Dienstag, 8. Mai 1928
Nr. 108 Erstes Matt
178. Jahrgang
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
vnttk und Verlag: vrßhl'fche UnweTfitälr Buch. und Stetnörudcrei 8. Lange tu Gießen. Schristleitung und Gefchäflrftelle: Schulttraße 7
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2n|d)dft füi Drahtnach» richten Anzeiger Oietze«. Pol|d)edtonto;
grenfforl am Main 11688.
Ein neues Abenteuer Carols von Rumänien.
Ein Manifest des Exkronprinzen an den Bauernkongreß. — Mit dem Flugzeug von Englcnd nach Rumänien. — Die Rolle Isothermeres. — Carol zum Verlassen des britischen Bodens aufgefordert.
Conbon, I. mal. (WIE.) Prinz Carol, Der stch jor Zell In Larrey aushäll, Hal nach den Berichten einzelner englischer Blätter an die Tagung der rumänischen Bauernpartei In Karlsburg ganz besondere Crroarlungen gefnüpft. Schon der „Sunöag Expretz" oerössenillchle ein 3 n t e r o I e m mll dem Prinzen, In dem Carol aussprach, er erwarte Innerhalb der nächsten vierundzwanzig Stunden wichtige Depeschen aus Rumänien und werde, falls sie das enthielten, was et erwarte, auf dem politischen Kampfplatz erscheinen, um den letzten entscheidenden Schlag zu führen. Runrnehr schildert „Daily GtprefT den Prinzen als die Hauptfigur einer politischen Verschwörung, die feine Rückkehr auf den Königsthron und den Starz der gegenwärtigen rumänischen Regierung zum Ziel gehabt haben soll. Prinz Carol habe in England Flugzeuge gemietet, die ein von Ihm an das rumänische Volk gerichtetes THanlfeft In Massen über Rumänien abwerfen sollten. Vieser Teil des Planes fei gescheitert, während die Flugzeuge in Croydon warteten, hätten die britischen Behörden von dem Plan erfahren und den Abflug verboten. Carol habe daraus einen englischen Agenten In geheimer Mission nach dem Kontinent gesandt Angeblich sollte er versuchen, öle Unterstützung der ungarischen Regierung für Carol zu erhalten. Carol habe als Gegenleistung versprochen, für eine Revision des Tria- non-Vertrages zu wirken. Das Blakt oer- öfsentlicht eine Photographie desManIfests „An das rumänische Volk!", das aus London vom 5. Mal datiert ist, fein Bild trägt und u. a. aus- füljrt:
„Ich will durch euren willen zurückkehren, um Rumänien z u seinem rechten Platz In derweil zu sühren. Ich wünsche zu meinem Kind zurückzukehren und es zu einem würdigen Rachfolger der Dynastie zu machen. 3ch erkläre, datz ich mein Land gegen meinen willen verlassen habe, gezwungen durch unglückliche Umstände. Frau Lupescu war nicht die Ursache meines Wegganges und sie wird mich nicht verhindern, meine Psticht gegenüber meinem Lande zu tun."
Carol appelliert an alle Rumänen, sich um ihn zu scharen unter der Losung: Freie Wahlen, Freiheit der Presse, Reinigung des Heeres und des Gerichtswesens von politischen Einflüssen, Abschaffung der Monopole und Unterstützung der Bauern.
Das britische Luftfahrtministeriurn veröffentlicht eine Erklärung, die bestätigend mitteilt, den britischen Behörden sei am Samstagnachmittag bekannt geworden, dah zwei Flugzeuge der 3mperial Alrway gemietet waren, um den Prinzen Carol nach Rumänien zu bringen. Da Prinz Carol nicht d i e notwendigen Papiere zur Landung In Rumänien besah, seien Mahnahmen zur Verhinderung des Fluges getroffen worden. Rach einem späteren Funkspruch aus London wurde Montag abend im Auschluh an eine Konferenz von Beamten des Ministeriums des Innern und des Foreign Office der Beschluß gefaxt, Prinz Carol von Rumänien ; u er- suchen, England z u verlassen. Der Prinz wurde hiervon gegen Mitternacht verständigt.
Die englischen Hintermänner. T<r Zcitungtztrust des Lord Rothermere als vermutlicher Drahtzieher der Aktion.
London. 8. Mai. (WTB. Funkspruch.) „Morning Post" erklärt. In der Lage -u sein, die Entstehung der Gerückte über einen beabsichtigten Flug des Prinzen Carol nach Rumänien mitzuteilen. Das Blatt sagt: Prinz Carol hat abgeleugnct. dah er zwei Flugzeuge gemietet hätte. DaS ist völlig wahr. Tatsächlich waren sie von einem Zeitungsunternehmen bestellt worden. Mitglieder dieses Zeitungsunternehmens sollten in den Flugzeugen mitsliegen und man hoffte, dah der Prinz sie begleiten werde. Tatsächlich befand sich Prinz Carol infolge eine- sonderbaren Zufalls am Freitagabend, d. h dem Dorabend des geplanten Startes nach Bukarest auf dem Flugplatz Croydon. 21m Samstagnachmittag ereignete sich aber eine Störung. so dah die Flugzeuge nicht aufsteigen konnten. Der Abflug wurde auf Sonntag früh 4 älhr verschoben. Inzwischen hatten die Luftfahrtbehörden von dem wahren Grund der beab'ichtigten Fahrt Kenntnis erhalten und infolge der amtlicherseits erhobenen Dorstellun- gen verweigerte die Gesellschaft den Flugzeugen die Starterlaubnis. Sin Dorrat Druckschriften, vermutlich das Manifest des Prinzen an die Rumänen, wurde aus den Flugzeugen entfernt und nach London gesandt Die Reise wurde verboten und o i e
Blätter. Sin Engländer der als Hauptemissär des Prinzen bezeichnet wird, hat am Sonntag London .in geheimer Mission" nach dem Kontinent rerlassen. Dieser Smissär ist ein eng» lischet PubIizist und steht im Zusammen- Hang mit dem RevisionSseldzug.
Karlsburg.
Anscheinend ruhiger Verlaus dcS Bauern« kongressetz. - Lptimistischc Aeuherungen Ducas
Bukarest, 7. Mat (MTB.) Die letzten Teil- nehmet an dem Ä_>n zreh der (Rationalen Bauernpartei haben Karlsburg und Umgebung i n guter Ordnung verlassen. Um daS Ab- ftrömen der Teilnehmergruppen zu erleichtern. Hal die Regierung einige Sond'rzüge zur Verfügung gestellt Stadt und Kreis Karlsburg bieten wieder den gewöhnlichen Anblick. M a n i u, der feine Abreise aufgeschoben hat, wird erst Montag abend oder Dienstag früh in Bukarest eintreffen. 3n unterrichteten Kreisen wird erklärt, dah die von Maniu nachgesuchte Audienz nach dem am 10. Mai stattsindenden Rationalfest gewährt werden wird.
Der Minister des Innern Du c o erhärte der Agentur Orient Radio: Als ich von der Revolution in Rumänien sprechen Hörle und die Beunruhigung Iah, die in gewissen ausländischen Kreisen in dieser Hinsicht herrschte, konnte ich mich eines Lächeln nicht erwehren. Ich kenne mein Land und weih, dass es kein friedliebenderes und arbeitsfreubigeres Land gibt als Rumänien. Ich mutzte autzerdem, dah es kein ernstes soziales Problem gibt, bas einer revolutionären Agitation als Grundlage bienen könnte. (Es gibt offenbar eine Opposition, bie möglichst bald zur Macht gelangen möchte, aber ihre Agitation ist gant oberflächlich. Karlsburg konnte unter biefen Unjftänben nur bas sein, was es war, eine mehr ober weniger zahlreiche Derfammlung, bie in einer mehr ober roenigtr heftigen (Entltlic- tzung gipfelte. Die Greianiffe haben vollkommen bestätigt, was vorher gesagt worben ist. Die rumänische Regierung setzt ihre Arbeiten des Aas. baues unb des Fortschrittes fort, und es wäre ein für alle mal zu wünschen, bah man aufhorte. bie!cs Lanb, bas von allen es umgebenben Cärbern seit dem Kriege das ruhigste war. in regelrnätzioen Abständen vor der Weltöffentlichkeit als cherd der Unordnung und der Revolutionsgefahr hinzusleUen.
rumänische Gesandtschasi verständigt.
Es wird in vielen streifen als bedeutungsvoll angesehen, datz gewisse mit dieser Sensation in Verbindung flehende Leute energische Anhänger der Revision des Vertrages von Trianon find (also vermutlich Lord Rothermere. der Besitzer der .Daily Mail"). .TimeS" zitierte eine Stelle aus dem Manifest des Prinzen, wo es heiht, alle unerledigten Probleme mit den vormaligen Feinden Rumäniens müßten durch gemeinsame Vereinbarung liquidiert Verden, um ihre Freundschaft zu erhalten und einen langen und dauernden Frieden zu gewährleisten Auch das Arbeiterblatt .Daily Hera Id" schreibt: Die melodramatisch« Intrige, die die Thronbesteigung des Prinzen Carol zum Ziel hatte, steht in engem Zusammenhang mit dem Feldzug zur Rückgabe eines Teiles des im Friedensvertrag.' abgetretenen ungarischen Gebietes Der Prinz ist oeranlatzt worden, zu versprechen, dah er. wenn er zum König gemacht wird, all leinen Cinsluh auswenden wird, um eine Revision des Vertrages von Trianon zu Gunsten Ungarns zu sichern. Die Carol-Intrige hat dasselbe Ziel, wie die Pro-Ungarische Propaganda Lord Rothermeres und seiner
Eiresemann spricht in Mainz.
Sine Kundgebung des besetzten Gebiets. - Der Reichsaußenminister fordert Gleichberechtigung als Grundlage wahrer Friedensarbeit. »
Mainz, 7. Mai. (Landespresiebienst.) In der mit mehreren tautenb Menschen gefüllten Stabt- Halle fanb am Tlontagabenb eine Runbgebung statt, in ber Reichsautzenmlnl ft erStr» fern a n n einen nationalen Appell an bie Bevölkerung bes besetzten Gebietes richtete. Am Anfang seiner Rebe stellte er für bas politische Leben im besetzten Gebiet bie Forberung auf, daß es im besetzten Gebiet keine poiltlfchen Kämpfe unb keine nationalen Auseinandersetzungen zwischen den Parteien geben dürfe. Das Deutsche unb bas Datcrlanb habe im Dorbergrunb zu stehen. Er sagte bann u. a. folgenbes: ..Seien wir keine Toren, den Wahlkampf so zu führen, datz wir als Deutsche uns trennen. Der Aufstieg ist nicht von einer Partei abhängig. In der politischen Lage, bie in Deutschland immer von vielen Parteien beherrfcht fein wirb, ist eine gemeinsame Arbeit an ber nationalen Politik, gleichviel ob sie von rechts ober von links kommt, eine bringenbe Notwendigkeit."
Zu den Fragen, die das besetzte Gebiet betreffen. äußerte fich Dr. ötrefemann ausführlich über die Locarnopolitik. -Der Sinn des Locarno-Dertrages ist die Stabilifier u n g deS Friedens am Rhein. Mir haben Dertrauen zu der internationalen Politik und ui dem Vertrag, der in Locarno geschlossen ist. Cs ist kein nutzloser Optimismus, mit dem wir unsere Hoffnung auf Locarno fetzen. Optimismus ist der Glaube an die Zukunft Wer den Glauben nicht hat. hat auch keine Zukunft. WaS wäre aus dem Rheinland geworden, wenn wir den Glauben an den allmählichen Aufstieg und auf ein langsames Dellerwerden im be'ehten Gebiet nicht gehabt hätten? England hat unS den Locarno-Dertrag garantiert und erklärt, datz es fich für den Frieden am Rhein verbürgt habe und alles tun werde und seinen letzten Mann dafür bereit halte, diesen Frieden zu verteidigen. Cs ist eine der schlimmsten Derdächtigungen die unS von den Hetzern jenseits deS Rheins vorgeworfen wird, datz Deutschland das Dolk der Revanche lei und ernsthaft nicht daran denke. die Derträge einzuhalten. Riern a n d in Deutschland aber denkt daran, eine Deränderung der Grenzen mit Gewalt herbeizuführen. Ja Deutschland ist eS gewe'en. das jahrzehntelang eine Friedenspolitik getrieben hat uni) Bismarck glaubte nach dem Krieg von 1870 dem Feinde Gelegenheit geben zu müssen, durch Gewährung von Freiheit wieder hoch zu kommen. Ist das vielleicht Revanche? Locarno ist keine Politik der Schwäche und deS Derzichts. sondern Politik des Friedens und der Freiheit am Rhein. Diese Politik war erst möglich durch den Eintritt Deutschlands in den Döllerbund. Politik des Döllerbundes ist Politik der Verständigung. Friedliche Derstandi- gung und ehrlicher Wettbewerb soll das Der- yälrnis zwischen Deutschland und Frankreich sein. Der Gedanke des Friedens ist inzwischen in Deutschland und Frankreich Allgemeingut geworden. An diesem Gedanken arbeiten alle em- ften und friedensbereiten Männer. Das Dertrauen muh jedoch auf Segenvertrauen begründet sein. Man kann jedoch nicht vom Döllerbund als dem grvhen Wenschheitszicl und dein idealen Gedanken der Dölkerversöhnung sprechen, solange noch ein DölkerbundS- ftaat seine Truppen auf dem Boden eines anderen hat. Ein Friede auf Dazonette aufgebaut und unter der Gewalt von Vertragen hochgehalten, währt nicht lange. Rur Gleich
berechtigung lästi wahre Friedensarbeit z u.-
Rach diesen autzerpolltischen Worten behandelte Dr. Ltrescma:m Fragen der inneren und Wirtschaftspolitik. Die Derfammlung, die einer gewaltigen vaterländischen Kundgebung gleichlam schlotz mit dem Deutschlandlied, in das eine viellausendiöpsige Menge einstimmte. Der Reichsautzenminister wurde unter tosenden Beifallsrufen auS der Etadthalle heraus durch die ©trauen der Stadt begleitet.
Eine Wahlrede Wirths.
Frankfurt a. M„ 7. Mai. (XU.) In einer Wahlkundgebung deS Zentrums im Schumann- Iheater sprach Reichslaizler a. D. Dr. Wirth: Cs ist (ein grober politischer Schwung in der diesmaligen Wahlbewegung. Wahlmüdigkeit und politische Trägheit drücken un erem Dolk wieder den Stempel aus, dab wir ein unpolitisches Dolk sind, ohne datz wir eS vielleicht sein wollen. 3m besonderen geht diese Feststellung an die Adresse deS Bürgertums. 3n einer Zeit der Auslösung des politischen SinneS in unserem Dolk, bei materiellen Gruppierungen deS Dolles ist es unsere Pflicht, a u f den Staat al« sittliche 3dee hinzuweisen. Das Thema des Staates hat in allen unseren Schulen und Hoch'chu'en das Hauptthema zu sein. Damit ist die Kirche und ihre Interessen nicht zurückgedrängt: denn wenn die Christen im Staat Gewicht haben, dann ist das Verhältnis von Kirche und Staat ein positives. Für unsere Politik ergibt sich d e Aufgabe, dem Menschen seine sittliche und wirt'chaft- liche Freih it wiederzugeben. Der grobe Gedanke des Christi eben schützt die Rationen, ordnet sie aber ein in den Gedanken der Solidarität alle« Dolkcs. Eine neue Ideologie mub die europäischen Dölker durchdringen: die Ideologie, den wahren Fried en wieder den Rationen zu schassen: die'e Ideologie lebendig zu machen, muh unsere Ausgabe sein.
ZungdeulscherOrden undWahlen
Seine Watzlenttzaliung
Berlin, 7. Mai. (X1L) Da« Hochkapitel des Iunodeutschen OrdenS (die Derfammlung der jungdeuttchen Landesführer» erörterte auf einer Tagung in Berlin das Verhalten des Iungdeut- fchen OrdenS zur kommenden Wahl. Es wurde dabei ein Entschlich gesicht, in dem es u. a. hecht
ES besteht keine Ho'fnung. dab Deutschland durch das gegen toärli'e Parte Nische Staat.fnftcm geundct. Die Beseitigung desParteiis- muß und die Ablösung des Interessenstaates durch den DolkSstaat ist das Hochziel des Iungdeutfchen OrdenS.
Die durch den Iungdeutlchen Orden entfachte Erörterung der llnhaltbarkrit des porte isti'chen Systems hat in weitesten Kreisen aufrüttelnö gewirkt. Der Iungdeutfche Orden wird öiefe als seine nationale Pflicht erkannte Aufklärungsarbeit fortsetzen.
Wahlenthaltung bedeutet Generalstreik der Ration gegen plutokratilche Dergewoltigung ihrer staatsbürgerlichen Rechte. Roch ist die Zeit der Anwendung dieses Kampfmittels nicht reif. Der Iungdeutfche Orden verwahrt sich gegen die Falschmeldung, dah er
bereit« für diesen Wahlgang die Losung de« WahlstreikS ausgegeben habe.
Der Iungdeutfche Orden verwehrt es seinen Angehörigen nicht, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Er hat Derständnis dafür, dah die Angehörigen de« schafienden Dolkes in Stadt und Land noch einmal den Derfuch machen, in diesem System ihre Belange zu vertreten.
Angesichts des üblen Feilschen« privater Interessen tengruppen um den Besitz des Staate«, angesichts der Lüge und Derheyung protestiert der Iungdeutsche Orden gegen ein System, welches den Staat, daS höchste Gut aller, an private Dereine ausliefert und dadurch zum Werkzeug der jeweils geldkräftigsten Gruppen herabwürdigt.
Der Iungdeutfche Orden entsendet keine Der- treter in die Parlamente des Reich« und der Länder.
Sechzehn Wohlvorschläge in Hessen.
Darmstadt, 7. Mai Am Montag trat der Wahlausschust deS Wahlkreises 33 (Hessen- Darmstadt) zur Prüsung der eingelaufenen Wahlvorschläge zusammen. Ministertalrat Bornemann. teilte mit, dab insgesamt 1 6 Wa bl» Vorschläge für Hessen eingegangen seien. Die Beratung deS Ausschusses ergab die Zulassung der nachfolgenden Wahlvorschläge: Wahlvor- schlag 1 Sozialdemokratische Partei, 2 Deutschnationale Dolkspartei, 3 Deutsche Zentrums- Partei, 4 Deutsche Dolkspartei, 5 Kommunistische Partei, 6 Deutsche Demokratische Partei, 8 Linke Kommunisten, 9 RcichSparlei deS Deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei), 10 Rational- sozialistische Deutsche Arbeiterpartei (Hiller- Bewegung), 12 Dölkisch-Ratirnaler Block. 15 Christlich-nationale Bauern- u: d Landvolkpartci, 16 DolkSrechtLpartci <ReichSpar..i für Dollsrccht und Aufwertung,. 17 Evangelische DollSgernein- fchaft (Evangelische Partei Deutschlands), 18 Deutscher Reiche block der Geschädigten. 19 Alte Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Zu kleinen Anständen gaben die Wahlvorschläge Rr. 10, 12 und 18 Anlab. die aber vom AuS- schust alS nicht erheblich oder dem Gesetz widersprechend erachtet wurden. Lediglich dem Wahlvorschlag 11 (Deutsche Bauernpartei» wurde die Zulassung für Hellen vertagt, da die gesetzlichen Bestimmungen nicht erfüllt waren.
31 Parteien im Wahlkampf.
Berlin, 7. Mai. Gestern, an dem Tage des Ablaufes der Frist für die Einreichung von Wahlvorschlägen. haben noch vier Parteien ihre Teilnahme am Wahlkampf angemelZtet Damit ist die Zahl der Dewerbungslisten auf 33 Bestiegen. Auster den bereits amtlich be- anntgegebenen Parteien treten noch u. a. folgende Parteien: Unabhängige Sozialdemokratie Deutschlands, Hauswirte-Partei, R:iHSblock der Geschädigten, unpolitische Liste der Kriegsgeschädigten, Aufwertungspartei zwei Do'ksrechtS- Parteien, eine Dollswohlpartei. 3entrumSpartei Riedersachsen und eine Liste revolutionärer Kommunisten. Insgesamt wird der amtliche Stimmzettel 31 verschiedene Parteien aufführen. Don den eingegangenen 33 Anträgen sind zwei z u - rückgewiesen wordem
D^.ese hohe Zahl der Dewerbungslisten ist ein betrüblicher Beweis der politi-


