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mittag wagten sich Vie Einwohner aus ihren Häusern, während in den östlichen Dorstädten die Schießerei noch im Tange war.

Oer Betriebsrat der Firma Knapp zu den Aussagen Badstiebers.

W a n n e - E i ck e l, 14. Juni. (Prioatmeldung.) Zu öen Aussagen des im Moskauer Zngenieurprozcß angeklagten Monteurs B a d st i e b e r, der u. a. be­hauptet hat, die von der Firma Knapp gelieferten Maschinen seinen minderwertig, und der sich zur Unterstützung seiner Aussage auf den B e t r i e b 9 r a t der Heimatfabrik berief, erklärt der Betriebsrat der Firma Knapp, daß die nach Ruß­land gelieferten Maschinen denselbenArbeits. prozeß durchgemacht haben und genau von der gleichen Qualität sind, wie die Maschinen, die innerhalb Deutschlands und im nichtrussischen Auslande geliefert worden sind. Ganz selbst- verständlich ist, daß jede derartige Maschine noch der Fertigstellung auf dem Prüfstand nachgeprüft wird. Die Mitglieder des Betriebsrats erklären fer­ner, daß sie jederzeit bereit gewesen wären, mit diesen Maschinen auf Montage zu gehen.

Das Unterhaus lehnt das anglikanische Gebetbuch ab.

London. 14. 3unL (WB.) 3m Unterbaute sand heute bei über füllten Tribünen die Schluß' debatte über die Maßnahmen zur Einfüh­rung de» neuen Debetb uche» statt. Die Debatte war ziemlich beweg!. Der Minister des Innern Johnson Hick» sprach sich energisch gegen die Einführung au», während Schatz- kanller Ehu r ch i ll, obgleich er einige Punkte in dem neuen Debetbuche nicht billigte, das Hous ersuchte, den Desetzen twuri anzunehmen. Premierminister Baldwin sprach s ü r den Gesetzentwurf. Trotzdem hat das Unterhaus die Einführung deS neuen anglikan^chrn Gebetbuches mit 266 gegen 220 Stimmen abgelehnt.

Aus aller Welt.

Krau ttmmrline Pankhurst f.

Frau Lmmeline Pankhurst, die berühmte Suf­fragette und Mutter der bekannten Kämpferinnen für Frauenrechte, Thristabel und Estelle Pankhurst, ist Donnerstag früh in London verschieden.

Mit Ernmeline Pankhurst ist die grüßte und einst berühmteste englische Suffragette, die bis zum Jahre 1914 nicht nur in England, sondern in der ganzen Welt durch ihre frauenrechtlerischen Bestrebungen und die Irrungen und Wirrungen, die sie dabei an­richtete, größtes Aussehen erregte, aus der Welt geschieden. Die englische Frauenrechtlerin, die in Manchester geboren wurde, gründete schon in jungen Jahren, 1879, eine Frauenwahlrechtsge- scllschaft. Diese Frauenwahlrechtsgesellschast war überhaupt die erste ihrer Art, der auf Betreiben der Pankhurst aber in den darauffolgenden Jahren eine ganze Reihe von Frauenrechtsparteien folgten. Die Suffragette stand bei allen diesen Organisationen im Mittelpunkt der von diesen geführten Bestrebun­gen. Ihren zweifelhaften Ruhm errang Lmmeline Pankhurst im Jahre 1908, als sie in London einen großen Feldzug für das Frauenwahl- recht begann und von der Galerie des Unterhauses eine große Flagge mit der AufschriftFrauenwohl- recht entfaltete. Verschiedene Male versuchte sie mit einigen ihrer Getreuen gewaltsam in das englische Unterhaus einzudringen, um den britischen Macht Habern die Annahme ihrer Forderungen obzuzwin- gen. Niemals jedoch hotte sie mit ihrem unentwegten Draufgängertum und ihrem unbegreiflichen Fana­tismus, der die Welt in Staunen setzte, Erfolg. Sie mußte verschiedene Male ins Gefängnis wandern und ihre Perjünlichkeit bildete jahrelang ein dankbares Objekt der Kar ikaturiften und der Witzblätter. Ganz leicht hat sie es ihren Gegnern, die sie mit einer Bitterkeit und Zähigkeit ohne­gleichen bekämpfte, freilich nicht gemacht und die englischen Parlamente haben manchmal doch ernst­liche Besorgnis über diese in ihren Mitteln zur Er­ringung des Erfolges skrupellosen Frau gehabt. Die blutigen Straßenkämpfe in den Fahren zwi­schen 1900 und 1910 in London sind noch in leb­hafter Erinnerung. Ernmeline Pankhurst war un­streitig eine Persönlichkeit von bedeutendem Format, ihre Energie und Ausdauer hat sie den Sieg schließ- lich auch erringen lassen. 1918 wurde das Frauen- wahlrecht in England Gesetz unter dem Eindruck des Kriegshilfsdienftes der Frauen, der von der Pankhurst organisiert worden war. Bon da gn verlöscht ihre eigenartige und seltsame Lauf­bahn Hin und wieder hat sie sich noch in einigen sozialen Organisationen betätigt, ohne allerdings nennenswertes Aufsehen zu erregen.

Die Hilfsaktion für Jlobile.

Auf ein« Anfrage bei dein Staatssekretär des amerikanischen Marinedepartements, Wilbur, ob das Marinedepartement bad Luftschiff ..L o S Angeles" für die Bettung Nobiles einsetzen wolle, wurde vom amerikanischen Ma­rinedepartement geantwortet: Der Betriebsstoff für die ..LoS Angeles" ist das Heliumgas. Da­her ist der DeweaunySrabius derLos Angeles' so beschränkt, daß ein Flug, wie Sie ihn Vor­schlägen, unmöglich ist. Aus diesem Grunde bedauert es das Warinedepartement außer­ordentlich, sich nicht an dem RettungSwerk für Aobile gemäß 3hrem Dorfchlag beteiligen zu können. Das Hilfsschiff ,.Bragan za", das Vorräte an Bord genommen hat, wird sich mit dem DampferHobby" am Ende der Hinlvpen- ötraße treffen. DieBcaganza" wird bann bie Flugzeuge an Bord nehmen und nach dem Bordende von Spitzbergen weiterfahren. Die Flieger sollen bk Tätigkeit der mit Hunde­schlitten entsandten Abteilungen unterstützen, in­dem sie durch Abwurf von Vorräten Depots bilden und nach den drei Mitgliedern der 3talia"-Befayung, die in der Richtung des Lan­des unterwegs lind, Au-schau halten. Der Erfolg der Flugzeugtätigkeit hängt davon ab. daß die Ei-verhältnisse sich nicht verschlechtern. Heute ist das Wetter ruhig und Uar.

Wilhelm Mchners Heimkehr.

Die neuesten unmittelbaren Nachrichten Dr. h. c Wilhelm Filchners aus Indien an feine junge Tochter in München und feine Freunde in Berlin und Paris zeigen »war. daß er noch am Schluß seiner zweieinhalbjÜbrigen Durchwan- berung 3nncrafien8 nicht ganz frei vo t materiel­ler Sorge war. sie bedeuten aber bn übrigen te^r erfreuliche Botschaft In Srinagar, wo der Forscher seine erfrorenen Fscße und die gebrochene Hand ausheilen lieft, war ihm gute Erholung in einem Hausboot-Idyll vergönnl Bon den höchsten britisch-indischen Beamten er-

Sie Finanzierung der diesjährigen Emir.

Don unserer Berliner Redaktion.

Aach der Erledigung der wichtigsten Ar- bellen für die Durchführung beS landwirt­schaftlichen Aotprogramms treten wiederum bie laufenden Ausgaben in den Vor­dergrund. wobei es sich jetzt in erster Linie um die Frage der Erntebewegung und -sinanzierung handelt. Die großen Schwie­rigkeiten und Aachteile. die sich in früheren Jahren für die Landwirtschaft daraus ergaben, daß im Augenblick des Freiwerden- der Ernte zahlreiche auf gelaufene Forderungen an sie herantraten, ohne daß bereits eine geeignete Ver- wertungsmöglichkeit für bie Ernte bestand, sind nach den ,,u spät eingelriteten Versuchen des Iahres 1925 durch eine planmäßige Aktion zur Erntefinanzierung im vergangenen Jahre größ­tenteils vermieden worden. Es ist deshalb erfreulich, wenn jetzt, tote schon kurz gemeldet, als ein Erfolg der Arbeiten der scheidenden Regierung zwischen dem Reichsernährungsmini- sterium und den großen landwirtschaftlichen Kre­ditinstituten eine Einigung darüber erzielt wor­den ist, daß eine gleichartige Aktion auch in diesem Jahre zur Ausführung gelangen soll. Für die Ausgaben, die den großen Kreditin­stituten, also der Aeichsbank. her Deutschen Aentenbank-Kredllanstall und der Preußenkafse, zufallen, scheint demrach geeignete Vorsorge gc-- troffen worden zu fein. Darüber hinaus muß aber die Deutsche Getreidehandelsgesellschaft über genügende Mittel verfügen, um durch Regulin rungskause rin stoßweise- Auftreten des An­gebots. wie dies in dcn ersten Erntewochen leicht auftritt, nach Möglichkeit zu verhindern. Von landwirtschaftlicher Seite wird aber auch die Forderung erhoben, baß Möglichkeiten für eine

wirkliche Getreibelomoarbierung ge­schaffen werden, um die ungesunde Wechseldis­kont crung nach Möglichkeit auszuschallen.

Ls ist für das gesamte Wirtschaftsleben von allergrößter Bedeutung, wenn bie Bewegung und Finanzierung der deutschen Ernte sich reibungslos vollzieht und damit auch ungünstige Einwirkungen auf andere mit der Landwirtschaft in Beziehung stehende Wirtschaftszweige vermieden werben. Ge­rade im Zeitpunkt der Durchführung des landwirl- schafllichen Notprogramms ist dieses Problem von erhöhter Bedeutung, da alles vermieden werden muß, um bie einmal eingeleiteten Maßnahmen irgendwie zu beeinträchtigen oder in ihrer Wirkung sogar aufzuheben. Durch die genossenschaslichc Dr- ganijation und die zentralen Kreditinstitute der Landwirtschaft ist ja auch eine Organisation vor­handen, die den Ausgaben der Erntefinanzierung, neben vielen anderen, durchaus gerecht wer­den kann. Allerdings ist in dieser Richtung noch nicht alles erreicht, und die Frage der Ratio- nalifieruna des G e n o s | e n f ch a f t s - wesens, auf die der Reichswirtschaflsminister noch kürzlich hingewiesen hat, bedarf einer ständi­gen Beachtung, damit auf diesem wesentlichen Ge­biet der landwirtschaftlichen Organisation der beu praktischen 'Ausgabe» am besten entipredwnbe Zu­stand der Vereinheitlichung herbeiaesührt wird. Mit der im Notprogramin vorgesehenen Landwirt­schaftshilfe ist ja schließlich noch längst nicht aller getan, und man wird in 3u f a mmenarbei t zwischen den amtlichen unb privaten Stellen noch manche-, zu leisten haben, um bie von der ganzen Wirtichaftsentwicklung schwer betroffene Landwirt­schaft in Stand zu setzen, ihre Aufgaben gegenüber der Gesamtwinschaß auch in Zukunft voll und ganz erfüllen zu können.

Die AegkiMsMdwig im Reich und in Preußen. Hermann Müllers Verhandlungen. - Oie Dolkspartei fordert die Große Koalition auch in Preußen.

Berlin, 14. Juni. (Priv.-Tel.) 3m Reichs­tage versammelten sich am Donnerstag bie Frak- tionSführer aller für die Koalition in Betracht kommenden Parteien bei dem Abgeordneten Müller-Franken zu einer gemein­samen Aussprache über die Bildung einer neuen Reichsregicrung. In der Besprechung gab Müller d'.e Stellungnahme despreußi- schenMinisterpräsidenten über die For­derung der Deutschen Volkspartei auf gleichzeitige Umbildung bei Regierung in P reu - ß en bekannt. Ministerpräsident Dr. Braun hatte erklärt, er halte es aus staatspolitischen Gründen für unmöglich, baß bie preußische Staatsregierung die Umgruppierung ihrer Zu­sammensetzung abhängig mache von einer Wil­lensäußerung der Reichstagsparteien. Er würde darin eine Degradierung des preußischen Staate- und eine Verletzung feiner Selbstän­digkeit sehen.

3n der Au-sprache hielten die Unterhändler der Deutschen Voll-partei nach wie vor be­stimmte Zusagen über bie Umbildung der preußischen Regierung für notwendig. Von demokratischer Seite wurde betont, man könne selbstverständlich mit der Bildung der Reichs­regierung nicht so lange warten, bi- die preußi­sche Regierung neu gebildet sei, aber anderer­seits sei schon im Interesse der Fortentwicklung der Reichseinheit eine größere Homo­genität der Regierung beti größten deutschen Landes mit der des Reiches wünschenswert. Die Sozialdemokraten erftäxten, sie hätten auch den ernsten Willen, in Preußen die Große Koalition herbei^uführen.

In der weiteren Aussprache wurde es als der zweckmäßigste Weg zur Uebrrwinbung der jetzt vorliegenden Schwierigkeiten bezeichnet, wenn die Parteien sich mit ihren preußischen Fraktionen in Verbindung setzen, um von den preußischen Regierungsparteien Erklärungen zu erhalten, die keinen Zweifel an dem ernsten Willen zur Erweiterung der preußischen Re­gierung aufkommen lassen.

Die Entwicklung der Regierungsbildung ist nach dem allgemeinen (Sinbrud im Reichstag heute abend sestgefahren. Die Deutsche Volkspartei, bie von mittags bis in bie Abendstunden hinein eine Fraktionssitzung ab­hielt, hat an ihrer Bedingung der Gleich­zeitigkeit der RLgierungsvllbung im Reich und in Preußen f e st de h a l t e n.

Rach diesem Beschluß der Deutschen Volks­partei gilt eine Koinpronrißlösung, die den 10. Juli nannte, im Augenblick als erledigt. Dr. Scholz konnte dem 2wg. Wüller-Franten heute abend nur mitteilen, daß seine Fraktion auf ihrem Standpunkt der sofortigen Umbildung be­harrt. Hermann Müller nih.n diese Mitteilung zur Kenntnis, und damit war die Besviechung beendet. 2m Anschluß daran hat Dr. Scholz auch die Fraktionsvorsitzenben des Zentrums, ber De­mokraten und der Bayerischen Dolkspartei emp­fangen unb von dem Fraktionsbefchluß unter­richtet. Damit betrachtet man im Reichstag ben ersten Versuch zur Bildung der Großen Koalition als gescheitert. Die Entscheidung darüber, ob er nun von neuem aufgenommen wird oder ob bereits jetzt andere Möglichkeiten ber Regierungsbildung zu prüfen find, liegt bei Hermann Müller, dessen Auftrag nicht auf bie Große Koalition beschränkt ist. Im Reichstag nimmt man an, daß er zunächst do-ch noch einmal versuchen wird, bas Projekt ber Großen Koa­lition weiter zu verfolgen. Man spricht auch von ber Möglichkeit, daß sich nun auch andere Kräfte in bie Verhandlungen einschalten, die

bisher nicht Persönlich daran beteiligt gewesen sind. Erschwert wird die Lage allerdings auch dadurch, daß ber Preußische Landtag sich heute vertagt hat und seine Fraktionen daher nicht mehr zusammen sind. Ministerpräsident Braun hatte die Absicht, heute abend bis Montag zu verreisen, so daß weitere Ver­handlungen auch mit ihm in den nächsten Tagen nicht geführt werden können.

Wie in den späten Abendstunden in parla­mentarischen Ärei er. verlautet, hat Hermann Müller die Absicht, trotz der Schwierigkeiten der Preuhensrage bie Große Koalition zunächst weiter zu verfolgen, so daß gegenwärtig die Frage der Weimarer Koalition nicht akut ist. Hermann Müller hat mit dem Außenminister Dr. 6 tref eman n die gesamte politische Lage durchgesprochen. Vorher ist auch der preußische Ministerpräsident Dr. Braun bei Dr. Strese- mann gewesen. In unterrichteten Kreisen mißt man der morgigen Fraktionssitzung der Deutschen Volkspartei erhebliche Bedeutung bet, weil sich zeigen muh, ob die Fraktion angesichts der ernsten Bemühungen Hermann Müllers um die Ein­beziehung der Deutschen Volkspartei in die Reichsregierung nicht doch b e Kompromihmög- lichkeiten überprüft, die in einer fundierten Zusage für einen bestimmten Termin der Umbildung der Preußenregierung liegen könnten.

Pressestimmen.

Berlin, 16. Juni. (Priv.-Tel.) Zu den gestrigen erfolglos gebliebenen Verhandlungen über bie Regierungsbildung im Reich bemerkt derVorwärts": Es vermehren sich bie An­zeichen, die dafür sprechen, bah bie Volls­pur t e i ber Bildung einer Regierung im Reiche große Schwierigkeiten zu machen versucht. Die sozialdemokratische Reichstagssraklion, bie bisher die größte Mäßigung und Gedulb an den Tag gelegt hat, nimmt mit wachsendem Be remben von diesen Versuchen Kenntnis. Schon neulich ist hier gesagt worden, die Sozialbe.n l alle denke nicht Daran, eine Diktatur ber Sieger tm Wahlkampfe aufzurichten, noch weniger aber würde eine Diktatur ber Richlsieger ertragen werden können. Angesichts ber ossenkunbigen Versuche, eine solche Diktatur aufzurichten, muh bas wiederholt unterstrichen werden.

Die volksparteiliche ..Tägliche Rund­schau" schreibt: Man wirb zunächst abtoarten müssen, ob ein Versuch gemacht wirb, bie preu­ßische Regierung unb bie preußische Koalition zu einem Sinlenken zu ver­anlassen. Es wäre denkbar, daß man sich in Preußen von selbst die Frage vorlegte, ob die Regierungsblldung im Reiche an dem starren Festhalten an ber bisherigen Auffassung schei­te r n soll. Rach Lage der Dinge ist eS aus­sichtslos, bie Verhandlungen fvrtzusetzen. wenn nicht in biesem Sinne von preußischer Seite etwas geschieht.

Or.v.Camve vomDorsih der volkspariei- lichen Preußenfraktion zurückgetreten.

Berlin, 15. Juni. (Privat-Telegramm.) Mehrere Blätter melden, bah ber langjährige Vorsitzende der oolksparteilichen Fraktion im Preußischen Landtag, Dr. von E a m p e, den Vorsitz niebcrgelegt hat, weil bie Fraktion für bie Verhandlungen über bie Erweiterung der Regierungsbasis eine dreiglied­rige Kommission gewählt hat, zu der Campe nicht gehörte. Seine Ausschaltung erfolgte, weil er allgemein al» Gegner ber Großen Koali­tion in Preußen gilt.

fuhr er überall ehrende Förderung. Im wissen­schaftlichen Institut zu Dehra Dun tonnte er seine bedeutsamen magnetischen Messungen und geodätischen Berechnungen abschließen. Im Mai reifte er über Delhi, wo er den Vizekönig besuchte, nach Bombay. Von dort aus hat er am 6. 3uni bereit- die Heimfahrt ange­treten. 3n seiner unverwüstlichen mänllichen Art scheint er bie physische unb seelische Rachwirtung der unsäglichen Strapazen und Drangsalen, die er auf Feiner großen Expedition erlitt, schon überwunden zu haben: weniger freilich eine ge­wisse Bitterkeit aus Gründen mangelnder Unterst Übung von Seiten bei Heimat. Der italienische DampferEracovia". auf dem er fährt wird am 21. Juni in Venedig ein­

treffen. Man kann damit rechnen, daß Fllchner am 2 4. Juni in Berlin eintrifft. Hier wird dem verdienten deutschen Forscher voraussichtlich ein würdiger Empfang bereitet werden, der ihm wohl bie letzten bitteren Zweifel nehmen unb ihm zeigen bürfte. daß fein Vaterland feine Per­sönlichkeit unb feine hervorragenden Leistungen, denn doch zu schätzen weiß unb nicht gesonnen ist, ihn etwa dem Au-land, da- fich mit Drund lebhaft für ihn interessiert, zu überlassen.

Eine ftarl-Kuguft-(Bebenffeier in Weimar

Die Feier des 100jährigen Todestages des Groß» Herzogs Karl August non Sachsen-Deimar-Eisenach wurde In ben Raumen des ehemaligen Residenz- schlosse« durch ehre roürbfae Veranstaltung, ber

neben ben Spitzen der Behörden die ehemallae Großherzogin Feodora, ber Reichskunst, wart, sowie eine große Zahl von Gelehrten und Künstlern beiwohnten, begonnen. Der JniftonTcr her Berliner Universität. Prof Dr. E. Marcks, gab einen Ueberblick über bas Leben unb die Be­deutung Karl Augusts. Er feierte Karl August als die Persönlichkeit, ber es gelang, da» ganze geistige Leben im Herzen Deutschlands zusammenzufasten unb ein geistiges Deutschland als Grundlage für den kommenden staatlichen Aufstieg zu schaffen. Im Anschluß an bie Festrede übergab Staat-Minister Dr. Leutheusser das nach jahrzehntelanger aründlicher 'Arbeit unter Leitung von Professor Köhler endgültig sertiggestellie Schloßmu- seum, besten Grundstock bie Sammlertätigkeit Karl Auausts unb Goethes bildet, feiner Bestim­mung. Gleichzeitig ist im Landesmufeum eine Karl- Auaust-Gedächtnis-Ausstellung für einige Monate eröffnet worben, bie insbesondere durch wertvolle Lechgaben aus Privatbesitz ergänzt wird

Irrtümliche Hinrichtung von neun Jkrfonea.

Mexiko, 14. Juni. (DTB. Funkspruch) Der Bürgermeister unb acht städtische Beamt, von Huatla (Staat Oaxoca) wurden vor einigen Tagen von ben Militärbehörden hingeri äffe t, nachdem diese telegraphische Weisungen erhallen hatten, die angeblich vom Kriegsamt und vom Prä- fidenten Ealles stammten. Cs zeigt sich jetzt, daß keine derartigen Weisungen ergangen waren unb daß das Telegramm eine von ben politischen Geg­nern des Bürgermeisters stammende Fälschung war. Der Offizier, ber bie Erschießungstruppen be­fehligt hatte, und anbere in dem Verdacht der Be­teiligung an dem Komplott stehende Personen sind verhaftet worden

Bankraub in der Songretzstadt kansa» Cito-

Banditen drangen in Kansas Eity in eine Bonk ein, hielten bie Angestellten mit ihren Revolvern in Schach unb erbeuteten SO OOODollar. Sie entkamen fobann im Gewühl der infolge des hier tagenden republikanischen Parteikongresses stark belebten Straßen und feuerten während ihrer Flucht blindlings in bie Menge. Zwei Polizisten unb ein Passant mürben schwer verletzt.

Tödlicher Unglücksfall auf einem Schulausflug.

Bei einem Ausflug der Beelitzer Mittelschule nach dem Dorf Schönefeld bei Potsdam stürzte eine Kiesgrube, an der die Kinder vorbeikamen, ein unb begrub vierKinder Zwei konnten lebend gerettet werden, die beiden anderen, bie zwölfjähri­gen Schüler Fritz Bngermann und Ewald Bartel aus Beelitz, wurden von der Feuerwehr al» Lei- ch e n geborgen.

Unter Mordverdacht verhaftet.

Im September 1926 stürzt« bi« Touristin Ille Treiber auS Dresden in ben Kärntner Alpen tödlich ab. Jetzt hat die Dresdner Staatsantoalt- lchaft ben Ehemann der Verunglückten, ben Kaufmann Fr edrich Louis Treiber, in Unter- suchungshaft genommen unter dem Ver­dacht deS Morde- und d«S Versicherungs­betruges. Treiber hatte seine Frau einige Zeit vor ihrem Tod bei einer Stettiner Ber» sicherungsgeiellschast mit 100 000 Mark ver ichert. Gegen ihn war schon einmal ein Verfahren im Gange, da- aber wieder eingestellt wurde. In der nächsten Zeit soll eine GerichtSbejichtigung an der Stelle des Unglücks stattfinden.

Oie Wetterlage.

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Unter d.m Einfluß ber Sonnenstrahlung unb warmer 6übrodtiuft haben sich Im Laufe de» gestri­gen Tages die Temperaturen weiter gehoben. Nach­dem aber mit ber Rordoftwartsschreilung des Tief­druckgebietes kühlere Lusunajstn wieder unser ®e biet erreicht haben, hat bereits starker Temperatur­rückgang eingesetzt. So lagen im Westen Deutsch­lands heute morgen bie Werte bi» 10 Grab tiefer al» am Bortage. Ta bie kühleren Luftwaffen noch anhalten, ist zunächst mit veränderlichem Setter unb vereinzelten Schauern zu rechnen. Gleichzeitig setzt starker Luftdruckanstieg von Südwesten her ein, durch den bas Wetter bald wieder freundlicher und durch bie Sonnenstrahlung wärmer wirb

Vorau-sage für Samstag. Wechselnde Bewölkung mit Aufheiterung, zunächst ohne stär­kere Tempera turönberung, vereinzelt Regen­schauer.

Voraussage für Sonntag: Tells heiter, teilt wolkig, tagsüber wärmer, meist trocken.

Lufttemperaturen am 14. 3uni: mittags 25,8 Trab ffelfiu», abends 172 Grad Eelsius; am 15. Juni: morgens 11,7 Grad Celsius Marimum 27,4 Grad Celsius, Minimum 10,8 Trab Teksius. (trbtempe- ratur-n in 10 Zentimeter Tiefe am 14. Juni: abend» 23,b Grad Celsius, am 15 Juni: morgen» 18 Grad Eelsius. Rieberschläge 5,2 Millimeter. Sonnen- Icheindauer 10H Stunden