Nr 80 5rftes Platt
178. Jahrgang
Montag, |6. April 1928
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General-Anzeiger für Oberhessen
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Chefredakteur
Dr. Friedt. Drlh. Lange. Verantwortlich für Vohnk Dr. Fr. Dilh Lange für Feuilleton Dr fvlbpnot, für den übrigen zed Ernst Blumfdjcin; für den An- »eigenteil flurt fSillmann, iämtlich in Sieben
Der Flug der Bremen über den Atlantik.
Die tage der „Bremen".
Schwier igeVerständigmig.-TerWeiterflug
Quebed, 15. April. (WTB.) Die Isolierung der durch eine SiSschranke von zehn englischen Meilen von der Welt abgesperrten deutschen Flieger wird noch dadurch verschärft, daß der einzige Telegraphendraht aus Scven Island im St. Lawrence-Goli gerissen ist. Meldungen müssen nach Famepoint telegraphiert werden, von wo sie drahtlos nach Point Amour gesandt werden Die Ausbesserung der Leitung, deren Unterbrechung anscheinend durch die Witterung erfolgt ist. wird mit größter Beschleunigung durchgeführt. Die kanadische Regierung Hot alte Stationen der Umgegend der Meerenge von Belle Isle angewiesen, alle erhältlichen Meldungen bekanntzugeben. Der Funkbeamte von Point Amour wurde von Dutzenden von Radio- stationcn über weitere Rachrichten bedrängt, doch konnte er nur antworten, daß er alleS. was er wußte, bereits mitgeteilt habe und daß die Uebermittlung weiterer Einzelheiten nur durch Kurier oder Hundeschlitten über die Eisfelder möglich sei. die Green Ich Island von der nächsten Telegraphcnstation Lang Point trennen.
Oll an vermutet, daß die .Bremen" infolge der Abweichungen deS Kompasses vom Kurs abgebracht worden sei. Greenly Island liegt in derselben Gegend, die seinerzeit durch Flugzeuge nach Rungesser und Coli abgcsucht wurde.
Rach drahtlosen Rachrichten, die am Spätnachmittag cmgegangeii sind, kann die.Bremen", die nicht ernstlich beschädigt ist, erst nach Reuyork weiterfliegen, wenn sie über neue Brennstoffvorräte verfügt. Der in Point Amour lagernde Brennstoff ist ungeeignet. Es wird versucht werden, die notwendigen Borräte von Quebec durch zwei Flugzeuge, die heute ausgestirgen find, nach Greenly Island zu schassen. Die Flugzeuge, in denen auch Zeitungs- berichterstatter und Filmphotographen Platz genommen haben, sind mit Vorrichtungen zur Landung auf dem Eis ausgerüstet. DaS eine der Flugzeuge soll nach einer späteren Meldung bereits auf Greenly Island gelandet sein.
Die Hilfsaktion.
Reuhork. 16. April. lWTD. Funkspruch.) Hertha Junkers kündigte an, daß sie am Montag oder Dienßtag, falls eS die Weilerlage gestattet, mit dem I u n k e r S f l u g z e u g F. 13 nach Montreal fliegen werde, wo sie weitere Maßnahmen treffen werde. Fräulein IunkerS ersuchte den Ottawa-Flugdienst, Benzol für bie „Bremen" möglichst nach Quebec zu senden. Freiherr von Hüneseld worbe durch einen Junkspruch von den unternommenen Schritten unterrichtet.
Rach einem Funkspruch aus Quebec vom 15. April, 10 Uhr abends, ist das kanadische tranS- kontinentaleLustverkehrSflugzeug, daS am Samstagabend die (Murray-Ducht verlassen hatte und zu einer Rotlandung auf Seven Island gezwungen worden war, am abend wohlbehalten an feinem Ziele, der Greenly- Insel, eingetrvsfen.
OerMonicalm im Eis stecken geblieben
Ottawa, 16. April. (WTS. Funkspruch.) Das Marinedepartement hat gestern abend eine drahtlose Mitteilung von dem nach der Greenly Insel unterwegs befindlichen Regierungsdampfer „Monl- calm" erhalten, die besagt, daß das Schiff auf ein Eisfeld getroffen sei und daß der Südwind, der den ftanöl zwischen dem Treibeis und der Küste geschlossen hat, den Dampfer am weiteren Jortfdjteiten verhindert. Das Schis suche einen sicheren Ankerplatz für die Rocht, wenn sich die wetterbedingungen nicht ändern, so dürfte sich die Ankunft der ..Montcalm" bei der Greenly Insel bi» aus unbestimmte Zeit verzögern.
Die Begeisterung Amerikas.
Unverwüstlicher Optimismus über daö (Gelingen des Kluges.
Reuyork. 14.'April. (WB.) Obwohl Der ganzen Lage her Dinge nach naturgemäß über hen Tag. an hem bie Helden der „Bremen" in Reuyort eintreffen »erben, noch nichts gefagt werden kann, werden h'.er die Vorbereitungen für ihren Empfang, der nach dem Empfinden her Reuyorker Bevölkerung dem Empfang Linbberahs nicht nach stehen soll, eifrig fortgesetzt. Bemerkenswert ist der Optimismus mit dem während der aufregenden Wartezeit die Bevölkerung an der Auffassung fefthielt, daß den Leuten der .Bremen" das Wagnis gelingen werde. Rachdem die Rachricht von der Landung eingetroffen war. waren auf den Straßen wie in den Verkehrsmitteln überall Aeußc- rungen in dem Sinne zu Horen, man habe keinen Augenblick daran gezweifelt, daß die .Bremen"-Leute es schaffen würden.
Bürgermeister Walker verweilte mehrere Stunden auf dem Flugplatz. Trotz der un-
m nordwestlicher
Luftschiff
Das
jedoch bestimmten Rurs Richtung nach Oppeln—Breslau.
überflog dann um 0.30 Uhr Oppeln mit dem Kurs Breslau, wo es um 2 Uhr erschien. Gegen 7.45 Uhr wurde das Luftschiff dann übet 5t o( p gesichtet.
Oer Flug EosteS und £e Brix'.
Paris. 15. April. (WTB) Den Samstagnachmittag in Paris gelandeten Fliegern Softe und L e Brix ist ein herzlicher Empfang zuteil geworden, an dem sich die Regierung, die Muni- zwalbehörden und die verschiedensten sportlichen Vereinigungen beteiligten. Der Flug von Eoste unb Le Brir verdient Bewunderung, wenn man sich folgende Zahlen vergegenwärtigt: zurückgelegte Strecke 56 670 Kilometer, Dauer deS Fluges 337 Stunden 27 Minuten. Abwesenheit von Paris 187 Tage, tägliche Durchschnitlsllug- ftrede 300 Kilometer. Zahl der Etappen 38, größte Etappen länge 1491 Kilometer, allgemeine
Cs ist der höchsten Taten Fluch und Glanz, daß sie her Besten ganzen Einsatz heischen.
Schon bangten wir und befürchteten wir das Schlimmste, daß die Warner Recht haben könn- ten Da kam bie befreiende Botschaft: der Rord- Allantik von Ost nach West gegen Wind unb Schneesturm bezwungen — von einem deutschen Flugzeug — nach sieben vergeblichen Ansätzen. Don einem deu tschen Flieger, nachdem sieben Fremde bei dem gleichen Unterfangen ihr Leben lassen mußten. Wir hatten gewarnt, die ganze öffentliche Meinung, die Preise, sogar der Erbauer des Flugzeugs, das Luftverkehrsunternehmen war von dem Flieger abgerückt. die Behörden halten seinen Flug zwar nicht verboten, ihm aber ben Beistand versagt, denn die deutsche Oefjentlichkeit konnte die Verantwortung für ein so schwieriges Unternehmen nicht tragen, daS durste nur ein einzelner tun. (5 v hat gewagt und gewonnen. Freilich sehr lnapp gewonnen. Tie Qiotlanbung 'an Schnee- sturm an der Küste, die vielleicht einem anderen als dem Rachtflieger Köhl nicht so geglückt wäre und di« bebauerlichc Beschädigung des siegreichen Junkers-Flugzeuges beweisen ja g .rade.wie berechtigt jene Zurückhaltung und Wanrung waren. Wer den Pour-le-M«-rite-Flieger Köhl kennt, weih, daß er sie nicht leichtfertig in den Wind schlug, sondern mit vermehrter Sorgfalt erwog. Daß das ungeheure Wagnis gelang, ist uns nun doppelte Freude.
Rach den verkehrsmahigen Leistungen des Pekingflugs der Deutschen Luft-Hansa und deS Afrika-Flugs von Mittelholzer hatte bie deutsche Luftfahrt in den Fernflügen nach West unb Ost Rückschläge erlebt unb Kritik erfahren. Köhl hat diese Scharte ausgeweyt. Wenn er bejubelt in Reuyork einzieht, als der erste Flieger, der unmittelbar von Europa kommt, dann wird er fühlen, daß er eine B rü cke über den Ozean ge'chlagen hat. Die Fliegerei we.ß ihm dafür besonderen Dank.
Der Rordallantische Ozean von Ost nach West gegen den Sturm, nicht in sportlichem Re- kvrdstreben mit förderlichem Rückwind. bezwungen! Jetzt können andere Verkehrszweige auch das Lufllchifs. nicht mehr behaupten, daß Flugzeug. das schnellste Verkehrsmittel über See, sei ja gar nicht in der Lage, von Europa nach Rordamerika hinüber zu kommen Freilich, biefer
günstigen Rachrichten über daS Schicksal der .'Bremen" weigerte er sich, den Glauben an daS Gelingen deS FlugeS aufzugeben. „(Mögen auch b ie deutschen Flieger, so erklärte er, Reuyork nicht erreichen, ich fühle dennoch. daß bie Flieger bet .Bremen" auf diesem Kontinent weilen." Später gab Bürgermeister Walker durch den Rundfunksender folgende Erklärung ab: .Die Loyalität und Treue der vielen tausend Manner unb Frauen, bie hier seit dem frühen Morgen in Erwartung her Ankunft her .Bremen" versammelt sind, ist die schönste Kundgebung, die ich je erlebt habe. Ihr Vertrauen auf die Männer im Flugzeug und ihr Glaube an die allmächtige Vorsehung ist ein großer Tribut an die Mensch- )eit. Ich persönlich weiß, daß die Flieger kommen werden, und ich bleibe hier, bis fte kommen. DieS ist mein persönlicher Entschluß, und ich betrachte dieS alS meine offizielle Pflicht." Bürgermeister Walker trug bei feinem Aufenthalt in Mitchelsield bie deutsche Rote-Kreuz- Medaille an der Brust.
Seit Llndberghs Ozeanflug hat kein Ereignis hier solch starkes allgemeines Interesse, solche Bewunderung und Anerkennung und solchen Riesenjubel ausgelöst, wie die Leistung der „‘Bremen". Die Morgenblätter widmen den Berichten über den Flug viele Seiten und betonen das Gefühl der Erleichterung, daS sich aller bemächtigte, alS nach angstvollen Stunden der Ungewißheit die Meldung von der Landung eintraf. .Associated Preß" veröffentlicht zahlreiche Aeußerungen der Anteilnahme an dem Ozeanflug der .Bremen". Unter ihnen befinden sich Aeußerungen deS HllfSsekretärS deS KriegS- amtes, Dawisvn. der betonte. Amerika werde ben Fliegem einen begeiste r t e n <8 mpsang bereiten. Eommander Büro weist auf die Leistungen, den Mut und die Geschicklichkeit bet Ozeanflieger hin, die Deutschland und Irland zum Ruhm gereichten. Der Flieger Lloyd Bennet erklärte: Die .Bremen" kämpfte gegen die furchtbare ilebennadjt der Elemente. Mit der Erreichung Labradors vollbrachte sie etwas, was noch niemals vollbracht wurde. Der Flieger Balch en sagte. Alle Umstände waren für die .Bremen"-Flieger ungünstig. Sie haben etwas Großartiges geleistet. Lev Ine erklärte: Der .Bremen"-Flug ist der bemerkenswerteste Flug, der bisher unternommen wurde. — Wie „Reuyork Times" meldet, erhielt dieses Blatt bis gestern abend 1 1 6 33 telephonis che Anfragen nach dem Verbleib der „Bremen". Beim Fluge Llndberghs wurden 10 000 Anfragen an das Blatt gerichtet ____________
Hauptmann Köhl an Botschafter v. prittwih.
Washington. 16. April. kWTB. Funk- spruch.) Der deutsche Botschafter v. Pritt- wih und Gafsron erhielt folgendes Telegramm von Hauptmann a. D. Kohl Rach dem mit Gottes Hilfe glücklich vollbrachten Oftwest- flug begrüßt die Besatzung des deutschen Flugzeugs .Bremen" den Bottä-afker des Heimatlandes. gez. Hauptmann Köhl, Kommandant Z i tz m a u r i c e, Baron v. Hüneseld.
Der Botschaster drahtete an Köhl: Bielen Dank für das Telegramm. Ich hoffe, daß Sie mein erstes Telegramm erhalten haben. Empfangen Sie und Ihre Begleiter nochmals den herzlichsten Glückwunfch zu dem glänzenden Erfolg und den Ausdruck meiner aufrichtigen Bewunderung für bie tapfere, denkwürdige Leistung. Ich wäre für die Benachrichttgung von einem Weiterflug dankbar und freue mich. Sie alle bald hier begrüßen zu können, gez. von P r i t t w i tz.
Sic Glückwünsche des Reichspräsidenten und der ÄeiHsrepiernng.
Wie jchon in einem Teil der Saiiwtag-Aujlage gern elbet, hat Der Herr Reichspräsident an Hauptmann a. D. Köhl das nachstehende Telegramm gerichtet.
„Den kühnen Ozeanfliegern herzlichen
(9 l ü tf ro u n f d) 3U ihrem schönen Erfolg.
o o n Hindenburg, Reichspräsident."
Der Herr Reichskanzler sandte folgenden Glückwunsch:
„Den ersten europäischen Fliegern, denen es gelungen ist, den Ozean von Ost nach West zu überfliegen, herzliche Glückwünsche. Unsere Freude ist um so größer, als dieser Erfolg der deutschen Technik unb dem Wagemut deutscher Flieger zu danken ist. Durch sie übermittelt Deutschland demamerika Nischen Volke seine Grüße als Ausdruck geistiger Verbundenheit und Freundschaft.
Reichskanzler Dr. Mar jr.*
Reichsminister Dr. S t r e f e m a n n telegraphierte.
,^um Gelingen des ersten Ozeanfluges von Oft nach West Ihnen und Ihren Begleitern herzlichste Glückwünsche. w
Reichsminister Dr. 61 r c f e m a n n."
Oie Glückwünsche
des Präsidenten Coolidge.
Washington, 14. April. (WB.) Präsident Eoolidge sandte über die Marine
radiostation an hie .Bremen"-Flieger nach Greenly Island folgendes Teleara,nm .Meine herzlichsten Glückwünsche yut glücklichen Landung nach ihrem glänzenden Deststug über den Rordatlantik. — Präsident Eoolidge hat ferner an ben Reichspräsidenten daS nachstehende Telegramm gerichtet: .Die amerikanische Ration freut sich mit mir über die erfolgreiche Ucberquerung deS nordatlantllchen OzeanS von Osten nach Westen durch Hauptmann Köhl unb feine Begleiter. Ich beglückwünsche Sie unb bie deutsche Ration auf daS herzlichste zu dieser glänzenden Leistung, gez. Ealvin Eoolidge." Der Reichspräsident hat mit folgendem Telegramm gedankt: .Im eigenen, wie im Rainen deS deutschen Volkes, spreche ich Ihnen und der amerikanischen Ration für bie so freundlichen Glückwünsche zu dem gelungenen Ozeanslug der .Bremen" meinen aufrichtigen Dank auS. gez. v. Hindenburg. Reichspräsident."
Oie Anteilnahme Oesterreichs.
Berlin. 14. April. (WB.) Der österreichische Bundespräsident Hainlsch hat an den Herrn Reichspräsidenten folgendes Telegramm gerichtet: .Stolz auf ben neuen Beweis deutscher Tatkraft unb hohen technischen Könnens, den bie Besatzung der .Bremen" durch die erste ileberfliegung deS Ozeans von Europa aufl erbracht hak, entbiete ich Euer Excellenz unb dem deutschen Volke i m Hamen ganz Oesterreichs herzlichste Glückwünsche." — Der Herr Reichspräsident bat mit folgcnhem Telegramm geantwortet Euer Excettenz spreche ich für Ihre auch im Ramen ganz Oesterreichs übermittelte freundliche Anteilnahme an dem Gelingen deS Ozeanfluges her .Bremen" meinen herzlichen Dank au# gez. v. Hindenburg. Reichspräsident."
Die Freude in England.
(Eckwimschc drd Königs.
London, 14. April. (WB.) Anläßlich deS Fluges der .Bremen", der in allen Teilen Englands die aufrichtigste Bewunderung und Freude ausgelöft hat, sind her deutschen Botschaft in London auf mündlichem, telephonischem und telegraphischem Wege zahlreiche Glückwünsche übermittelt worden. Der Privatsekrctär deS Königs. Lord Dtamfordham, hat aus Schloß Windsor an ben deutschen Botschafter folgendes Schrei-
Flug ist noch kein Verkehrsflug, sondern ein rein sportliches Unternehmen mit einem einmotorigen Landflugzeug. Aber für den künftigen Ozean-Luftverkehr war es nötig, baß zuerst einmal ein Mann hinüberkam. Diese Bresche hat Köhl gelegt.
Unb noch etwas anderes lehrt uns fein Flug: Köhl ist ebenso wie Lindbergh. Chamberlain und viele andere .Landflieger", der selten über dem Wasser geflogen ist. Das sei denen entgegen- gehalten, die den Ozean-Luftverkehr ausschließlich den alten Seeleuten Vorbehalten wissen wollen. Selbstverständlich gehört zum Verkehrsflieger über See die Seemannschaft, aber in erster Linie ist er nicht .Landflieger" oder .Wasserflieger", sondern .Luftllieger"!
Auch daß ein Mann, der bei her Lufthansa Jahre hindurch Verkehrserfahrungen sammeln konnte, gemeinsam mit her Schiffahrt das Werk vollbrachte, soll uns lehren, daß die gewaltige Ausgabe des künftigen Ozeanluftverkehrs, nicht in einem Gegeneinander der deutschen Luftver- tehrsuntemehmen und der einzelnen Schiss- fahrtSgesellschasten. sondern nur in engem Zusammenarbeiten aller Stellen, di: zu seinem Gelingen beitragen können, bewältigt werden kann.
Wir wollen aber nicht vergessen, daß das Ziel des regelmäßigen Ozeanluftverkehrs durch Köhls Flug zwar in größere Rähe gerückt, aber immer noch eine dornenvolle Strecke Weges entfernt ist. Lteberhvren wir daher im Siegesjubel die Warnungen nicht: es gilt zu verhüten. daß ein Zweiter und Dritter, weniger sorgsälttg vorbereitet, ohne die Fähigkeiten und Erfahrungen des Rachtfliegers Köhl, ihn zu übertrumpfen sucht, unb Schiffbruch erleidet Es gilt zu erreichen, daß der Luftverkehrs- geb ernte, der in dem 5 Lug gegen den Wind liegt, durch Einsetzen Verkehrs mäßiger Flugzeuge mit allen Sicherheitsvorrichtungen mehr und mehr verwirklicht wird, bis das Ziel eines zuverlässigen Ozean-Schnellverkehrs durch die Luft erkämpft ist.
Dazu ist heute der erste Schritt getan Rach jahrelangen technischen Hemmungen und trotz jeher Wlrtschaftsnot hat es ein deutsches Flugzeug mit einem deutschen Motor vermocht. Rach manchen betrüblichen Fehlschlägen aufopfernder Arbeit unterer Flieger ist es einem Deutschen gelungen. Das soll für den Aufstieg unteres Voltes ein glückhaftes Omen sein
ben gerichtet .Lieber Botschafter! Der König hat mich ersucht. Euer Exzellenz dazu zu beglückwünschen. daß der deutsche Eindecker .Bremen" den Atlantischen Ozean überflogen und seine Mannschast in Sicherheit gelandet hat. Der Erfolg des Fluges ist um so bemerken-wert er angesichts der Jahreszeit und des ungünstigen Wetters."
Der Staatssekretär für Lustsahrtwesen. Sir Samuel Hoare, hat den deutschen Botschaster telegraphisch die wärmsten Glückwünsche des Lustrates anläßlich der ersten Ileberfliegung des Atlantischen Ozean» von Osten nach Westen von Seiten her deutschen Flieger übermittelt ■
Der Flug der „Italia".
Ter Nordpolfluq des Generals Nobile.
Stolp, 16.April. (WTB. FunkfpruD. Das Luftschiff „Italia", mit dem her italienische General Robile von hier mis zum Notdpolflug starten will, ist am Somrtagmittag um 2 Uhr in Mailand auffle fliegen und ohne Zwischenlandung nach einem Flug über Brünn, Wien, Gleiwitz. heute Montagmorgen 835 Uhr auf dem hiesigen Flugplatz glatt gelandet. Das Luftschiff hatte am ecmntagimttag im Glotzer Steffel rin Gewitter zu überstehen, wobei es anscheinend ferner Antenne verlustig ging, jo daß fein Empfang von Rachrichten auf dem ^ustjchisf mehr möglich mar. Dadurch Der lor das Luftschiff auch die Orientierung. Gegen 7 Uhr erschien es über Kofel, gegen 8 Uhr über ® I c i • viitz m Richtung flratau. In Krakau drehte bas Luftschiff um und erschien gegen 10.30 Uhr abends abermal5 über Gkriwiy und überflog hier den Flugplatz. Es ließ hier zwei rote Rccketen ab, die de" Wunsch jur Landung zu erkennen gaben. Er machte dann auch während einer Stunde wiederholt Versuche ,jur Landung unb ging einmal bis auf 150 Meter herunter. Plötzlich nahm bas Luftschiff dann
Hauptmann Köhl.
Don Dr. S Sverling, Referent im Deichsoerlehröministerium und Professor an der Technischen .Hochschule, Äerlin.


