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er habe leider antworten müssen, daß der bereite erfolgte bedauerliche Eindruck nicht durch irgend­welche Versicherungen für die Zukunft beseitigt werden könnte und, während er bereit sei, ihm eine angemessene Zeit zu gewähren, um Vorkehrungen zum Verlosten des Londes zu tref­fen, unter der klaren Voraussetzung, daß sich Carol und die direkt mit ihm verbundenen Personen in­zwischen peinlichst jeder politischen Tätigkeit ent­halten werden, er der Ansicht sei, daß die be­reits gegebene Anweisung nicht zu­rückgezogen werden könne. Der Innenminister fügte auf eine weitere Anfrage hinzu, er hoffe, dieser Gentleman* werde bis Mon­tag da» Land verlassen haben. Unter dem dröhnenden Gelächter des Dauses bestand das Mit- glied der Arbeiterpartei, Kenworthy darauf, bah Carol sein rechtmäßiger Prinzen­titel und nicht die BezeichnungGentleman" ge­geben wird.

Der Kampf gegen Dratianu.

Tie Forderungen der Nationalen Bauernpartei.

Bukarest. 9. Mai. (XU.) Die Blatter der nationalen Bauernpartei veröffentlichen e ne Er­klärung eine- Führers der Partei, in der es heißt: Bach den bisher gefaßten Beschlus en müsse die Regierung die Parteileitung der Rationalen Bauernpartei entweder verhaften oder selbst zurücktreten. Der .Euvantul" meint, die Rationale Bauern­partei befinde sich setzt auf der Scheide- linle zwischen Legalität und Revo­lution. Derselben An'icht ist auch Ten er al RvereScu, der In seinem Blatt den Rück­tritt der Regierung verlangt, wenn sie sich zu schwach erweisen sollt.', al3 Beweis ihrer Starke dagegen die Berhastung der Führer der Ratio­nale Bauernpartei, die offen für die Revolu­tion werben. Die Rationale Bauernpartei ver­öffentlicht in der Zensur rage eine Auslassung, in der scharf gegen die Zensur Einspruch erhoben wird. Während der Versammlung von Karlsburg hatte die Regierung das Erscheinen oller oppositionellen Blätter verboten. Dadurch nehme die Regierung der Rationalen Bauern­partei die Möglichkeit, durch die Presse ihre Mei­nung zu sogen. Die Rationale Bauernpartei stellt fest, daß sich dadurch die Regierung außer­halb des Gesetzes stelle und in bezug aus die politischen und bürgerlichen Freiheiten einen Staatsstreich begehe, gegen den sich die Rationale Bauernpartei mit allen ihr richtig erfc' einenden Mitteln wehren müsse. Der Voll- zug-.oueschuß der Rationalen Bauernpartei sehe sich deshalb veranlaßt, drn Kampf gegen diele gefehwidrigen Maßnahmen der Regierung auf­zunehmen und alle von der Regierung Verfolgten zu beschützen.

Kapitulation vvn Tsinansu.

Die Stadt von den japanischen Truppen besetzt

I o f l o, 10. mal (WIB.) Die letzten Rachrichten au» Sdjantung besagen, daß bei dem Auftauchen japanischer Flugzeuge über 111 n a n f u gestern die Sübtnippen unter dem General Fengtschcnwu, die ba« chinesische viertel der Stabt beseht hielten, k a - p Muller len. Sie wurden sofort entwafs- v e t. 6» wirb bestätigt, bah die japanischen Trup­pen bie Eifenbahnbrücke über den Gelben Fluh beseht haben. Die japanischen Truppen «Haden bie Süd- und westecken der Stadtmauer In die Luft gesprengt, um den noch innerhalb Per Stadt verbliebenen südchinesischen nationalisti­schen Streitkräften, die einen energischen widerstand leisteten, ein Festsehen an der Umwallung unmög­lich zu machen. Die chinesischen Truppen wurden dann au» der Stadt gedrängt, überschritten den Gelben Fluh und flüchteten in nörd- llcher Richtung. Da» Generalquartier der na­tionalistischen Truppen ist nach p a u I a i n g - f u verlegt worden. Ischangtsolin soll seine Stel­lungen ausgegeben und sich noch der Mandschurei zurückgezogen haben. 3n einem Telegramm, bas ber Pekinger Regierung auf Anweisung Tschanglso- lin» gcfanbl ist, teilt Tschangtsolin mit, dah er seinen Truppen auf ber Honan- und Schansisronl die so- fortige Einstellung derFeindselig- keilen befohlen habe. L» gelle zunächst, die inner- politischen und darüber hinaus die mit den aus­wärtigen Mächten entstandenen Schwierigkeiten zu regeln. Bis dahin werde er keinen Wider- st a n d mehr leisten. Die Lage Ifchangfal­sch e k» soll sehr erschwert sein. Er trägt sich mit der Absicht, darauf zu verzichten, seine Offen­sive nach dem Jlorben fortzusehen. Diese würbe von Suntschuanfang durchgeführt werben. L» verlautet, daß die Japaner die auswärtigen Möchte ersucht haben, derBlldungeinerfich etwasieben Meilen um Tientsin erstreckenden Zone zuzustimmen. Die Amerikaner erheben jedoch Einwände, auch alle anderen in Betracht kom­menden Gesandtschaften sind wegen diese» Ersuchen» besorgt. Die Wirkung der Schaffung einer derart! gen Zone auf die militärischen Operationen zwischen Nord und Süd würde insofern von Bedeutung sein, al» sie die Operationen der Südtruppen gegen Ror- den vollkommen blockieren würde.

Das Programm der Volksrechtspariei. Xr. Best spricht in Frankfurt.

Frankfurt a. TI., 9. Mai. (TU.) 3n einer von der Volksrechtspartei einberufenen Wahlverfaminlung sprach am Mittwochabend Oberlandesaericht^präsi- deut a. D. Dr. B e ft. Cr führte u. a. aus, jjaupt- erforberni» sei die Schaffung eines D e r f o r - g u n g s g e f e h e » f ü r d > e A 11 r e n t n e r. Lan­der und Gemeinden könnten sehr wohl bessere Bedingungen für bie Ablösungsan. leihen einräumen, doch bie Neichsregierung halte !>e geradezu gewaltsam zuruck mit ber Drohung, sie sonst beim Finanzausgleich schlechter zu stellen. Die Rückwirkungen eines solchen Gkbarme aus das Ausland feien nicht ausgeblichen. Tur ein I Staat der pol,tische Druckmittel in der Hand habe, | Deutschland zu ber ehrlichen Anerkennung und zur | Zahlung feiner Verpflichtungen zu zwingen, gebe uns Kredit. Die Gesetze von 1925 die die Au'. Wertung regeln, seien Ausnah megesene, die ba» alte, gute bürgerliche Recht unterbrächen

Ihre Folge sei eine Zerstörung der Wirtschaft, Mißtrauen ber Sparer und bie heutigen hohen Zinssätze, bie ganze Berufsstanbe vernichteten. Eine gerechte Aufwertung pi nicht nur notig, jonbern die Voraussetzung des Wieder- aufbaues. Das gleiche unehrliche Gebaren zeige sich auch beim KriegssHadenschlußgesetz. Die Dolksrechtspartei kämpfe für Wiederhentellung ber Rechtsordnung im Innern und eine Ermäßi- 8ung der Daweslasten, deren Höhe durch die eutsche Erklärung in London veranlaßt worden fei, baß das Reich durch bie oteuernotoerorbnung entschuldet fei.

Oer Reichsarbeitsminister über (Sozialpolitik.

Münster, 9. Mai. (Tel.) 3n einer Zen­trumsversammlung sprach Reichsarbeitsminister Dr. Brauns über W.rtscha'tS- und Sozial­politik. Er führte u. a. aus, die Deflationskrise habe auch gute Seiten gehabt. Sine gewisse Stetigkeit in unserem Wirtschaftsleben fei zurückgewonnen worden. Die Ausfuhrztssern feien gestiegen. 3m Inlands schreite die Kapitalbil- oung wieder langsam vorwärts. Trotz der Steige­rung der Produktion hätte die Arbeitszeit Ver­ringert werden können. Wir seien aber noch nicht über den Berg und könnten von einer endgültigen Konsolidierung der Wirtschaft noch nicht reden. Handelsbilanz und Zahlungs­bilanz feien noch immer passiv, die Aus­landsverschuldung weite r g -wachsen. liebel sei die Belastung unserer Wirtschaft durch das DaweSabkornmen und an ere Lasten im Zusam­menhang mit dem Kriege. Der gesamte Le- benSkosteninde? sei von 100 Prozent vor dem Kriege aus 153 Prozent gestiegen. Das bedeute, daß wir an einer gewissen Grenze unserer Konkurrenzfähigkeit gegen­über dem Auslande ständen. Weiter sprach Dr. Brauns übet die Sozialversicherung, die wieder habe ausgebaut werden können. Hier handle es sich nicht nur um eine Belastung der Wirtschaft, sondern es handle sich auch um öffentliche Pflichten gegenüber der Rotlage vieler Menschen. Immerhin werde auch der Zwang zu Ersparnissen in der Der- waltungsreform vor der Sozialver- sichetung nicht stehen bleiben dürfen. Was das Gebiet des Arbeitsschutzes angeht, so habe es sich bei der Arbeitszeit nicht als richtig erwiesen, den schematischen Acht­stundentag beizubehalten. Wenn auch heute nur noch ein Arbeitszeltnotgeseh bestehe, weil gewisse llnterschi?de gemacht werden müßten, so seien wir gegenüber der Kriegs- und Vorkriegs­zeit doch weit vorgeschritten. Das ArbeitS- recht sei heute eigentlich Kern und Seele un­serer ganzen neuen Gesetzgebung. Auch die Wirt­schaft der heutigen Zeit könne diese Einrich­tung nicht entbehren. Ein ilebelftanb sei nur, dah bei dieser Gesetzgebung die Verantwor­tung beider Parteien immer mehr herab- sinke.

DerdeuWedesihmdenKoloni'en

Don unserer Berliner Redaktion.

Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, ist in diesen Tagen mit der Erledigung der letzten Rückgabeverhandlungen betreffend deut­sches Eigentum in den ehemaligen deutschen Kolonien und in den Ko­lonien der anderen Versailler Dertragsmächte au rechnen. AIS einziger von allen Staaten hat die Südafrikanische Union im Falle des deutschen Eigentums im ehemals Deutsch- Südwestafrika überhaupt keinen Gebrauch von ihrem Liquidationsrecht gemacht. Dagegen bat Frankreich sowohl in unseren ehemaligen Ko­lonien, wie auch in seinem afrikanischen Besitz fast den ganzen deutschen Besitz liquidiert und nur einen verschwindend kleinen Teil nach­träglich vor einiger Zeit freigegeben. Auch die Engländer in Deutschostafrika und in Ka­merun haben den deutschen Besitz liquidiert, sich aber nach langen Verhandlungen wenig­stens im Falle Kameruns bekanntlich bereit erklärt, bei der Versteigerung den Deut­schen ein Virtungsrecht zu geben und nach Mög­lichkeit englische Käufer auszuschliehen. Unter diesen Umständen ist es dann auch gelungen, den deutschen Plantagenbesitz in Kamerun größtenteils wieder in deutsche Hände zu brin­gen. Und schließlich ist auch der ehemalige deutsche sitz in unseren früheren ost-asiati­schen Kopien von den Australiern li­quidiert worden. Dagegen haben die Der- Handlungen mit Portugal erfreulicherweise zu posiitven Ergebnissen geführt. Bereits vor einiger Zeit ist der deutsche Besitz in der portu­giesischen Kolonie Mozambique freigegeben wor­den. Wie man weiter hört, scheinen jetzt auch ähnliche Verhandlung:n für die portugiesische Ko­lonie Guinea, an der Westküste von Afrika ge­legen, zu schweben und vor einem günstigen Ab­schluß zu stehen. Dies ist umso erfreulicher, als damit deutschen Koloniepionieren auch in dieser portugiesischen Kolonie die Möglichkeit zu wei­terer Aufbauarbeit gegeben wird. Mit dem Ab­schluß der Verhandlungen mit Portugal dürften die letzten Liquidations- und Rückgabe-Fragen im afrikanischen Kolonialgebiet und tn der Sud­fee erledigt sein.

Oie Anklage gegen die Oon?z-Ingenieure

Moskau. 11. Mai. (WTB. Funkspruch) Die Anklageschrift gegen die deutschen Ingenieure im Donczgcbiet behauptet, daß die Angeklagten durch Vermittlung polnischer und sranzöfi- s ch e r S t e l l e n in Moskau Beziehung en zum polnischen Kriegsministerium und zu französischen Stellen in Paris unterhalten hätten. Die Anklageschrift wirft den Verhafteten ferner vor, sie hätten zu den deutschen Firmen AEG., Siemens- Schuckert und Eickhof in Beziehungen gestanden und Geldbeträge von diesen bezogen.

Aus aller Welt.

Schwere Erdrutfchkatastrophe in Mittelitalien

Grolla mare bei Ascotin Diccno, 10. Mai. (WIB.) Infolge de» anhaltenden Regen» kam e» In der Rahe der Eisenbahnlinie zu einem Erdrutsch, j von dem zwölf Häuser ersaht wurden. Ein Y e r s o u e u z u g , der bald daraus die Strecke paf- Hert», entgleiste infolge der Gefteinrmasten, die

dir Schienen bedeckten. Der Erdrutsch hat ungefähr 15 000 Kubikmeter Erdmassen In Bewegung ge- bracht. Bisher wurden 16 Leichen, darunter | die von zwei Kindern geborgen. Ungefähr 12 Der- wuudele mußten in Krankenhäuser übergeführt wer­den. 3m erflen hau», da» ocrfdjütlcl wurde, sind 6 Personen umgefommen. Diese» hau» stand auf enem Hügel, der in» Meer ge­rutscht ist. Da» zweite hau», da» unten am Meere» ft rand lag. wurde gleichfalls verschüt­tet. wobei 7 Personen umkamen. Der Zug. der unmittelbar nach dem Erdrutsch die Anglücksstelle uaffieren sollte, entgleiste, wobei zwei Per­sonenwagen aufeinanderslürhlen. Dabei wurden 3 Personen getötet und 11 verletzt.

DieBremen- Flieger In Philadelphia.

DieBremen".Flieger, die auf ihrem Rundflug durch die Vereinigten Staaten mit durch Sturm, Rebel und schwere Wolkenbrüche verursachten star­ker Verspätung auf dem Flugfeld der Marine- ftation Philadelphia eingetroffen sind, wurden vom Bürqermeister von Philadelphia herzlich be­willkommnet. Die Flieger fuhren unter dem fortgesetzten Yubel der Bevölkerung im Automobil durch die mit den Flaggen Amerika», Irlands und des deutschen Reiches und den Bildern der Flieger geschmückten Straße zur F r e i b e i t s h a l l e, wo sie einen Kranz niederlegten und besuchten dar- auf Benjamin Franklin» Grab Später folgten sie einer Einladung ber Handelskammer .ZU einem Frühstück. Nachmittag» besuchten sie ein Theater, wo Lichtbilder von ihrer Landung in Philadelphia, sowie alle Aufnahmen seit ihrer Landung in Greely Island oorge/ührt wurden. Abends wurde den Fliegern zu (ihren pon den irischen und den deutschen Gesellschaften ein Fest­bankett veranstaltet.

Ueber 27 Millionen Mark Geldstrafe.

3m brüten Magdeburger Schwarzbrennerprozeß wurde der Harchtangellagte Gustav Köhler wegen fortgesetzter Handlung der Monopol­abgabenhinterziehung und Schwarz­brennerei zu einem Jahr Gefängnis und 4 159 908 Mark Steuerstrafe, evtl, einem weiteren Jahr Gefängnis Dcrurtcilt. Der Brennmeister Kurt Becker erhielt wegen fortgesetzter Hand­lung der schweren Urkundenfälschung. Siegel- brucheS. Amtsanmaßung, Monopolabgabenhinter­ziehung und Schwarzbrennerei neun Monate Ge­fängnis und 4 157 769 Mark Steuerstrafe bzw. weitere neun Monate Gefängnis. Der Brenn­meister Oswald Hoppe erhielt wegen fortge­setzter Handlung der schweren Urkundenfälschung Siegelbruches. Amtsanmaßung. Mvnopolabqaben hinterziehung und Schwär?,brennerei neun Monate Gefängnis und 4 157 918 Mark Steuerstrafe bzw. weitere neun Monate Gefängnis. Insgesamt er­hielten die Angeklagten zirka 27,5Millionen Geld- bzw. Steuer st rasen und Gefängnis­strafen von drei Wochen bis zu einem Jahr. Ferner wurden die Angeklagten zur Haftung f ü r W e r t e r s a tz in Höhe von zirka 18.5 Millionen Mark oder entsprechenden Gefängnis­strafen verurteilt.

Da» Verbrecherunwesen im Ruhrgebiet-

Die _ Nachforschungen nach den verwegenen Bankräubern, die am vergangenen Samstag bet hei lichtem Tage und bei regstem Straßenverkehr bie Reichsbank stelle Gladbeck über* fallen und ausgeplündert habm, haben nunmehr zu Feststellung t>?r Täter geführt. Da­bei ist leider ein Kriminalbeamter, ber bei b.r Durchsuchung der Wohnung das Schlaf­zimmer betrat, von den Tätern erschos­sen worden. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, der Mörder Habhast zu werden. Man ist an­scheinend ein r Verbrccherfamilie auf die Spur gekommen, d r auch mehrere aibere schwere Der- rechen, die im Ruhrgeaiet in den letzten Jahren begangen und bisher nicht aufgeklärt worden sind, zur Last fallen. Von ber Verbrecher gesell- fchaft ist bie ganze Familie Hübsche bis auf den ältesten Sohn, ber sich angeblich nach Düssel- dorf zum Pferderennen begeben hatte, in Haft genommen worden. Da -> die Raubzüge dieser Verbrechergesellscha,t sehr eint äg ich getce en sein müssen, kann man daraus schließen, dah sie über einen kleinen Autopark ver­fügt, und auch die sonstigen Anzeichen sprachen, dafür, daß sie im Besitze größerer Geldmittel ist. Es handelt sich mit ArtS.iah ne des Bat r3 um junge Leute im Alter von 18 b i s 24 Jahren, die bisher die Aufmerksamkeit der Polizei nicht auf sich gezogen hatten.

Schwerer Kirchenraub.

Aus der Schatzkammer des Münster- aus Salem-Stesansfeld bei Friedrichshafen wurden die große Wei nolle Monstranz, die eine der kostbarsten Steirobien des Münsters dar­stellt und von hohem künstlerischen Werte ist, sowie andere Kostbarkeiten entwendet. D« gestohlene Monstranz war In einem allen wert- vollen Schrank aufbewahrt. An dem alten kunst­vollen Schloß finden sich keinerlei Spuren von Gewaltanwendung.

Zehn Tage im Unlcrsuchung»gefängnl» vergeßen.

6tn Provifionsreisender. der sich in einer Strafsache im Berliner älntersuchungsge.'ängnis Moabit befand, dessen Strafbefehl jedoch vor zehn Tagen bereits vorn Staatsanwalt aufge­hoben worden war, ist versehentlich erst heute aus der Hast entlassen worden. D.e Akten sind verlegt worden und konnten bisher noch nicht gesunden werden. Die Auf­deckung dieses Versäumnisses erfolgte zufällig anläßlich eines Besuches des Verteidigers im Untersuchungsgefängnis.

Ein Raubmörder zum Tode verurteilt.

Das Schwurgericht Schwerin Verurteilte den Dootsbauer Erich Bruhn aus Spandau wegen Raubmorde- zum Tode. Der erst 20 Jahre alte Bruhn hatte am 19. August 1927 einen jungen Berliner ermordet, um sich dessen Aus- weispapicre anzueignen. Während der Verhand­lung hatte der Angeklagte versucht, einen ber Belastungszeugen anzugreifen Der Angeklagte nahm da» Urteil mit der Erklärung an: Lieber Öen Kops al- zehn Jahre Zuchthaus.

Der Rachklang einer Senfatioo.

Die englische Polizei verhaftete in Dover den John 2 a ft o n e, der beschuldigt ist, den ägyptischen Prinzen Ahmed Seif Eddin au» einer pri­vaten englischen Irrenanstalt in der Grafschaft Essex nach 22jahrigem Aufenthalt tut Flucht per. halfen zu haben. Prinz Seif Eddin» erfolgreiche Flucht am 31. August 1925 halte damals In der ganjen Welt das graßte Aufsehen erregt. Der Prinz iftelnBruöerRönifl Fuads von Aegyp t e n und gilt mit einem Vermögen von etwa 800

Millionen Mark al» einerderreich st enMstp. nerderWelt. Seine Unterbringung in einer eng- lachen Irrenanstalt war erfolgt wegen eine» Re- rolveranschlags auf feinen Bruder, den damaligen Prinzen Fuad, im Jahre 1898. Seine siebenjährige Gefängnisstrafe wurde nach zwei Fahren aufgehoben und auf sehr geheimnisvolle Weife verschwand dann der Prinz, offenbar für Lebenszeit, in einer englischen Irrenanstalt

Schorfe Kälte in Frankreich.

Seit zwei Sagen h rrscht In Ostfrank- reich schar'« Kälte Bei Bar-le-Duc ist Schn«, vermischt mit Hagel, gefallen. Aus Thaumont werben gleichfalls Schn«fälle g~m:lbd. die den Weinkulturen Schaden zugriüat haben. Auch auS dem übr.gen Frankreich wird ein Witterungs- sturz gemetb.'t

Ärohseuer bd (Brunau.

3n einem DcotSschuppen bei R ch erShorn nah« ©rünau bei Berlin brach angeblich durch Un­achtsamkeit ein Feuer aus. daZ bas bekannt« Vergnügung-lokal mit drei au--«dehnten Schup- Pen, in denen etwa 100 verschiedene Privatruderboote unte.,,<u»ach^ teeren, einäscherte. Infolge des herrschenben Sturme« waren die Wehren von Drünau, Schmöckwitz. Köpenick, Sch neweide und anderen Orlen sowie daS Löschboot u vom Osthafen Berlin und ein Löschzug der Beniner Beruf «feuer wehr untei Leitung deS Oberbranbbirektor- Gempp fast machtlos. Der Sachschaden ist erheblich.

Kirche und neun Gebäude eingeä'chert.

3n SabeS (Kreis Phritz) entstand ein Droß- feucr, das in ber Scheune eine« Besitzers an- gekommen war. Die Flammen verbreiteten sich über -wci Tagelöhnerhäufer. fünf Scheunen, zwei Getreideschober und bie Dvrslirche Die Kirche unb bie anderen Gebäude lind nollftänbig ein- geäschert. Viel Vieh unb Getreide ist mitvev- brannt.

Bootsunglürf auf der Lide.

Trotz stürmischen Wetters unternahm eine Schülermannschass e nct Mazbcburger bbHeren Schule eine Fahrt auf brr Elbe. Durch die hohen Wellen kenterte bas Boot. Wührenb sich bie übrigen Schüler an dem im Wasser treibenden Boot feftbiclten. versuchte der Pri- Iraner Friedrich Wilhelm Widdel sich durch Schwimmen zu retten. Bei diesem Versuch sank er unter und ertrank. Seine Leiche konnte bisher noch nicht gefunden werden.

Mildernde Hunde.

Die Schädigung der Jagden durch wil­dernde Hunde nimmt herartig üoerhand, daß der Landrat des Kreises St. Goarshausen sich zu einer amtlichen Aktion dagegen ücrfkjcu mußte. 3n der Gemarkung Niederwallmenach nuide eine von Hunden zerrissene, kurz vor dem Setzen stehende Ricke gefunden, unb in einer Nachüargemelnde er­gab die Magenöffnung eines verendeten Hundes, daß dieser n ch t weniger als vier Zung Hasen gefresen hatte. Der Landrat erläßt Stiaf. bestimmungen gegen die Hundedefitzer, die die Tiere im Walde und auf dem Felde herumlaufen h.ffen und macht die Hundebefitzer für den gesamten Wild­schaden verantwortlich.

Durch kanalgase verunglückt.

3m tiefen Kanalschacht im Moselweißersrlb bei Koblenz arbeiteten mehrere Kanalarbeiter, als sie von giftigen Gasen ohnmächtig wurden. Der Anfall wurde glücklicherweise so ort bemerkt, doch konnten die RettungSmannschu .en nicht zu den Ohnmächtigen gelangen Da ent­schloß sich mutig ein junger Student der Ehemie. zu den verunglückten Äanalarbeilcm herabzustcigen. und e« gelang ihm, die Männer zu bergen. Sie fanden Aufnahme im Laz.irctt. Der Koblenzer Oberbürgermeister und der Ober­präsident der Rheinprvvinz beglückwünschten ken Retter, der zur Verleihung der Rettungs­medaille vorgeschlagen wurde.

Donnerstag, den&mai 7 * abends , V«

Die Wetterlage.

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Durch den weiteren Ausgleich der Luftdruckgcgen- sage hat sich die Wetterlage beruh gi und ba* Ab­flauen dc» Windes eingelegt. Unter dem Einfluß hohen Druckes, der Nch von den brit fchen Inseln nach Mitteleuropa erstreckt, wird da» Welker ftcunb- lieber und tagsüber wärmer, nachts jedoch wieder aufklarend uno führt zu Temperaturruckgaug bi» in Gefrierpunktnähe.

Vorhersage für Samstag: Tag» noch fortschreitende Erwärmung, oorw egend trocken.

Vorhersage für Sonntag: Weiter Tern- $><r»atl,rar ^ ,fl' "ufheiternd und trocken.

Lufttemperaturen am 10. Mai: mittags 9 Grad Tklsiu», abend» 4,5 Grad Lelsius: am 11 Mal:

"'S ®rflb Gelsiu» Marimum 9,5 Grad Tel- fius, Minimum0,7 Grad Celsius Erdtempera- luren in 10 Zentimter lieh am 10 Mai abend»

am 11 Mai morgen» 9 Grad Gelhu». connenf(Weinbauer Stunden.