Aus der Provinzialhauptfiadi
Sieben, den 12. 3uli 1928.
Hautpflege im Gommer.
Don Dr. E. MoSbacher.
Unter bem Einfluß der Hitze vermehren Rd> bi« Absonderungen der Hautdrüsen außervrdent- lich- Schweiß und Talg vermischen sich mit Staub, verstopfen die Poren, und die Atmung der Haut wird erheblich behindert. Am besten werden diese störenden QSenmretnigungen durch den Gebrauch von warmem Wasser und Seife entfernt, im Anschluß an diese Reinigungsprvze- dur empfiehlt sich eine erfrischende Waschung mit kaltem 'S?aHer. Personen, die an und für sich an starker Absonderung der Hautdrüsen. an einer fettig glänzenden Haut leiden, werden gut daran tun. das Gesicht vorsichtig mit spirttuöfen Wassern abzureiben. Ander er- feit» wird sich bei sehr tnxfener Haut zur Lacht leichtes »infdlen mit einer mtlden Creme empfehlen. Während im Tal zur Ab» ehr der Sonnenstrahlen - Gefahr der- Haut- entzündungl — die übliche Creme ausreichen durfte, leistet auf Hochgebirgswanderungen das Aufträgen einer Lichtschutzpaste gute Dienste Sur Pflege der heibgewordenen, stark absondernden fettigen Kopfhaut eignen sich sPi - ritushaltige Haarwasser vorzüglich. Dei anderen Menschen ist die Kopfhaut abfon- derlich trocken; hier empfiehlt sich das Aufträgen von Drillantine. Der Schuppenbildung auf dem Kopfe wirkt schwefelhaltige Po» made entgegen. Mit Rücksicht auf den innigen Zusammenhang zwischen Diät und Hauterkran- fungen sollten Personen, deren Hautdrüsen allzu reichlich Talg usw. absondern, wenig Fett, keine Dratensoh« und dgl. genießen, überhaupt allzu reichliche Mahlzeiten vermeiden; dagegen ist viel frische- Obst, Gemüse und mageres Fleisch empfehlenswert.
llcberall dort, wo die Menschen von Schweiß und unangenehmen Dünsten belästigt werden, gilt das Kölnische Wasser unbestreitbar als köstliches Srfri.schungSmittcl. Don Unzähligen wird es jahraus, jahrein angewandt, ohne iraendwelche nachteiligen Folgen — und doch gibt es Personen mit überempfindlicher Haut, di« im Sommer bei dem Gebrauch von Kölnischem Wasser besondere Dorsicht walten lassen müssen. Wenn derart überempfindliche Damen starker Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind, dann Kölnisches Wasser aufspritzen oder leicht in die Haut einreiben, so kann es Vorkommen, daß daS Kölnische Wasser nachher unter der Einwirkung der verstärkten Schweißabsonderung und des starken Sonnenlichts gewissermahen in die Haut eingebrannt wird. Die Folge ist dann eine ausgedehnte bräunliche Verfärbung der Haut. Höchstwahrscheinlich beruht diese Erscheinung auf den im Kölnischen Wasser enthaltenen ätherischen Deien und Harzen, die die Haut solcher überempfindlicher Personen den Strahlen gegenüber empfänglich machen. 3m Verlauf von 2—3 Monaden gehen diese Verfärbungen gänzlich zurück; jedoch sollten Personen mit zarter Haut an fon» neureichen Tagen, sofern sie längere Seit über an Freien bleiben, mit dem Aufspritzen von „Eau de Cologne" auf unbedeckte Teile der Haut äußerst rorsichttg fein.
Taten für Freitag, 13. Juli.
Sonnenaufgang 3.59 Uhr, Sonnenuntergang 20.12 Uhr. — Mondaufgang 032 Uhr, Monduntergang 16.25 Uhr.
1816: der Dichter Gustav Freytag in Kreuzburg in Schlesien geboren; — 1870: Unterredung zwischen König Wilhelm von Creußen und Benedetti in Bad Cms; — 1874: Attentat Rullmann i auf Bismarck in ÄilfingeH;— 1878: Ende de» Berliner Kongresses; — 1889: der österreichische Dichter Robert Hamerling in Graz gestorben.
Ser neue Settor der beff.LandeSllliiversM
LU. Zum Rektor der Landesuniversität Gießen für die Zeit vom 1. September 1928 bis 31. August 1929 ist der ordentliche Professor für klassische Philologie Dr. Rudolf Herzog gewählt worden.
preffefahri durch Oberheffen.
Der geschäftSführende Vorstand deS D e r - kedrSbundes Oberhessen hat sich vor einigen Tagen mit der Veranstaltung einer zweiten Pressefahrt durch Ober» Hessen beschäftigt 3m Hinblick auf den vollen Erfolg der vorjährigen Veranstaltung dieser Art wurde einstimmig bdd)Lof|en, die Presscfahrt auch in diesem Jahre in die Wege zu leiten. Während die Fahrt im Sommer vorigen Jahres durch daS nördliche Oberhessen und den hohen Dogelsberg ging, soll die diesjährige Prcsfesabrt chren Ausgangspunkt in Dad-Aauhetm haben und von dort durch die Wetterau über D st di n gen, dann das Aiddertal aufwärts über Gedern nach Schotten führen, hierauf nach
A i d d a und Dad-Salzhaufen gehen und von hier aus wiederum durch die Wetterau nach Butzbach geleitet werden, wo die '.fahrt ihr Ende erreichen wird. Für die Veranstaltung find der 2 5. und 2 6. August in Aussicht genommen, und zwar wird der Samstagnachmittag. 25. August, dem Deluche von Bad-Lauheim gewidmet sein, während der 26. August für die große Fahrt vorgesehen ist. Zur Seit schweben mit den beteiligten Drrwaltungslrellen der Städte Verhandlungen, von deren Ausgang eS abhänaen wird, inwieweit die Pläne des Vorstandes des DerlehrSbundes durchgeführt werden können.
Gießener Wochenmarktprcise
Es kosteten auf dem heutigen Wochen markt: Sutter 180 bis 190. Watte 30 bis 35. Käse 60 bis 140 (10 Stück), Wirsing 20. Weißkraut 25, Rotkraut 35. gelbe Lüben 25 bis 30, rote Lüben 15, Spinat 25. Lömifchkohl 15 bis 2d Bohnen 90. Erbten 20 bis 35, Wilchgemüse 15 bis 20. Tomaten 50 bis 100. Swiebeln 17 bis 20. Rhabarber 15, Pilze 40. Kartoffeln 5 bis 6. Kirschen 40 biS 60, Heidelbeeren 45 bis 50, Stäche lb«ren 25 bis 30, Johannisbeeren 30 bis 40. rrdbeeren 60 bis 80. junge Hähne 100 biS 120, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund, Gier 13, Blumenkohl 15 biS 100. Salat 5 bi- 10. Salatgurken 20 bis 50, Ober- Kohlrabi 8 biS 15 Pf. das Stück; Radieschen Dd. 10 biS 15 Pf.; Himbeeren 70 bis 80 Pf. daS Pfund.
Boruotizen.
— Tageskalender für Donnerstag. Oberhefsifchc Gesellschaft für Ratur» und Heilkunde: Vortrag von Prof. Dr. De de: .Der gegenwärtige Stand unserer Kenntnisse vom Germanium", im großen Hörsaale deS Physik. 3n- stitutS. abends 8,30 älhr. — Linn^-Vortrag, Prof. Dr. S. Küster: .lieber die Rose", im Botanischen HörsaaL 8,30 Uhr. — Lichtspielhaus. Bahnhoi strafte ..Liebeuri". — Astoria- Lichtspiele: ,Gddh Polo".
— Oberhessische Diehversiche- rungSanstalt. 3m Anschluß an die Qlntün- digung in unserem Anzeigenteil sei noch einmal daraus hingewiesen, daß am nächsten Sonntag, 15. 3uli. 1 älhr nachmittags, im Cast Leib in Gießen eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt findet. Die Versammlung ist, wie man uns schreibt, auf Grund des 8 13 der Satzung (Anttag von Mitgliedern) einberufen und wird sich mit dem Stand der Kasse, der Geschäftsführung und weiteren Verwaltung befassen, so daß eS für die Mitglieder von erheblichem 3nter* esse ist, daran leilzunehmen.
CU. Reue Profess oren an der Hess. Lande-universität. Der orbentL Professor für Pharmakologie an der Medizinischen Akademie Düsseldorf und Direktor des Pharmakologischen 3nftitutS, Dr. Fritz Hildebrandt, hat den an ihn ergangenen Ruf an Stelle das emeritierten vrdentl. Professors Geh. Medizinalrat Dr. 3uliuS Geppert angenommen. — Der Privatdvzent für physikalische Chemie und physi» kallsch-chemische Technik, Dr. Hugo Stintzing, ist zum außerplanmäßigen außerordenllichen Professor ernannt worden
SIU. Probevorlesung in der Uni» d e r f i t ä t Etudienrat Dr. Phil. Hermann L a u t e n s a ch, der sich für daS Fach der Geographie au habilitieren wünscht, wird am Freitag, 13.3uli, 16 Uhr, in der Kleinen Aula, Ludwigstrahe 23, eine Probevorlesung über: .Portugal als geographisches Individuum im Rahmen der 3berischen Halbinsel" halten.
•• Besuch eines deutsch-amerikanischen Führers in Gießen. Heute vormittag ist der feit seinem Besuche vor zwei Jahren in Gießen in bester Erinnerung stehende Herr Georgt Seidel aus Pittsburg im Staate Pennsyloanien mit seiner Gattin hier eingetroffen und bei einer befreundeten Familie abgestiegen. Die Boreltern George Seibels stammen aus Dudenhofen bei Darmstadt. Seine hessische und deutsche Heimat hat er niemals vergeßen und sich während des großen Krieges als guter Freund des Deutschtums bewährt. Seine beiden Dorträge, die er bei feiner hiesigen 'Anwesenheit vor zwei Jahren in deutscher und englischer Sprache in der Universität hielt, sanden bekanntlich großen Beifall. Herr Seibel, Rezensent und erfolgreicher Schriftsteller in Pittsburg, ist Rational-Präsident des „American Turnerbund , d. h., der großen deutsch- amerikanischen Turnerschast, als deren Haupt er mit vielen Tausenden seiner Tumbrüder am bevorstehend den deutschen Turnfest in Köln teilnehmen wird. Er ist Inhaber der Ehrennadel der beiden Gießener Turnvereine und hat diese Radeln zur Freude feiner hiesigen Tumfreunde auf dem großen deutschen Turnfest in Louisville in Kentucky im Juni lw26 aetragen. Der herzliche Willkommengruß weiter Kreise unserer Bürgerschaft gilt dem hochgeschätzten Landsmann George Seibel und feiner Gattin.
*• Die Heilstätte für Tub erkulose der oberen Luftwege. Der Bau dieser neuen Heilstätte des Hessischen Landesverbandes zur Bekamp- fung der Tuberkulose (Heilstättenverein) ist weiterhin
in erfreulicher Weife oorangeschrktten Die Heilstätte wird bekanntlich auf der sog Schönen Aussicht hinter den Grundstücken "des £upusbnms enachtet. Die feierliche Grundsteinlegung zu dem neuen Bau soll am Mitwoch nächster Wache ftattsinden.
’• Die Stadtverorbnetensitzung am morgigen Freitagnachmittag beginnt nach neueren Dispositionen der Stadtverwaltung nicht um 5 Uhr. fondem bereits pünktlich um 4 U b r. 3n einem Nachtrag zur Tagesordnung ist für die öffentliche Sitzung auch der Baugeländestreit zwischen der Stadt und der Allgemeinen Ortskrankenkasse auf die Tagesordnung gesetzt worden.
*• Die Bautätigkeit in der Frieden», ft r a 6 e. Seitens der Kriegersiedlung werden im An- schloß an die dort stehenden Wohnungsbauten zwei weitere Baublöcke mit je Aöö.f Wohnungen zur Ausführung gebracht. Die ■Robbauarbeiten werden von derBauhü11e und der Firma P f a f f S- C o.. dahier, hergestellt und sollen noch in diesem Bau- sommer vollendet werden.
** Vom Botanischen 3nstitut. Die diesjährige Linn^feier findet in der üblichen Weise heute, Donnerstag. 12.3uli, abends 8,30 Hfcr. im Botanischen Hörsaal statt. (Eingang Brandplatz, durch den Botanischen Garten.) Prof. Dr. Küster wird .lieber die Rose" sprechen. Sutritt für jedermann.
•• Anlagen musik findet morgen, Freitag, um 18 Uhr durch da» Musikkorps deS I. (Hess.) Bataillons bei günstiger Witterung in der Süd» anlage statt. Leitung: Obermusikmeister Löber. Die Mufillolgc ist: 1. Armeemarsch II, Str. 45a, .S^>anmarsch", K. Lange; 2. Ouvertüre zur Oper .DHignon", A. Thomas; 3. .5königsmarsch". R. Strauh; 4. Groye Fantasie aus dem Musik- drama .Die Walküre". R. Wagner; 5. Armeemarsch I, Ar. 27. .Der Koburger".
•• Der Derkehrsverein Gießen hielt gestern abend unter der Leitung seines Vorsitzenden, Stadtv. Schwieder. im .Bayrischen Hof" eine Generalversammlung ab, die leider — Wohl infolge des außerordentlich schönen (Som- merabends - nur einen schwachen Besuch zu verzeichnen hatte. Auf der Tagesordnung stand die Beratung von Vorschlägen über die Fvier des 25jährigen Bestehens des DerkehrSvereinS. Die 3ubiläumSfeier soll Anfang Oktober begangen werden. 3n mehrstündiger, sehr gründlicher Aussprache wurde nach Kenntnisnahme von zwei Vorschlägen des Vorstandes insbesondere die Frage der Kostendeckung für die geplante Feier besprochen. Da die ohnehin schon knappen Geldmittel des Vereins nur für die Swecke der DerkehrSwerbearbeit verwandt werden können, wird die Veranstaltung einer 3ubiläum8feier nur dann möglich sein, wenn es gelingt, durch Sonderleistungen der an der Verkehrs Werbearbeit besonders interessierten Kreise unserer Bürgerschaft und der Stadt eine finanzielle Grundlage zu schaffen, auf der die Durchführung der 3ubi- läumsveranstattung aufgebaut werden kann. Es wurde schließlich eine Kommission von 11 Mitgliedern bestimmt, die mit der Stadtverwaltung und den wirtschaftlichen Faktoren unserer Stadt (Handel, Gewerbe und 3nbuftrie) sofort Fühlung aufnehmen soll über die Hergaoe einer besonderen Geldspende zur würdigen Herrichtung der 3ubiläumdfeier, die in hervorragendem Mähe zu einem Derkehrstag auSgestattet werden soll, von dem man sich auch einen Vorteil für die Geschäftswelt verspricht. 3m Hinblick auf die stete uneigennützige Arbeit deS Verein-, die nur dem Gemeinwohl zugute kommt, darf man wohl hoffen, daß dem Derkehrsverein bei dieser Gelegenheit auch ein besondere- Entgegenkommen zur Herrichtung einer würdigen Feier der Vollendung des ersten Diertel- jayrhundertS seines Bestehens gezeigt wird
•• Steuervortrag. Am Montagabend hatten die 3ndustrie- und Handelskammer, die Handwerkskammernebenstelle, der OrtSgewerbe- verein und der Hausbesiherverein Gießen ihre Mitglieder in daS ®afe Leib zu einem Dortrag über ,Einheitsbewegung, Vermögens- und Gewerbebesteuerung" eingeladen. Kommerzienrat rat Klingspor, der die überaus gut besuchte Versammlung leitete, erteilte nach kurzen Bc- grüßungsworten dem Referenten im Landes- finanzcnnt Darmstadt, Oberregierungsrat Dr. K a d e 1, das Wort zu seinem Vortrag. 3n fast zweistündigen Ausführungen verstand der Vortragende es, nicht nur die Aufmerksamkeit der 3u- hörer bei diesem an und für sich spröden Stoff au fesseln, sondern auch in tiefschürfender Sachlichkeit die neuen Steuergesetze der Einheitsbewertung. ihre Entstehung. Rotwendigkett und An» Wendung und die Schwierigkeiten der Steuer- erllärungen verständlich zu machen. Es ist sicher, daß die Ratschläge und Richtlinien, die der Redner entwickelte, manchem Handwerker oder Gewerbetreibenden trotz deS nahen Termin- der Abgabe der Steuererklärungen von hohem Ruhen gewesen sein wird. Kurz vor 11 Uhr mußte Oberregierungsrat Dr. Ä a bei seinen Vortrag abbrechen, da inzwischen eine ganze Anzahl
schriftlicher Ankraaen abgegeben worben waren, die — wie vorgesehen — durch den Vortragenden beantwortet wurden. Lebhafter Beifall bracht« dem Vortragenden den Dank der Versammlung 3um Ausdruck.
** Sine Aordse«-3nsel-Fahrt veranstaltet daS Reisebuveau der Hamburg—Amo- rika-Linie Frankfurt a. M vom 22. bi- 29. 3ull. Die Fahrt führt von Gießen nach Hamburg, anschließend Bellchttaung der Stadt, sowie Hafenrundfahrt, Dampferfahrt nach Helgoland, An»- rum und der 3nsel Föhr. Rückkehr nach Hamburg und wieder nach Gießen. Lähe» Auskunft und Anmeldungen bei dem Reisebüro« Loeb. Vertretung der Hamburg—Amerika-Linie. Siche heutige Anzeige.
Bon der Lahn. Heutige Wasserwärm» der Lahn 21 Grad EolsiuS.
Vermischtes.
Der älteste Mann ber Wett.
Die türkischen Seitungen hatten vor einiger Sdt den in Konstantinopel lebenöen Soro Aga, der 153 3ahre att ist, als den ältesten Mann der Wett gefeiert, und sein Ruhm hatte in der ganzen europäischen Prelle Widerhall gefimbtn. Run meldet sich aber ein französischer Korrespondent tn Sarajewo und behauptet, er habe in der Herzegowina ehren noch älteren Mann entdeckt, und dieser sei mm wirklich der äüefbt Mensch auf unserem Planeten. Er heißt Tadi- scha Mustafitsch und lebt in dem Dorfe Polvg m der Lähe des Mostar^ees in einer der malerischsten Gegenden des von aller Wett abgeschnittenen Landes. Sin großer Schlamms««, der völlig guStrocknel, wenn der Frühlwg zu Ende gebt, trägt m drei Monaten schöne Ernten und füllt sich dann mit allen Gewässern der Umgegend bis zum nächsten Frühling. 2Tadischa Mustafttsch ist 155 3ahre alt. er ist im 3ahre 1773 geboren. Er hat die Sriirnerung an viele alte Ereignisse bewahrt; er erzählt, wie im 3obre 1804 bei dem serbischen Aufstand gegen die türkische Unterhrüdung mit Karageorg zahlreiche seiner Landsleute auS der Herzegowb«. wichen und nach Serbin hinübergingen, um sich diesem Führer anzuschließen. Seit jener Seit war man hx seiner Heimat fest überzeugt, daß daS Ende der türkischen Herrschaft herannahe, und es ist eine besondere Freude für den alten Mann, daß er dieses noch erlebt hat. Tadischa Mu statisch hat immer ein sehr regelmäßiges Geben geführt, daS vor allem der Arbett auf dem Felde gewidmet war. Er hat durch alle die 3abve eine gleichmäßige gute Laune bewahrt und sich immer vor allzu großen Erschütterungen durch Freude ober Leid behütet. RiemalS in seinem langen Geben ist er krank gewesen, und er hat wenig Alkohol getrunken, aber er bekennt, daß et bis zu seinem 100. Lebensjahr „die Frauen leidenschaftlich geliebt habe". 3n seiner Familie hat es schon mehrere Hundertjährige gegeben: fern jüngster Sohn ist kürzlich im Atter von 103 Jahren gestorben.
Erweitertes
Schöffengericht Gießen.
• Dießen, 11. 3uli. Unter Ausschluß bet Oeffentlichkeit verhandelte das Gericht gegen einen bisher unbestraften verheirateten Landwirt und Bäcker wegen SittlichkeitSverbrechenM. Er wurde beschuldigt, sich in den letzten 3ähren an seinem Mündel wiederholt unsittlich vergangen zu haben. Rach mehrstündiger Beweisaufnahme verkündete daS Gericht nach Wiederherstellung der Öffentlichkeit da» auf Irei- fprechung lautende Urteil. AuS der Urteilsbegründung ging hervor, daß sich das Gericht nicht ausreichend von der Schuld bei Angellagton überzeugen konnte.
Aus dem Amtsverkündigungsblatt.
• Das Amtsoerkündigungsblatt Nr. 50 vom 10. Juli enthält: Polizeioerordnung über di« Entwässerung der Grundstücke in der Gemeind« Daubringcn. — Straßensperre. — Wahl der Kreis- tagsmitglieder. — Ordentliche Sitzung des Kreistages. — Verzeichnis über Personen, die ihre deutsch« Staatsangehörigkeit verloren hoben. — Aufnahm« der taubstummen und blinden Kinder tn staatlichen Anstalten. Das Verhallen von Schülern bei Eisenbahnfahrten. — Warnungstafeln für den Kroftfahr- zeugverkehr — Feldbereinigung Ettingshausen. — Dienstnachrichten.
Tausendfach bewährte k Nahrung bei' Brechdurchfall, 'Krdemehn/ig Diarrhöe, Darm Katarrh,etc.
B
M
Greiling Typ 5 ist eine Sensation. Der fabelhafte Geschmack, der vollkommene Rauchgenuß, das ganz neue, gesetzlich geschützte Mundstück erregen bei allen Feinschmeckern höchste Bewunderung. Schon wenige Tage nach der Einführung werden bereits Millionen tägl. geraucht. Kein Raucher kann sich den Vorzügen dieser neuen 5 - Pfennig - Zigarette auf die Dauer verschließen.


