Eisenbahnkatastrophen.
Noch sind die Ursachen nicht geklärt, die zu der Eisenbahnkotastrophe bei eiegehborf geführt haben, und wilde Gerüchte von einem Attentat werden verbreitet und auch geglaubt. Mit Recht weist die Direktion der Deutschen Reichsbahn darauf hin, daß ein Attentat ausgeschlossen erscheint, denn das Unglück ereignete sich nicht weit von einem Stellwerk, von dem aus die Strecke mehrfach kontrolliert wird. Ebenso unwahrscheinlich erscheint die Möglichkeit eines Dammrutsches. Tiefstes Mitgefühl mit den Opfern der Katastrophe ist um so selbstverständlicher, als in unserer Zeit fast jeder Mensch sich in kurzen Abständen der Eisenbahn als Verkehrsmittel bedienen muh und also immer wie- der in der (Befahr schwebt, von einem ähnlichen Un- glücksfall getroffen zu werden. Nun ist die absolute Ziffer der Verunglückten recht hoch, aber zum Glück ereignen sich so gefährliche Unglücksfälle doch nur selten, verglichen mit der Zahl der ohne jeden Zwischenfall verlaufenen Reifen Es ist berechnet worden, dah dem Verkehr auf allen Eisenbahnen der Welt jährlich ungefähr 28 000 Menschen zum Opfer fallen, von denen ein Verhältnis- mäßig hoher Teil in Amerika verunglückt. Am sich ersten können sich die Reisenden im allgemeinen auf den deutschen und französischen Eisenbahnen fühlen. In Deutschland entfielen i« Jahre 1925 aus eine Million Zugkilometer durchschnittlich 5,7 tödlich verunglückte Personen- das bedeutet, dah die Züge der Reichsbahn eine Strecke zurücklegen müssen, die dem vierfachen Erdumfang entspricht, ehe sich auch nur ein tödlicher Unglücksfall ereignet. Der Unfallkoeffizient von 5,7 Personen, der für das Jahr 1025 errechnet worden ist, entspricht etwa dem Durchschnitt der 3afjre 1901 bis 1907, liegt aber etwas über dem Durchschnitt der Zeit von 1908 bis 1914, da damals nur ungefähr 5 Todesopfer auf eine Million Zugkilometer entfielen. Während des Krieges hatte sich durch den Verbrauch des selten erneuerten Materials und durch den Mangel an geschultem Zugpersonal die Zahl der Unfälle beträchtlich gesteigert', sie erreichte 1918 schließlich 12 Todesopfer auf eine Million Zugkilometer, also mehr als doppelt soviel wie in der letzten Zeit.
Analysiert man die Unglückssälle des Jahres 1925, so zeigt sich, daß eine ganze Anzahl der älnvorsichtigkcit der Verunglückten zuzuschreiben ist. Aus eigener älnvorsichtigkeit starhen damals 118 Reisende und 303 Eisenbahner, während 359 Reisende und 939 Bahnbeamte verletzt wurden, weil sie die Vahnvorschrif- ten nicht beachtet hatten. älnverschul- d e t sind im Jahre 1925 30 Rei'ende getötet und 337 verletzt worden. Die Ursachen dieser Anglückssälle waren 415 Entgleisungen, 213 Zusammenstöße und ungeiähr 2500 sonstige Unfälle: im ganzen sind damals auf der Reichsbahn über 7000 Personen zuschaden gekommen, von denen etwa der vierte Teil getötet wurde.
3n der letzten Zeit sind die französischen Eisenbahnen besonders häufig von Unglücks- fällen betroffen worden. Erst Anfang April dieses Jahres erfolgte ein Zusammenstoß auf dem Pariser Rordbahnhof, der darauf zurückzuführen war, daß der Lokomotivführer versehentlich die Haltesignale überfahren hatte: 15 Tote waren zu beklagen. 3m August vorigen Jahres stürzte bei Ehamonix die Zahnradbahn ab. die auf den Mont Blanc führt: unter den 21 Toten waren auch drei Deutsche. Ein anderes Eisenbahnunglück auf französischen Bahnen ereignete sich am 3. 3ult 1926 im Walde von 6L Germain. Es war an einem Samstag, kurz nach 8 Uhr abends: der SchneUzug, der von Le Havre nach Paris fuhr, Entgleiste etwa zwanzig Kilometer vor der französischen Hauptstadt und begrub unter sich 18 > Tote und 97 Verletzte. Die Situation war dadurch besonders schrecklich, daß an der Unglücks- y ftätte gerade ein furchtbares Gewitter tobte und die RcttungSarbeiten durch dieses Raturereignis '» erschwert wurden.
Aber auch in Deutschland haben sich in den letzten Jahren eine Reihe von Eisenbahnkata- strophen ereignet. Am 7. 3uli vorigen Jahres fielen einem Unglücksfall auf der Harz- Querbahn in der Rahe von Wernigerode 5 Tote und 20 Schwerverletzte zum Opfer. Zwei 2plonate vorher, nämlich am 24. Mai, 10* - ilf)r abends, fuhr ein Personenzug. der von Salzburg kam, im Münchener O st vahnhos auf einen dort haltenden Personenzug, Der aus Berchtesgaden gekommen war. Beide Zuge waren überfüllt und bei dem Zusammenstoß ereignete sich eine Katastrophe, wie sie lange Zeit in Deutschland nicht dagewesen war: 33 Tote und 80 Verletzte waren zu beklagen. Roch in aller Er- tnerung ist wohl daS Attentat, das bei Leiferde. in der Rähe von Hannover, im August 1926 auf den l)-Zug Berlin—Köln verübt worden ist und bei dem ebenfalls eine große Zahl von Menschenleben vernichtet wurde.
Attentate mit so schrecklichen Folgen sind in der Geschichte der Eisenbahnen zum Gluck recht selten. DaS erste und bekannteste Attentat auf einen Zug ereignete sich am 17. Oktober 1888 bei Borki in Südrußland. Der russische Hofzug entgleiste, 22 Tote und 36 Verletzte wurden festgestellt — aber die Zarenfamilie, um derentwillen das Attentat ins Merk gesetzt worben war. konnte sich retten. Die Entgleisung war durch eine Zerstörung des Schienenstranges herbeigesührl worden. Auf ein Attentat ist wahrscheinlich auch die furchtbare Eisenbahnkatastrophe zurückzuführen, die sich während deS Weltkrieges im Mont Tenis- Tunnel ereignete. Da das Unglück damals aus militärischen Gründen geheim gehalten wurde, ist Räheres nicht bekannt geworden, doch weiß man. daß bei einer Tunnel^Sprengung während der Durchfahrt eineS großen MilitärtranSportes mehrere hundert Menschenleben vernichtet worden sind. Sin Unglück. daS wahrscheinlich ebenfalls auf ein Attentat zurückzuführen ist. traf am 1 Mai 1925 den O-Zua Sydtkuhnen—Berlin in der Rähe von Schneidemühl, wobei die Lokomotive und mehrere Magen einen ziemlich steilen Abgang hinunterstürzten. Es ist niemals feftzustesien gewesen, ob die 25 Toten und 18 Verletzten ebenfalls einem Attentat zum Opfer gefallen find.
Bei einem Zusammenstoß in dichtem Rebel auf dem Bahnhof Herne in Westfalen im Januar 1925 wurden 23 Personen getötet. 21 schwer verletzt und mehr als 50 Personen trugen leichte Verletzungen davon. Ein Viertesiahr vorher fand ein schweres Eisenbahnunglück im Mainzer Tunnel statt. Ein Personenzug. der aus Worms kam. fuhr nn Tunnel zwilchen Mainz- Hau'.'tbahnhos und Mainz-Sud auf den O-Zug Düsseldorf -Basel. Die HillSarbeiten waren durch die Dunkelheit, die im Tunnel herrschte außer- . ordentlich erschwert, und nut unter großen Anstrengungen konnte man die 14 Toten und un
gefähr 20 Verletzten unter den zertrümmerten Wagen bergen.
3m Iahre 1924 ereignete sich auch ;enes furcht- bare Eisenbahnunglück bet Bellinzona in der Rahe des St. Gotthards, dem der Minister Helfferich auf der Heimreise von Italien zum Opfer fiel. Bei einigen Wagen alberen Modells fingen die Gasbehälter Feuer und viele Re.'endc darunter auch eine Anzahl Deutsche, verbrannten im Laufe weniger Minuten, lieber 20 Tote und zahlreiche Schwerverletzte wurden gezählt. Zu den größten Katastrophen in der deutschen Eifenbahngeschichte gehört auch der Zusammenstoß zweier 0-Züge. der sich am 31. Juli 1923 in der Rahe von Kreiensen bei Hannover ereignete. Ein Haltesignal war übersehen worben, und 48 Tote sowie 60 Verletzte mußten dies« Fahrlässigkeit büßen. Am 28. Juni 1922 starben bei einem grauenvollen Massenunglück auf der Berliner Rordring st recke 29 Menschen, meist junge Leute, die eben von chrer Arbeitsstätte heimk^rten, und über 50 Personen wurden schwer verletzt.
In den vorangegangenen Iahren, der unruhigen Kriegs- imZ> Rachkriegszeit, sind Unglücks- fälle noch weit zahlreicher gewesen. Rieinals hat sich aber in der deutschen Eisenbahngeschichte ehre so furchtbare Katastrophe ereignet, wie sie am 28. Dezember 1879 auf der Drücke des Firth of Tay in Schottland stattfand. _Die Brücke, twe erst neu gebaut worden war. stürzte zusammen und ritz einen Zug mit in die Tiefe, bei diesem Unglück, das niemals restlos aufgeklärt worden ist. kamen weit über 200 Menschen ums Leben. Aber «S war nicht der erste große Un- ^ückssall. der in der Eisenbahnaeschichte zu verzeichnen ist. Die erste Eisenbahntatastrophe ereignete sich am 18. Mai 1842 in der Rähe von Par iS. Als sich ein überfüllter Zug den Mauern der französischen Hauptstadt näherte, brach die Achse der Lokomotive, die Wagen fuhren auf, und die Reisenden bemühten sich vergeblich, den Zug zu verlassen, da die Türen der Abteile wegen der Karienkontrvlle verschlossen waren. Plötzlich brach Feuer aus: 55 Personen verbrannten und 109 konnten schwer verletzt gerettet werden. K. R. Grawih.
Oie Reichsregierung zurückgeireien.
Berlin, 12. 3nnL (IIL) Reichspräsident von Hindenburg hat heule vormittag um 9.45 Uhr Reichskanzler Marx empfangen, der ihm das Rücklriitsgefvch des Reichskabinetw unterbreitete. Der Reichspräsident nahm den Rücktritt an. Um 10 Uhr wurde der sozialdemokratische Reichs- tageabgeorbnete Müller-Franken vom Reichspräsidenten empfangen.
Oie Kabinettsbildung.
Berlin, 12.3uni. Zu den heute beginnenden Besprechungen des sozialdemokratischen Reichs- tagsabgeordneten Hermann W ü l le r - Fronten mit den für die Kabinettsbildung im Reich in Frage kommenden Fraktionsführern bemerkt die „Tägliche Rundschau": Man kann annehmen, dah die Besprechungen rasch in Gang kommen, da die Fraktionen, an die sich der Beauftragte des Reichspräsidenten wenden wird, voranssichttich alle bereit fein werden, in die Verhandlungen einzutreten. Das Blatt bezeichnet es als dringend wünschenswert, dah auch die Wirt- fchastspartei zur Beteiligung an der Regierungsbildung aufgefordert wird, damit sie Gelegenheit erhalt, ihren Zuwachs an Mandaten in prakt ifcher und positiver Regierungsarbeit zu verwerten. Die „Dossische Zeitung" teilt mit, dah sich die Wirtschafts- Partei durch den Abgeordneten Drewitz als Teilhaberin der kommenden Koalition bereits habe anmelden lassen. Der Sozialdemokratische Pressedienst betont, dah sich die sozialdernokra- tische Reichstagsfraktion bisher mit der Benew- nung von Ministerkandidaten nicht einen Augenblick bejaht habe. Sie werde dazu erst Gelegen* heit nehmen, wenn über das fachlich «Pro- g r a m m eine Verständigung erzielt sei. Alle Veröffentlichungen über die persönliche Zusammensetzung des neuen Reichskabinetts eilten den Tatsachen weit voraus.
Oie sübflawische Krisis.
Die Belgrader Opposition gegen den romsrcundlichen Kurs.
Paris, 11. Juni. (WB.) Einer der Führer der südslawischen Opposition, P r i b i t s ch e wi t s ch , erklärte dem in Belgrad weilenden Sonderberichterstatter des „Matin" zur slawisch--italienischen Krise: „In Rom und in Belgrad haben wir Italien Konzessionen gemacht und Mussolini Hot uns mit Verfolgungen geantwortet. Weiß man in Frankreich, daß 500 000 Kroaten und Slowenen unter italienischem Joch leben und nicht eine einzige Volksschule besitzen und nicht das Recht haben, Wohlsahrtsoereinigungen zu gründen? Weiß man in Frankreich, daß unsere Rassen- brüDer, die jetzt in Italien leben, zur Zeit der Habsburger 200 Volksschulen besaßen, und daß dieses Italien, das man als liberal und Freund unseres Landes bezeichnet, ihnen diese Vorrechte, Die doch durch den Völkerbund garantiert werden, verweigert? Man darf nicht vergessen, daß Italien in Dalmatien eine perfide Politik der Italianifierung betreibt und auf heimliche Eroberung en aus-*M. Gegenüber einem Lande, das taatiglich Kriegsdrohungen ausstoßt, dos uns mit Beleidigungen überhäuft und das uns verleumdet, wie es mit Italien der Fall ist, gibt es nur eine einzige Hal- hing: die der korrekten Beziehungen. Es ist absolut unnütz, jeden Augenblick neue Verträge oder Abkommen abzuschließen, Die im (BrunDc genommen lügenhaft sind und mit Denen man eine nicht bestehende Freundschaft glaubenmachen mcdjte/
Baren Zorn von Bulach im Gefängnis
Straßburg, 11. Juni, (Havas.) Baran Elaus Zorn von Bulach, dessen 13monatigc Gefängnisstrafe wiederholt nut Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand aufgeschoben wurde, hat sich heute abend um 7 Uhr im Gefängnis zum Straf an tritt cingefunben. Baron Zorn von Bulach, der fehr leidend aussah, äußerte, er habe nach feinen verschiedenen Loyalitätserklärungen gehofft, daß die I französische Justiz milder mit ihm verfahren würde
Er komme zu später Stunde rns Gefängnis, um jede Kundgebung zu vermeiden: denn niemand wünsche
mehr als er den Frieden im Elsaß. Boron von Bulach wurde fofort nach seiner Aufnahme dem Gefängnislazarett überwiesen.
Gefährliche Lage der „.Jtalia*.
Jlobile schildert den Lchif-sbrnch.
Berlin, 11. Juni. Wie aus dem ersten Bericht ’Jtobiles an Die italienische Regierung hervoracht, Hal ich bei Dem dem Luftschiff „Stalia* zugefloßenen Unfall Die Gondel von Der Umhüllung Des Luftschiffes getrennt In der Gondel befanden sich General Nobile und weitere acht Mann, Darunter Der Navigationsoffizier. Die übrigen sieben Mann Der Besatzung wurden Dagegen mit Der Hülle des Luftsch fies etwa 30 Kilometer weiter nach Osten fortgeschleppt. Beide Gruppen befin» den sich in S cht des Nordostlandes von Spitzbergen. Die mit der Umhüllung Des Luftschiffes und Den Drei Motorenaondeln fortgefchleppte Gruppe besteht aus zwei Wistenschaftlem, einem Monteur, drei Mecha- nitern und dem Journalisten Dr. Lago vom „Popolo d'Jtalia". Auf dem Rumpf des Luftschiffes befinden sich auch Lebensrnittel, Waffen und Kleider. Don der (9nippe Des Generals Nobile haben zwei Personen Gelenkoerletzungen erlitten. Der Arzt Des Dampfers „Eitta Di Milano" hat General Nobile Weisungen und medizinische Rat- schlage über Die Behandlung der Verletzten telegraphiert. Das Treibeis, auf Dem sich die Leute von der Italia" befinden, treibt gegenwärtig nach Nord- westen.
Aus den der italienischen Gesandtschaft neuer« dings ^gegangenen Rachrichten ergibt sich ein Tatsachenbestand. Der Die vollständige Bergung Der „ Italia" -Mannschast noch schwieriger er- scheinen läßt als vorher. Da infolge Der Vorgänge bei Der erzwungenen Landung Der ,Italia" auf dem Gis eine Zerreißung Der Expedition nicht nur, wie die ersten aulhen- tischcn Berichte vermuten liehen, in ztvei, sondern sogar in drei Teile eingetreten ist. Während nur von einer Gruppe von sechs Personen Die Rede war. bei Der sich Robile befindet und von ter zwei Mitglieder verwundet sind, sowie von einer 30 Kilometer östlich davon besindlichen Gruppe von sieben Personen. Erfährt man jetzt, daß «ine dritte Heine Gruppe von drei Personen vorhanden ist, von Der man nicht genau weiß, wo sie sich befindet, und die sich in d e r R i ch - tung auf das Land in Marsch gesetzt haben soll.
Der Besatzung der .Italia" steht nur ein mäßig großer Brennstoffvorrat zur Verfügung. Mehreren Leuten sind Hände und Füße erfroren, zwei trugen Beinbrüche davon. Die abgerissene Gondel des Luftschiffes wird immer weiter getrieben. Das Eis ist fast unbegrenzbar und befindet sich in Bewegung. General Robile ist mit sechs Begleitern unterwegs in Richtung auf die „Braaanza". Leutnant Lützow- Holm ist gestern wohlbehalten auf die.Hobby" zurückgekehrt.
Amundsen über die Rettungsaussichten.
Oslo. 11. Iuni. (WB.) Roald Amundsen erklärte, daß die Gegend, in der sich die Mannschaft der .Italia" befindet, sehr gefährlich sei. Bei dem Eis, Das vom Rordpol genau nach der Stelle ziehe, wo Die Expedition sich aushalte, handele es sich um sehr altes Packeis. Die Eisverhaltnisse seien dort immer sehr schlimm gewesen. Die Mannschaft müsse sich entweder nach dem nordöstlichen Festland begeben oder müsse von der Eisscholle weg geholt werden. Die Möglichkeit, daß die Strömung und der Wind das Eis zum Lande hintreiben würden, sei sehr gering. Amundsen ist der Ansicht, daß ein großes Flugzeug, wie der Dornier-Wal, die Mannschaft würde an Bord nehmen können. Auch ein Eisbrecher würde manches ausrichten. Gs bestehe wenig Hoffnung, dah die Mannschaft bereits m den nächsten Tagen gerettet werden würde. Amundsen erklärte. in Deutschland liege eine Dornierwal- maschine startbereit. Er habe seinen amerikanischen Freunden. Die vor einiger Zeit ihre Mithilfe in Aussicht gestellt hätten, telegraphiert mit Der dringenden Ditte, ihm sofort mitzuteilen, ob sie bereit seien, an der Finanzierung der Expedition teilzunchmen. Leutnant Dietrichson. der bei der Rordpvlexpedition Amundsen--Ells- worth im Iahre 1925 eines der Flugzeuge gesteuert hat. ist bereit, wenn der Plan gebilligt wird, die Führung der Dvrnierrnaschine zu übernehmen.
Aus aller Wett.
Die Traoerfcier für Die loten der C 12.
Am Montag nachmittag fanden auf dem Kieler Garnisonfriedhof die Trauerfeierlichkeiten für die bei dem Explosionsunglück bei Schlei- münde ums Leben gekommenen sieben Marinesoldaten statt. Als Dertre:ec des Reichswehrministeriums war Der Ehef Der QEarineleihmg, Admiral Zenker, im Flugzeug von Dersin eingctrO'fen. Fernem wohn'.en Vizeadmiral Rae- der foto.c zahlreiche hohe Offiziere der Marine und der Küstenwehr sowie Abordnungen aller am Standort besindlichen Marine- und Küstenwehrteile der Trauerfeier bei. Rach Trauerreden der evangelischen und katholischen Warinegeistlichen, die mit zu Herzen gehenden Worten Die bi« in den Tod getreue Psuch.ertüllung der sieben toten Kameraden feierten, gab ein« Ehrenkompanie eine Salve über die reich mit Kränzen bedeckten Särge ab. H erauf sprach der Ehef der Marine- leituna im Hamen deS WehrministeriumS den Angehörigen sein herz'icheS Beileid aus.
Unwetter in der Lausitz.
KottbuS, 11. Iuni. (WTD.) Aus den südlichen Teilen der Provinz Brandenburg und dem angrenzenden Schlesien werden schwere Unwetter gemeldet, lieber Guben zog gestern nachmittag ein schweres Gewitter heraus, das mit einem gewaltigen Wirbelsturm verbunden war. Der Sturm, der in den Außenbezirken besonders stark wütete, entwurzelte weit über 100 Bäume, legte Masten der Telegraphen- und Lichtleitungen um und zerstörte den Geräteschuppen und Di« Umkleide räume auf dem Sportplatz des Männer- turnvereinS. Ein siebenjähriger K abe kam 6er- abgeris'enen Drähten d.r Vidbti -ituni zu nah« and wurde getötet. Aul Der Strecke Guben— Breslau wurde ein Eisenbahnwärterhaus dem Erdboden gleichgemacht. Auch über 6 a g a n und Umgebung ging gestern nachmittag ein schweres Gewitter nieder, das von wolken- bruchar tigern Regen begleitet war. Mehrere
Straßen und Wohnungen wurden unter Wasser gesetzt. Die Umgebung von Sagcm wurde von einem starken Hagelschlag heimse ucht. der auf den Feldern und in den Gärten die jungen Früchte vernichtete. Der Bober ist infolge der Regengüsse stark gestiegen.
Großer Schadenfeuer bei Üastel.
Das Städtchen Grebenstein war Sonntag nachmittag Schauplatz eines Großfeuers. In Der Bahnhofstraße standen plötzlich zwei nebeneinander- liegende Hauier eines >-chreinermeisters in Flam- men. Ein Haus, das mit großen Holzoor - täten sowie Heu und Stroh gefüllt war, brannte binnen kurzem vollständig nieder. Die Bewohner konnten nur Das Aüernotwendigste retten. Das zweite Haus wurde ebenfalls zerstört. Da» Mobilat ist durch Beschädigungen unbrauchbar geworden. Der starke Wind trieb Die Flammen auf ein Drittes Gebäude, das ebenfalls völlig vernichtet wurde. Acht Familien sind obdachlos geworden.
Clae Frau Durch ein scheuende» Pscrd getötet.
Beim 7. Deutschen Kavallerieappell in Zeitz cheute das Pserd eines Standarienträgers, als die Musik plötzlich einsetzte, warf den Reiter ab und sprang in die Menschenmenge hinein. Dabei wurden eine Frau ftfrlidj und drei ehemalig« Kavalleristen leicht verletzt.
Bisher eine Million Besucher der Kölner Presta.
Am Svnntagvormittag hat dte Besucherzahl der Pressa die erste Million überschritten.
Zweiter Deutscher Biemar<f-Tag.
Am 16. Iuni d. I. findet der 2. Deutsche BiSmarck-Tag im Großen Meslesa.ile fax Köln statt. Außer Professor Bachem. Dem Kölner Meister-Organisten, hat auch drr weltbekannte Kölner Männer-Desang- Be te in sich ii? den Dienst der großen vaterländischen Veranstaltung gestellt. Die Leitung der Feier liegt in der Hand des 1. Vorsitzenden des Vereins zur Errichtung eines DiSmarck- Rational-DenkmalS. Exzellenz Wallras. Ansprachen haben außer ihm der Vorsitzende d«S Ghrenausschusses, Oberbürgermeister Dr. Adenauer und der Vorsitzende der Bismarck-Gemeinde Köln, Geheimer Studtenrat Dr. V o g e l -, übernommen. Rudolf Herzog hat einen Fest- vorspruch geschrieben, den er auch persönlich Vorträgen wirb. Die Hauptrede über .Bismarcks Le^nSwerk und Ruhejahre ' hat der Reichstags- abgevrdnete von Kardorsf übernommen.
Schwere» Derkchrsonglück.
In dem Bestreben, einem Radfahrer auSzu- weichen. fuhr in Schweidnitz ein mit vier Personen besetztes Auto aus Waldenburg, welches von dem Besitzer selbst gesteuert wurde, an der verkehrsreichen Ecke Markt und Durgstraße auf den Bürgersteig. Dort stand eine Mau- rerSfrau aus Bunzelwih mit ihren beiden Kindern vor den Auslagen eines Schaukastens. Die nichtsahnenden Kinder wurden von Dem Auto erfaßt und gegen den Schaukasten gedrückt. Der 4*/'i Iahre alte Knabe wurde getötet: das andere Kind kam mit leichteren Verletzungen davon: die Mutter blieb unverletzt.
lleberhandnehmen der Raupenplage.
Die Waldungen im Gelsenkirchener Stadtteil Bülse, und Bergmannsglück sind in den letzten Tagen von einer gefährlichen Raupe heimgesucht worden. Die au Taufenden und aber Taufenden auftretenden Insekten haben sämtliche, vor allem auS Eichen bestehende Holzungen kahl gefressen. Die Raupen dringen sogar in ole Wohnungen ein, so bah die Bevölkerung durch die städtische Gesundheitspolizei und die älnfallwache mit Giftgasen von dieser Plage befreit werden mußt«. Stellenweise sind die Straßen vollständig mit den gesährlichen Insekten übersät.
Oie Wetterlage.
tot
O
(11
'Iftonh9g, am jffzg
__
Ire pxr ÜMU-Z
's" O d
<pvorxtni»s Qittntf -jnir» otflKita ® o#e«<n
» kiutti a ifOTpcia ■ uteei K fr»* tip
CKRtrr Oll *MM<' SMluOwrjt
Olt *1 tnt .lieg«! m c«r W.n« Che eeate JUboncn utwcMta U*
*n gexn (Jl< T<i»er«rur «n o.t imf" Otlr *t ycicM»
•n« neertvi^rae uLefMretB
eSettcrvot^ussage.
Der hohe Druck in Südwesten hat sich nach dem Kontinent audgebreitet. Der Kern erstreckt sich über Frankreich und Süddeutfchland bei einem Barometerstand von 770 mm. 3m Bereich hohen Druckes liegt zunächst vielfach heiteres Wetter, dabei steigen Die Temperaturen infolge Sonnenstrahlung weiter an.
Voraussage für Mittwoch Heiter, auch zeitweise noch bewöllt warm und trocken.
Voraussag es ür Donnerstag. Teils wolkig, teils aufheiternd, warm und meist trocken.
fiuftlemperQluren am 11. Juli: mittag» 19,3 Grad Celsius, abends 13 Grad Telsius: am 12. Juni: morgen 5 13 Grad Celsius. Marimum 21,2 Grad Celsius, Minimum 5,6 Grad Telsius — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter liefe am N. Juni abend» 19,2 Grad Celsius , am 12. Juni, morgen» 14,4 Grad Celsius — Niederschläge 0,1 Millimeter. — Sonnenschemdauer 5H Stunden.
Ausd
LÄ urtii lang um !° » und
ind waS
Das
M11
Dchagen
NU
L Ms
kl# f
sich UN ®' Jen ander tat Der« ta andere Z auch Hchwunmc Md 3ag<
Dem « deren persönl.ch vor und
Debviea hgfeit
HMmig Deleömv tw?£ leine OEei1
50 3
3n drr Sonntag laums sionsg Slied tian und voller Dl Dozciit di Zielefelö teten dm eine Lob- •jll Uhr eröffnet. 1 mit Psalm Tedenlm 1 scheu Venn ton Jesus de nm Her der allein tont And fcnabt uni bot sich d' iammbing Podium, am Hern bänger meinschas 'lellung äng. öd; er derze 'ion-geme 'Pibelheim und Zreur hielt dann ansprochr.
tim höchst not Snnur.ten M Hi< röste: c ner. Pr< jur luhe Tküh Prvvi Der Obetb Xttüöitdl der
«aischtz ßjd> erft« eil« 6ie sUhrungen
Här Mdähstrn flntnillloT
! .^tin koteie.
11
Fr
N "chs, Ma 'n i. Riel


