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Zeugnis gab. Bei der daraus vorgenommenen Neuwahl des Vorstandes wurden die seitherigen Vorstandsmitglieder und Beisitzer einstimmig wicdergcwählt, also außer den Obengenannten der Schriftführer Heinrich Stein (Climbach), die Beisitzer H. Walter (-Saubringen) und H. Nein zu Winnen. Als die einzigen noch lebenden Bereinsgründer wurden unter Ver­leihung eines Diploms Eberhard Ranft zum Ehrenvorsitzenden. Ludwig Römer (Allerts­hausen) zum Ehrenmitglied ernannt. Sodann wurde beschlossen, jedes Mitglied nach 25jähriger treuer Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied zu er­nennen. Rach einem Bericht des Vorsitzenden über die kürzlich in Gießen stattgefundene Der- bandsversammlung wurden noch allerlei Prak­tische Hinweise und Erfahrungen besprochen, die für Züchter zu wissen und zu beobachten wichtig find, und eine Sammelbestellung von gut emp­fohlenem und als bewährt befundenem Geflügcl- futter aufgegeben.

Treis a. d. Lda., 14. März. Am Sams­tagabend veranstaltete der Gesangverein Liederkranz" eine Familienfeier, die gut besucht war. Rach der Begrüßungs­ansprache des 1. Vorsitzenden trugen die Sänger unter der Leitung des Chormeisters Konrad R i c o l a i (Großen-Buseck) Chöre und Volks­lieder vor, die sämtlich fein durchgearbeitet waren und bewiesen, daß der Verein unter der Führung des Herrn R i c o l a i einen bemerkens­wert ersreulichen Aufschwung genommen hat. Der künstlerischen Führung des Vereins durch Herrn Ricolai wird allgemein wärmste Anerkennung zuteil. Eine Tvmbolaverlosung, zu der die Preise von den Gewerbetreibenden gestiftet worden waren, vervollständigte da« Programm des Abend» in guter Weise.

: Beuern, 13. März. Begünstigt durch die gelinde Witterung der letzten Zeit konnten die Holzhauerarbeiten im hiesigen Ge­meindewald bereits beendet werden. 30 Holz­hauer waren mit dieser Arbeit ca. 14 Wochen beschäftigt. Der Hiebsatz der jährlichen Holz­ernte beträgt für unsere Gemeinde 2700 Fstm., doch wurde in den letzten Jahren etwas we­niger geschlagen, da die Frühjahrsstürme der vergangenen 3al)re erhebliche / Windfall gebracht hatten. Für dieses Jahr waren vorgesehen 2328 Fstm. Ruh- und Brennholz. Hierzu kommt eine auherordentli^e Fällung für die Abholzung des neu zu schaffenden Sportplatzes, die 348 Fstm. einbrachte, so daß in diesem Jahre zusam­men mit noch 100 Fstm. Windfallholz 2776 Fstm. geschlagen worden sind. Es entfallen auf Ruh­holz: 1. Fichtenstämme 816,49 Fstm., 2. Kiefern­stämme 145,92 Fstm., 3. Buchen- und Cichen- Stämme 143,45 Fstm. Hiervon werden in den nächsten Wochen noch etwa 200 bis 300 Fstm. Fichten« und Kiesernstämme auf einer öffentlichen Submission vergeben werden. Auf das Brenn­holz entfallen 1671 Fstm.

(.) Lang-Göns, 13. März. Am Samstag hielt der GesangvereinGermania" in der Turnhalle fein 37. Stiftungsfest ab. Der hiesige Musikverein unter Leitung von Dirigent Müller leitete die Veranstaltung mit einem Marsche ein und trug durch zahlreiche an­dere musikalische Darbietungen viel zur Verschö­nerung des Abends>.. Rach einem Chor des Vereins begrüßte der 1. Vorsitzende, Wilhelm Sern II., die Erschienenen und ermahnte die Sänger, immer treu zum deutschen Lied zu stehen. Die packende Ansprache schloß mit einem Hoch auf den deutschen Sang und das deutsche Vater­land. Der GesangvereinGermania", der von Musiklehrer Leib (Gießen) dirigiert wird, hatte Gelegenheit, im Laufe des Abends in mehreren Chören sein Können zu zeigen. Besonders her- vorgehoben sei hier dasWitinger-Schlachten- lied", in dem die Stärke und Wucht der gut geschulten Stimmen voll zur Geltung kam. Gleich Darauf folgteEs blies ein Säger auf fein Hom", das in feiner Schlichtheit und doch ver­trauten Schönheit noch mehr gefiel. Sehr stark wirkte auch das LiedDie Söldner". Wie treu die Mitglieder zu dem VereinGermania" stehen, zeigt die Tatsache, daß an diesem Abend vom Vorsitzenden 21 zu Ehrenmitgliedern (25jährige Zugehörigkeit) ernannt werden konn­ten. Drei davon erhielten außerdem noch den Lorbeerlranz für 25jährige Sängertätigleit. Es sind dies die Herren: Wilhelm Reu sch, Alfred Rompf und Karl Boller. Zu gleicher Zeit gedachte der Vorsitzende dreier Mitglieder, die, toenn sie nicht im Weltkriege gefallen wären,

Die gsmenen Berge.

Roman von Clara Viebig.

Eophright by Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart.

13 Fortsetzung. Nachdruck verboten

Des Doktors Fenster sah nach der Mosel hin­aus, nur durch den vorderen Garten war er vom Wasser getrennt, aber er empfand nichts von einem kühlenden Hauch. Es rauschte, es rauschte, wie hei­ßes Flüstern klang ihm dies ständig herauf. So flüsterte es die ganze Nacht. Uno vom Garten stieg ein Duften auf, das zu dem Flüstern paßte: der Flieder war bereits abgetan, aber Jasmin ver­hauchte seinen schwülen Atem, Holunder und Rosen mischten sich drein und die ersten blühenden Linden. Es war in warmer Nacht ein Duft, so stark, daß er fast betäubte, ein Duften, so erregend, daß cs wild machte. Der Bräutigam riß sich das Hemd auf der Brust voneinander und lehnte sich, aus beengter Kehle atmend, weit hinaus. Diese Mosel­nächte hatte er sehr geliebt, zur Zeit aber bekamen sie ihm nicht; sie entnervten, machten matt. Er fühlte selber: er war energielos.

Du bist zu verliebt", sagte der Vater und lachte ihn aus. Er hatte dringend gewünscht, der Sohn möchte erst in der Praxis drin sein und dann hei­raten. Es war doch wohl besser, wenn bei­des gleich zusammen an fing, der Mensch hatte ja sonst gar nichts anderes im Kopf als Braut und Heirat. Täglich trug er Briese zur Post und bekam auch täglich welche.

Der alte Dousemont schüttelte den Kopf, er war fast ärgerlich über den Sohn: wie konnte man nur um ein Frauenzimmer sich so haben, sich ihm so ver- fthreiben mit Haut und Haar!? Er vergaß, daß auch er einst in jungen Tagen nicht viel anders gewesen war, daß er ebenso stürmisch begehrt hatteund war er selbst nicht noch einer, der begehrte? Nur daß es jetzt keine Schöne von Fleisch und Blut mehr war, die er zu genießen begehrte jetzt waren's die Mosel und ihr Wein.

Du solltest nicht soviel trinken, Vater", sagte der Doktor; bas fast bläuliche Rot im Gesicht des Vaters, das seltsam abstach gegen sein schlohweißes Haar, beunruhigte ihn.Es bekommt dir nicht." Er

Frankfurt-Kassel durch den Vogelsberg.

Man schreibt uns von gut unterrichteter Seite aus Alsfeld:

Durch die gegenwärtige Bewegung i m Vogelsberg, eine Eisenbahn quer durch diesen zu bauen und den Vogelsberg weiter dem Verkehr zu erschießen, ist auch das alte, bereits vor dem Wettlrieg erörterte Projekt Alsfeld Loshausen wieder in den Vor­dergrund gerückt worden, weil die zur Erschlie­ßung des Voge;sbergeö erstrebte Slck>- Rordver- binkmng SchottenUlrichstein-Als eld naturge­mäß i^re Fortsetzung nach Kassel finden muh, wenn sie ihren Zweck erfüllen soll.

Die Wichtigieit der Bahnstrecke Alsfeld Treysa, die jetzt in die Station Zella der HersseldTreysaer Bahn einmünden würde, ist schon lange enannt worden, insbesondere auch von der Eisenbahnverwaltung schon vor dem Kriege. Bereits im Sahre 1911 lag eine Ein­gabe einer Anzahl von Gemeinden des Schwalm- tales dem preußischen Abgeordnetenhaus vor, die eine Bahn von Loshausen nach Alsfeld erstrebten. Das preußische Abgeordnetenhaus beschloß damals in der Sitzung vom 30. Mai 1911 auf Antrag der Budgetkommission, die An­gelegenheit der Staatsregierung als Material au überweisen, wobei der Berichterstatter von Pappenheim be»er.te, die Ge nei den hofs- ten, daß die Ausführung möglichst bald bewerk­stelligt würde. Die preußische Staatsregierung stand auch dem Projekt durchcnrS wohlwollend gegenüber, es traten aber innerhalb des Krei­ses Ziegenhain Hemmungen ein, die damals die Ausführung des Projektes, das schon in recht greisbare Rähe gerückt war, leider ver­eitelten. Heute ist nun das Projekt wieder, wie schon eingangs erwähnt, in den Dordev- grund des Interesses getreten, und es wäre Pflicht aller Beteiligten, insbesondere der Be­wohner des oberen Schwalmtales und der Stadt Alsfeld, nunmehr dieses Projekt, das einen untrennbaren Bestandteil der Rord- Eüdverbindung durch den Vogelsberg von Frank­furt bis Kassel bildet, wieder auszugreilen und mit allem Rachdruck zu betreiben. Interessant ist die Feststellung, daß man im Jahre 1911 auch seitens des LandralsamtZ Ziege'Hain da­mals auf dem Sta d eunkt sta ib, daß der Aus­bau der Guterver adestelle Schellbach? die Aus­sichten für eine Bahn Als'eldScheid'ache nicht nur nicht beeinträchtigen, fentern sogar fördern würde.

Die Gründe, biie damals für die Erbarm "g einer Bahn von Alsfeld nach Los- Hausen sprachen, bestehen auch beute noch. Die Bahn Treysa-Hersfeld berührt die wohlhabenden preußischen Orte Salmshausen, Rollshausen mit Schönberg. Schrecks 'ach, Holz­burg und Hattendorf mit zusammen etwa 3QOO Einwohnern nicht. Cs kommen hier außerdem

noch die hessischen Orte Heidelbach, Münchleusel, Schwabenrod und Eudorf in 'Betracht. Run kann freilich der Personenverkehr für die Frage der Rentabllität einer Eisenbahnstrecke nicht maß­gebend sein, sondern in erster Linie ist der Güterverkehr aussch'.aggebend. Dieser wird aber gerade für die Strecke Als, eldZella eine besondere Rolle spielen, im Zusammenhang mit der geplanten Vogelsbergbahn Schot­ten-Alsfeld. Der Hauptabsatz des zentralen Dogelsberges ist bekanntlich Basalt von aus­gezeichneter Beschassenheit und Holz. An beiten herrscht in Rorddeutschland Mangel. Die Der- bindungsstrecke Alsseld Zella, die den Durch­gangsverkehr nach Kassel vermitteln würde, wäre dann in erster Linie als Ver- bindungsglied zur Beförderung ter Produtte des Vogelsberges nach Rorddeutschland von her­vorragender wirtschaftlicher Bedeutung, und ge­rate dieser weitere Gesichtspunkt spricht auch ganz besonders für das Projekt SchottenAls­feld. Zu berücksichtigen wäre ferner, daß eine Bahn AlsseldZellaTreysa den Weg von Als­seld nach Kassel um 50 Kilometer abkürzen würde! Ferner würde die Strecke KasselBebra- Fulda durch die neue Verbindung Kassel- TreysaAlsfeld Fulda hinsichtlich des Güter­verkehrs wesentnch entlastet inerte i können. Auch die Bedeutung des Lo'alver.ehrs für die Bahn AlsseldZella ist nicht zu unterschätzen. Vieh, Getreide und andere landwirtscka t iche Produkte, Dasatt von Holzburg und Schönberg. Sandstein von Hattendorf. Bau- und Grubenholz aus den benachbarten großen Staatswaldungen kommen für den loyalen Güterver ehr in Betracht, ferner Industrie'rodutte von Alsfeld und Lauterbach, Kali von Fulda nach der Kasseler Gegend usw. Schließlich spricht noch ein sehr wesentlicher Fak­tor für die Erbauung dieser Bahn. Dies ist die Tatsache, daß auf der zu erbauenden Strecke überhaupt keine Geländeschwierig­keiten zu überwinden sind, denn es sind keiner­lei Höhen zu durchschneiten oder zu umgehen.

Angesichts ter großen wirtscha'llichen Bedeu­tung einer Bahn von Alsseld nach Los­hausen, jetzt Zella, im Jusanmenhan.g mit dem Pro ell einer Süd-Rordverbindung durch den Vogelsberg über SchottenAlsseld dürste jetzt ter richtige Zeit >unkt gekommen fein, das Schwalm talbahnbroelt wieder aus­zugreifen und ihm endlich, als einem der ältesten Projekte, zur Verwir lichung zu ve'- Helen. Es wäre sehr zu wünschen, wenn auch das im Jahre 1911 beftetene Eisenbahn- ko m i t ee ter beteiligten Schmalmtalorte, das seinen Sih in Schrecksbach hatte, seine Tätig­keit wieder aufnehmen würde. Es ist anzuneh­men, daß die Hemmungen gegen Has Pro'e't, die sich vor dem Kriege gellend machten, heute einer höheren und besseren Einsicht gewichen sind.

auch Ehrenmitglieder geworden wären. Ein besonderer Genuß war noch ein Solo Vor­trag (Tromba) von Ernst Weih,Und kommst du auch nicht mehr zurück". Daß ein Theater­stück, gespielt von jugendlichen Sängern und Sängerinnen, nicht fehlte, versteht sich von selbst. Die Aufführung fand lebhaften Beifall. Alles in allem war es ein unterhaltsamer und wohl- gelungener Abend.

ne. Lich, 14. März. Am Samstag fand im hiesigen Schulhause die Monatsversammlung des Bezirkslehrervereins Lich unter ter Leitung des Vorsitzenden, Lehrer Sprengel (Bellersheim), statt. Dr. H e n s o l d t als Ver­treter der Firma M. Hensoldt & Söhne in Wetzlar führte den neuen Projektions­apparat vor. den feine Firma insbesondere für Schulzwecke herausgebracht hat. 2m Anschluß an diese Vorführung fand noch eine Besprechung über verschiedene schwebende Fragen des Lehrer­standes statt.

ch L i ch, 13. März. Unsre Friedbofsanlagen haben in letzter Zeit ein gepflegteres Aussehen bekommen. Die vor dem Friedhof liegenden, an der Bellinger Straße herzichenden Sträucher waren stark in die Höhe gegangen und wurden in letzter Zeit zurückgeschnitten, so daß man jetzt wieder von der Straße her den Friedhof überschauen kann. Aber auch auf dem

aBvwMixsMBaKMHHanwwttaaijsiaiiidHnBMMoaaQ hob ernsthaft den Finger. Aber gleich darauf mußte er lachen, das Gesicht, das sein alter Herr dazu schnitt, war sehr komisch.

Jean Claude Dousemont schloß die Augen halb und blinzelte pfiffig:Probier du erst mal meine zwei letzten von der Trierer Weinoerfteigerung Hohe Domkirch",Bischöfliches Priesterseminar" Auslese dann sagste kein Wort mehr von trink nit!". Ich sag dir. Jung, en Tröppchen!" Er schloß die Augen ganz, spitzte den Mund, und lehnte sich in den Stuhl zurück wie versunken in selige Erinnerung.Ach, mein Sohn," es klang fast wehmütigder isn Esel, der nit Moselwein trinkt. 3)er ihn nit versteht. Das Feinste vom Feinen, das Edelste vom Edelsten! Kein anderer Wein kann dagegen an. Nit süß wie der Südwein, nit so voll wie der Rheinwein, aber eine Blume, eine Blume so fein! Ha, der Duft, der Duft!" Nun öffnete er die Augen weit und sprang lebyaft vom Stuhl auf:Mild und doch voll. Es durchläuft einen wie neues Leben, man wird jung davon, man bleibt jung!" Er reckte seine mächtige Gestalt und lachte.Und froh wird man; man wird nit gleich betrunken, beileib nit sag, Junge, haste mich je betrunken gesehn? aber'froh, leicht, en glücklicher Mensch! Kleinlichkeit, Kummer, Aerger, alles geht weg beim Mosel. Ich sag dir, und man wird auchn besserer Mensch. Wenn ich mit Leut zusammensitz, die ich eigentlich sonst gar nit mag, beim Wein scheinen sie mir nit mehr so übel. Der Wein setzt einemn rosige Brill' auf. Schenkt ein, stützt an, prost, du sollst leben, mein Freund! Jung, Jung, sag mir nit, daß ich keinen Mosel mehr trinken soll'"

Aber für deine Arterienverkalkung, Vater du hast zu hohen Blutdruck."

Ach wat!" Der Alte schnitt dem Sohne sofort die Rede ab. .Ich will dir wat sagen, Doktor, an etwas muß der Mensch ja doch sterben, und da kannst du auch nix bei machen. Masern und Schar­lach, en Kinderkrankheit, werd ich ja wohl nit mehr kriegen Arterienverkalkung nu ja, dann sterb ich eben dadrcm. Aber eh ich bann sterb, bat sag ich dir, krabbel ich noch einmal auf den Herrenberg zum letztenmal und trink da oben die letzte flasch, und grüß noch einmal die Mosel, die Berge: Prost, euer Wohl? Oh, dann is dat Sterben so leicht!" Er hatte sich förmlich in Begeisterung ge»

Friedhof selbst ist eifrig gearbeitet worden, um der Stätte unserer Entschlafenen ein würdigeres Aussehen zu verleihen. Der Cinfahrtßweg wurde auf beiden Seiten mit Bäumen bepflanzt, und noch in den letzten Tagen wurden an besonders geeigneten Stellen Reupflanzungen von Zier- bäumen vorgenommcn. Durch die sorgsame Pflege der das Kriegerdenkmal von 1870/71 umgeben­den Anlage hat dieses ein würdigeres Aussehen bekommen und bildet jetzt eine Zierde des Fried­hofes. Der nach der Feldbereinigung zum Fried­hof gekommene neue Teil in der Rordecke fand namentlich für Grüften Verwendung. Ganz be­sondere Verdienste um die Neugestaltung der Friedhofsanlagen hat sich der derzeitige Fried­hofswärter und Totengräber Christian Leder - mann erworben, der der Sache viel Sinn und Verständnis entgegenbringt.

s. Hungen. 13. März. Samstagnachmittag fand imSolmser Hof" eine Versammlung des Bezirkslehrervereins Hungen statt. Lehrer Jockel (Hungen) setzte seinen Vortrag überErforschung der Ortsgeschichte" fort und sprach über die Steinzeit. Er zeigte eine ganze Anzahl steinzeitlicher Werkzeuge, wie Hämmer. Beile u. a., sowie ein selbstgefertigtes Modell zur Erzeugung von Feuer durch Reibung eines Rundholzes in einem ausgehöhlten Holze. 3m übrigen wurden innere Angelegenheiten, die

redet, sein Rot stammte, mit starken Schritten ging er durchs Zimmer.

Maria trat eben ein, sie hielt ein Tablettchen vor sich auf beiten Händen, daraus ein großes Glas stand, bis zum Rande gefüllt: ter tägliche Morgen­schoppen. Sie lächelte freundlich, auf ihr blühendes Gesicht fiel vom Fenster her vergoldender Schein.

Sieh dir die mal an," schrie ter Alte.Das Bild ter Gesundheit! Und is mit Moselmilch groß- gezogen. Die hat als Winzerkind sicher mehr Wein zu trinken gekriegt als Muttermilch."

,T>, Herr Dousemont," sagte Maria und wurde rot der Blick des jungen Mannes hatte sie'voll getroffen und blieb auf ihr hastenwir haben zu Haus nie Wein gekriegt. Der is zu kostbar."

Heinrich Dousemont war überrascht: Donner­wetter ja, war die hübsch! Der Kater halte recht: ein Mädchen wie ein Bild. Und er verwunderte sich, daß ihm das bis jetzt noch gar nicht so ausgefallen war. Was für ein liebliches und doch stolzes Ge­sicht! Ganz römischer Schnitt, die Nase gerate, die Augen tiefdunkel wirklich, er hatte selten ein so schönes Mädchen gesehen.

Mit Wohlgefallen ruhten die Blicke von Vater unb Sohn auf Maria. Sie senkte die langen Wim­pern, ihr Tablett, auf das Herr Dousemont das rasch geleerte Olas wieder gestellt hatte, wurde unsicher, das Glas rutschte, sie griff schnell danach.

,hoppla", sagte der junge Mann und lächelte.

Sie biß sich auf die Lippen: oh warum sah ter sie auch so an? Das verwirrte sie ganz. Und ärger­lich war sie: er lächelte, warum lächelte er? Er lachte sie wohl aus? Er sollte sie nicht auslachen!

Der Alte zog sie zu sich heran:No, wat is es dann mit dir, Maria, en bös Gesicht? Un gestern war doch Sonntag, und dein Schatz war doch da!"

Ich hab keinen Schatz, Herr Dousemont", sagte sie. Es klang herb, fast unartig. Oh, wie sie das aufbrachte, daß Herr Dousemont noch immer dieses Necken nicht sein liefe?Sie soll'n bat nit sagen," stieß sie heftig heraus,und auch nit denken, sonst bleib ich lieber gar nit mehr hier!" Ihre Wangen wurden glühend, die Tränen schossen ihr in die Mimen.

Hatte die ein Temperament! Und so urgesund, so vollsaftig! Der junge Mann mußte sie wieder am sehen.

die Organisation des LandeslehrervereinS betref­fen, behandelt.

# Langd, 13. März. Gestern fand hier eine Brennholzversteigerung der staatli^en Försterei Langd statt, zu der sich eine außer­ordentlich große Zahl von Kauf.i.bhabern aus den umliegenden Ortschaften und bi3 weit in die Wetterau hinein eingefunden hatten. Die Preise waren, obwohl große Holzmengen aus­geboten wurden, entsprechend hoch. Es tarnen 114 1 rm Hartholz und 1 3 7 9 rm Reisig zur Versteigerung. Es wurde bezahlt für den Dop- pelraummeter Buchenschettholz 1. Klasse 16 biS 18 Mk., 2. Klasse 2 bis 3 Mk. billiger, Hain­buchenscheitholz hatte nahezu denselben Preis. Eichenscheiiholz kam je Raummeter auf 12 bis 13 Mk.. Kiefernscheitholz auf 9 bis 10 Mk.. Fichtenschci Holz 1. und 2. Klasse war im Preis entsprechend billiger. 1 rm Duchenknüppel kam durchschnittlich auf 14 bis 17 Mk.. Hainbuchen­knüppel auf 12 bis 14 Mk.. Eichenknüppel 7 bis 9 Mk., Kieferntnuppel 6 bis 7 Mk.. Lärchen­knüppel hielten sich im Preise ettva auf der Höhe der Kiefernknüppel und Fichtenknüppel wurden mit 5 oiZ 6 Mk. pro rm bezahlt. Eichen- knüvpelreiftg 1. Klaffe kamen 8 rm auf 4 bis 6 Mk., Buchenstammreisig (Reisig 2. Klasse) kosteten je nach Lage und Qualität das rm 2 bis 3 Mk. und Astrci ig (Reiser 3. Klasse) kamen 24 rm auf 24 bis 34 Mk. Tie Rachfrage nach Stöcken war diesmal geringer, als bei der vorhergehenden Versteigerung. Buchenstöcke kosteten durchschnittlich 6 bis 8 Mk., Eichenstöcke 4 bis 5 Mk., Kiefernstöcke etwa auf denselben Preis und Fichtenstöcke wurden mit 1,5 bis 2 Mk. bezahlt.

f Rodheim a. d. Horloff, 13. März. Die hiesige Spar- und Darlehenskasse e. G. m. b. H. hielt dieser Tage ihre ordentliche Generalversammlung in der Gastwirt­schaft von Ludwig Rudel ab. Rach den üblichen Vegrüßungsworten durch den Vorsitzenden deS Aufsichtsrats, Lehrer Dietrich, erstattete ter Rechner, Otto Hofmann, einen ausführlichen Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. Es ging daraus hervor, daß die Genossenschaft sich in diesem Zeitabschnitt wieder ganz be­deutend entwickelt hat. Die Bilanz weist in Aktiva eine Summe von 76 106,16 Mk. auf, darunter Gelder auf laufende Rechnung von 68 147,72 Mk. Erfreulich ist die stetige Erhöhung der Spareinlagen, die im vergangenen Detriebs- jahr schon wieder die für ausgesprochen klein- ländliche Verhältnisse stattliche Summe von 19 683,43 Mk. erreichten, ein Beweis dafür, daß trotz wirtschaftlichen Drucks der Wille zum Sparen unb Vorwärtskommen vorhanden ist. Der Reservestock beläuft sich wieder auf 1200 Mk. und macht mit der Betriebsrücklage nahezu 2100 Mark aus. Das Geschäftsjahr schließt mit einem Reingewinn von 1556,25 Mk. ab, nachdem auf die Geschäftsanteile eine Dividende von 10 Proz., wie im Vorjahre, verteilt wurde. An- geschlossen sind der Sparkasse die Schulsparkassen von Steinheim, Rodheim und Rabertshausen. Wenn es auch bei dem Sparen ter Kinder nicht auf große Summen ankommt, fc oll doch in der Hauptsache der S p a r f i n n gepflegt werden. Bei der Wahl der fahungsgemäh ausfcheidenden Mitglieder des Vorstands unb Aufsichtsrats wurde einstimmig beschlossen, diese Ehrenämter in den Händen der settherigen Inhaber zu be­lassen. Der Vorsitzende wies in feinen Schluß­worten auf die Rotwendigkeit der Geldinstitute gerade auf kleinen abgelegenen Plätzen hin, er­mahnte die Mitglieder zu weiterer treuen ge­nossenschaftlichen Mitarbeit unb dankte dem 82- jährigen Rechner unb Gründer für feine im Dienste der Kasse geleistete Arbeit.

Äreis Büdingen.

Ridda, 13. März. Der 3. Bezirk des Gaus Hessen D. T. hält am nächsten Sonn­tag in der hiesigen Turnhalle ein Geräte- toetturnen ab. Gleichzci ig findet an diesem Tage das letzte große Wilitärkonzert für diesen Witter in derselben Räumlichkeit statt. Es konzertiert wiederum das M u f i k k o r p s des l.Batl. I. R. 15 Gießen, da durch seine künstlerisch hochstehenden Darbietungen nicht allein unter den Einheimischen, sondern auch aus einer weiten -Umgebung sich eine große Zahl von Verehrern und Freunden er­worben hat.

Ridda, 13.März. Der hiesige Qlrbei- tergefangoerein »Eintracht" gab am

Verstehst du, warum die so bös wurd?" fragte der alte Mann ganz betreten, als bas Mädchen rasch 1)inausgelaufen war.

Nein", sagte der Sohn. Doch er verstand sie: man mag mit so etwas nicht geneckt sein. Er mochte bas auch nicht. Aber ob sie wirklich keinen Schatz hatte? Das mußte er doch ergründen.

Und er sah bas schöne zornige Gesicht noch vor sich, die auftprühenten Augen und den ganzen leben« atmenden Körper, als er in der heißen Nacht am Fenster stand, schlaflos, weil sehnsüchtige Gedanken ihn quälten.

Auch Maria lag lange wach. Sie war böse auf sich, böse auf Herrn Dousemont. So gut der's auch meinte, er war doch öfters recht ungeschickt: wie tonnte er sie gestern vor dem Herrn Doktor nur so blamieren? Und sie, sie hatte sich auch zu dumm benommen! Sie weinte. Es kam ihr auf einmal vor, als hätte sie großen Kummer. Der Kaspar hatte ihr gestern von Haus auch nichts besonders Gutes berichtet: der Vater war so abge­schafft er hatte die Krankheit im Warmenberg, bas hatte sie sehr erschreckt, sie wußte, daß bas doppelt und dreifaches Spritzen bedeutete. Und der Vater hatte doch schon Sorgen genug. Aber der Kaspar hatte eine so ruhige Art zum Trösten, sie hatte die Stirn gegen seine Schulter gestützt, und dann war gleich alles gut gewesen.

Heute fiel ihr bas nun alles wieder ein. Es gab neue Mittel gegen die Krankheit im Weinberg, aber die Mittel waren sehr teuer wie konnte ter Vater nur alles, was ter Weinberg kostet, auf« bringen? Als sie bas letztemal daheim gewesen, war er ihr ordentlich gealtert vorgekommen. Ob er wohl Geld aufnehmen mußte wie fo viele? In Porten konnte er sich freilich nichts borgen, da hatten sie alle nichts nur Kinder Der Kaspar hatte gesagt, er würde ihrem Vater gern vor« strecken, aber der Kaspar war ja nicht sein freier Herr, war noch von seinem Vater unb den Brü­dern abhängig. Und hohe Zinsen mußte der zahlen, «ei sich irgendwo anders was lieh.

Es war Maria, als wäre sie bis jetzt immer noch Kind gewesen, und jetzt erst feit gestern, nein, eigentlich seit heute erst war sie auf einmal fern Kind mehr. Wie er sie angesehen hatte! Ach, wie kann man sich durch einen Blick nur so verwirren lassen?! Rastlos warf sie sich. (Forts. folgt.)