zu Giehen zu seiner diesjähri­gen ordentlichen Tagung zusammen. 3m Mittel­punkt der Beratungen wird der Voranschlag des Kreise» für da» Rechnungsi ahr 1928 fteSen.

"Veränderung im D iehener Kreis­tag. An die Stelle br» verstorbenen KreiStagS- abgeotbneten Gerhard (Steinbach) ist der nächste Anwärter auf dieser Liste. Heinrich Münch VI. In Harbach, als Krei-tagSmitglied in ba» Parlament deS Kren es Giehen einge­treten.

" Zum Schutze der elektrischen Starkstromanlagen weist da» Kreisamt Giehen im AmtSverfündigungSblatt auf die Vor­schriften Der Polizciverordnung vom 23. Rovem« ber 1926 erneut hin. Danach ist hinsichtllch sämt­licher elektrischer Starkstromleitungen und Sin- richtungen für Unbefugte verboten:) die auf öffentlichen Degen. dem Dahn- unb Strahenge- biet, sowie auf P rirateigen tum angebrachten Leitungsdräffte unmittelbar oder mit Gegenstän­den irgendwelcher Art zu berühren: b) Hand­lungen vorzunehmen, die eine Zerstörung oder Beschädigung der Leitungsmaste. Drähte. Iso­latoren ober von sonstigem Zubehör ber Lei­tungsanlagen. insbesondere der Schutz«. Stütz« oder Derankerungseinrichtungen. zur Folge haben fönnen; c) die zur Verhütung von Unfällen angebrachten WamungSzeichen au zerstören ober zu beschädigen ober sonstwie für ihren Zweck ungeeignet zu machen; d) im Bereiche der Lei­tungsanlagen Drachen aufsteigen zu lallen. Lei­tung-maste zu ertlcttetn. Trans'ormatorenstatio- nen zu beschädigen ober zu betreten ober Hand­lungen zu unternehmen, durch die Menschen unb Tiere mit den Leitungen unmittelbar ober mittel­bar in Verbindung gebracht werden tonnen; e) Ku»schltehungen ber in ben Aau»inftalla- tionsanlagen zum Schutze gegen Brandgefahr angebrachten Sicherungen obere andere Hand­lungen vorzunehmen. durch die der Zweck dieser Sicherungseinrichtungen unwirksam gemacht wird, ober die Benutzung derartiger unvorschrifts« mäßiger Sicherungseinrichtungen; f) an den HauSanschluhleitungen, insbesondere an den Hausanschtuhficherungen (Panzersicherungen) und Zählern außer der Auswechslung von Glüh­lampen unb durchgobrannten Installations- sicherungen Han dl urigen irgendwelcher Art vor- zunehmen ober die an den Zählern und Haus-

anschluhficherungen an ged rächten Plomben zu ent emen Das Verbot der Berührung Der Lei« tungianlaücn erstreckt sich auch aus umgestürzte, herabge!aHene ober herabdängcnde Te.le der ßet- lung. HauL- und Grundftückoe.itzer. Untern ebener unb Han^-werfer, die mit ben öeitungMmlagm zu tun haben, feien auf diese Polizeivervrdnung be onbers bn gewiesen. Zuwiberhandiungen gegen diele Vorschriften lind, soweit nicht auf Grund anderer Strafbestimmungen eine härtere Strafe verwirft ist, mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bedroht.

* Beginn ber Bautätigkeit für Wohnunasbauten. Rachdern die finanziel­len uno lonlngcn Schwieriglciten der Bauvorha­ben für da» Jahr 1928 behoben lind, konnte im Lause der letzten Tage mit folgenden Bauten be­gonnen werden: Die Baugencssenlchait 1S94 baut in der verlängerten Liebigstrahe an den Damm- schen Drandgiebel ein Doppelhaus für acht Za- mUien unb an den östlichen Teil de» bestehenden Wohnungsbiocks. nächst ber Heviigenstaedtschen Fabrikgebäude einen 5iägclbau mit 12 Wohnun­gen. Der Gifenbahnheimstattenvercin hat im verlängerten Wartweg mit dem Ausbau einer gröheren Siedlung begonnen, wovon vorläufig 8 Doppelwohnungen als GinfamUtenhäuser zur Ausführung kommen. Die Wohnungsnotbille hat bereit« vor einigen Wochen mit der Her­stellung eine» Doppelhauses in der Kar' Vogt- Strahe angefangen. Auch ir.it der örbatung eini­ger Privathuufer, wie ein folcve» bereite ui der Cchingftrabe begonnen, würbe In nächster Zeit an der Straffe nach Rödgen und an sonstigen Stellen au rechnen fein. Damit ist jedoch der für dieses Jahr vorgesehene WohnungSbcdarf bei weitem nicht gedeckt. Man darf die Erwartung auSsprechcn. dah weitere Maffnahmen zur Durchführung der geplanten Bauvorhaben ge- tvcssen werden.

Störung Im Straffenbahnbetrieb. Don der Dlreltion d:r ftablik ea Straßenbahn wird uns geschr.eben: Am Mit Moch. K. d. W.. wurde sc t nS un eres Vtromlie crantcn die Dreh­st romversoraung von 14.15 biS 1426 Ubr unter­brochen. Auster dem gc'amten Dreh'tromnetz wurde von die'er unvorherge ebenen Abschaltung Die Straffenbahn betraf en, deren Betrieb daher während tkr genannten 11 Minuten stillstand. Da die Abschaltung gerade in eine Zeit regen Straffenbahnleerkehrs, Ins esondere auf der Linie zum Friedhof, Hel. wurde d e Störung sei'enS Dc5 die Strahenbahn benutzenden Publidtms sehr unangenehm empfunden. Um b:tar:l en Dvr- koinmnissen zu ent leben, ist unterer eit» die Aus­stellung einer Re'ervebatterie notge eben, die In derartigen Störung »! len im Freinddezug so'ort die Stromlieferung an die Strahenbahn aus­nimmt. Leider konnte die bereits längere Zeit geplante Aufstellung be'er Batterie noch nicht erfolgen. Bei ihrem Vorhandensein hätte die Störung vom vergangenen Mittwoch vollständig vermleiten werden tonnen.

'* Der Oberheffische Geschichts­verein in Giehen blickt in diesem Jahre auf sein 50jährige» Bestehen zurück. Sine Feier deS IablläumS ift auf Samstag. 23. Juni, angesetzt. Vormittags wird ein Festakt im Drohen Hörsaale bet Universität mit einem Festvortrag deS Pri- vatdozenien Dr. Bach von bet Universität Bonn und Dozent ber Pädagogischen Akademie in Bonn über .Die Ortsnamen und ihre Bedeutung für die SiedlungSgeschichte" statt!inden. für den Rachmittag ist eine Führung durch die Stadt vorgesehen, bei schlechter Witterung wird der Direktor unserer Unlver itäfsbibliothek Prof Dr. 8 bei im Hörsaale dc» Kunstwis enschatelichen Institut- einen Dortrag über .Die Gntstehung ber Stadt Giehen" halten. Am Sonntag, 24. Juni, soll ein Besuch deS Mu'eumS im Alten Schloff und der Universitätsbibliothek, nachmittags ein AuSflug nach dem Schif'enbrrg stattfindrn.

Die Museen sind am Sonntag von 11 bis 1 Uhr bei kleinen Eintrittspreisen ge­öffnet.

Der Oberhessische Kunstverein, das kunstwissenschaftliche Institut der Landes- unirersitat und die Gesellschaft der Siebener Kunstfreunde eröffnen. morgen. Sonntag. 17. Juni, vormittag» 11,30 Uhr pünktlich, mit einem einführenden Dortrag von Prof. Dr. Rauch im Turmhaus am Brandplad eine Al- brecht-Dürer-Gedächtnis-Ausstellung anlüfflich der 400. Wiederkehr des am 6. April 1528 verstorbenen Künstler». Die Ausstellung besteht aus Reproduktionen Dürer sch er Werfe, welche teils den Beständen de» kunstwissenschaftlichen Instituts der Universität entstammen. tellS auS angesehenen Derlagen herrühren. und ist wieder Sonntags. MonlagS. Mittwoch« und FreitayS von 11 bi» 1 Uhr, Mittwoch» auch von 3 bi» 5 Uhr zugänglich.

Steuererklärungen. Irn heutigen An- zeigenteil fordern die Finanzämter zur Abgabe der Bermögensernäruna und der Gewerbesteuererklä- rung für 1928 auf. Interessenten seien auf diese Bekanntmachung besonder» hingewiesen.

Die Gießener Herd st messe wird in der Zeit vom 30. September bis 7. Oktober ftattfin- den. Interessenten seien auf die heutige Anzeige ver­wiesen.

* g lug tag in Dietzen Am Sonntag, dem 1. Juli, wird auf dem hiesiaen Flugplatz ein Flugtag stattfinden, der alle Flugsportarten, den Kunst- unb Geschicklichkeitsflug und darüber hinaus alle gang­baren Flugzcugiypen der Gegenwart zur schau bringen wird. In Verbindung mit dem Fluytag wird eine Vallansagd ftottfinben, ferner wird etne Fall- schirmabspringerin auftreten.

" A r d e i t»f u b i u m. August Roden- Hausen aus Diescck kann heute auf eine 50jährige Tätig feit bei ber Firma Geora Heinrich Schirmer in Gießen zurückblicken. Aus diesem Ansatz sand in den Arbeitsräumen eine schlichte Feier statt, wobei dem Jubilar herzliche Glückwünsche ausgesprochen unb von feiten des Inhabers der Firma, Kammer, xienrat Schirmer, sowie den Ingcstellten und Arbeitern je wertvolle Geschenke überreicht wurden. Nicht unerwähnt sei, daß auch der Vater de» Jubi­lar», Heinrich Rodenhausen, nahezu 50 Jahre ein treuer Arbeiter der Firma Schirmer war.

Sonnwendfeier der Gießener Studentenschaft. Am Donnerstag. 21. Juni, abends 8.30 Uhr. veranstaltet die G ebener Stu­dentenschaft. wie alljährlich eine Sonnwendfeier am Bismarckturm mit anlchliefferrdem Fackelzug. Die Feuerred« wird cand. jur. Reufch halten. Der Zug wird sich an der Umverfität aufstellen und von da um 8JO Uhr durch die Goethe- straffe. Südanlage. Ostanlage. Rodheimer Straffe zum Dismarckturm bewegen und zurück mit Fackeln durch die Westanlage. Südanlaqe. Bleich- straffe. Ludwigstraffe. LudwrgSplatz. Kaiserallee. Woltkestraffe. Ostanlage. Reuen Däue. Sonnen­straffe SellerSweg. Destanlage. OSWaldSgarten.

Arn OSwaldsgarfen werden dann die Fackeln zu- lamm<ng<tooi en.

R r e i 11 u g. 81» 500 Besucherin de» Flug- vlancate» erhielt Frl. Lina Haubach, Hinter der L.nanlage 5, einen greiftug.

" Reue Sperr« für bie Einwande­rung in Amerika. Wie tote soeben von der hte'igen Vertretung der HamburgAmerila- ß.nic. Rcitebureau Loeb, erfahren, tritt am Montag 18. Juni, nachmittags 4 116r bei allen amerikanischen Konsulaten in Deutschland wie­derum eine Sperre in der Annahme von Re- g.strierungsanträaen auf Srhait eines ameri- tani'chen SinwanverervisumL ein. nachdem diese Sperre erst am 4. Jun; aufgehoben worden war. Rach d.e'em Termin können diejenige« Per'onen. die die Absicht habe«, nach den Ver­einigten Staaten von Lordamerika auszuwan­dern. ihre Anträge auf Gehalt eines Ointran- derersichtvermerls btt den Vertretungen btt HamburgAmerika-Linie emreichen.

Abonnernentskon^ert d r Reichs- wehrkapeile. Da» Diulcklorp» bei 1. 2)atL unterer Garnison, unter Le lang von Obcrmu ik- meister Löber. eröffnete am Donr.crttaga.xnb tm Saale der .Lte.izshöie die Rethe der AbvnnementSkvnzerte b ete» Sommers Gs war ein glücklicher 2u|takt. ben bi« Kapelle mit dieser Deranstaltang ihren Kon^erlzyvus gab. Auf dem adwech-slungLreich kc .a'.tet n Programm waren u. a. 6. M. v Weder mit der Ouvertüre der Oper .Der Frelschütz . 3. Haydn mit den Variationen über .Gott erhalte Franz den Kaiser". Richard Wagirer mit der ®ror ei Fan­tasie aus der Oper .DaS Rheingold". F. von Duppö mit der Ouverlüre zur Operette .Ban­ditenstreiche". O. Ricolei mit bet Fantasie an­der Oper .Die lustigen Weiber von Windsor^ Der treten. Daneben h'rte man schneidige Armee­märsche. einschmeichcl -.de Wi ner Wei en (z. B. den Strauffschen Wal er .Rose i auS dem Süden") und ein Studenten'ieder Po pourri. Sämtliche Darbetungen unter der schneidigen Stabführung des Obermusikn'.eisier^ Löber leiten erneut Zeugnis ab von den bo'jcn musikalischen Quali­täten, d.e unserer Gieffener 21liritärfapclle eigen sind. Die Abnahme b*r vie'se t gen Gaben des ProgrammS oei dem stark ge es leiten Publikum war sehr sreundlich, und aufferortentlich leb» Halter Bei'ail bc cu,]ic d.'r Ka eile immer tri.bet die große Zufriede l -eit. die sie mit ihrem künst­lerischen K nnen den De uchern bereitete. Tie sla len Bei allsstüt:ne qultiterte Meiiier Löber mit seiner un.tmüb 1 «i Mu ikrr char durch zahl­reiche Einlagen von Mi itännürschea und Weisen der modernen Tanzmusik. Der Saal der Viebi^s- höhe war bi» weit in seine Verlängerung hinein dicht besetzt, so daff also auch nach die er Rich­tung hin da- erste Abonnementckonzert unserer beliebten Mllitärmusiter al» guter Austakt anzu- sprechen ist.

Festgenommen und in Untersuchungs­haft gebracht wurde der Dienstknecht Wilhelm Z a h r t aus Dcckenbach. Rach Verbüßung einer mehrjährigen Gefängnisstrafe wegen verschiede« ner Diebstähle nahm Zahrt zunächst wieder Stel­lung in der Landwirt schaff an. Sehr bald er­wachte in ihm jedoch wieder Der alte Trieb zum Verbrechertum Sr verließ feine Stelle unter Mitnahme eines FabrradeS und eines Geld­betrages und verlegte sich in Der Folgezeit wieder ganz auf sein alte» DiebeShanDwerf In kur­zen Zeitabschnitten beging er EinbruchSdiebstähle in Mainzlar und Beltershain, wobei ihm mehrere hunDert Warf, fünf wertvolle Uhren, Schuhe unD sonstige Kleidungsstücke in Die Hände fielen. Einige Zeit nach Begehung der Straf­taten gelang feine Festnahme In hiesiger Stadt. Während Die gestohlenen Uhren und Kleidungs­stücke bei ihm DorgcfunDen wurden, hatte er Da» Geld bi» auf einen kleinen Rest bei Festlich­keiten unö Zechgelagen verjubelt. Das gestohlene Fahrrad wurde in einem Wald bei Deckenbach, wo e» Zahrt versteckt hatte, aufgefunden.

D i c b ft a b l. Einem Studenten wurde iy ber Nacht zum 13. d. M eine wertvolle Uhr mit goldner stelle gestohlen. Täter und Diebe»gut wurden er­mittelt.

(Eine Gesellschaftsreise über Bre­men nach Helgoland veranstaltet der Nord­deutsche Lloyd vorn 7.11. Juli von Frankfurt am Main au». Für hiesige Teilnehmer ist Einsteige­möglichkeit in ben Zug In Dietzen vorgesehen. Man beachte die heutige Anzeige.

Sprechstunde« der Redaktton.

12 bl» 1 Uhr mittag», 5 bl» 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen.

Kirchliche Tlachrichien.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, den 17. Juni. 2 Sonntag nach TriniiaH».

Stadlkirche. 8 Uhr: Pfarrer Mahr; Ehristenlehrc für die Neukonfirmierten aus her Matthau» gemeinde; 9JO: Pfarrer Becker; 11: Kindertirche für die Marku »gemeinde; Pfarrer Becker. 3o- hanneskirchc. 8: Pfarrer Bechtolsheimer; Christen­lehre für die 5leutonfirmierten aus der Lukas- gemeinde, 9.30: Pfarrer Ausfeld; 11: Kinderkirchc für die Iohannesgemeinde; Pfarrer 2lu»feU); 8: Bibelbesprechung im Iohannessaai; Pfarrer Lenz. Kapelle de» Alten Friedhof». 9.30: Pfarrer Lenz; Ehristenlehre für die Neukonfirmierten au» der Lu- thergemeinde. Elisabeth-Kleinkinderschule (Wetz­larer Weg 59). 9.45: Pfarroerwatter Doherl. Rene Aula der Landeiunloersität. 11.15: Universi­täts-Gottesdienst, Predigt Professor D. Bertram. wieseck. 9.30. Kirchberg. 11: Christenlehre für Die tonfirmierte männliche Jugend, 1.80: Lollar. Hausen-Garbentcich. 9.45: Hausen, Christenlehre; 1: Garbenteich Alten-vuseck 9.30: Beichte; 10; 11; hl. Abendmahl; 1^0. Cid). 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die weibliche Jugend; 12.45: Kindergottesdienst, 2: Stiftspfarrer Schorlemmer. wahenoorn-Steinberg. 9.30: Predigt.

Katholische Gemeinden. Samstag, den 16. Juni.

Gießen. 4.30 und * Uhr. Beichte.

Sonntag, den 17. Juni 3. Sonntag nach Pfingsten.

Gletzcn. 6.30 Uhr: Leichte, 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommu­nion; 9: Hochamt mit Predigt; 11. Messe mit Pre­digt, 2: Christenlehre und Andacht; 2.45: Jung­frauen Kongregation. Grünberg. 9.30: Mesie mit Predigt. Hungen. 8; Messe mit Predigt. Cau- bach. 10: Mesie mit Predigt. Cid). 10: Hochamt mit Predigt. Rldda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt.

SonirtaaSdienst v.Aerzte ».Apolbeken am 17.6.28 Prof. Dr. hontgmann. Pelikanavvtheke.

Zahnarzt: Dr. Hanbach. *D