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wir >ie SL 2 ! ? vsten. Kür die verschiedenen Schüren zahlt die <3:abt 34 500 Mark Zuschüsse. Der Gemeinderat erinnerte sich jedock daran, daß diese Kosten größtenteils in die Kassen der- dinget Geschäftswelt zurückiließen. Die Sinter- Haltung des neuen Friedhofes (der alte ist EIgm.um ter PrLserz) erfordert 825 Mark: für Dtvaßenunterhaltung. Te euch ung, Reinigung, Daumanlagen, Reup.lasterung usw. find 21 000 Mark erforderlich. Das Kanal- netz bringt an Einnahmen 10 000 Mark, wogegen für llnlerhaltung und Wartung 7500 Mark nötig werden. Für landwirtschaftliche Zwecke, wie Faselvieh. Feldschuh usw. gibt die Stadt 12 500 Mark aus und nimmt für ver­knustes Faselvieh 1939 Mark ein. AuS Holz- gelbem der Ortsbürger und Beitrittsgeldern usw. gehen 8362 Wart ein, denen 442 Mark "Ausgaben gegenüberstehen. Für Ruhege­hälter. soziale Fürsorge, Kleinrentner und Anstal.pl leglinge sind 38 750 Mark auszu­bringen. An Dergnügungs-, Grund­erwerb-, Hundesteuer usw. gehen 6575 Mark ein. Die Stadt zahlt an Steuern und "2lbgaben 15 940 Mark. An Kahilalzinsen gehen 13973 Mack ein, hingegen sich fürauf genommene Kapitalien 40 659 Marl <j >sen aufzubringen. Für Schuldentilgung sind 3220 Mark ci igestellt. Endlich zahlt die Stadt für 11? Unterhal­tung ihrer altehrwürdigen Stadt­mauern und Bauten jährlich 400 Mark und für llnlerhal ungsarbeiten aa Flüssen und Bächen usw. 1000 Mark. Insgesamt ist in der De- triebSrechnung ein Geldumsah bon 373 023,64 Mark (ohne die durchlausenden Gellt er) und in der Bermögensrechnung ein sol­cher von 439 592,86 Mick zu erwarten.

Wenn auch die Ftnanzgebarung der Stadt Büdingen, trotz stärkster Belastung durch Reu- psfrsteruna, Wasserlei ungsbau, Wo)nurattb>m und soziale Fürsorge, als durchaus gesund be­zeichnet werden kann, so ist doch ti einem Punkte eine Kri ik angebracht: der für die Unter» Haltung der alten Kunstdenkmäler. ausgewendete Betrag ist sehr gering. An der Fülle der erhol enen Kunstschätze gemessen er- sch.int der aufgewendrle Betrog so verschwindend klein, daß sich jeder Sachverständige die Fraas vorlegcn must: kann man mit diesem Geld ti? wertvoll u Denkmäler tat sächlich so erhalten, das; sie für die Rachvelt geihert bleiben? Gewiß wird sich jeder Linsichtlge darüber klar fein. Laß der Gemeindecat, in rich iger Erkenntnis seiner hohen Verantwortung in diesem Punkte ganz von selbst gerade die Mittel aufwenden tri.d, die eben unter äußerster Anspannung verfügbar gemacht wexten können. Es bedarf auch schließ-- lich kaum de« Hinw.ises, daß alle Büdinger davon überzeugt sind, daß die zahl, eichen Wan­derfreunde und Kunstliebhaber nur allein jenen Schätzen zuliebe unser S"äd"chen besuchen. Qlber gerade aus dieser Ta fach: heraus läßt sich der Schluß ziehen, dah auch die Allgem i heil, also der Staat, ein weitgehendes Interesse daran haben müßte, dah jene Kunstdenkmäler in einem gesicherten Zustande erhal en bleiben. Der stoat- lichrrseitS gewährte Zuschuß ist aber ebenfalls sehr gering. Erschwerend kommt noch hinzu, daß alle, oder doch die meisten Repara'uren ti Bü­dingen an den allen Mauern und Toren, also an vollständig unproduk iven Objek en vorgenommen werden müssen, und daß hierdurch über kurz oder lang die größte Gefahr entstehen wird, daß die Stadt aus Mangel an Mitteln die lllnterhal- iimg nicht im Tempo der Notwendigkeit durch­führen kann. Zur Frage der Llnterhal- t ungö Pf li cht dieser Anlage wäre es ri?l- leicht nicht if..i iteressant, zu wissen, wie viele Schulen allein gelegentlich ihre Sommerspozier- gänge hieran den geschicht- und hei natkundlichen Linterricht ergänzen, ganz zu schweigen teboi, welch beach'.liche Förderung und Anregung die Büdinger Stadtmauern für die verschiedenen Ge- schichtS- und Al'ertumsvereine, oder für Studen­ten der Mniberfliät und Technischen Hochschule bieten. Da« Denkmalschutzgesetz kann in diesem Falle nicht beruhiaen. Hier ist eine kräftige staatliche Hilfe nötig, um so mehr, als gerade in neuerer Zeit wieder die Bestrebungen in Denkmalspflege und Heimalschnh so deu lichs und greifbare Formen angenommen haben. Mö­gen sich deshalb die Hoffnungen erfüllen, daß vom 'Dcnlmalspsleger für die im nächsten Früh­jahr dringend erforderlichen größeren Res.ara:u- ren in Büdingen dir erforderlichen Mittel be- reitgestellt toeiten können.

Landkreis Gietzen.

i Mainzlar. 12. Dez. Dieser Tage hielt der ZwcigoerelnC u m b a l a I* des Vogels- berget HSHenclubs feine Dezember Monats. Versammlung hier ab. Die Mitglieder sowie eine große Zahl Gäste füllten den schön geschmückten Saal des Gasthauses ,Lum Bahnhof" bis auf den letzten Platz. In seiner Eröffnungsansprache er- mahnte u. a. der Vorsitzende, VHE.Bruder Eberle, dazu, die alten, sinnigen Dolksbräuche nicht in Ver. gessenheit geraten zu lassen, sondern sie zu ehren und zu pflegen. Nach dem gemeinsamen Gelang des Vvgelsbergliedes wickelte sich ein sehr reichhaltiges Programm ab. Theaterstücke, Reiaen, Chöre und Musikvorträge wechselten in bunter Folge mitein- ander ab und fanden wohlverdienten Beifall. Bei Kaffee und Kuchen, Gesang und fröhlicher Unterhal­tung blieb man bis lange nach Mitternacht vereint. Um das gute Gelingen des Abends hat sich neben allen Mitwirkenden besonders Familie Pauly ver­dient gemacht, die sich in selbstloser Weise in den Dienst der Sache gestellt hatte.

ch Gründe ra, 13. Dez. Aus den letzten @e- in clnberatsfi hangen unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Jockel ist u.a. zu berichten: Die Hundesteuer für das Kalenderjahr 1929 wird fur die Gemeinde Grünberg wie im Jahre 1928 festgesetzt. Für den ersten Hund sind 10 Mark, für den zweiten 20 Mark und für den dritten 30 Mark zu entrichten. Dem V e r k e h r s v e r e i n Grün- berg werden 50 Mark für die Herstellung der Wege bewilligt. Es wird fernerhin beschlossen, dem Verkehrsverein Grünberg den Dank der Stadl Grünberg für feine Mühewaltung auszusprechen. Der Gemeinderat gibt seine Zustimmung zu einem Gesuch des hiesigen Verkehrsoereins an die Pro- vinzlalverwaltuna betr. Verbesserung der Provinzlalstraßen. Der Muslkoerein bittet um Ueberlafiung eines Schulsaales zu Uebungs. zwecken. Der Gemeinderat stellt dies Gesuch zurück und beauftragt den Belg. Keller, die Gemeinde­räte Böß, Zinner, Schellhaas mit dem Schulvorstand eine Aussprache über diese Angelegen- heit herbeizuführen. DieBauunterhaltungen für dos Rechnungsjahr 1929 sollen vorläufig zurück- gestellt werden. Der Gemeinderat wird in einer demnächstigen Sitzung zu den einzelnen Positionen Stellung nehmen. Die Firma Haas & Co soll im Glockenturm der Stadtkirche eine verbesserte

dem

Re-

DieWahlenzumLandeskirchentag

Der Aufmarsch der Gruppen.Die Kandidaten in Oberheffen

etntgung die Mitarbeit an der Lösung der wirt­schaftlichen und sozialen Röte unserer Zeit au. Born Staate erwarte die Bereinigung, daß er die Rechte des evangelischen Teiles des hestischen Volkes in allen Fragen des öffentlichen Lebens wahre und seine finanziellen und moralischen Pflichten gegen die evangelifche Kirche erfülle. Die Bereinigung fordere insbesondere, daß die hessische Simultanschule chren christlichen Charak­ter behalle und daß dem evangelischen Reli­gionsunterricht sein wohlerworbenes Recht In ihr verbleibe.

Für die Wahlen in Oberheffen hat die Bereinigung folgende Kandidaten aufgestellt: fl) weltliche: Prof. LampaS, Friedberg: Bürgermeister Diehl, Hochweisel: Larrdgerichts- Präsident Reuenhagen, Gießen: Lehrer Wurz, Gichelsdorf; Bürgermeister Stock, Bliyenrod: Lehrer Dollinger, Alsfeld: Bür­germeister Hofmann. Ulfa; Wagnermeister Müh 1 ich. Gießen: Landwirt Post, Büdes­heim: Frau Pfarrer Deggau, Gießen. Als geistliche Abgeordnete: Pfarrer Georgi,

In den nächsten Tagen finden die Wahlen zum L a n d e s ki r che n t a g der Evange­lischen Landeskirche Hessens statt. Wahlberechigt sind die Kitche.ivorstechet und Kirchengenie.ndev.t.reter, die nach dem Listen- wab.system die La. deAitchen agaj£ecröneten wäh-.en. Der neue Landeskirchen aa wird für sechs Jahre tätig sein. 3m Hinblick auf die großen Probleme, die in diesen Jahren der Lösung zugeführl werden müssen wir weisen hier nur hin auf die sehr bedeutungsvolle finan­zielle Auseinandersetzung mit tem he, fischen Staate, die doch nun endlich einmal zum Ab­schluß zu bringen ist, kommt den bevorstehen­den Wahlen besondere Wichttgk.it zu. Im Gegen­satz zu früheren Jahren, Lt denen drei kirch.iche Gruppen sich an der Wahl belei iten, sind es jetzt vier Grupven. Es bewerben sich um die Mandate: die K rch ich Positive Verein gnng für Hes en. die Hes.ischc Evangelische Vereinigung (Friedberger K^nserrn;), die Freie Dolks.irch- liche Vereinigung, und als neue Gruppe der Bund für lebendige K rchr in Hessen".

Oie Kirchlich-positive Vereinigung betont in ihren Grundsätzen, daß sie auf dem Boden des alten Glaubens steht, wie er in der Hei igen Schrift und in dm Bekenntnissen der Evangelischen Kirche be eugt i't. Sie fordert da- h<w, daß dieses Gvan^e ium auch in der heutigen Zeit klar und entschieden an Herz und Gewißen hrrangebrachi und deshalb auf den Ä.uv,ein ge­predigt, in ter Seelsorge verkündigt im Re t- gions- und K znfir nand.mun erricht g lehrt werde und so in allen Zweigen der kirchlichen Arbeit unverlürzt und und rch scht zur Geltung komme. Hierauf müße auch die gesamte Dor- und Weiter- bi düng des Pchrrerstandes eingestell sein, und darauf zu achten ssi die Leitung der K.rche ver­pflichtet.

Die Kandidaten dieser Gruppe in der Provinz Oberhessen sind a) für die Wahl der weltlichen Abgeordneten: Dekanat G i e» ßen: Medizinalrat Dr. Walger, Gießen, (Stellvertreter: Weihbindermeister Boller. Lang-Göns): Als seid: Landwirt Friedrich Stein, Stümperlenrod, (Bürgermeister Simon, Zell): Büdingen: Bürgermeister Knecht, Mittel-Gründau, iBürgermeister Lehr,Eckarts- Hausen): Friedberg: Professor Keller. Friedberg, (Landwirt Friedrich Wilhelm Wag­ner, Assenheim); Grünberg: Bürgermeister Keil, Ober-Bessingen, (Kirchmvorsteher Heinr. Petry XI., Geilshausen): Hungen: Land- tagsabg. Fenchel. Ober-Hörgern, (Landwirt Friedr. Bornmersheim,,Langsdorf); Lau­terbach: Geheimer Justizrat Wahl, Schlitz, (Forstrat Zentgraf, Laulerbach): Ridda: Bürgermeister K r o m m , Kohden, (Bürgermeister Schultheiß, Bingenheim): Rodheim: Alt­bürgermeister Fauerbach, Okarben, (Land­wirt Rich. Hofmann, Rodheim v. d. H.); Schotten: Allbürgermeister Biehl, Rainrod, (Lehrer Debus, Ruppertsburg): b) für die Wahl der geistlichen Abgeordneten: Deka- nale Gießen-Hungen: Pfarrer Lenz, Gie­ßen, (Stellvertreter: Dekan Engel, Obborn­hofen): Alsfeld-Lauterbach: Dekan

Schlösser, Laulerbach, (Pfarrer Eckhardt, Wahlen): Büdtngen-Ridda Pfr. Kahn, Lich, (Pfarrer Wolf, Ranstadt): Fried­berg-Rodheim: LandeStirchenrat Pfarrer Bern deck, Okarben, (Pfarrer Zatzmann, Friedlerg-Fauerbach): Gründer g°Sch otten: Pfarrer De.an Fritsch, Ruppertsburg, (Pfr. RieS, Ettingshausen).

Oie Hess. Svang. Vereinigung (Friedberger Konferenz)

Ermenrod: Dekan Guß mann, Lollar: Pfarrer Weber, Kaichen: Pfarrer Bär, Lindheim. Für die Wahlen innerhalb der Dekanate sind als weltliche Vertreter aufgestellt: De­kanat Alsfeld: Lehrer Dollinger, Als­feld: (Stellvertreter: Rechner Hartmann, Kir­torf): Büdingen: Bürgermeister Albrecht, Düdelsheim: Friedberg: Prof. Werner, Friedberg: (Bürgermeister Winter, Rieder- Weisel): Gießen: Landgerichispräf. Reuen­hagen, Güßen: (Landgerichtsrat Stümpert, Gießen): Gr unberg: Lehrer Herber, Saa- fen; (Veterinärrat Dr. Fuchs, Grünberg): Hungen: Landwirt W. Alva ter, Melbach: (Bürgermeister Müller, Bellersyeim); Lau­terbach: Bürgermeister Stock, Blihenrod: (Amtsrichter Dr. Sack, Schlitz); Ridda: Pro­fessor Lampas, Friedberg: (Bürgermeister Schauermann, Ober-Lais): Rodheim: Landwirt K. H. Post, Büdesheim; (Bürger­meister Altvatter. Höchst a. d. Ridder); Schotten: Bürgermeister Hofmann, Ulfa; (Oberamtsrichter Zimmermann, Laubach. Als geistliche Vertreter kandidieren: für Alsfeld-Lauterbach: Dekan Dr. lln» verzagt, Alsfeld; Büdingen-Ridda: Dekan Scriba, Ridda; Friedberg-Rod­heim: De.'an Vogel, Bruchenbrücken; Pfarrer Becker, Büdesheim); Gießen-Hungen: Dekan G u ß m a n n , Lollar; (Pfarrer Rau­ms n n , Melbach); Grünberg-Schotten: Pfarrer Georgi, Ermenrod; (P, artet C r u 11, Ulfa).

Oie Freie Volkskirchliche Vereinigung bekennt sich in chren Leitsätzen als eine religiöse Ge­sinnungsgemeinschaft auf dem Boden unserer Evan­gelischen Landeskirche. Gegenüber den politischen Parteien verhallen sie sich völlig neutral. Sie be­kenne sich zu dein Evangelium, das im Gotteswort bezeugt und durch die ^Reformation neuerfchlosscn sei. Dieser Glaube müsse frei sein von allem dogmatischen Zwang. Die Vereinigung erstrebe die Dolkskirche. in der der Glaube den Zusammenschluß aller leben­digen Kräfte bewirke. Insbesondere fordere die Freie Volkskirchliche Vereinigung, daß die Kirche als das Gewissen des Volkes ihre soziale Aufgabe allen Ständen gegenüber ernst nehme und sich für die lleberbrücfung der sozialen Gegensätze einsetze. In der Volksküche erstrebe die Vereinigung lebendige Gemeinden und das Recht ihrer Glieder auf Mit­bestimmung in der Einzelgemeinde und Gesamtkirche (Neuregelung des Patronatswesens; Urwahlen zum Landeskirchcntag). Die Vereinigung trete ein für freie Forschung in der theologischen Wissenschaft, für die Erhaltung der theologischen Fotultäten und eine wissenschaftlich und praktisch gründliche Ausbildung der Geistlichen. Dom Staate erwarte sie volle Würdi guna der Bedeutung und Eigenart der evangelischen Kirche. Die Vereinigung halte fest am konfessionellen Religionsunterricht in der selbständigen staatlichen Gemeinschaftsschule auf christlicher Grundlage, sie fordere zeitgemäße Ausgestaltung des evangelischen Religionsunterrichts.

D4s Kandidaten der Vereinigung in Oberheffen find: weltliche: Lehrer Karl H e u f o h n (Lotbach), Rechner Jakob Becker (Keffelbach), Oberstudiendirektor Dr. Georg Fa­ber (Friedberg), Arzt Dr. Kißner (Riedet- Ohmon), Bürgermeister Karl Appel ii. (Ulrich- ftein). Geistliche: Pfarrer Lic. Wißmann (WeningS, z. Z. Darmstadt), Dekan Schmidt (Grünberg), Pfarrer Rühl (Reichelsheim, Wet- terau). Als we 1 tli che 5a.rdidaten der De­kanate wurden aufgestellt: Gießen: Lehrer und Kitchentochner Schneider (Wiefeck), (Stell­vertreter älniversitätsprofesfor Dr. H e p d i n g, Gießen). G r ü n b e r g: Dr. Kißner, Arzt, Rie­der-Ohmen, (Jakob Becker, Kesselbach). Schot­ten: Schulrat Kinkel. Schotten (Apotheker Veefenmeyer, Gedern). Büdingen: Leh­rer Heusohn, Lorbach. Rodheim: Altbür- aermeister Mühlfchwein, Vilbel (Rektor Burk, Vllbel); geistliche: Gießen- Hungen: Pfarrer Sattler, Wiefeck. Grün­de rg - D cho t te n: Pfarrer Lic. Stumpf, Merlau (Stellvertreter: Pfarrer Reichert, Rieder-GenLnden).

Der »Sund für lebendige Kirche in Hessen" erklärt In feinen Richtlinien, daß er das Einigende betone und alles Trennende zurückgestellt sehen möchte. Er sehne sich nach einer Arbeitsgemeinschaft, die frei von jeder theologisch-dogmatischen und kirchenpolitischen Bindung sich aufbaue allein auf Christus als den Fels allen Heils. Der Bund wolle, daß unsere evangelische Kirche das Wort Gottes an unsere Zeit besser höre und deullicher verkündige, daß unsere evangelische Kirche die An» betuna Gottes in unserer Zeit klarer forme und flingebenber pflege, daß die evangelische Kirche auter als bisher den ehernen Zusammenhang von Gottentfremdung mit sittlichem und wirtschaftlichem Niedergang eines Volkes betone und eben als Kirche bei der Lösung der sozialen Ausgaben tat­kräftig voranschreite.

In der Provinz Oberheffen hat der Bund folgende Kandidaten aufgestellt: weltliche: Professor Dr. Georg Koch (Gießen), Bürgermeister Theodor Wilh. Albrecht (Düdelsheim), Apotheker Heinr. Veefenmeyer (Gedern), Dberranalermeifter Ferdinand Hehler (Bad-Nauheim), Lokomotiv­führer Karl Rusteberg (Gedern), Landwirt Hch. Schmidt (Glashütten); aeisttiche: Strafanstalts- pfarrer Karl Wahl (Butzbach), Pfarrer Wilhelm Kornmann (Rodheim bei Hungen), Pfarrer Wilhelm Otto D 311 (Wirberg), Pfarrer Karl Müller (Düdelsheim).

erklärt in ihren Grundsätzen, daß sie sich zu allen, in der Bibel bezeugten und durch die formal Ion neu erschlossenen Evangelium von Je- fn8 Ehristus beienne. Die Arbeit der Vereint- gung gelte dem Ausbau der Kirche zu einer wah­ren Bolkskirche, die alle Glieder zu einer evan­gelischen Gesinnungs- und Talgemeinschast zu- sammenfafle. Jnnerlirchlich sei die Evangelische Vereinigung von jeher die überparteiliche Ge- meinsLasl, die jede ehrliche pleberzeugung achte und die Anhänger der verschiedenen theologischen und kirchlichen Rrchtungen zu gemelnfamcr prak­tischer Arbeit in Gemeinde und Landeskirche ver- blnbe. In der evangelischen Einigkeit und Ge- schlosseicheit sehe sie das Gebot der Stunde. Die Vereinigung verwerfe die Zwangslistenwahl, ebenso sei sie gegen das Hervortreten jeder kirch­lichen Dureaulratie. Der Kirche weise die Ver-

Anlage zur Aufhängung der Gewichts- steine für die Uhr Herstellen. Die notwendigen neuen Selle sollen bei Karl Seifart bestellt wer­den. Auf eine Verfügung des Kreisamtes Gießen von t. Dezember 1928 betr. Beschränkung der Fahrgeschwindigkeit in der Gemeinde Grünberg beschließt der Gemeinderat, von einer der­artigen Verfügung abzusehen. Die Jahrge - ichwindlgkeit ist in Anbetracht der engen und steilen Straßen zu groß. Der Gemeinderal legt eine auvgearbeitete Polizeioerordnung dem Kreisamt zur Genehmigung vor. Die Fahrgeschwindigkeit betragt danach für größere Wagen (Lastwagen) 12 Kilo­meter, für die übrigen Wagen 20 Kilometer. Das Krelsamt hatte die gleiche Verordnung für Lich ge­nehmigt.

Kreis Friedberg.

= Friedberg, 13. Dez. 3n Den Tagen vom 2. bis 4. Januar findet hier ein D i r t - gentenkurfus statt, der von der Zentral­stelle zur Forderung der Doltsbllduna in Hessen veranstaltet und von dem bekannten Musikpäda­gogen Studienrat WerlL geleitet wird.

Rheinheffeo.

WSR. Worms. 13. Dez. 3n der jüngsten Stadlverordnetensitzung wuroe das Woh­nungsbauprogramm für 19 29 geneh­migt. ES sieht 1 4 9 neue Wohnungen mit 1 263 000 Mk. Baukosten vor. Augenblicklich zählt man 1168 Wohnungssuchende. Oberbürgermeister

Rahn sprach sich für die Eingemeindung von Hernsheim aus. Diese Eingemeindung sei eine Lebensfrage für die Stadt Worms. Er habe sich gefreut, daß bei seinem kürzlichen Be­such in Worms der hessische Innenminister in Aussicht stellte, daß. wenn es nicht anders ginge, der Innenminister sich dafür einsetzen werde, daß eine derartige Eingemeindung durch Landesgesetz herbeigeführt werde.

Tragikomödie im Mainzer Viehhos.

WSR. Mainz 13. Dez. Der Schlacht- und Biehhof bildete heute b:n Schruplah einer Epi­sode, die der Tragikomi. nicht en'behrt. Akteure waren: Ein Metzger, ein Viehhändler und eine Ku h Die Szene stellte den Ver­kauf der Kuh bar. Großes Feilschen um et :c Mark. 'Dec Käufer legte dm Kaufpreis in Höhe von 246 Mark, zum größten Teil Papier­geld, auf den sogenannten Holm, an dem di: Tiere befestigt sind. Während Verläufer und Käufer noch feilschen, fraß die Kuh in Ge­mütsruhe das auf dem Holn liegend? P a pie : - gelb. Im letz en Augenblick bemerkten dir bei­den Handelnden den Vorgang. Sie rissen der Kuh daS Maul auf und suchen zu retten, was zu retten war. Es gelang ihnen auch, noch 95 Mark aus dem Maule des Tieres herauf zuholcn, das übrige Geld in Höhe von 150 M t. hatte die Kuh verschluckt. Zwischen drm Viehhändler und dem Metzger entstand nun ein Streit über teil Besitz der Kuh. Tie Sache wurde schließlich von der Ti etlion dahin entschieden, daß dem Viehhändler von denn Metzger 245 All. Ku zahlen seien. Der Metzger ließ die Kuh sport absch-'.ach en, um von dem Gelte noch e toa3 zu retten. Im Magen wurden aber nur noch ran» kleine, wertlose Reste des P^ipiergeldeS ohne Rummern vorgefunten.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

O Niederkleen, 13. Dez. Der Umbau eines weiteren Tei'es des elektrischen Ortsnetzes der hiesigen ©emei.xbc ist die er Tage beendet worden. Insgesamt wurden rund 3000 Meier Tilcnieitung durck Kupsevdrahl erseht. Die ilmbauarteiten wurden durch den Ingenieur Groh in Leun ausgrsührt. DieSau- lei amg lag in Hündin ter Leverlandzentra^e bat Buderasschen Ei'enwerke in Wetzlar. An den Umbau des restlichen Teiles des Ortsnetzes ge­denkt die Gemeinde im nächsten Jahre heranzu» gehen. Der Kreisverband Wetzlar der evangelischen 3ungfraucnbcr- eine beranfta't:t her eine Mädchen,rei-eil. die sich eines guten Be.uches erfreut;. Die Zahl der Teilnehmerinnen aus den verschiedenen Orten des Kr:ises Wetzlar betrug 45; sie fanden gast- sreund'.iche Aufnahme bei hiesigen Fam'.liem Die Srcijcit wurde mit einem BeZrüßungswort ter Tecbantefetreiärin, Frau Doye. eraffnet, dis auf den Zweck und die Rotwendizkeit ter Frei­zeiten besonders hiawies. Pfarrer Kulke (Riedrrt'lren) behante'.tr an den ein einen Tagen verfchirtene Bitelworte. Pfarrer Helder (Dor­lar) hielt einen Vortrag über das Thema »Was treibt uns zum Mis,ionsdienst?" Die Derbands- fefretätin, Frau Boye, sprach über daSThema Die rechte Stellung des jungen Mädchens zu den verschiedenen wichtigen Letenssrogen". In einem Lichtbildcrvortrag wurde Einbiick in d'o Arbeit des evangelischere Verbandes für dis weibliche Jugend gewährt. Zur Pflege teS Ge­sanges wurden von Frau Pfarrer Herder Dorlar mit den Frcizeitteilnehmerinnen einige neue Lieder eingeübt.

-*> Aus dem Hüttenberg, 13. Dez. Da mit den Hausschlachtungen die Ställe wieder leer werden, hat in unserer Gegend eine etwas lebhaftere Rachfrage nach Ferkeln eingesetzt, wodurch ein leichtes Anziehen der Ferlelpreise herbeigesührt wurde. Ferkel im Al­ter von fünf bis sechs Wochen kosten jetzt 12 bis 16 Ml., sechs bis acht Wochen alte Tiere werden mit 18 bis 24 Olli, bezahlt, während für altere Tiere und Läu.erschweine entsprechend hö­here Preise gefordert werden. Auch für fette Schweure besteht zur Zeit rege Rachfrage.

Dittkrcis

bl. Offenbach, 13. Dez. Auf der Grube Rotbland" verunglückte gestern nachmittag der -Bergmann Rob. G r ö h von Altenkirchen (Kreis Wetzlar). Durch die Explosion eine» Benzinbehälters wurde der bedauernswerte Mann im Gesicht schwer verletzt.

Marburger Kreistag.

][ Marburg. 13. Tez. Der Kreistag de8 KreisesMarburg gereinigte in ferner Heu- ligen Sitzung den Landwegebauetal für 1929, ter mit einem Gesamtbetrag von 197 000 Mark absch.ießt. Gegenüber dem vorsährlgen Landwegebaueiat bedeutet dies eine Erhöhtli'g um 20 000 Mark. Die Im Vorjahre vom Kreistag beschlossene Aufnahme von Darlehen zur ^r- nahme von Kleinpslasterun^en fonn'e bei der auceublick ichen ungünstigen ßare des Geldmarb es bisher noch nicht erfolgen. Ferner tourte be* schloffen, zu der mit dem 1. Januar 1929 erst­malig erfolgenden Besteuerung des ge­bundenen Besitzes, ter sog. Toten Hand, einen Zuschlag von V, Proz. und fbätn von 1 Pro;, zu erheben. In einet von Landrat Schwebe! verlesenen minl;erie[Ien Denkschrift wird icionf, daß die AuSkreifung der Stadl Marburg zunächst bis zur geplanten Reuein eilung der Krise auf geschoben wer­ten feil. Eine Vergrößerun g des Krei­ses durch Teile der unlliegenden Kccie komn:e nicht in Fräse. Wenn die Möglichleit gegeben fei, nach jeder Richtung hin leistungSsäligr Krei'e zu schas en, soll der Frage nähergetreten toc.ten.

Wieder ein Straßenbahnunglück in Kassel.

Kassel, 14. Dez (WTB. Funk pruch.) Gestern mittag kam es hier zu einem heftigen Zu­sammenstoß zwischen einem Straßen­bahnwagen und einem Lastkraftwagen. Der Straßenbahnwagen wurde in ter Mitte auseinandergerifsen. Mehrere Personen erlitten Verletzungen.

Daten für Samstag, 15. Dezember.

Sonnenaufgang 7.58 Uhr, Sonnenuntergang 15.53 Uhr. Mondaufgang 10.54 Uhr, Monduntergang 18.27 Uhr.

1775: der Komponist Francois Adrien Boieldieu in Roue geboren; 1784: der Schauspieler Ludwig Dcoricnt in Berlin geboren; 1832: der französische Ingenieur Alexandre Gustave Eiffel in Dijon ge­boren.