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mit der seit dem Kriege aufgebauten mäch t l- | gen Flotte D:« französischen Luststre tt- k r ä f t e werden dauernd ausgebaut. Großbrttan- nien hat eS nicht anders getan.

Englands Stellung zur Abrüstung

Genf, 11. Sept. CD TB.) 3n der heutigen Vormittagssitzung der DölkerbundSver- f ammluno ergriff bei der Generaldebatte der englische Sauptdelegierte Lord Lushendun das Wort. Gr betonte zunächst, daß keine in der Generaldebatte behandelte Frage wichti­ger sei als das Abrüstungsproblem.

Die Enttäuschung de« Reichskanzler» über die Langsamkeit de» Aortschreileus könne er durch­aus verstehen. Er selbst teile diese Ent­täuschung.

Lord Lus-endun ist aber der Weuurng, daß der Reichskanzler die Schwierigkeiten nicht in chrem vollen AuSrnoße würdige. Wenn dieser die dringlichste Aufgabe der Dölkerbundsver- fammlung darin sehe, einen Beschluß zu fassen, durch den die Hoffnung aus Abrüstung verwirk­licht werde, fo stimme er dreier Auffassung nicht zu, denn kein Beschluß der Dölkerbundsvcr- fammlung werde dieses Ziel erreichen können. Die DöUerbundsverfammlung könne nur den Wunsch nach Abschluß der Arbeiten und die Enttäuschung über dielen noch nicht erfolg­ten Abschluß zum Ausdruck bringen.

Dach einem Hinweis darauf, dah Artikel 8 des DölterbundspakteS bi« Herabsetzung der Rüstungen mit 6 em für die nationale Sicherheit und die Erfüllung der internationalen Verpflichtungen nötigen Minimum in Verbin­dung bringe, erklärte er,

dah jeder Staat da» dafür nötige Rlah selbst seslseheu müsse, und daß gerade darin die eigentlichen Schwierigkeiten liegen.

Mit einer Einigung zwischen einzelnen Staaten in dieser Frage sei es durchaus nicht getan. Die Bor- bereitung des Abrüstungswertes erfordere daher viel Geduld. Man dürfe aber nicht vergessen, daß der aufrichtige Wunsch nach Erfolg aus allen Seiten vorhanden sei, das betonte er mit Nachdruck. Nach nochmaliger Zustimmung zu dem, was der Neichskanzler über den kritischen Charak­ter der Situation und über die Enttäuschung wegen der Langsamkeit des Fortschreitens sagte, wies er auf die Erfolge hin, die immerhin bereits in der Vorbereitung erzielt worden seien. Unter Zi- ticrung der bekannten Zahlen über die englische Abrüstung legte Lord Eushen dun dann klar, in welchem Umfange England gegenüber der Vor­kriegszeit sein Flottenpersonal, die Zahl der Schiffe und ihren Tonnagegehalt vermindert habe.

Bon nicht zu unterschätzender Bedeutung seien die Schwierigkeiten, die nach einstimmiger An­erkennung aller Sachverständigen vom Luft­krieg in Berbinduag mit dem Gaskrieg zu er­warten seien.

Beide Zweige fördere man als Friedensindustrie, aber In beiden Fällen könne man sich keine Illu­sionen machen über ihre leichte Verwertbarkeit beim Ausbruch eines neuen Krieges. Bei Behandlung des britisch-französischen Flotten- kompromissev wies Lord Eushendun mit Nachdruck die entstandenen Deutungen al» unbe­gründete Verdächtigung und reine Erfindung zurück. Der wesentliche Faktor für bk schließliche Verständigung sei da» Vertrauen. In diesem Zusammenhang begrüßte er die Wendung Briands vom' Friedensgeist, der die sorgfältigste Pllcge erfordere, und verwies darauf, daß ein Er­gebnis des Kellogg-Paktes die Förderung dieses Friedensgeistes sein werde. Auch die Vor- arbeiten für die Abrüstung werden durch da» Zu- stcmdekommen des Kcllogg-Paktes gefördert wer­den. Wiederholt betonte er zum Schluß die epoche­machende Bedeutung der gemeinsamen Anstren- qungen zur Durchführung des Friedensideals in Harmonie mit dem Dölkerounde und legte nochmals größten Nachdruck auf die Versicherung, daß es die ängstliche Sorge der englischen Re» g i e r u n g sei, die in Artikel 8 des Völkerbunds- paktes enthaltene Abrüstungsverpflich- t u n g dadurch zu erfüllen, daß der Boden für die gemeinsame Aktion gesckzaffen wird.

Die nächste Sitzung der Bölkerdundsversamm lung, die nunmehr heute nachmittag ihre Arbeiten in den Versammlungsausschüssen aufnimmt, wird später festgesetzt werden.

Norwegen wünscht, daß nun etwas geschieht.

Dens. 11. Sept. (WB.) Don den drei Der- sammlungSauSschüssen. die heute nachmittag ihre eigentlichen Arbeiten begonnen haben, begegnet der dritte VersammlungSausschuh (Ab st ungSf ragen) dein meisten Interesse. Wie rn allen Ausschüssen, sind auch in diesem Ausschuß alle 50 Delegationen durch je ein Dlitglied vertreten, das von Sachver- stänbigen begleitet ist. während im sogenannten tvorbercitcnbcn Abrüstungsausschuß nur einige 20 Staaten mitwirken. Dagegen fehlen bei diesen Verhandlungen die Vereinigten Staaten von Amerika uub Sowjetruhland, die alS Dichl- mitglieder nicht teilnehmen können. Deutsch­land ist durch Graf Bernstorfs bzw. durch Staat-sekretär g. D. v. Simson, font? durch meh­rere Militär- und Marinesachverständige ver» treten. Außerdem nimmt Geheimrat Frechere v. Weizsäcker, der Leiter Des VölkerbundS- veferateS im Auswärtigen Amt. teil.

Die allgemeine Aussprache über das gesamte Abrüstung-Problem tm dritten De r- sammlungsauSschuh wurde von de n Ge­neralsekretär der Interparlamentarischen Union, Lanae-Rorweaen, eröffnet Lange brachte auf Grund einer Instruktion seiner Regierung den lebhaften Wunsch zum Ausdruck, daß

auf dem Beben be» Artikels 8 de» Völkerbund» pakle» nunmehr etwa« geschehen möge.

Gr freue sich, feststellen zu können, dah dieser Wunsch sich auch mit den Darlegungen Bri - andS und Eushendun» deckt. 3m Gegensatz zu den Arbeiten über die Sicherheitsfrage sei der Stand der Vorarbeiten über die Abrüstungs­frage nicht befriedigend, weshalb eS notwendig fei. daß gegenüber den politischen Gesichts­punkten die technischen Fragen zurückireten. Driand habe dasselbe wohl gefühlt. alS er in seiner gestrigen Rede von den Schwierigkeiten sprach. Die Techniker von ibrem Standpunkt ab- wbringen. Sa» Beispiel. Da» England und Frankreich durch den Abschluß de - Flot­ten k o m p r o mi fse S gegeben haben sollte nach

Veichsbcmk und

Köln, 11. Sept <WTB.) 3m Anschluß an die auf dem 7. Allgemeinen Deutschen Bankiertag heule vormittag -um Thema Sie Lage ber Landwirtschaft und ihre Bedeutung für da» Bankgewerbe" erstatte­ten Referate ergriff Reichsbankprästdent Dr. Schacht das Wort, um seinerseits die Stel­lung der 2eichSbank zur Frage der deutschen Landwirtschaft zu umreisten. Dr. Schacht führte u. a. aus: ..Es ist nicht das erstemal, dah von dem Deutschen Bankiertag Auswirkungen auf die deutsche Landwirtschaft ausgehen. Die eine weittragende Bedeutung ge­habt haben. Ich glaube, daß der Umstand, daß Der Zentralverband diesmal auf feine Tages­ordnung die Frage Der deutschen Landwirtschaft gesetzt hat, eine ähnliche Auswirkung ausüben kann, insbesondere nachdem wir aus den Resera« len eine Beurteilung und Beleuchtung deS Pro- blems erhalten haben, die . in einem gewissen Gegensatz steht zu der Art und Weise, wie die Landwicifchaltsfragen vielfach m der deutschen Oeffentlichkeit beurteilt worden sind.

Der Redner warnte vor der D e r k n ü p f u n g der landwirtschaftlichen Fragen mit par­teipolitischen Interessen. Dorn Standpunkte des verantwortlichen Leiters der Notenbank aus sei zu sagen, daß bis zum Kriege die Landwirtschaft und dos Zentralnoteninstitut nicht allzuviel Berührungs- punkte gehabt hätten. Das sei unter dem Druck der Verhältnisse noch dem Kriege anders geworden. Die Reichsbank habe sich um die landwirtschaftlichen Dinge stark kümmern müssen, und es habe natürlich auch nicht an Kritikern gefehlt. Den Vorwürfen, daß die Reichsbank die Wcchselverpflichtun- gen der Landwirtschaft gefördert habe, be­gegnete der Reichsbankpräsident mit dem Einwand, daß ja die Reichsbank nur Wechselgeschäfte machen könne. Die Schuld liege hier nicht auf Seiten der Reichsbank, sondern in unserer gesetzgeberischen Organisation auf diesem Gebiete. Dr. Schacht sprach sodann die Uebergeugung aus, daß auf den Wegen, die Dr. S o l m s s e n gewiesen habe, durchaus die Möglichkeit bestehe, eine kräftige Hilfe für die Landwirtschaft zu schaffen. Notwendig sei aber

ein Zusammenwirken zwischen Landwirtschaft, Banken und Industrie, um eine gesicherte flre- bilgrunblage zu schaffen.

Ich glaube, so fuhr ber Redner fort, für die Reichs- bank erklären .zu können, daß wir bereit sind, auf diesem Wege in nachdrücklichster Weise mitzuarbei- ten. Es kommt letzten Endes aber nur auf den W i l- l e n zur Tat an. Gerade die äußeren Ereignisse

seiner Meinung auch von andren Staaten be­folgt werden.

Lange empfiehlt die Beschränkung der Militär­budget» unb tritt für bie Einsetzung eine» stän­digen Ausschüsse» eia, der bie Fortschritte in bet effektiven Abrüstung in den verfchiebenen Län- dem verfolgen sollte. E» müsse ein feste» Ver­hältnis des Rüsiungssiandcv der einzelnen Län- der durch vertragliche Vereinbarungen geschaffen werben.

Die Dölkerbundsverscrmmlung sollte sich deshalb für die beschleunigte Wiederauf­nahme der Arbeiten de« Dorbereitenden Ab­rüstungsausschusses einsetzen und verlangen, daß die Einberufung der ersten internatio­nalen Abrüstungskonferenz auf jeden Fall vor der nächsten Völkerbundsversammlung erfolge. Allerdings müsse der geeignete Zeit­punkt abgewartet werden, damit von vornherein Aussichten für einen Erfolg vorhanden find.

Ein objektiver Tatbestand.

Berlin. 11. Sept. (WTB.) Zur Briand- Rede macht die .Deutsche Diplomatisch- Politische Korrespondenz" unter dem einleitenden Hinweis, daß die Rede von der ganzen deutschen Presse und dem objektiven Teil der Weltöffentlichkeit mit einem Befremden ausgenommen worden sei, daS auch die Dar­legungen Briands vor der Presse nicht zu besei­tigen vermocht habe, folgende Ausführungen:

.Briand hat ungefähr angepeutet, die deutsche Abrüstung sei wesentlich eine materielle, habe lange gedauert und ein gewisse» Drängen not­wendig gemacht. Die Anspielungen auf das Be­dürfnis nach moralischer Abrüstung lassen sich in diesem Zusammenhang schlechterdings nicht anders auslegen, als daß deren Stand in Deutsch­land nicht vollkommen befriedigend sei. Der Be­stand unserer Dertridigungskraste ist durch den Versailler Vertrag feftgelegt. Angesichts der Größe und Schwierigkeit der Aufgabe kann die Verzögerung kaum im Ernste behauptet werden, denn die Zerstbrungsbestimmungen waren bereit» 1923 zu 95 Prozent er­füllt.

Ob erzwungen ober nicht, bie Verminderung bet deutschen Verteidigungskraft auf ihr gegenwär­tige» Maß stellt einen objektiven Tatbestand dar, von dem alle anderen Mächte au»gehen müßteu. um ihre Maßnahmen für den Rüflung»abbau daran zu knüpfen.

Wo befinden sich weiter die deutschen Re­serven, auf die Driand anspielt? Er ver­wechselt vfsensichtlich die Beariffe Menschen- mahtrtal und Kriegsmaterial einschließlich Rü­stungsindustrie. Das eine ohne Da» andere ist unter den modernen militärischen DerhLltnissen wertlos, und der Wiederaufbau einer Rüstungs­industrie in Deutschland würde Jahr und Tag dauern und ßnnte nicht einmal geplant werden, ohne in der ganzen Welt alS ein Verstoß gegen hie vertraglichen Verpflichtungen bekannt zu wer­den. Der Versuch DriandS schließlich, die Zurück­haltung gegenüber der Abrüstung mit einem Hin­weis auf den Bolschewismus und seine Gefahren zu erklären, ist widerspruchsvoll, denn in dem Augenblick, al» man Deutschland die Zerstörung seiner Wehrmacht auferlegte, war diese Gefahr ja viel akuter und unübeZehbarer, Deutschland zudem al» unmittelbarer Rachbar ihr in viel höherem Maße ausgesetzt al» andere Länder. Damals hat man keine Rücksicht auf die heute angeblich vorhandene Gefahr genommen. Briand hat sich bei ferner Rede einer Argumen­tation bedient, tote sie toohl in einzelnen natio­nalistischen Organen planmäßig immer wieder auf taucht. wie sie aber weder zum «Geist der Verständigung noch zu den Bestrebungen paßt die er selbst einst mit dem

Landwirffchast.

ber allerletzten Tage sollten uns immer wieder in den Kopf hämmern, daß wir un» auf unsere eigene Kraft verlaßen müssen (lebhafter Beifall). Die Hoff­nung auf ausländische Hilfe ist ein Aktivum, bas ich auch nichtmiteiner Markin meine Bilanz einstellen möchte Eigene Kraft muh bei uns hundertprozentig zu Buche stehen."

Eine wichtige Entschliehung.

3m Anschluß an die Referate wurde eine Entschliehung einstimmig angenommen, in der zum Ausdruck gebracht wird, daß, um eine aktive Mitarbeit Der Deutschen Banken und Bankiers an Der Verbesserung oder Lage Der Landwirtschaft durch Versorgung ihres Kredit­bedarfs über das heutige Maß hinaus zu ermög­lichen. die wichtigen Vorbedingungen von der Landwirtschaft selbst getrof­fen werden mühten. Es seien Einrichtungen an­zustreben, welche einen

Ersah ber pafonalfrebile durch IDarenfrebite ermöglichen und die gestatten, dem Landwirt durch Beleihung seiner geernteten Erzeugnisse Betriebsmittel zur Weiterfüh­rung der Wirtschaft zur Verfügung zu stellen. Um dieses Ziel zu erreichen, verlangt die Ent­schließung verstärkte Einführung Der S t a n - darDisie rung der einzelne Erzeugnisse auf Grund amtlicher Rormotivbestimmungen. Ent­wicklung de» LagerhauSwesenS, Ausbildung DeS Rechtsinstituts DeS handelbaren Lagerscheins. Hinsichtlich Der PersonalkreDite Durften aus dem Wege der Gesetzgebung und Verwaltung

unter keinen Umständen Maßnahmen ge­troffen werben, welche geeignet find, bie Pro- olnzbanken zugunsten anberer Gruppen de» Kreditgewerbes aus bet Geschäftsoerbinbung mit der Landwirtschaft auszuscheiben.

Bei der Geldbeschaffung für die Landwirtschaft im Wege Des Hypothekarkredits muh dahin ge­strebt werden, im Verkauf von Pfandbriefen auch deutsche Werte in noch größerem Umfange zu erschließen. Zur Erreichung dieses Zieles sowie zur Verbilligung des von der Landwirt­schaft zu zahlenden HypvthekenzinseS bedarf eS Dringender Beseitigung des Steuer­abzuges vorn Kapital. Die Einengung deS landwirtschaftlichen Beleihungsgeschäftes der pri­vaten Hypothekenbanken und ihres Pfandbrief- absatzes zugunsten öffentlich-rechtlicher Institute bedeutet eine Schädigung auch der Interessen der Landwirtschaft.

zündenden AuSrus auSdrückte: .Rieder mit den Kanonen, nieder mit den Mitrailleufen!"." Frankreichs Rheinlandmanöver

eine Drohung.

Paris, 11. Sept. (WTB.) Die Manöver der französischen Rheinarmee, die tm Gifel-Debiet abgehalten wurden, sind heute zu Ende gegangen. Der Oberkommanbie- rtnbe Der Rheintruppen. General Guilleau­me t. kam in seiner Kritik und Würdigung auch auf die Teilnahme eines britischen Hu­sarenregimentes zu sprechen. .Ich wun­dere mich," so sagte er, .daß die deutsche Presse dieser Teilnahme besondere Bedeutung beiaemes- sen hat, da feit vier Jahren gemeinsame Hebun­gen zwischen französischer und indischer Artil­lerie auf Dem Hebungsplahe in Bitsch ftattfan- den und unsere Luststreitkräfte alljährlich bei den englischen Manövern mitwirken." Zum Schluß kam der General auf Die Leistungen Der Trup­pen im Manöver zu sprechen und erklärte, sie hätten der Bevölkerung gezeigt. Daß es noch eine französische Armee gibt, mit der man wird rechnen müssen, falls Die diplo - matischen Instrumente nicht genü­gen sollten.

Aus aller Wett.

Die Gtinnes-Affäre.

Wie dieStunde" au« Wien meldet, legte der im Zusammenhang mit der S t i n n e s - KriegSanleihe-Affärc verhaftete ehe­malig« leitende Direktor des HolztrusteS Foresta. Bela Groß, ein teilweises Geständnis ab. Gr sah sich dazu genötigt, weil in fernem Duroau Korvespondenzen beschlagnahmt worden sind, woraus seine Verbindung mit Stinne« tlat hervorgeht, so daß seine Mitschuld an den Schwindeleien mit Kriegsanleihe mit Sicher­heit nachgewiesen werden konnte. Der deutsche Regierungskommissar für Krieg Sa nleiheablösung. Dr. Heinemann, und Kriminallommissar Vrassvw sind zur Untersuchung ht Wien ein- getrvfsen.

Der Hastprüsungstermin für HiAv StinneS, der am Mittwochvormittag in Moabit ftattfinben sollte, ist auf Antrag der Verteidi­gung aufgehoben worden. Von der Vertei­digung wird hierzu folgendes mitaetcilt: Ver­anlassung zu diesem Schritt der Verteidigung gab die 'Tatsache, dah Gründe, aus denen auf Verdunkelungsgefahr geschlossen worden ist. bis­her nicht aktenkundig gemacht worden sind. Die Verteidigung hat deshalb den Antrag gestellt, daß zunächst in dieser Hinsicht den gesehllchen Vorschriften Genüg« getan wird, und darum ge­beten, daß hr von Den Derduntelung«gründen Kenntnis aegeben wird, damit sie nach dieser Richtung ihr« weiteren Maßnahmen vorbereiten kann.

Raubmord im v-Zug.

6m furchtbare» Verbrechen ist einer Berliner Meldung zufolge nachtS im dem Zuge zwischen Hamburg und Bremen be­gangen worden. Der Direktor Rordmann von der zum Wannenbergschen Margartnekon- zern gehörenden Delmenhorster margartnefabn! ist von einem bisher unbekannten Täter er­mordet, beraubt und au» dem fah­renden Zuge geworfen worden. Die ver­stümmelte Leiche wurde von Bahnbeamten ge­funden, Heber Die näheren Einzelheiten des Ver­brechen- ist noch nichts bekannt. Die Kriminal­polizei unb bk Gericht-kommission befinden sich am Tatort und haben Spürhunde auf Die Spur De« flüchtigen Mörders gesetzt.

Em« GenchtSkommisiion mit bem Staatsanwalt au« Wesermünde hat sich wie aui Bremen ' gemeldet wird, gestern nach Dem Bahnwärter hau«

bei der Station Scheessel an der Bahnstrecke Bre­menHamburg begeben, um den Tod deS Di­rektors Rordmann aufyiflären. der etwa 150 Meter von dem Dahnwärterh:u- mit zer­trümmertem Schädel au g fimben worden ist. Rach Ansicht der Äommi'i um ist Direktor Rordmann im Schlafe bestohlen oder überfallen und, al« er sich zur Wch: 'etttr. auS Dem Zu« geworfen worden. Die SchadeIzerrrümmerung Ist jedoch nach Ansicht der Kommission edt durch das Aufschlägen de« Kopfe« aui tue Schienen emgetreten. Sämtlich« Wertsachen, di« der Tote bei sich trug, sind verfchwunderr. Lediglich der Mantel und der Hut. die der Täter anscheinend ebenfalls au« dem Zug ge­worfen hat. sind ausgefunden worden. Direktor Rordmann stand im 52. LebenSjahc. Er hinter­läßt eine Frau mit fünf Kindern.

21 Todesopfer

der Saiher Eisenbahnkatastrophe.

Prag, 11. Sept. . WTB.) Rach einer von der Direktion der tschechoslowakischen Staatsbahn in Brünn veröffentlichten Mittelluna beträgt die Gesamtzahl der bei der Sisenbahnkalastrvphe in Saitz getöteten Personen' 2^ AuS Den Trümmern der Waggons wurden 18 Tote geborgen. Hiervon konnten vier Perionen (drei Frauen und ein Mann) infolge der furchtbaren Verstümmelungen noch nicht identifiziert werden. Unter den identifizierten Toten befindet sich außer den bisher bereits «meldeten Aus­ländern. noch daS Ehepaar 'Albert und Anna Körnig auS BreSlau. Heute nachmittag ist erre GerichtSwmmifstvn an dem Ort der Natastrovhe erschienen. Der Verkehr auf der Eisenbahn streck» ist heute abend auf beiden Gleisen wieder auf­genommen worden.

Schwer verletzt wurden 18 Personen, leicht verletzt 50 Personen.

Jaule unb fleißige Wähler.

Der Reich»wahlleiter gibt jetzt in einer zusammen- fassenden Darstellung Die Hauptergebnisse ber Wahlen zum Re ich»tag am 20. Mai 1928 bekannt. Aus dieser Zusammenstellung ergibt sich, baß bie geringste Wahlbeteiligung auf der Insel Helgoland festgestellt werben mußte. Es haben sich hort nämlich nur 41,6 o. H Stimm­berechtigte an der Wahl beteiligt. Ueberau» uner­freulich war diesmal auch die Wahlbeteiliaung in Baden. Von den Stimmberechtigten haben sich an ber Wahl beteiligt im Amtsbezirk Kehl nur 49,2 o. H., Müllheim 48,5 o. H., Bühl 48,4 o. H. unb Dbemtird) nur 45L v. H. Im Gegensatz zu diesen unerfreulichen Feststellungen stehl aber ber Kreis 3 t r i e g a u im Wahlkreis 7 (Breslau), in bem die höchste Wahlbeteiligungsziffer erreicht wurde, nämlich 93,6 o. H.

Die 500 DOO-lHarf-Brämie ber Jktnfj.-Sübb. Lotterie.

In der gestrigen letzten Ziehung ber Preuß - Südd. Klassenlotterie wurde al» erste- LoS Di« Rr. 146 500 mit einem Gewinn von 1000 TM. ge­zogen. auf welche- bestsinmung-gemätz Di« Prä­mie ht Höhe von 500 000 TM. entfällt. Das Ge­winnlos wurde m Achteln teil- In Altona, teils in BreSlau gespielt. Kurz darauf wurde auch der -weite Hauptgewinn von 300 000 Mk. gezogen, unb zwar auf di« Rr. 280 387. die in Achteln hi Heilbronn und in ber zwei­ten Abteilung in Diertekn in Mannheim gespielt wird.

Ueberrodltigfe Wegelagerer.

Ein Hamburger Aukv wurde gestern auf de» Thausiee in der Rähe der Förlkevei Dcetzhach von Wegelagerern überfallen. Die Angvefer brachten das Auto dadurch zum Halten, daß ftr einen großen Felsstein durch das Fenster auf den Fahrer schleuderten, ohne ihn jedoch zu ver­letzen. Durch den Rus .Geld her, oder wir schießen" lieben sich die Insassen jedoch nicht cinschüchtern. Sic setzten sich zur Webr und e« gelang ihnen, mit Hilf« eine« hinzutonnnenden Motorradfahrers, zwei der Wegelagerer festzu- nchmen und mich Bergedvrf zu bringen.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Das westlich« Hochdruckgebiet, besten Kern !i4 nach bem Kanal und ber Nordsee verlagert hat läßt es an feiner Borderseite in Verbindung mt ber Rückseite, der sich über Südskandinaoten befind sichen Druckstörung ^u Kallluftzufuhr kommen, di« sich südwärts bis über Deutschland erstreckt- Du Temperaturen lagen deshalb heute morgen aber­mals 3 bis 5 Grad tiefer als am Vortage. Da mb in die antugMpnalc öinbftrömung gelangen, si macht bie Erwärmung nur langsame Fortschritte Rocht« bkibt es frisch. Heiter«» unb trockene« ®#t ttr herrschen fort

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