nr.2!8 vierter Blatt
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Samstag, (5. September 1928
Miens Vlrtfchastliche Zukunft.
Don Arnaldo Mussolini.*)
Bere.K bi der 3odr^g*)eit war es 3tali«n bunb zäh« QIxbet gelungen, einige der grundlegenden Schwier,gierten, unter denen Mn TBirt- tchaftsl«ben ktt. zu beheben. 8ine ziemliche gute 3nbuftn«prsdut! w-.i - bett»nd«rs in den nord- uallenkfchen Städten hatte zu einer beich<> denen, wenn auch noch n cht abfoiut gesicherten Wüte de« Lande« geführt. Heute <mb Italien« Ansprüche m*4 der Zunahme feiner Bevölkerung rapide gewachsen; da« Problem seiner 'Siri* fchaft ,st nicht länger, em« mehr oder weniger «schickte Bllanzierung de« Budget« zu errnög- uchen. sondern es güt bi« Lösung der Aufgabe Brot und Arbeit für fein« sich rasch mehrende Bevölkerung zu fchasfen.
Wien. Stahl und Kohle bilden nach aLgeme.ner Anficht heute di« beherrschenden Doraussctzun- gen unserer modernen Vo.k-wirtschaft; es sind Di« Elemente. di« unserem technischen Zeitalter sicherlich chren Stempel aulgtbrücft haben. Don TZatur aus mangelt c« Italien gerade an diesen höchst wertvollen Rohmaterialien. Da« Schicksal «ne« Dolle« oder vielmehr seiner Wirtschaft wird jedoch nicht in all« Ewigleit durch dar Befttz gewrfkr wertvoller Rohstosie bestimmt werden. Im 18. und 19 Iah-hundert waren diejenigen Böller die glücklichen, die im Besch von meer- besahrenden Schüfen waren, mit deren H lle sie die See beherrschten. Degen Ende de« 19. Iahr- hundert« konnten Deutschland und Drobbritan- r «n zufolge chrer sich ständig erttwickelnden 8'en- und Stohllndustrie ihren Nationalreichtum start vermehren, während im fortschreitenden 20. Jahrhundert Elektrizität und Chemie di« ausschlaggebenden Faktoren bilden werden. In Italien stehen sowohl Elektrizität-Wirtschaft wie Ehenr.e und industriell Forschung noch im An- fangSftad um. Zwar beginnt die Elektrizität bereit« erfolgreich m di« itallenische Wirtschaft etn- zudr.ngen. aber die anderen Probleme sind doch noch in einem höheren Maste da« Ziel intensivsten Studium«. S-S ift keineswegs unmöglich, dast untere gegenwärt g lebende Generation eine erstaunliche Verbesserung de« Leistungsgrade« der Weltwirtschaft auf Gründ neuer Erfindungen aus chemi'chcin oder elektrotechnischem Gebiet erleben wird. Sine neue Erfindung kann uns in den Stand setzen, all« zur Zeit bestehenden Wirtschaftsschwierigkeiten leicht zu überwinden. Die ilHenne kann durch die Synthese Wunder vollbringen. der Elektromotor kann infolge des Cr- sahes der Kohl« durch Elektrizität zu einer Revolutionierung der Energiewirtschaft führen, und Veichtmetall«, wie Aluminium oder Mangan, können. sobald ihnen genügende Festigkeit verliehen w.rd. da« Schwermetall für un« ersetzen. E« kommt nur darauf an, dast di« richtig« Formel gefunden wird.
Welchen Weg soll nun aber in der Zwischen- zeit die italienische Wirtschaft einschlagen? Wir Faschisten glauben an den Willen al« an die stärkste Triebkraft jeglichen Fortschrittes. Wir verkennen keinesfalls den Wert der Evolution, lehnen sie jedoch al» mit unserem heutigen Empfinden nicht In Hebereinstirnmung stehend ab und bauen einzig auf M« Macht de« Wilken«
Welche« sind mm die Willen« au Igaben besten ti gen Italien, soweit di« Zukunft seiner Wirtschaft in Frage steht? Man kann sie in folgenden drei Prvgrammpunkten niederlegen.
1. Auss chaltung aller unnötigen Lurusausgaben. einschliestlich der Aufnahme unproduktiver Anleihen.
2. Neuschaffung nur solcher öffentlicher Werke, die einen eminent wirt - schatlssördernden Sharakter besitzen.
3 Konzentration der gesamten Leistung-fühig- feit des Volkes auf die zwei grvsten Wirt-
•) Der Derfasfer biefc« Artikels ist der Her- ausgeber de» ..Popolo d'Italia" und Bruder des italienischen Diktators. D. Red. ____
Tropeniraum und kleiner Vogel.
Don (Sofie von llhde
Es tut flut, einen Blick in Gottes Werkstätten »u tun. wenn man mal ein biftchen mit dem Leben uneins ifi; ich glaube, da« ist das kräftigste aller innerer Heillrautlein.
Heute, unlustig zur Arbeit, innerlich aufgewühlt und völlig ziello- meine Strafte ziehend, sand ich mich vor dem Tor des Botanischen Garten«. Das klingt nach trockenen Dingen, nach Registratur und Zergliederung, und ich ging unwillig genug hinein. Aber bald, sanft angerühri von der weiten schön geschwungenen Linie der Anlage, von der befreienden Menschenteere dieser grünen, gehegten Welt öffnete sich mein Sinn chren ver'chwiegenen Wohltaten, und aufatmend schloß ich hinter mir da« glä'erne Tor de« Schauhauses.
Ich war allem. Heifte Feuchte fiel mich «itoi« Oltem einer fremden Zone. Und um mich blickend sah ich da« tropisch.' Reich der Farne in üppig- schwüler Verbrüderung. Von der Zruchtbarkeit de« Bodens zu den AuSmaften e.nes Baumes emporgerissen, mit schwärzlichen Stämmen und riesigen Wedeln, blickten diese .Kinder ferner Urwälder mit jahrtausendealten Augen sphtnr- haft zu mir nieder. Von der Decke v'ngen ft« herab, aus Fels«'.. au» Baumasten entrollten sie chrc seltsam gefiederten Blatter, ft« schlangen sich ineinander, sie bildeten dunkle Grotten, und au« dem tönenden Schweigen biete» grünen, kochenden Finsternis brauste der gewaltige Sang von der Zeugungslraft der Wert. Waller- tropfen fielen herab wie Schweift von arbeitenden Stirnen.
3m tiefsten benommen, schritt ich weiter. Orchideen. schwül und fremdartig duftend, fleischig tote bizarre Tiere, leuchteten sündhaftschön aus verstrickten Zweigen. Luftwurzeln griffen nach mir tote dünne Arme s rem der Wesen, Palmen strebten riesenhaft zu gläserner Decke. Lied von blauen Küsten .n ihren einsam fächelnden Wipfeln. Bambus, licht und schlank, träumte von Glut der Tropen. Und dazwischen — Konzessionen des tlrwaldeS — standen Gummibaum und Kaffee* bäum. Reis und Kakao. Zimt und Muskatrtuh und weiterhin, mächtige Blattkronen breitend, die befreundete Welt der Bananen. Bald war es die Zruchtfüll« Südamerikas, bald daS Ge
schäftszweig«. die aufs engste mit ferner Zukunftsentwicklung zu'am men hängen nämlich die Schaffung einer Handelsmarine und Int Rationalisierung der Landwirtschaft
Zur Durchführung des«« großzügigen Pro» «Itomm« ist zwar bereit« manches gefchehtn aber ängst noch nicht genug Ein erfreulicher Wettbewerb hat s'ch in der Schiff bauindultri«. besonders am Adriattkchen Meere und in Ligurien, .ntw ckcft. Da- bed.uttt dir Ausnahme des Kampfe« um die Herrschaft zur See. eine« Kampfe-, an dem auch die Hä'en Bari. Palermo. Neapel. Ancona und Ravenna, die bisher etwa« tm Hintergründe hantln, teil- nehincn. Selbst dir kleineren Stadt gemeinden an der See werden sich immer mehr toter Entwicklungsmöglichkeiten als Folgt Ihrer günstigen Lage bewuht. Durch rastlose Anstren'ungen ba'.'tn wir es bereit« erreicht, dah unsere Handelsmarine an vierter Stelle auf der Weltrangliste steht. Wir nahem uns immer mehr dem Vorbild geheiligter lieber: ief er img. Unsere Schiffbau- inoustre ist heute bereit« ein Eckpfeiler un'crer gesamten Wirtschaft. 3(n*e E;istenz bildet di« Voraussetzung für einen groften Teil unserer industriellen Produktion
Der wichtigste Wirtschaftszweig Italien# ist und bleibt allerdings die Landwirtschaft. Aber auch hier ist ein langsamer Aufstieg zu verzeichnen. Der Abel lebt Hut wieder der Trabi- tton seiner Vorväter «mäh auf dem Lande, und auch dem Groftgrundoesitzer ist die Arbeit von früh bi« spät eine Selbstv.rständ ichke.t Italien- Landwirtschaft must jedoch noch in weit höherem Mafte intensiviert werden. Durch erhöhteGe- treidekultur und durch 6:e Erfchltehung von Oeblanb muft eine Sielgerung der Ernteerträge erzielt werden. A llätze hierzu sind bereits vorhanden. Da« Ziel unserer Anstrengungen ift. allen Weizen, den Italiens Bevölkerung für sein« Ernährung braucht im Lande selbst zu erzeuge n. ebne die bereit« unter Weizenanbau befind, chen Flächen zu vergröftem. Der Bedarf de« italienischen Volke« an bie'er Getrcidefrucht beträgt etwa 68 Millionen Zentner im Iahre. Heute produzieren wir davon bereite etwa 59 Millionen Zentner Wenn e« gelingt, die Erzeugung im gleichen Tempo wie bisher zu steigern, wird
Italien bald in der Lage sein. Brot für alle sein« Landeslinder In etg.-nen Grenzen za erzeugen. Dann brauchen wir keinen Weizen mehr au« Rumänien oder Südruft- l a n d zu importieren ein Zustand, der um lo erfreulicher wäre als diele Länder dauernd un er inneren Krisen leiden de ihre Produktion«- fähigkcit sehr in Mit'.e.den'chalt ziehen oder zu- mindesten schwankend gestalten.
Reben dieser Politll einer IntenNrtei-ung der Landwirtschaft schenlen wir dem Problem der Kultivierung von Oeblanb erhöhte Aufmerk - ’amfeit. Italien besitzt noch weite une^chlollene Gebete, uns c« gibt noch niete Landstriche, die der Entseuchungvom Malaria-Bazillus hirren. Sind diese Gebiete erst einmal zur Kultivierung rev, fo wird die Produktion wertvoller Boden! rüchte die groften Lummen, die wir heute für die Erschließung dieser Ländereien auftoenben. schnell und leicht toicber cin- bringen. Heute allerdings zwingt der Mangel an Land noch viele Landleute dazu, nach den groften Städten zu z ehen, wo ft« unter fieber- Windung unsäglicher Schwierigkeiten ein tümmr.-
Landbevölkerung must sich noch immer mit einer Leben-Weile adsinden. die man keineswegs al- ausreichend bezeichnen kann und die auch in keiner Weise mit unserer alten Tradition al« Aararvvlk in Einklang steht.
Bedenken wir endlich noch die Notwendigkeit ein r rationellen Wiederaufforstung unterer Wälder und < ner Regulierung der aus den Bergen strömenden F l u ft» laufe, so erkennen wir ohne weitere« die Mannigfaltigkeit der Probleme der italienischen Wirtschaft. Ihre Lösung bildet eine ernste und würdige Ausgebe de- Italienischen Dolles, eine Qhfgäbe, an die Italien mit dem groften Vertrauen und der wundervollen dynamischen Kraft seiner jungen Veneratton berangebt Mit der ganzen Willenskraft, deren der Faschismus fähig ist. haben wir nach der Vernichtung der parasitischen Lieberkultur des alten Italien dieses grvfte Werk in Angriis genommen. G« schreitet dem sicheren Erfolge entgegen, denn die Vorbedingungen für dielen Erfolg — ein starker Wille und ein zielsicherer Entschluß — sind gegeben.
polens Ostseehafen.
Don unserem ständigen s-Derlchtgrstatter.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Gdingen. Anfang September 1928.
Wenn Polen sich neuerdings so lebhaft auf das See- und Hafenwesen getootfen hat. so geschah es nicht au« wirtschastllchenBe- dürsnissen. Dte vertrügen vielmehr genau so gut wie tm Falle der industriell sogar fnrtge- schrilteneven Tschechoslowakei eine Befriedigung durch entsprechende Hasenabkommen mit den benachbarten Küftenstaaten. ilnb Polen hatte ja sogar rwch wett darüber hi n ausgehende besondere Rechte in dem von Deutschland abgetrennten Danzig erhalten. Der Wirtschaft Polen-, dessen seewärtige Ausfuhr und Otnfubr auf lange hinaus diejenige des einstigen russsichen Hmterlaude« nicht erreichen wird, war fonrtt durch die vorhandenen Ostseehäfen für jede absehbare Zukunft voll Genüge getan. Somit waren es andere Gründe, welche zu den polnischen Hafenbauplänen führten. — politische Gründe. Zunächst die Korridor frage. 5>te Herausschneidung Pvm- mercllcn« aus Deutschland, die in Dersaillc« hauptsächlich aus negativen Beweggründen vorgenommen wurde, sollte der AuSoau der .pol- nischen Küste" nun auch positiv rechtfertigen. Ferner spielte Polens Danziger Politik mit. Wett entfernt, auf da« Ziel emer polnischen Durchdringung und stufenweise fortschreitenden linier* wersung der Freien Stadt zu vernichten, wollte
man vor ihre Tore einen Konkurrenzhafen setzen, um diesen, unterstützt durch Waftnahmen der Verkehr« - und Tarifpolttlk. al« Druckmittel zu benutzen Endlich aber macht sich da« rege polnische P restigebedürf nis geltend. Nennt doch z. D. da« Organ der .Polnischen Liga für Fluft- unb See-Schis fahrt"' den 7. Gedenttag der Besitzergreifung de« Küstenstreisens nicht mehr und nicht weniger al« den .siebenten Iahres- taa unser« « dominium maris“. Äunum, Hafenbau und Seeverkehr wurden etne Sache volitis cher Zielsetzung und nationalen Ehrgeizes Beide Motive konnten ihre Wirkung nicht verfehlen.
Der entscheidende Schritt war die Liquidierung verfehlter Bauoersuche in eigener technischer Regie und — nach Bildung eine« alfl Unternehmer fungierenden Konsortium-, an welchem der polnische Fiskus einerseits, die französischen Firmen Societe des Tonstructtons de Datignolles, Schnei- der-Trcuzot und Heriern beteiligt waren — der Abschluh eine- Werkvertrags mit der Firma Hojgaard & Schultz A. 6.. Kopenhagen Diese übernahm die Planung und Ausführung der technischen Hafenbauarbeiten in Gdingen
Gdingen (polnisch Gdynia) liegt am Eingang jenes baff artigen tiefen Winkels im Nordwesten der Danziger Bucht, den man Putziger Wlet nennt. Er wird durch dte südostwärts vorsprin-
heimnis indischer Wälder, durch das ich in wachsender Ergriffenheit schritt.
Aber nun. in lichten Tempel tretend, schlug mir kochend helft« Luft entgegen. und auf stillen dunklen Wa'sern breitete sich da« märchenhafte Leben der Nymphaen aus. Hingerissen vor den keusch geschlossenen Lotosblumen stehend, wuchs nur au« der Erinnerung Mondlicht am Ganges, wo dies« nächtlich Blühenden sich mir entschleiert hatten auf beglänzter Flut. Aber nicht sie traten Herrscher in diesem Hause.
Mitten zwischen den zu giganttfchen Schalen geweiteten Blättern hob sich ein blasses Haupt: dte Victoria regia. Heute früh war sie weih au« der Knosp« gebrochen. Aber nun. langsam Blatt um Blatt lotend, begann sie sich rosig zu färben, wie durchglüht vom Feuer ihres Lebens- wi.lens wie entflammt von ihrem kurzen Tag. Zw«: Ihrer schlanken Blütenblätter erst hatte sie fünft nach auften und abwärts gebogen Aber al« ich nach zwei Stunden wieder vor chr stand, war ste schon hall» erschlossen und tiefer noch glühte aus dem Blütenmund ein zartes Rot. Heute abend, wenn alles um ste sich zur Ruh« anschickt, wird sie voll erwacht sein, und wenn die Nacht über dem verlassenen Garten steht, w.rd sie in der verschwiegenen Schwül« ihres gläsernen Schlo'ses ihr königliche«, ach. fo kurzes Leben Hüben.
Zn welche tiefste Deheunnllf« der Geburt Htckte ich da, welch ein Mysterium, über den Sternen erdacht enchüllt« sich mir in dienern zarten Werden? Wie durften Augen, die all« Unreinheit menschlichen Lebens kennen, in solch keusche« Mirakel blicken? Aber <4 vernichtete einen nicht, es hob hoch au# n.«derer Begrenzung als rei- n.gen de Macht der göttlichen. Räl'ei. vor denen Welt und Ich versmkt: im Anfang war das Wort, und die« Erblühen teinc erst« Schöpfungs- tat!
Liter Wunder voll und lehr ergr.f’en entwich ich aus 'Duft und Schwüle m die strenger« Luft des Gartens, ilnb auf einer einsamen Bank mitten in der Flora japanischer Bergwälber rastend, schied ein reine« und vollkommene« Gluck mich für Stunden vom gewohnten Leben des Tages.
Ein Keiner Bogel, zutraulich und ohne jenen Itegwohn der .Kreatur, der für den Meschen ft» belastend ist. setzte fid> vor meine Fähe und begann mit «ehr viel jugendlichem Fürwitz mich zu betrachten. Bald genügte 'hm der Beobach
tung^pvsten da unten nicht mehr, er flattert« auf die Bank und mit fleinen, seillichen und sehr forschen Schr.ttchen begann er sich mir zu nähern, er barst vor Neugierde. Aus« lächerlich,^: erinnerte er an gewisse siebzehnjährige Bürschchen, die mit gut einstudierten Sebemann*- allüncn auf Abenteuer ausgehen.
Aber plötzlich rauschten kleine Flügel, und auf dem Kies de« Deges saft Mutter Fink, mit einem Würmchen im Schnabel, und augenblicklich ging mit dem jungen Lebemann eine erstaunliche Veränderung vor: er. eben noch so forsch und sürwitzig. wurde mit eins zur hil! losen Feder- kugel: die Flügel kläglich gespreizt, das Gefieder zitternd gesträubt, rrft er einen Schnabel auf. der gar nicht mehr enden wollte, einen Schlund, wahrhaftig gröfter als da« ganze, winzige Geschöpf ber lebendig gewordene Hunger und dazu stieh er recht armselige klein? Shree au«. Aber die Mama, mich vorsichtig beäugend, kam näher, kam auf die Bank, verfen'.te mit grober Behutsamkeit daS arme Würmchen in dielen Krater und flog zu neuer Nahrungssuche für die« grobe, faule Kind davon.
Das wurde augenblicklich wieder zum jungen Herrn. Sein Gefteder. eben noch lächerlicher $Iaum. wurde wieder glatt und bunt, feine Allüren gewannen den alten Schick und frech und untemehmungsluftig rückte er mir näher. Er riskierte mit der ilnvernunft der Iugend seine ganze Etistenz. um nur ein einziges Mal an meinem Kleid zu zupfen er muhte es tim um »eben Preis, und er tat«! Er rift kurz und heftig bar an und rettete sich sogleich durch einen kleinen Seitensprung, aber dann eine Handbreit von mir entfernt auf der Bank fttzend. fah er. schiefen Köpfchens, mit so viel frecher Befriedigung zu mir auf. dab er mir wirklich zu imponieren begann. Aber schon kam die Mama wieder, und aus dem frechen Iungen wurde augenblicks eine Inkarnation ber Hilflosigkeit. Er war ein vollendeter Schauspieler
Mit einem wahrhaft holden Vertrauen fütterte diefc kleine Mutter Io nahe bei mir ihr Kindchen. Man sah gerührt und ein wenig belchäutt zu: denn was haft nun hier vor diesem einfachen Bild« der Natur alles mühsam errungene Ahnen um Well und Gott ' Es langte noch nicht einmal dazu, diesen kleinen gelben Schnabel zu füllen. Aber es tat gut. dieses Kleinwerden vor sich selbst, man wurde recht zum Kind der warmen Mutter Erde und das Leben sah sich leicht und freundlich an.
en- len-
1926
188.5
104.3
851.9
1750.3
1927
217.9
205.7
1(90.7
1925
7.9
0.5
219,0
233.1
nach Finnland
. Norwegen , Dänemark . Schweden
Naturgemäb ging nur der geringere Teil dieser AuSfuhrsteigerung über Gdingen, dessen Einrichtungen ja noch recht primitiv und ungenügend waren. Aber dieser Ausfuhrimpuls wurde doch al« Hebel der Entwicklung auch des neuen Hafens angefetzt Die Gefamtausfuhr übet
tende nehrun^ c-.ih al ich« Halbintel Heia hon ber offenen See g«ichi<drn Das Putziger Wiek lst Wn ctlgim-.cirx-n Nach. fc> G^ind Ichlamm'.?. dazu ue- hen vom F< l nd zur H l^?ckei Hcla mehrere L«r> barren ic Barre mn chen K uftteid und Rewa kann tx- Rordwesttoinben ü recken weif« log ar trocken lallen. Aber vor Gdingen l»ht es beOet betm! KXX) Meter vom Ufer f t die Wafterttese tMvrtcbr b'.« an lN7 K. i? heran zubringen bedutt te und bedarf «s frei rch ausgiebiger Baggerarbeiten
E.n 7!ack)te>l in der Grunbanlaae. der fich au< d Dauer noch nZehr geltend machen und zu organifatvn'chen Abänderungen zwingen wird. rft. daft man an dernfelden Ort z u olderlei auf eii* mal unternommen Hal Einen toärte ch Steinberg (Äamtenna Goraf zu. richtet« ftch das Badeleben ein. nordwäns. gegen Orhöft polnifch Ok-fvwia» befindet fich der Krieg-Hafen für die polnifch« Xorfebo- llr 'to <chen FiichereiHafen und Kriegshasen febtebt fich de Hauptanlage ein der Handelshasen.
Von drefem Hasen hat die dänische Baufirma den Auftenhasen nahezu serttggestellt. Eine Nordmol? von 74? Meter Länge (eine mit Sternen gefüllte Psahikonstrukiions schütz! uwmttell>ar den clbar ? den Eingang zum äufteren Handelshafen Die Sübenote, durch einen im Winkel anschl esxmden Wellenbrecher verlängert. tm ganzen 1540 Meter lang trennt da« Vorhandensein vom Fischereihafen Ein 272 Meter langer, zwischen Nord- und Sudmole isoliert liegender Wellenbrecher ergänzt beete Schutzbauten Sübrnole und Welleribrecher, sowie alle Äa*» anlcgen führt d.« dänische Dauftrma unter Verwendung von Eisenbeton-Senkkästen au«.
Der 3 n n c n b af e n ift erst tm Entstehen Er lang. 3 ? Meter breit werden. Er wird nördlich ber ursprünglichen Siedlung Gdingen, dem Laus des hier mündenden Ktelau- baches folgend, in da« moorige Ufrrgelänbe rin- geschnitten
Der lebhafteste Betrieb herrscht im Auftenhasen aus ber Sübrnole. Aus diese führt bi« Haf«n- bahn. bie an bi« Linie Gdingen Danzig^- Warschau <unb Danzig - Gbingen -St«tttn) angeschlossen ist. Aus der Südmole sind zwei Drückenkrane in Tättgkett. dte hauptsächlich
Massengüter laben; htnau«gebenbe Kohle und eingehendes Erz. Dte Hal Verwaltung gab die Ladesähigkett chrer Has nen täglich an.
die Standplätze für Seeschiffe auf 6; Anfang 1928 hat fic diese Angaben auf 6000 bzw. 10 erhöbt. feit Mai 1928 auf 8000 bzw. 15. Wir geben diese Zahlen auf Verantwortung der erwähnten Behörden wieder.
Der Personen- und Warenverkehr über Gdingen hat tatsächlich in den letzten zwei Iahren erheblich zugenommen. Den stärksten Anstob erhielt diese Entwicklunir nb- gesehen vom planmäbigen Etnwirken der Negierung. durch die Kohlenausfuhrkampagne de« Iahre« 1926. Infolge de« englischen Kohlenstr e i k« öffneten fich damal« erst für die obev- schlesifche und Domdrowaer Kohl« recht eigentlich die skandinavtf chen Märkte. De« einen Gewinn, de« anderen Verlust. Welchen Schaden, von England au« aefehen. die dortigen ©trtlfarrangeur« ihrem Lande getan haben, oe- leuchtet anschaulichlt die solgende Tabelle des polnischen Kohlenabsatze« in den skanblnavtschen Ländern. Es wurde polnisch« Kohle (in tausend Tonnen) au-geführt:
Ach. dieses nur behalten, die cs Lieben und Deliebtwerden von Baum und Tier und freiem Wind!
Kunst und Wiffenschast.
Dsokfchc Albrecht Dürer-rliftung.
In Nürnberg wurde in dieser Woche bit Tagung de - Refchsverbandes bildender Künstler Deutschlands erüsf- ntt. Ministerialrat Hen schel überbrachte bie Grub« und Dünsche des bayerischen llnterrlchts- mimfter« Goldenberger und des Minister- präftdenten Dr Held. Namen« des Reichs- mrnisteriums de» Innern und M preubllchen KuftuSm n fter . m« wurde die Veriammlung vom Ministerialrat Dr Gall begrübt. Zwei Referate behandelten das Urheberrecht unb den Begriff des geistigen Eigentums vom Künstler aus ge'ehen. Die Stabt Nürnberg Sab den Tagungste '.nehmern unb Gästen ein kn tm atth.ftorifchen RathauSfaate. Ober» bürg<nne.fi<r Dr Luppe vcrbrettete sich über
< t'urd) b’.T Initiative ber Stabt Nürnberg ge'chaffene .Deutsch« Albrecht-Dürer- öl: Itunq'. an der '.ch erfteu.tcherweise auch das Reich, drr Staat Badern und Die preuftisthe Staatsrca erunq bcteilrgt haben. Der Stistung liegt bis jetzt ein Grundkapital von 1 2 0 000 Mt zugrunde 50 000 Ml davon hak bie Stabt Nürnberg aus gemeindlichen Mitteln ausgrbracht. währens der Rest auf Re^ch. Bayern unb Preuhen enftäilt. Die Deutsch« Albrecht- Dürcr-S: 'hing mit Sin unb Kuratorium in Nürnberg soll ber lunstler-lchen Fort^lbuna unb Entwicklung strebsamer deutscher Künstler bienen. Aus den Crträgn-’fcn der Stiftung werden an hervorragend begabte Maler und Graphiker — -n beftmderen Fällen auch an Bildhauer unb Architekten — Stipendien zur Förderung iHv» künstlerischen Entwicklung gewährt werden. Die Stiftung wird alljährlich zum Todestage Albrecht Dürers, am 6 April des betreffenden Iahre«. ausgevchtet Der Boriitzende de« Reichsverba ndeS der bildenden Künstler Deuftchlands dankt« nr.t bewegten Worten namens der getarnten deutschen Künstlerlchaft allen denen, ote an dem Zustandekommen dieses Werkes mttge- atbettet und zu M<en Förderung beigetraflen haben.


