QoOtottte. Mr ben n^i<6img8t>unft für Vas VuMtfum bildeten. für welche 27 Meldungen »erlogen. De kennen wickelten sich in flotter Hr»la< cchne Unfälle ab. GllSdann folgte die 'Irrtcrprüfung der Klass« A, offen für Mitglieder ländlicher Reltervererne. in zwei Abteilungen, für Anfänger und für Vorgeschrittene. Sehr tnterdfant gestalteten sich das Jagdspringen u: >
E>5nvpen^pringen mit Heberw.nbunfl von ,<chs H ndernilfen. Hier konnte ein bebrütender Feekfchrttt der sportlichen Leistung-n gegenüber dem Vorjahre sestgcstelft werden. Zwischendurch fand eine Eignungsprüfung für Arbettspfcrd« im Gespann statt. wobei oer Vau. Gangart. Zua- slcherheit, Anspannung und Zügelführung gewertet wurden. Di« Preisverteilung fand abends im groben Saal« des „Deutschen Hauses" üatt mat attschlieftendem Reiterball. der sich eines lehr starten Besuches erfreute. Ganbstallm..ster Hertel hielt nor der Preisverteilung eine Ansprache, in welcher er aus die Dichttgiett des Veite Sportes für die Ertüchtigung der ländlichen 3ugenb hinwies. D e Turnierleitung lag m den Händen de« Vittmeislers a. D. Gras v.Btt- daw Gandrot a. D. Gg Freiherr v Aieb- ofe[ u; (Sr:fenba4. Gandwirifchastsalsellor QongIit> und Landwirt Heinrich Raab- -Äksfeld
Der Prämicnmarff
fand am Montag auf dem städtischen Platz vor der Festhalle statt. Schon von früh an bewegte sich ununterbrochen cm gewaltiger Menschen ström nach der Stadt Alsfeld. Die 3a&I der Markt- befucher wird auf 7000 bi» 8000 Personen ge- schztzt Die Preisrichter begannen ihre Arbeit in den einzelnen Prämiierungskvmmissionen von 8 Uhr morgens ab. S» waren insgesamt 149 Pferde. 212 Linder. 67 Dullen, davon 55 &ur Auktimi. 140 Ziegen und 27 Schose ausgetrieben. Auf den gleichzeitig stattfindenden Schweinern a r k t waren 556 Ferkel aufgetrieben. Die Preisrichter batten eine erhebliche Arbeit zu bewältigen. Lach Vorführung der prämiierten Tiere. wobei der Vorsitzende deS Landwirtschasts- kammernusschusses für die Provinz Oberhessen. Oekonomierat Breidenbach lDorheirnl. eine .Insprache hielt, sand eine Dullen auktivn ix» Lmrdwirtschastskarnmerausschusses für Ober- hetzen statt, für welche 55 Xierc zum Verkauf ftanden. Für besonders gute Tiere wurden stattliche Preise erzielt. Hachmlttag» t>c rein taten sich die von der Stadt AlSseld geladenen Gäste zu einem Festefsen im „Hotel Deutsches Haus", wobei Bürgermeister Dr. D ö l s i n g die Teilnehmer namens der Stadt begrüßte. 3n weiteren Ansprachen kam der Dank an die Stadt AlSseld für die mustergültig geleitete und durch- gefübric Marktveranstaltung zum Ausdruck. An Prämien kamen insgesamt 4500 Mk. zur Verteilung. Abeirds sand in der städtischen Festhalle als Abschluß des in allen Teilen wohlgelungenen Marktes Konzert mit Tanz statt. Aach Ansicht der Sachverständigen hat die diesjährige Markt- ixranftafhing bewiesen, dast die Viehzucht im Kreise Alsfeld nahezu wieder auf der Höhe der Vorkriegszeit steht.
Landkreis Gießen.
a. Groß« n-Gi n den. S. Juli. Dom besten Metier bcgiinftigt. hielt am gestrigen Sonntag der Scbühenbund Lahn-Dill-Hüttenberg in unserer Stadt sein diesjähriges Bundesschiehen ab. Der festgebende Verein, der hiesige Schuhenverein, mit seinem rührigen ersten Vorsitzenden. Schuhmachermeister Wilh. Stoll, verband mit dem Bundesschiehen aus Anlaß seine- 20jährigen Bestehens dieWeiheseines neuen Banner«. Schon am Sonntagmorgen wurde mit dem Schiehen begonnen. Am Bundes- schießen beteiligten sich zehn Dun de »vereine. (Zeder davon durfte mit je fünf seiner besten Schützen teilnehmen. (Zedern der fünf Schützen wurden - drei Schuh auf die Zwölfer-Ringscheibe zugestanden. Die Preisverteilung, die am 2ll>end in dem Saale der Gastwirtschaft von Philipp Schaum vorgenommen wurde, hatte folgende» Ergebnis- 1. Preis mit 138 Ringen: oiniben- verein von Oberbiel. 2. mit 133 R. Schühen- verein Klein-Linden. 3. mit 129 R. Schützenverein Drohen-Linden. 4. mit 124 R. Schützsn- verein .Krofdorf, 5. mit 114 R. Schütze.werein Metziar-Aiedevgirmes. 6. mit 113 R. Schützen- vevein Steindori. 7. mit 112 R. Schützenvcrein BiSkirchen. 8. mit 108 R. Schühcnderein Dill- heim. 9. mit 107 R. Schützenverein Hochelheim. 10. mit 97 R. Schsihenvorein Löhrrberg. Bei dem Ginzelpreisschieften. an dem sich alle Schützen beteiligen Durften, wurden jedem Schutzen drei Schuß auf die Zwolfer-Ringscheibe genfährt. Die Gogebnitz« waren sehr gut. wie itachstehende Aufstell onq Beweist: 1. Preis mit 36 Ringen: Biriensdock-Hochelheim. 2. mit 35 R. Hummrich- OberbicL 3. mit 35 R. Lenhard-Lvbnberg, 4. mit 35 R. Stein-Klein-Linden. 5. mit 35 R. Fries- Krofdorf 6 mit 35 R. Tröller-Biskirchen, 7. mit 35 R. Pirr-Drohen-Linden. 8. mit 35 R. Köhler- Hochelheim, 9. mit 35 R. Wilh. Schättler-Großen- Linden, 10. mit 35 R. Söhnchen-Steindors. 11. mit 35 R. Kühn-Steindorf. 12. mit 34 R. Magnus- Gvohen-Gindsn. 13. mit 34 R. Schäfer-DiIcheim. 15. mit 34 R. Mohr-Klein-Linden. 16. mit 34 R Heiland-Steindors. 17. mit 34 R. W. Möller- Krofdorf. 18. mit 34 R. A. Pfeiffer-Klein-Linden. 19. mit 34 R. Hrch. Hummrich 11.-Oberbiel. 20. mit 33 R. D). Schmidt-Niedergirmes. 21. mit 33 R. Weber-Hochelheim. 22. mit 33 R. W. Wagner- Kvofdors. 23. mit 33 R A Deibel-Klein-Linden. 24. gilt 33 R. Dermer-Aiedergirmes. Außerdem wurden noch an neun weitere Schützen Trostpreise verabreicht.
ri. Nieder«Bes singen, 9. Juli. Lin Festtag für unsere Gemeinde, besonders für die Jugend, war der gestrige Sonntag, an dem die unter der Leitung der Frau Prinzeß Ludwig zu Solms« Hohensolms Lich bestehende Mädchenoereinj. g u n g ihre W i m p e l w e i h e hielt, zu der sich auch Mitglieder der Mädchenvereinigungen Hungen und Lich als Gäste eingefunden hatten. In feierlichem Zuge, geleitet von dem Geistlichem und der Wimpelträgerin, der zwei Schulmädchen zur Seile gingen, die blumengeschmückte Kerzenkränze trugen, begaben sich die Mädchenvereinigungen zur Kirche: dorr nahm der Ortsgeistliche, Stistspfarrer Lic. Schorlemmer von Lich nach der Liturgie am Altar die Weihe des Wimpels vor und hielt eine Festpredigt übe» das Wort: „Der Herr ist mein Panier." Zugleich wurde im Festgottesdienst eine neue prächtige Altarbibel mit Silberschnitt ein« geweiht, die unser Landsmann Heinrich Burk in Stockton in Nordamerika, dem wir auch den neuen roten Altarschmuck verdanken, zum Anden- ken an seine Eltern, die Eheleute Gotthard und Elisabetha Burk, gestiftet hat. Am Nachmittag sand i", dem Wäldchen bei Hofgut Mühlsachsen ein fröhliches Jungmädchenfest unter Beteiligung der ganzen Gemeinde statt. Gegen Abend begab
Buntes Ällettei.
Vas Adreßbuch des alten Pompeji.
?-.e Ausgrabungen von Pompeji erregen des- jalb so großes Interesse, weil sie uns oas all» .ägiiche Lebei r:;2) Treiben in einer Stadt de» AlterluurS lebendiger und anschauliche» vor Augen führen, als es durch irgend eine andere Quell« möglich ist Eine eingehende Beschäftigung mit den sich stets vermehrenden Funden dieser uncr- schöpslichen Schatzkammer ant ker Kultur bringt immer mehr Einzelheiten an» Licht, die über aanx persönliche Schicksale und Vorgänge Ausschluß gewähren Der gegenwärtige Inspektor der Ruinen und Ausgrabungen von Pompeji. Prof. Mattcodclla Sorte, der an der Grabungsstätte lebt und sein ganzes Leben der Wiederherstellung Pompejis gewidmet hat. ift in seinen Studien sogar so wett vorgedrungen. daß es ihm gelungen ist. eine 21 r t Adreßbuch der Bewohner der alten Stadt auszustellen. Mit Hilfe der Mauertnschristen und besonder» der Wahlausrufe, die sich so zahlreich an den Wänden der wiedererstandenen Häuser finden, hat er 500 Bewohner Pompeji» identifiziert und ihre Wohnungen sestgcstellt. Dadurch ist e» ihm möglich geworden. ganze Liften von Straßen und der bovin wohnenden Menschen zu erhalten. Gr hat die Stadt in eine ganze Reihe von 2lbschntttcn ein» geteilt, die er unter diesem Gesichtspunkt durchforscht, und gerade jetzt hat er. wie er einem Berichterstatter mitteilt«, den dreizehnten Teil diese» pompejanischen Adreßbuches vollendet. AuS den Angaben geht hervor, daß eine große Anzahl von Häusern noch nicht ausgegraben ist, und wir dürfen noch viele überraschende Ausschlüsse au» den weiteren Grabungen ertoarten. Die Funde, die immer wieder an» Licht treten, bringen auch immer wieder neue Erkenntnisse, die von Pros, della Gorte von Zeit zu Zeit ver- össentlicht werben. Die neuen Grabungen werben nicht mehr in ber Weise vorgenommen, baß man senkrechte Schächte in ble Erbe legt, sondern die Asche und Lavaschichten werben in horizontalen Lagen entfernt, woburch bie Gefahr verringert wirb, bei ben Grabungen irgendwelche Funde zu beschädigen. Man beabsichtigt allerdings, wenn diese wagercchte Freilegung noch weiter fortgeschritten ist, auch weiter in die Liese zu gehen, um nach Spuren des Ursprungs von Pompeji zu suchen. Die Grünbungsgeschichte ber Stabt ist ja noch ganz in Dunkel gehüllt, ebenso wie bie oSkische Sprache, die von den ursprünglichen Bewohnern gesprochen wurde.
Unter ben neuesten Entdeckungen bes Gelehrten besinbct sich bie Feststellung eines „Psadsinber- bunbe»“ ber jungen Pompejaner, bie einen ober mehrere große Säle besaßen, in benen sie sich versammelten unb alle möglichen sportlichen und kriegerischen Hebungen aus führten. Sie kämpften mit stumpfen Waffen, um sich für ben Kriegsdienst vorzubereiten. Diese antiken „Psabfinber" beteiligten sich auch am politischen Geben, veranstalteten öffentliche Vorführungen, fpielten sorgfältig einftubierie Ballspiele, bei benen sie mit Mannschaften aus anderen Städten in Wettbewerb traten. Die Pompejaner waren politisch außerordentlich interessiert unb beteiligten sich besonberS lebhaft an ben stäbtischen Wahlen, wie gerabe toieber bie Mauern ber kürzlich ausgegrabenen Häuser zeigen. Sie finb mit politischen GInfünbiqungen unb Wahlaufrusen bebeckt, aus benen sich viele amüsante Ginzclhetten ergeben. An ben Wänben einer Dar, in der ein bronzenes Mischgesäß gefunben wurde, hatten drei MLdcben, wahrscheinlich die Bardamen, eine Asiatin, eine Griechin unb eine (Jübin, Gob- reben auf ihren Gieblingslanbibaten n lebet» geschrieben. Der Kanbibat scheint von biefer Hulbigung ber Darbamen nicht gerabe entzückt gewesen zu fein, beim sie ist teilweise ausgelöscht, aber bie Hamen ber MLbchen, Zmyrina, Aegle unb Maria, haben bie Jahrhunderte überdauert. Eine andere Empfehlung eine- Wahllanbidaten stammt von einer Gruppe von Bürgern, bie sich Parisiani nannten, wegen ihrer Verehrung eines berühmten Schauspielers namens Paris, ber wohl ber Valentins ber Zeit Domitians war. Sn bem Schlafzimmer eine- Kanbibaten namens Trcbius Valens hat eine ungenannte Dame an bie Mauer geschrieben. „Wollte Golt, baß ich hier bie Herrin würbe, mein ValenS I" Eine andere Inschrift, bie Gladiatorenkämpse in ber nah« gelegenen Stabt Puteoli antünbtgt, lautet: „49 Paare von Gladiatoren des Direktors Eapinius werben auf Kosten ber kaiserlichen Familie an den folgenben Tagen kümpsen. Das Amphitheater wirb burch ein Zeltbach geschützt sein. Gin Fresko enthüllt Einzelheiten über einen Kamps zwischen einem
gewissen Spartakus und einem andern Gladiator Della Corte glaubt bestimmt, baß vieler Spartakus bet berühmte Führer bes Sllavenaufstandes war. über bellen Tätigkeit als Gladiator wir hier die erste authentische Mitteilung erhallen. Viel« Hunderte Mauerinschriften bezeichnen die Stände der 6t raikn bändlet unb die Hamen Nr em« freiren Plätze Sine Inschrift, di« im Hinblick auf bä» Schicksal ber Stadl prophetisch wirkt, verkündet ihr em Schicksal in ber Art von Sodom und Gomorra 2Lucb an poetischen Auf zeichn un- ficn an ben Blauem fehlt «s nicht: so hübet ich eine Inschrlst, die wohl Hvrazverfe ungenau wiebergibt und also lautet: ..Richls kann für immer bauern. Wenn bie Sonne geschienen hat. so gebt he im Ozean unter; ber Bconb. wenn er leine Fülle erreicht hat. nimmt ob. Sehr oft schwindet her spröde Hochmut einer Frau." Lin interessant Ls Instrument, dos von Pros, della (Sorte rekonstruiert worden tst, Ist ein Olpparat zur Gandvermessung. ..Groma" genannt, ber im Hause eines Bronze Fabrikanten gesunden wurde. 2lu» den elf Stücken lieft sich bet ganze Apparat zusammenseNen
Die reichst« Frau England».
Der Tttel ber reichsten Erbin Englanbs ist ber 24jährigen Miß Diabys Pule burch ben soeben erfolgten Tod ihre» Vaters, des ..königlichen Kaufmanns" David Pule, zuaefallen. Demi da» Verwegen, bas nunmehr auf sie übergeben wird, wird mit windesten» 20 Millionen Pfund, alfo 400 Millionen Mark, bewertet. Es ist vaS erste QKal, baß die gleich ihren Eitern sehr zurückgezogen lebende und die große Gesellschaft Londons meidende junge Dam« die allgemein« Aulmerkfamkeit auf sich lenkt, die zugleich auch die Erbtochter ihrer Mutter, selbst wieder einer Erbin, sein wird. Auch mit ihrem Vater hat sich die Oefsentlichkeit nie viel beschäftigt, obwohl er an ber Spitze einer der größten Wellfirmen, die sich mit Jute, Tee. Kohlen und Schiffahrt befaßte, gestanden hat. Gladys Vulc führt ein sehr einfache» Leben auf bem Landsitz ihrer Eltern, Hamstead House bei St. AlbanS. Hert- sorfhirse. Ihr Hauptinteresse gilt der Pserde- unb Hundezucht. Auch zur Bekämpfung ber Tier» mihbanblimg ist sie segensreich tätig. Ebenso beschäftigt sie sich viel unb gern mit ber Menagerie fremder Tiere, bie ihre Mutter von ihren Reisen in ferne Gänber mitgebracht hat. Aus mancher biefer gefahrvollen Expeditionen hat Gladys ihre Mutter begleitet, so auf einer Tour nach Alaska, wo sie solchen Kallen ausgesetzt waren, baß ihnen bas Haar an ben Schläfen anfror. Hinter Miß Pule, ber 400-Millionen-Erbin, folgen erst in weitem Abstanb bie anderen reichen Frauen Englands, wenngleich auch manche von ihnen stattliche Besitztümer ihr eigen nennen. Denn wenn es auch bisher nod) feiner Frau in England gelungen ist, au» eigner Kraft ein Mllllonenver- mogen zu erwerben, so zählt man doch ein Dutzend Mllllonenerbinnen, die von ihren minder glücklichen Mitschwestern viel beneidet und genau beobachtet werden. Eine der schönsten unb zugleich reichsten Frauen Englanbs ist Lady Louis Mont- batien, bie ben Sohn bes Marquis von Milforb Haven heiratete. Als ihr Großvater. Sir Ernest Gossel, starb, erbte sie mehr als zwei Millionen Pfrmb. Am meisten besprochen würbe wohl bie Erbschaft ber Laby Houston, ber sogenannten „SechS-W illionen-Witwe", bie sich mit Vorliebe bem Pachtspo-rt toibmet unb lange Monate auf dem Meere zubringt. Berühmt durch ihren herrlichen Iuwelenschmuck ist Lady Lüblow, die nach bem Tode ihres ersten ®alten, bes Dir Julius Wernher, 1 Million Pfunb unb Bath House in Piccabllly erbte. Einige biefer Juwelen und kostbaren Antiquitäten sind kürzlich einem viel besprochenen kühnen Raubzug zum Opfer gefallen. Als eine der geschäftstüchtigsten unb -eifrigsten Frauen gilt bie Discounteß Rhvnbba, bie Erbin bes Titels unb Vermögens ihres Vaters. Sie ist bie Direktorin vieler großer Gesellschaften unb hat mit viel Energie unb Aufwand an Gelb unb Zeit bie Rechte ihres Geschlechts in bem Haus ber LorbS verfochten. Eine anbere reiche Erbin ist Lady Hudson, bie Gattin Sir Robert Hudsons, des großen Organisators des Roten Kreuzes, die von ihrem ersten Manne, Sir 2lorih» cliffe, ein bedeutendes Vermögen geerbt hat. Eine bedeutsame Rolle unter den reichen jungen Erbinnen spielt auch die Baroneft Ravensdale. Tochter und Erbin defl verstorbenen Marquis Curzon of Kedleston. Die große und brünette Baroneß ist eine hervorragende Rednerin und eine tapfere Verfechterin der Frauenrechte.
sich der Zug zum Kriegerdenkmal unb stimmte dort zum Gedächtnis unserer (Befallenen das Lied vom guten Kameraden an. Allgemein bewundert wurden von den auswärtigen Festgasten die neuen Anlagen um unsere Kirche, die jetzt im vollen Schmuck der Rosen prangen. Wie man hört, wird demnächst eine Ruhebank gestiftet, die in den Anlagen Auf« stellung finden soll.
df. Langsdorf. 9. Juli. Durch das Mitte Mai erfolgte Ableben des Beigeordneten Wilhelm Schiel 11. war die Heuwahl für dieses Ehrenamt notwendig geworden. Dies^ geschah am gestrigen Sonntag Als Kandidaten kamen in Frage der Zimmermeister Otto Bausch und der Rechner des Borschuß- und Kreditvereins Landwirt Heinrich Roth V. An ber Wahl beteiligten sich von 641 Stimmberechtigten 333 Personen. Kandidat Bausch erhielt 139. Roth 191 Stimmen. Drei Zettel waren ungültig. Somit ist Heinrich Roth V. auf sechs Jahre zum Beigeordneten gewählt.
e Mainzlar. 10. Juli. Zu dem Bericht in unserer Donnerstagsausgabe über einen Unfall auf dem Werk der Firma Scheidhauer & Giebing teilt uns diese Firma mit. daß der betreffende Arbeiter keine Rippenbrüche und innere Verletzungen davongetragen habe, sondern lediglich eine Quetschung der linken Seite ohne ernstliche Folgen.
Ärci» Büdingen.
nd. Ridda, 9. Juli. Am Samstagabend fand hier in ber _ Krone" mit der sei erlichen Heber- reichung der Gesellenbriefe die diesjährige Gesell e n p r ü f un g des Gewerbevereins H i b b a ihren Wschluß. Der Vorsitzende bes PrüfunasauSschulses. Rektor der Gewerbeschule Vitt, begrüßte die erschienenen Lehrlinge, deren Eltern. Meister und Freunde des Handwerks m herzlicher Weife und erstattete Bericht über bie abgehaltene Prüfung, bereu Resultate saft durchweg al» gut bezeichnet werden konnten. Sämt
liche Prüflinge, 35 Gehrjungen und ein Gehrmädchen. hatten die Prüfung bestanden. Bei Heberreichung der Gesellenbriefe richtete er noch ernste, wohlgemeinte Ratschläge an die jungen Gesellen. Der Vorsitzende des hiesigen Ortsgewerbevereins. Spenglerin elfter Heinrich Wolf, beglückwünschte die angehenden Handwerker und betonte in vortrefflichen Worten den Wert einer allfeittg wichtigen 2lusbildung. Als selbständiger HandwerlSmeifter mit langjähriger Erfahrung und als Vertreter der Stadt Ridda untersttich Beigeordneter Rullmann die Rotwenbigkeit der theoretischen Glusbildung bett jungen Jnanb- werler. ohne bie auch der praktischste Meister jetzt nicht mehr bestehen formte, und schloß seine bedeutungsvolle Ansprache mit der Mahnung an die Junggesellen, stets auf ihre Weiterbildung bedacht zu sein. Drei Schülerinnen ber Volksschule trugen ausdrucksvoll bie passenden Gedichte: Das Handwerk. Segen der Pflicht unb ber Dvrfschmieb vor. Zwischen den Ansprachen fang ein gutgeschulter Mädchenchor ber Volksschule unter Geltung von Lehrer Dieter mehrere' schöne VollSlieder. Mit dem herzlichen Danke an alle Meister, die bei der Prüfung mit- gewirkt hatten, unb an Lehrer Dieter unb feine Schülerinnen für die Vorträge der schonen Lieder und Gedichte schloß Rektor Vitt bie würdig verlaufene Feier.
Preußen.
.Qrcie Wetzlar.
WSA. Wetzlar, 9. Juli. Der Elektriker Karl Schmidt aus H a u b o r n wurde in ben Bu- beraSschen Gileittoerken von einem infolge einer Explosion abgcsprungenen Eisendeckel fo befttg gegen den Kops getroffen, daß er eine schwere Schädelverletzung erlitt. An fernem Aufkommen wird gezweifelt.
e Krofdorf. 10. Juli. Die am Samstag milgeteillc Meldung über bas Erlegen eines Keilers im Ärofborfer Forst ist bohin richtig
zustellen, haft d.r 7 .Iler Hoch« 01 Ier. 1 dern der staatliche Forstsekretär Hof von Krofdorf der glückliche Schütze war.
<2> Hochelheim. 9. Juli. Am gcflv.gtn Sonntag fand hier da» neunte Kreislest der evangelischen (tungfrauenneretne de» Kreises Wetzlar statt, da» lich bei gutem Wetter eines zahlreichen Beluches erfreute. Die 3aW der fielt teilncbiacr wurde auf über 2000 ge« Ichätzk. Dos Fest nahm seinen Anfang mit einem F«stgotte»di«nft der vormittags in der vvNvelcvten Kirche ftnitianb Die fieftpiedigt hielt Pfarrer Dr ^Schmidt- ReisNrchen über das Bibelwort: .Mattb. 20. Ber» 25 bis 28. Zkach bem firftgottetbicnli fanb eine Generalprobe der Her* elnialtn Eh5rc unter Leitung von firau Pfarrer Hei der »Dorlar statt. 2lach der Mittagspauf« wurde am DorfauSgange nach DomdolzNiufen ein großer Fe ftzug aufgeftellt der sich halb darauf durch alle Straßen des Ortes in Beweguna fetzte. Dte Pofaunenchäre von Hochelbe im unb Lang-GönS. unter Geltung von Karl Boller* Gang-Göns unb von Hörnsheim unb Gützellinden, unter Geltung von Friedrich Kuhl- Hörnsheim, waren in bem Festiiige in zwei Gruppen eingeteilt unb boten die Marschmusik. 20 Jungfrauen* vereine au» allen Teilen des Kreises Wetziar. zum Teil mit Banner und Bereinswimpein. waren in bem .Festzuge vertreten. In der Aachmittagsver* anstaltung hielt der Vorsitzende des Äteigner» bandeS. Pfarrer Helder- Doriar. die Be- grus'iiiigSanIprache, der er da» Bibelwort Gol. 1, Der» 25 bis 29 zugrunde legte. Die erste Festansprache hielt die Bunbeilcfretärln Fräule.n Hedwig Wiesen au» bem Burckhardtshau»- Bertin über bas Thema: .Du unb bein Dienst In der Familie". Die Rednerin betonte, daß der Dienst in bem jedem Menschen am nächsten siebenden Kreise der Familie schwer falle, aber trotzdem dort beginnen mülle, um sich dann auch weiterhin au»zubreiten. In der zweiten Festansprache behandelte Psarrer Schneider-Hochelheim da» Thema .Dein Dienst im Berus". wobei er daraus hinwicS. daß sich gerade in der Berufsarbeit bet weiblichen Jugend der rechte Gicbe»* dienst zeigen müsse. Psarrer K u l k e - Ricder- flcen sprach über da» Thema .Dein Dienst in Verein und Kirche". Er verbreitete sich über äußere Formen. Benehmen und 2ktragen im Verein unb wie» zum Schluss« aus die innere Herzenseinstelluna auch gegenüber dem ‘Bcrcin und der Kirche hin Heber ben Dienst in ber Oefsentlichkeit" sprach b.c Bundessekretärin Frl. Wiesen, wobei sie die prakttsch« Oktättgung im Alltagsleben unb überhaupt das ganze Auftreten in der Oefsentlichkeit eingehend beleuchtete. 2luher- dem berichtete die Rednerin über die Qlrbcit des großen, durch Pastor Burckhardt gegründeten, heute über 200 000 Mitglieder zählenden Verbandes der weiblichen Jugend Deutschlands. Do» Schlußwort sprach Pfarrer Dr. Schmidt- Reiskirchen. Umrahmt wurde daS Fest durch Mufik- vorträgc ber Posaunenchöre, gemeinschaftlich.- Gesänge. sowie ®e(ang»Dortrdg« der Qkreinigten Chöre, unter Geltung von Frau Pfarrer Hei- der-Dorlar. Die am Schluss« bes Festes erhobene Kollekte war für die IungfrauenvereinS- sache bestimmt. Hach dem Feste fand noch eine Desprechung innever Angelegenheiten de» KreiS» verbandes. insbesondere über den Arbeitsausbau unter Geltung der Bundessekretärin Fräulein Wiesen unb be» 2k»rsitzenden des Kreis verbände«. Psarrer Hei der-Dorlar, statt.
Oer Llebernthaler Mädchenmord vor dem Schwurgericht.
2VSH. Limburg, 9. (Mi. Dor bem hiesigen Schwurgericht begann heute der erste Derhand- fung»tag deS Mordprvzesse» Peter, der im Februar während des ersten Okrhanblung»- tageS abgebrochen werden mußte, well auf Grund der Aussage des Vater» des Angellagten die Sachverftändigen die Deobachtmrg des Angeklagten in einer Irrenanstalt beantragten.
Den Vorsitz führt GandgerichtSdirektor Dr. Gehr, die Anllage vertritt Staatsmrwalt Dr. Hofmanit. Offizialverteidiger ist RA. Dr. Dillmann. Gimburg.
Der 21 jährige Maurer Ernst Peter au» Hebern t ha l ist angeflagt, am Abend de» 13. August 1927 die 18 jährige Paula Pfeifer von dort vorsätzlich unb mit Heberlegung getötet zu haben. Der Angeklagte blieb auch heute im großen unb ganzen bei feinen früheren Auslassungen; er habe am Abend des 13. August um 9,30 Hhr mit bem Mädchen — das von ihm ein Kind erwartete — von Uebernthal au» nach bem einsam gelegenen Bahnhof Uebernthal einen Spaziergang gemacht. Hnterw^S sei es zum Streit gekommen, well er noch nicht den Mut besessen hatte, seinem Vater von bem Zustand bes Mädchens Kenntnis zu geben. Am Bahnhof angetangt, sei er über eine freche Br- merfung des Mädchens, das ihm gesagt habe, er sei verrückt, derart ausgebraust, daß er da» Mädchen, indem er ihm an die Kehle griff, gegen bie Mauer gestoßen und habet zugedrückt habe. Da habe er schon gemerkt, daß etwas nachgab, unb ba» Mädchen sei zu Boden oefünfen. Da bie Wiederbelebungsversuche erfolglos geblieben seien, habe er bie Pfeifer bann den Bahndamm heruntergeschleift und in den dort vvrbeifließen- ben Bach geworfen, wo bie Geiche am übernächsten Tage gesunden würbe. Peter selbst war an dem ber Tat folgenden Tage noch zu einem Sängerfest gegangen und hat.s sich nichts an- merfen lassen.
Während der 2krhandlung erweiterte der Angeklagte sein früheres Geständnis. Außerdem will er den Rückweg bekanntlich hat Peter um 1 .22 Uhr das Dorf verlassen und war um 22 Uhr schon wieder zu Hause neuerding» mitten durch des Dors genommen haben unb nicht über die Felder.
Von den 20 Zeugen, die im Gause der Verhandlung vernommen wurden, wurde dem Angeklagten ein sehr schlechter Leumund ausgestellt. Peter galt al» großer Schürzenjäger. Die Auslagen der Freunde Peters, die vernommen wurden. ergaben von den sittlichen Zuständen unter der Jugend des Dorfes Uebernthal ein verheerendes Bild; wiederholt mußte daher die Oeffentlichkeit ausgeschlossen werden. Die umfangreichen Zeugen au »sagen, insbesondere die 2krnebmung einiger Freunde des Angeklagten, die vor Vi22 Hhr des Mord abends mit ihm zusammen waren, können aber die Kernfrage der heutigen 2krhandlung die Staaisanwalt- schatt ift der Ansicht, daß in diesen 30 Minuten die Tat sich nicht abgespielt haben kann, zumal P. mit dem Mädchen auch noch verkehrt haben will — nicht vollkommen klären.
Morgen, am zweiten Verhandlungstag. begibt sich das Gericht an die Mordstelle zu einem Lokaltermin.


