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Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Freitag, 12. Oktober (928

Tumen, Sport und Spiel

dem

jrung steht ard Frank,

Burckhardt (Rot-Weih Frankfurt), Heidkcunp Schalter

St. Insten"). En bevor:Kart und

Vortragenden mit lebhaftem Beifall.

y

Der einstündige Vortrag war gut durchdacht, war temperamentvoll und hoffnungsvoll, er bot in seiner gedrängten Kürze eine Fülle bemerkens­werter Gedanken und Anregungen, seh'e aller­dings auch beim Hörer erhebliches Wis en und Verständnis für den weitschtchtigen Stoff vor­aus; es mag für den ungeschulten Besucher nicht immer leicht gewesen sein, sich in der Fülle aufklingender Einzelnamen und Stllgruppen zurechtzufinden.

Wir geben hier selbstverständlich nur ein Referat und verzichten (schon aus räumlichen Gründen) auf eine verlockende Auseinander­setzung, die im Handumdrehen über etliche Spal­ten nicht vorhand:nen Raumes führen würde. Es kommt aber hier nicht so sehr auf die Cinzel- wertung an (über Max Mohr und Lauckner, auch über Sternheim z. 2. hegen wir eine ab­weichende Auffassung) sondern auf ein Ge­samtbild, auf eine Lieber icht. auf eine sach­liche Verständigung: wenn der Vortrag in diesem Sinne ausklärend und anregend gewirkt und die Zuhörer theaterfreudig gestimmt hat, dann hat er seinen Zweck erfüllt.

Der Besuch war ausgezeichnet, und man dankte

mögens in deutscher und österrerchi- scher Kriegsanleihe angelegt hatte. Dazu kam die Abfindung mit dem Staate Braunschweig, die es denr Herzog nicht ermög­lichte, alle ihm nach dem Testamente seines Vaters überkommenen Verpflichtungen -Überfül­len. Da der Versuch, mit der gegenwärtigen preußischen Regierung zu einer Regelung der strittigen Vermögensfrage zu kommen, zu keinem Ergebnis führte; so muhten die für die Finanz­verwaltung des Hauses Braunschweig-Lüneburg verantwortlichen Männer sich mit dem Gedanken des Verkaufs des Welsenschahes mehr und mehr beschäftigen; ihre erste Handlung war nun, etwa im Sommer 1927 an zuständige Stellen des Reiches heranzutreten, um diese für den Ankauf zu interessieren. Weiter ist dann auch sofort versucht worden, mit dem preußischen Staatsministerium über die Angelegen­heit zu verhandeln. Auf ein diesbezügliches Schreiben wurde geantwortet, daß die preußische Staatsregierung der Anregung keine Folge geben könne. Auch bei den entsprechenden Reichs­stellen zeigte sich keine Geneigtheit zum Anlauf des «Schatzes eventuell in Gemeinschaft mit Oester­reich.

schahes befinden sich in Museumsbesitz, denen sie auf Grund von Leihverträgen über­lassen worden sind. Die wertvollsten Stücke sind aber vom Herzog von Braunschweig nach der Schweiz geschafft worden, wo bereits Ver­kaufsverhandlungen eingeleitet worden find.

Run veröffentlicht bieHannoversche Landes- zeitung" umfangreiches auchrntisches Tatsachen­material, durch das nachgewiesen wird, daß der Herzog zu Braunschweig und Lüneburg seit dem Sommer des Jahres 1 9 2 7 be­müh t gewesen ist, Reichund Preußen für den Ankauf des Welsenschahes zu interes­sieren, um chn dem Daterlande zu erhalten, ohne daß den ernstlichen Bemühungen irgendein Er­folg beschieden gewesen sei. In dem Aufsatz wi-rd einleitend dorgetan, wie sehr sich die Desihverhält- nisse des welsischen Fürstenhauses im Vergleich zu früher zu ihrem Llngunsten verändert haben, teils durch die niemals aufgehobene. 1866 erfolgte Beschlagnahme des Privatvermö­gens des Königs Georg V., des letzten Herr­schers von Hannover, teils durch die Inflation, da der verstorbene Herzog von Cumberland einen erheblichen Teil seines ihm verbliebenen Der-

gestellt: Tor: Kreß (Rot Weiß Frankfurt); Bert.: (Germania Brötzingin), Engelhardt

Um den Welfenschah.

Soll eine kostbare deutsche Kunstsammlung ins Ausland gehen?

Seit einigen Tagen ist die Oesfentlichkeit dar­über beunruhigt, daß der im Besitz des Herzogs von Braunschweig befind­liche Welfenschah nach Amerika ver­kauft werden soll und somit Deutschland ver­loren geht. Lieber das Wesen dieses Welfen- schatzes sind eine ganze Reihe irriger Meinungen in Umlauf, so daß es angebracht erscheint, ein­mal darzulegen, um was es sich bei diesem Schah eigentlich handelt. Der Welfenschah ist einer der bedeutendsten Kunstgewerbe- schätze aus romanischer Zeit, der in der Lleberzahl aus kostbaren Reliquien besteht, die Heinrich der Löwe von seinen Pilger­fahrten mitgebracht haben soll, die dann zunächst im Braunschweiger Dorn ausbewahrt wurden und nach manchen «Besitzveränderungen zuletzt in der «Schlohiirche zu Hannover untergebracht wurden. Der «Schatz, dessen wertvollste Bestände wie gesagt aus Reliquien, die in Silber gefaßt sind, be­stehen, wurde bei der Auseinandersetzung zwischen dem hannoverschen Königshaus und Preußen im Jahre 1867 dem Hause Cumberland als Privatbesitz zugesprochen. Das Haus Cum­berland veranlaßte noch im selben Jahre seine Uebersührung nach Wien und hier hat er dann bis zum Zusammenbruch der österreichischen Monarchie im Wiener Kunstgewerbe- museum Aufstellung gefunden und bildete dort einen der Hauptanziehungspunkte. Rach dem Zusammenbruch der Monarchie in Oesterreich wurde der Schatz dann von dein Haus Cumber­land auf sein «Schloß Gmunden gebracht. Inzwischen sind eine ganze Reihe der Kunst- gegenstände aber nach den verschiedensten Seiten abgewandert. So befindet sich die berühmte gol­dene Tafel von Lüneburg gegenwärtig noch im hannoverschen Provinzialmuseum, dem es der braunschweigische Herzog leihweise überlassen hat. Auch eine Reihe anderer Kunstschähe des Welfen­

tmischen Arbeiterschaft eine wenig günstige. Das hat sich während Irigoyens erster Präsidentschaft umü später sehr geändert. Die Lage der Ar­beiter ist wesentlich besser geworden. Irigoyen braucht daher nicht mehr einseitig für die Arbeiter einzutreten.

Ich glaube, daß Irigoyen, der sich der Grenze nähert, die Gott gewöhnlich dem Leben eines Menschen gesetzt hat, sich in seiner neuen Präsi­dentschaft bemühen wird, Argentinien möglichst in die Höhe zu bringen, um so der Gesamt­heit seines Volkes zu dienen und der Mit- und Rachwelt den Beweis zu erbringen, daß er ein Mehrer und Förderer seines Landes ge­wesen ist. Getragen vom Vertrauen seiner Mit­bürger, das in seinem großen Wahlsiege seinen Ausdruck fand und wie schon gesagt, oh ne Bindungen, wird er bei seinem staatsmänni­schen Talent mit absoluter Gerechtigkeit gegen alle Klassen des Volkes regieren und damit das Gesamtwohl des Landes fördern. Es ist in dieser Hinsicht beachtenswert, daß auch aus Krei­sen der Engländer, die Irigoyen gram waren, weil er uns nicht den Krieg erklärte und die großen englischen Gesellschaften wegen ihrer Liebergriffe manchmal scharf anfaßte, die Ansicht geäußert wird, er werde das Land gut re­gieren, und das fremde Kapital brauche keine Befürchtungen zu hegen. Ich halte das für mehr als eine captatio benevolentiae.

Wir beglückwünschen am heutigen Tage das uns befreundete argentinische Volk dazu, daß es einen klugen und tatkräftigen Präsidenten erhält, um den es sich mit dem gleichen Ver­trauen scharen kann, wie das deutsche Volk um seinen greisen, aber so rüstigen Hindenburg, der sich in seinen von höchstem Pflichtbewußtsein ge­tragenen Entschließungen nur vom Wohle StB deutschen Volkes leiten läßt. Möge Argentinien unter Irigoyen wachsen, blühen und gedeihen und im Rate der Völker eine immer wichtigere Stellung einnehmen!

Zolper und Schmitz (sämtüch Köln) nicht zur Verfügung stehen. Die westdeutsche Pokalelf wi d in Stettin wie folgt antreten: Tor: Pesch (Düsseldorf); Vert.: Weber (Kassel), Wieden- busch (Essen); Läufer: Müller (Düsseldori). Flick (Duisburg), Winkler (Altenessen); Stürmer: Albrecht (Düsseldorf), Czepan (Schalke), Schlosser (Barmen), Kuzarra (Schalke), Kreß (Kassel). Ersah: Henken (Essen) und Hoffmann (Altenessen).

«Norddeutschland spiest g:gen Mittel- deuts chland in Leipzig in folgender Be­setzung: Tor: Wentorf («Altona 92); Vert.: Beier, Risse (HSV.); Läufer: Lang (HSV.), Schütt (Hamburg), Johanns on (Harburg); S ür- mer: Voß (Holstein), Ritter (Holstein), Harder (HSV.), Widmayer (Holstein). Rave (HSV.).

Für diese drei Vorrundenspiele wurden auch bereits die Schiedsrichter ernannt. Es leisen: Mitteldeutschland Rorddeutschland i.i Leipzig Sackenreuther (Rürnberg), Süddeutschland gegen Südostdeutfchland in Frankfurt a. M. Gu - yenz (Esfrn), Westdeutschland Baltenve.band in Stettin Di scher eit (Berlin).

Deutsches Turn- und Sportabzeichen.

Am nächsten Sonntagvormittag ist nochmals Ge­legenheit geboten, die Prüfung für das Turn- und Sport-Abzeichen in Gruppe 5 (Radfahren) abzulegen. Beginn beim Schühenhaus.

Xantippe an prodikos.

Don Franz Blei.

Aus dem demnächst bei Ernst Rowohlt, «Berlin, erscheinenden Essah-BuchHimm­lische und irdische Liebe in Frauenschick­salen".

Ich sende die kleine Maad mit dieser Botschaft nach «Dir, o Prodikos weil ich weiß, daß Du um diese Zeit immer auf Der Agora bist, für «Dich und die Deinen mit Lektionengeben sorgend, anders als mein unseliger Mann, dieser Hans Rarr in allen Gassen, der nichts heimbr'.ngt als das Ge­lächter der Athener. Ich lasse Dich also wissen, daß «Du ihm, wenn Du ihn treffen solltest, sagst, daß ich einen Knaben geboren habe, gestern zur Stunde um Mittag. Ich bitte gerade Dich um diese Freundlichkeit, weil ich weiß, daß er Dich nicht leiden kann und darum keine Llnterhaltuna mit Dir über das Gemeldete anfangen und gleich zu mir kommen wird, die ich ihn seit drei Rächten erwarte. Ich armes Weib! Ich weiß wohl, daß

In einer weiteren Gruppe erschienen neben­einander Georg Kaiser und Carl Sternheim, dm: Denkspieler und der Grandseigneur (Diebold). Bezeichnend für Sternheim: feine Wut auf den Bürger, seine eigenartige abgekürzte Dialektik, seine Distanzierung zur Kunst und zum Leben.

Verdientermaßen wurde Kaisers überragende und verblüffend vielseitige dramatische Begabung gewürdigt. (Sein Wort: ein Drama schreiben heißt einen Gedanken zu Ende denken; Kaiser schrieb über 40 Stücke in 15 Jahren.) «Den Lieber­blick beschloß ein Hinweis auf die einschlägige Citeratur: «Diebold, Bab, Svergel und «Arnold.

In einem weiteren «Abschnitt des Vortrages: Llmschau auf der lebendigen Bühne aus der Perspektive des Dramaturgen. In fliegender Kürze wurde das Theater der Zeit überblickt; betrübliche (aber wohl z. T. schon überwundene) Mißstände hervorgelehrt: die dramaturgische Leere, die Herrschaft eines nicht immer sicheren Publikumsgeschmackes, die Freude am leichten, seichten, undichterischen Spiel. Auch die (inter­nationale) Lage des zeitgenössischen Schauspielers wurde gestreift.

Immerhin sind, wie bargelegt wurde, schon Reaktionserfcheinungen, beginnende Gesundung des lebendigen Theaters zu spüren. (Der Fall Piscatvr.) Lind bann: man fängt an, sich wieder auf sich selbst zu besinnen, es werden wieder deutsche «Dramatiker gespielt. Hoffnungsvolle junge Kräfte sind am Werk. Einer von diesen Unbekannten wird auch in Gießen aufgeführt werden: I. W. Guggenheim («Das «Dorf von

Frankfurt); Läu er: Knopf le (FSV. Goldammer (Eintracht Frankfurt). (Bayern München ; Stürmer:

(Eintracht Frankfur ), Win.ler

Worms). Krauß (Schvaben Aug.-

I fahrt eingelegt werden soll, deren Führung noch I zu bestimmen bleibt.

So steht also auf der Dortmunder Tagung ein reichhaltiges Programm zur Debatte, «sic wird ein weiterer ergänzender Stein in dem Mosaik des westdeutschen Wintersportes sein.

IußbM-Zundespokalchorrunde.

Der kommende Sonntag steht im Zeichen der Vorrunde um den Pokal des Deut­schen Fußball-Bundes.

Eüddeutschland hat für seinen inFrank- f u r t a. M. stattfindenden Kamps gegen Süd- o st de u t s ch l a n d nachstel.ende Mannschaft auf»

der bisher nur als Erzähler bekannt und hier an das in letzter Zeit wieder lebhaft erörterte Kriegsproblem herangeht, mit dem sich auch der diesjährige Träger beä Kleistpreises auseinander­setzt. (Gerhard Menzel,Toboggan".)

Dom Theater der Zukunft erwartet der Dortra- gende eine neue Ethik, eine innere, geistige Festi­gung der schon heute im Vordergrund des lite­rarischen Interesses stehenden Abenteurergestalt. In diesem Zusammenhang wurden einige wert­volle junge «Dramatiker besprochen, die in diesem Winter auch bei uns zu Wort kommen sollen: Iohst (Thomas Paine"), Zuckmayer (Schinder- Hannes"), «Alfred Reumann (Der Patriot") und Llnruh (Louis Ferdinand").

er über mich nicht am besten redet, beliebt es ihm überhaupt, in seiner fernen Gesellschaft von mir zu sprechen. Sagt er mir es ja oft genug, er übe sich an mir, von den Menschen das Schlimmste auszuhalten. So treibt er seinen Spott mit mir armen Weibe, wo ich nichts sonst tue, als das Haus ihm besorgen, wie es mir zukvmmt und es meine Pflicht ist. Sagt er mir, er wolle mich besser machen, so frage ich einen, was soll eine Frau noch Besseres fein? Wie käme mir solches zu? Ich will nichts gegen fein Philosophieren sagen und schweig still, redet er mitunter, es fei ein Gott in ihm und könne er sich also nicht um Haus und Tag kümmern. Aber das Philo­sophieren ist eine «Sache, und das Kindergebären ist eine Sache. Lind nicht weniger. Wer weiß, wie weit es die Philosophie noch mit ihm bringen wird. Er hat es mit ihr nicht dazu gebracht, die Rot unseres armseligen Lebens zu lindern. Was tut er stolz, daß er für seine Kunst kein Geld nimmt wie ihr Sophisten, die ihr doch to-.i«3 ©ott mit all euren Reuiake'ten kurzweiliger seid als diese Tugendmahner! Was für ein Stolz, der nicht so stolz ist, die Rot von einem armen Weibe zu wenden! «Der böse Mann wird damit enden, daß er noch alle ärgert. Schon jetzt lang­weilt er die Leute dieser Stadt, die doch gewiß was übrig hat für die Schwätzer. Er hält den Schuster am Aermel fest, sagt ihm, daß er nichts wisse und weiß doch selber wahrhaftig gar nichts von einem Stiesel. Das dünkt mich kein rechtes Philosophieren, das nicht auch mit allem Kleinen und Gemeinen, das uns das Leben gibt, zurecht- kommt. «Das ist alles nur stolze Rederei eines Rarren. Ihr könnt so gut über alles reden, weil ihr allmitfamt Schelme seid. Ich liege nun da und die alte blinde Eunoha aus der Tischlergasse gibt mir das Kind an die Brust und kocht einen Sud dann. Lind denke, Ihr lauft herum auf den Straßen und schwätzt den Leuten die Köpfe voll. Wenn Ihr schon nicht närrisch seid, dann müht Ihr recht dumm fein. Lind wenn mein Mann mir armen Weibe im Kleinsten nichts helfen kann, was schon soll er dann gar denen Herren helfen, die doch sicher ein schwerer Leben haben als ich Arme im Haus winkel.

Ich bitte dich, v Prodikos, sag es meinem Mann, wie es zu Hause mit mir ist, und daß er über den Wundern seines Geistes nicht das Wunder eines Heinen Kindes vergessen soll. Lebe wohl!

Präludium zum westdeutschen Wintersport

Rachdem vor wenigen Tagen im Sauerland die ersten Schneeflocken gefallen sind, be­müht sich die große westdeutsche Wintersport- Organifation, der Skiklub Sauerland, sein Programm für diesen Winter auszuarbeiten, um mit der Ausführung beginnen zu können, wenn der erste «Skischnee in Bälde fällt. Zu diesem Zwecke treffen sich die Ortsgruppen des Sti- klubs Sauerland am nächsten Samstag und Sonntag in Dortmund. Man wird dort zu­nächst auf die vorbereitende Sommertagung in Hilchenbach zurückgreifen, die sich recht er­sprießlich gestalteten. 2. a. wurden da die Ter­mine für Verbands- und Iugendwett- läuf e in den Januar 1929 verlegt und Wil­lingen für den Verbandswettlauf und Winterberg für den Iugendwettlaus vorgesehen.

Für die Dortmunder Tagung stehen aber noch eine Menge weiterer Fragen zur «Beantwortung, in deren Mittelpunkt die Lösung der Frage des Sonderzugwesens in Westdeutschland stehen wird.

«Boraussetzung für die Einrichtung von Sonder­zügen wird die zuverlässige Wetterdienst- vorhersage fein. In den letzten Jah­ren hat man diesen Punkt als einen recht wunden bezeichnet, und das mit Recht. Man versucht deshalb in diesem Jahve, einen s achlichen Wetterdienst vom Observatorium des Kahlen Astens zu bekommen. Außer diesen Punkten werden noch zahlreiche Be­schlüsse zu fassen fein, die die sportliche Weiterbildung der Mitglieder des Skiklubs Sauerland gewährleisten sollen. Man wird mehr als bisher Wert auf die Zu­sammenziehung der Sportgruppen legen. Die schon im vorigen Jahre angeregte Fortbildung der Klubskllehrer wird man im Auge behalten. Dem neu zu wählenden Lehrwart wird die Aufgabe zufallen, die Mitglieder der Sportgruppen so­wohl, wie auch die Klubskllehrer weiter zu ent­wickeln. Außerdem bildet die Ausbildung der «Anfänger eine wichtige Aufgabe, die man einem Verbands->Derü,s,kl hrer übertragen will. Die Wahl desselben steht noch offen.

Vorgesehen sind für Dortmund weiter die Beschlüsse über alpine Ausfahrten der westdeutschen Skiläufer, wie sie jedes Jahr veranstaltet werden. Mr für dieses Jahr vorgesehene Fahrt im die Tauern wird nicht statt- ftnden können, weshalb eine andere große Aus-

(Wormatia ____ ,

bürg), Müller (Wormatia Worms), Drück FSV. Frankfurt). Ersah: Schütt (Eintracht) und

Eschenlohr (FSV. Frankfurt).

Westdeutschland mus,te seine Mannschaft gegen den Baltenverband abermals ändern, da die ursprünglich aufgestellten Spieler Schröder,

Itr.241 Zweites Blatt

Hipolito Zn'goyen.

Zum zweiten Male Präsident Argentiniens. Von Freiherrn von dem Bussche.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.

Heute, am 12.Oktober, tritt Dr. H ipolit o Irigoyen zum zweiten Male an die Spitze ber großen südamerikanischen Republik Argen­tinien, deren Präsident er bereits von 1916 bis 1922 war. Dor ihm hat nur der General Julio Roca den Präsidentensefsel zweimal angenom­men, und zwar von 1880 bis 1886 und von 1898 bis 1904. «Diese zweite Präsidentschaft Rocas er­langte dadurch eine besondere Bedeutung, daß er den drohenden Krieg zwischen Chile und Ar­gentinien durch ein Schiedsgericht zu verhindern wußte.

Ich möchte annehmen, daß auch die zweite Präsidentschaft Irigoyens von großer Bedeutung für sein Land sein wird. Schon während ferner ersten Präsidentschaft hat Irigoyen sich das große Verdienst erworben, daß er gegen das Drängen unserer Feinde und eines großen «Dells seiner durch unsere Gegner beeinflußten Mitbürger im wohlverstandenen Interesse seines Landes Ar- gentinien aus dem Strudel des Welt- krieges heraushielt. Er hat dadurch seiner Heimat einen großen Dienst erwiesen und ihr einen bedeutenden wirtschaftlichen Vorsprung vor allen anderen südamerikanischen Ländern ver­schafft, denn der Handel Argentiniens ist weit größer als der aller anderen ibero-amerikanischen änder, Brasilien eingefchlossen.

Mit Irigoyen tritt einManndesVolkes, der aus kleinen Verhältnissen stammt, an die Spitze Argentiniens. «Dem Lebensalter nach er ist 76 Jahre alt steht er dem deutschen Reichspräsidenten, Feldmarschall von Hindenburg, nur wenig nach. Er ist mit so überwältigender Mehrheit gewählt worden, daß er bei der großen, ihm durch die argentinische Verfassung gewährten Machtfülle, die in dieser Hinsicht der der Ver­einigten Staaten von Amerlla ähnelt, alle seine klärte und Wünsche fast ohne Opposition durchsetzen tami. Dazu kommt, daß er bei seiner jetzigen Wahl frei von Versprechungen jeder Art ist, was bei ferner ersten Wahl nicht der Fall war. Eine gewisse Schwierigkeit besteht noch in der Zusammensetzung des Senats, aber dieser «Schwierigkeit wird Irigoyen bei seiner großen Geschicklichkeit, innerpolitische Probleme zu mei­stern, sicherlich Herr werden. Es ist anzunehmen, daß die Besuche, die zwischen dem jetzigen Präsi­denten de Alvear und Irigoyen kurz nach der endgültig festgestellten Wahl des letzteren stattfanden, zu einer Art Versöhnung geführt haben, die sich auch im Senat fühlbar machen wird.

Deutschland kann mit der Wahl Irigohens zufrieden fein. Er hat im Kriege durch die Auf­rechterhaltung der Reutralität bewiesen, daß er sich nur von dem Wohle seines Landes leiten läßt und nicht gegen uns eingenommen ist. Er wird zweifellos auch während seiner neuen Präsi­dentschaft unparteiisch handeln. Auch für den Völkerbund scheint mir die Wahl Irigoyens für uns und die Welt im allgemeinen gute «Aus­sichten zu eröffnen. Auf seinen Befehl zog sich Argentinien 1920 von der aktiven Teilnahme am Völkerbunde zurück, weil er ein tiefes Gefühl für die damals keineswegs gewährleistete Gleichbe­rechtigung aller Völker hatte. In der Hinsicht ist ja inzwischen manches besser geworden, aber viel bleibt noch zu tun übrig, und ich glaube, daß «Deutschland und Argeiitinien in der Hin­sicht meist zusammengehen werden.

Man hegt vielfach in Argentinien und im Aus­lande die Befürchtung, daß Hipolito Irigoyen, der nach seiner ersten Wahl, die er dem radi­kalen Elemente in «Argentinien verdankte, die unteren Klassen des Landes begünstigte, auch während feiner zweiten Präsidentschaft diese Be­günstigung fortsetzen werde, und daß darunter der Handel und der Wohlstand des Landes leiden wurden. Ich kann diese Befürchtung nicht teilen. «Als Irigoyen zum ersten Male 1916 den Prä­sidentenstuhl bestieg, war die Lage der argen-

Das moderns Theater.

Borirag des Dramaturgen Dr. Ritter.

In der Reihe der vom Goethebund ge­meinsam mit dem Gießener Stadttheater veranstalteten dramaturgischen Vorträge sprach gestern abend im großen Hörsaal der Llniversität der «Dramaturg des Stadttheaters, Dr. Karl Ritter, überDas moderne Theater", womit zugleich eine Einführung in den modernen literarischen Teil des Winterspic'lplmis unserer Bühne verbunden war.

Es kam dem Vortragenden auf eine sachliche Orientierung über die derzeitige Lage des deut­schen «Theaters und des deutschen «Dramas an. Er entwickelte in knappster Zusammenfassung und in ganz großen Linien ein «Stück Dramengeogra- Phie, eine Artdramaturgischer Reliefkarte", auf der sich eine Anzahl' gewissermaßen landschaftlich unterschiedener «Dramatiker abheben läßt, die in Gruppen zufammengefaßt und kurz besprochen wurden.

Da find z. D. dieHörer nach innen; eine schwerblütige, ernste und wichtige Gemeinschaft reiner «Dichter, zu der etwa der norddeutsche Barlach (auch als Plastiker bekannt), Deer-Hos- mann, Hofmannsthal und «21. Zweig zu zählen sind. Ihnen zu benachbarn wäre Werfel (mit demSpiegelmenschen"), Scholz, Stucken und der verstorbene Klabund.

Cs gibt dann eine Reihe von «Dramatikern, die man gemeinsam behandeln und etwa als die wütenden Zauberer der Seele" bezeichnen kann, meist einer jüngeren Generation angehörend als die zuvor Genannten, besessen vom genialen Glau­ben an sich selbst, an die eigene schöpferische Per­sönlichkeit. Hierher gehören u. a. Brecht, «Bron­nen, Brust, Kokoschka, Kornfeld, Kasak, Gurk und Hanns Henny Iahnn. In der kurzen Charak- teriftÖ wurde Brecht als der Begabteste hervor­gehoben und insbesondere Bronnen gegenüber- gestellt (mit dem er meist fälschlich zu sehr in einem Atem genannt wird).

Eine fernere Gruppe von zeitgenössischen Autoren, auf weiter Ebene nebeneinander zu stellen und im wesentlichen vom Zentralgestirn des großen und einflußreichen Iren G. D. Shaw bestimmt: die naturalistischen Rationalisten. Ihnen wurden zugerechnet Hans 3. Rehfisch, Anger- maher, Feuchtwanger, «Max Mohr und Lauckner.

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