Cf us der Provinzialhaupffiadi.
Gießen. den 13. 3onuor 1928.
Vas reiche Erleben.
Die Delk ist vielen zu Nein geworden, da» Leben zu eng Unruhe hat die Wenlchen erfaßt, die fie noch vor wenig Jahre» nicht kannten. 3ebe Minute möchte erfüll» lein mH Inhalt, den nur Jahre fallen können Und wenn die Menschen em Scheideweg» ihr Leden übcrbltd^n. bdmmm sehr oft d,c Örfeuntiti» heraus, dah der Inhalt von Jahren den Aufwand von Minuten nicht lohnt,.
Dir greisen &urud in eben erst verrauscht« Zen 6m sorgenvolles Leben führten die meiden Wenläxn Jeder klei.-.c Schritt vorwärts muhte mit Schwerst und Enid. -rung bezahlt werden. Durch» Dach des niebngen Hau'es fiel der Lege:- und es war trvJ aller Sparsamkeit Dein Geld aufzubringen für die notwendigen Ziegeln. Die wenigen Früchte de- Gart ns wurden wie Äoftbot!ct:cn g.hület im Dinier waren sie die einzige ttukolt tum trockenen Brot, da» dre Kinder mit zur Schule nahmen Gin Braten war nur den Festtagen Vorbehalten. Ein müh- f ein er Gang zur nächsten Ltadt bedeutete eine Retst über Länder und Mcere dachte man nur, wie man an Wunderbares denkt.
Das Heute braucht man nicht au-zumalen. Jeder weih, dah solche Defcheidenhert nicht mehr möglich und in diesem Hmfang auch nicht mehr «Attg ist. Ml den neuen Verhältnissen sind die Ansprüche gewachsen. Mit den Ansprüchen die Dün'che. Und die Wünsch« haben den An- stosi gegeben zu neuen Verbesserungen und Be- MutarunqCTi unser» Daseins. Kerner kann und will da» Aad zurückdrehcn: eher soll die Schnel- ligi, t noch wachsen, die Fülle dc» Erleben- grdster werden
Gut und schön, wenigsten» nach einer Seite. Ader man kann auch einmal tragen, wie e» kommt dah wir heute so viel Unzuiriedenheit sehen und so mer Klagen verneinen. Kaum einen finden wir. der für da» So», da» chm belchieden iß, dankbar wäre. Und fchwämme et im Gold, lo möchte er Edelsteine.
VotürNch müssen Wünsche unerfüllt bleiben. Aber bei der Fülle de» Erlebens von heut« mühte doch jeder von sich sagen können- Ich erhielt vom Leben so viel, dah ich mich glücklich schätzen darf. Wie wenige kommen zu solchem Wort! Also muh d»e Unzufriedenheit eine andere Ursache haben al- die Meng« de» Erleben».
Diese» andre ist nicht schwer zu finden. Dicht daraus kommt e» ja an, was wir erleben, sondern, w i e wir erleben. I« mehr wir unser Dasein mit Erlebnisfen vollpfrop'en, desto schwächer sind die Spuren, die die Duige in uns zeichnen. Desto toentger also gewinnen wir von dem Erlebnis. Je weiter der Kreis wird, den wir beschreiben, desto weniger überblicken wir ihn. desto enaer wirb die Well für uns. desto schmaler wird der Aaum. der sür die unerfülven Wünsche übrig bleibt Und schliesslich s.nd die unerfüllten Wünsche der weil besseoe Teil als die erfüllten, denn die erfüllten sind tot. die unerfüllten aber führen ein geheimes Leben. S— r.
Die Arbeit
an entlassenen (Strafgefangenen.
Hin Mittwoch sprach über die Arbeit an entlassenen Strafgefangenen vor einem engeren Kreis Frau Katz au» Berlin, die als Für- forgerin am Wohlfahrtsamt der Gemeinde Kreuzberg angesielll ist. Alle nach Berlin entlastenen (Befangenen gehen durch die zentrale Beniner ®e- sangenentü»sorge und werden von hier an einen der 2U Bezirke überwiesen. Die Wohlfahrtsämter haben besondere Abteilungen sür die (Entlaflenenfur- sorge mit anaestellten Fürsorgern und Bureouoerso- nal- von diesen werden freiwillig arbeitende Helfer angeworben, in Kreuzberg etwa 160. Die Fürsorge rft eine offene, haldosfene ober geschlossene, d. h. Aufnahme in eine Anstalt, deren e» leider überall zu wenig, in Berlin ,ur Zeit nur zwei gibt. Sie besteht in Barzuschüssen. Arbeitsbeschaffung, ärztlicher Behandlung und seelischer Betreuung: natürlich must sie ganz individuell sein, und dazu wird möglich« jedem Entlassenen ein besonderer Helfer gestellt. Arbeitsbeschaffung steht im Vordergrund: oft kann der Fürsorger noch eine Stelle vermitteln, wo der Entlassene persönlich nichts erreicht. Aber hier
Iß ber Widerstand brr Allgemeinheit ;u überwinden; leider stehe» die merlten ttenidyen in pHansa scher lleberhedung den Entlassenen ablehnend gegenüber, besonder» auch die Arbeitsgenossen: fie meinen, der Entlaßene solle sich bewähren, ohne dast sie chm dazu die Möglichkeit vieren. Jeder, ber ..gesessen" hat. gilt al» bemakelt, einerlei, nxe er ist, und wie oft sind feint Kritiker weniger wen al» er? Solange diese falsche Einstellung ber Allae - meinheit nicht Qufbort. werben sich die Ber- höltnisse ber Unrechlsbcarhung nicht bessern: viele Entlassene werden förmlich wieder in» verbrechen getrieben: und dann nennt man fie verdorbene Subjekte! Da kann eine gute Fürsorge unendlich met Helsen, besonder: auch durch seelische Httse. Dazu must ber Betreute natürlich in seiner Wohnung aufgesucht werden: und dazu gehört ein besonderer Takt, viel menschliche; Empfinden, oft aber auch Strenge, selbst f)änc: die Fürsorge ist durchaus nicht weichliche Humanität:bufelrt Aber die Entlastenen sind zumeist völlig hilstos und ohne fiilfe einfach tvrlorm. aber ohne dasi sie immer daran schuld sind, wo» so viele vergessen. Sie sind auch sehr oft krank und müssen erit durch bic Fürsorge wieder arbeitstüchtig gemacht werden. So fordert diese Tätigkeit viel Müde: aber bann lohnt sie sich auch. Und wenn fie überall gut geübt würde, was leider durchou» nicht ber Fall ist. wenn insbesondere die schematische Abfindung mit Geld aufhorte, würde die Allgemeinheit viel an den Kosten für die Begehung und Bestrafung non Straftaten ersparen. Dazu wäre auch eine einheitliche Regelung im Reich nötig, damit da», was schon an einzelnen Blästen vorbildlich gefrt’rrht. allgemein wird. Dazu ist aber ai-ch nötig, dasi die All gerne-nheit. Staat und Öe- meinben Arbeit bereitstellen, und dasi die so ungemein wichtigen Uebergong»heime geschahen werden, wie dessen ein vorbildliches in der Hohenau im Ried besistt. lind endlich ist nötig, dasi die offenbar hoffnunaslosen und die qeiftia minderwertigen Elemente von vornherein ausgescholtet. verwahrt oder bewahrt werden, wie e» zum Teil der Straf- aefehenttnurf oorfieh! Aber ohne Aenderung in der Haltung des Publikum» nüstt alles nicht»!
Daten für Samstag. 14 Zanuai.
Sonnenaufgang 8.10 Uhr, Sonnenuntergang 16.18 Uhr. Mondaufgang —; Monduntergang 11.26 Uhr
1850: Der Schriftsteller Pierre Loti in Rochefort für Mer geboren (geftorben 1923); 1874: Philipp Reis, der (Erfinber des Telephons bei Homburg geftorben (geboren 1834), 1905: ber Physiker Ernst Abbe in denn gjftorben (geboren 1840).
Vornot izcn.
— Tageskalender für Freitag Stabt- theatcK 730 Uhr: „Nora" (Ende »ach 10 Uhr). — Singfaal des Realgymnasiums: 8 Uhr, Dortrag. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ,^Zwei unten« Himmelszelt". — Aftorla Lichtspiele: „Spuk im Schloß"
— Ein Wohltätigkeitskonzert zum Besten der Frauensriedenskirche zu Franksurt o. M. findet am kommenden Sonntag, abend» * Uhr, im Katholischen Vereinshaus statt Näheres ist aus der gestrigen Änieige zu ersehen.
— Dl» Männer- und Frauenoeri ini gung der Motthäusgcrneinde veranstaltet am Sonntag, 15 Januar, abends 7.30 Uhr, wie in jedem Jahr einen großen (Bemeinbeabcnö.ber im Cafs Leib ftattfinbet. Musikalische Darbietungen wechseln mit 'Ansprachen. Die Spielschar der Jugend ocreinlgung, rühmlichst bekannt durch ihre Ausführung mittelallerlicher Spiele, führt eine dramatische Dich fung „Gudrun" nach Motiven des gleichnamigen alten Epos, des Liede» von ber Treue, auf. Die (Be- melnbegHeber sind herzlich elngclaben. Eintritt frei. (Eiehe gestrige Anzeige.)
— Au» ber Hessischen Lutherstif - tun g D testen find an bedürftige Stubierende der Theologie, die sich durch bereit» erwiesene Tüchtigkeit würdig gezeigt haben. Stipendien aus zwei Jahre im Betrage von 400 Mark für das Jahr zu vergeben. Die Empfänger haben sich zu verpflichten, der hefsischen Landeskirche 5 Jahre zu dienen. Meldungen sind unter Dorlage einer Ferienarbcit (öeminararbeit, Serienarbeit) bis zum 15. April 1928 bet dem Vorsitzenden Geh. Kirchenrat Prof. D. Dr. Krüger in Giesten einzurcichen.
•• Main-DeserBasaltwerke. Gestern nachmittag fand In dem Konkursverfahren über das Vermögen der Main Weser Basaltwerke GmbH, auf Antrag verschiedener Gläubiger eine Gläubiger-
Perlammtung statt Nach dem Send» de» Konkursverwalter» über den 3cchs:and belaufe» sich die Pas sioe» auf rund 400 000 Marl Urtxr die Höbe ber 3hit>en und die daraus zur Verteil»»» fomnunbe Quote kann im Suarnblid noch nichts gefügt werden, da der Stand der Aktive» abhängig ist van dem noch bevorstehenden verkauf von Grundstücken. Man hvfst auf ein Arrangement, durch da» die Verluste der Gläubiger nicht allzu groß werden dursten Der bisherige Gläubigerousschust wurde auch weiterhin in leinen Funktionen bestätigt. Die nach der Konkurserklärung erfolgte Verpachtung des cteinbrud)»- betrieb« in Keffekbach an die Gewerkschaft „Glückauf" bleibt weiterhin in Kraft
Sin Scha den f euc r brach gestern abend nach 8 Uhr in dem Del riebe bet Ehamotte- fabrif von Scheidhauer 8t Giesing in Mainzlar au». Dort wurde das groste Formerei- gebe ul-c vernrutlich durch Selbstentzündung in der Trockenanlage von den Flammen ergriffen. Der Brand nahm in kurzer o<Ht solche Ausdehnung an, dah die Fabrikfeuerwehr und die Feuerwehren der Nachbarorte die Hilfe der Gießener Feuerwache mit der Krc -Motorspritze herbei- nifen mußten Um 8 Uhr 45 Min. wurde die hiesige Dache alarmiert, die schon nach kurzer Zen mit der Motorspritze an der Brandstelle eintraf. Durch da» Eingreifen diefe» modernen Feuerlöfchgerä:eS gelang es bald, die Aerrfdbaf? über die Flammen zu gewinnen, immerhin must- ten sämtliche Schlauchleitungen der Motorspritze bei der Belämpsung de» Brande» eingesetzt Werden. Hierdurch wurden gewaltige Wasser- massen in den Brandherd geworfen Die Bekämpfung des BrandeS erfolgte unter der Leitung des Eichene c Stadt-Branddirektors Braubach und des Kreisfeuerwehr-Infpektors Dickors und nahm mehrere Stunden in An- fpruch. Die Gießener Feuerwehr konnte erst gegen 1 Uhr hier wieder ein rüden. Der Dachstuhl des Formereigcbäudes wurde durch die Stammen auf der einen Sette zerstört, auf den anderen Seite durch die Einwirkung des Wasser» fo mitgenommen, dast er auch hier ersetzt werden must. Dadurch wird da» Formereigebäude sür etwa 8 bis 10 Tage außer Betrieb gesetzt sein, jedoch wird der ök'Tamlbctricb des Unternehmens keinerlei Störung erleiden, da alle Übrigen Betriebsgebäude vor den Flammen geschützt werden 'onnten. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt.
LPD. Abänderung der Sinreisebe- stimmungen nach Jugoslawien. Amtlich wird mitgetc lt R?ichsangehör.^e die aus Grund der zwischen der deutschen und der jugoslawilchen Vegierung abgeschlossenen Deroinba ung ohne Sichtvermerk nach Jugoslawien cinmfen. hatten bisher bei der zuständigen Behörde eine Ausent- haltsbewilligung nachzusuchen, wenn sie länger als drei Tage in Jugoslawien bleiben wollten. Diese Frist ist nunmehr auf dreistig Tage verlängert worden.
" Die erste Berbandsversammlung der Oberhessischen evangelis ch-k i r ch- lichen Frauenve reine fand gestern nachmittag im Saal beö Easc Leib dahier statt. Sie war von 300 bi» 400 Frauen besucht und wurde mit dem gemeinsamen Gesana von .Jesu geh voran" eröffnet. Darauf begrüßte in Vertretung der Verbandsvorsitzenden die Schriftführerin Frl. Wahrendorff - Alsbach die Anwesenden und teilte mit. dah zur Vereinfachung des Geschäftsverkehr- künftighin zu den Verfammlunge« nur noch in der , Frauenecke" der Sonntagsblätter eingeladen werde. Vach wei- tcrc;i Begrüstungsworten von Frau Kindt (Giesten) im Vamen der Diestener Frauenvereine und des Dekans Gustmann (Kirchberg) im Vamen deS evangelischen Dekanat» Giesten hielt Psarrer Deringer (Darmstadt) einen Vortrag: .Der Christ und die modernen Heilungen". Er besprach die Suggestion. Methode Cou6. Konnersreuth. Dod Doll, Hoitlingen und die.christliche Wissenschaft" und stellte alle diese Anschauungen m dos Licht des göttlichen Wortes und forderte die gröstte Vorsicht bei ihrer Anwendung. Die Therese Neumann von Konnersreuth ist als eine arme Kranke zu betrachten, die statt Bewunderung unser Mitleid verdient, vor der „christlichen Wissenschaft" ist ernstlich zu warnen, da sie nur ein Zerrbild des Christentums darbietel. An der anschließenden Aussprache beteiligten sich Medizinalrat Dr. Walaer und Dr. Neumann, die beide den Ausführungen des Redners beipflichteten, und sie in manchen Punkten noch ergänzten.
" Fra»e«gr»ppe der Deutschen Volkspartet. Man berichtet uns: 3n ber Frauen Versammlung ber Deutschen Partei sprach am Montag Oberstleutnant 2toi f b über .Deuttche Pionierarbeit in Pers.en" D r Sebner schrlderie tn säst zweistündigem Dort rag. unter- stützt von Lichtbildern, in Luherst IcK-aNger. packender Wette seine inierrfljntcn Erlebnisse im lernen Oft en. Er legte dar. hast den weitgehenden poUtischen Plänen, die an unser Vorgehen un Irak in Persien und Afghanistan geknüpft wurden die wichtigsten Stützen fehl- • len. dast aber bie militärische Ausgabe Deckung der linken Flanke von Bagdach-Kut ti Amarn gegen die durch Persien vordringend n Aussen glanzend gelöst wurde. Der Vekmer würdigte die hohen Verdienste des GeneralfeldmarfchollS v. d Goltz und aller der Deutschen, die dort im Soeben bas Ansehen unteres Valerlande» in aufopfernder Arbeit yu hoben Ehren gebracht batten und nun ihre Treue durch Sinsed.-n ihrer Periov besiegelt haben. In etnz.'lncn, antchau- uch gczcichnelen Bildern aus feinen Ertebn.sfen Nest Der Redner einen Blick tun in dies fullur- geschichtlich so hochinteressante Land, und Mfelu die Zuhörer besonder» durch seine eridjuUernbcn Schilderungen der Armerü^r-Deport et innen, bic er vom Aickang bi» zum schauervoilei» Ende hat miterfeben müffen.
Berliner Börse.
Berlin, 13. Ian. (DTB Fiinsiprucki > Nach flotter llebfrminbung des Medio9 i'i
" ist zwar noch gering, dir letzten Frankfurter Abendkursc sind gut behauptet Man hört Danot 246 bi» 246,5, LEG. 172, Siemen» 296, I G.-Farben 281, Harpern r 200, Monm»mann 161, Vereinigte Stahl 107 und Gessürel 284,5 Am Devisenmarkt nennt man Pari» gegen London mit 124,01, Mailand 92,18, Madrid 28,50, London gegen Kabel 4,8775, Reichsmark gegen London 20,475, Reichsmark gegen Kabel 4,1985
Brieffasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkett der Schriftleitung.)
H. B. 2H. Es gibt keine gesetzliche Vorschrift, die dem Hauseigentümer gestattet, dem Mieter do» Halten eine» Hunde» zu unierfogen. Mangel» einer be sonderen vertraglichen Vereinbarung greifen de»- halb die allgemeinen Vorschriften des Mi-'lrechtes Platz. Wird die Mietwohnung in keiner Weise durch den Hund beschädigt und belästigt dieser nicht in erheblicher Weise die Hausinsassen, so hot ber Hausherr unseres Dafürhalten» kein Recht, die Ab jchoffung Ihres Schoßhundes zu verlangen.
Bdeffaften „993". Zur Frage 1: Wie Sie uns schreiben, handelt es sich bei dem Ihrem Schwager tiverlaffenen Betrag um dos „Erbteil" Ihrer Frau. Für den Betrag wurde — anscheinend nach einem jormular — im Jahre 1919 eine „Schuldoerlchrei bur.g" ausgestellt des Inhalts, daß Sie Ihrem Schwager die fragliche Summe zur Bestreitung höchst nötiger Ausgaben „oorgeliehen" hätten. Hierdurch wird noch der Rechtsprechung nicht eine (ntuti Darlehnsschuld begründet 6» verbleibt vielmehr Ihnen bzw. Ihrer Frau nach wie vor ein An spruch aus erbschostlicher Herauszahlung, da es gewiß nicht bei Ausstellung do» erwähnten Schuldscheins In Ihrer Absicht log, die Rechlslogc hierdurch zu Ihren Ungunsten zu verschlechtern. Die Forde rung unterliegt deshalb unsere» Dafürhalten» nicht der beschränkten Auswertung von 25 Proz., sondern der allgemeinen unbeschränkten Aufwertung nach Treu unb Glauben nach dem Grundsatz de» § 242 des BGB-, d. h. die Leistung ist so zu bewirken, wie Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Vertrogssitte e» fordern. — Zur Frage 2 Der Staat (Reich) zahlt an pensionierte Beamte keine Vorschüsse auf das Ruhegehalt zur (Erbauung eines Eigenheims.
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Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen am Donnerstag, dem 26. Januar 1928, vormittag» 10H Ahr, in der Gastwirtschaft „Zar Liedigshöhe" in Giesten versteigert werden. 4718
343 6t. Fichtenlangholz la* und Id-Klosse, 82,71 Festmeter (von 14—15 an bzw. 15—19 an Durchmesser)
67 St. Fichtenlanaholz 2a und 2b-Klasse, 48,98 Festmeter (von 20—24 an bzw 25—29 an Durchmesser)
93 St ZUescrulangholz Id-Llasie, 36,30 Festtneter (von 15—19 an Durchmesser)
707 St Kiefernlanaholz 2a- und 2d-Klafie, 494,46 Festmeter ioon 20—24 an bzw. 25—29 an Durchmesser) iefernlangholz 3a- und 3d-Alasse, 118,18 Festmeter ioon 30—34 an bzw 35—39 an Durchmester) lefernlanoholz 4a-Klasse, 1,24 Festtneter
(von 40—44 an Durchmesser)
7 6t. Kiesernobschnilte 2a-, 2b-, 3a- und 4a Klafie, 2,57 Festmetcr
1242 Fichtenderbstangen 1. Klaffe, 111,78 Festmeter (über 12 bi» mit 14 an Durchmesser)
1521 Fichtenderbsrongen 2. Klafie, 91,26 Fesrmeter (über 10 bi» mit 12 an Durchmesser)
1701 Fichtenberbstangen 3. Klafie, 51,03 Fesrmeter
(über 7 bis mit 10 an Durchmener)
961 Fichtenreisstangen 4 Klafie, 19L2 Festtneter (über 6 bis mit 7 an Durchmefier)
1174 Fichtenreisstangen 5. Klafie, 15,32 Festtneter (über 5 bi» mit 6 an Durchmefier)
2868 Fichtenreisstangen 6. und 7. Klafie, 10,22 Festtneter (über 4 bis mit 5 an und weniger Durchmefier).
Die vorjährigen günstigen Zahlungsbedingungen sind auch für diese Versteigerung maßgebend.
Losceinteilungen nebst Lerkoussbedingungen können von unterzeichneter Stelle unentgeltlich bezogen werben.
Giesten, den 12. Januar 1928.
Der Oberbürgermeister. I. v.: Dr. Rosenberg.
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