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Aus -er Provinzialbauptstadt.

Gtehen, den 12. November 1928.

Oie Vielgestaltigkeit -er Tuberkulose

(Bon einem alten Arzt.)

Wenige Krankheiten zeigen in ihrem Auftreten und Verlauf eine solche Mannigfaltigkeit wie die Tuberkulose. Erst die auf den Altmeister der pathologischen Anatomie, Virchow, zurückführende Kenntnis der Gewebsknötchen" (Tubercula), die für die Erkrankung kennzeichnend sind, bewies die Zu­sammengehörigkeit so verschiedenartiger Krankheits- formen wie der,, Schwindsucht", desKnochenfraßes", gewisser Regenbogenhautentzündungen, derSkro- sulose" und anderes, die man bis dahin als getrennte Krankheiten aufgefaßt hatte. Und als weiterhin der Beweis glückte, daß bei allen tuberkulösen Erkran­kungen die Koch chen Tuberkelbazillen ihre ,Hand" (sit venia verbo) im Spiele hatten, war die Ein­heitlichkeit aller dieser Krankheitsformen einwandfrei erwiesen.

Aber abgesehen von der Mannigfaltigkeit des Auf­tretens nach Körperorgan und Krankheitsform ist auch der Verlauf der Erkrankung so wechselooll und unberechenbar, daß eine Aufklärung darüber ange­bracht ist. Verfrühte Hoffnungen, die sich auf schein­bare Besserungen stützen, müssen gedämpft werden, um Enttäuschungen vorzubeugen; aber auch unbe­gründete Sorgen, durch Rückfälle und Beschwerden heroorgerufen, können durch Belehrung verscheucht werden.

Dos Wesen der Tuberkulose besteht darin, daß die eingedrungenen Tuberkelbazillen auf den Kör­per als giftiger gewebszerstörender Reiz wirken. Der endgültige Ausgang hängt davon ab, ob und wie der Körper imstande ist, das Gift und die Bazillen unschädlich zu machen. Ob die Ab­wehrstoffe des menschlichen Körpers imstande sind, die eingedrungenen Feinde selbst zu vernichten und zu zerstören, so daß sie ohne Gewebsschädi­gung verschwinden, entzieht sich unserer Kmntnis. 3n der Regel verläuft der Kampf anders. Hm den durch das Bazillengift gesetzten Reizherd, z.B. in der Lunge, bildet sich eine kleine Gnt- zündungszvne; eine Zusammenballung von eigen­artig veränderten Körperzellen (Rie ewellen) und Blutbestandteilen. Dieses Gebilde sieht wie ein kleines grauesKnötchen" (Tuberkel) aus. Das ist das Schlachtfeld, aus dem um Leben und Tod gestritten wird. 3n den meisten Fällen gelingt es dem Körper, jenen Derteidigungswall zu ver­stärken, ihn mit Bindegewebe oder Kalk zu durch­setzen und so den bösen Feind von weiteren Einbruchsversuchen zurückzuhalten. Dann findet man im Röntgenbild kleinste, scharf umgrenzte Fleckchen als Zeichen der Heilung. Allerdings dauert dieser Heilungsvorgang im günstigsten Falle Monate, gelegentlich noch länger. Kann der Körper nicht den starken Widerstand auf­bringen, der zur Heilung führt, so gelingt eS den Bazillen, aus dem einmal gebildeten Herd- chen sich Weilerzuverbreiten, sei es durch Ge- webs- und Lymphspalten, sei es durch Einbruch in ein kleines Blutgefäß. So können entweder in der Hmgebung des ersten Herdes oder im zweiten Fall in ganz entfernten Gegenden oder in anderen Organen neue Herdchen entstehen. Auch diese Herdchen können noch verkapselt wer­den, denn die Widerstandskraft des Körpers kann sich je nach den äußeren Hmständen ändern.

Heberanstrengung, RahrungsmangÄ, wieder­holte Ansteckung, das Hinzutreten anderer Krank­heiten, besonders der Grippe, aber auch selbst­verschuldeter Exzesse bereiten der Krankheit den Boden, während Ruhe, Kräftigung, sachgemäße Lebensführung den Kampf gegen die Bazillen unterstützen. Leider gibt es aber zweifellos auch angeborene Widerstandslosigkeit; man kennt Schäoindsuchtsfamilien, deren sämtliche Angehörige im Anschluß an die eingeschleppte Krankheit zu Grunde gehen. 3n diesen gewissermaßen explo­sionsartig sich entwickelnden Fällen, im Dolls- munde sehr bezeichnendgaloppierende Schwind­sucht" genannt, hat man das ungünstigste Kräfte­verhältnis zwischen Bazillen und Mensch vor sich. Das Gewebe dieser Hnglücklichen kann dem Feinde gar keine Verteidiger entgegenwerfen. Der Gifr- reiz wirkt vielmehr hochgradig zerstörend ein, das Gewebe stirbt in kurzer Zeit ab und löst sich auf, so daß im Organ mehr oder weniger große Höhlen entstehen. Von der Höhlenwand oder auf dem Dlittwege schreitet die Zerstörung un­aufhaltsam fort.

Zwischen diesen beiden äußersten Möglichkeiten, der Einkapselung und der ununterbrochenen Zer­störung gibt es unendlich viele Zwischenstufen. Auch der bestabgeschlossene verkalkte Herd kann noch lebende Bazillen enthalten und bietet keine unbe­dingte Gewähr gegen eine Weiterentwicklung, wenn durch eine der genannten ungünstigen Bedingungen die Widerstandskräfte nachlassen. Aus der anderen Seite ist aber auch in einem anscheinend mit Zer- störungsneiaung beginnenden (sog. exsudativen) Fall sehr wohl Die Möglichkeit der Heilung vorhanden, wenn er rechtzeitig erkannt und unter günstige Be- »en gebracht wird. Dazu gehören ' neben rnährung und Ruhekur in reiner Luft beson­ders die neuzeitlichen Verfahren der Stillegung der erkrankten Brustkorbhälfte durch operative Eingriffe

(Gasbrust, Atmungsnerolähmung, Rippenheraus­nahme).

Man darf nie vergessen, daß für den einmal Er­krankten der Kampf gegen die Tuberkulose das ganze Leben währt 5m Laufe dieses Kampfes kann es Siege, Rückschläge und Waffenstillstände geben; auf anscheinendes Wohlbefinden können neue Krank­heitsschübe folgen; aber auch längere Zeilen des Krankseins können wieder Besserungen Platz machen. Deshalb soll der Tuberkulose weder die gebührende Vorsicht in seiner Lebensführung außer Ächt lassen, wenn er sich wohl fühlt, noch auch sich bei Rück­fällen unbegründeter Verzweiflung hingeben, damit er sich stets sagen kann:Ich habe einen guten Kampf gekämpft". In diesem Kampfe wird sein bester Helfer der Arzt fein, besonders wenn es ihm mötzlich gemacht wird, dem Kranken und seiner Fa­milie jahrelang beratend und beobachtend zur Seite zu stehen.

Hessische Künstlerhilfe.

Wie im vorigen Jahre, so ist auch diesmal wie­der mit Unterstützung des hessischen Staates eine hessische künstlerhilfe" eingerichtet worden, die den Zweck verfolgt, der mit der wirtschaftlichen Rot unserer Zeit schwer ringenden hessischen Künst- lerschaft eine bessere wirtschaftliche Grundlage für ihr künstlerisches Schaffen zu sichern. Zur Erreichung dieses Zieles werden, wie in den früheren Jahren, auch jetzt wieder in den drei Provinzen unseres Landes Weihnachtsausstellungen veranstaltet, in denen allen Kunstfreunden Gelegenheit geboten wer­den soll, zu niedrig gehaltenen Preisen originale Kunstwerke von künstlerischer Qualität zu erwerben. Die Weihnachtsausstellung für die Provinz Obar- hesien wird von dem Oberhessifchen kunstverein in Gießen hergerichtet. Die Ausstellung findet in den Ausstellungsräumen des Vereins in Gießen, Turm­haus am Brandplatz, vorn 2. bis 23. Dezember bei freiem Eintritt statt. Im Zusammenhang mit der Ausstellung ist auch wieder eine Lotterie eingerichtet worden, deren Gewinne in Kunstwerken bestehen, die von den ausstellenden hessischen Künstlern angekauft werden. Um allen Schichten der Bevölkerung die Beteiliguntz an dieser Lotterie zu ermöglichen, wurde der Preis für die Lose auf 50 Pfennig je Stück fest­gesetzt. Damit die Lose in allen Teilen der Provinz Oberhessen und der benachbarten preußischen Kreise weitmöglichste Verbreitung finden, haben sich vielfach Schulleitungen und freiwillige Mitarbeiterinnen be­reit erklärt, dem Publikum Die Lose zu verkaufen. Mit der Ausgabe der Lose ist bereits begonnen wor­den. Damit hat man schon jetzt Gelegenheit, sich die Beteiligung an der Ausspielung zu sichern und auf diese Weise zur Besserung der wirtschaftlichen Lage unserer Künstlerschaft beizutragen. Sollten die Lose in einigen Orten der interessierten Bevölkerung nicht zugänglich sein, so können sie von der Kasse des Oberhessischen Kunstvereins in Gießen oder von der Mitteldeutschen Creditbank in Gießen bezogen wer­den. Die Ziehung der Lotterie findet am 19. Dezem­ber in Gießen im Turmhaus am Brandplatz statt. Die Gewinnliste wird, wie in den früheren Jahren, imGießener Anzeiger" veröffentlicht und den Lose- Vertriebsstellen in der Provinz mitgeteilt werden.

Polizei und Viehhändler.

Stadtv. Schwieder bittet uns um die Ver­öffentlichung folgender Zuschrift:

Meine Mitteilungen in der Stadtverordneten- sitzung vom 26. Oktober über die Vorgänge auf dem Viehmarkt treffen nicht ganz zu. Meine Kenntnisse über di« Vorfälle am Güterbahnhof am Montag, 22. Oktober, stammten aus der von der Viehhändlervereinigung am Abend dieses Tages im Gewerkschaftshaus einberufenen Pro- testversammlung, in der größter Protest gegen das Vorgehen der Polizei erhoben und bean­tragt wurde, den Markt auf längere Zeit zu boykottieren. Lediglich den Vertretern des Der- kehrsvereins ist es zu danken, daß bei der Ab­stimmung dieser Antrag in die Minderheit kam. Die von den Viehhändlern mitgeteilten Beschwer­den wurden in einer derart aufgeregten Form vorgebracht, daß jeder der eingeladenen Personen unbedingt den Eindruck erhalten muhte, daß die Schilderung in der von mir vorgebrachten Art zutreffe und die Polizei die allein Schuldige sei. Die inzwi chen vorgenommenen Hntersuchungen haben jedoch ergeben, daß wohl ein Zusammen­stoß infolge der bei der Ausladung des Viehes bestehenden Verhältnisse erfolgte, die an diesem Tage noch durch Verspätung eines Viehzuges und den Dauerregen verschlimmert wurden, aber von der Polizei nicht mit Gummiknüppeln geschlagen worden ist. Da die Schuld somit nicht nur auf feiten der Polizei liegt und auch die von mir an­geführte Aeußerung des Polizeiinspektors K u ch nicht in diesem Sinne gegeben wurde Herr Kuch hat vielmehr in der Versammlung erklärt, daß er die Anschuldigungen zur Kenntnis nehme und nach Vortrag bei dem Chef der Polizei­verwaltung, Herrn Regierungsrat Wolf, unter­suchen lassen werde, erscheint diese Richtig­stellung im 3nteresse der Gießener Polizei und deren Ansehen erforderlich."

Daten für Montag, 12. November.

Sonnenaufgang 7.11 Uhr, Sonnenuntergang 16.16 Uhr. Mcmdaufgang 7.04 Uhr, Monduntergang 16.21 Uhr.

1863: der Geograph Karl Dove in Tübingen ge­boren

Bornotizen.

- Tageskalender für Montag. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Die Königin der Re­vue". Astoria-Lichtspiele:Rintintiirs Todes­ruf in der Rächt".

Stadttheater Gießen Aus dem Stadttheaterbureau wird uns gefchrieben: Wie bereits mitgeteilt, ist es der Intendanz gelungen, die berühmte Tänzerin Gret Palucca zu einem einmaligen Gastspiel am Dienstag, 13. Ro- vencker, 20 Hhr, zu gewinnen. Die Künstlerin, deren Auftreten hier mit großer Spannung er­wartet wird, hat vor wenigen Tagen erst wieder den vollen Beifall der Berüirer Kritik gefunden. Die neu inszenierte Aufführung vonDon Car­los" wird erstmalig am Mittwoch, 14. Rvv., wieder­holt. (Regie: Oberspielleiter Hans T a n u e r t.) Rach dem außerordentlichen Erfolg des ersten Tages des Kammerspielzyklus (zusammen mit dem Goethe-Bund) geht am Sonntag, 18. Rovem- ber, als 2. MorgenfeierDer Ackermann aus Böhmen" (Der Ackermann und der Tod) von Johannes von Saaz (aus dem 3ahre 1400) in Szene. Intendant Dr. Rolf P r a s ch, der die Leitung dieses Kammerspielzyklus übernommen hat, führt auch diesmal wieder Regie. Er wird vor der Aufführung einen einleitenden Vor­trag halten. Die nächsten Gastspiele des Reuen Operetten-Theaters Frank­furt a. M. bringen zunächst am 16. Rovember die letzte Wiederholung der OperetteGräfin Eva", Musik von Albert Szirmai, die bei ihren beiden ersten hiesigen Aufführungen überaus an- gesprochen hat. Cs folgt sodann am Mittwoch, 21. Rovember, die Premiere der OperetteEine Frau von Format", von Rudolf Schanzer und Emst Welisch, Musik von Michael Krausz.

* *'. Finanzamtspersonalie. Regierungs. assessor Friedrich G u t e r m u t h beim Finanzamt Gießen wurde zum Regierungsrat ernannt.

* * Evanael.« kirchliche Personalie. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrver­walter Heinrich S a a l zu Crainfeld die evangelische Pfarrstelle zu Crainfeld, Dekanat Lauterbach, über­tragen.

* * Seinen 80. Geburtstag kann heute in körperlicher und geistiger Frische der Oberbahnassi- stent i. R. Jakob H e i n st a d t, Wolfstraße 20, be­gehen. Der alte Herr ist Veteran von 1866 und 1870/71.

* * Sanitätskursus. Auch in bi2 em 3ahre findet wieder ein Betriebshel'erturs statt, der von der Freiwilligen Sanitätskolonne vorn Roten Kreuz gemeinschaftlich mit den Berufsgenossen- schasten veranstaltet wird. Die Eröfsnung erfolgte am Donnerstagabend im Depot der Sanitäts­kolonne (Sonnenstrahe). Die Ausbi bung der Teil­nehmer geschieht unter Leitung des Kolonnen­arztes durch MitFie'cer der Kolonne, sie soll in 12 Doppelstunden ersolgen. Die Teilnehmer, elwa 60 an der Zahl, folgten mit regem Interesse den AuSiührungen des ausbildenden Arztes und zeig­ten bei der praktischen Tätigkeit einen erfreu­lichen Eiser. Die Tatsache, daß auch in diesem 3ahr die Derulsgenos enschaften die Sanitäts­kolonne wieder um Abhaltung eines derartigen Kursus ersucht haben, zeigt Wohl, daß auch von ihnen der Wert dieser Betriebshelserausbildung gewürdigt wird.

* *Gießen im Licht." Der Verkehrs-Ver­ein gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß bedeutende Firmen unserer Stadt bereits Vor­kehrungen für ihre Beteiligung an der Licht- und SchaufensterreklameGießen im Licht", die vom 8. bis 16. Dezember stattfindet, getroffen haben. An alle übrigen Geschaftsrnhaber richtet der Ver­ein die Aufforderung, sich ebenfalls an dieser Veranstaltung rege zu beteiligen. Interessenten feien auf die Anzeige besonders hingewiesen.

* * Vortrag im D. H. D. Oberstleutnant a. D. Alfred Heinicke-Waldheim, sprach am Donnerstagabend im Kath. Vereinshans gelegent­lich eines Vortragsabends der hiesigen Orts­gruppe des Deutschnationalen Handlungsgehil- fen-Verbandes üoerPersien, Land, Leute, eine Karawanenreise". Persien, das einst unter seinen mächtigen Königen große Kriege gegen die Römer führte, hgt heute seine frühere Be­deutung verloren und steht unter dem Einflüsse Englands, das sich besonders für feine bedeuten­den Oelvorkommen interessiert und auch die meisten Bohrtürme in diesem Lande besitzt. Dor dem Kriege waren die Deutschen dort die be­liebtesten 'Ausländer, und es muß die Ausgabe des deutschen Kaufmanns fein, die vor dem Weltkriegs bestehenden guten Handelsverbindun­gen mit Persien im vollen Ilmfange wieder auf» zunehmen und die Ausfuhr nach diesem Lande zu heben. 3n Persim gibt es bis jetzt noch keine Eisenbahnen, ke.ne Fabrikschornsteine, und ab­gesehen von einigen Automobilen ist heute, wie vor tausend Jahren, die Maultierkarawane die Mittlerin des il^rkehrs. Die Reise einer solchen Karawane, deren Weg von Duschier über das rauhe, zerrissene, völlig bäum- und strauchlose Hochland Südpersiens, über Kazerun, dann aber auch durch die fruchtbaren Täler dieses Gebirges nach Schlraz führte, zeigte der Redner an Hand

einer Reihe ausgezeichneter, selbst aufgenommener und durch einen persischen Maler wundervoll kolorierten Lichtbilder Besonders gefielen die Bilder von Schlraz, bekannt durch feine Rosen und als Sammellager des feinen persischen Zi- garettentabafd, mit den engen Straßen, auf denen nch das ganze Leben der Perser abspielt den Bazaren und Kaffeehäusern. Die LichtoUVer waren so wunderbar, daß man sich in die Z«4t der Märchen vonTausend und eine Rächt" zu­rückversetzt glaubte, und nur die packende Schil­derung des Redners bildete den Kontakt mit der Jetztzeit. Die natürliche und doch von rhetori­scher Meisterschaft zeugende Sprachbehandlung, im Bunde mit einem außerordentlich klang- und schönheitsreichen Organ, ist es, die Oberstleutnant H e i n i d e zu einem Vortragsmeis.er machen. Zum Schlüsse gab der Redner noch einige wichtige Fingerzeige für au«- wanderungslustige Kaufleute mit der Hoffnung, daß der deutsche Kaufmann wieder seinen Weg nach Persien finden möchte, da in diesem Lande noch aussichtsreicher Handel mit deutschen Er­zeugnissen aller Art zu erwarten sei. Reicher, wohlrerdienter Beifall lohnte den interessanten und lehrreichen Vortrag, für Öen dem Vor­tragenden, als auch dem Veranstalter voller Dank gebührt.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

WSR. Wetzlar, ll.Rov. Wie tragisch das Geschick mitunter waltet, zeigt ein Vorfall, bet sich am Samstag im benachbarten Oberbiel abspielte. Ein Gemeindemitglied, Veteran der Einigungstriege, wollte mit feiner Gattin am Samstag das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Inmitten der letzten Vorbereitungen am Iubeltage überraschte aber der Tod den 86jährv- gen Jubilar.

Maingau.

WEM Frankfurt a. M. 11. Rov. Dor einigen Abenden fjit ein Fasfadenklette- rer in einem Hause der Schumannstraße einen Wohpungseinbruch ausgeführt. Der Tä­ter kletterte von der Hinteren Seite des Hauses an der Fassade empor nach dem Balkon im ersten Stock. Aus der Wohnung entwendete er eine lange goldene Halskette, sowie eine ganze Reihe weiterer Schmucksachen im Gesamtwerte von 6000 Mark.

Berliner Börse.

Berlin, 12. Rov. (WTD.-Fmckspruch.) So­lange eine Entscheidung in den Fragen des Lohnkonfliktes an der Ruhr noch nicht vorllegt, muß man für die Börse zurückhaltend gestimmt sein. Auch heute früh ist die Tendenz undurch» sichtig und abwartend, eine Hmsatztätigkeit konnte sich noch nicht entwickeln, Kurse sind also noch nicht zu hören. Arn Devisenmarkt nennt man: Paris 124.12, Mailand 92.58, Spanien 30.08, das Pfund 484.83, Dollar 4.199250.

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