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WaS tr bereite erreicht hach erhebt daraus, daß er seit Jahren Konzertmeister in Dortmund, Leiter eines in der Oeffentlichleit als höchst vor- tvefflich anerkannten Streichquorietls und ein geschätzter Gast in den Konzertsälen des Rhein- landeS — insbesondere in Köln, wo er neulich mit höchster Begeisterung aufgenommen wurde —, der Niederlande, in Berlin, Frankfurt usw. ist. Die einhellige Meinung geht dahin, daß man es hier mit einem unserer besten Geiger zu tun hat, dessen Können, blitzsaubere Technik und Gedächtniskraft fast ohne Beispiel sind. Temperament, gesundes musikalisches Empfinden und ein seelenvoller weicher Ton geben seinem technisch vollendeten Spiel stärksten und tief wirkenden Ausdruck. Herr v. Szent-Györgyi gibt hier ein schönes anspruchsvolles Programm, nämlich Bitali, Chaconne: Lalo, ^mphonie espagnvle: Schubert, Rondo brillant: Brahms, Walzer und kleinere technische Kabinettstückchen von Kreisler und Wieniawsky. Als musikalischen Genossen bringt der Künstler Herrn Siegfried Meik mit, der chn am Klavier begleitet.
Große Strafkammer Gießen.
' Gießen, 7. Febr. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft wurde nochmals über die Schuldfrage an dem Llnglücksfall verhandelt, der sich vor längerer Zeit in der Wilhelmstrahe gegenüber der Einmündung der Rothohl ereignete, bei dem ein mit Weihbinderarbeiten an der Mauer eines Hauses beschäftigter Familienvater durch einen Kraftwagen so schwer angesohren wurde, dah er einige Stunden später seinen schweren Verletzungen erlag. Wegen fahrlässiger Tötung waren die Ehefrau St. und der Fahrer A. angeklagt. Die Ehefrau St. hatte als Fahrschülerin eine Llebungsfahrt unternommen, der Angeklagte A. fuhr als Fahrlehrer mit. Außer einer großen Anzahl von Zeugen waren zu der jetzigen Verhandlung von der Staatsanwaltschaft wie auch von der Verteidigung mehrere Sachverständige geladen worden. Auf Grund des De- weisergebnisses hielt der Staatsanwalt in längeren Ausführungen einen einwandfreien Schuldbeweis bezüglich beider Angeklagten für erbracht und beantragte gegen A., der als Kraftwagenführer in seiner Eigenschaft als Fahrlehrer zur erhöhten Vorsicht besonders verpflichtet war, eine Gefängnisstrafe von 2 Monaten und gegen die Fahrschülerin eine solche von 4 Wochen. 3n Anbetracht der vorgerückten Abendstunde wurde die Verkündung der Entscheidung auf den anderen Vormittag vertagt. 3n seiner Entscheidung verwarf das Gericht die Berufung der Staatsanwaltschaft und bestättgte das auf Fre i- sprechung lautende Urteil des Schöffengerichts Gießen, da es einen ausreichenden SchuldbewciS nicht für geführt sah.
**DerKommandowechselbeiunserem Bataillon. Der neue Bataillonskommandeur, Major ß ü t e r s, hat nunmehr die Führung des hiesigen 1. Bataillons Infanterie-Regiments 15 übernommen. Major Lüters gehörte bereits vor drei Jahren als Chef der Maschinengewehrkompagnie unserer Garnison an.
" D i e Bürgerspendefür das Stadttheater. Der Anregung entsprechend, die unser scheidender Intendant Steingoetter in seiner Llbschiedsrede am vergangenen Di.nltag im Stadttheater gab, wird in den nächsten Wochen in den Pausen der Vorstellungen eine Liste im Foyer des Stadttheaters aufliegen, in der Beiträge eingezeichnet werden könncn, um wieder eine Ergänzung der EingangZseite unseres Stadttheaters in dic Wege zu leiten. Auch an der Theaterha se werden in d:n Ge chästs- stunden solche Beiträge entgeg ^igenommen. Es sei ausdrücklich betont, daß auch der kleinste Betrag dankbar entgegengenommen wird. Es sollen zunächst Mittel gewonnen werden, um Entwürfe für eine neue Giebelbeirönung zu erlangen, die ja natürlich in Form und Material von der früheren durchaus abweichen kann. Wer diesem Ausruf Rechnung trägt, wird sich nicht nur um unser Stadttheater verdient machen, sondern auch eine letzte Bitte unseres bisherigen Theaterleiters erfüllen.
** D i e Straßenbeleuchtung „Am Kugelberg" hat in den letzten Wochen insofern eine Besserung erfahren, als aud) der nach der Grün- berger Straße führende Straßenteil mehrere elektrische Lampen erhielt. Mangelhaft beleuchtet ist aber immer noch die Verbindungsstraße zwischen „Am Kugelberg" und der neuangelegten Straße, die mit der Eisenbahnstrecke Gießen — Fulda parallel läuft. Da die Wohnungen in der neuen Straße in aller Kürze bezogen werden, so ist dringend zu wünschen, daß die in diesem zahlreich bevölkerten neuen Stadtteil vorgesehenen Brennstellen der Lichtleitung mit Lampen versehen und in Betrieb gesetzt werden.
** Verkehrssünder. 3n der Zeit vom 1. bis 31. Januar wurden folgende Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen durch Fahrzeugführer
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tegungen, unterfstcht durch «fax ausführliches, in- ßtruktioes und vorzüglich wieder gegebenes Bildmaterial, di« Beziehungen und inneren Zusammenhänge Mischen dem künstlerischen Schaffen Dürers und len modernen Entwicklungsstufen — Impressionismus, Expressionismus, neue Sachlichkeit — und anschaulich zu machen.
Es würde m diesem Zusammenhang und unter 3er$i(frt auf das unentbehrliche Bildmaterial zu joeit führen, den Ausführungen des Redners tm einzelnen zu folgen. Von ungemeinem Reiz war u.B. — um nur Einiges herauszugreifen — die «Gegenüberstellung von Bildern der „Apokalypse" «1498) und des „Marienlebens" mit typisch impres- jsionistrschen Arbeiten von Manet und Pissaro: interessante Parallelen waren an einigen frühen Arbeiten von Schongauer und Dirk Bouts zu beobachten. Für den Expressionismus — der die von der »orgehenden Generation klassizistisch geforderte Ein- txHt von Zeit und Raum auflöste, und der übrigens Sic Schätzung Dürers mit der Wiederentdeckung Hrünewalds ein wenig zurücktreten ließ — war die LZegerruberftellung von Picasso und Grünewald und Dan Gogh unb Dürer höchst aufschlußreich. Aehn- lche Parallelen wurden auch für gewisse Gestaltungen der bisher jüngsten Richtung, der sog. neuen Sachlichkeit aufgezeigt. Aus solcher Betrachtung des Dürerwerkes von den verschiedenen Standpunkten unserer Zeit ergibt sich sehr klar, daß alle Erschei- iiungsformen der Moderne sich aus Dürers Schaffen norauebeuten lasten: auch die in jüngster Zeit neu« antberften Bilder Dürers, die z. T. gezeigt wurden, waren in solchem Zusammenhang, mit ähnlichen parallelen, in ihrer Echtheit unzweifelhaft zu beglaubigen. —
Daten für Freitast, 10. Februar.
Sonnenaufgang 7.23 Uhr, Sonnenuntergang 17.06 Uhr. — Mondaufgang 23.23 Uhr, Monduntergang 9.47 Uhr.
1813: der Dichter Otto Ludwig in Eisfeld geboren (geftorben 1865); 1821: der Marschendichter Herrn. Mmers in Rcchtensleeth a. d. Weser geboren (gestorben 1902); 1919: Friedrich Ebert wird vorläufiger Reichspräsident des Deutschen Reiches; 1926: der Tiermaler Wilhelm Kuhnert im Waldhaus Flims In der Schweiz gestorben (geboren 1865).
Vornotizen.
— Tageskalender für Freitag. Stadttßeater: 7.30 ckihr „Peer Gynt" (Ende nach t0,3O Ähr). — Gießener Studentenschaft: 8 älhr, Großer Hörsaal der Universität, öffentlicher Vorprag. — Allgemeine ärztliche Gesellschaft für Psychotherapie: 6,15 illjr, Hörsaal der älniversi- tiäts-Rervenklinik, Vortrag. — Verein Volkshochschule: 8 älhr, Si g'aal ter Oberrealschule, a ß r- ordentliche Mitgliederversammlung. -- Lichtspiel-
bAto. Kraft- und Radfahrer gegen verkehrspolizeiliche Vorschriften erhoben: 14 Anzeigen wegen Fahrens zur Rachtzeit ohne hellbrennende Laterne, 10 wegen Fahrens auf Bürgersteigen, 12 toegen Fahrens mit übermäßiger Geschwindigkeit, 8 wegen Fahrens, ohne die rechte Sttaßen- seite einzuhalten, 4 wegen Fahrens durch gesperrte Ettaßen und 48 wegen sonstiger Zuwiderhandlungen in verkehrspoli-,etlicher Hinsicht.
*• Sin schweres Autounglück ereignete ßch gestern Vormittag auf der Marburger Chaussee. Dort kam das Lastauto von Konrad Mann aus Rauschenberg, das von dem Sohne des Besitzers gesteuert wurde und aum Gießener Wochenmarkt fahren sollte, in rascher Fahrt die Marburger Straße her. An der Johannesburg wollte ein junger Mann aus Wieseck noch ganz kurz vor dem Auw in den Lichtenauer Weg nach Wieseck zu einbiegen. Um den Radler nicht zu überfahren, versuchte der Autolenker, mit seinem Wagen seitwärts auszu- weichen. Znsolge des schnellen Abstoppens des rasch fahrenden Autos wurde der Führer von feinem Sitz geschleudert und fiel unter den Vorderwagen des umgestürzten Gefährts. Rur dem Umstand, daß der Boden weich und sofort Hilfe zur Stelle war, hat es der junge Mann zu danken, daß er mit dem Leben daoongekommen ist. Allem Anschein nach hat er aber schwere innere Verletzungen erlitten, die seine Ueberführung in die Gießener Klinik erforderlich machten. Die Mutter des verunglückten jungen Mannes, die mit in dem Auto saß, kam mit dem Schrecken davon, der Radfahrer erlitt einen Armbruch, fein Fahrrad wurde schwer beschädigt. Wie wir heute vormittag erfahren, ist das Befinden des verunglückten Autoiührers den Umständen entsprechend leiblich. Die Schuldfrage muß noch durch die behördliche Untersuchung geklärt werden.
" Eine neue Jugendherberge im Vogelsberg. Die von der Stadt Schotten neu errichtete Jugendherberge ist, wie man uns aus Schotten berichtet, ihrer Bestimmung übergeben worden und kann jederzeit von der wanderlustigen Jugend und den Wintersportlern, die zum Schilauf gern unseren Vogelsberg aufsuchen. benutzt werden. Die Herberge hat, an den Schulhof angrenzend, eine günstige Lage, etwas abseits und doch mitten in der Stadt Schotten, an dem Hauptweg ins Gebirge gelegen. Sie enthält drei getrennte Räume mit ca. sechzehn und neun Betten, einen Führerraum,, elektri|d)es Licht, bequeme Kochgelegenheit vorhanden. Die Uebernachtungsgebühren betragen für Kinder bis 15 Jahre 30 Pf., für Erwachsene 50 Pf. Die Herberge wird bei der günstigen Lage Schottens als Ausgangspuntt für die Wanderungen in das Gebirge sehr viel ausgesucht werden.
** Der Hessische 3 agdklub hielt in Darmstadt jetzt seine Hauptversammlung ab. Der Verein zählt gegenwärtig 2050 Mitglieder in ganz Hessen. Der Jahresbericht, den der Vorsitzende, Prof. K. Zimmer, erstattete, schloß mit der Mahnung an die Mitglieder, auch im nächsten Zagdjahr sich größte Zurückhaltung im Abschuß von Rehwild aufzuerlegen. Unter den Anerkennungen und Ehrungen des Vereins war auch die des Forstmeisters a. D. Grafen von Bernstorfs - Angenrod bei Alsfeld, der aus Anlaß seines 80. Geburtstages zum Ehrenmitglied ernannt wurde.
** Kaufmännischer Bernfswett- karnpftag. Am Sonntag fanden in Gießen, tote man uns berichtet, die von Deuffchnattonalen HandlungsgehUfen-Verband, Gau Main-Weser, veranstalteten Berufstoettkämpfe statt. Rege Beteiligung an den ausgeschriebenen kaufmännischen Wettkämpfen im kaufmännischen Rechnen, Kurzschrift nach den Systemen Gabelsberger, Stolze- <ochrey und Einheit, sowie an den Situations- ausgaben bewies, daß die Lehrlinge und jungen Kaufmannsgehilfen, die bis zum Alter von 20 Safcren zügel assen waren, das Streben haben, ihre Derufskenntnisie und Fähigkeiten dauernd zu vervollkommnen. Ein neues Aufgabengebiet waren die Situationsausgaben, die Vorfälle aus dem praktischen Kaufmannsleben behandelten. Die Prüflinge hatten zu einem bestimmten Geschäftsvorfall die zu treffenden Maßnahmen zu schildern und den notwendigen Brief, den Wortlaut des erforderlichen Telegramms ober Telephon- gespräches niederzuschreiben. Die Ergebmfse kötmen als befriedigend bezeichnet werden. •
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