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Sitzung abgehalten, in der beschlossen wurde, dos Fabrikationsprogramm in der bisherigen Höhe zu belassen. Von der französischen Gruppe war beantragt worden, das Programm um eine Million Tonnen zu erhöhen. Die Mehrzahl der Mitglieder trat aber für die Beibehaltung der bisherigen Kontingente ein.

' Kapitalserhöhung bei der Ges- s u r e l. Die außerordentliche Generalversamm­lung der Gesellschaft für elektrische llnterneh- mungen beschloß die Erhöhung des Aktienkapitals um 15 Mill. Mark mit allen gegen 1152 Stimmen eines Aktionärs, der Protest zu Protokoll gab. Die Kapitalerhvhung wurde von der Verwaltung u. a. damit begründet, daß das Betätigungsfeld des Unternehmens im Ausland wächst und die Gesellschaft neben den ^Möglichkeiten, die ihr die Beziehungen zur Sofina-Gruppe bieten, auch eigene ausländische Projekte in Bearbeitung habe. Die amerikanischen Konzerne. die mit sehr großen geldlichen Hilfsquellen arbeiten, dringen jetzt auch in die Gebiete der Elektrizitätsliefe- rungen außerhalb der Vereinigten Staaten über­all vor und kaufen, um den Umsatz der ihnen nahestehenden Fabriken zu heben, ohne Rücksicht auf Rentabilität olle Objekte auf, die zu haben sind. Darunter hat die gesamte europäische, vor­nehmlich die deutsche Eletrizitätsindustrie. zu leiden, und die Gesellschaft will in einem Hm- lange, der die Rentabilität des Unternehmens nicht gefährdet, gerüstet sein. Schließlich will die Geselllchaft in noch engerer Gemeinschaft als bisher mit der A.--G. für Gas-, Wasser- und Elektrizitätsanlagen zusanuneirarbeiten und zu diesem Zwecke ein Umtauschangebot Herausgeber! im 'Verhältnis von zwei Agwea-Aktien zu einer Gesfürel-Aktie. Hierfür werden rund 2,5 Mill. Mark junge Gesfürel-Aktien verwendet. 3m neuen Jahre war der Geschäftsgang bisher normal, so daß voraussichtlich wieder mit einer ähnlichen Dividende wie im Vorjahre zu rechnen ist.

* Preiserhöhung des ost elbischen Braunkohlensyndikats. 3n der gemein­samen Sitzung des Reichskohlenverbandes und des Großen Ausschusses des Reichskohlenrates vom 13. Dezember 1928 wurde ein Antrag des Ostelbischen Braunkohlensyndikates auf Erhöhung der Hausbrandbriketrspreise ab Werk um durch- schnittllch 0,60 Mark je Tonne einstimmig an» genommen. Der Bevollmächtigte des Reichswirt­schaftsministers nahm von einer Beanstandung dieses Beschlusses Abstand, weil die in der Zwi­schenzeit seitens des Reichswirtschastsnänisteriums oorgenomnrene Untersuchung der Selbstkosten der Werte der Riederlausih deren wenig günstige Lage ergeben hat und die Aufrechterhaltung auch der schlechten Werke mit Rücksicht auf die Markt­lage und die Versorgung dec Bevölkerung not­wendig erscheint, und weil endlich seitens des Ostelbischen Syndikats die Erklärung abgegeben worden ist, daß in Berlin und entsprechend soweit der Einfluß des Syndikats reicht auch in den übrigen Llbsahgebieten die Verbraucher­preise für Hausbrairdöriketts trotz der beschlosse­nen Steigerung dera6 Werr-Preise" eine Er­höhung nicht ersahren werden. Hiernach werden die Sommerpreise für Hausbrandbriketts in Ber­lin wie bisher 1,60 Mark, die Wmterpreise lL5 Mark je Zentner betragen.

*DesfauerGas. In einer Aufsicktsratssitzung der Deutschen (kontinentalen Gas-Gesellschaft, Dessau, wurde das oorgetragene Projekt über die ZZusam- menfassung der Grotzgasbeschaffung und Verteilung in Mitteldeutschland unter der Firma Großgaserei Mitteldeutschland A.-G. mit einem Aktienkapital von 5 Millionen Mark und eine Berteilungsgesellschast unter der Firma Gasfernversorgung Sachsen-Anhalt A.-G. ebenfalls mit einem Aktienkapital von 5 Mil­lionen Mark vorgesehen. Eine Kapitolerhöhung bei der Dessauer Gas ist hierfür nicht nötig. Das jetzt zu Ende gehende Geschäftsjahr ist bisher befriedigend verlaufen.

Frankfurter Abendbörse.

Frankfurt, 14. Dez. Tendenz: Erholt. Die im heutigen Vormittagsverkehr herrschende Unsicherheit wurde zum Beginn des offiziellen Marktes von einer allgemein freund- kicheren Stimmung abgelöst. Der unsichere Verlauf der gestrigen Deuyorker Börse wurde kaum beachtet, dagegen fand der erleichterte Tagesgeldsatz am dortigen Platz eine starke Be­achtung. Das Eintreffen einzelner Orders von Ausland- und Publikumsseite löste eine größere Zuversicht aus, und die Spekulation schritt aus diesem Grunde zu Deckungen, so daß sich in den bevorzugten Werten etwas lebhafteres Geschäft entwickeln konnte. Von Elektrowerten ausgehend, die im Vordergrund des Interesses standen, er­fuhren auch die übrigen Märkte eine Bele­bung, die sich jedoch in kleinerem Rahmen bewegte, da in der Grundtendenz eine gewiss« Zurückhaltung nicht zu verkennen war und immer noch Befürchtungen eines erneuten Rückschlages

auftaucht en. Stärker gefragt waren besonders Schuckert mit plus 5L5 Proz. und Siemens mit plus 5 Proz. Licht und Kraft konnten 2,5 Prozent gewinnen. Die unter Protest erzielte Kapilalserhöhung bei Gesfürel in der gestrigen G.-V. hatte für dieses Papier nur einen Gewinn von 1 Proz. zur Folge Lahmeyer knapp behaup­tet. Am Farbenmarft Jonnte sich für Farben mit plus 1.25 Prozent einiges Interesse durchsetzen. Holzverkohlung angeboten und zirka 1 Prozent niedriger. Am Montanmarlt waren die Umsätze sehr bescheiden. Rheinstahl 1,25 Prozent gebessert. Am Kalimarlt bestand für Westeregeln mit plus 2,75 Prozent einiges Interesse. Deutsche Lino­leum konnten nach der gestrigen erheblichen Ab­schwächung 4 Prozent zurückgewinnen. Am Banienmarkt machte sich für Reichsbankanteile mit plus 5 Prozent stärkere Nachfrage bemerk­bar. Bauunternehmungen uneinheitlich. Zement Heidelberg etwas gebessert. Wahß & Freitag mit minus 1 Prozent angeboten. Von Autowerten waren R. S. u. erneut etwas erhöht. Renten still. Von Ausländern Anatolier bei abbröckelnden Kursen etwas gefragt. Im Verlaufe wurde das Geschäft wieder still. Auch das Interesse für die anfangs bevorzugten Werte ließ erheblich nach. Verschiedentlich wurden Gewinnsicherungen vor- genoinmen, die kleine Kursrückgänge zur Folge hotten. Farben blieben gut behauptet. Die Grundtendenz war nicht unfreundlich, die Speku­lation übte aber Zurückhaltung. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 7,5 Prozent wieder angespann­ter. Am Devisenmarkt nannte man: Mark gegen Dollar 4.1950, gegen London 20.3495. London gegen Kabel 4.8513, gegen Paris 124.15, gegen Mailand 92.65, gegen Madrid 29.88, gegen Hol­land 12.0750.

Berliner Börse.

Berlin, 14. Dez. Für die heutige Börse lagen Anregungen so gut wie gar nicht vor. Reuyork hatte zwar ziemlich feste Tendenz und etwas leichtere Geldsätze aufzuweisen, dies allein genügte aber nicht, um neue Käuferschichten anzuregen. Bei den Banken hatte der Orderseingang so gut wie ganz aufgehört. Dos Geschäft war zu den ersten Kursen minimal, evtl. Umsätze spielten sich innerhalb der Spekulation ab. Die elektri­schen Projekte, die in der gestrigen Generalver­sammlung der Gesstirel zur Sprache tarnen, wiicklen insofern auf den Elektro markt, als an ihm von der Kulisse gedeckt wurde. Abgesehen von den wenigen Elektrowerten und Papieren wie Reichsbaick, Hammersen und Schuhfabrik Derneih Wessel, ferner Dessauer Gas, Deutsche Lino­leum und Leonhard Dietz, die 2 bis 4 Prozent höher lagen, war eine Einheitlichkeit der Ki.rs- gcstallung nicht fest zustellen. Deutsche Anleihen vernachlässigt. Ausländer Wetter unsicher, aber meist behauptet. Der Pfandbriefmarkt war voll­kommen geschäftslos. Der Geldmartt war unver­ändert, eher gefragt. Tagesgeld 6 bis 8 Prozent, Monatsgeld 9 bis 9,5 Prozent, Warenwechsel etwa 7 Prozent. Rach ten ersten Kursen setzren sich zunächst kleine Besserungei! durch. Später wurde die Tendenz ober wieder überwiegend schwächer. Von Geschäft konnte an keinem Warft die Rede sein, das dürfte der Hauptgrund für die Rückgänge sein. Außer der allgemeinen Lustlosigkeit befriedigte aber auch das Er­gebnis der Verhandlungen in Lugano nicht. Di« Montecatiniaktien, die heute erstmalig variabel gehandelt wurden, notierten unverändert zu gestern mit 65,75 Prozent und hielten sich auch im Verlaufe auf dieser Höhe. Sine Ausnahme von dieser rückgängigen Bewegung, die bei den schweren Papieren Verlust« bis zu 2 Prozent zur Folge hatte, machten Conti Cautchouc, angeblich auf Fusionsabsichten mit der Peters-llnion (plus 1,5 Prozent) und Dessauer Gas (plus 2 Prozent).

Ftanfiurtev GeLreivebörse.

Frankfurt a. M., 14. Dez. Der Frankurter Produitenmarkt verkehrte zum Wochrnschluh bei fast völliger Umsatzlo igleit wieder in sehr ruhiger Haltung. Die wenigen genannten etwas höheren Preise konnten sich auf die allgemeine Preis­gestaltung nicht auswivken. Es wurden notiert: Weizen 22,60, Roggen 22, Sommergerste für Drauzwecke 23,75 bis 24, Hafer, inländ. 22,75 bis 23,25, Mais (gelb) für Futterzwecke 22,25, Weizenmehl, füdd. Spezial 0 32,25 bis 33. Rog« genmehl 29,25 bis 30, Weizenkleie 13,75 bis 13,85, Roggenkleie 14,25 bis 14,50. Tendenz ruhig.

Marklverlcgungen in Frankfurt.

Fwd. Frankfurt a.M., 13.D«). In der Weihnachtswoche und Reujayrswoche finden die Diehmärkte wie folgt statt: Mon­tag, 24. Dezember, fällt der Markt aus: Donners­tag, 27. Dezember, nur Schweinemast und Fleisch- großmackt: Freitag, 28. Dezember, Hauptmarkt für Kleinvieh: Montag. 31. Dezember. Haupttnarkt für Großvieh, Rebenmarkt für Kleinvieh und Schweine

Schach-Ecke.

Bearbeitet von W. Orb ach.

Alle für die Redaktion bestimmien Mitteilun­gen, Lösungen usw sind zu richten an die Schach­redaktion desGießener Anzeigers".

Problem Nr 191.

Don P. ten Gate.

(Preisgekrönt bnGrantham Journal" 1926.)

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Schwarz: 13 Steine. Ke6;, Db8; Td7, f5; La8, d8;

Sb6, hl; Ba7, d6, e7, ?4, f7.

Endspiel Nr. 66

Don 3. Daucuro.

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Weiß am Zuge gewinnt.

Weih: 3 Steine. Kh7; Leb. g3. Schwarz: 2 Steine. Kf8: Tf5. Eine sehr feine Studie!

Lösung deS Problems Rr. 188.

Don Dr. E. Zepler.

1. Sd7-e5!, Kf4-e4. 2. Se5 - g6 und das Watt im 3. Zuge ist unabwendbar. Oder 1. . .., Da3- a6. 2. Sf5~g3 mit undeckbarem Malt im 3. Zuge. 1...., d4 d3.2. Se5 g6 + , Kt4 e4.3. Sf5 - g3 matt.

Oie Narrenkappe.

Splitter und Sparren vom RedaktionStisch.

Die Schlange.

In Indien war's der Heimat der Zauberer und der Schlangen. Wir wohnten in der Rahe von Ragpur gemeinsam in einem großen, luftigen Bungalow, ringsum ein riesiger Garten ein Wunder an Pracht und Herrlichkeit. Ein alter Gärtner ein Europäer hütete und pflegte ihn.

Eines Abends sahen wir noch spät auf der Veranda beim Kartenspiel und warteten auf meinen Onkel Eddy, der bei einem Freund bn nahen Ragpur Geburtstag feiern half.

Auf einmal fallen im Garten kurz hinter­einander zwei Schüsse. Wir laufen hinaus. Da kommt uns schon Onkel Eddy entgegen:Regt Euch bloß nicht auf, ruft er,draußen war eine Schlange, ein Riesen ding sage ich euch, das hätte ein schönes Malheur geben können. Ra. habe das Biest erledigt, kann bis morgen früh liegen bleiben, ist ja jetzt doch zu dunkel."

Arn andern Morgen wir sitzen all« um den Ka.fcetisch kommt der Gärtner aufgeregt auf die Veranda. Mein Onkel schmunzelt schadenfroh, er kann sich ja denken, wie sehr die Schlange den atmen Mann erschreckt hat @t wird schön schimpfen! Und richtig!Wer hat mir da," grunzt er der Gärtner nämlich wütend, wer hat mir da in meinen schönen Gartensch.au.ch zwei Löcher geschossen??" (Lust. DI.)

Das Stück.

Der große Sch<nrspieler Werner Krauß macht sich bekannttich nicht viel aus dem Lernen. Hat aber dafür das Talent, alles äußerst geschickt aus dem Soufleurkasten herauszuholen.

Eines Tages er war wohl wieder zu lange beim Heurigen gesessen kommt er in letzter Minute auf die Bühne.

Erledigt feine Rolle traft feiner unerhört« Kunst.

Großer Applaus nach dem ersten Akt

Krauß dankt, tritt hinter den Vorhang und fragt:

Sagt mal, Kinder, welches Stück fielen wir freute eigentlich?" (Lust. Dl.)

Der Kran.

Wie ich die Werft besichtigte, tarn ich an einen Kran, der so hoch war tote ein Haus.

Auf einer Plattform, ein Stockwerk über mit, stand ein Mann, der drehte an einem Rad. worauf sich mit einem Getöse, als ob die Welt unterginge, die gigantische Maschinerie in Be­wegung setzte. Der Kranarm schwenkte herum, eine Stahltross« rasselte über die Rollen, dann setzte hart neben mir ein leerer eiserner Kasten auf. Belehrend rief mir der Mann auf der Platt­form zu:

Dieser Kran trägt die schwersten Lasten, von. acht Hunden Tonnen als Höchstgewicht bis frin-- imter auf ein paar Zigaretten für mich.

(Lust. Dl.)

und Fleischgroßmarkt. Ab Donnerstag, 3. Januar, finden die Märkte wieder in der bisherigen Weise Montags und Donnerstags statt

Büchertisch.

Didaskalien. Streifereien in Grenz­gebieten der Medizin. Zugleich wissenschaftliche Berichte derHamburger Katgutfabrik Dr. Hans Braun & Dr. Wilhelm Broun G. m. b. H., Ham­burg 39. (499) DaS 14. Heft des Jahrgangs 1928 (Echristleitung Dr. Hans Braun), Pag. 217 bis 259, wurde zur Versammlung der Gesellschaft Deutscher Ralurforscher und Aerztr in Hamburg vorgelegt und enthält fünf Originalabhandlungen vorwiegend medizinischen Inhalts: für unseren Leserkre's dürfte ein AufsatzDer Freundschafts- bund zwischen Liebig und Derzelius seit der Raturforfcher-Derfammlung in Hamburg 1830" von Dr. Hans Braun besonderes Interesse be­anspruchen.

Der Krebs gehört zu den verbreitetsten Volkskranlheiten, an der jetzt mehr Menschen sterben als an Tuberkulose. Er ist nur dann heil­

bar wenn er frühzeitig genug erkannt wird. Lieber die ersten Krebserscheinungen belehrt die Schrift:Die Früfrerscheinungen des Krebses", allgemeinverständlich dargestellt von Dr. med. Rau (Verlag Müller In Köln, Klapper- Hof 48, 1.50 Mk.). (572)

Im Kamps-Verlag, Derlln N 4. erschien Im Schatten Seeckts. Die Geschichte der Schwarzen Reichswehr" von Major Duchruaer.

Vermischtes.

Tragisches Geschick einer Familie.

Die in Röhlinghausen (Westfalen) wohnende Bergmannswitwe Buderus erhiell die Rach- richt, daß ihre beiden Söhne, die in den Kalibergwerken von Staßfurt arbeiteten, ver­schüttet wurden und nur als Leichen geborgen werden konnten. Die Frau, die vor etwa einem Jahre ihren Mann bursch ein Bergwelcks- unglück verloren hat. erfchrack bei der neuen Hiobsbotschaft dermaßen, daß sie erkrankte und alsbald starb.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse

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