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Aus der Provinziashaupistadi.
Sieben, den 14. 3ult 1928.
3m Schatten der Linde.
Denn wir im Schatten aller Bäume geruhsame Bost halten, dann tft et gut äu lauschen wenn da« Blattwerk, von leisem Wind bewert, raunt und rauscht. Der Wandel der Zeilen ist H, von dem die alten (Bäumt dem kleinen Aachwuchs ringsum erzählen, und vieles ist dabei, von dem sie einst in ihrer Kindheit hörten. Lassen wir uns von Merlin, der die Sprache der Tiere und Bäume cerftand. zu einer alten Linde führen. Unter den weitausladenden dichten Tieften ist von der Heiden Mittagssonne nichts zu merken, wie Träume liegt eS in dem Wipfel, der Duft der Lindenblüte umwebt den ganzen Baum, und wie ein leises Schlummerlied tönt da- feine (Mumme der Bienen, die fleißig den Honig aus den Blüten holen. Tin glihernder, flimmernder Schleier liegt über der Landschaft und macht da- Auge müd eine Art leichter 7 täubung macht sich geltend — auZ Wirklich, leit wird Traum. Und alte Zeiten werden
Kreis ernster Männer umschließt eine Truppe anderer, der Richter. ein Angeklagter und die Kläger. Derrat an dem heiligen Gesetz der Sippe ist H. den man dem Beklagten zur Last legt und da- Todesurteil ist ihm gewiß. Hart schlagen die Schwerter an die Schilde, und ein Beisausgemurmel geht durch die Beiden der Krieger . . Unter einer Linde wurde diele Gerichtssitzung abgehalten, und Femelinde heißt darnach der Daum —
Schwatzend sitzen die Dorfältesten auf der Bank die nngs um die Dvrflinde geht, welche ihren' Platz auf dem Anger, der groben Spielwiese hat. Und jubelnd und jauchzend springt im Tanz die Jugend, schwingt der Bursch fein mabeL Des Leben- Freuden. deS Lebens Sorgen, sie wurden von den Dörflern zur alten uinde getragen. — — —
Längst ist das Mittagsdämmern vorüber, die lastende Sonnenglut gewichen, und dankbar schaut tat mache Auge zur Baumkrone der alten lieben ötnbe. Die ganz blütenübersäte Krone hält sie den Menschenkindern hin: „Tle&mt in meinen Blättern nnd Blüten liegt Heilkraft. Siehst du das Fieberkranke Kind, ein Tee meiner Blüten nimmt da« Fieber." An kalten Winterabenden Ist ein GlaS Lindenblütentee mit Bum ein ge- kündend wirkende« Bluterwärmungsmitlel. doch schätzt ihn als tägliche- Getränk so eigentlich rrchv.a nur der deutsche Landbewohner 3n Frankreich ist es dagegen allgemein Sitte, dab lelbft in den besten Hotel- neben dem üblichen schwarzen oder grünen Dee Lindenblütentee für ten Gast zu haben ist.
Linden. — — Der Großstädter kennt kaum ta« Blattwerk, weiß ihn kaum von einem ankeren Baum zu unterscheiden. . . Lebendig lebt fte Linde aber im Herzen aller durch unendlich viele Lieder, aus denen sehnsüchtig weich ein Heimweh klingt nach freiem Anger, 3ugendlust imb friedlichem Schatten nach lebensvollem Tag. Wer aber In der Kleinstadt und auf dem Lande lebt und noch vertraut ist mit Daum »md Strauch, der wird der Linde die Liebe und Achtung geben, die sie verdient K. K.
viic&cncr ^ochcnmarttprcisc.
Ts kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt: Butter 180 bis 190 Pfennig, Matte 30 biS 35,
«äse (10 Stück) 60 bi- 140. Wirsing 15 bis 20,
Weißkraut 15 bi- 20. Botkraut 30. gelbe Büben 25 bi- 35, rote Büben 10 bis 15, Spinat 15,
Bömifchkohl 15, Bohnen 70. Erbsen 25 bl« 30.
Tomaten 50 bi- 100, Zwiebeln 17 bi- 20. Rhabarber 15 bis 20, Kartoffeln 6 bis 6b, Kirschen V bi« 60, Heidelbeeren 40 bi« 50, Stachelbeeren 20 bi« 30, Johannisbeeren 30. Erdbeeren 50 bis 30, Himbeeren 70. junge Hähne 100 bi« 120, Suppenhühner 100 bis 120 das Pfunde Tauben 80 bis 90. Gier 13. Blumenkohl 20 bis 80. Salat 5 bis 10. Salatgurken 35 biS 60. Oberkohlrabi 5 bis 20. Rettich 10 bis 30 da« Stuck. Radieschen 40 bis 15 Pfennig da- Bund.
Vornotizcn.
— Tageskalender für Samstag. Stutschnattonaler Handlungsgehilfen • Verband: MO ubr im Ortsgruppenheim, Monatsverfamm- »na. — Reichskurzschriftgcsellschaft „(Babelsberger": 130 Uhr, Restaurant „Zum Philosophenwald", -5amUlenabenbL. — Lhem. Kardedragoner 23: 1.46 Ubr Im Restaurant „Lamm", Versammlung. — ®. L.. 9 Ubr, Hotel „Hopfeld", Mitglieder»
eerfammlung. — Attillcriften-Vercin: 8.30 Uhr im -Schützenhau»", Zusammenkunft mit Damen. — Etchtspielhau», Vahnhofstraße: .Liebelei". — Uftoria-Lichtspiele: „Eddy Polo".
— Tageskalender für Sonntag. Reit* mb Fahr-Wettbewerb in (Liehen, nachm. 2 Uhr |uf der Hardt. — Meisterschaft von Deutschland im tzer-Rasen*Radball, nachm. 4 Uhr. Sportplatz 1900. — Vienenzüchterverein Gießen und Umgegend:
Versammlung, 3 Uhr, bei Ära ft Frankfurter Straße. — 143er: Zusammenkunft in Wetzlar, Restauration „Zur Stadt Wetzlar", nachm. 3 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebelei". — Aswria-Lichtfpiele: „Eddy Polo".
•• Personalien. Ernannt wurden der AmtsgcrichtSrat bei dem Amtsgericht in Gießen Gustav Knauh unter Belastung in der Stelle eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht in Gießen »um Canbgeridjtsrat bei dem L'anbgcricM der Provinz Ober Hessen: der Schulamtsanwärter Artur S ch w i ck e r t au- K.ein-Steinheim, KreiS Offenbach, zum Lehrer an der Volksschule zu Rieder-Mörlen. Kreis Friedberg, mit Wirkung vom Tag« de« Dienstantritts, der SchulomtS- anwärter Ernst Ludwig H ö r r aus Haufen. KreiS Gießen, zum Lehrer an der Volksschule zu Gießen, mit Wirkung vom Tage drS Dienstantritt-; der Schulaintsanwärter Arthur Mahn au- Wen- delSheim. KreiS Al^eh. zum Lehrer an der Volksschule zu Michelau, KreiS Büdingen, der Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht Hirsch^rrn Richard L o t h zum Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht Laubach, mit Wirkung vom 1. August d. 3. ab; der Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht Rtdda Wilhelm Reuter zum Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht Hirschhorn, mit Wirkung vom 1. August d. 3. ab. der Lehrer Fr art- Demi zu Gießen, mit Wirkung vorn Tage deS Dienstantritt-, zum hauptamtlichen Fortbildungsschullehrer an der Fortbildungsschule daselbst; der Lehrer Richard Ulrich zu Schotten zum Rektor an der Volksschule daselbst, mit Wirkung de- Dienstantritts; der Lehrer Heinrich Holzapfel zu Rudingshain, Kreis Schotten, zum Lehrer an der Volksschule zu Ober- Wegfurth, KreiS Lauterbach, mit Wirkung vom Tage des Dienstantritt-. — 3n den Ruhestand versetzt wurden: der Arbeitsinfpektor bei der Zellenstrafanstalt Butzbach Otto Georg auf Rachsuchen mit Wirkung von 1. Rovember 1928 ab; auf Grund des Gesetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten der Rektor Heinrich Fenchel an der Volksschule zu Rieder-Florstadt Kreis Friedberg.
— Herr George Seibel, unser deutsch- amerikanischer Gast, über dessen Ankunft in Gießen wir am Donnerstag berichteten, war am gestrigen Freitagnachmittag einer Einladung der Gießener Studentenhilfe zur Inaugenscheinnahme ihrer Einrichtungen gefolgt 3m Egerheim auf der Schönen Aussicht begrüßte der Vater des studentischen HilsSwerks. Professor Dr. Eger, Herrn Seibel und eine Reihe weiterer Gäste, darunter auch den in Vertretung Seiner Magnifizenz erschienenen Herrn Exrektor und gab ein anschauliches Bild von dem kulturpolitischen und sozialen Ziel, das die Studentenhilfe mit ihrem glänzend durchorganisierten und in allen seinen vielen Verästelungen, den Besonderheiten und Erfordernissen des akademischen Lebens sorgfältig angepaßten Werk erfolgreich zu erreichen bestrebt ist. ein Ziel, dem auch die geplante Errichtung eine« neuen, den vermehrten Aufgaben besser gerecht werdenden Studenten- hauseS dienen soll. Der Gast sprach in seiner Erwiderung von dem großen Fortschritt, den Deutschland seit seinem letzten Hiersein gemacht und den er vor allem darin sehe, daß daS deutsche Volk ohne Rücksicht auf Stimmungen und Gefühle anderer wieder feinen eigenen Weg zu gehen beginne. Amerika habe wohl noch niemals fo große Sympathie für Deutschland empfunden. Sr hoffe, daß sich die« Gefühl der Freundschaft und Verbundenheit auch in einem regeren Besuch der deutschen Universitäten, speziell Gießen-, durch amerikanische Studenten äußern werde. Rach einer weiteren Begrüßung des Gaste«, der bekanntlich Präsident deS Deutsch-amerikanischen Turnerbundes ist, durch den Vorsitzenden der Gießener Turnerschast. Alni- versitätsoberinspektor Erle, sand eine eingehende Besichtigung der vielfältigen Anlagen der Studentenhilfe statt, die bei allen Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck hinterließ.
•* Kein Gastspielvon Augufte Prasch» Grevensberg. Wie uns aus dem Stadttheaterbureau mitgeteilt wird, kann die für kommenden Dienstag angckündigte Aufführung im Stadttheater n i ch t ftottfindcn. Das Theater bleibt am Dienstag geschloffen.
* Straßensperrung Dom Oberhesfifchen Audomobil-Elub E. D. (A. v. D.). Gießen, wird unS folgende Straßensperrung mitgeteilt: Abzweigung nach der Kalbsburg bis Abzweigung nach Wildungen vor Fritzlar im Zuge der Straße Gießen—Marburg—Kassel für alle FahrzeugebiS 24. Juli, Umleitung über Kleinenglis—Uden- born—Zennern.
* Die Museen sind am Sonntag bei kleinen Eintrittspreisen geöffnet.
•• Oberheffischer Kun ft verein. Die Albrech-Dürer-Gedächtnis-Ausstellung ist morgen Sonntag, von 11 bis 1 Uhr, zum letztenmal geöffnet.
•• Von der Straß enbahn. Anläßlich des morgigen SonderzugeS an den Rhein wird
vormittags 6 Uhr ab Siechenanstalt etn Straßenbahnwagen zum Bahnhof verkehren.
*• Don der Lahn. Heutige Dasterwärme der Lahn 23 Orab Eelstus.
•• Sin Schüler in derLohn ertrunken. Gestern vormittag gegen elf Uhr ereignete sich, wie in einem Teil unserer gestrigen Auflage schon gemeldet, im g r e i b a d in der Lahn ein schwerer Unglücksfall, dem bedauerlicherweise ein Schul- kind zum D p f e fiel Dort war eine Kloße der Goetheschule unter Führung des Lehrers zum Vaden erschienen. Der 12 Jahre alte Schüler Han» Fuchs, in der Sonnenstraße wohnhaft, soll sich dabei, obwohl er des Schwimmens nicht recht kundig war, von der Nichtfchwimmerabteilun^ in das tiefere Master begeben haben, das nur für Schwimmer bestimmt ist. Do» bedauernswerte ftinb v e r f a n k h i e r vor den Augen der Schüler und des Lehrers in der Flut Aus der benachbarten Badeanstalt herbeigerufene Schwimmer tauchten nach dem Kleinen, sie konnten ihn aber erst nach Verlauf von etwa zehn Minuten finden und an Land bringen. Anhaltende Wiederbelebungsversuche, an denen sich u. a. auch ein Arzt und geschulte Leute der Feuerwache beteiligten, vermochten den armen Knaben nicht mehr zum Leben zurückzurufen.
•• Tödlicher UnglückSs all eine« Bergmannes Gestern nachmittag, kurz vor 2 Uhr. verunglückte der 49 Jahre alte Bergmann Wilhelm Alk> ach au« Grüningen in dem Gießener Braunstcinbergwerk Dorrn. Fernie tödlich. Der bedauernswerte Mann stürzte etwa 17 Meter tief in den Förderschacht ab und schlug auf einen gerade emporkvmmenden leeren För- derkorb auf. Der Sturz war fo unglücklich, daß Albach daS Rückgrat und das Genick brach, wodurch der Tod auf der Stelle eintrat. Der fo jäh auS dem Leben gerissene Mann hinterläßt eine Frau und zwei Kinder. Rach den bisher festgestellten Umständen zu schließen dürste der tragische Unglückssall wohl aus Selbstverschulden, allerdings unter Einwirkung der großen Hitze, zu- rückzusühren sein. Die Leiche wurde nach Feststellung des Sachverhalts zur Bestattung frei- gegeben.
•• DaS 5. Abvnnementskonzert unserer Militärkapelle unter Leitung des ObermusikmeisterS L ö b e r hatte am Donnerstagabend auf der ^Liebigshöhe" ein außerordentlich zahlreiches Publikum zusammengeß hrt. Wenn auch das wunderbare Sommerwetter zu dem starken Besuche mit beigetrogen haben mag. so war diese eindrucksvolle Bekundung deS hohen Interesses an den Leistungen unserer Militärkapelle aber doch wohl auf deren bisherige vortrefflichen Darbietungen und dann besonders auf die Im Donnerstagkvnzert gebotene Mitwirkung des Posaunenvirtuosen Alfred Günther vom Hessischen Landestheater in Darmstadt zurückzuführen. Untere Militürmusiker unter der schneidigen Stabführung deS ObermusikmeisterS L ö be r boten wieder eine solche Fülle ausgezeichneter musikalischer Unterhaltung, daß es schwer ist, auS der Reichhaltigkeit und dem hohen Riveau dieser Musik noch besondere Spitzenvunkte herauszuheben. Daß sämtliche Vorträge oer Kapelle wiederum stürmischen ‘Beifall fanben und Anlaß boten zu zahlreichen gern gegebenen Zugaben, versteht sich natürlich von selbst. Einen sehr feinen Kunstgenuß bot Herr Günther seiner großen Zuhörerschast. Gs ist schlechthin bewundernswert, wie dieser hochbegabte Musikus und feinfühlige Instrumentaltechniker feine Posaune beherrscht. Selbst die schwierigsten Teile der zum Vortrag gebrachten Kompositionen wurden mit einer Eleganz und Reinheit des Tones, dabei aber mit so starkem künstlerischen Empfinden wiedergeaeben, daß man sagen muß: hier waltete ein hochbegabter Künstler und feinfühlender Mensch seines schönen AmteS, Mittler und Künder starken geistigen Erlebens zu fein. Daß auch diese Vorträge anhaltenden stürmischen Beifall fanden und dem Künstler Veranlassung boten, seine Zuhörer mit einer weiteren Darbietung zu beschenken, sei hier ebenfalls als Selbstverständlichkeit registriert. Hoffentlich läßt es sich ermöglichen, daß Herr Günther bald wieder in unserer Stadt alS Interpret wertvoller Kompositionen auf dem Podium erfcheint.
•• Der Zirkus Krone, ein weltbekanntes Unternehmen auf dem Gebiete der zirzensischen Kunst, gastiert vom 17. bis 20. Juli zu einem Zirkus- gastspiel in unserer Stadt. Die Eröffnungsvorstellung ist auf Dienstag abend festgesetzt. Das Unternehmen genießt von jeher einen sehr guten Ruf und kann auch aus der neuesten Zeit viele glänzende Erfolge seiner Gastspiele in großen deutschen Städten auf- weisen.
Der nächste Frankfurter Pserde- markt findet am 16. Juli statt. Aus diesen Märkten stehen durchschnittlich etwa 700 bi- 800 Pferde zum Verkauf, und es bietet sich hierbei immer günstige Gelegenheit, Arbeitspferde zu verkaufen und zu vertauschen. Schlachtpserde werden auch stets aefucht und in größerer Zahl zum Verkauf gebracht. 3ntereffenten feien auf die heutige Anzeige aufmerffam gemacht.
Todesurteil gegen einen Muttermörder. Lpd. Limburg, 14. Juli. Der IS1.,]ädrige Anton Horn au« Riederzeuzbeim bei Limburg, der am 14. März feine Bluttcrlm Stall beim Melken mit einem Beil tötete um in den Besitz einer geringen Summe zu kommen, die er zur Anschaffung von Radioettaytcilen benötigte, wurde gestern ?om hiesigen Schwurgericht wegen vorsätzlichen und überlegten MordeS zum Tode und den üblichen Rebenstrafen verurteilt.
Ein Bild grcmenlofer menschlicher Verirrung bot triefe Verhandlung, an deren Beginn der Mörder zunächst fein schriftliches Geständnis vom 22. März in nüchterner Sachlichkeit wiederholt«. Horn hat eine gute Erziehung genossen, doch wurde er seiner Mutter frühzeitig durch gelegentliche strenge Züchtigung entfremdet, obtootf er auch zugeben mußte daß feine Mutter eS gut mit ihm meinte. Das Gericht stellte fest, daß er schon mehrere Tage vor dem Morde den Entschluß gefaßt hatte, feine Mutter au« dem Weg« .yu räumen, fall- sie ihm die Mitt«! zur Anschaffung von Radioerfatzteilen nicht geben würde. Bei der allgemeinen Verwirrung über den Tod der Mutter glaubte er. sich die gewünschten Mittel verschaffen zu können. DaS Geständnis des MuttermörderS überraschte ob ,einer grauenvollen und brutalen Rüchtemheil. Die Zeugen schilderten die Ermordete alS eine ehrenwert«, fleißige Frau. Der als Sachverständiger vernommene Prosefsor Dr. 3 a hr mär ke r-Mar- burg erklärte in einem Gutachten den Angeklagten als geistig durchaus normal und alS voll verantwortlich für die Tat. DaS Plädoyer des Staatsanwalts erklärte vorsätzlichen und überlegten Mord für gegeben. der Vertreter der Anklage beantragte Daher die Todesstrafe. Der Offizialverteidiger des Angeklagten. Geheimer Iuftiz- rat Raht, vermochte bet der Sachlage feine wesentlichen GntlastungSmomente vorzubringen, da sich die Schwere der Tat kaum abschwüchen ließ. Gegen 71/, Uhr verkündete der Vorsitzende den oben berichteten älrtellfpruch.
Rundfunkprogramm.
Sonnlag, 15. 3uli.
8 biS 9 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet von der 2. Methodisten-Gemeinde. — 11 bis 11.30: Die Elternstunde. — 12 biS 13: Literarisch-musikalische Mittagsstunde. — 14: Von Hamburg: Funfbeinzelmann-Gingstunde. — 15 bi« 16: Vom Rürburgring (Köln): Rennen um den Großen Preis von Deutschland für Sportwagen. — 16 bis 17: Die Stunde der 3ugenö. — 17 biS 18: Konzert des Rundfunkorchesters. — 18 biS 19: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Volkslieder der Heimat", Vortrag von Otto Gtückrath, Biebrich. — 19 bis 19.45: Führung durch den Zoo: ReptUienhauS. — 19.45 bis 20: Einführung in die nachfolgenden OpernauFührungen — 20: Von Baden-Baden: Kammeropern, 1. „Saul", in einem Akt, nach dem Drama von A. Lemel-Hvlenia, Musik von Hermann Reutter. 2. „Tuba Mi rum", eine heitere Anaelegenheit von Ernst Falkner. Musik von Gustav Kneip (Uraufführung). 3. „In zehn Minuten", Kammeroper in einem Akt, Tert und Musik von Waller Eronostah (Uraufführung), -t. „Der Held", Kammeroper in drei Bildern von Alexander Mossolow (Uraufführung). — Anschließend: Sportnachrichten. — Daraus bis 0.30: Tanzmusik.
Montag, 16. 3nIL
16.30 biS 17.45 Uhr: Konzert deS Rundsurck- orchesters: Sprelopem. — 17.45 biS 18.05: Die Lesestunde. — 18.30 bis 19: Funkhochschule: „Der Sinn der deutschen Geschichte in Meisterwerken der deutschen Geschichtswillenschaft: Leopold Ranke und seine preußische Geschichte", Vortrag von Professor Dr. G. Küntzel. - 19 biS 19.30: Stunde des Kulturkartells der modernen Ar- beiterbeweaung: „Bernhard Shaw al« Gesell- schaftSkritiker". Vortrag von Pros. Hillmann. — 19.30 bis 19.45: Englische Literaturproben. — 19.45 biS 20.15: Englischer Sprachunterricht. — 20.15 biS 21.15: Konzert. — 21.15: Frankfurter Liebhaber-Dichtungen. — Anschließend: Schall- platten-Konzert, VlaS-Musik
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Lieber Sommermarkt
(Prämienmarkt)
Mo «lag, den 16. I»li 1928
»tebDieb-, Schweine- und flrämermartt, Lchafbockauttioa.
Zum Markt zugelassen sind Tiere aut ».nverseuchten Gemeinden der Kreise ließen, Friedberg, Büdmgen und Schc>t- :?n. Die seuchenpolizeilicken Vorschriften nd zu beachten: Ursprungszeugnisse für Srzeuger, Nachweis der Quarantäne für Händler.
Mit dem Martt ist eine
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Sir Hessische» Fleckvieh und Vogelsberger ^ieh verbunden.
Hieran anschließend sindet die allseits Klanntc
Versteigerung von Lammböcke« (Schafböcke)
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Auftriebszeü von 7—8% Uhr Dormit- die Prämiierung beginnt um 9 Uhr.
»achmittag© Umzug der prämiierte« vere, VoNsbelostigung, Konzert, lanj.
Lich, den 12. Juli 14)28.
Hessische Bürgermeisterei Lich.
Geil. 6620 D
Holzversteigerung.
Mittwoch, den 18. Zull 1928, vormittag« 8 Uhr, werden in den Salbungen der Gemeinde Mendorf a. d. Lumda nn Distrikt Tisenschade unb Zimmervlatz folgende holzsortimcnte versteigett:
2 Kiesernstümme
2
1 Fichtenstamm
1
17 Fichtenstämme 7
3
2
Kl. 1b - 0,35 Fstm.
„ 2a - 1,28 „ la - 0,16
„ 1b - 0,40 „ 2a - 12,20
, 2b- 8,15 „ 3a - 3,75
„ 3b = 2,51
Fichtenderbstange mit 0,09 Fstm.
Zusammenkunft im Distritt Lisenschade bei Stammholz Nr. 1246.
Lllendorf a. d. Lumda, den 13. Juli 1928. Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. b. Lba.
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