Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 10. Äugust 1928.
Mr fahren dos Korn in die SHeuer.
Wenn wir nun zwischen den aufgestellten ®c» treidehacken aus frischgcschnittenen Garben umher- wandern, oder auch dort wacker unsere Arbeit tun ... Wenn wir so Wagen für Wagen — Erntewagen! — sich emportürmen sehen, immer höher und höher, bis sie schwankend den Weg hinab- roUen, dem großen Scheunentor dort drüben zu, das weit und geduldig auf sie wartet, auf immer neue--, dann ist cs uns wohl, als lägen jene
Wochen und Monate weit, unendlich weit hinter uns, jene Wochen und Monate voller Ungewißheit und Sorgen, voller Schwielen an den Händen und Sorgenfalten auf der Stirn. Gewiß, wir taten unser Bestes: wir windeten dis Saat gut und streuten sie sorgsam in sorgsam bereitete Furchen ... und deckten sie zu mit der Heimatscholle, daß sie die Saat hüte und wärme und schütze.
Und dann? 9a, dann kam das große Warten. Wind und Stegen, Schnee und Frost, Sonnenschein und schwere Wolken kamen — und gingen. Gingen hin über die Saat, die da so sorgsam zugedeckt lag. Und wir standen am Rain ... und sahen hinauf zum Himmel ... und sahen hinab zur Erde: was wird wohl aus der Saat, die wir streuten?! Bis der Schnee kam, und alles weit und weih und eben zudeckte, daß es schlafe. Nur unser Sorgen und Warten schlief • uner.
Und wir denken an, wie dann das Feld die ersten grünen t. j.ii zeigte ... und irgendwo am Rain erste zaghafte Blumen sich auftaten ... Zwischen denen nun wieder unser Warten und Hoffen stand und schaute — —, weithin schaute übers grüncnbe Feld ... Monate und Wochen, Schkitt um Schritt, grüner, weiter, höher.
Und nun? Seht einmal, nun fahren wir das tinrn in die Scheuern! Nun raschelt der Wind in rycn, trocknenden Halmen, und die vollen Arhren neigen sich schwer--wieder der Erde zu, aus
6er sie kamen. Ist dieses Rascheln nur flüchtiger Wind in dürren Halmen? Will uns das Rauschen und Raunen etwas lehren? Vielleicht will es das! Lauschen wir doch einmal gut und achtsam! Wir waren bange, wir sorgten uns und grübelten —? Warum?! Laten mir an unserem Teil, was in unserer Kraft stand ... was konnten wir mehr? Richt an uns mar es, daß die in die Scholle gestreute Saat nun keimte und wuchs und grünte. Richt an uns ist es, daß wir nun schwerreifes Korn in die Scheuern fahren. Und sollte es oei> derben — unser Sorgen hätte es nimmer anders geschafft ... doch wohl —: unser Hoffen.
Wißt ihr es noch nicht? Wißt ihr nicht, daß aufrechtes Hoffen die Augen hell macht und die Muskeln spannt, auch einem Mißlingen neuen Beginn, neue Tat entgegenzusetzen?! Wißt ihr es noch nicht, daß Sorgen müde macht, und nichts gemein hat mit aufmerksamem Achtgeben, wenn beide — flüchtig hingeschaut — einander auch manchmal äußerlich gleichen mögen?!
Und sind wir so manches Mal über unser Feld hingeschritten mit mancherlei Gedanken ... Heute wollen wir wohl zurückschanen in Gedanken auf diese vergangenen Monate und Wochen, aber wir wollen gut lauschen, was der Wind in den reifen Aehren raunt, die nun „Ernte" tagen ... Wie schon so manches Mal früher, und wohl noch so manches Mal fernerhin. Ich glaube, wenn wir gut lauschen, werden wir da etwas vernehmen: von, Sorgen und vom Hoffen, und von Saat und — Ernte.
1*0» wollen wir uns gesagt fein lassen, wenn wir nun Wagen für Wagen sich emportürmen sehen — und den Weg hinabrollen — dem großen Scheunentor dort drüben zu. Sch.
Oer Blumentopf
D:e Symbolik eines Topfe« pflegt durch seinen Inhalt bestimmt zu werden. Zu sprichwörtlicher 'Itehciiiung hat es jener Tops gebracht, in dem eigentlich jeder sein Huhn haben soNte. Zeit* geinüher aber und von zeitgemäßem örtlichen Interefse ift der Topf, dessen Ausgabe für den etapter in der ..Plantage vor dem Fenster" hinreichend gekennzeichnet ist. Der Blumentopf also.
Aruch die Symbolik de- Blumentopfes hängt von seinem Inhaüt ab. Unb so kommt tarn 'Blumentopf vor dem Fenster und auf dem Balkon eine mehr als alltäalkhe Bedeutung zu. Er ist so überstiegen es auch klingen mag, Wcltanschau^ imgSdokumenl, Bekundung kultureller Höhe und Eigenart, Innenkulturträger, gewachsener Lebensstil. Selbst wenn «S mir eingebaute Geranien» ranken sind. Tenn nicht die Masse und die Ent» stehungSkosten sind bai entscheidende Moment sondern die seinen Kleinheiten in dem Gesamt bild, die oft deutlicher reden atS die prahlenden Farben der Aütenstrauste. Die graue B>and eines Hinterhauses steigt steil himmelan. In Dachnahe hangt der einzige grüne Kasten. Selb ft- gezimmert vielleicht. Sieht sich fast wie ein verirrte- Schwalbennest an. Die eine Geranie blüht gerade. Knallrot. Die der Blutstropfen eines Herzens, daS sich verströmen will vor Sehnsucht nach weiten Wiesen und Wäldern. Wenn n
druck, müde, alt und verbraucht zu fein. Spater tcurb? c6 dann bekannt, daß Kellogg jeden Samstag recht mittelmäßig Golf spiele. Das sprach sich herum und war entscheidend. Sein heroischer 5tami>f, den er am Anfang des Jahrhunderts unter Roosevelt führte, war längst vergessen.
Am 4. März 192-5 wurde Frank Kellogg bann aus London zuruckgeholt. um in Washington Staatssekretär des Äeußeren (S:a:es ’ecrefari) ost he Foreign Departement) zu werden. Das ist das höchste Amt. das nächst dem Präsi- dentensih in den Bereinigten Staaten zu vergeben ift; nach der amerikanischen Verfassung ist der Präsident sozusagen fein eigener Ministerpräsident, und seine '.Vertretung im Kabinett hat Der Minister des Aeuhern, der die rechte Hand des Staatsoberhauptes ist. Als Kellogg dieses hohe Amt antrat, glaubte man, daß er ein recht mittelmäßiger Minister für auswärtige Angelegenheiten werden würde und sicherlich nicht entfernt die Bedeutung erlangen könnte, die sein Borganger Charles S. Hughes bc'e fen hat: die Geschäft-Politiker zuckten geringschätzig die Achsel und meinten, Kelloggs Name werde der Rachwest ebensowenig überliefert werden, wie spätere Geschlechter von den sehr mittelmäßigen Staatsmännern Colby und Lansing etwas wi fen werden. Man meinte, er würde ein „Gummistempel" werden, doch das Gegenteil geschah. Der alte Mann zeigte — auch jetzt bei der Durchführung des KriegsächtungSpakteS — so viel zähe Ausdauer. Rervenkrast und Stehvermögen (im sportlichen Sinne des Wortes), wie kaum ein anderer amerikanischer Außenminister.
Der Stahl der Zukunst.
Meiatle, die der Laie nicht kennt. — Elektron ersetzt Eisen und Aluminium. — Kadmium, ein guter Silberersah. - Beryllium, Titan-Metall und Zirkonium.
Von Zgnoh Sauer.
Wagemut, Energie und Initiative, da- lind die Eigen'chasten. die besitzen muß. wer Großes vollführen will: wenn die Masse jubelnd einen bedeutenden Spvrtsmann, etwa c nen erfolgreichen Flieger, nach einem neuen Rekord feiern, denken aber nur d.e Wenigsten Daran daß viele aufsehenerregende ßciftimgen nie hätten vollbracht werden können, wären nicht in stillen Laboratorien und Werkstätten Männer der Wissenschaft in unermüdlicher Arbeit tätig gewesen. um die SportSleute durch immer neuere technische Verbesserungen zu unterstützen. Mag doch einen nicht geringen Anteil an dem glücklichen Gelingen des deutschen Ozean- f l u g e s die Tatsache gehabt haben, daß wichtige Teile des Flugzeuges „Bremen" aus einem neuen Metall bestehen, das um 40 Prozent leichter al« Aluminium ist. Seit mehr al- zwanzig Jahrein war man bemüht, diese- neue Leichtmetall aus Magnesium herzustel- len: die leistungsfähigsten Unternehmungen der chemischen Industrie stellten unablässig kostspielige Versuche an, ohne daß es gelang, das neue Leichtmetall im großen Maßstao zu fabrizieren Vor einigen Monaten kam dann aus Amerika die sensationelle Nachricht, daß es dort endlich geglückt wäre, eine geeignete Mognesiumlegierung herzustellen. Die amerikanische Wirtschaft träumte schon von einem neuen amerikanischen Monopol. Um so größer und freudiger war die lieber- raschuna der deutschen Fachkreise, als kurz darauf bekannt wurde, daß es dem größten deutschen Ehemiekonzern gelungen sei, seine langjährigen Versuche aus dem Gebiet der Mag- nesiumlegierungen erfolgreich abzufchliehen. Der Erfolg der deutschen Gesellschaft wirkte um so überraschender, als sie ihr neues Metall für den dritten Teil des Preises liefern kann, den die amerikanischen Gesellschaften für.ihr Produkt fordern.
Elektron nennt sich daS neue Leichtmetall, für das die produzierende Gesellschaft große Fabrikanlagen geschossen hat. und wenn sich wirklich alle Hoffnungen erfüllen sollten, die die Hersteller an ihr Erzeugnis knüpfen, so wäre die Bedeutung dieses neuen Fabrikationszweiges sehr groß. Auf elektrolytischem Weg wird die Magnesiumlegierung hergestellt, die man vor allem für den Automobil- und Flugzeugmotorenbau verwend:n will. Schon im Jahre 1927 sagten Eingeweihte den Siegeszug des Elektrons voraus, drnn schon damals hatte man es versuchsweise bei dem Flugzeug verwandt, mit dem der italienische General de Pinedo seinen Flug vom Gardasee, wo er startete, nach Rord- und Südamerika und zurück nach Rom ausführte. Inzwischen haben große Automobil- und Maschinenfabriken das neue Leichtmetall erprobt, und man hat gefunden, daß es sich besonders für Autobusräder eignet. Das Elektron kann gewalzt, gepreßt und gegossen werden, und Fachleute behaupten, daß der Guß selbst unter dem Mikroskop sehr dicht erscheint. Es ist ein weiterer großer Vorteil, daß das neue Metall aus Rohstoffen hergestellt wird, die wir in Deutschland besitzen. Einer der Hauptstoffe, das Karnallit, besitzen wir in großen Mengen, denn es ist ein Kalisalz, das man bisher als wenig wertvoll angesehen hatte. Selbstverständlich wird daS Elektron nach der Herstellung technisch und chemisch geprüft: man stellt fest, ob es gegen Druck, Säuren, Wasser und andere Einwirckungen gefeit ist, und erst wenn es sich all diesen Gefahren gegenüber als standhaft und unbeeinflußbar erwiesen hat, kann es seinen Weg in die Welt an* treten.
Ein anderes Metall, das man erst vor kurzer Zeit für wirtschaftliche Verwendung „entdeckt" hat, ist das Kadmium, das in den letzten Wochen eine überraschende Preissteigerung erfahren hat. Zwar kennt man das Kadmium schon seit längerer Zeit, es wurde aber nur wenig verwendet, und der Kreis der Käufer dieses Metalls bestand nur aus wenigen Firmen. Dos Kadmium wird in Deutschland fast ausschließlich bei der Zinkproduktion als Rebenerzeugnis gewonnen, denn es findet sich nur als Begleiter des Zinks im Erz. Auf 400 Teile Zink entfällt dabei freilich nur ein Teil Kadmium. Bei dem augenblicklichen Verfahren geht aber noch sehr viel Kadmium verloren: erst wenn man überall zum elektrolytischen Dersahren übergegangen sein wird, wird sich die
Kadmiumproduttion lohnender gestalten. In Amerika hat in den legten Jahren die Kadmiumerzeugung aus Metallstaub, den man bei der Verhüttung von Blei- und Kupferer^n erhält, eine größere Bedeutung erlangt: der Kadmiumgehalt d.e'es Metallstaubes beträgt etwa 10 bild Prozent. Dor allem hat sich dos Kadmium al- Rostschutzmittel außerordentlich bewährt. da man bei seiner Anwendung mit sehr dünnen äleberzügen auskommt. Gegen Säuren und Alkalien ist es widerstandssöhiger al- Zinn, dagegen sind Kadmiumübrrzüge nicht brauchbar für Gegenstände, die zur Aufbewahrung von Lebensmitteln dienen sollen. Ein weiterer Rachteil dieses Metall- besteht darin, daß es stark von organischen Sauren angegriffen wird: k> darf man z. 2. Fruchtsäfte nie in Behälter ausbetooh- ren, die Kadmiummetall enthalten. In Amerika ist man dazu über gegangen, Kadmium bei der unechten Versilberung von Gegenständen zu benutzen, da es einen glänzenden Üebenug ergibt. Poliertes Kadmium gleicht im Aussehen dem Silber, ohne schnell schwarz zu werden. Ss gibt I>eutz_- tage in Amerika nur wenige Industriezweige, die daS ehemals so wenig beachtete Metall nicht verwenden: vor allem sind z. 2. in Ehuago die für Die Milchversorgung benutzten Gesäße sämtlich mit Kadmium überzogen. Siner ber größten Kadmium Produzent en ist Kanada, den europäischen Markt beherrscht aber die amerikanische Qln a - conda-Gruppe. Roch vor einigen Jahren spielte die Kadmiumgewinnung Oberschle- s i e n s eine wichtige Rolle auf dem Weltmarkt, doch hat die oberschlesifche Produktion gerade in der letzten Zeit viel von chrer Bedeutung verloren. Wenn in diesem Industriegebiet das elekttolytische Zinkgewinnungsversohren weiter durchgeführt sein wird, kann man Damit rechnen, Daß auch in Oberschlesien wieder mehr Kadmium gewonnen ttrrö. Der Ausbreitung und den Anwendungsmöglichkeiten des neuen Metalls ist aber eine gewisse Grenze gesetzt, denn die gesamt« Weltproduktion betrug im Jahre 1927 nur ungefähr 100 0 Tonnen. und mit einer wesentlichen Erhöhung dieser Ziffer dürfte auch in den nächsten Jahren nicht zu rechnen sein. In verhältnismäßig kurzer Zeit., ist das Interesse für Kadmium dauernd gewachsen, und die Weltproduktion hat sich im Lauf der letzten acht Jahre ungefähr verzehnfacht: damit dürste das Maximum der Bewegung erreicht sein. Auch in der Z a h n t e ch n i k hat man Kadmium öfter in Legierungen verwendet: die Kadmiumverbin- Dunflen spieten in der Photographie eine große Rolle, und viele Photographen keimen das Kadmiumchromgelb. Dor ungefähr einem Jahr wurde in Paris eine Propagandastelle für dieses Metall errichtet, die in äußerst geschickter Weise den Wetallhandel auf die technische Derwendbar- leit des Kadmium aufmerksam machte. Böse Zungen behaupten zwar, daß die große älmsay- fteigerung und die stark zunehmende Rachfrage nach diesem Metall nur durch geschickte Propaganda hervorgerufen worden sei, aber jeder Kenner beS Metallmarkte- wird zugeben müssen, daß ein Metall nur dann do-iernd Käufer findet, wenn eS sich bewährt.
Richt alle Metalle erlangen die Bedeutung, die man ihnen anfangs bei ihrem Aus tauchen zu* erkennt. So hört die Oesfentlichkeit heute wenig vom Beryllium, das im Oktober vorigen Jahres während der Werkstoffschau in verschiedenen Legierungen gezeigt wurde. ES sollte hauptsächlich zu Legierungszwecken verwendet werden: durch einen Zusatz von nur 2 Prozent Beryllium wollte man nämlich die Härte des Eisens um da- Dreisache steigern. Dagegen hat sich das Titan-Metall, aus dem man das Titanweiß herstellt, glänzend bewährt: man verwendet heute Titanverbindungen in der Porzellanmalerei, gerbsaures Titan in der Aquarellmalerei, und die Titansäure als Beiz« in der Färberei. Als sehr brauchbar erwies sich auch das Zirkonium, ein Metall, daß sich al« Kieselsäuresalz in einigen Mineralien findet. Das Zirkoniumoxyd verwendet man zu Glühkörpern bei elektrischen Glühlampen: in letzter Zeit versucht man, es bei der Herstellung von Labora- toriumSgeräten anzuwenden, da es erst bei einer außerordentlich hohen Temperatur, nämlich bei 2900 Grad, schmilzt und nur von konzentrierter Schwefelsäure oder Fluhsäuve gelöst wird.
Mondnächten das bleiche Licht der silbernen Sichel trcnnnverfponnene Fäden über das kleine Blumenbrett breitet, dann Hingt eine leise, versonnene Melodie auf, in der Wehmut zittert und Lust zu ftemenWeitem Wandern. Als ob ein Volkslied von irgendwoher gezogen käme. Manchmal sagt ein Vorübergehender: „Sieh' mal, wie hübsch!" UnD hierin liegt die Symbolik des Blumentöpfe-. Daß das Leben nicht nur Schattenseiten, sondern auch Sonnenflccken Hal, wenn man sie rechtzeitig entdeckt und sich nutzbar macht.
Hessische Gemeinden ohne Wasserleitung.
Der Hessische Landtag wird sich demnächst mit der Frage Der Gemeinden ohne Wasserleitung befassen. Bekanntlich ist bereits eine entsprechende Anfrage an die Regierung eingegangen. In Hessen gibt es n o 4" 3 2 8 (9 c m e i n D c n , Die keine eigene Wasserleitung besitzen. Diese verteilen sich mit 170 aus Starkenburg, 132 aus Oberhessen und 20 Gemeinden auf Rheinhessen. Die mehr Sebirgigen Provinzen Oberhessen und Starkenburg nb also am weitesten zurück mit Der Anlage eigener Lasierleitungen, mährend das flachere Rheinhessen hier besser versorgt ist. Seit dem Kriege sind aber bereits 168 Gemeinden mit Wasserleitungen versehen worden. In einer Anzahl von Gemeinden ift weiter Die Legung noch im Bau.
•• Reue Dreimarkstücke Rach einet Bekanntmachung des Reich-Ministers der Finanzen werden, wie der „Berliner Börsenkurier" meldet, neue ReichSsilbermünzen im Nennbetrags von drei Reichsmark im Mischungsverhältnis von 500 Teilen Silber und 500 Teilen Kupfer her- gestellt. Auf der Schauseite sind u. a. die stehende Figur de- Markgrafen Hermann, de- Grüicher- ber Stadt Raumburg a. b. Saale. Die Jahreszahlen 1028 und 1928, sowie die älmschnft .Gründungsfeier Raumburg Saale" in Antiqua an
gebracht. Der Rand trägt die Inschrift .Einigkeit und Recht und Freiheit".
•• Fackelzug der Gießencr Turner- schäft. Es wird Darauf hingewiesen, Daß bei Der Gedenkfeier am IahnDenkmal Privatdozent Dr. Gg, Mayer die Ansprache halten wird.
“ Verein ehem. Kavalleristen von Gießen und Umgebung. Man schreibt uns: Infolge von Unstimmigkeiten im Kavallerieverein Gießen haben sich eine Anzahl Mitglieder nbgemet- bet und am 28. Juli D. I. einen neuen Herein unter Dem Namen „Verein ehern. Kavalleristen von Gießen unD Umgebung" gegründet. Der Herein verfolgt Den Zweck, echte, treue Kameradschaft in seinen Reihen zu pflegen. (Vgl. auch Die heutige Anzeige.)
* Stabt! heater Gießen. Aus Dem Stadl- theaterbureau wird uns geschrieben: Das Schauspiel „Alt H e i d r1 b erg" von Wilhelm Meyer-Förster, das zur Zeit an verschiedenen großen Buhnen wieder gegeben wird, ist auch in Den Sommerspielpian des Gießener Stadttheatcrs ausgenommen worden. Dos Stück geht am Dienstag, 14. d. M., abends bereits um 19.30 Uhr in Szene. Das Stück ift deshalb so früh angesetzt, damit auch auswärtige Besucher die Abend- ;ügr noch erreichen können.
* • Hon Der Lahn. Die heurige Wasierwörme der Lahn betrögt 19 Grad Celsius
Oberheffen.
Landkreis Gieren.
X Kl ein-Linden, 9. August. Seit einigen Tagen ist ernt auswärtig, Dreschmaschine von morgen» früh bi» abend» spät „am Weiher' in voller Tätigkeit, um das (Betreibe derjenigen Grundbesitzer ouszudreschen. welche diese im Geholt nicht ousdrelchen können, ober nicht über ein größere» Quantum verfügen. Sowohl die Qualität als Quantität an Frucht und Stroh ift gut. — In unserem Orte ist die HautätigfeU auch in Die fein Jahre wieder sehr lebhaft, rwßer dem Ren- >md
Umbau landwirtschaftlicher und gewerblicher Nebengebäude, macht dir Herstellung neuer Wohnungen erhebliche Fortschritte. Bezugsfertig werden im ganzen zehn Vteubautcn mit 19 Wohnungen, mährend im Rohbau zwei Wohnhäuser mit vier Woh- nungen erstell: werden. Leider ist die Beschaffung Des Trinkwasicr» in vielen Fällen mit Schwierig- feiten verbunden, ba man sich nicht entschließen tann, in Anbetracht der geplanten Wasserleitung, kostspielige Brunnen zu graben. — Große Schwierigkeiten verursacht der Gemeind« die Unterhaltung der im stärksten Gefälle liegenden Straßen, wie Kirch-, Lahn» und Dommstraße. Bei jedem heftigen Regenwetter wird alles, nicht ganz festes Aufsüllmaterial, in die Tiefe geschwemmt. so daß dieses Geröll und Schlamm, an anderen Stel len wieder Stockung im Wasterablouf verursacht Auch ift Das Passieren dieser Straßen für da» Klaucnvieh sehr beschwerlich und schmerzhaft. Da Durch die scharfen Steine Blutungen verursacht werben.
K l « in - Li n de n. 9. Aug Der b*'qje Radsahrervercin 1901. ber bereite au! dcm Radfahrerieft in Ettingshausen int Iuü schöne Erfolge erzielte hat aus dem Gaufest brt Gaues 3 zu Werr.tcrtshaufen am vergangenen Svnnrag einen Ehrenpreis hu Korsofahrvt. einen 1. Preis im Dornen neigen und einen 4. Prei- durch August Deibel Im Iugendrennen errungen. 3m Jahre 1929 beabsichtigt der Verein sein 25jährigeS Jubiläum in Verbindung mit einem Rodfahrerfest zu begehen
I Mainzlar, 9. August. In sonderbarer Reihenfolge reift die diesjährige Ernte heran. Während in den früheren Jahren an die Kornernte anschließend auch Weizen und Hafer geschnitten wurden, ist bereit- in Dietern Jahre das Korn vollständig «ingesahren. ehe die übrigen Getreidearten heranreiften. Rur vereinzelt sieht man noch Kornhaufen auf dem Felde stehen. Da untere Dreschmaschine zur Zeit schon im benachbarten Saubringen drischt, kann da-selbe nicht direkt vom Felde angefahren werden. Mit dem Ernten des Hafer» hat man ebenfalls begonnen und hofft bi- zum Ende Der Woche damit fertig zu sein, dahingegen ist her Weizen noch nicht schnittreif und wirb wohl noch einige Tage Sonne brauchen. Sehr zustatten kam der letzte Regen den Hackfrüchten, welche einen sehr guten Stand zeigen, und dem zweiten G r ü n s u t t e r. Bei letzterem hat sich beionDer- beim Klee die Trockenheit sehr bemerkbar gemacht, während auf unseren meist in feuchten Lagen ^<(cgenen Wiesen do» Grommetgra- vorzüglich
- Obbornhofen, 9. Aug In einer ber letzten Rächte wurden hier mehrere Roheit»* belifte verübt. Bei ten Feld scheuern des Hofgutes wurden drei Wagen völlig auseinander- genommen, die einzelnen Teile zerstreut unb die Wagenkapseln mitgrnommen. Eme in Der Rahe stehende, einem hiesigen Ortsburger gehörend« Selbstbinderntaschine wurde auch so beschädigt, daß sie erst nach durchgeführter Reparatur in Betrieb genommen werden konnte. Gartentüren wurden ausgehängt, Pflüge und Wagen im Dorfe Woggebracht. Als die Rohlinge zu guter letzt noch Frühbirnen stehlen wollten, wurden sie durch einen Hund verscheucht. Die Gendarmerie Hungen hat die Untersuchung auf genommen, eine exemplarische Bestrafung wäre am Platze. Der Schnitt des Getreide» ist bis auf wenige Weizenäcker beendet, ein großer Teil der Ernte ist bereits eingebracht, so baß schon zwei auswärtige Dreschmaschinen hier tätig sind. Der Äörnercrttag ist sehr gut. Der Kern ist voll entwickelt unb sehr mehlhalttg. Em bei Landwirt Heinrich Walter durchgesührter Sortenanbauversuch sür Braugerste, der unter fachmännischer Aufsicht von der Aussaat bi» zum gestrigen Ausdrusch durchgeführt wurde, hatte folgende- Drusckergebnis je Rormalmorgen (2500 Quadratmeter): Die Sorte .Heil- Franken" 16.80 Ztr.. «Ackermanns Bavaria' 16,52 Zentner Sin anderer Dersuchsansteller brachte es bei gleicher Düngungsgrundlage mii Hvlckermanns öfaria" sogar auf 18,40 Zentner pro Rormalmorgen. — Obwohl die Gewitter der letzten Wochen feinen durchweichenden Regen gebracht haben, stehen die Hackfrüchte gut. Frühkartoffeln erbrachten einen Mittelertrag Der Prei- ist rückgängig. Der Zentner für gelbjleischige Ware, .Oden* Wälder Blaue" und ,Allersiühsto Gelbe", beträgt gegenwärtig noch 525 Mark. Recht trübe sind die Futteraussichten. Rur in feuchten Diesen steht da» Grummetgras einigermaßen. Die Stoppeläcker können bei der Trockenheit nicht gestürmt Werden. Die Obstaussichten sind gering. Die ZWetschenbäume zeigen stellenweise sehr starken Behang, während Birnen nur vereinzelt einigen Ertrag bringen. Die Aepfelernt« wird gleich Rull, ba iter geringe Behang infolge ber an* haltenden Trockenheit und der zeitweise auf* tretenden Winde herunterfällt.
Alrcie Friedberg.
sf. Friedberg, 9. Aug. Die junge Flieger- gruppe am Polytechnikum Friedberg ist vorige Woche mit zwei neuen Apparaten, die in eigener Werkstatt gebaut wurden, zum ersten Male zum Phönscgelwettbewerb ousgerudt. Nach einer soeben eingelaufenen Drahtmeldung hat Der Wot Conrad gleich beim ersten Tag mit einer Flugdauer von 21 Minuten aus dem Flugzeug „Friedberg" seine O-Priisung bestanden.
WSR. Bad-Nauhcim, v. Aua. Die Reich». Versicherungsanstalt sür eingestellte hat nunmehr das Hotel Metropol In der Goethe- straße käuflich erworben, um da» Deutsche K u r- heim dorthin zu verlegen. Dos Anwesen Ludwig- straße 23, in dem sich zur Zeit bos Deutsche Kur- beim befindet, erwarb Gustav Plate, der frühere Inhaber des hiesigen Nordhotels, Der beabsichtigt, das Kurheim zu einem modernen Hotelbetrieb um« jugeftaltrn.
Kreis Büdingen.
# E chzell, 9. Aup Mit dem nachstwöchigea Schweine - und Ziegenmarkt ist eine ßo- kalausstellung des hiesigen Ziegenzucht- v e r e i n s mit Prämii rung verbunden. Anschließend findet eine Hersteigernna von Ziegen und Zuchlbocken von hier und aus der Umgegend statt. Cs ist fomtt Gelegenheit gegeben, erstklassige» Zuchtmaterial zu erwerben.
-t. M i ch 11 n a u , 9. Aug. Zu der Meldung über Dir goldene >) ochzeit Des Ehepaar» Wenzel «eben uns folgende berichtigend« .-teilen zu: Herr üenzel war 4.3 Jahre Rechner der Gemeinde Michelnau und hüt diefes Amt stets mit großer Gewissenhaftigkeit geführt Von nah und fern trafen zahlreiche Glückwünsche ein. Psarrer Laut von Nidda traute da» Paar noch einmal wie vor fünfzig Iuhren, übereichte dem Jubelpaar im Auftrag De» Londeskirchenorntes ein Gedenkblatt mit entsprechender Widmung und überbrachte in Vertretung des Dekans die Glückwünsche des Dekanats Nidda.


