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Der Lieberfall auf Graf Hardenberg

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Jean Weisel. Oiefaen, Sonnenstrafae «, Telephon Nr. M

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Meinen Jungen war diese- Erlebnis das Schönste am ganzen Tag. Wir sammelten noch glänzende Kastanien für das Schwesterchen, pflückten einen schönen Herbststrauh. von allen bunten Zweigen etwas. Am Waldrand findet man ja köstliche Zusammenstellungen.

Als wir am späten Abend heimkamen und die Rucksäcke auspackten, schlug meine Frau die Hände über dem Kopf zusammen. Rosenwildlinge hatten wir feststellen wollen, und reich beschenkt mit allerlei Gaben kehrten wir heim. Grosze Tüten voll Brombeeren. Haselnüsse, Kastanien, Aepfel und Dirnen.Steinpilze haben wir auch ge­sehen." sagte mein Aeltester.3a, die holen wir morgen."

Der Laubstrauh aber kam mitten auf den Tisch und erzählte von der Schönheit des Herbst­waldes, und noch nach dem Abendgebet sagte mein Kleinster:Das mit dem Fuchs war doch am feinsten!" N.

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Ucberfallenen gestohlenen 90 Mart. Der Graf schleppte sich dann zur Polizei und erstattete Anzeige. Hiernach handelt es sich offenbar um einen Raub - überfall. Von den Tätern fehltbishernoch jede Spur. Ob die gewonnenen Fingerabdrücke von den Räubern herrühren, ist gleichfalls noch nicht festeste erscheinendeTempo" zu

dem Heberfall auf den Grafen Hardenberg, den Bevollmächtigten des ehemals regierenden Groh- Herzogs von Hessen, noch meldet, soll im Zu­sammenhang mit dem Prozeh um die angeb­liche Zarentochter Anastasia der Her­zog von Leuchtenberg behauptet haben, dah Graf Hardenberg im Auftrage des Grohherzogs die Summen zur Verfügung gestellt habe, die zur Entlarvung der Anastasia dienen sollten. Graf Hardenberg sei von ben zur Partei der Ana- slasia gehörenden Anwälten scharf angegriffen und als die Quelle des ganzen Feldzuges be­zeichnet worden, der im Auftrage des Groh­herzogs gegen die Echtheit der Anastasia ge­führt wurde.

konnten wir vorn Bahnhof biß zur Stunde nichts erfahren. Wenn auch heute früh der starke Mor» germebd für den Zugverkehr hinderlich gewesen sein mag, so ist aber doch nicht recht erklärlich, wodurch die Verspätungen am gestrigen Abend begründet sind. Anscheinend klappt bei ber lieber- leitung des Zugverkehrs auf den neuen Fahr­plan doch nicht alles so. wie es sein sollte.

* Eine Achtzigjährige. Am morgigen Tage, 10. Oktober, begeht Frau Katharina Hahn Witwe, Schiffenberger Weg 39 wohnhaft, in voller körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Ge­burtstag.

* Einen Lehrgang f ü r Wohlfahrts­pflege veranstaltet das Deutsche Rote Kreuz gemeinsam mit dem Hessischen Roten Kreuz (Hes­sischer Landesverein vom Roten Kreuz und Alice- Frauenverein) am 16. und 17. Oktober in der Aula der Lanöesuniversität Giehen. Der Lehr­gang ist für die Zwcigvereme vom Roten Kreuz in der Provinz Oberhessen bestimmt. Als Rese- reuten sind gewonnen: Bürgermeister Dr. Freh (Gießen. jetzt Frankfurt a. M.); Regierungsrat Strack (Alsfeld): Frau Regierungsrat Keller (Darmstadt): Oberarzt Dr. Schultze (Giehen): Frau Oberin Ledebour «Düsseldorf). Ferner sind Besichtigungen des Physiologischen Instituts und der Frauenklinik vorgesehen, bei denen Pro­fessor Dr. Bürk er und Professor Dr. von 3 a s ch k e Vorträge halten werden.

E i n Kursus über Bienenkrank­heiten fand dieser Tage im Zoologischen In­stitut dec Universität Frankfurt a. M. statt, an dem sich 20 Imker ans Hessen-Rassan und dem Freistaat Hessen beteiligten. Die Eröffnung er­folgte mit einem Lichtbildevvortrag, zu dem außer den Kursisten auch andere Imker und Imker- freunde erschienen waren. Das Polizeipräsidium war durch Polizeirat Auerbach, die Land­wirtschaftskammer Wiesbaden durch Dr. Schnei­der vertreten. Eröffnung und Begrüßung er­folgte durch den Vorsitzenden der Frankfurter Incker, Oberschullehrer Schade, während Herr Dust- Leihgestern, Vorsitzender des Verbandes hessischer Imker, allen, die zum Gelingen dieses Kursus ihr Teil beigetragen haben, dankte. Der interessante Lichtbildervortrag des Privat- dozenten Dr. W Ülker fand sehr beifällige Auf­nahme. An den beiden folgenden Tagen wurden die Kursisten durch Vortrag und mikroskopische Hebungen mit den Erregern von Dienenkrank­heiten bekannt gemacht.

"BestellungenaufFichtendeckreifer müssen, wie die Stadtverwaltung im heutigen An­zeigenteil bekanntgibt, bis spätestens 12. Oktober beim städtischen Rechnungsamt erfolgen. Interessenten seien auf die heutige Bekanntmachung besonders hin­gewiesen.

Beethoven-Konzert. Mittwoch abend wird in der Reuen Aula Frau Lydia Hoff­mann-Behrendt aus Berlin, deren Kunst den Giestener Musikfreunden von den letztjährigen Ver­anstaltungen des Konzertvereins in bester Erinne­rung ist, Werke von Beethoven vortragen (Sonaten op. 10 und 57 und ferner Variationen op. 35, Rondo op. 129 u. a. m. Vgl. die heutige Anzeige).

Das moderne Theater". Am Don­nerstag, 11. Oktober, abends 20.15 Uhr, spricht der Dramaturg des Giestener Stadttheaters, Dr. Karl Ritter, im Rahmen einer Veran­staltung des Goethebundes mit dem Stadttheater über das moderne Drama. Der Vortrag findet im grosten Hörsaal der Universität statt.

, ?;cncr Wochcnma'-ktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochemnackt das Pfund: Butter 200 bis 220; Matte 30 bis 35: Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 12 bis 15; Weistkraut 6 bis 12; Rotkraut 12 bis 20; gelbe Rüben 10 bis 12; rote Rüben 10 bis 12; Spinat 23 bis 40; Römischkohl 10; grüne Bohnen 30 bis 40: gelbe Bohnen 40 bis 70; Unter-Kohl­rabi 8 bis 10; Rosenkohl 50; Feldsalat 10 bis 120; Tomaten 25 bis 30; Zwiebeln 12 bis 15; Merrettich 50 bis 150; Schwarzwurzeln 60 bis 70; Kartoffeln 5 bis 6; Falläpfel 8 bis 10; Aepfel 20 bis 30; Birnen 10 bis 25; Zwetschen 10 bis 15; Preiselbeeren 50 bis 55; Brombeeren 60; Hagebutten 18; junge Hähne 100 bis HO; Suppenhühner 100 bis 120; Gänse 100 bis 120; Rüsse 80 bis 100; das Stück: Eier 16 bis 17; Blumenkohl 40 bis 150; Salat 10 bis 20; En­divien 10 bis 25; Ober-Kohlrabi 5 bis 15; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 20 bis 50 -Pfennig.

" Eine Reihe Zugverspätungen gab es gestern abend und heute morgen im Zugver­kehr auf dem hiesigen Bahnhof. Heber die Hrsache der mangelnden Einhaltung des Fahrplanes

Bornotizen.

Taaeskolender für Dienstag: Stadt­theater: Gräfin Eva, Anfang 19.30, Ende 22 Uhr. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. Anna Karenina. Astoria-Lichtspiele: Die Rothaut von Danville.

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Intendanz macht noch­mals darauf aufmerksam, daß die heutige OperettenvorstellungGräfin Eva" um 19/2 Hhr beginnt. Die Operette geht in der Frankfurter Hraufführungsbesetzung auch in Gie­ßen in Szene. Morgen, 10. Oktober, findet die e rste Wiederholung des mit so großem Bei­fall aufgenommenen LustspielsI n g e b o r g" von Kurt Goetz statt.

Rezitativnsabend vonDr. Prasch. Heute abend 8.15 Hhr findet im großen Hör­saal der Hniversität ein RezitationsabendDie Leiden des jungen Wertster" statt. Im Rahmen des Ferienkurses der Hniversität spricht Intendant Dr. Rolf Prasch.

Lpd. D a r m st a d t, 8. Oki. Zu dem U e b e r f a 11 auf den Grafen Hardenberg wird weiter berichtet: Graf Hardenberg konnte im Laufe des heutigen Vormittags vernommen werden. Sein Zu­stand hat sich soweit gebessert, daß er Besuche emp­fangen kann. Ueber die Tat werden folgende Ein­zelheiten bekannt: Als der Gras gegen 1 Uhr nachts nach Hause kam, erwarteten ihn auf dem dunklen Flur zwei bis drei Leute, die sofort mit einem stumpfen Gegenstand auf ihn ein- schlugen und ihn zu Boden warfen. Als er bereits am Boden lag, wurde er noch weiter mißhan­delt, bis er sich tot [teilte. Die Räuber durch­suchten bann die Kleider des Grasen nach den Schlüs­seln zum Kassenschrank, der in dem Herrenzimmer stand. Aus der Brieftasche nahmen sie 9 0 Mark Bargeld und gingen bann in das Zimmer, wo sie ben Kastenschrank "öffneten. Der Schrank enthielt jeboch kein Bargeld, sondern nur Wertgegenstände, für die die Räuber kein Interesse hatten. Nachdem sie versucht hatten, den unteren Teil des Kassenschranks mit Gewalt zu öffnen, was ihnen jedoch mißglückte, verließen sie nach etwa halbstündigem Aufenthalt wieder die Wohnung mit den aus der Brieftasche des

ttus der Pwvmzialhaupistadi.

Giehen, den 9. Oktober 1928.

Don der Fülle des Herbstes.

Wir brauchen für unfern Garten einige Rofen- ! chstämmchen. Die Wildlinge dazu liefert uns tet Wald. Meine Jungen und ich zogen also an EM der goldenen Oktobertage hinaus m das Tcete. Bald war der Rand des Waldes erreicht, cs wurden zahlreiche Wildlinge sestgestellt und ms einer Sttzze einge^eichret. damlt wir sie nach K'tn Laubfall holen können.

Aber der Tag war so voll Sonnenschein und i^bst sicher Wilde, dah wir einen großen Spa- ergang machten. Wir hatten ja Rucksäcke mit Butterbroten bei uns. 2ln einer stillen Ecke turbe gerastet und Hmschau gehalten. Es war , cht nur die wunderbare Pracht des bunten üaubeä, die meinen Jungen gefiel, sondern viel i-hr Entzücken hatten sie an den dunkelblauen. ;ften Brombeeren, die hier am Waldrand in hülle und Fülle reiften. .

Draußen auf dem Feld standen Ganbtoirte bei <-r Kartoffelernte. Lange Reihen gefüllter Säcke .egten von dem Fleiß der Leute. Hier und da [i<a der Rauch von einem Kartoffelfeuerchen teil in die Lust.

Der Wald war ganz still.Wie in einer tträte", tagte mein Jüngster. Wir saßen und 1 ««schien voll Andacht. Rur dann und wann ölte sich ein goldenes Blatt und siel müde zur fette Richt nur Brombeeren fanden wir, sondern lmh' Haselnüsse, sahen flinke Eichhörnchen, die Her wohl ihre Wintervorräte hamsterten. Da tauben purpurrote Hagebutten,Juckpulver" tc-nnen sie die Kinder hier.Die Hagebutten holen vir auch," sagte ich,das gibt gute Marmelade."

Drüben auf dem Acker waren einige Aepfel- uO Birnbäume. Hier und da hingen noch ver> (diene Früchte. Auch auf der Erde lagen einige, cte waren den Buben willkommene Deute. Das Lepfelstoppeln" aus meiner Jugendzeit fiel mir rin, und ich lieh den Jungen Freiheit Sie Itlterten hoch hinauf, entdeckten ein verlassenes Vogelnest und füllten sich die Taschen mit den etzten Früchten.

-Das Schönste erlebten wir aber im Walde. Zwischen den Stämmen sah ich etwas, manchmal )0-n den Sonnenstrahlen gestreift, das sich be- Dejte. Ich dachte zunächst an ein Reh. Bald iber merkte ich, dah es ein Fuchs war. Ich jäte meinen Jungen einen leisen Stotz, legte den Ringer auf die Lippen und zeigte ihnen den zuchs. Er kam gerade auf uns zu, die Rase jja-tte er auf der Erde, als ob er eine Fährte ««folgte. Sein Fell war nicht schön, weder rot ivch braun, eine verschwommene gelb graue Farbe, scheinbar wechselte er sein Kleid, oder es war rin ganz alter Bursche, der Größe nach sicher. Vir standen still und wagten kaum zu atmen. Zetzt war er nur noch zehn Schritte entfernt, -h,ne dah er uns bemerkt hatte. Da hob er den Kopf, sah uns, und ein hoher Sah, und dann gi»gs rasend in die Weite. Ein lautes Hallo pon unserer Seite folgte. Meine Jungen ihm Er war aber bald im dichten Hnterlaub verschwunden. Man sagt immer, der Fuchs sei ein schlaues Tier. Aber das Gesicht, das dieser alle Knabe machte, als er uns erblickte, war, toi« man heutzutage sich auszudrücken beliebt,

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Die Reemtsma A.-G. hat seit 1924 die qualitative und quantitativeFiih- tung im Einkauf macedonischer

Tabake.

daß unsere Einkaufsorganisa­tion mehr als ein Sechstel der gesamten Tabakernte Mace- doniens aufgekauft hat. In den Rest teilt sich die Cigaretten­industrie der ganzen Welt REEMTSMA CIGARETTEN