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Ur. 89 Zweites Blatt

Siegener Anzeiger (Seneral-Anzeiger für Gderhefseu)

Montag, 16. April 1928

wenn

man

gebrauchen

Attentat O r -

nach

Es

Lause der gerade die eines ver­

schwor verletzt, völlig u n-

mißglückten Wordansa-läge. die im Zeiten verübt worden sind, und Neuzeit ist überreich an Beispielen irrten politischen Fanatismus

Niger als 16 Personen getötet 30 Personen mehr oder wenger während der König selbst versehrt geblieben ist.

tärischer Grund für diese Maßnahme vorhanden war.

Diele Dinge muhten in aller Klarheit und Offenheit ausgesprochen werden, denn sie rühren an die Grundfragen jeder Seemacht. 3n der Zlottenobrüstungslrage ist die moralische Abrüstung weit wichtiger als in der Abrüstung der Landstreitkräst»' Solange daS Blockaderecht bestehl, lohnt eS sich nicht, eine Verringerung der Flottenrüstungen ernsthaft zu di-kutteren. Ich rechne eS mir wohl al- besondere- Verdienst an. dah ich die außerordentliche Gefahr einer Blockade für Deutschland bereit- lange vor dem Weltkriege erkannt hotte.

Diese Fragen wurden in der öffentlichen Dis­kussion bei internationalen Konferenzen bisher

Der Beruf de- Herrschers ist nie ganz unge­fährlich gewesen, und selbst in der Gegenwart, in der die Bedeutung eines regierenden Fürsten aus ein Minimum beschränkt ist, kommt es vor. daß ein Fanatiker, der glaubt, auf diese Meise die ihm nicht genehmen politischen Verhältnisse ändern zu können, zur Masse greift. Unübersehbar ist die Liste der Attentate, der gelungenen und der

seine Gemahlin abgab.

Den Anschlägen, die nicht den von ihren Ur­hebern gewollten Erfolg hatten, stehen aber auch

zwei Regentagen. Grau lag die Ostküste Schwe­dens und daS Meer. Helles Drau, das silbern wurde, weih, flaschengrün. Ballungen am Himmel, endlich ein blauer Fetzen, Spiegelung im Massen köstlich klar wölbte ffch die Sphärenglockc über uns.

,3a, zwölf Jahre war meine Sehnsucht hinter den Burschen her, den herrlichen Seeadlern meiner schwedischen Heimat, bis dos Buch fertig wurde, da- in diesem Herbst*) in deutscher Sprache erscheinen wird." Mir sahen auf dem Steg, der vom Bootshaus über das Meer zur Badehütte führt, und Bengt Berg stopfte sich behaglich seine Pfeife. .Gs ist viel leichter. hundert afri­kanische Riesenvögel auf die Platte zu bekommen,

*) 1927; das Merk. .Die letzten Adler", wurde vor einiger Zert nn .Gieß. An-." besprochen.

Wie Bengt Berg zu den Adlern kam.

Don Paul Eipper.

war ein oufklärender Abendhnnmel

gcnrehaster Schilderer südöstlichen Alltage-. To­dor o f f bringt einige ähnliche Motive, aber far­big seiner, impressionistisch gelöst und verwischt. (Aus der gleichen malerischen Linie liegt übri­gen« auch ein Philippopeler Straßenbild von Detschofs.) Als scherzhaftes Anhängsel eine aquarellierte Karikatur (Professor R.) von Do» brinosf in Sofia.

Letztlich sei noch auf zwei kleine feine Blei­stiftzeichnungen von Dich. T r a u t s ch o l d aus dem Besitz des Kunstverein« hingewiesen, die in der bekannten zarten und minutiösen Manier des Meisters zwei Familienporträts darstellen: Trautscholds Tochter aus erster Ehe und seine zweite Frau. ^th.

Der Rann, der aufpaffen mußte.

Don HanS 2Riebau.

Haben Sie einen zuverlässigen, kräftigen Mann da?" fragte Ion auf der Arbeitsvermittlung.

Jawohl", sagte der Vermittler, .einen Augen­blick."

Lind er führte 3on einen Mann vor. der lehr zuverlässig und unwahrscheinlich kräftig auSsah.

.Mollen Sie Wärter werden und mein Haus bewachen?" fragte 3on.

.Sehr gern, sagte der Mann.

.Aber es ist ein schwieriger Posten; man toirö versuchen, gewaltsam und mit List in meine Woh- nung zu kommen!" « , ,

.Das macht nicht«", sagte der Mann, der froh war. einen Posten gefunden zu haben

Dann nahm 3on ein Auto und fuhr mit dem Mann fort.

.Hier ist es": sagte er. al« das Auto vor einem Landhaus, das mitten in einem schonen ©arten lag. hielt. .Jetzt passen Sie auf, das; niemand das Haus betritt, unter welchem Vor­wand es auch immer sei. Ihren Lohn bekommen Sie heute abend."

Der Mann nickte und fing an. aufzuvaffen. Stunden vergingen. Da kam ein Herr die Straße herunter und wollte die Pforte öffnen.

.Hier kommen Sie nicht rein", sagte der Mann.

überhaupt diesen milden Au-druck

darf. Die Geschichte lehrt ja. dah kein Attentat irgendeinen politischen Erfolg im Sinne seines Urhebers gehabt hat. und meistens waren es völlig unbeteiligte, harmlose und unschuldige, zufällig in der Nähe befindliche Personen, die dem Anschlag zum Opfer fielen. Sv hat ja auch die Höllenmaschine., die dem Leben des Königs von Italien ein Ende machen sollte, nicht we- und außerdem

zahlreiche Fälle gegenüber, wo die Viordwasse, Pistole. Dolch. Bombe oder Höllenmaschine, ganze Arbeit verrichtet hat. Die Fälle HeinrichslV. von Frankreich und Wilhelms von Ora- n i e n liegen schon weit zurück. Das Schicksal von Peter III. und Paul I. und so manches anberen Zaren au« dem Hause Romanow ist be­kannt genug, die Ermordung Gustav« III. von Schweden im Jahre 1792 ist uns durch die Verdische Opcr .Maskenball' geläufig. Unter den Aelteren wird e« noch viele geben, die sich an die Ermordung König Humbert« von Italien, Alexanders II. von Rußland, der Kaiserin Elisabeth von Oesterreich. deS Sul­tans Abdul Asi«. an die Riedermetzelung des serbischen KönigSpaares Alexander und Draga erinnern werden. Alexander II. von Rußland ist übrigens biS jetzt der einzige Mo­narch, der einer Bombe zum Opfer gefallen ist. Einmal entrann er glücklich einer Bombe, die in der Nähe von Moskau den in die Lust

sprengen sollte; aber am 13. Marz 1881 er­reichte ihn doch das Schicksal; die Bombe, die man unter seinen Schlitten geworfen hatte, ver­letzte ihn so schwer, dah er kurz darauf starb. Schneller... nach Hause... bringt mich ins Palais... dort... sterben", waren seine letzten Morte. Viel harmloser verlief der Bomben­anschlag. der den zur Einweihung deS Nieder­walddenkmals bei RüdeSbeim versammelten deutschen Bundesfürsten im September 1883 galt. Gin Landregen verhinderte sein Ge­lingen; denn er durchnäßte die Zündschnur und brachte sie zum Erlöschen.

Die politischen Attentate sind in diesem Jahr- hundert nicht seltener geworden. Noch ehe der erste Schuh deS Weltkrieges fiel, alarmierte das Attentat de« Ingenieur- Villain auf den fran­zösischen Sozialistenführer I a u r c « ganz Eu­ropa. Zwei führende österreichische Minister. Graf Stuergkh und Graf Tizza. wurden im Jahre 1916 und 1918 ermordet. Die unruhigen Zeiten imb schweren inneren Wirren, die mit dem Zusammenbruch für Deutschland begannen, haben zu einer ganzen Reihe unzähliger und ver­hängnisvoller politischer Morde geführt, die immer wieder eine Beruhigung verhinderten und neue« ilnglüd über Land und Volk brachten. Die Ermordung G isner« am 21. Februar 1919, das Attentat auf den Minister Auer am selben Tag, das Auer nur schwer verletzte, während der Major von IareiS und der Abgeordnete Oesel tot am Platze blieben, bildeten den Auftakt Am 12. April wurde der sächsische KriegSminister. der Mehrheitssozialist Neu ring, in die Elbe geworfen und im Flusse erschossen. Am 8. Ok­tober folgte das Revolverattentat auf den Qlb* geordneten Haase, der an den Folgen des An­schlags starb. Die Ermordung von Erzberger und Rathen au find noch in allgemeiner Er­innerung. Aber auch die Siegerstaaten blieben von folchen Taten nicht verschont. Am 19. Fe­bruar 1919 verübte der Anarchist Göttin ein Revolverattentat aus Elemenceau. der zwei Kugeln in die Lunge und in die Schulter erhielt.

Oie Freiheit-er Meere.

Don Großadmiral v. Tirpih.

Der Gedanke, den Weltfrieden durch eine a l (- gemeine Abrüstung sicherzuftellen wie die« im Frieden-vertrage von Versaille« nieder­gelegt ift war einet her wenigen guten Ge­danken jene« FriedenSvertroges. obwohl seine Formulierung ziemlich unklar und verschwommen tpar. Rach dem Versailler Vertrage soll bekannt­lich die Abrüstung Deutschlands nur den Auf­takt zu einer allgemeinen Weitab- r ü ft u n g bilden. Internationale Abrüstung aber da- haben die bisherigen Erfahrungen gezeigt ist nicht nur eine technische, sondern vor allen Dingen eine psychologische Ausgabe. Deutschlands Erfahrungen seit der Beendigung des Weltkriege« haben bewiesen, dah eine nur teilweise Abrüstung keine Er­höhung. sondern weit eher eine Verminde­rung der internationalen Sicherheit bedeutet. Deutschland hat seinen guten Willen gezeigt. Qi hat die Abrüstung in seinem eigenen Gebiet voll durchgeführt, ohne aus die Erfordernisse seiner nationalen Verteidigung Rücksicht zu nehmen.

Wenn wir un« von dem Problem der all­gemeinen Abrüstung dem Sonderproblem der Flottenabrüstung zuwenden, so liegen die Dinge ganz anders. Die Grundfrage ist heute nicht, wie groß die Gefechtsstärke der Flotte einer bestimmten Ration ist, sondern es handelt sich besonders um die internationalen Vorschriften, welche die Handlungen der Flotte in Kriegszeiten zu regeln berufen sind. Solange eine Flotte für Blockade zwecke lvnutzt werden darf. d. h. also für die Aus­hungerung her Zivilbevölkerung eine« anderen Landes, solange wird jede Ration, die einer solchen Gefahr ausgesetzt ist, weil sie selbst keine Flotte ober keine Flotte von ge­nügender Stärke befifct, der Regelung jener Vor­schriften durch internationale Abmachungen ein weit höheres Interesse entgegenbringen, als der Frage her Gefechtsstärke. Für ein SZanb, das bei her Einfuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen in hohem Maße vom Auslande abhängig ist, muß diese Gefahr natürlich besonders groß lein. Deutschland und England befinden sich in dieser Beziehung in fast gleicher Lage, und England als größte Flottenmacht der Welt muß sich überlegen, ob es letzten Endes auch nicht für den Bestand seiner eigenen Exi­stenz wichtig ist, da« Abrüstung«- unb Blockade' Problem nicht nur vom Standpunkt historischer Entwicklung, sondern auch vom Standpunkt aller Eventualitäten und Möglichkeiten der Zukunft zu studieren.

Diese Gedanken habe ich erst kürzlich in einem 3ntcrtictn zum 2hi«brud gebracht, das jetzt in der ausländischen Presse zum Abdruck gelangt. Ich habe darin betont: die Erfahrungen Deutsch­lands während de« Weltkriege« haben gezeigt, daß die Abschneidung eine« Lande« vom See­verkehr d. h. also die wirkungsvolle Blockade die grausam ft e und brutal ft e Kriegs- malle darstelle, welche die Geschichte kennt. Die Verluste an Menschenleben, die Deutsch­land wahrend de« Weltkrieges direkt oder in­direkt durch die englische Blockade erlitt, sind weit größer ai« die Verluste, die ihm im Landkrieg zugefügt wurden. Jeder Blockadekrieg richtet sich auch gegen Frauen und Kin­der. gegen Gebrechliche und Kranke; ja er bedeutet weit mehr: er ist ein Kampf wider bic kommende Generation, denn er rich­tet sich ja auch gegen die Kinder im Mutter- leibe. Die Zivilbevölkerung Belgiens, die wäh­rend de« Kriege« der drohenden Gefahr einer Aushungerung ausgesetzt war. entging dieser Gefahr durch ein internationale« Abkommen, da« die Zustimmung Deuttchlands fand. Da« Schicksal der deutschen Frauen und Kinder, welche die grausamen Opfer der englischen Blök- kade bildeten, rührte t- Welt.,«'wissen nicht. So unberührt blieb dieses Weltgewissen sogar, biS zum Kriegsschluß, daß der Blockadezustand selbst nach dem Waffen st instand auf­recht erhalten wurde, ohne daß irgendein mili-

alS einen schwedischen Adler. Aber ein paar tausend Filmmeier hatte ich mit der Zeit von Ihm cingefangen. und immer noch nicht da« rigentliche Ziel erreicht. Es war mir um da« glänzende, harte Adlerauge zu tun. daS ich feit vier Jahren versucht hatte, aus eine Platte zu bannen."

Run. am Morgen, al« ich in de« Freunde« Arbeitszimmer saß, hatte ich die Aufnahme ge­sehen, jenes Bild, das den berühmten Bruno L i l j c f o r « so begeisterte, daß er Bengt Berg ein großes Oelbilb malte mit zwei fliegenden Adlern, königlich braun im blauen Sommer- Himmel, und das nun den Umschlag seine« Buches ziert.

In dreißig Meter Höhe faß Bengt Berg, auf Drahtseilen, die zwei Tannenwipfel gleich einem gotischen Spitzbogen zusammenbanden, mit seinem Kurbelkasten, eine Nacht und einen Tag. bi« ein steifer Seewind auskam und der luftige Bau lekumsgefährlich schwcmtte. Ein andere« Mal trug ein Flugzeug den Forscher in die Wolken hinauf, damit er das Land photographiere, wie es der Adler sieht von oben her. Eine Kamera wurde im Aeroplan eingeschraubt und der Adler mit dem Objektiv gejagt, bis irgendein winziges Hin­dernis den Propeller zersplittern lieh und das Fahrzeug kopfüber hinunterstürzte in« Meer.

Aber Bengt Berg gab keine Ruhe. Wochen­lang saß er, täglich 19 Stunden ohne Pause, hoch oben in einem anderen Baumwipsel, be­wegungslos, und beobachtete, wie da« Adlerpaar feine Jungen fütterte, wie die Bachstelze im Horst ihr Nestchen baute und die Fliegen weg­fing oor. den Beutestücken der Kleinen. .Unb um noch näher zu kommen gruben Bengt Berg« Helfer über Nacht weit irgendwo hergeholte Tannen dicht neben dem Adlerhorst in die Erde und fo endlich glückte der Traum langer Jahre: auf wenige Meter Entfernung saß hinter schützen­den Zweigen hoch oben der Mann und schaute in -das glänzende, harte Adlerauge". Es war am Tag nach der Iohannisnacht; und die Schil­derung dieser Gnadenstunde ist eine« der wert­vollsten Dottimente menschlichen Fvrschertum«.

Dah in unterer nüchternen Zett der Zweck' mäfffgfeit die Liebe zum Tier, die Freude art der Naturbevoachtung noch solche Früchte trägt, ist vielleicht von allem der köstlichste GewkMtz

Aehnlich verlief das berühmte s i n i ä und seiner mazzinist'schen Genossen auf Napoleon III. am 14. Januar 1858. Drei Bomben platzten zwischen den Rädern des kaiser­lichen Magens, der zur Oper fuhr. Napoleon wurde unterhalb der Nase geritzt, die Kaiserin erlitt durch einen Gla-splitter eine unbedeutende Schramme am Auge dafür gab es aber unter den Soldaten. Polizeiagenten und dem Straßen- publikum 4 Tote und 45 Verwundete. Auch al« die russischen Revolutionäre im Jahre 1906 den verhaßten Minister S t o l h P i n mit seinem Landhaus in die Luft sprengen wollten, hatten sie sich verrechnet; Stolypin befand sich über­haupt nicht in seiner Villa. Die Bombe zerriß 30 unschuldige Personen und verletzte die Tochter deS Ministers schwer. Auf Alexander Hl. von Rußland wurden mehrere Bombenattentate verübt. Einmal wurde der Zug. in dem sich der Zar und seine Familie befand, bei Dorki zum Entgleisen gebracht, wobei viele Mitglieder de« kaiserlichen Gefolges den Tod sanden, während Mexander inmitten der Trümmer völlig unver­sehrt blieb. Wie durch ein Wunder entging König Alsons III. von Spanien den verschie­denen Anschlägen aus fein Geben. Das Attentat, da« an feinem Hochzeitstag auf ihn verübt wurde, brachte wiederum einer ganzen Anzahl von unbeteiligten Personen den Tod. Nur einem glücklichen Zusall hatte e« Napoleon I.. der damals noch erster Konsul war. am Weih- nachtstag des Jahres 1800 zu verdanken, dah die Höllenmaschine ihn nicht zerriß. Die Bombe, die dem österreichischen Thronsolger- paar am 28. Juni 1914 zugedacht war. ver­fehlte ihr Ziel um so besser trafen die Schüsse, die der Serbe Princip auf Franz Ferdinand und

Oberhessischer Kunstverein.

Itt her gegenwärtigen Ausstellung des Kunst - Vereins ftn5' Vtrriac Veränderungen eingetreten, auf die hier in Kürzs^ufmerlfam g^nacht fei.

Zunächst gibt es eine Reihd^euer Bilder von P. A. Böckstiegel zu sehen>Die im letzten Referat noch nicht angezeigt werden /onn.en: es handelt sich um eine Folge von TiLN aftungen. deren Modelle auf einem Spazierga 1>*ura) den Zoologischen Garten bequem zu bauen waren Die einzelnen Blätter sind meyr oder minder skizzenhaft behandelt, geben Momentbilder und Augenblickseindrücke, an sich eigentlich keine Aus­stellungsobjekte. im Zusammenhang aber nicht uninteressant. Die Tierkörper sind mit weichem Bleistift in starken sicheren ilmrifelinien wieder- gegeben; nur hier und da werden die Konturen durch flüchtige Wischer zu einiger Plastik und Körperlichkeit gerundet. Dabei ist das jeweils Charakteristische am Tiger. Düffel. Schwein und Gnu mit großer Bestimmcheit erfaßt. Einiges wirkt übrigens bei aller Zurückhaltung und Sparsamkeit der ausgewandten Mittel geradezu stilisiert und dekorattv, wie beispielsweise die sehr guten Anttlopenbilder.

AlS zweite Neuigkeit sieht man ein Dutzend Gemälde verschiedener bulgarischer Künstler aus dem Besitz von Pros. Dr. Nörr. Gießen, einem Kenner und Freund des bulgarischen Lan­des und Volkes und eifrigem Förderer der deutsch-bulgarischen Beziehungen. Ohne Zweifel ist auch der gewissermaßen politische Wert und die völkerverbindende Bedeutung derartiger Ver­anstaltungen nicht zu unterschätzen, vielfach jeden­falls. wie bei dieser Gelegenheit, dem absoluten künstlerischen Wert der Bilder mindestens gleich- zuachsten.

Im einzelnen: ein gut gesehenes, plastisches Holzschnittportr ät und einMönch" in orien­talisch-ornamentalem Älcrifalftil von Lav - renoff. Dctschoff gibt in Heller, luftiger Manier und fröhlichem Kolorit ein hübsches Blld au- dem bulgarischen Volksleben (Graziga-Chan in Phiüppopel). Dabakoff zeigt eine monu­mentale Gebirgslandschaft, wirksam komponiert, in stumpfen, großflächig angelegten Lokalfarben. Außerdem zwei Moscheen, älrumoff ist ein

Mit Dolch, Revolver und Bombe

3um Attentat auf den König von Italien und Mussolini.

Don Franz Stüber.

Der Täter wurde zum Tode verurteilt und hin- gerichtet.

Die B o m b c n a 11 e n t a t e. deren grauvn- erregende Geschichte nun um einen neuen Fall bereichert worden ist. nehmen in den Annalen bet* polnllchen Morde« eine ganz besondere Stellung ein Wie au« den bereit« angeführten Fällen ix rvergebt beschränkt sich thve Sirtung keineS- uxgti aui den zum Opfer ausersehenrn Fürsten oder Staatsmann, lonbem sie zichen zahllose Unbeteiligte in Mitleidenschaft. Gin furcht­bare» Beispiel dieser Art ist der An'chlag auf die Kathedrale von Sofia vom 16. April 1925. Die unglücklichen Opfer diese« fürchterlichen Attentat« zählten nach vielen Hund er k Toten und Schwerverletzte n. Richt ganz so vcrchäng- niSooll Verliesen die Bombenanschläge, die im August vorigen Jahre« von Anhängern der beiben italienischen Anarchisten Sac c o und Vanze11i in Dlcuborl und Philadelphia ver­übt wurden. alS Prottst gegen bic Verurteilung und Hinrichtung ihrer Kameraden.

Daß Bombenanschläge im modernen Amerika keineswegs zur Seltenheit gehören, hat sich erst wieder in letzter Zeit mehrfach gezeigt, al« die Neunorker Untcrgrunbbabn davon heimgesucht tourt».-, und al« Wahldifserenzen in dem auch sonst recht ungemütlichen Ehikago auf höchst explosive Art au«getragen wurden. In Ehikoav war e« auch, wo am 4. Mai 1886 jene Bombe fiel, die in der Geschichte der anarchi tischen Be­wegung eine so große Rolle spielt. 3« mar damals eine Zeit wirischastttcher Krisen und sozialer Gärungen. Am Haymarket in Ehikago war eine große Arbeitcrversammlung einberufen worden, tue zunächst ordnung-mäßig verlies, bi« kurz vor ihrem Abschluß von unbekannter Hand eine Bombe geworsen wurde. Man ver­mutet. daß ein Agent provocatcur der Täter war. Daraufhin ließ der Führer der Polizei, Tdoma« Birmington. wahllos in die Menge schie­ßen; es gab auf beiden Seiten zahlreiche Tot« und Verwundete. Auch Virmingwn fiel. Die Führer der Massenversammlung wurden von der Polizei kurzerhand verhafttt. Man machte ihnen den Prozeß wegen Morde«. Da« Gericht ver­hängte sechs Todesurteile und viele Jahre Zucht­haus. Die Stoßkrast der radikalen Bewegung in Amerika war seitdem gebrochen.

Auch Frankreich wurde in den neunziger Jahren non einer Welle anarchistischer Atten­tate überflutet. Es war die Zeit deS Panama- ndals und der W i ls on-Asfäre. Ne in der Arbeiterschast größte Erbitterung hervor- gerufen hatten. Sie antwortete auf diese Kor­ruption in den höchsten politischen Kreisen mit Streit«, die zu folgenschweren Zusammenstößen mit der Polizei sährten. Al« nun Arbeiter ver­haften und zu schweren Zuchthausstrafen ver­urteilt wurden, begann eine Reihe wohl vorberei­teter Bombenanschläge aus die Häuser der beteiligten DerichtSpersonen. Den Höhepunkt de« anarchistischen Terror« bildete der Bomben­wurf V a 111 a n t « in der sranzösischen Kammer am 9 Dezember 1893. Dieser Anarchist hatte e« besonder« auf den Ministerpräsidenten Easi - mir-P6rier und den Kammervorsitzenden Du puh abgesehen. Dieser blieb während der furchtbaren Detonation unbewegt auf seinem Plan imb beschwichtigte die ungeheure Aufregung der Abgeordneteil und der schwerverletzten Galerie­besucher mit dem klassisch gewordenen AuSspruch: La «Lance continue".

Oie Llmschuldungskredite.

Eine Erklärung der hessischen Regierung.

Da« Reich hat bekanntlich 2 Millionen Mark zur Verfügung gestellt, um die kurzfristigen Kre­dite in langfristige umzuwandeln. Dazu hat die Regierung Richtlinien herauSgegeben und den Finanzausschuß ersucht, sein Einverständnis dahin zu geben, daß die Regierung bei den Ver­handlungen im Reichsrat über die Richtlinien folgende Erklärung abgibt:

1. Wenn da« Reich sich zu einem Drittel an einer bei den Kreditinstituten zu bildenden Treuhandstelle beteiligt und entsprechend dieser Beteiligung sich verpflichtet, die Treuhandstelle zur Erfüllung der vorliegenden Ausgaben l e l * stungSfähig zu erhalten, wird seitens de«

stets übergangen. Solange man den Mantel de« Schweigen« über diese Dinge breitet, ist es mir unmöglich, an die Ernsthaftigkeit de« Wlllen« einer Flottenabrüstung zu glauben.

darf hei den Verhandlungen nicht nur da« Be­streben zutage treten, die RüstimgSlaften für die einzelnen Rationen zu erleichtern, vielmehr erscheint mir hinsichtlich der Frage der Abrüstung zur See da« Problem, wie man bic F re i he i t der Meere sicherftellen kann, weit wichttger al« die Frage der Flottenabrüstung.

Wird da« Meltgewissen sich btefer Frage, welche die gesamte Menschheit in ttesgehender Weise angebt, annehmen? Das kann die Zu­kunst allein lehren Augenblicklich find wenig Aussichten dafür vorhandenI

^Ranu?" meinte der Herr, .ich sollte nicht in meine eigene Wohnung dürfen?"

.Machen Sie. daß Sie fortkommen", sagte der Mann.sonst hole ich die Polizei."

.Was fällt Ihnen ein?" fuhr der Herr auf, »dies ist mein Haus und dies ist mein Schlüssel", und er zog einen Schlüssel aus der Tasche.

.Den Trick kenne ich", sagte der Wann, und er hob langsam die Faust. Der Herr sah die Faust an und wurde blutrot im Gesicht, stampste mit dem Fuß auf und ging. .Polizei", murmelte er. während der Mann und die Leute, die sich an- gefammclt hatten, hinter ihm herlachten.

Einige Minuten später kam der Herr wieder und brachte zwei Polizisten mit Die nahmen den Mann. der ausgepaht hatte, fest und gingen dann in das Haus. Aber da fanden sie niemanden mehr. Ion war längst fort, der Geldschrank stand offen, und von all den vielen silbernen Löffeln lag nur noch ein einziger auf einem kleinen weißen Zettel. Auf dem Zettel aber stand: Für Den Warm, der so gut ausgepaht hat.