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Freitag, 13. April 1928

178. Jahrgang

llr. 87 Erft« Blatt

Mailand. 13. April. (IU.) wir gestern nach­

gesprochen.

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Hauptmann Köhls Ozeanflug

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mittag schon durch Aushang gemeldet, wurde heslern vormittag bei der Eröffnung der Mailänder Mcfic ein Attentat auf König Viktor Lma- n u e l verübt. Kur; bevor der König im Automobil in Begleitung der Staats- and Stadlbchörden nach der Internationalen Mustermesse fuhr, explo­dierte vor ihrem Eingang auf dem place Ginlto Lefare elaehöllenmafchine. Unter den Trup­pen. die den Abfperrungsdiensl versahen und unter den Zuschauern gab es 16 Tote und mehr als w verwundete. An der UnglücksfleUe und in dem hause, vor dem die Explosion erfolgte, wurden

unterirdischen Kanälen sein übles, zerstörendes Handwerk treibe. Vieser Anarchismus habe trotz der äußeren Ruhe im Lande im heutigen Italien noch genau fo feine Schlupfwinkel wie von jeher.

Erscheint täglich,außer Stmniags and Feiertags-

Brtlegew.

Gießener Famtlienblättrr Heimat im Bild Di. Scholle.

Monalr-Vezvgrpret,.

2 Reichsmark and 20 Reichs Pfennig für Tröget» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsfe: 51. 54 und 112.

Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gieße».

Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686.

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zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Vie Bombe war in eine Strafzenlaterne gelegt worden. Der königliche Aulomobilzug blieb vollständig unversehrt. Trotz dieses Anschlags eröffnete der K ön ig die Messe und besichtigte pro- grammähig die wichtigsten Stände. Zahlreiche 3n- spektoren der Sicherheitspolizei sind von Rom nach Mailand gereist. Der Podesta von Mailand hat eine Belohnung von 100000 Lire aus die Er­greifung der Täter ausgesetzt. Rach der Rückkehr des Königs in sein Palais brachte ihm die Tnenfdjcn- menge begeisterte Ovationen. Vie Zeitungen in Rom, Mailand und anderen Städten erscheinen mit Bild­nissen des Königs und bringen warmgehaltene Hut- digungsortikel. Vie öffentlidjen Gebäude, die Auto­busse und Strafzenbahnen sind geflaggt

Oie Höllenmaschine.

Mailand. 12.Aprit (WB.) Man nimmt an, bah das Attentat folgendermaßen vorbereitet wurde-. Vie Straßenlaternen haben an ihrem Sockel : in höhe von etwa einem Meter eine kleine! Klappe, die ziemlich leicht geöffnet werden kann. Vie Attentäter haben wahrscheinlich, als Angestellte des Elektrizitätswerkes verkleidet, unter Vor­täuschung von Reparaturarbeiten die Höllenmaschine, die durch ein Uhrwerk in Tätigkeit gesetzt wurde, durch die Klappe eingeführt. Jedenfalls kommt keine andere Ocffnung in Frage. Die Gewalt, mit der der Sockel der Laterne gesprengt wurde, war so groß, daß die Metallstücke in weitem Umkreis umherslogen. Die Menge ergriff angsterfüllt die Flucht, und in »hr Schreien mischten sich die Hilferufe der verletzten. Einem Soldaten war der Bauch aufgefchliht wor­den, fo dah die Eingeweide hervorlraten. Einem Mann hatte ein Splitter den Schädel vollkommen geöffnet Lin Polizist lag in einer Blutlache und neben ihm drei schwerverletzte Kinder. Die Rettungs­arbeiten wurden sofort in Angriff genommen und die Ordnung alsbald wiederhergestellt. Feuerwehr, Sanitäter und Mitizsoldaten beförderten die ver­wundeten mit Automobilen in die Krankenhäuser.

Oie Rettung des Königs.

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Auch die konservative ..Kreuzzeit ung" ist der Meinung, daß die beiden Anschläge nicht darüber hmwegtauschen können, dah trotz der unter dem Druck der Herrschaft Mussolinis Herr- schenden Ruhe umstürzlerische Elemente nach wie vor in Italien <im Werke feien. Hoffent­lich gelinge es der Tatkraft Mussolinis, sich ihrer mit Erfolg zu erwehren. Das .."Ber­liner Tageblatt" sagt, Zugeständnisse an das ZreiheitsbeoürmiS und daS Freiheitsbegeh» ren des Voltes seien dasjenige, was Staats- klugheit und Voraussicht nach diesen Anschlägen einem Manne wie Mussolini naheliegen muhte. DieV o s f i s ch e Zeitung" stellt die Frage, wer in Italien Interesse daran habe, den König zu beseitigen und meint, toerat diese Diktatur, die sich in Italien vollendet habe, einmal spater nicht zu ernsten Erschütterungen führe, fo gäbe die einzige Gewähr dafür die Existenz des itaiic- nifchen Königs. Auch der ..V ö r s e n-E ou - riet sagt es bleibe ein Rätsel, warum ge­rade gegen den Trager der Krone, der diirch seinen weisen Verzicht dem Lande schwere Er­schütterungen erspart habe und auch jetzt unletr dem furchtbaren Eindruck der blutigen Tat mit heroischer Ruhe das Festprogramm erledigte, die Höllenmaschine losgelassen werden sollte. DerVorwärts" meint, bis auf weiteres bleibe für den Anschlag auf den König dre ernzige verständliche Erklärung ein anarchistisches Attentat.

Deutsche Anteilnahme.

Mailand. 12. April. (Tel.-Un.) Aus den näheren Einzelheiten, die jetzt bekannt werden und verbreitet werden dürfen, geht hervor, das) schon seit mehreren Sagen in Mai­land umfassende S i ch e r h e i t s m a tz- ir a h m e n vorgenommen worden waten. Sogar auf den Dächern der Häuser am Eingang zur Mustermesse waren Wachtposten aufgestellt wor- | den. Sofort nach dem Anschlag find die umliegen- i den Häuser eingehend durchsucht worden. Vis jetzt konnte noch nicht ermittelt werden, wann die Höllenmaschine in den Latemensockel gelegt worden ist. Der Anschlag war an- scheinend von den Verbrechern auf die Mi­nute berechnet worden, doch hatten diese nicht gewußt, dah das Automobil des Königs zur- Irreführung im letzten Augenblick von der rechten aus die linke S tr ah ense i te ge­lenk t wurde. Der Anschlag erfolgte genau um 10 tlhr 10 Min., wahrend das Automovil. des Königs mit einiger Verspätung erst um 10 Mr 17 Min. den Platz kreuzte. Wohl nur dem imstande, dah der König entgegen dem m den Zeitungen veröffentlichten Programm direkt zur Messe fuhr, ist es zu verdanken, daß er mit dem Geben davon gekommen ist. Die Zeitungen durften erst in den Rachmittagsstunden die Meldung von de.n Bombenanschlag ver­breiten. um die polizeilichen Rachforschungen nicht zu durchkreuzen.

Die Eröffnung der Ausstellung erfolgte m aller Stille. Es wurden keinerlei Ansprachen ge­halten. Lediglich vor dem 'Denkmal des Königs Emanuel III. fangen viele hundert Schullinder die Malländer Hymne. Rach dem Besuch des Königs bei den Verwundeten fand im GauiC des Rachmittags die Einweihung des In­stitutes für Krebsforschung durch den König statt. Für heute abend ist eine gro.c Dolkskundgebung auf dem Mailänder Dvmplah vorgesehen. In einem Aufruf >.es Bürgermeisters von Mailand wird die Bevoue- rung aufgefordert, die Anwesenheit des Königs mit den Gebräuchen des Sieges und der Arbeit

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Schweres Bombenattentat auf den König von Italien.

6i, tzöN-nm-schm- Mr d-m Eingang znr Mnffnnd-- M-ff-. - D« König nn°-rl-ff«. - S-ch,-h» Tod-s-I-i-r d-r Sn»°ff°».

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General-Anzeiger für Oberhessen

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R o m, 18. April. (WTB. Funkspruch.) Der deutsche Botschafter Freiherr v. N c u r a t h hat der italieni­schen Regierung die Glückwünsche der beut, schen Regierung zur Rettung des Königs übermittelt. Der deutsche Generalkonsul Dr.E. Schmitt in Mailand hat im Auftrage des Bot­schafters dem Präfekten und dem Bürgermeister von

Aes Gesetz Besitzer. -

ÄLE legt werden. 3n* S-ÄK tateibun g !nfl c,ncn Vertretern kommunaler

Berufs,landen lnb Tewerbei und Sach- wird Die lammen- >mmi der Mimsier. «m iSenttimiQung zu richten «t den Mne-ii unb -MM insbeiMdere da« ^'Vracheaden ®runbfiüdc üümet brizusiigen. Pläne io von den zusiälldiqen lang offenzalegen. 63 'M Mise zu geschehen, i sind innerhalb einer Frist schriftlich unter n Kreisamt vorzubringen Deirols und des vvrbc- >ebarf es nicht. Venn es liche Änderungen oder Ser Anlagen handeln genannten Art, die der genehmigt hat. und für Inkrafttreten dieses Ge­il 1928. ausgefühlt vor- ntminiftcrhim dem Anter- Enteignung Micken und iteinfaQiei ßnt- \ ftaitfinbet. wenn b\t 1 des Gesetzes, die ^V mtum betretend, vom Ang der Mannimachung >9 vvrliegen. d. h. das n Eigentümer nur gegen ns und nur in dem Falle - werden, wenn die Snt- tung für ein zum offenl- ? Unternehmen erforben

)ie vereinsachte Art und oestinmit das obengenannte 1928. Seine Vorschriften ,rleitllngen. die durch die i ober mehr Gemeinden - Maßgabe AnwendmiS. IMrn von einer Offen der Beschreibung. >c Zeirates abschen kann.

Oer (Start der Bremen.

(Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 13. April. Hauptmann K ö hl ist nun endlich nach mehr als vierzehntägiger, für ihn sicherlich recht gualvoller Wartezeit zum <tfug über den Ozean in Daldonnel bei Dublin ge­startet. Auch von feinem Unternehmen gilt das gleiche, was zu allen anderen Versuchen dieser Art gesagt wurde: es ist ein Wagnis erster Ordnung, bei dem auf Leben und Tod geht. Schon einmal, im vorigen Iahre, sah man Hauptmann Köhl mit seinem Begleiter, dem Freiherrn von Hüneseld vom Rorddeutsc^n Lloyd, unter den Ozeanfliegern. Damals war ihm *bad Glück nicht hold, er muhte nach wenigem Stunden auf jeden Weiterflug verzichten. Er hat sich aber von seinem Plan, den Ozean vom Osten nach dem Westen zu überfliegen, trotz seines eigenen Fehlschlages, trotz der zahlreichen Men- sc^mopfer. die gebracht worden sind, nicht ab­bringen lassen. Wieder hat er sich hingeseht. hat gerechnet und gerechnet, hat seine Maschine aus­probiert und bqn Sprung gewagt, der ihn zunächst nach Irland brachte.

Am 26. März ging er auf dem Flugplatz von Daldonnel nieder, blieb dann aber dort, hofs- nungslos eingeregnet, sitzen. Der Flugplatz glich einem Sumpf, ein Aufsteigen war einfach un­möglich. Dazu ständiges schlechtes Wetter^ Stürme über dem Ozean, Regen. Schnee und Eis. In den irischen Fliegern fand er aber be­geisterte Freunde, die ihm zu Hilfe famen unö ihm eine ausreichende Startbahn bauten. Endlich, nach langem Warten, besserte sich die Wetter­lage über dem Ozean, konnte das Flugzeug aus dem Schuppen herausgeholt werden.

Am Donnerstag früh erfolgte dann auch der Start. An Bord befinden sich Oele und Brenn­stoffe, die für eine Strecke von rund 8000 Kilo­meter ausreichen und die es dem Hauptmann Kohl und seinen Gefährten an Stelle des Bordmonteurs Spindler fliegt der Kommandeur der irischen Flieger, F i tz m a u r i c e mit gestatten, rund 45 Stunden in der Luft zu bleiben. Die Flugstreae DaldonnelWitchellsield bei Reuyork ist aber nur 4300 Kilometer lang, so daß in der Theorie der Flug gelingen muh. Auch ist weder mit Rebel noch mit einer Vereisung des Flugzeuges zu rechnen. Dafür herrschen jedoch nicht unerhebliche Degen- winde, die den Motor sehr stark in Anspruch nehmen. Aber Kohl scheint mit diesem Hindernis gerechnet zu haben, er hat infolgedessen genü­gend Drennstofs mitgenommen, so dah er seinen Motor nicht zu drosseln braucht. Für das (Se= Imgen des Unternehmend spricht noch die Tat­sache. datz et sofort eine große Höhe

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GanzRornist heute beslaggt und fest­lich beleuchtet, nachdem bekannt wurde, dah der König unversehrt geblieben ist. Ganz Italien, besonders Mailand, huldigt in eindrucksvollem Kundgebungen dem König und dem Faszismus. In Mailand wurde dem Herrscher stürmisch zu- gejubelt. Der Herausgeber des Popolo d Italia, Arnaldo Mussolini, ein Druder des Mi­nisterpräsidenten. schreibt, die Äonftruttion per Höllenmaschine und andere Umstmllre berech­tigen zu der Annahme, dah als ^ater nicht gewohnheitsmähige, sondern P o l i t i 1 ch e -B e t - brecher in Befracht kommen. Diese müssen streng bestraft werden. In dem Artikel wird sodann die außerordentlich ruhige Haltung der Mailänder Bevölkerung und die betounpernS- toerte Haltung des Herrschers hervor gehoben, der das ganze Eröffnungsprogramm abwickeln wollte und sich sodann zu den Verwundeten be­gab und die Opfer besuchte. Eine lOOOOtophge Menge habe durch ihre Kundgebung die Gefühle der Stadt Mailand zum Ausdruck gebracht. Der Artikel schließt: Die Schuldigen werden die Strafe, die sie verdienen, erhalten.

Berliner Stimmen.

Berlin, 13. April. (SU.) Die BerlinerBlät- i ter nehmen zu den Dombenanschlageii auf den König von Italien und auf Mussolini bei Como ausführlich Stellung. Die -^äglicheRund- schau" bringt die Freude zum Ausdruck, dah der König und der Duce den verbrecherischen Anschlägen entronnen sind und meint, so wenig das politische Desperadvtum geeignet fei.öie Freiheit zu schützen, deren em zivilisiertes Volk bebürfe. um seine Aufgaben erfüllen zu können, so wenig könne ein Doll durch die saszistischen Methoden dieser Freiheit cnlgegengcfubrt wer­den. Daß sich der Anschlag nicht gegen den eigentlichen Gewalthaber 3 t altert, sondern

«regen den König richtete, sei em Beweis niehr für die Erbitterung, mit der d.e llauenischen Feinde des Faszismus ihre Zele verfolg. - Der _L o k a l a n z e i ge r schreibt. Gegensatz- weltanschaulicher Tiatur bedürften der freien Kon- kurrmiz des Willens. Das sei eine alte Wmsheii. die Mussolini nicht anerkenne: es sei das tra­gische Los des Königs Viktor Emwiuel. daß er es trotz seiner anerkannten Zurückhaltung in allen imiervolitischen Fragen nicht vermocht habe, den tiefen Riß. der auf Grund der saszistischen Reaktion das italienische Voll in zwei Lager teile zu überbrücken. DieD orsenzei - I tung sagt, die Gefahr politischer Attenlate. die dem dlltatorischen Regime erwachse, hade Mussolini am eigenen Leibe bereits zweimal er­fahren müssen und

die llnduldsamkcil des Duce gegenüber jeder willens- und Geistesfreiheil züchte zwaug»-

Witbürger. die dem abscheulichen Anschlag un­schuldig zum Opfer gefallen seien, in die Herzen zu schließeii. Der Aufrus schließt. .Folgt unver­züglich dem König und dem Duce, auf dem Wege, der Euch zum Ziel führen wird."

Mussolini, dem die Rachncht telephonisch nach Rom mitgeteilt wurde, traf sofort sehr energische Anordnungen zur Festste!, lung der Schuldigen und richtete alsbald eine Depesche an den König und den Bürger­

meister von Mailand.

Auch ein Anschlag auf Mffolini.

Basel. 12. April. (TU.) DemLorriere del Ticino" wird aus Lomo gemeldet: Auf der Lifen- bahnlinic, die der Zug mit dem von Mailand nach Rom zurückkehrenden M i n i st e r p r ä s i d e n - ten Musfolini benutzen wollte, entdeckte man vor der Durchfahrt des Zuges eine große B o m b e. an der ein Draht befestigt war. der v o n einem im Versteck liegenden Mann ge- halten wurde. Der Mann wurde sofort oer- haftet.

Der Eindruck in Rom.

Ein Terrorakt

gegen die Tiktatur Mufsolmitz.

Rom, 12. April. (TU.) Die Abendblätter nehmen nur kurz zu dem Mailänder Dcmioen- anschlag Stellung und vergleichen das.,Ereia^ mit dem vor einigen Iahren in Ma^unw er-* folgten kommunistischen Anschlag. Die Dlätter unterstreichen, daß das Italien von heute nicht I mit dem Italien von einst verglichen werden könne, und daß man sich in Italien durch solche ruchlosen Anschläge nicht bom 3tel ab­bringen lassen werde. In rormschen polittschen Kreisen sieht man den Mailänder Bornben- I anschlag nicht als einen Attentatsversuch gegen den König an, sondern al« einen Sctror­al t. der die Regierung Mussolinis und die Ordnung im neuen Italien v o r G e v Welt in ein schlechtes Licht fefcen sollte. Mussolini hat dem König heute ein örgeben- heitstelegramm geschickt, in dem zum Ausdruck gebracht wird, daß das arbeitsame Mailand für die völlige Disziplin der ganzen Ratton zum Ruhm von Königshaus und Vaterland weiter-

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zu erreichen vermochte, während es bisher nicht möglich war. vom Boden loszukommen. worauf auch das Mißlingen der Versuche deS Vorjahres mit zuröckzusuhren ist. Hauptmann Köhl rechnet mit einer 45stündigen Flugzeit, er wird also am Freitagnachmittag bei Reuyork nie- dergehen können, wenn ihm das Glück günstig gewesen ist.

KeineAachnchlvon bet,Bremen"

St 3 o b n (Reufundland). 13. April. (MTB. Funkspruch.) Trotz schärssler Beobachtung haben die Küstenslationen. Leuchttürme, Funkstationen und Telegraphenstalionen bis gegen Mitter­nacht das FlugzeugBremen nicht gesichtet, von der Ittnity-Bay an der südöst­lichen Küste von Jleufunblani) wurde Motoren- geräusch gemeldet doch blieb bisher eine Bestäti­gung dieser Mahrnehmung aus. Das Detter ist un­klar. Kurz nach Miltemacht meldeten die Funk­stationen, daß sie von keinem der 24 Schiffe, die sich vermutlich in der Rachbarschaft der ..Bre­men befanden, irgendwelche Auskunft über das Flugzeug erhalten hätten. Um halb fünf Uhr morgens deutscher Zxit war das Metier klar. Der wind hatte südöstliche Richtung. Auch von den Küstenstationen ist bisher von derBre­men nichts gesehen worden.

Die Wetierverhäitniffe an der amenlapischen Küste.

Reuyork, 12. April (WTD.) Dr. SH mb al von der hiesigen Wetterwarte erklärte, dieBremen" erhalle im Gegensatz zu den gewöhnlich oorherrfcheN' den Windoerhältnisien bei Westflügen eine b e - trächtliche Windunter st utzung. Eine große odjroierigteit für den Flug bildeten jedoch die Berhältnisie östlich von Neufundland, wo die Temperaturen dem Gefrierpunkt nahe seien. Ein weiteres Hindemis kurz vor dem Ende der Flug­strecke fei die Luftströmung, welche von der Dclaware-Küste hinausgezogen fei, heute morgen Eap Cod erreichte und heute abend wahrfcheinlich mit einer Windstärke zwischen 44 und 60 Meilen stündlich Sabie Island erreichen werde. Ein Eis- partouillenboot der amerikanischen Regie­rung berichtete, daß die Temperatur bei der großen Reufundland-Bant heute morgen 36 Grad Fahren­heit betrug und daß die aus Nordwesten kommenden Winde eine Stärke von 2* Meilen erreichten. Der Himmel war tellweise bewölkt. Dr Äimbal meinte, dieser Wind werde die Tendenz hoben, dieBremen" südlich von Cop-Raec zu tragen, besonders falls die Flieger die Windkraft nicht genügend in Rechnung stellten.

Zalestis Besuch in Rom.

Part», 12. April. (TU.) In polnischen diplo- matischen Kreisen von Paris wird versichert, daß der Besuch des polnischen Außenministers Z a l e s k i in Rom, der übrigens a u f E i n l a d u n g Musso- i i n i v erfolgt fei, nur einer Besprechung des polnisch-litauischen Streitfalles die­nen werde. Die Gerüchte über die Bildung eines Staaten blocks zwischen Polen, Ungarn, Bul­garien, Griechenland, der Türkei und Italien ent' bchrten jeder Grundlage. Möglich sei es allerdings, daß in der morgen stattfindenden Unterredung zwi­schen Zaleski und Mussolini auch die Frage der B e - Ziehungen zwischen Polen und Ungarn zur Sprache kommen werde, die, wie man in Pariser polnisd-en diplomatischen Kreisen betont, st e f» sehr sreundschaftlich gewesen seien. Obwohl Polen der Verbündete Rumäniens sei, habe es ntemus seine freundschaftlichen Gefühle für das ungarische Volk verheimlicht.

Oie Budapester preffe zur Mailänder Konferenz.

Budapest. 12. April. (TU.) Budapester Blätter befassen sich ausführlich mit der außen­politischen Lage, wie sie sich durch die Mailänder Konferenzen MusfvliniS ergeben hat. Gs wird von allen Blättern einmütig die Auffassung ver­treten. datz in der Kombination Mussolinis, die auf die Bildung eines Osteuropa- blvckS auSgehe. Ungarn eine wichtige Rolle zukomme. ,Az Mag" erwartet in der nächsten Zeit wichtiae autzenpolitische Ereig­nisse. AuS den Ausführungen de« tschechischen Außenministers Bene sch im .leleataaf" fei nach Auffassung der ungarischen Kreise herauS- zulesen. daß der tschechische Außenminister glaubt, nicht nur ganz sicher einer Revision der Friedens- Verträge auSweichen zu können, sondern nun I selbst einen Weg sucht, um für die Tschechoslowa- I fei einen günstigen Ausgleich M erlangen.

Mnnabw ww Sijelat« für die 2agt»nnmma ols zum Nachmittag vorher.

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Chefredakteur

Dr. Fttedr. Wilh. Lange. DeranttoortNch für Politik Dr. Fr. Will). Lange für Feuilleton Dr. H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An­zeigenteil kurt Hillmann, fämtllch in Gießen.

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