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Nr. !8< Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesseu)

Zreitag, 10. August 1928

IX. Olympische Spiele in Amsterdam.

Zwölfter Tag. Deutschlands achte Goldmedaille: Hilde (Schroder siegt im 200-Mcter-Bfustschwimmen. Arne Borg geschlagen.

Hilde Schrader gewann er roartung»gemdb da» ?00-7ncler-Brunid)roimmtn für Damen in 3:12,8 gegen die Holländerin voran. 81» Drille pUdertr sich die veu 1 lche Colle Muhe (Hllde»- lieim). Durch den Sieg Hilde Schrader« fiel die achte Goldene Olympiaklledallle an Oeulfchland

Äußer bieleh L.g ber 2Haßbeburg*r SchrotM- mertn uxit den deusichcn Farben heute bet den Olympischen Spielen fein Orfolg befchteden. Das IOO-'2Heter<-2tüden|d)to'. mmen für Herren gewann der junge Amerikaner ft o - ja c in der neuen Dellrekordzeit von 1«,2. ftüppcrs- Deutschland kennte nur den fünften Blao bellen. 3n bet 4x200-Olle ter -Sre:- ft i l fl a f f e l verfiel Die deutsche Mannschaft der Disqualifikation.

Die Ucberraschung des Tages bildete bic Hieberl a ge des für unschlagbar qeha!tenen Schweden Arne Borg im 4 0 0 - Olt e t e r - Freistil-Schwimmen, das von dem Ar- flenhnter Zor i lla in der olympischen Aelord- ^e.t von 5.01,6 vor Eharlton-Australien gewon- nen wurde Arne Borg kam als dritter an

Bon den deutschen Boxern sind nur noch «ist ulla in der Halbschwergcwtchlsklasse und Schönrath im Schwergewicht im Wettbewerb geblieben. 3n allen anderen Klassen schiedett die deulfchen Vertreter Durch Niederlagen auS.

Im Sübel-MannschastSsechten lieate Ungarn vor Italien und Polen. Die deutsche Mannschaft konnte nur den vierten Platz belegen.

DaS Turmspringen der Damen sah drei Amerikanerutnen vor drei Deutschen in 3ronL Die beste Deutsche war die Berlinerin JTle u b t ne r.

Holland siegte imOlvmpia-Turnen über­legen vor Italien uno England. Deutschland nimmt an den Gymnastik-Wettbewerben bekannt­lich nicht teil. 3m Sinzelturnen der Herren konn­ten H ä n g g i - Schweiz und Stukelj-Süd- 11atoten eine Goldmedaille erringen.

Deutschlands,Breitenleistung" in Amsterdam.

Berlin, 9. Bug. Wie der Amtliche Preußische Pressediensl mlltcilt, veröffentlicht der Deutsche olympische An,schuß seine erste Stellung, nähme über den verlaus und da« (Ergebnis der hauptspIele rote folgt:Wir können ju- f rieben fein mit unserem bisherigen Abschneiden von bemSport Forum" der Well, bei der ersten Woche der olympischen Hauptspiele. Wie roir er roartel hatten, reichten roir mit Zahl und Werl un­serer Siege nicht an Länder rote die vereinigten Staaten oder Kanada Heron, aber roir haben ge­zeigt, daß unsere Leute gleichmäßig eine hohe Leistungsfähigkeit besitzen, ein Zei­chen ungebrochener voikrkrast. Spitzenleistungen sind une nur Wittel zum Zwecke einer hohen durchschnitt­lichen Leistungsfähigkeit und wie eindrucksvoll diese al» ..Breitenleistung" in Amsterdam hervortrat, da» erkennen roir freudig, roenn roir dem Abschneiden der deutschen Teilnehmer Im einzelnen nachgehen.' Deutschlands 4 >200-Meter»(Staffel disqualifiziert.

Die Vewksche 4x2001Hctcr-SteiftiI- ft a f f e l tarn in ihrem Dvrlaus hinter Ungarn als Zweite ein. wurde bann aber disqualifi­ziert, weil der als dritter Mann fchwimmende BergeS zu früh abgefprungen ttxrr; ebenso erging eS der italienifchen Mannschaft. Die fpa-

Möwe im Sturm.

Vornan von (Sophie Moerh.

37. Fortfrtzung. Nachdruck verboten.

Die Hochzeit sollte schon einen Monat nach der offiziellen Serlobung flattfinben, dann wollte das junge Paar er sah wirklich noch außerordentlich jung auo, roenn man über die grauen Schläfen fort- sah eine Reise nach Norwegen antreten. Allerdings nur für wenige Wochen, lange konnte der Leiter der Bank nicht aHsoefend sein, wenn ihn nicht die Ge­schäfte zur Reife zwangen.

Ihre Hoheit Frau Schulze war so aufgeregt in dieser Zeit, al» fei mindesten, sie es, die heiraten sollte. Sie wußte ja, daß Maria ihre Gefühle nie zur Schau trug, aber jetzt hätte sie immerhin etwa» beteiligter fein dürfen.

Siehst du, Elena, roenn es auch eine Lcrnunflehe ist, cs ift doch eine annehmbare Sache. Seit Schulze da in den Aufsichtsrat getreten ift, weiß man erst, ivos da für Werte nlaufen. Maria kann sich in Gold wickeln, roenn sie will. Aber wie sieht sie heute wieder blaß aus. Und die müden Augen. Ich fürchte immer, sie bat sich da aus eurem abscheulichen Athen da, Fieber mitgebracht. Du meinst nicht? Red' ihr zu, daß sie doch etwas Rot auflegt. Die Leute wun­dem sich gerade über diese blcichfüchkige Braut. Wie geht es denn jetzt mit dir?"

D danke, sehr gut. hier im stillen ^rieben eure, Heims besinne ich mich wieder."

Du brauchst das nicht so spottend zu sagen. Der Tag wird auch noch einmal kommen, roo du solchen Frieden zu schätzen weißt.

3a, jetzt muß ich zur Stadt fahren, Maria muß das Rleib zur Dcrlobungsfeier anpaffen. königliche Spitzen sage ich dir. Geradezu königlich Aber lag' c, ihr nicht, daß sic von ihm stammen. Er wünscht, sie möge im Glauben bleiben, als käme alles von uns. Eie ist so sensibel in diesen Dingen. Der Mann ist wirklich vornehm, auch roenn er nur Emst Kollmann heißt.

Kommst du mit zur Anprobe?"

,Hch mochte hierbleiben. In diesen 'Ateliers, und roenn sie sich noch so fein gerieren, ist immer schlechte Luft."

Dann auf Wiedersehen. Zum Diner sind roir zurück."

Während sie in der Stadt von der Schneiderin zum Juwelier und vom Juwelier zum Wäschegeschäft fuhren, jagte Kollmanns Auto den entgegengesetzten Weg. Am Morgen nach einer Rachtfahtt von Kopcn

Nische Mannschaft kommt Io in den Enblauf in bem sie wob- nur eine untergeordnete Bolle spie­len wud Die 3meriianer find in btc'er Staffel Favorit fk gewannen ihren Dorlauf sicher und in neuer olympischer Rekordzeit Die Ergebnisse her Dorläusc 1. Laus: I 1160t. 9: 3d,8 tolympischer Rekord): 2. Japan 9: 42,6. 3. Schweden 10:03.2; 2. Laus 1. Kanada 9:55.c-. 2. Enftond 10:16,6, 3. Frank re. ch 10.31.4. 3. Laus 1. Ungarn 9.46.6; 2. Spanien 11:50,6; Deutschland als Zweiter und Italien als Dritter disqualifiziert.

Um die Plätze im Wafferballtai-nicr.

Die Austragung bet Wasserbauturniers um den zweiten und dritten Platz geschieht nach dem Bergvall-System. Hiernach begannen bereits am Mittwoch die ersten Begegnungen: Holland schlug Belgien 3:2 (1:2), USA. schlug Malta 10:0 (4:0) und Frankreich gegen England mit 7:1 (4:1)

Drei Deutsche in der Entscheidung des Turmspringens.

3m Amsterdamer Schwimm-Stadion be­gannen am Donner-lag die Ausscheidungen Oer Turmspringer, in drei Gruppen zu je 10 Mann. Die deutschen Teilnehmer Schümm. Rehborn und Riebschläger konnten sich Plazieren und nehmen so am Gnd- fampf teil. Die Platzzlsfern lauten: 1. Gruppe: 1. Eolba ih (USA.) 9168 P.; 2. ftnight (Önglanb) 83.48; 3. Schümm (Deutschland) 81,46 P 2. Gruppe. 1 Simaika (Aegypten) 101,34; 2. Dalitzcn (USA.) 98.56 P.; 3. Reh- b o r n (Deutschlaick)) 63,46 P 3. Gruppe: 1. Desjardins (USA) 104,9 P; 2. Aieb- fchläger (Deutschland) 81,92; 3. Phi­lips (Kanada) 78,42 P.

Desjardins Olympiasieger im Kunstspringen.

Bei den Schroimmwettbewerben wurde am Mitt- woch bae ftunjilprin<icn zu Ende geführt und brachte einen S.eg der Amerikaner, die die ersten beiden und den vic.ten Platz belegen. Deutsch­lands Vertreter Mundt, Riebschläger und P1 u m a n n » endeten an 5., 6. und 7. Stelle. Das Ergebnis war Olympiasieger: Desjardlns- 11521. 185,14 P.; 2. Galitzen USA. 174,06 P.; 3. Simaika - Aegypten 172,46 P.; 4 Smith- USA 168,90 P . 5. Mundt- Deutschland 154.72 Punkte; 6. Riebschläger- Deutschland 152,86 P ; 7. Plumanns - Deutschland 150,18 P.; 8. Phi­lips- Kanada 149,96 P.

Deutschland

scheidet im Doppelzweier aus.

Bei den am Mittwoch im Slotenkanal auSge- tragenen Auderwettbewcrben muhte Deutsch­land im Doppelzweier auSscheiden. Kanada blieb in 6:44,2 sicherer Sieger während Deutschland 6:48.8 benötigte. 3m JMemc n - zwe ie r dagegen konnte Deutschland mit 7:08.2 mit zwei Längen gegen Amerika 7:15,6 erfolgreich bleiben.

Major Neumann Vierter in der Dressurprüfung

3m olympischen Reitturnier, das am Mittwoch im Park zu Hilvettum begann, wurde zunächst die Dressurprüfung zur Entschei­dung gebracht. Deutschlands Q^ertretet. Major Neumann, wurde mit Ilja Vierter. Sieger blieb der Holländer Ltn. A. Dort van Zyp -

Hagen über Warnemünde zurückgekehrt, hatte er sich sofort in die Bank begeben und wollte nun hinaus zur Braut. Absichtlich hatte er nicht antelephoniert. Wie ein ganz junger verliebter Mensch wollte er sie überraschen, wollte in ihrem Gesicht lesen, was da stehen würde bei dem unerwarteten Wiedersehen. Denn sie ermattete sein Lammen erst in zwei lagen.

Seinem anderen hätte er eingestanden, daß ihn eine Leidenschaft gefaßt hatte, wie er sie in jungen Jahren nie gekannt. Er wurde gelacht haben, hätte ein anderer ihm solch Empfinden zugetraut. Zuerst war es nur der Reiz, den Marias Herder Stolz auf ihn auinibte. Dann kam der Wunsch, einen fo vor­nehmen und fo über jede Berechnung erhabenen Menschen zur Herrin seines Hauses und feines Lebens zu machen. Daß sie ihn auf das Jawort warten ließ, flcigerte den Wunsch Seit er sie aber im Arm gehalten und ihren kühlen Mund geküßt hatte, war ein Funke in sein Blut gefallen, der brannte und wuchs zur Flamme, durchdrang fein ganzes Wesen, ließ ihn alle äußeren Erfolge feines Ledens, feine Stellung, leinen Reichtum gering er- scheinen, roenn alles nicht dazu da war, ihr einen goldenen Weg unter die Füße zu geben. Und etwas war dabei er verstand es nicht, aber es ließ sich nicht ableugncn. Er war ciscrluchtig, brennend eifersüchtig. Richt auf einen Mann in der Hin» sicht glaubte er, was ihm die Hoheit sagte, und was die selber glaubte Marias Herz war von keiner Versuchung berührt worden, aber für die Schwe­ster empfand er heimlichen Haß. Die schöne blonde Frau, die hier sichtlich aufbluhte, wieder ein Lachen gewann wie das Girren von Turteltauben die so entzückend sogen konnte:Ioujou, mein kleines, mein ganz geliebtes* sie, der er wohl zu ver­danken hatte, daß ihm endlich das Jawort gegeben wurde diese Frau mußte fort aus Mattas Leben.

Sollte er sie in sein Heim aufnehmen? Ausge­schlossen. Seine Frmi sollte ihm gehören. Er würde es erreichen, daß seine Gedanken ihre Gedanken würden, daß sein Leden ihr Leben, seine Liede ihre Liede würde. Er hatte noch immer erreicht, was er durchaus erreichen wollte. Nur ein Dritter durfte nicht zwilchen ihnen stehen.

Und er hatte, als er in London gewesen, einen Schritt getan, den sollte sie nie erfahren. Er war bei Sergei Wladimirowitsch gewesen, und hatte eine längere Unterredung mit ihm gehabt. Der Wechsel war mit keinem Wott erwähnt worden. Nur über die Zukunft hatten fic gesprochen.

Als Kollmann hörte, Maria sei nicht in der Villa, schien ihm das nach der erften Enttäuschung ein Wink des Schicksals.

Silverpicc. 224 P.: 2. Kommandant 6 toi- tchefs. Tarda 221.7k P. 3. ft v i st-Aorwegen 221.14 P ; 4 Major Ae u m a nn - De u t Ich- land 208.-:2 P : 5. Hpttn. ft . bo - Japan 2d).6. . 6. PermautduBreuil- Frankreich 19320 P

3m Mannschastsscchlen auf Sabel gelang es Deutschland, durch einen Sieg über Frankreich in die Entscheidung zu kommen 3m Finale treten Ungarn, Italien und Polen gegen die deutsche Mannschaft an.

Opielvereinigung 1900 Gießen.

ö. Gleich beim ersten Auftreten in der neuen Safto., hat sich die Ligamann|chaft der Spielotr- einigung l^tt-Gießen recht viel zugeinutet. Bereite am Samfttagoormittag beginnt sie eine größere Wettspielreife. Gegner am Samstagnachmittag ist di« Ligaeis des 1. Fußballklub l'.Ml2 Bad Kreuz- nach. Kreuznach gehört seit bem vorigen Jahre nach zahlreichen Qualifikationsspielen, der 1. Be sirksliga an, somit jur ersten süddeutschen Elite klaffe Spiellechnisch ift Kreuznach dem Rhein-Saarbezirk zugeleilt und hat es auch ver­standen. beim «blchluß der bic»|ährigen Meister- ichaftskämpse die Zugehörigkeit zu Klaste und Be­zirk für die jetzt beginnende neue Derbandsspiel- 5crie ficherzustellen. Der Gastgeber erzielte in einer Reihe darauffolgenden Gesellschaftsspielen, gegen gute Gegner, ausgezeichnete Resultate, so daß man den 1900ern aus Gießen auf bem fremden, unbe­kannten Platz wenig Aussicht auf Gewinn ein­räumen kann, insbesondere, da die Mamnchasts- aufftellung der Gießener ein unbeschriebene» Blatt ist.

Am darauffolgenden Sonntag folgen die Blau- weißen aus Gießen einer Einladung der Kurver­waltung Bad Munster am Stein zurBeteiligung an einem Sportroerbetag. Gegner ist der, zur Kreis- liga im Rahckreis gehörende, Sportverein Bad Münster am Stein. Wenn auch im zweiten Treffen mit einem schwächeren Gegner gerechnet werden kann, so ist immerhin zu berücksichtigen, daß die Gießener am Samstag ein schweres Spiel absol­vieren und bann auf einen auvgeruhten Gegner treffen; dementsprechend wird auch in Munster die iportliche Ausbeute nicht allzugroß sein. Den teil­nehmenden Spielern wird aber Gelegenheit ge­boten, einen der schönsten Winkel unseres deutschen Vaterlandes kennenzulernen, und an ihnen wird es liegen, unseren heimatlichen Fußballsport im schönen Nahetal würdig zu vertreten.

1900'» Ligareserve und 3. Mannschaft reifen ins Dillgebiet, um dort zwei Freundsck)aftsspiele au»- zutragen. Die Reserven haben sich Sechshelden zum Ziel gesetzt, um mit der ersten Elf des dortigen Fußballklubs,Alemania", die Klingen zu kreuzen, während die dritte Mannschaft in Nanzenbach ein Rückspiel austrägt. Bei einigermaßen komplettem Antreten sollten die Gießener in beiden Spielen Siegeschancen haben, roenn auch in Betracht ge­zogen werden muß, daß im Dillgebiet die Platz- beschassenhelt durchweg nicht ideal genannt werden kann.

Bier weitere Spiele kommen auf bem Sportplatz an der Liebigshöhe zum Austrag und Aroar drei Iugendfpiele und da» Rückspiel der Alten Herren gegen die Akten Herren vom Verein für Rasen- fplcle 07-ßlmburg. Such bei dieser Alte Herren­begegnung muh man den Platzoerelnsleuten Sie- gesausstchten einräumen, wenn man da» wirklich gute Spiel vom Dorsonntag In Betracht zieht, so­wie den einwandfreien 4:0-Sieg im Vorspiel in Limburg.

Das Spiel der 1. Jugend gegen den Spottverein Bad-Nauheim mußte verlegt werden, da in Nau- heim Spottwerbetag ist. Die 1900er werden nun­mehr voraussichtlich gegen Butzbachs 1. Jugend an­treten.

Die 2. Jugend fpielt gegen Heuchelheims 1. Ju­gend und die Schüler kombiniert gegen Heuchel- heims Schüler. In allen Iugendfpiclen ermattet man die Spielvereinigungsleute in Front.

So melden Sie mich der Baronin," sagte er zu dem Diener.

Der zögerte. ,Lch glaube, Frau Baronin emp­fängt nicht."

Kollmann zoa eine Karte und schrieb darauf. ..ßringing good news of London.Tragen Sie das hinein."

Sofort kam der Mann wieder, riß die Tür zum Empfangszimmer auf und sagte:Frau Baronin werden gleich erfcheinen.7

Elena kam im weißen Hauskleid, ein leichtes Rot der Erwartung auf den Dangen, denn diese Nach- ttchten konnten nur von Einem herftammen, und als sie eintrat, die schmalen Hände ihm fröhlich ent- gegenstreckte und rief:Wie gut, daß ich nicht aus- fiegangen bin!" mußte sich Kollmann gestehen, daß ie hinreißend war. Nur nicht fein Genre. Er blieb ihr gegenüber ganz sachlich. Sie war feinem Ge­schmack zu überfeinert, zu sehr das zerbrechliche Spielzeug.

Und Elena dachte:Er ist und bleibt ein Viereck. Immer die gleiche Distanz, ob man ihn gut behan­delt oder schlecht." Denn sie hatte schon auf der Rückreise von Athen, wo sie mit Maria den Salon- wagen benutzte, wahrend Kollmann ein Abteil erster für sich und den Sekretär genommen, vergebens alle Launen der Koketterie chm gegenüber versucht Er hatte dazu gelächell, wie man einem hübschen Kinde zulächelt.

Wie ein viereckiger Block ift er," hatte sie zu Matta gesagt. JTOan kann ihn nicht faffem Nir- genbs ift eine Handhabe. Und umspannen läßt er sich erst recht nicht. Wo er steht, da steht er. Eine Ehe mit ihm kann nicht sehr unterhattsam fein."

Aber sie fragte jetzt mit dem liebenswürdigsten Gesicht:Was haben Sie mir also zu erzählen?"

Zunächst viele Grüße Seiner Kaiserlichen Ho­heit" kam es ihr nur so vor oder war ein klei­ner ironischer Zug in feinem Mundwinkel?an seine hochverehrt^ Frau Gemahlin. Und dann habe ich Sie zu fragen, wann der Großnirst hoffen darf. Sie in London, seinem neuen Wohnort, zu be­grüßen."

,Jstich in London? Ach, roenn es nach mir ginge, ich führe lieber heute als morgen, denn unter uns, mein lieber Herr Schwager, die Gast- freundschaft Ihrer Hoheit ist keine sehr bequeme Sache. Ich werde die guten Schulzes sehr entlasten, roenn ich ab reife. Man bemüht sich, mir alle Auf­merksamkeiten zu erweisen, und möchte doch der unbegehrten Nichte am liebsten allerlei peinliche Dahrherten jagen." Sie fachte.Die Schwester fepe

V. f. B

iSur den kommenden Sonntag ist rin recht reich- haltiges epielprcaromm sowohl für die Fußball- Ipieler wie auch |ur die Leichtathleten^ifammenge- stellt irerben. Auch die Jugend- und Schulerabtei- lunfl beginnt nun mit den Fußball-Gesellschaft»» (Fielen.

Die Lmamannfchast jährt nach Herborn, um noch einer früheren Vereinbarung der dortigen Ersten da» fällig. Rückspiel zu dein Üorspiel zu liefern, da» anläßlich de» LOjahttgen ötiftungofefte» des B f B. die Derborncr Erste auf dem Waldspari platz gegen die ßifloreferoe auetrug Trotz starke, Aufstellung mußte sich bamal» die Plagmannicktzift dein besseren Spiel her » rborner, die trotz ihre» Abstieg» au» "3er Lahnkre,»liga noch über eine t eachtsiche Spiel­starke reriüglen, mit 1.3 beugen. Hetborn, da» nun der sog Gau klasse angehort und von seinem Können sicherlich nichts elngebüßt hat, roirb am Sonntag alles daranfetzcn, um der D f B Liga cm möglichst günstiges Resultat abAuringen. Ihr nicht geringer Vorteil des eigenen Platzes, dessen ungewöhnlich kleinen Ausmaße fremden Mannlchasten schon oft zum Verhängnis wurden, sollte für die Gießener Elf Veronlafsung fein, sich speziell darauf einzu- ftcllen. Aber auch ohne diese» Moment, mit dem V. f B stark zu rechnen hat, werden die Gastgeber ein nicht zu unterschätzender Gegner sein, den die D. s. B.-Mannschost nur schlagen kann, wenn sie da» Spiel nicht zu leicht nimmt und e» nicht schon von vornherein als gewonnen betrachtet, sondern von Anfang an mit aller Energie auf Sieg spielt

Die Ligarttervcmannfchaft bat auf hiesigem Platz die erste Mannschaft vom Lportvereln (SbringÄhaufcn bei Wetzlar zu Gast, lieber die Spielftärke der Gäsleelf ift nichts nähere» bekannt. Eie konnte sich in der letzten Derbandsspiel'erle den Ölufftica zur Gauklas e. also derselben ft affe, der nun Herborns Grste angehdrt. erkämpf en and genießt einen recht guten Ruf. lieber den 2lr»gang dieses Treffen» läßt fich Im voraus nicht» sagen. Mit Shringshauen- Erster kommt auch defen zweite Mannschaft nach hier, um mit der Dritten de- D. f.B ihre fträfte zu messen. Hier darf man sogar mit einer gewissen Sicher- bat einen Lieg der Platzmannschaft Voraussagen. Bach ihrem Resultat vom Borsonntag zu ur­teilen, sollte sie mit klarer Tordifferenz gewinnen können. Borau-setzung hierfür ist natürlich eine ebenso gute Leistung wie gegen Saubringen.

Während erste Jugend- und erste Lchülerinann- schaft ohne Gegner geblieben find, tragen zweite und dritte Jugend- sowie die zweite Lchüler- Mannschaft auf hiesigem Platz Gesellschaftsspiele aus.

Die zweite Jugend hat die erste Jugend Gar­benteichs zum Gegner und sollte mit ihr fertig werden können, wenn sie sich nur einigermaßen zusammenfindet. Ander- ift eS mit der dritten Jagend, die gegen die zweite Jugend Leih- gestenrS einen schweren Stand haben wird.

öbenfo die zweiten Schüler, die sich gegen die erst« Schülerelf Garbenteichs sehr wehren müffen, wenn sie einer Niederlage entgehen wollen. 3m Dorspiel mühten sich die kleinsten D. f. D.er den körperlich stärkeren Darbenteichern mit 2:5 beugen.

Leichtathletik der Gp.-Dg. 1900.

ß. 2lus Grund bereits im Frühjahr getätigter Verpflichtungen hat die Hpielvereinigung 1900 nächsten Sonntag zwei leichtathletische Veran­staltungen zu befch'.cken. nämlich die Vattonalen Wetttümpfe deS Sportvereins ..Hesien"-F ran­kenberg (Eder) und die deS L.f.B. Diez (Lahn). In ^ranfenberg werden die 1900er durch etwa 5 Aktive und 10 Jugendliche, in Diez nur durch Akttve vertreten lein. Beide Ver­anstaltungen sollen bem Vernehmen nach ein recht gutes MeideergebrnS zu gewärtiaen haben. In dem Ederstädtchen wird es daher Den Spiel» Pereinigungsleuten fchwerfallen. dem Aufgebot der ftaffcler und evtl, sogar Frankfurter Groß- vereine standzuhalten. Immerhin ist zu erhosierr, daß sich einige talentierte Jugendliche durchsetzen

ich kaum allein, sie ist ja jetzt der Mittelpunkt aller Gedanken und Vorbereitungen. Aber ich weiß nicht" Und ein kleiner Seufzer.

JM) begreife, wo» dieser Seufzer besagt. Solche Reisen ohne einen Reisemarlchall sind nicht» für meine allergnädigfte Schwägerin. Wollen wie die Güte haben, das mir zu überlassen. Heute haben wir Dienstag. Arn Freitag ist Seine Hoheik in Rotterdam und würde dort feine Frau Gemahlin in Empfang nehmen. Bis dorthin steht felbstoersländ- sich mein Salonwagen zur Verfügung. Eine Beglei­tung wird sich finden lassen"

Elena sprang auf.So bald schon? Dann müßte ich morgen fahren, nicht wahr? Ja, es ist das beste. Das soll ich hier, wenn Sie mir Maria entführt haben. Ich wäre gern auf der Hochzeit ja das wäre ich gern. Aber wir hätten doch nichts von­einander. Und bann wenn Sie geheiratet haben, kommen Sie zu uns nach London. Nicht wahr?"

Wir werden nicht Darauf verzichten." Kleiner Kolibri, dachte er, wie du das alles hlnnunmft. Keine Frage nach den praktischen Dingen des Lebens. Die muhen sich einfach unter deinen Fuß geben. Für einen Augenblick faßte ihn Mitteid. Was würde das Schicksal dieser Frau sein, wenn he n- eher dem verlorenen Mann in die Hände fiele» Iber früher ober fpater ging sie doch zu ihm. lln* er hatte ihnen wenigstens die Mögsichkell einer gesicherten Existenz geboten. Kein billige» Opfer. Doch für Maria

.So werde ich also anordnen, daß der Wagen in den Schnellzug morgen abend eingestellt wird. Aus Wiedersehen bei der Abreise, verehrte Frau Schwä­gerin."

Also doch," hatte Maria nur traurig gesagt, als sie diese Sache erfuhr.3d? hab' es kommen sehen."

Ein Vorwurf war nicht gesprochen, dennoch fühlte Elena sich schuldig und war den letzten Tag von überströmender ZärUichkeit. Als sie schon im Wagen stand und aus dem Fensttr sah, rief sie noch alle Liebeswotte, die sie für die Schwester gebraucht, wieder und immer wieder ihr zu, unbekümmert um die Menschen, die henimstanden.

Und bald kommt ihr zu uns, mein Herzliebes. Ganz bald. Es wird herrlich werden."

Nie werde ich beinern Manne wieder unbefan­gen begegnen können. Nie werde ich dich ausiuchen, solang- du mit ihm zufammenlebst," dachte Maria. Doch sie nickte nur, lächelte und sagte:Ja, ganz bald."

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