Samstag. 8. Dezember 1928
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)
Hr 289 vierter Blatt
Weihnachtskinderbücher
Worte.
Reuyorrer
sich das
„Gelaust
sie nach Sieht sie
Jedermann kaust die Vase. Dringt Hause, stellt sie aus den Küchentisch, sich blos an und schüttelt den Kops.
„(Run?“ fragt feine Frau.
Kunstgewerbe gewidmeten Teil der Zeitschrift seien besonders hervorgehoben die Wohnbauten des Kölner Architekten Riphahn. Daneben finden wir an kleinen Veröffentlichungen moderne Plaketten, Intarsien, Allgäuer Handwebteppiche, köstliche Proben japanischer Tiermalerei, Glaskunst
Joseph Kapshammer (Physiologie) infolge i an die Universität
Jedermann sieht im Schaufenster eine große, blau schillernde Dase. Darin spiegeln f-* Rathaus und ein Verkehrsschuhmann.
„Wieder betrogen", sagt Jedermann.
habe ich eine Dase mit Ra Haus und Verkehrs- schutzmann, und eingepackt haben sie ipir eine Vase mit Gasherd."
Jedermann macht eine Hoch'.our. Zusammen mit Mücke. Sie übern ich en in einer Schutzhülle.
.Hör' mal," sagt Mücke, .wie der Föhn geht!"
.Komisch," schüttell Jedermann den Kops, «wer wird sich denn hier die Haare waschen lassen?"
Hochschulnachrichien.
Amtlich werden folgende Personalveränderwr- gen an der Universität Leipzig bestätigt. Ab- gegangen finS: der planmäßige a. o. Professor Dr. Wilhelm Schauder (Veterinär-Histologie und Embryologie) infolge Berufung als ocb- Professor an der Universität Gießen, der planm. a. o. Professor Dr. Gregor Wentzel (Mathematische Physik) infolge Berufung als Ordinarius an die Universität Zürich, der nicht- beamt. a. o. Professor Dr. Andres R u m p f (Archäologie) infolge Berufung als Ordinarius an die Universität K ö l n und der Prioatdvzent Dr.
und Majolila-Arbeiten.
— Zeitschrift für Musik. Monatsschrift für eine geistige Erneuern rg der deutschen Musik. Herausgcgeben vom Steingräber-Verlag. Leipzig. Hauptschriftleiter Dr. Alfred Hcuh. Ro- vemberhest 1928. Hestprcis 1,53 Mark. Abonnementspreis vierteljährlich 4 Mk. — Das vorliegende Heft steht im Zeichen Schuberts. Dr. Rudolf Steglich tHannover) ersucht unter Bezugnahme aus die jüngsten Arbeiten über den Meister Klarheit über das Bleibende in seinem Lebenswerk zu gewinnen. Bei der Gegensätzlichkeit der Meinungen im Schriftiu n über Schubert erscheint Richard Gottschalks Studie „Franz Schu- bert im Lichte übler Rachrede" ganz besonders am Platze. Helmut Wolter (Duisburg) schildert einen Besuch im Schuber ttnuseum in Wien. Stilistische Betrachtungen über Iu-.endlieder des Meisters (Musikbeilage!) von Al red H.uß lassen das Werden des Schuberischen Liedstiles herau> trclen. Aphorismen aus Schuberts Tagebuch. Ein zusammensassender Bericht über die jüngste Schubertli.eraiur. Zu Hans von Wolzogens 83. Geburtstag widmet Otto Daube warmherzige Schubertbi.der. Musikberichte.
Jedermann war bei der Wahrsagerin. „Erstaunliches Talent", erzählt er. „Die Frau hat mir einen schweren Verlust vorausgesagt. Für die allernächste Zeit."
„lind ist die Prophezeiung schon eingetroffen?" fragt jemand.
„Jawohl," sagt Jedermann, „schon als ich zu Hause ankam. merkte ich daß meine Brieftasche weg war."
Wir haben", erzählt Federmann, „in unserem Kegelklub Präsiden enwahl gehabt."
„älnd das Ergebnis?"
„Unentschieden," sagt Jedermann, „jeder hat mir eine Stimme bekommen."
Wirtschaft.
Wochenbericht vom Zrantfurter Effektenmarkt.
In dieser Woche setzte sich die Aufwärtsbewegung der Kurse im allgemeinen fort. Die Börse hat mit ihrem in der vergangenen
„Kannst du dich nicht besinnen", fragt Jedermann seine Frau, „wo ich meinen Hut Angelegt habe?"
„Rein."
„Wo ihr Frauen nur eure Gedanken habt , schüttell Federmann den Kopf.
Woche in so starkem Maße zutage getretenen Optimismus Recht behalten: Der Eisenkonslrkt kann als beigelegt betrachtet werden; wider Erwarten schnell erklärten sich Arbeitgeber und -nehmer dazu bereit, die vom Reichsinnenminister Severing vorzunrhmende Entscheidung anzu- crfenneit Die Folge davon war die Oeffnung der Betriebe. Erwartungsgemäß konnte bis jetzt allerdings nur ein T:il der ausgesperrten Arbeiter zur Arbeit zurücktehren, da die Eisenwerke, ihrer Eigenart entsprechend, nur langsam wieder in Gang kommen können. Dies und Erwägungen über die Schäden, die dem deutschen Wirtschaftsleben aus dem Eisenkonflikt erwachsen sind, veranlaßten an der Börse eine g ewisse Zurückhaltung. Dazu kamen einige andere Momente, die einer allgemeinen Geschäftsbelebung im Wege standen. So verursachte der schlechte Gesundheitszustand des Königs von England zeitweise größere Beunruhigung. Auch das noch ungelöste Problem der Reparationsneuregelung und der weiteren nur langsame Fortgang der Verhandlungen hierüber mahnten zur Zurückhaltung. Die aus diesen Gründen vorgenommenen Realisationen konnten den Markt jedoch nur vorübergehend ungünstig beeinflussen. Die stärkste Stütze boten der Börse wieder die großen Ausland k ä u s e. die in Spezialwerten vorgenommen wurden. Die Dankkundschaft war ebenfalls wieder mit einigen Kauforders am Markte. In den bevorzugten Papieren war das Geschäft zeitweise noch lebhafter als in der Vorwoche. Eine wesentliche Anregung hierzu stellte wieder der unverändert flüssig eGeldmarkt dar. Immerhin ließ der letzte Reichsbankausweis erkennen, daß die Anspannung der Reichsbank am Ültimo, wenn sie auch noch als normal zu ~ der Börse
— Heuer Deutscher Jugendfreund. Zur Unterhaltung und Belehrung der Jugend. 80.Band. Begründet von Franz Hoffmann. Gin stattlicher mit zahlreichen bunten und schwarzen Vollbildern und ScrtiLu.tratiDiien erster Künstler geschmückter Band. Verlag von Schmidt & Spring Leipzig. Ganzleinen 6 Mk. (667.) - Vortreffliche Erzählungen, von den besten Rutschen Iugendschri itstellern verfaßt, haben im neuen Jahrgang Au nähme gefunden, und neben diesen erscheinen Aufsätze ku turhistorischen und historischen Inhaltes, solche, d.e Sport und Technik berücksichtigen, und andere, die Anleitung zu allem möglichen geben, was Knaben gerne basteln. ,
— Der Kinderfreund. Ein Dildkalender für die Jugend auf das Jahr 1929. Enthält je 56 Bilder- und Textseiten und kostet nur 1.60 Mk. Agentur des Rauhen Hauses, Hamburg 26. (603.) — Dieser Kalender für 8—15jährige Kinder bringt unter den Tagesdaten Bilder aus allen Gebieten des Wissens mit kurzen Erläuterungen, kleine Anekdoten, Rätsel, Preisfragen und allerlei Kurzweil. Der Kalender bietet neben vielseitigem Anschauungsstoff mannig'ache Unterhaltung und ist ein willkommener Wandschmuck für Kinder- und Familienzimmer.
— Auerbachs Deuts cher Kinder- kalender 1 92 9. 47. Jahrgang. Herausgeber Dr. Adolf Holst. Reich illustriert mit farbigem Titelbild und bunter Spielbeilage. Verlag von Auerbachs Dcu schem Kinderkalender, Leipzig. Ganzleinen 2 Mark. (666.) - Die vielen Kinder, die sich alljährlich an seinen Vorgängern erfreuten, werden auh heuer beglückt sein über den reichhaltigen, ernsten, heiteren oder belehrenden Inhalt.
— Leopold Weber: Walthari und Hildegund. Die Gotengeiseln am Hunnenhofe. Eine Völkerwanderungssage. Mit vier farbigen Bildern von Ludwig Eberle. 135 Seiten Oktav. Ganzleinen. 5.53 Mk. Für Knaben und Mädchen von 12 bis 16 Jahren. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. (633) — Zu den wertvollsten Stoffen, aus denen unsere Jugend neue Kraft und neuen Geist trinken kann, gehört die Sage von den Gotengeiseln an At.i as Hofe. Ste ist oufbewahrt in einem lateinischen Gedicht des 10. Jahrhunderts und in Handschriftenresten, die sich in England und Oesterreich befinden. Leopold Weber hat sich ein Verdienst um unsere Jugend erworben, daß er ihr diesen Einblick in alte germanische Vergangenheit vermittelt.
' — Friedrich Wilhelm Mader: In unbekannte Fe r n cn. Deutsche Heldentaten in Portugiesisch-Ostasrika und in Rhodesien. (Die Helden von Ostafrika, dritter Tell.) 274 Seiten. Mit einem farbigen Titelbild und acht Tondruck- bildern von Karl Wühlmeister sowie zwei Kartenskizzen. Ganzleinenband 6,80 Mk. Union Deutsche Derlagsgesellschast, Stuttgart (542). — Als dritter unb Dchluhband des Gesamtwerkes „Die Helden von Ostafrcka", jedoch in sich abgeschlossen, schildert'diese Erzählung den Endkampf der unbesiegten Scharen Lettow-Vorbecks auf portugiesischem und zuletzt auf englischem Boden. Es ist dies wohl der kühnste, spannendste und abenteuerlichste Abschnitt des ganzen Feldzuges. Da Wader die strenge quellenmäßige Treue des Geschichtsschreibers und die Phantasie des bewähr- ten Erzählers miteinander vereinigt, gewinnen seine Schilderungen größte Anschaulichkell und menschliche Belebung. ,
— Martin Steffens wildeSeefayrt. Don Wilm Steding. 137 Seiten 8° mit vier ganzseitigen Bildtafeln. Ganzleinwand 6 Mk. Franckhsche Verlagsbuchhandlung Stuttgart. (609) — Ein Abenteurerbuh voll Kampf, Mut und Untergang. Spannend und leben Kg geschrieben. Eine Knabengeschichte, die von vorn bis hinten begeistert durchgeschwartet werden wird.
— Töchkeralbum. Ein Iahrbach für junge Mädchen. 73. Band. Begründet von Thekla von Gumpert. Herauögegeben von Else von S t e i n f e 11 c r.~ Mit Beiträgen erster deutscher Jugendschriftsteller und mit reichem Illustra- tkonsschmuck sowie mit farbigen Kunstbeilagen, versehen. Verlag von Schmidt & Spr.ng, Leipzig. Ganzleinen 6 Mk. (668). - Auch in seinem neuesten Jahrgang erscheint das Töchteraibum dazu angetan, ein rechtes Weihnachtsbuch für den
gung. „Verzeihung," sagt er, „der Herr kommen i mir so bekannt vor. Haben wir uns vielleicht —r
Jedermann sieht den Kellner an. „Jawohl," sagt er, „Sie haben mir vorhin die Suppe gebracht."
Peter der Große.
Don Franz Oattner, Wien.
Dies ist keine Anekdote vom gewaltigen Zaren, Peter trägt keine Krone, keinen Bart. Sein Gesicht ist rosig und rund, und sein Zepter ist eine Schelle. Peter ist ein Baby, und sein kleiner Hofwagen hat rosarote Vorhänge.
Er hat absolut keine Reformationspläne und kümmert sich wenig um die barbarische Welt: er liegt still in den weißen Kisten, beruhigt, ausge- söhnt, zufrieden- — lächelt zur Sonne hinauf oder zur Mama und ist nur um Stillegung seines kräftigen Appetits besorgt.
Denn er ist groß und weise. Er hat in den wenigen Tagen seines majestätischen Erdendaseins viel gelernt: für ihn bestehen keine Komplikationen, und er denkt prinzipiell nicht über die Menschen nach. Das Leben ist ja so lächerlich langweilig und die Menschen so nichtssagend leer, daß es nicht der Mühe lohnt, sich mit ihnen ernsthaft zu befasten. Zeigt sich eines der faden Gesichter am Rand seiner Karosse, so dreht er ihnen im Dollbewußtsein seiner Würde höflich, aber mit nicht zu verkennender Ironie den runblidjcn Rücken.
Er ist ein Philosoph. Er ist von allem Anfang an so gescheit, daß er nicht mehr zu denken braucht. Er spricht auch nicht, denn die Laute unserer brutalen Sprache sind ihm verhaßt. Höchstens hebt er die rosige Hand und berührt mit einem winzigen Zeigefinger die Kronosstirn oder stupft vergnügt, aber überzeugt in den blahblauen Himmel, an dem o hübsche weiße Wolken flattern. Das ist alles, und eine sonstige Regierungstötigkeit bewegt sich zwo
Backfisch zu sein. — Reizende Erzählungen enthält es diesmal, ferner Anleitungen zu Handarbeiten, Spiel und Sport u.iö vielem anderen, was das junge Mädchen u. se er Tage intet JiierL — Herzblättchens Zeitvertreib. Ein Jahrbuch für die Kindcrwclt. 72. Band. Begründet von Thella von Gumpert. Herausgegeben von Else von Steinkeller. Deich geschmückt mit farbigen und schwarzen Bildern. Verlag von Schmidt & Spring, Leipzig. Halbleinen 4.80 Mk. i6L9). — Hübsche Märchen und Geschichten enthält der ftatlliche Band, Gedichte, Schnurren, Sprüche u.ii) sonst noch mancherlei, was imstande ist, das Kinderherz zu erfreuen.
— Josephine Siebe: Kasperle ist wieder da. ©ine lustige Geschichte. Grohoktav. 208 Seiten. Mit vier farbigen Vollbildern von Ernst Kutzer, und 43 Scherenschnitten von Elisabeth Lörcher. Ganzleinen mit farbigem Deckenbild von Ernst Kutzer und farbigem Schutzurnschlag 6,50 Mk. Legy & Müller, Stuttgart. (551) — Viel Heiterkeit w:rd es bei den kleinen Lesern erwecken, wenn sie in dem neuen Kasper.e-Band lesen, in welch komischer Kasprrleart die beiden Langschläfer mit Straßenbahn, Auto, Flugzeug, Kino usw. Bekanntschaft machen. Die Kasperles selbst sind auch In der heutigen Zeit die alten, lustigen Schelme geblieben. Sie möchten „kaspern" und dumme Streiche machen wie früher und können es gar nicht fassen, daß sich alles so verändert hat. Kein Wunder, daß »ich da langsam die Sehnsucht nach ihrer Heimat, der blumengeschmückten, blütenduftenden, friedlichen Kasperle-Insel, item Kasperle Land, in ihre kleinen Herzen einschlcicht und daß sie die erste passende Gelegenheit benützen, dorthin zurückzukehren wo Peringel, der Schlingel, sogar König wird, da der Prinz Bim- lim sogar zum Regieren zu bequem ist.
— Minni Grasch: Das Richtslein. 333 Seiten. Mit 26 Textzeichnungen. Ganzleinenband 4 Mi. Kränzchen-Bibliothek, Band 33. Union Deutsche Verlagsgesellscha', t, Stuttgart (541). — Erzählt die Wandlungen eines jungen Mädchens vom oberflächlichen, verwöhnten Rest- hälchen zum reifen und.tüchtigen Menschen. Eine Fülle von Gestalten und Geschehniffen zeugt von der sprudelnden Einfallskraft und dem köstlichen Humor der Verfasserin. Echtes Gemüt, gediegene Lebensau.sassung, gute sprachliche und stilistische Form machen den lieferen Wert, ein feiner Glanz von Anmut und Behagen den besonderen Reiz dieses bemerkenswerten neuen Mädchenbuches aus.
— Else Model: Großmutter Elisabeths Enkel linde -. Band II von „Li-Lo". Wit 4 farbigen ui dl. schwär en Ti dcrn von Paul Hey. 163 Seiten Oktav. Halbleinen. 5 -uk. Für Mädchen von 11 bis 15 Jahren. K. Thie iemanns Verlag, Stuttgart. (634) — Au« Dtie.e.r, mündlichen Lieberlieferungen und schriftlichen Aufzeichnungen. dazu aus eigener Seele hat die Der- faf.etin den überaus reichen und verztocigten Stoff genommen. Das Buch lebt aus der mütterlichen Liebe zum Kinde, und diese Liebe wird sich auch der jungen Leserin miltrilen.
Zeitschriften.
— Die Kunst, Monatshefte für freie und angewandte Kunst. Verlag F. Druckmann A.-G., München. (Vierteljährlich 7 Mk.) Dovember- und Dezemberheft. — Der Verlag dieser von uns so häufig empfohlenen Monatshefte legt uns heute das Dovember- und Dezemberheft vor, die in ihrer reichen bildlichen Ausstattung, dem vorzüglich gewählten, sich auch durch reichen Wechsel auszeichnenden Inhalt, den großen Ruf der Zeitschrift wieder neu begründen. Aus dem Inhalt der beiden Hefte erwähnen wir an besonders wesentlichen Dingen: Die reich illustrierten Aufsätze über den Maler Karl Hofer, über Emil Dolde als Aquarellist mit einer sehr schönen farbigen Reproduktion eines Blumenstraußes, über die iUmer Galerie, in welcher Veröffentlichung Grundsätzliches über die Aufgaben der Galerien au kleineren Plätzen gesagt wird, über den Bildhauer Schwanthaler, dessen Werk in seiner großen Schönheit in diesem prächtigen Aufsatz erst, wieder wirklich ersteht, und als zweites Beispiel über ältere Kunst, über den Waler Friedrich von Derly. Aus dem der Wohnungskunst, der Architektur und dem
auf den Kern der Dinge gekommen, und das, weiß Gott, in jungen Jahren. Seine Lebensanschauung ist bereits vollkommen, und wenn er älter werden wird, dürste er sich kaum verändern. Denn in diesen großen schwarzen Siu gen blitzt der Funke des Genies. Er wird feine Zeit reformieren, aber in anderer Weise, als es sein berühmter Namensvetter tot. Es hat nicht den Anschein, daß er besonders Wert darauf legt, ein berühmter Mann zu werden oder in einer simplen Oper als sentimentale Hauptrolle zu figurieren. Peter der Kleine wird beweisen, daß die Besserung der Welt gar nicht notwendig ist, sondern das Essen viel wichtiger und das Denken überhaupt schädlich.
Und er hat recht, und schon sein Anblick ist die Inkarnation seiner Ueberzeugung: friedlich, gütig lächelnd, die dicken Fäuste über dem wohlgenährten Bäuchlein, erweckt er überall und bei allen ungeteilte Sympathie.
Ob nicht der große Kaiser mit ihm getauscht hätte: wenigstens hätte er sich viel Zorn und Merger erspart. Peter ist nicht cholerisch, für solche Dinge hat er absolut kein Interesse, höchstens für Malzbonbons und frische Windeln.
Er ist weise. Peter der kleine.
Peter der Größere.
Wieder mal Jedermann.
Don Hans Mebau.
Jedermann druckt auf den Klingelknopf. Drückt und drückt. Aber niemand kommt.
„Alma", schreit er schließlich zur Tur hinaus.
-warum kommen Sie denn nicht?
„Ich h^be nichts gehört", stottert das Dienst- mLdchen. _ _ .
„Dumme Ausrede", sagt tfetermann. Uno fä?Xa« sollte ich denn?" fragt das Mädchen.
„Sie sollten", besinnt sich Jedermann „zum Installateur gehen, und ihm sagen, er soll sofort die elektrische Klingel reparieren."
Jedermann ist in Berlin. Geht zum Tanzabend. Die Pawlowa tanzt.
„Wie war es denn?" fragt Mücke nachher.
„Reinste Provinz", sagt Jedermann. „Erne einzige Tänzerin hatten sie engagiert.
Federmann ist im Zoo. Geht vor den Affenkäfig. „Cffilc kommt es," fragt er den Wärter, „daß die Tiere noch nicht verhungert sind?"
„Wesh.ll» sollen sie wohl verhungern?" wun- töert sich der Wärter.
V „Erlauben Sie mal,“ sagt Jedermann, ..wo das Füttern der Tiere doch bei Strafe verboten ist!" e
Bvppcnheun trifft Jedermann. „Kommen Sie doch heute zum Mittagessen", klopft er ihm auf die Schulter. „ r _ ,
. „Morgen herzlich gern, sagt Jedermann, „heute bin ich schon vergeben."
„Gut", nickt Bvppenheun. „Wo stnd Sre denn henke?" ,,
„Für heute hat mich schon Ihre Frau eingeladen". sagt Federmann.
Jedermann ißt im Restaurant. Als der Kellner ben Fisch serviert, macht er eine Verbau-
Lieferäugen, Rheag, Schuckert und Siemens waren um 10 bis 20 v.H. gesteigert. Zeitweise lebhafteres Interesse wandte sich auch den Montan- werten zu, von denen Rheinische Braunkohle und Rheinstahl bevorzugt und über 10 v. H. fetter waren. Stärker hervor traten außerdem noch Deutsche Linosium und am Bankenmarkt Bayerische Hypotheken und Wechselbank. An den übrigen OHärlten war das Geschäft geringer, doch gab es auch hier überwiegend Kursbesserungen. Rach Dauunterneh.nungm bestand einige Rachfrage. Hoch- und Tiefbau aber schwächer auf die Verw altungs erllärung, daß die Verhandlungen mit Berger Tiefbau noch nicht abge- schlchftn seien. Zum Wochenschluh bekundete dw Kulisse nach den airdauernden großen Kausen stärteres R.alisationsbedürfnis, und die Haltung schwächte sich etwas ab, wobei die führenden Papiere einige ZPrzeneden und dieser war auch Papiere einige Prozent einbüßten. Deutsche 2ln- leihen waren vernachlässigt. Auch in Ausland- renten war das Geschäft sehr still; nur Türken waren in Erwartung der endgültigen Schuldenneuregelung etwas gefragt.
Wochenbericht
vom Iranksurter Produktenmarkt.
Am Frankfurter Produktenmarkt bewegte sich auch »in ibie.er Woche das Geschäft in engen Grenzen. Anregungen lagen nicht vor, Die Händler übten große Zuruckl'a tung und schritten nur im Bedarfs,alle zu Deckungen. Das Angebot von Inlandware war ziemlich reichlich und übte daher eher einen Druck aus, auch dre eher schwächeren Auslandnotierungen willten gc* schastshemmcnd. Im Gw ndton der Tendenz war eine gewis e Widerstands, ä^igkeit nicht zu ver- kennen. Vereinzelt wurden Kaufe von feiten der Wühlen und der Exporteure vorgenommen, da die Provinz ziemliches Entgegenkommen zeigte. Weizen war in größeren Posten angeboten, die Rachftage war aber demgegenüber ganz gering, so daß ein Heiner Rückgang eintrat. Für Roggen machte sich dagegen anhaltendes, aber auch nur geringes Interesse ge.tend. Ware kam hier nur wenig an den Markt und es konnte aus diesem Grunde eine Preiserhöhung erzielt werden. Sonst war das Geschäft in allen anderen Getreidesorten minimal. Hafer war bei behauptetem Preis nur wenig umgeeyt. Das M e h l g e s ch ä f t blieb nach wie vor schl ppcnd. Weizenmehl war stark vernachlas igt unb ging im Preise erheblich zurück. Für Roggenmehl bestand vereinzelte Rachfrage. Der Futtermittelmarkt hatte nut in Wei enklei.' etwas lebhaf e.e Umsätze. Zum Wochenschluß blieb das Geich^t klein, die Grundstimmung kann man als nicht unfreundlich bezeichnen, doch fehlen Anregungen, die eine evtl. Geschäftsbe'ebung zur Folge haben könnten. Die neuesten Auslandnotierungen lauten wieder niedriger, so daß sich die Zurückhaltung der Händler verstärkte, die PreiSgestalttrng wurde davon jedoch nicht beeinflußt.
3m Vergleich zu den Rotterungen der vergangenen Woche waren Weizen 0,15, Sommergerste 0L5 und Weizenmehl 0,50 Mk. schwächer. Behauptet blieben Hafer, inländ., Mais für Futterzwecke. Roggenmehl und Roggenkleie. Roggen- und Weizenkleie konnten dagegen je 0,15 Mk. anziehen. Die Woche schloß zu folgenden Rotterungen: Weizen 22,75, Roggen 22, Sommergerste 23,75 bis 24, Hafer, inländ. 22,75 bis 23,25. Mais für Futterzwecke 22 25, Weizenmehl 32,75 bis 33 25, Roggenmehl 29 25 bis 33, Weizenkleie 13,75 bis 13,85, Roggenlleie 14,25.
Wochenbericht
vom Frankfurter Gchlachtviehmarft.
Am Frankfurter Schlachtviehmarkt war das Geschäft ziemlich ruhig. Rinder wurden je- doch etwas reger gehandelt. Cs mach e sich hrer größerer Bedarf gebend, der Auftrieo war geringer. Zum Schluß wurde das Geschäft wieder ziemlich flau, der Markt wurde geräumt. Schweins konnten bei schleppendem Geschäft nur allmählich aogesetzt werden. T o^dem konnten zum Schluß der Woche die Preise anziehen, da der geringe Antrieb nicht ohne Cinslutz blieb. Sine beträchtliche Preissteigerung trat noch am Kälbermarkt ein.
Der Gesamtauftrieb bestand aus 1634 1 Rindern, darunter 342 Ochsen, 75 Dullen, 606 Kühen, 410 Färsen, ferner aus 1710 Kälbern, 833
bezeichnen ist, über die Erwartungen hinausging. Die starke Beteiligung des Auslandes am hiesigen Börsengeschäft begründete man verschiedentlich damit, daß die internationale Spekulation infolge der hohen Börsenkurse sich von dem dortigen Markte abwende und in größeren: Ausmaße an den deutschen Börsen Betätigung suche. Stark in den Vordergrund des Interesses schob sich wieder die F a r b e n a f t i e, die bei fortgesetzten großen Käufen fast 15 Prozent anziehen konnte. Es wurden in diesem Papier auch größere Prämien- und Stellagegeschäfte getätigt. Sehr lebhaft war das Geschäft ferner wieder am (SleEtromarft Trotz der Dementis erhielten sich die Gerüchte von Fusionsabsichten der Siemens & Halske A.- G., AEG., Bergmann, Licht & Kraft, Elektrische
chen Schlaf und Essen. . —r 1 v •“ x -
Und man muß gestehen, daß fein philosophstches Berufung als Ordtnarrus
System etwas ungemein Anziehendes hat. Peter ist I Frerburg 103.


