Donnerstag, 12. April 1928
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
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Mit solchem mehrstimmigen Schrei entläßt DaS Stück den amüsierten, betroffenen, überrumpelten und halb nachdenklich en Zuschauer. Es würde zu weit führen. uru$ mit Einzelheilen. mit dem „Gang der Handlung" aufoubalten. Wan gehe einmal hin und vervollständige sich die hier gegebenen Andeutungen, überzeuge sich selber, wie der neue Intendant, Dr. Avis Präs ch.^alL Regisseur sich vorstellt und was er ans dem
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achd.PrivatkQndiebalt Ten wollen «ich melden, e Empfehlungen aufweinen. redegewandt u. vereinig, sowie mit den ört- i'erhältnissen in Gießen ngebung vertraut sind. . Angebote unter 3839D Gießener Anzeiger erbet
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L)as Problem der Zweisprachigkeit.
(fine internationale Tagung in Luxemburg.
Die sprachliche Unlcrbrüdung der in säst allen europäiMen Staaten die nationalen Minderheiten unterworfen sind, hat bisher eine rein wissenschastliche und pädagogische Behandlung nicht gefunden.
Die italienische Sprachentyrannci in Südtirol, die belgische in Flandern, die sranzösische in Elsah-Lothringen, der Dre» rragne usw. sie sind längst gesühlSmätzig alS unmenschlich und kulturwidrig erkannt worden.
Die Luxemburger Tagung könnte dem Frieden Europas und dem internationalen kulturellen Fortschritt dienen, wenn sic durch ihre Beratungen den bestehenden Interesscnkonflikt zwischen den nationalen Minderheiten und dem MehrheitSvolk einem Ausgleich näher bringen könnte.
Ansang April wurde in Luxemburg eine .Internationale Konferenz über Zweisprachigkeit" in Anwesenheit von Vertretern der Regierung und deS HcseS, der Stadtverwaltung, zahlreicher einheimischer Prvsessoren, Lehrer und Lehrerinnen, sowie des deutschen und belgischen Gesandten eröffnet; die luxemburgische Regierung und die Verwaltung der Stadt hatten gemeinschaftlich das Protektorat übernommen. Die Einladung au der Konferenz ging aus von dem Genfer .Internationalen Institut für Erziehung", dessen Direktor, der Genfer Llniverfitätsprofessor Pierre Dovc t. durch Zuruf zum Vorsitzenden deS Kongresses bestimmt wurde. Sachverständige auS der Schweiz. Belgien, der Tschechoslowakei. auS Wales usw. wohnten der Feiet bei. die vom luxem- burgischen Rcgierungsrat Joseph Wagener eröffnet wurde, der von der.sprachlichen Physiognomie Luxemburgs" ein Bild zeichnete, das daS Interesse des Landes an den Beratungen
satton. ist Betrieb, ist Geschäst.
Sein Betrieb geht fast besser als der des Industrieritters Eompast. der mit allem han-
war es bloß fauler Zauber.)
Immerhin ist er smarter Geschäftsmann genug, dah seine Verbindung mit dem Hause Eompatz diesem nicht zum Schaden gereichen wird. Hach, und mit der Poli^tt wird er im Handumdrehen fertig, so sicher wie mit dem Schwarm verlassener. getäuschter, betrogener „Bräute", die er am Ende alle zusammen doch wieder mit dem richtig angewandten „Gefühl" beschwatzt und am Bändelchen hat. So gründlich, dah sie ihn, ein grausiges Amazonenheer, einhellig gegen einen vermeintlichen ..Kriminalen" (früheren ..Sekretär" von Möbius) in Schutz nehmen. Man sieht: auch mit veralteten „Gefühlen" sind Geschäfte zu machen; man muh es nur verstehen. Denn daS Geschäft ist alle». „Es lebe das Geschäft!"
Industrieritters Eompatz. der mit allein handelt aus der ganzen Welt, der die geplante Verlobung seiner Tochter im Familienkreise wie in einer Aussichtsrats-Sitzung zur Debatte stellt, dessen Frau seiner „modernen" Einstellung stets um elliche Iahrzehnte nachhinkt, dessen Kinder aber die Forderung des TageS begriffen haben. Seine Tochter hat sie so sehr begriffen, das, sie den MöbiuS heiraten wird, der bei ihr zum erstenmal aus der Rolle fällt und sich „wirklich" verliebt. (Zuvor, bei der Witwe Schnütgen z.B,
gungen sowie an der gesamten wirtschaftlichen Entwicklung der produktiven Kräfte mitzuwirken." Auch für die AeichSpost wird der gleiche Anspruch für eine Vertretung der Arbeitnehmer- schast erneut erhoben, nachdem ein dahingehender Versuch im Jahre 1926 bereits gescheitert ist und nur ein Arbeitnehmervertreter im VerwaltungSrat sitzt. Aber der Streit der Forderungen nach einer beauftragten Vertretung der organisierten Arbeiterschaft wird sogar noch wesentlich erweitert, indem für den ReichSeiienbahnrat und die Landeseifenbahn- räte eine zureichendere Beteiligung der Arbeitnehmerschaft gefordert wird Für all diese Organisationen und noch einige mehr wird eine Vertretung der Arbeiterschaft „in gleicher Anzahl" wie die Unternehmer verlangt Wir glauben aber, dast gerade diese Leitungsorgane unserer groben Verkehrsunternehmen in ihrer rein aut da» Sachliche eingestellten Arbeit keine besondere Förderung erfahren werden, wenn man auch in ihren Streit den Streit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer hineinträgt und dast andererseits auch den Arbeitnehmern praktisch in keiner Weise mit einer solchen Vertretung gedient wäre. Trotzdem kann man aber annehmen, dast diese Probleme, über die sich die Gewerkschaslen der verschiedensten Richtung weitgehend einig sind, in der nächsten Zeit eine gewisse Rolle spielen werden.
daS Institut wolle unter Wahrung strengster Neutralität gegenüber religiösen und nationalen Fragen eine zentrale Informationsstelle für wissenschaftliche Erziehung»!ragen sein. Das Problem der Zweisprachigkeit sei von Anbeginn an besonders aufmerksam »erfolgt worden. inS- besondere auch die Frage des Zeitpunkts, zu dem die zweite Sprache einzusühren sei. Die am Kongrest persönlich teilnehmenden Walliser Gelehrten hätten diese Frage besonders eingehend untersucht und mit neuen Methoden bereit« bedeutsame Ergebnisse erzielt.
Es folgte ein Vortrag des luxemburgischen Realschullehrer» RieS über den „luxemburgischen Volkscharakter und die Zweisprachigkeit". Angesichts der stark einseitig französischen Einstel- lung diese« Redners wird man die meisten seiner Beobachtungen einschränken müssen aus die stark verwelschte städtische Oberschicht de» Landes, den im ganzen germanisch-romanischen Grenzgebiet bekannten Typ des „Bourgeois". Immerhin gehört eS durchaus zum Thema der Konserenz. dast Ries auf die Doppelseittgkeit des Luxemburgers. auf die seelische Zwiespältigkeit hin- wies. Vor einer internationalen Zuhörerschaft hätte sich der Redner wohl eine» stärkeren Mastes von Takt besleistigen können, doch wäre cs ebenso verfehlt. die Einseitigkeit einer kleinen Schicht dem gesamten Luxenburgertum anrechnen zu wollen. wie wenn man etwa einer der »bons Alsa- cienS" als Vertreter deS Slsässertum» aussassen toofftc. .
Für die weiteren Beratungen sind Berichte der genannten Walliser Gelehrten über ihre bisherigen Forschungsergebnisse vorgesehen und ein öffentlicher Vortrag über ..Mundart und Zweisprachigkeit" von Dr. H e ntz-Dietzen. Dr. Henst spricht außerdem über „Zwei- und Mehrsprachigkeit in deutschen Grenz- und Auslandsschulen.'
Die Bedeutung der übernationalen Erörterungen des Luxemburger Kongresses ist schon heute dadurch gegeben, dah auf die 'Rotwendigkeit wissenschaftlicher Klärung dieser ftarf in» Politische hineingreifenden Streitfragen hmge-
wiesen wird.
Oeuisch-stanzösische Kolonialzusammenarbeit?
Von unserer 'Berliner Redaktion.
Ziemlich unbemerkt von der OessenUichleit wer- den in Kreisen ehemaliger aktiver deutscher Kolonialpioniere heute wiederum Versuche gemacht, in neuer Form zu einer kolonialen “Betätigung deutscher Kräfte zu kommen. Mnb es hat allen Anschein, al« ob diese Absichten. wenn auch sehr langsam, und zunächst nur für kleine Teilgebiete. doch zu praktischen Erfolgen fuhren, wenn auch die Pläne gerade dieser Kreise, die sehr viel weitergehend sind, sich nur sehr langsam verwirklichen lassen werden. Als vor einiger Zeit der französische Senator L e m e r y zusammen mit dem französischen Kolonialwirt- kbaftler Weber nach Berlin kam. erschienen zum erstenmal in der Oessentlichkeit Andeutuizgen über eine deutsch-französische koloniale Zusammenarbeit. Aus deutscher Seite hatte sich schon vorher eine Gesellschaft gebildet, die in enger Zusammenarbeit gerade mit Lemery und Weber, die wiederum zu der französischen Union coloniale in Paris in enger Beziehung stehen, und mit französischen Banken, besonders für das französische Gebiet Kamerun und für M ehemalig deutsche, jetzt unter französischem Mandat ftebenbe Kamerun weitgehende Pläne enter gemeinsamen kolonialen Ausbeutung auSgearbei- tet hatten. Der Grundgedanke ist dabei, dah man zunächst einmal die deutschen Erfahrungen auf dem Gebiet kolonialer Betätigung nicht nutzlos verkommen lassen will und weiter die 2luf- taffung, dah sich das vorwiegend auf die technische Arbeit eingestellte deutsche Können andererseits wiederum gut mit der französischen Fähigkeit zur administrativen Verwaltung ergänzen liehe.
Es mag erstaunlich klingen, dast ernste deutsche Kolonialpraktiker, die selber jahrelang tn Ka-
verständlich machte: .
„Luxemburg ist wie die Schwerz, tote Elsatz- Lothringen. wie Belgien ein Land alter Kämpfe zwischen Völkern und Kulturen. Daraus ergibt sich eine besonders komplizierte sprachliche Lage. Unsere Muttersprache ist da« Luxemburgische, ein germanischer Dialekt, der stark mit fran- zösischen Elementen durchsetzt ist. Das Luxemburgische bildet die Grundlage unserer Sprachkenntnisse. Wer diese Sprache genügt nicht, um unter den großen Nachbarvölkern eine auch mir bescheidene Rolle zu spielen. ... Die Erlernung de» Deutschen und de« Französischen ist für un» eine unvermeidliche Rotwendigkeit.
Diese erzwungene Zweisprachigkeit unseres Lan- de» ermangelt nicht schwerer Alnannehmlichkeiten. Richt nur. dast sie die Ausgabe unserer Lehrer und Schüler eigentümlich erschwert, sie verdammt un» auch dazu, — so sagt man. nie ei ne eigene Kultur zu besitzen. Andererseits ist e» unserm Lande scheinbar versagt, schöpferischen Geistern aus dem Gebiet der Literatur und der Wissenschaft da« Leben zu geben. ...
Au» diesen Erfahrungen heraus Die übrigen« Elsah-LoIhringen schon in der ersten Franzosenzeit, vor 1870. gemacht hatte und heute wiederum machen muh — sei c« verstandllch, wenn man in Luxemburg dem Tagungsprogramm besonder» interessiert gegenüber stehe: -Wie kann man den Einsluh der Zweisprachigkeit auf die Muttersprache und auf die zweite Sprache messen? Welche« sind die Einflüsse der 3toei- sprachigkeit aus dem Verstand, auf daS Gefühlsleben. au* den Eharakter? Welches sind im allgemeinen die Vorzüge und Rachteile de« zweisprachigen Regimes?" Bfciter M«® höchstem Interesse, zu erforschen: „Welches tft die rationellste und sicherste Methode zur Erlernung einer Sprache? Wann beginnt man am vorteilhaftesten mit der Erlernung? öott der Unterricht der zwei Sprachen gleichzeitig oder nacheinander erfolgen?“
Der Leiter des Genfer Institut«. Professor B o v e t. sprach hieraus über dessen Tätigkeit;
Stück gemacht hat. Er gibt e« ausgezeichnet, lex bendig, luftig, zugkräftig, mit neuer Sachlichkeit in Wort und Bild, mit Jazzkapelle, in gemäßigtem Bauhausstil innen und austen. auf den Gesichtern, an den Möbeln, im Rhythmus des geschlissenen und fchlagsertigen Dialog«. Seine Aufführung hat Tempo und Stimmung zugleich, sie trifft den Ton von 1927 - „Ihnen gesagtI" ... „Ihr Wort in GotteS Ohr!" — sehr überzeugend; die Inszenierung zeigt Sinn für Gegensätze (Bild 2) und Sinn für grotesken Humor der Situation (Bild 5). Manchmal ist die Start* fierung zu grob (in der Bräuteversammlung^ Bild 8), in einigen Szenen könnte auch der Dialog noch selbstverständlicher und akzentuierter herauSkommen; das wird sich abschleifen, einrichten und runden.
Gießener Stadttheater.
Walker Hascnclever: „Ein beferer Herr." „Geboren am 8. Iuli 1890 zu ^lachen, wo ich noch heute in Berus bin. 1908 im Frühling: Miturientenexamen. Kam nach England und studierte in Oxford. Hier schrieb ich mem erstes Stück. Die Druckkosten gewann ich denn Poter. 1909 war ich in Lausanne, kam dann nach Leipzig, wo uh Kurt PinthuS kennen lernte. (Anmerkung des Referenten: dieser Pinthus wurde nachmals Kritiker in Berlin und gab die „MenschheitS- dämmerung" heraus.) Einyesührt von ihm m die Bezirke der Liebe und Wissenschaft, überflügelte ich bald den Meister. Ich reiste mit ihm nach Italien und frequentierte die Aerzle. 1913 er- schien der „Jüngling". 1914 in Heyst am Meer vollendete ich den „Sohn". Irn Kriege war ich Dolmetscher. Einkäufer und Kücheniunge. So ent- stand das Buch „Tod und Auferstehung 1919 druckte mein Freund Ernst Rowohlt das im Kriege verbotene Stück „Der Retter". Ieht geht ^Das ist * Hasenclevers kurze Selbstbiographie, erschienen vor etlichen fahren in ,Mensch beitsdämmerung". Bernhard Diebold, aus dessen leh^eichem Buche ..Anarchie 'm Drama" wir d,e« zitieren, zieht lakonisch den Schlußstrich. ..Jetzt geht es ihm gut."
Hoffen wir e«. Sagen wir es laut nut Christian Morgenstern —, dah ihm unsere Sym pathie gehört. Wichtiger noch, m vorlwgen^m Falle. sK zu erinnern, dast der -Sohn mm 1914 Hasenclever bekannt gemacht dat. d,es Stuck folgte den ..Räuber"-Spuren, kam stilistisch von Wedekind her. konnte als prägnantestes Bekenntnis der (damals) jungen ^Eatton gelten, gab der expressionistischen Weltanschauung erstmals Ausdruck in neuer Form und neuem Aufruf wider die Tyrannenmacht - de« Eltern- Hause«. Im Vaters ohn-Komplex offenbarte sich der ganze Katechismus der Stürmer und Dränger
wir hier bekannte Dinge wiederholen? Um die Entwicklung zwischen damals und heute aufzuzeigen, um die Abstände zwischen dem „Sohn" und dem „Besseren Herrn" darzutun. In diesem (letzten) Stück Hasenclevers von 1927 wird auch einmal das Verhältnis der Generationen gestreift, der Gegensatz von gestern und heute, von jung und alt, von Vater und Sohn, e»
fallt sogar der berühmte, nach Freud und Jung und Psychoanalyse riechende, fast schon zum Gemeinplatz gewordene ‘Begriff ..Komplex'. Hascn- clever spricht ihn au« und lächelt dabei. Belustigt und überlegen spricht er das aus. Er ironisiert em Problem, das ihm vor 13 Jahren das A und O seines Denkens, seines ganzen Gefühls bedeutete, um das er leidenschaftlich im Ehor der gleich- gesinnten Jugend kämpfte. Damals knirscht? - trotzig, verbittert, verzweifelt mit den Zähr wütete, stampfte und brüllte Auflehnung, Hast und Mord. Heute lächelt er. Da liegen die Unterschiede. Im Mstand zwischen Schrei und ironischem Vlundwinkelzucken offenbart sich die ganze geistige Entwicklung.
Oberhessen.
Landkreis tttetzen
y. Lollar. 11. April. An» zweiten Oster- feiertage wurden unter sehr grober Anteilnahme der Gemeinden die diesjährigen Konst rin arn- den deS Kirchspiels Kirchberg in der geschmückten Kirche zu Kirchberg lonfirmierl. S» waren 128 Kinder; davon entfallen auf ©taufenberg 19, auf Collar SO. auf Maiiizlar 15. auf Vollbringen 27 und auf Ruttershausen 7.
V Mainzlar. 11. April. Während in den beiden letzten Jahren dank der Unteostutzung deS Staates und der Gemeinde eine recht rege Bautätigkeit bei uns herrschte, werden wohl in diesem Jahre viele Bauvorhaben zu- nächst unausgeführt bleiben. Durch die Reu- rcqclung der Staatszuschüsse aus Grund der Wohnungszählung und durch Reduzierung der seitherigen Zuschüsse aus säst ein Drittel der vorjährigen, wird bei un« 6 bi» 8 Bauherrn, meist Arbeitern. daS Bauen fast unmöglich gemacht. Zur Aussührung kommen zunächst vier Reubauten, darunter drei Wohnhäuser, an denen zur Zeit schon rege gearbeitet wird. Da Der Gemeinde außer drei bi» vier Plätzen sonst kein Baugelände mehr zur Berfüguna steht, so wird wohl, wie bereits in vielen Gemeinden, auf Grund des Gesetze« übet die Umlegung von Bauland solches in den nächsten Jahren beschallt werden müssen. Bei unserer Feldbereinigung. die schon vor zwanzig Jahren stattsand. hat man in dieser Hinsicht viele» versäumt.
X Saasen, 11.April Die Konfirmation unferer Konfirmanden fand am zweiten Feiertag in imi'erer Kirche auf dem Beitsberg statt. Es mar en 9 Kinder, 5 Knaben und 4 Mädchen, die Vorstellung fand am Sonntag Judica statt. Zu dieser Feier wurde die neu angeschaffte Ka nzel - dekteidung benützt. Sie tft von der Para- menteranftatt dee EItfabethenfttftes geliefert unD l»aßt zu der roten 2Htarbefleibung. Für dieseo Iahr ift die notwendige« usbeff crung desInnern der Uieit&berger Kirche geplant, die unserem nltehrwur- digen Gotteshaus notig ift.
X Wirberg, 11. April. Vie Konfi rma- tion der Kinder des Kirchspieles Mrberg fand, wie alljährlich, am zweiten Öfterfeiertag statt, lln- fer geräumiges Gotteshaus war bis zum letzten Platz gefüllt. Die Stinber aus Göbelnrod hatten einen (Lhorgefang eingeübt und trugen ihn unter Leitung des Lehrers und Organisten ?l 11 e n b o r • s er vor. Der Pfarrer legte seiner Ansprache Vfjen- barung 2,10 zugrunde. Da» herrliche Osterwetter war besonders für dies? Feier willkommen, manche Besucher haben eine Stunde Kirchweg. Der Ausflug
Im Ganzen sah man die Schauspieler mit willigem Eifer, ja oft mit verständnisvollem Vergnügen sich Der neuen, zielbewutzten Führung anbertraucn. Man merkte, wie an der Aussührung gearbeitet und gefeilt worden ist, man sand interessante Leistungen, erschlossene darstellerische Möglichkeiten.
Sanncrt al« Hochstapler Möbiu« im vollen „Betrieb" zu sehen, war ein Späh; herrliche Mischung von Geschästsgeist und organisierten Gemütswerten. GefferS: der Generaldirektor Eompatz im Geora-Kaiser-Tempo; gute MaSke, industrieller Rimdus. Weltanschauung mit ergreifender Restlosigkeit in Aktien sest- gclegt. — Sehr hübsch, gescheit und nicht ohne Humor, machte Hennig den Sohn Eompatz. die bedeutsamen Worte vom „Komplex" sagte er mit wahrhaft gewinnender Liebenswürdigkeit. Hasenclever selbst hätte dazu schmunzeln müssen. (So vergeht die Zeit.) Alix Krahmer gab die Tochter, sie kann Dergleichen gut, ihr liegt das „Mädel von heute" in jeder Form. Man hat Proben davon. <Dvch schien sie un» im Dialog nicht immer gleichmästig sicher.) — Luise Jüngling mutz mit grotzem Lobe genannt werden; sie war die liebebedürftiae Witwe Schnütchen, ein halb rührendes, halb lächerliche» Geschöpf, umgeben von Wandsegen. Schlummerrolle. öofabesügen und Andenken an chren „Seligen". In kleineren Dartten Goll (sehr drollig). Baumann, Scherer. Gehre. --
Es war ein starker Erfolg; der Intendant mutzte sich zum Schlutz mit den Darstellern mehrfach zeigen i
Eine Entwicklung, die wie eine literarische Parallelerscheinung zpr bildenden Kunst an- mutet: vom Expressionismus -ur neuen Sachlich- feit. Born Aeberschwang zur Ruchternhett^ Born barocken Irrgarten jugendlich garenden Gefühl« zum kühlen Ausguck auf einem Verkehrsturm un Bauhaasstil über brodelnder Betriebsamkeit des LebenS. Aus knabenhafter Leidenschaft eines geknechteten Herzens zur unsentimentalen Persiftie- rung de« „Zeitgeistes" von 1927. Von Kokoschka. Marc und P«hstein zu Schrimps. Dix und Räderscheidt: die Entwicklwig in der Malerei ist literarisch in einem einzigen Rainen zusammen- gesatzt überschaubar: von Hasenclever zu Hasenclever. e
Ein besserer Herr . Lustspiel in acht Bildern. Zeitbild. Karikatur. Groteske. Satire. Spott und Hohn. Kühl, technisch einfach, geschickt ausgemach sicher gesehen, in der Wirkung berechnet, alle« deutlich, ohne Maske, ohiie Derllei^mg^ ohne
Gefühl" Die innere Linie des otudes ist modisch schlank, vom Gehirn geführt und Duhert. ebne alles unzeitgemätze Fett und Lchuialz, das durchaus dem Idealbilde einer vergangenem ^vche anacbort Der Romantik etwa, oder dem Sturm un55)rang (von 1780 oder 1914; das ist innerlich das gleiche). ,, . , .
Dies ist der Sinn des Stüdeschaut her, so ist die Signatur der Gegenwart so g:ht es heute zu. Mit Gefühlen allein kommt keiner mehr aut einen arünen 3tt>cig. Sondern mit Gehirn, mit Geschäfts mit Rücksichtslosigkeit. Betriebsamkeit praktischen Arbeitsmethoden, mit Tempo und
incrun gelebt haben, solch eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Rationen prakti'ch sür m ö g - lich halten Aber wie man hört, ist es bereit# für dieses westasrikanische Gebiet gelungen, zwischen Der deutschen Gruppe. Die in einer festen Gesellschaft formiert ist. mit den französischen Vertragspartnern zu festen Ablomrnen zu gelangen. CS haiidelt sich Dabei zunächst vor allem um den gemeinsamen Ausbau einet grot»- zügigen Plantagenwirtfchaft, bei der die Rechte der Deutschen in jeder Weise gesichert sein iollcn. Aber Die Absichten gehen noch viel weiter. Denn man hat verschiedene Versuche gemacht, autzer stanzösische.n und deutschem Kapital auch englisches oder amerikanisches Geld zu gewinnen. Aber feltfamcrtoeife scheinen sich die Engländer weniger gegen die Pläne al« solchen, aber gegen eine Zusammenarbeit mit den Franzosen zu sträuben, obgleich diese deutsch-französischen Bestrebungen, die auch vom Quai DOrfan gebilligt werden sollen, in London aufmerksam beobachtet werden.
Im Grunde genommen werden hier ähnliche Ideen, wie sie Dr. Schacht im Jahre 1926 geäußert bat. praltisch vetsolgt. wenn auch gewisse technische Älnterschiede zu den vom ReichSbank- Präsidenten gedachten „Chartcrcd Compaßnics" bestehen. Leider hat aber der Schachtsche Gedanken gang. der an den grotzen privaten und priviligierten Kolonial-llnternehmuiigSgesellschas- ten b?t srühkvlonialen Zett an knüpft, direkt praktisch kaum eine Wirkung gehabt. Wan hatte einmal geglaubt, datz sich eine deutsch-spanische Kvlonialgese11schaft für das bisher ntkb ganz unerschlvsscne spanische Kolonialaediet Muni an der westasrikanischen Küste bilden lassen könnte. Dazu ist es aber nicht aetommen. obwohl man anscheinend aus spanischer Seite für diesen Plan Interesse hatte, und obwohl Muni, wenn auch bisher noch säst ganz unerschlossen, besonders an Holzvorkommen autzer- ordentlich reich ist. Der kleine Anfang einer deutsch-sranzöfifche.i Kolonial-Zusammenarbeit in Westasrika. der später aus ganz Fran^ösisch- Aequatorial-Afrika ausgedehnt werden sott, und Der vielleicht auch einmal deutschen Siedlern zu Grund und Boden verhelfen wird, verdient eine sehr ernsthafte Beachtung, al« ein Zeichen einer ganz unpolitischen, rein sachlichen Aufbauarbeit.
Heue Ziele der Gewerkschaften.
Von unserer Berliner Redaktion.
Die Auseinandersetzung Die sich in Der Wirtschaft zwischen Arbeitnehmerschaft und Arbeitgebern um die Erneuerung aefünDigter Tarifverträge abspielt, soll jetzt anscheinenD noch eine Erweiterung ertähren. Wenigstens wird von verschiedenen Setten der Arbeitnehmerschaft immer mehr Darauf hingewiesen, datz z. B. die Frage Der Mitwirkung der Arbeitnehmerschaft unD ihrer Vertretung in Den maßgebenden Verwaltungsorganen Der großen Berke h r »i n st i t u t e . wie Reichsbahn und Reichepost, noch ganz ungenügend gelöst sei. In diesmi Zusammenhang ist ein Artikel deS den christlichen Gewerkschaften nahestehenden .'S) c u t - sch en" von Interesse, der es für „untragbar* erklärt, datz Dieser qröhte WirtschastSbetrteb Deutschlands. Die Reichsbahn, von einem Reichs- bahnverwaltungSrai geführt würde, dessen achtzehn Mitglieder, ernannt nach dem Spruch Der Siegerftaaten. nur au« Den Streifen Der Unternehmer oder Der höheren Verwalt u n g s b e a m t e n stammten. Es wirb Dabei ausDrücklich gesagt. Datz hier keine Bertre- tung Der Interessen Der Reichsbahnbeamten ober -arbeltcr gemeint sei, sondern Dah es hier ganz prinzipiell um eine Vertretung der orga- nisierten Arbeiterschaft in der Verwaltung eines solchen, die allgemeinen VolkS- interessen berührenden Alntcmcbmcn« ginge. Als Beleg wird Dazu Die Bestimmung Des Artikels 165 Der ReichSverfassuna zittert, wonach Die Arbeiter unD Angestellten Dazu berufen sinD. „gleichberechtigt in Gemeinschaft mit Den Unternehmern an Der Regelung Der Lohn- und Arbeitsbedin-
Mit Liebe. Rlit Der unbcfrieDigten Sehnsucht Der zcchllosen „Frauen im reiferen Alter". MöbiuS zum Beispiel, ein besserer Herr, macht ein Aura tsbureau im Warenhausstil auf. betreibt Ehe- schwinbel unD HerzenShochstapelei im Grotzen. Sein Bureau stellt ein phantastisches Archiv dar. eine unerhörte Sammlung von Seufern, Schwüren. Versprechungen, Verabredungen; er hat einen Taubenschlag für alle Arten weiblicher Sehnsüchte eingerichtet, schreibt Liebesbriefe mit fünffachem Durchschlag auf Der Maschine, ordnet Die Bekanntschaften und Anknüpfungen sauber in der Kartothek von A bi« Z. AlleS ist Organi-
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