Nr 215 Drittes Statt Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheffeii)Mittwoch. 12. September 1928
Aus dem Reiche der Krau.
Me neuen Herbstmoden.
Don (klsbclh Unverricht.
IBemx die Wob« ihr« Xenhenften beibehLt. droht unb Hr1pr.d)i li« — toi« man will — bei- nah« ein« e»aktc Disienlchakt zu werden Sri cmiden Sailern« ift ihr« Entwicklung voraus- zufepro zu berechnen, da sie beinahe
organisch vor izch gehl Rlchts vvi Launen- - ferne überralchenden örtrofagaryen. feine schroten Uebergängc von einer Saison zur anderen. das Heftern gilt noch. bas Morgen fäiwt erwogen werden und so kommt es, bah s'ch jenes totale Ang«zog«nlein der Frau her- Quebvtotn formte, das man ..den Dreh" nennt B.Sher farmte mm bissen 'Begriff nur im Sport- sichen. und bu andere Lotlette der Frau ftelltt nur etr Stmmesiurium von Äfctbern. 5Süten. Mänteln. Dlu'en. Jumpern. Schuhen und Handschuhen dar. die an sich schon befunden. «injeln erworben wurden und fast nie zu einen vollkommen harmonierenden Anzug zu bereinigen waren Daher die stereotyp« ftlag« der Frau bei einem Schrank von Sachen. -3 <b habe nichts anzuzteh en.' Uno diese Klage war durchaus nicht unberechtigt. 3« größer und bunter das Sammelsurium, desto ttxntger fühlte man sich „angezogen". Darin hat die Mode danfenswerterve se endgültig Wandel geschaffen.
En aulgewLhltrr. sorgfältig zusammengestelller Dreh für den Vormittag, für den Nachmittag, für den 2D«nd, der einheitlich aus Kleid. Aut. Schuhen. Strümpfen. AandtasLc. Pelzwerf und Aandschuhet besteht, banvt ist die Frau von heute richtig an gezogen und vor allen Dingen: h« fühlt, daß He es 'st und ist mit sich zufrieden. S'.e hat sich daran gewöhnt, langfam und überlegter zu kaufen und hält dadurch m't ihrem Xoilettengeto besser Haus, auch wenn bas einzelne Stück teuer ist. Die . Matoeiten" find Sott fei Dank vorbei, man kaust wieder unbedenllich < nm guten Wollstoff, da man weih, bah so <tn CiVeuwle auch in der nächsten und nbernäd)ficn Saison noch mobern fein wird, wenn auch viel- Ie-.cht nicht nach der allerletzten Diode.
Don b-.e'em Gesichtspunkt f.nd Modcschöpser und St--! lun't.'cr auch für b t c neue Sailen au.1 gegangen, und haben die neuen Schnittlinien nur em wenig betonter aus der Basis ? r a.'ten aufaebaut. De i-h'.g verlaufenben. selten unterbrochenen Linien entsprechen der la- türlichk« it der Körperformen, di« Vöde haben ein« etwas größere Weile belo.n- men. d.c wieder durch Fallen. Godets. Tüten und Kasfaden-Arrangemenls erreicht wird. Trotzdem soll, so weit «- das Bormittagsflcto und das « nlache Rachmirtagsf.ed anlangl, die Silhouette schla nf bleiben. Die Röcke wirken dadurch, bah sie etwas länger und st off racher sind, auch beim Sitzen vollständiger a.s di« früheren mageren Rockstümpfchen. Reben der unv.'ränderten ‘Beliebtheit des Jumpers hat man sehr viel Neigung für das durchgehend gearbeitete schlichte Kleid mit dem schlanken knappen AermcI. für bsn man die hübsche Idee mit dem Brofldtl bat. ein Metall- ober ein rnelall- durchw rktes P^antasiehand oder ein mit Perlen besticktes schmales Band, das am Handgelenk das Bündchen ersetzt.
21 n dem kleinen, spitzen Aufschnitt. nur den bellen Crepe de Ehrnckragen, manchmal mit schmalen Spitzen und Hohlsaum. und aM weiter« Garnitur s^r viel Knöpf«. Es entspricht dem gc- bicgencn Zug der Mode, auch hier nichts Vortäuschen zu wollen; dies« Knopfe und Knopflöcher sind wirklich zum Durchknöpfen da. Sie schließen die Taille und häufig durchgehend auch den Rock. Das Material dieser Klc.der ist ausschließlich Wolle: verschwommen gemusterte KashaS. Kreppstoff« In Verbindung mit Leinen. Gewehr auS feiner Angorawolle, in Panamaart oder unrvgelmähigem Geflecht. Jerseys werden gern mit em paar Metallfäden
durch*chofkn. für Jumper und .n Ucbere.nft.m» mung m.t b den als Mantelfutter genommen.
Der Dorrn.ltagsi! 2 'tr. b".t .
□lote, den das Laufk.'eto hat mit dem in der Ta lle sitzenbrn (Bürte! den unqc*-weiften, auf- gestcppten Rahlen, dem kleinen d?chc b«aer Pelzkragen w rkl rr sportsmäßig und juzend.ch Alle d:c bereits trabuionr 1 gewordene.! poro'en englischen Gcweb«. in 'ich kariert auch gitterartig. 5um Teil unlymm^tri'ch gcmuflcr;, werden dafür verarbeitet und weichste schottische Kammgarn«. Stellt man Kompletts d <‘er 2lrt zusammen, mich man unter allen Umhänbcn vermeiden. fu einem betont gemusterten Manie, cm gle ch- alls gemustertes Kleb zu wählen, svnde.ii sich für einen Uniftof, in Tonverbindung entscheiden.
Und bann die Farben! Für tSrJemblce kommen eigentlich nur die sogenannten 2 rastenfarben in Betracht, die sich gut in das herbstliche und winterliche Stadtbild cinfügen. ®r-ai — beiac — taube - schokoladensarbe rauchgrau unv ein ganz tiefes iSrau. bas fast mc 'pwam vr r-' den RachmiltaaSklcidem madii sich eine noch gröbere Stoffulle b-.-n.<rkbar bi: ao.-: dank des noch weicher fallenden Matena!- die Silhouette auch nicht tvckntl'.ch vcrvr-.
haben bei leicht gcDluftcr Taille sehr tiefgehende Sättel, die di: Hustpartie markieren, dabei abc: flach aufliegen Der StoHtcittum beainnt ersi unterhalb der Häkle und txrtcdl sich in der Hauptfach« auf Seiten- und Vorderteil, während man die Rückseite glatt zu halten liebt. Hin und wieder liebt man Siufcnröde und qcmidcllc Rö§r auf tauchen, die indessen bis jetzt nichl recht Boden gewonnen haben. Dagegen werden einseitige Ra'- jungen und Zipfel. N: dem Anzug eine ruhige VeweMhril geben. zi:,nlich unverändert beide- , halten. Für diese kompliziert schlichlen Kleider |
'mell Samt eine 3oUe. dünner Belourchitton. Lindner Sam: Krefelder Seidenfamt. der 'ehr widerstands'äh»üe Velour ingtai*. der einen 'ehr starken Zusatz von Baumwolle aufweist. Hnb allerchanb a!ün*cnbc Seide' die aber weder durch Bcuartigfcii ihrer Gewebe noch ihrer Muster überraschen Sehr pk! Punktmuster wenn auch ni etwas ieränderter A orbnung kubistischc ßmtti: und orientalische Monve
Die neuen Farben hegen noch nicht mibcbuigt fest: es gibt führende Hauser, bi« sich augenblicklich 'ehr für Blau in allen Schwebungen <bevorzugt sind Deimitchungcn von toraui einfetzen und andere, die mit genau der gleichen Intensität alle nur erdenllichen Rots besonders für die elegantere RachmiüLgstmlette und das Adeiid- lleib lanciccen. Lichtgraue Töne und alle Nuancen von Braun vom hcllstcn Tabak, rötlichen Kastanien warmen Biber bis zum tiefsten Otegcrbraun find indessen ..-mlich unbestritten als MoXfarben für den Rachw.ittcg und Adcnb anerkannt
Vie neuen Abendtoiletten stellen ein auherorbentlub reizvolle» Gemisch von Anmut und Pikanterie dar emen Traum von Spitzrn und Selben, dcr nach den vergangenen, etwas phantasttschen Älcbcm beinahe unwirklich an» mutet Tiefe Spitzen- und Tülllleidrr find unendlich vornehm, ohne betonte i Efsekt und man rinpfinbel sie bei aller Festlichkeit als seldstver- stündlich. Lhiffon. sehr weicher Mr-iree, zarteste -larbcn, zarte Musterung. Lamees, slicstende Bro- fatc; bas ist ausschliestlich Material, dem alles Starre, alles Prätensiolc fehlt Der Reiz btefer Kleider liegt in ihrem Schimmer, ihrem gleitenden Faltenwurj, ihrer'Berhaltenhell Die Frage bleibt. Haben die grauen von 192b biefc kultivierte Mode geschaffen, ober schuf die Mobe als Sr» zieherin ben gegenöärtigen Fraueittyp?
Die Krau und das Heim.
Eine Leipziger Vortragsreihe.
Mit Recht toutbe t» von Seiten bet Frauen- vcrcin-e seh begrüßt, ba‘) das Lcipzig.r Weßamt in Berbinbung mit bet Baumesse aus der vcr« gaagenen Herbstmesse ein« Bortragsreihc .Die Frau und das Heim" veranstaltete, welche zur Aufgabe hatte, der Frau in Betbmbung mit dem Architekten den ih. Aulommenben Stnsluß auf die innere und trch.u'che Ausgestaltung der Mohnung zu liebern. Bisher hatte fich ja leider die Frau um diese Ding: noch sehr wenig gekümmert und die Folg: davon war. das, der Architekt auS Mang:l an Sachkenntnis in Haus- haltsdingen Wohnungen entwarf und baute, welche oft sehr wenig den praktischen drforbemiffen deS HauShaltS und der Tätig eit der Frau gerecht wurden. Unter dem timflub der Rach- kriegSzeit verfuchten die Architekten und ander« Kreise in den letzten 10 Jahren daS in übermäßiger Weife nachzuholen. waS vorher versäumt war. Da aber der Slnsluh der Frau fehlte, so traf man ost über- Ziel hinaus und schul Woh- nungen, welche die 3nbiolbualität deS Heimes zerstoiten. vieljach ja sogar für die praktische HauShaltsührung schwere Wihstände auswiesen. Wir haben genug Beispiel« solcher gutgemeinten, aber verfehlt:» Wohnungen. Ginc schematische Dlcichmacherel ist hier durchaus nicht am Platze. Eine Woh-.mna soll und mu(j eine gewisse ,ln- dioiduelle Seele“ haben und diefr belom.nt sie wohl stets erst durch die Frau und ihr Wirken. ES ist deshalb unerläßlich, daß die Frau bei der Ausgestaltung de- DrunbrisicS und der inneren Einrichtung einer Wohnung dem Architekten und Ingenieur berateno zur Seite steht. Dieses Ziel zu fördern, war u. a. der Zweck rxr Leipziger Boiträge. welche einen guten Besuch und große- Interesse auS allen Teilen Deutsch- lanb» aufzuweisen hatten.
AIS erste Rednerin sprach Frau Clara Men- d «»Berlin über .D i c Frau und der Architekt in der Segen mar l". Bon ihren sehr interessanten Au-sührung:n teilen wir das Folgende mit: Infolge der heutigen wirtfchaft- Uchen Berhältnisse müssen wir billiger und kleiner bauen, aU wie wir srüher g :tnol)nt waren. ES ist deshalb begreillich, wenn der Architekt an Raum sparen will, denn damit spart der Haushalt ja auch an Einrichtung Doch darf dieses nicht zu weit g hen. Wir müsien deshalb mehr darauf achten, zu welchem Zweck wir bauen. Wir brauchen vor allen Dingen Wohnungen von 2 bis 2»/i Zimmern für junge Eheleute, die schon seit Jahren auf daS eigene Heim warten. Dann brauche» wir Wohnungen für Familien, die sich von 6 bis 8 Zimmern auf 3 bis 5 einschranken müssen Schließlich auch Wocheneitohäuscheir. Die Wohnungen sollen praktisch und sachlich sein, aber bodi noch individuell und nicht kommunistisch sein. Frau und Architekt müssen zusammen arbeiten. Der Architekt will da- Aau#, die Frau will daS Heini. CS ist ein Unterschied zu machen, ob die Haus- srau nur .Hausfrau" ist oder ob sie iwch beruflich tätig ist. Im letzteren Falle muß sie auf besonder- sparsame Verwendung ihrer Kräfte im Haushalt bedacht fein. Wit Recht be- kämpft Frau Meitoe gerade für den Mittelstand daS berüchtigte EinheitSzimmer, in dein in der vorderen Hälfte der Hausherr am Schreibtisch sitzt, in der Mitte die Kinder spielen und hinten der Tisch gedeckt wirb. Di« Rednerin richtete an die Frauenwelt die ernste Mahnung, in den Fragen der WvhnungSgcstaltung mit- zuarbeiten und ihre etwa abweichenb« Weimu'g auch zum Ausdruck zu bringen. BiSher hatten viele vielleicht einen zu g:o icn Respekt vor der
Bon der Liebe eines Weibes.
Von Johanna von Vieh.
Daß es so schwer ist. so endlos schwer, von seinem Dlück au lassen! Zerbröckeln sah ich- vor mir, Stück um Stück, langsam nur, aber totgewiß. 11 nb ich konnte nicht helfen ob ich's gleich halten wollte mu meinen beiden armen Hände.i mit meinen heißesten Wünschen, mit jeder Fiber meine- Seins... es ließ sich nicht halten. Aufschreien wollt ich in Qual — aber ich schwieg und lächelte und Lebte dao tägliche Leben weiter. So jung war ich fo glückshungrig und hatte Ihn so Heb. o fo lieb! Wit der Zeit ging auch das vorüber. Ding c3 vorüber.' — Sei mll Herz, e- ist genug. Einen beredet zu haben, du selber verw: mit der Wahrheit fertig, das ist mit beincr Liebe.
Daß e» so kommen mußte gar fo anders, gar so traurig! Da- ahnte wohl keiner an jenem Sommeravend als tt>:r am Wa.dranb schritten. DaS Qtoenbrot stand noch am Himmel unb eine dunlle Wolke zog barüber wie ein Wärchen- gebilbe. ES war ein« gute unb große Stunbe. unb zwischen unseren Seelen war kein Unterschieb. Da batest du mich, dein Bkib zu werden. ... In jener Stunbe mußte Ich. da st «S einen Dott gäbe, b.« Tvelk ichlen mir^herrl'.ch unb die WensHen gut: Ich liebte ihn. Aber eben darum wollt ich nicht nützen. waS vielleicht nur di« St mmung einer weltfremden Stunde g svrochen .Lieber-, sagte ich Ici'e. .wir sind beide noch toir kennen weder daS Leden noch unS selbst. Laß uns erst beides erfahren und dann, wann du dich ftnbcß wie hcute. komme wieder“ Da küßte er meine Hände unb schaute mir still unb ernst in bi« Augen. Ich aber senkte di« mcin2k CT nicht sähe, wie meine Liebe um 6^0x15™ unb Verbergen rang, damit er biete Liebe nicht ahne, unb nicht gezwungen Ware, sie cinzulö'en wie «ine Schuld —
3nnercd die Wacht behielt übet fub tetoft! Hätee er wohl sonst so leicht, so be- freit geglaubt. WaS ich von Freund'chaft log. nachdem eine andere feine Liebe nahm? Ist es Z)cnn beS ManneS Art. nur in Feierstunden baS Dew und feine Seele zu suchen, unb. kommt her Alltag b«S LebenS, nach anberem. ganz anderem zu verlangen? Se.fam. ich habe jene nicht gehaßt, die fein Weib wurde! Blond und
jung unb ahnungslos nahm sie mein Glück und bereicherte ihr Leben. Seit jenem Tag aber weiß Ufr eS braucht nichl der Jahre, um' alt zu werden. Solch ein Tag tut mehr. In einem jungen Iahr^ kann man mehr erleiden unb mehr erfahren, als in einem ganzen geruhigen Linen. Es gibt Stunden, wo man nur eine» wünscht: daß sie vergehen, unb daß bet Abend feinen Morgen habe. -
Ader c- wurde ein Morgen unb wieder ein Morgen. Dinge ereigneten sich unb gingen vorüber. doch mein Herz blieb zulunstsios. ein« wehe Lin!amtete und Dürre. ES war nicht trotzig unb dunkel in mir. nur still, ganz still. Die balligen Gedanken tat ich von mir wie einst bas Spielzeug meiner Kindertage
Ich begann wieder, mein Tagwerk zu tun. aber eine Wandlung war in mir. eine Tletgung vom Borübergchcnden weg »um Zeitlote 1. Unb so i t eS noch. Ein Bleibende# suche ich in all dein Has'en unb Cleben, dem Leben unb Sterben in aller geräuschvollen Leere b*r Weit. Ich we.de langsam juna bas heißt diese- Mal: toif enb. tuenb. Seit sich jene- Reue gcftal.et. rußt zutiefst in mir eine Sicherheit daß ich mitten in Zweifel unb Kampf einen freieren Ge st habe als je zuvor. Je weiter ich Winberc. desto ßIller wird s in mir desto lichter vor nur Se.tg die vom Leben Erlösten unb doch nicht Gestorbnen. Weine Liebe liegt zuriick wie ein halbvergef ene- Träumen... nein, nicht so. sie iche.ni mir beute wie jener starke Engel mit dem einst Iakvd rang. Auch ich flehte: ich laf • dich nicht, du segnest muh beim: Unb er segnete micv- Unter Schmerzen lernte ich daS Große. Eine: Ent!a«n. Daß Ich per achte ein Weib zu lein, ha« heißt: gütig *.u werden Ich ahnt« em Hcbcrmir unb eine Tiefe unb suchte. Da sand ich jene Tiefe in mir unb jenes Wehr-alS-ich. Ich glaubte einst zu verlieren, doch es war nur Zufälliges: was Ich aber daran gewonnen habe, ist königlich: ich bin ich! Wer «S verstehm will, muß eS sich erleiden, unb weil ich m'ch felbh gefunden habe ich damit meinen Bruder unb bich unb alle gefunkten: ich bin bu! Daß ich eine Einheit zu erkennen beginn? unb ein Ganzes — Toll da- mein Rächst cs werben? Es wäre bas Grö'ßte. Bor mir sieg: b.e Weite einer unendlichen tat.... Ewigkeit... Setigter.
Daß eS einst fo fchu-er war. vom Glück zu lassen!
Mutier und Kind. •
Don Aenne Glück.
Mutterliebe ist ttlaturgefesi. Es gibt wohl kaum eine Mutter, die ihr fltno nichl liebt und fielt fern ’Afles im 2lug. hat. Fed, 'Mnticr möchte ihr stmd fordern. Ihm helfen, damit es sich geistig und körperlich voll entfalten kann, daß seine Äröske gestählt werden für den Stampf 1m Leben Doch zwischen geistiger und körperlicher Gesundheit ist ein großer unterschied, und nicht oft genug kann man den Muttern zurufen: Vergeßt neben dem leidlichen Wohl ihre geistige Entwicklung nicht! Gewiß ist es für die Entwicklung des Kindes äußerlt wichtig. Daß die Muller dafür forgt, daß das Kind gesunde, nahrhafte Speisen und Getränke erhält, daß cs stets sauber gehalten wird, sowohl fnrprrhfh als auch in der Slleidung. baß «»genug schlaft, viel an die Luft kommt, daß es jeden Morgen sein Frühstück ißt und rtchl.zeitig zur Schule kommt, aber es gibt Diele kleine Dinge, die die Muller nur zu oft außer acht laßt und die doch an einem Scinb«, do» für olles äußerst empfänglich ist. nicht spurlos vorüber gehen. Ti nachstehenden kleinen Ratschläge mögen den Müllern heben, nichts in der Erziehung ihrer Kinder zu übersetzen, was irgendwie verderblichen Einfluß haben konnte.
Laß nie Dein Kind Zeuge von ehelichen Streitig- feiten lein. Es vertiert dadurch die Ächtung unb den Respekt vor den Eltern.
Klage nie beinern Kinde gegenüber über dielen oder jenen, fprich vor dem Kinde nicht o.-rächtl^ch von Bekannten. Das Kind wird immer bnw Stellung nehmen, gewähnt sich selbst dos Klatschen an unb gebraucht auch häßlich« Sorte.
Laß es nie xu, daß sich da» Sanb an der Unter- Halfans Erwaw'ener beteiligt. Denn auch alle von dem Jlugtn* Kind entzückt sind, e» Ist gewiß nicht zu feinem Nutzen, unb bu wirft gar bald mitten. wie häßlich ein altkluge» (frühreifes) Kind wirkt.
Acht« bei Festlichkeiten, bei denen da» ftmb wohl einige Stunden antoefenb sein kann, darauf, baß es zu feiner Zeit 3u Bell kommt. Ein übemäd^igte» k'nd ist in der Schule nicht zu gebrauchen, und es Hut doch noch viel Zelt, Die Freuden des Lebens zu genießen. .
.Ueberlegenh.it bei Mbnr.es" unb fürchteten den neu. n 3beeii gegenüber welche natürllch auch viel Gute» haben, altmodisch zu erscheinen. Es müfscn also unter stärkster Mitarbeit bet Frau b:c verschiedenen Hauslnre erarbeitet uxrbcr, wobei natürlich bc:n Individuellen noch entsprechender Spielraum zu g brn ist. Die Lage der ein*. Wechnräu ne meinanber, bie Gro» ffnoerhUtniise der Wodn- und Lrtxitsiäume. dis Lüslung und Sonnenbcftrcblang Heizung und Beleuchtung srnb nragen. wclchc vom 3rd>itt!leit gemeinsam mit btr Frau behandelt werden müssen. Dl« Frau Hit. ob sie nun letost kocht ober nicht, ba» a.ößte Interesse an bet Küchen- anlage unb -Luirichtung UcbcdlülHgc Wege sind bekonderS im kleinen Haushalt unb dem bet bcruffMtlflcn 5rau zu vermetoLn. Schlrs- unb Babctäume sollen lebcntinanbcr Hegen. Klosett unb Baberau in aber g. trennt sein Mindestens müßte in jeder Wohnung eine Duschen-
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flächen find auch aus dem C-ruabe zu ver- mctDtn. weil sie große Aiite't für die Xetnl« guna erfoebenu Natürlich mun au-reichende Helligkeit unb Lüftung vorhanben fein.
Dl« Ausführungen von Frau Wende wurden in technifch.r Hinficht durch den Bvrtrsg des Reaierungsbauiat u. D. dtegemann über .Gefunden Wohnen, gesundes Bauen" wtet- cffanl rnaänzl. Die Frage der besten Wohn- form kMletskaseine obri Auflockerung gcrlu* miae Wohnungen) ist nicht nut cui Problem dcr Wirtschaftlichkeit, sondem auch eines der Volks- fiefundheit. Wohndichtigkelt und erhöhte Steifte icbfeit bei Säuglingen. Steigerung der Ansteckung bei Epidemien und Sinken des Sitte lichkeitsr.grllfes der Jugend ft eben in einem engen Verhältnis zueinander Licht und Lust sind die erften Voraussetzungen für eine aesund« Wohnung, aber deshalb braucht man noch keine Glasbäufer in unserem Äluna zu bauen, welch« wärme technisch durchaus unzweckmäßig sind. Vor allen Dingen ist die Verwendung bei neuen ultravioletten Glases envunfd)!. welches auch br« ultravioletten, wtrlunglvolleii Sonnenstrahlen buvchläßt. Leiber ist es noch zu teuer, uni Allgemeingut Im Wohnungsbau werden zu können. Auch kleinere Oeffnungen sorgen für genügende Luftzufuhr, wenn fie nur dazu benutzt werden. Das Hache Dach ist an unb für fich gut. aber eS muß für eine gute Wärmelfvllerung «ttrtfdxn ihm und den darunter Hcgmbcn Wo' n- räumen g torgt werden. Das ist h.utc lechni^u» einwandfrei zu rnacheii. Holzfußboden ist infolge feiner Fugen ein veralteter Bazillenträger, der möglichst durch einen fugenlosen Fußboden Au ersetzen Ist. (Steinholz und Linoleum). Auch die Wandbekleidung foll abwaschbar sein, besonders In Tollettc- Babe- unb Küchenräumen. Dcr Grundriß Ist die Grundlage für d.e Woh- nuna unb für einen wirtfchaillichen Häusln- tri cd. Wichtig ist die Einordnung der Küche in ihm, wobei überall da, wo feine Hausangestellte vorhanden Ist. darauf zu ftßen Ift. bah die Hausfrau von der Küche aus das Wohnzimmer mit ben Kindern überwachen kann.
Am folgenben Tage sprach Frau Dr. M a r • g i --Berlin über ,D i« Technisierung bet Hau-balte Sie fotbette, was der Architekt von heute — wenn ihm Geld genügend iu Gebote steht - als Selbstverständlichkeit un- >eht. also Zentralheizung, BVinntDaftecixTtor- lung. ebenso wie die heute wohl in allen fiähti- eßen Wohnungen vorhandene gewöhnliche Was- ctleitunfl und Steltriziiäi-- sow": Gasanschluß. •Unter anderem forderte sie einen besseren Unterricht der Mädchen, auch in den Volk-fchulen, in Physik und Ehemle. Beide- sind die Grundlagen für die im Haushalt angewandte Technik Dann erwähnte Frau Margis noch die verschiebenirn Haushaltmafchitien Im Einzelnen und verband damit die Forderung nach billigeren Tarifen der elektrifchen Kraft unb Wärme.
Den Schluß bildete ein Bort rag non Frau Elifabeib von Stephanie-Hahn über
Ziehe Dein Kind immer sauber und nett an, stutze es aber nicht übermäßig heraus, du behinderst Da- durch nur den natürlichen Sinn, die freie Bewegung, machst das Kind piztzsüchtlg unb eitel; es Ift ihm viel dienlicher, wenn es In allen Dingen zur Bescheiden- Helt erzogen wird.
Laß dein Kind getrost mit anderen Kindern zu- lanunen spielen. Lehre •», sich zu vertragen, gerecht zu urteilen, nachzugeben, wenn es Streit gibt, und schilt nie andere Kinder In seinem Beisein.
Wo» die Schulausgaben betrifft, so hilf dem Kinde, wenn bu Zeit haft, aber nicht derart, daß du ihm die ‘Zlufaaben machst, sondern so. daß du Ihm ubrr ftetne Lücken hinweghilfst durch gute ein- suche Erklärung: denn dadurch, baß da» Kind für die Ausgaben, die du gemacht hast, em Lob in der Schule bekommt, tust bu nichts für fein wettere« Fortkommen. Es wirb nur unfrlbftänbig. nerläßl sich auf andere unb lernt nicht selbständig denken.
Wenn bu bich mit dem Kinde unterhältst, sprich klar, beutfich unb richtig Mache «» auf die Geheimnisse unb die Schönheiten der Natur aufmerksam, erkläre ihm Zusannnenhöngc, daß cs lernt, logisch aufzubauen und zu denken.
Hüte dich dot der „Affenliebe" Da« Kuid wird sie sich bald zunutze machen, wenn e» weiß, daß du in deiner ube, großen Liebe doch über all feine Unarten hinwegfiehsi.
Erziehe bas ftmb zur Wahrheit. Gewöhne e« kleiner Ersparnisse wegen nicht daran, in der Stea- ßenbahn ulm. bas falsche tiüer zu nennen, bu scha- beft dem Kind« viel mehr, als du dir nützt, denn km Charakter wird durch diese kleinen Schwindeleien bestimmt nicht geläutert unb gefestigt.
Denn bas Kind über ben Lehrer flogt, stimm» ihm nicht be». sondern erklär« ihm. daß Die Strafe oder der Tadel gerecht feien.
Denke immer daran, baß es dem Kinde viel dienlicher Ift, wenn es ein bißchen streng angefaßt mlrb. Es wird den Kämpfen unb Stürmen im Leben viel eher trotzen können als ein verwohntes, verweichlichtes ftmb.


