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Nr. 7 Erstes Blatt

178. Jahrgang

Montag, 9. Januar 1928

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Sietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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(Lbtfrtbaktrur

Dr. Frredr Dilh. Lange. Verantwortlich für Doluik Dr. Fr DUH Lange, für Feuilleton Dr H Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den '.In- leigenteil flurt tzillmann. sämtlich in Gießen.

Ein Bund zur Erneuerung des Reiches.

Ein überparteilicher Zusammenschluß von Persönlichkeiten aller Berufsstände zur Ingangsetzung der Reichsresorm.

Unter 6er persönlichen und geistigen Führung des shemaligen Reichskanzlers Dr. L u l he r hat sich ein neuer Bund gebildet, dessen Ziel durch den Namen gegeben ist:Bund zur (Erneuerung de» Reichs". Unter dem Aufruf, mit den, sich die neue Gründung in der Defsentlichkeit einführt, stehen 200 Namen an­gesehener Manner aus allen Streifen und Schichten untere» Volkes mit Ausnahme von ganz rechtsradi­kalen (Elementen. Politisch gesehen, haben sich So­zialdemokraten vereinzelt daran beteiligt, ivahrend Führer der Gewerkschaften im Gegensatz zu anderen wirtschaftlichen Organisationen den Beitritt abgelehnt haben.

Absichtlich hat der Leiter de» neuen Bunde», Dr. Luther, sowohl in dem Ausruf, wie in seiner kurzen Ansprache bei der Gründungsoersommlung es ver­mied e n , ganz b e ft i m m t e politische Ziele zu umreihen. (Er und der Bund begnügen sich oorläu- Hg mit der Ausstellung de» allgemeinen Ziel», Den Bestrebunen zur inneren Festigung des Reiches nad) den Stürmen des Ärieaes, des Zusammenbruch» und der Inflation einen festen Hall zu verleihen. Denn man au» dem weiter unten im Wortlaut wie­dergegebenen Ausrus bestimmte Zwecke herauslesen will, so können e» nur die sein, daß Dr. Luther und seine Mitstreiter in überlegter, besonnener, nicht überstürzter Arbeit den Weg zu einem deut­schen (Einheitsstaat bahnen wollen, in dem die (Eigenart der deutschen Stämme voll gewahrt und zu fruchtbringender (Bcltung gebracht werden kann. Unseres Erachtens kann diese Arbeit nur so geleistet werden, daß je nach Bedürf, ni» onsoorncnd und hemmend auf die großen poli­tischen Parteien bei Erreichung des gesteckten Ziels eingewirkt wird. In den weitesten Streifen unseres Volkes (ft wohl heute die Erkenntnis verbreitet, daß wir der Bildung eine» Einheitsstaates entgegen­gehen. Hierzu sind schon so starke Ansänge vorhan- den, daß es ein vergebliches Bemühen wäre, das Rad der Zeil rückwärts drehen und den Bismarck- schen Föderalismus in unverfälschter Reinheit we­her Herstellen zu wollen Man mag bas bedauern. Der Politiker, der mit offenen Augen durch die Welt geht, muß sich an Tatsachen halten und mit icgebenen Verhältnissen rechnen. Die Aufgabe un- erer heutigen Generation muß es sein, aus der chönen und stolzen Vergangenheit das in die Zu- funft hinüberzuretten, was nützlich und brauch- bar ist. Ballast aus sentimentalen Gründen mit- schleppen zu wollen, wäre verfehlt. (Eine (Erneue­rung des Reiches im Sinne einer Ber inner» Eichung der politischen Ideen und Hiele in unserem Volke. Kampf gegen Oberiläch. lichtest und Hana zu Aeuherllchkcitcn tut uns bitter not. Zusammensassen oller nationalen Kräfte mit dem Blick auf das Ganze das ist in der Tat ein Ziel, aufs innigste zu wünschen.

Schon die nächste Zeit wird zeigen, ob der Bund der Erneuerung des Reichs die Hoff­nung. die seine Gründer in ihn sehen, erfüllen und tapfere Arbeit zu leisten imstande sein wird oder ob wir nur zu den vielen anderen einen Bund mehr haben. Ansätze in dieser Rich­tung sind schon mehrfach unternommen wor­den, aber stet- auch bald im Sumps dcS ParteihaderS steckengeblieben. Viel­leicht darf man e- als einen Vorzug betrachten, daß der neue Bund nicht mit tönenden Phrasen ins Leben tritt und sich als Retter des Vater­landes geberdet, sondern stille Arbeit tun wiU. Leicht ist die gestellte Aufgabe bei der Zerfahrenheit unserer politischen 'Verhältnisse sicherlich nicht. Coviele verschiedenartige Stopfe unter einen Hut zu bringen, bedarf einer außer­ordentlich geschickten tüchtigen Führung. Der ehe­malige Reichskanzler Dr. Luther, von dem wir erst in der letzten Rümmer unsere- Blattes einen ebenso klugen, wie warmherzigen und glücklich formulierten Aufsatz veröffentlichen konnten, bat sich in seiner in der beschichte der Rachkriegs- zeit einzigartig erfolgreichen Wirksamkeit an der Spitze der Reichsverwaltung als geschickter Tak­tiker. als ein Mann der Synthesen erwiesen, aber auch als ein Mann von Ideen und außer­ordentlicher WiUenskraft. sie durchzusetzen. Wir wollen ihm und und hoffen, daß ihm auch die Lösung der neuen gewaltigen Ausgabe glücken möge, die er nun übernommen hat. Der Zeit­punkt ist durch die im Anschluß an das Dilbert- memorandum entstandene osfentliche Erörterung deS Problems und durch die in den nächsten Tagen» in Berlin zusammcntretende Äonfcren) der Länder, die sich ebenfalls mit der Versa'- sungs- und VerwaltungSresorm beschäftigen soll, der denkbar günstigste.

Das Programm des neuen Bundes.

Berlin. 7. 3an. (WB.) 3n der Berliner Industrie- und Handelskammer sind heute vor­mittag etwa 100 führende Persönlichs ten aus Politik und Wirtschaft von allen Teilen des Reiches zur Konstituierung eines Bundes zup Erneuerung des Reiches zusammen getreten.

Der Bund erließ folgenden

Aufruf.

Im harten Ringen müht sich das deutsche Volk um den Aufstieg auS der Tiefe feines Sturzes, schwer drücken die Lasten deS unglücklichen Krieges und des Versailler Diktats. Rur äußerste

Kraftanspannung gewinnt der Ration ihre Stel­lung im Kreise der Voller zurück. Aber es fehlt an dem unerläßlichen Fundament für jeden Ausstieg: an der inneren Einigkeit. Die Oesfentlichkeit widerhallt vom Streit der Länder mit dem Reich über Fragen der Verwaltung und Staatsmacht. mp se um die Zuständigkeit verzehren ein Llebermaß von Arbeitskraft.

Aus geschichtlichem Werden erwuchsen Aus­gaben des Reiches, für die m Sturmjahren eine verfassungsmäßige Formung nicht gelingen tonnte. An dieser Storung gesunden Wachstums krankt unser« Zeit. Der heiße Wille, endlich die volle Einheit des Reiches zu schassen, begegnet besorgter Abwehr, die gesunde Eigenart vor ver­meintlicher Zerstörung schützen will. Diesen Streit gilt e S z u enden! AlS Ergebnis der ofsenilichen Erörterung steht heute fest, daß wirkliche Beilegung des Kampfes nur in um­fassender Lösung zu finden ist. Die Last der Ausgaben droht, gebrechliche Teile des Reichs- gebäudes zu erdrücken.

Durch eine klare Abgrenzung der strittigen Belange und durch organische Gliederung der Verwaltung ist daher eine (Erneuerung des Reiches herbeizufuhren, die heute als geschicht­liche Forderung vor uns steht. In der Stunde der Gesahr kann es keine andere Losung geben als Stärkung de» Reiches. Dem Reich muß in allen für die volksgesamtheit wichtigen Fragen die Entscheidung zustehen. Reben der Führung in der Außenpolitik, der pflege des Rechts und dem Oberbefehl über die Wehrmacht gebührt ihm die Finanz- Hoheit und die Regelung aller Fragen, die für die deutsche Iv i r t s ch a s t s b i l a n z von Bedeutung sind. (Ein solches Reich muh die

Staatskraft, die einst das alte Reich gebaut hat. entschlossen in den Dienst des Ganzen stellen. In einem Reich, das die Vormachtstel­lung für sich allein in Anspruch nimmt, kann auch bodenständige (Eigenart zum Segen Deutschlands sich neu bewähren.

Dieser Festigung der Reichsgewalt muß eine hohe Selb st Verantwortlichkeit entsprechen, mit der die Glieder des Reiches die ihnen zufallenden Aufgaben erledigen. So erschließt sich dem einzelnen Staatsbürger wieder mehr al» bisher die Möglich- keil, seine Kräfte und Fähigkeiten an der Lösung öffentlicher Aufgaben auch außerhalb der Reichs­hauptstadt fruchtbar eimufeßen. Daneben wird die Erhaltung und bewußte Pflege der Stätten alter deutscher Kultur verhin­dern, daß ein Uebermaß von Zentralisation tu einer Verödung der übrigen Gebiete des Reiches fuhrt.

Tritt so an Stelle von Kampf und Reibungen Klarheit und Einigkeit, bann werden für deutsche Gesamtausgaben politische Kräfte frei, die heute im Innern gebunden sind und aufgezehrt werden.

Die auf dieser Grundlage durchführbare Der- e i n f a d) u n g der gesamten Verwal­tung ermöglicht wesentliche Ersparnisic in den Ausgaben der öffentlichen Hand und da­mit eine Senkung der unerträglichen Steuern. Aber ihr wirtschaftlicher (Erfolg wirkt sich weit stärker noch In der Verringe­rung überflüssiger Arbeit au», die heute auf der gefamten Wirtschaft tastet.

Es bedarf umfassender Vorarbeiten, um einen sicheren Weg zur Beseitigung der anerkannten Mißstände zu finden. Aber Sile tut n otl Es ist des deutschen Volkes nicht würdig, zu warten und die Hande in den Schoß zu legen, bis eines TageS die Vormundschaft fei­

(Eine neue Explosionskaiastrophe in Berlin.

Explosion in einem chemischen £oboraforium in Dahlem. Drei Tote, acht Schwerverletzte.

Berlin, 8. Jan. (2DTB.) Während ganz Berlin noch unter dem tiefen Eindruck ber schrecklichen Cx- plosionskalastrophc in der Landsberger Allee stehl, hat sich bereits ein neues Unglück ereignet das nur deshalb nicht baefelbe Ausmaß angenom­men Hal, weil es sich um ein Dlllengrunbffürf handelt, in dem nur wenige Personen wohn- ten. Die Unglücksstelle befindet sich aus dem Grund­stück Park st raße 4042 in Dahlem, das den beiden Chemikern, Dr. Weingärtner und S t a m m e r gehört, die sich mit ber f) e r ft e H u n g von Leben»elexleren, Magnesium,ackeln unb ähnlichen chemischen Präparaten befaßten, heute vormittag besanb sich der Chemiker Max Stammer in dem in den Kellerräumen des Seiten­flügels der Villa befindlichen Caboratorium, um dort versuche zu machen. Plötzlich gegen 9.30 Uhr erfolgte eine furchtbare Explo­sion, durch welche das Seitengebäude sowie die sich anschließende Garage vollständig zer­stört wurden. Auch der Garten, der mit hohen Tannen bestanden ist, bielel ein Bild der Ver­wüstung. Ueberall liegen Steine und sonstige Irüm- mermafjen umher. Deiche Gewalt die Explosion ge­habt habt, ersieht man auch daraus, daß Betten und Möbelstücke in bie hohe geschleu­dert und um den Wipfeln der hohen Tannen Hel­gen geblieben sind.

Die auf den Alarm herbeigeeilte Feuerwehr und Polizei konnten zunächst die fast oollifänbig jer- riffenc Leiche S I a m m e r s bergen, sowie die Leiche de» Hausmädchens Martha Schönseide r. Ferner sind in schwer verletzten Z u st a n d e geborgen worben der 62jährige Portier des Hauses Max De ter, der schwere Kopfverletzungen davon- getragen hat, seine drei Töchter, sowie das riausmädchen Anni Bagenda. der Hausdiener Walter Meinet, die Köchin Frieda Mu schert. Während der Aufräumungsarbeiten stieß man auf die Ehefrau des portier» (Emilie D c t e r . deren Unterkörper vollständig eingeklemmt war. Sie konnte gegen 1 Uhr befreit werden und wurde wie die übrigen verletzten nach dem Krankenhaus trans­portiert. Lin Untermieter der Villa, Dr. pbil. Blanke, besten Zimmer sich in dem vollständig zerstörten Seitengebäude betand. hat fein Leben nur dem glücklichen Zufall ^u verdanken, daß ihn gestern abend in Berlin geschäftliche Besprechungen solange aushietten. daß er es oortocr, nachts in Berlin zu bleiben. Auch der Mitbesitzer des Hauses, Dr. Weingärtner, ist unversehrt daoonge­kommen.

Sehr fchn irig gestaltete sich die Bergung der 62jähriaen portierssrau DeIe r , bie im Souterrain des zusammengebrochenen Flügels im Bett lag. Während der Oberkörper durch einige Balken, bie sich im Sturze schräg gegen bie Wanb gelegt hat­ten. geschützt worden war, waren die Beine völlig unter den Trümmern begraben. (Em Sanitätsgehilfe wurde in die Höhlung hinabgelasten und versah sie mit Morphium und Stärkungsmitteln. Trotz fieber­hafter Arbeit dauerte es mehr als andert­

halb Stunden, bis die alte Frau, die schwer verletzt ist, vorsichtig befreit werden konnte.

Die Ursache des itngtücks.

Verbotener FabrikationSbetrieb von Explosivstoffen?

Lieber die Ursache der ExploswnSkatastrophe gehen die Meinungen vorläuftg auseinander. Die Kriminalpolizei, die gleich nach der Feuer­wehr^ erschien, hat eine Kommission von Sach­verständigen herbeigerusen die sch auS Pro­zessor Lenz vom Eheinisch-technischen Reichs- inftilut und Professor Gernegroß von der Technischen Hochsiauie und ihren Assistenten zu- sammensetzl. Mil weichen Stossen Dr. Stam- mer sein Experiment vorgenommen hat, dem die Explosion folgte, laßt sich natürlich nicht mehr sestslellen. Die Explosion hätte noch wesi schreck­lichere Folgen haben können, da noch weitere Raume ter Villa als Versuchs- und Vorrats­räume für die chemischen Exverimeme eingerichtet worden waren. Das durch bie Expiolion ent­standene Feuer hat jedoch zum Gmck nicht auf diese Raume überg. gri.sen. U. a. ist das Labo­ratorium in der Villa selbst, wo zahlreiche Fla- 'chen und Dehalier mit Chemikalien aller Art in Regalen und Schränken ausgestellt waren, intakt geblieben. Die beiden Inhaber der Chemi­schen Werke Weingärtner & Co. die haupt- sachsich kosmetische Mittel Herstellen und auch Fabrikationsräume in Reukölln besitzen, beschäs- t:glen sich u._a. mit der Erprobung ncuari.get Knallsignale für die Eisenbahn. Ohne Wissen der Polizei bewahrten sie größere Men­gen hochexplosiver Stoffe m den La­boratorien und in der Vorratskammer auf. Hier lagerten außerdem zwei gefüllte Flieger­bomben. die j.tod) ohne Zünder waren. Die Firma Weingärtner & Co. hatte für das mit einem großen Garten umgebene Villen- antocsen nicht um eine gewerbliche Kon­zession. sondern nur um die Erlaubnis zum Betrieb eines Laboratoriums nach­gesucht. Aus der sehr großen Anzahl noch un- erplodierler Sprengkapseln und auS der Tatsache, daß sich auch in den Räumen, in denen die Explosion geschah, zahlreiche Chemikalien aller Art befunden haben, schließt man. daß in den explodierten Raumen ohne eine für ein solches Villengrundstück sicher auch nicht geneh­migte Erlaubnis, eine Art Fabrikations­betrieb stallgefunden hat. Wie die städtische Baupolizei mitteih, welchen bei Laboratorien, die Feuerwerkskörper oder Explosivstoffe Her­stellen oder verarbeiten, besondere bau­polizeiliche Anforderungen gestellt. Z.D. müssen sie eine gewisse Entfernung von den ßlrahen und Aachbargren- zen haben, außerdem auch von bewohnbaren Räumen. Schließlich weichen in Dillengebie­ten in Dahlem Anlagen solcher Art über­haupt nicht zugelaffen.

ner Gläubiger an die Tür pocht Darum ra­sen wir den Regierungen des Reiches und der Länder zu: Ans Wer kl Laßt kraftvoll weiter­wirken, was Ihr begonnen, habt! Fort mit dem Streit über EinzelsragenI Stellt die Einheit des Reiches voran! Sucht die neue Form für daS alteReich, gebt dem Volk Hoffnung für fein schweres Ringen!

Wegbereiter dieses Ziels zu sein, ist die Aus­gabe aller Männer und Frauen, bie für sich die Pflicht der Mitarbeit am Staate be­jahen Unter ihnen soll sich ein Bund schließen zur Erneuerung des Reiches. Ueberall im deut­schen Volk muß ber Wilke auftlammen zur M c b c r to i n b u n g von Streit und Biel- regiererei. Da» dritte Rech gilt cs zu zimmern, das die ganze Ration in gesunder Glle- derung zusammenschiießt nach dein Worte des Freiherrn vom Stein:Ich habe nur ein Vater­land, das heißt Deutschland N

Oie Unterzeichner

des Ausrufs gehören allen politischen Parteien und allen Lerussfchichten an. Von den mehr als zwei­hundert Namen nennen wir nur folgende aus den Kreisen her 3 n b u ft r i c . de » Handels unb derBanken: Ack-eli», Bremen; Bergmann, Berlin; Krupp von Bohlen und Halbach, Essen; Rob. Bosch. Stuttgart; W. Braun, Frankfurt o. M.; Busch. Bautzen; Dito Clemm, Mannheim Wolbhos; Colomann, Friedrichshafen; Chr. Diesel, Augsburg; Frowein, Elberfeld; Jakob Goldschmidt, Berlin; Louis Hagen, Köln; Heinccken, Bremen; Hillaer, Spiegelberg; Grün seid, Berlin; Keinath, Berlin; F. o. Mendelssohn, Berlin; O'Swalb Hamburg; Plate, Hannover; Pschorr, München; Reusch, Ober­läufen, Weher, Berlin; Röchling, Völklingen; Scholz. Mainz; C. F. von Siemens, Berlin; E. von Sirnson, Berlin; F.Springorum», Dortmund; 3. K. «tim- mina, Bremen; F. Thyssen, Hamborn . Q. Urbig, Berlin; A. Bögler, Doisrund; Mar Warburg, Ham­burg; Oskar Wassermann. Berlin; Ph. Wieland, Ulm; S. E. Wftchoest, Hamdura.

Aus der Landwirtschaft: von Batockl, Blebau; Graf Behr, Behrenhoff; von Berg Mar- kienen; C. G. Gras o. Bcrnstorft, Iunkerwehninaen; Frhr. v. Gantz Königsberg; Hepo, Seelbach; Gras von Kalckreuih- Neusiegeräiors; ftrhr. o. Kerkering zur Borg; F. von Popen, Haus Merfeld; Rabbethge, Klein-Wanzleben; Frhr. Proetoriu» von Richthofen, Boouslawitz; Frhr. o. Schorlerner-Lieser, Trier.

Aus Wissenschaft unbBrejfe : Brandt, Göttingen; Delbrück, Berlin; Max Fischer, Jena; Haller, Tübingen; von Harnock. Berlin; Herlner, Eharlottenburg; W. Iänecke, Hannover; Krumbhaar, Licgnitz; Neven Dumont, Köln; R. Schmidt, Leipzig; A. Weber, Heidelberg; I. F. Wolfs. Dresden.

Aus der Äommunaloerroaltung : Ade­nauer, Köln; Beiruß, Magdeburg; Böß, Berlin; Bracht, Esten; Dominikus, Berlin; Eschenburg, Lübeck; Horion, Düsseldorf; Jarres, Duisburg; Land- mann, Frankfurt a. M., Lohme yer, Königsberg; Most, Duisburg; Petersen, Hamburg; Traum, Han- nooer.

Von ehemaligen MInistern, Staats­sekretären u. a.: Albert, Berlin; Noske, Han­nover; Gras von Roedern, Hamburg; I. Busch, Berlin; W. Cuno, Hamburg; W. Groener, Berlin; Hamm, Berlin; Kröhne, Berlin; Luther, Berlin; A. Müller, Berlin; Schnee, Berlin; Hirsch, Berlin. Oie Gründungsversammlung

Ter ehemalige Reichskanzler Luther erläutert die Ziele.

In ber Dründungsversammlung des Bundes wurde der srühere Reichskanzler Dr. Hans Lu­ther einftinunig zum Vorsitzenden gewählt Dr. Luch er faßte bie Au gäbe deS Bundes dahin zutamman. der Bund wolle der Verantwortung weder der RegierungSkräfte noch der politischen Pa-rteien irgendwie vorgreisen, sondern wolle sachliche Dorbereitungsarbeit leisten. Für alle Zweige der Wirttchast sei eine starke Entlastung notoenbig. um die Aussuhriätig- keit zu erhoben. Bei -der Landwirtschaft bedürfe « eines besonders bewußten Handeln-, um den deutschen Einfuhrbedarf herab- zusehen und gle:ch;ruig uns di? Rab- rungSmittelsreiheit zu verschaffen. Alle- dies sei rwtwendig. auch gerade im Interesse der Lebenshaltung und sozialen Be­treuung der breiten Bevölkerungs­schi ch t e n. Deshall» erstrebe der Bund bei seiner Arbeit ebenso w e die Beteiligung der Wcrtschaftsführer auch die Beteiligung der Arbeitnehmerschaft, die zum Teil durch die älnterschrsiten unter dem Aufruf schon gewährleistet sei. Die Gründung des Bunde- gehe von der Auffassung aus. daß es in der dringenden Rot des Vaterlandes besser ist. eine für möglichst alle Volksgenossen noch eben trag­bare Lolung herbeizuführen, als durch den Kampf verschiedener Grundanschauungen das Volk aus­einander zu reihen. Dr. Luther unterstrich besonders, wie wichtig es für die ruhige Ent­wicklung sei. daß die wohl unvermeidlich tief eingreifenden Entscheidungen nicht auf einem außerordentlichen Wege getroffen werden mühten. wie es einstmals bei der Währungsrettung durch die Ermäch- tigungsgefehe der Fall war Dr. Luther hatte, bevor er als Vorsitzender gÄvählt