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wird jeden Packungsluxus verurteilen.

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Sr werden jährlich in Deutschland an verbrauchten yCigareltenschachfeln nutzlos weggeworfen. Wie richtig r ist es daher, die Packung so einfach wie möglich zu halten u jeden ersparten Groschen fürdieWare selbst zu verwende «NETTO» 5 Pfg. «REKORD» 6 Pfg L daher von aussergewöhnlicher Qualität.

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Tagerkolender für Donnerstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der Alte Fritz". Astoria-Lichtspiele:Toms gefährlichstes Abenteuer"

Aus dem Stadttheoterbureau wird uns geschrieben: Als nächste Neuheit wird Ludwig Fuldas LustspielHöhensonne" vorbereitet, ein Schlager, der des bekannten Autors Meisterruf als Lustspieldichter aufs neue bekräftigt. Die hiesige Erst­aufführung findet am Dienstag, 13. März, statt.

Eine kirchen m u s ika l i sche Abend­feier veranstaltet die Männer- und Frauenvereini­gung der Matthäusgemeinde am kommenden Sonn- tagabend in der Stadtkirche. Näheres in der heutigen Anzeige.

Genchtsfaal.

wegen verbrechen im Amt vor Gericht.

LPD. Darmstadt, 7. März. Der Der- waltungsoberinspektor Georg Delp, dem län­gere Jahre das Darmstädter Wohnung s- a m t unterstand, und der zuletzt ins Darm­städter Stadthaus verseht worden war, stand heute wegen mehrfachen Betrugs und Unter­schlagung vor Gericht. Delp hatte bekanntlich durch einen von ihm Beauftragten eine er­schlichene Anweisung in Hohe von 400 Mark bei der Stadtkasse präsentieren lassen. Da dem Dorzeiger des Scheines eine Steuerforderung von dem Betrag abgezogen werden sollte, ergab sich die Beteiligung Delps an der Schiebung. Die Untersuchung förderte dann weiter belastendes Material zutage, so daß Delp schließlich sieben Einzelfälle des Betrugs zum Dachteil der Stabt und zwei Unterschlagungen im Amt in Höhe von 2624 Mark zur Last gelegt werden konnten, ferner Llrkundenbeseitigung, Fälle, die bereits Im Jahre 1926 beim Wohnungsamt vor­gekommen waren. Dort hatte er Freimachungs­prämien für Wohnungen eingesteckt, für deren Begebung kein Anlaß vorhanden war. Delp wurde zu P/z Jahren Zuchthaus verur­teilt, vier Monate der älntcrsuchungshaft wurden ihm angerechnet.

Berliner Börse.

Berlin, 8. März. (WTB. Funkspruch.) Die schwachen gestrigen Abendkurse sind vorläufig etwa behauptet. An der Geschäftsstille hat sich jedoch nichts geändert. Am Geldmärkte ist eine kleine Erleichterung eingetreten. Man hört nur Farben mit 250 bis 250,50. Am Devisenmarkt nennt man Paris gegen London 124,02, Mailand 92,275, Madrid 29,07, Lon­don gegen Kabel 4,8785 und die Reichsmark gegen Kabel 4,1835.

Verkehrsordnung

erfordert

Rechts gehen!

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Religionsgemelnde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 10. März. Vorabend: 6.15 Uhr; morgens 9 Uhr; abends 6.30 und 7.10 Uhr.

Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 10. März. Freitag abend 5.55 Uhr; Samstag vor­mittag 8.30 Uhr; Predigt; nachmittags 3.30 Uhr; Sabbatausgang 7.10 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 6.45 Uhr; abends 6 Uhr.

schreibt uns: Das Stadttheater Gießen am Sonntag. 11. März d. I.. Fremdenvorstellung nochmals ,.F ö r st e r ch r i st e l" zur Aufführung.

** Städtische Derwaltungsberichte. Nachdem die gewohnte alljährliche Herausgabe städti­scher Derwaltungsberichte durch die Kriegszeit und die Jnflationsjahre aus begreiflichen Gründen unter- brachen worden war, soll nunmehr der gute alte Brauch der Herausgabe städtischer Derwaltungsbe­richte wieder ausgenommen werden. Die Stadtver­waltung beabsichtigt zunächst über die Jahre 1924, 1925 und 1926 Bericht zu erstatten. Gegenwärtig be­findet sich das Jahr 1924 in der Bearbeitung. Wenn auch bis zum Erscheinen des Berichtes von 1924 und der folgenden beiden Jahre noch geraume Zeit ver­gehen wird, so ist es doch zu begrüßen, daß diese wertvollen Aufschlüsse über die Gießener Kommunal­arbeit der Bürgerschaft nun wieder zugänglich ge­macht werden.

fk schon am 4. d. W. tn den frühen Morgen­stunden von der Heidelberger Polizei in Schutz­haft genommen wurden. Ein dritter Jugend­licher. der sich auch an der Flucht beteiligen wollte, hatte kein Fahrrad, weshalb er in der Dacht zum 3. d. M. ein solches aus einer Wasch­küche in der Dordanlage entwendete. An der Mitreise bzw. Fernfahrt wurde er aber ge­hindert. Das gestohlene Fahrrad konnte dem rechtmäßigen Eigentümer wieder zugestellt werden.

*' Fe st genommen und in älntersuchungs- haft abgeführt wurde ein Reisender einer hie­sigen Zweigfirma wegen älrkundeiifälschung und (Betrugt. Zu den kürzlich gemeldeten Garten­hauseinbrüchen wurde noch ein weiterer Täter ermittelt und zwei weitere Einbrüche aufgeklärt.

"AuftriebamheutigenFrankfurter Schlachtviehmarkt: 1064 Kälber, 190 Schafe und 209 Schweine.

Diese entzückende Operette von Jarno hat bei allen Teilen des Publikums so viel begei­sterten Widerhall gefunden, daß sich die Inten­danz genötigt sah. den vielfach eingelaufenen Wünschen nach Wiederholung stattzugeben.

Dorbestellannahmen sind eingerichtet: Krofdorf: bei Kaufmann Karl Wagner, Hauptstraße 79; Lich: bei der Buchhandlung Hermannn Dolkmann; Wißmar: bei der Schreibwarenhandlung H. Kümmel; Gr. - Buseck: bei K. Schmidt. Kaiserstraße 27.

Daten für Freitag, den 9. März.

Sonnenaufgang 6.29 Uhr, Sonnenuntergang 17.54 Uhr. Mondansgang 21.11 Uhr, Monduater- gang 7.52 Uhr.

1152: Friedrich Barbarossa n>iri) in Aachen Aum Deutschen Kaiser gekrönt; 1451: der Seefahrer Amerigo Despucci in Florenz geboren (gestorben 1511); 1749: der französische Staatsmann Graf von Mirabeau in Dignan geboren (gestorben 1791); 1814: (9. und 10.) Sieg Blüchers über Napoleon I. bei Laon; 1850: der Generaloberst von S)eerIn­gen in Kassel geboren (gestorben 1926); 1888: Kaiser Wilhelm 1. in Berlin gestorben (gebaren 1797); 1915: Eisde der Winterschiacht in der Champagne; 1918: der Dramatiker Frank Wede­kind in München gestorben (geboren 1864).

Gictzener Wochenmarktpreise.

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter Pfd. 1.50 bis 1,70; Matte 30 bis 35; Käse 10 Stück 60 bis 1,40; Wirsing Psd. 40 bis 45: Weißkraut 25; Rotkraut 30 bis 35; gelbe Rüben 20; rote Rüben 20; Spinat 40; Unter» Kohlrabi 10 bis 12; Grünkohl 35; Rosenkohl 50 bis 65; Feldsalat 1.50; Tomaten 1.30; Zwiebeln 20 bis 25; Meerrettich 40 bis 1.00; Schwarz­wurzeln 40 bis 65; Kartoffeln 5 bis 5'/r! Aepfel 10 bis 18; Birnen 10 bis 15; Honig 45 bis 50; Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Eier Stück 10 bis 11; Blumenkohl 40 bis 1.80; Salat 20 bis 35; Endivien Pfd. 1,00 bis 1,20; Lauch Stück 10 bis 15; Rettich 10 bis 30; Sellerie 10 bis 50.

Grunde der Tümpel und fällt sogleich ahnungslos seinen meist sehr rohen Häschern in die gierigen Hände. An den Rändern der Pfütze fitzen bte Fän­ger, hoben Angel, Netz, Korb und Messer in Bereit­schaft und halten grausame Ernte, wenn die Frösche an die Oberfläche des Wassers kommen, um Atem zu holen. Meistens finden die .Läger" keine Zeit zur Verwendung des Messers, sondern reißen den Tieren bei lebendigem Leibe die Schenkel aus. Die Orte, an denen mehrere solcher Unmenschenge­arbeitet" haben, bieten dem Beschauer ein schreck- liches Bild, einen Anblick zum Erbarmen. Sich in den entsetzlichsten Schmerzen windend, kriechen Hunderte so verstümmelter Tiere verschmachtend umher. Diese zur Gewinnung der als Fastenspeise gesuchten Froschschenkel gewerbsmäßig betriebenen Jagden stellen einen denkbar unwürdigen Verdienst dar; es ist wirkliches Blutgeld. Die Ausübung dieses Geschäftes ist besonders für das jugendliche Gemüt von verheerendem Einfluß. Solche Kinder schrecken auch dann vor der Marter größerer Tiere nicht zu­rück, und vom Verbrechen am Tiere zum Verbre­chen am Menschen ist später nur ein Schritt. Zur Abschaffung dieses Greuels sollte jeder auf seine Art beitragen. In erster Linie muß all denen, die Froschschenkel gerne essen, klar gemacht werden, daß fie nur elender Schinderei Vorschub leisten. Und auch in den Schulen ist beste Gelegenheit zur Beleh­rung und Ermahnung gegeben. Die schonungslose Vernichtung der Frösche, die so fleißig Fliegen ui d Schnecken verzehren, wird schließlich auch zu einem gefährlichen Ueberhandnehmen des schädlichen Un­geziefers führen.

Invalidenhauspflege

in der Nngestettienverflcherung.

Die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte hat vor einiger Zeit begonnen, entsprechend der Hebung verschiedener Landesver- sicherungsanstalten, Ruhegeld - und sonsti­gen Rentenempfängern Unterbrin­gung tn einem I n v a l i de n h a u s e zu ge­währen. In seiner Sitzung vom 28. Dovembec

80 Jahre Neue Wiesbadener Zeitung.

DieNeue Wiesbadener Zeitung", die seit einigen Jahren als Zusammenfassung her Wiesbadener Zeitung" und derWicsbad-'ner Neuesten Nachrichten" in Wiesbaden erscheint, konnte am 3. März den Tag begehen, an dem do r 80 Jahren also am 3. März 1848 die erste Ausgabe des Vorläufers der heutigen Zeitung er­schien. Aus diesem Anlaß haben Verlag und Redak­tion derNeuen Wiesbadener Zeitung" eine 80-Jahr-Gedenknummer" herausgegeben, die als ein wertvolles Dokument der Heimat- und der Zeitgeschichte des Nassauer Landes bezeichnet werden muß. Die Jubiläumsausgabe enthält u.a. interessante Berichte aus dem Sturm- und Drang­jahr 1848 im damaligen Nassauer Ländle, ferner bringt sie auf zwei Seiten die satzgeireue Wieder­gabe der Titelseiten der Nummern 1 und 4 der Freien Zeitung" vom 3 bzw. 6. März 1848, auf denen sich die damalige bewegte Zeit natürlich deutlich widerspiegelt. Zahlreiche weitere Beiträge sachkundiger Männer geben in der Jubiläuinsnum- mer, die auch eine Anzahl guter Strichzeichnungen enthält, fesselnde Schilderungen, von der Entwicklung der schönen Badestadt Wiesbaden und des Nassauer Landes. Unter den zahlreichen Jubiläumszeitungen der letzten Jahre kann die Gedenkausgabe der Neuen Wiesbadener Zeitung" wegen ihrer gedie­genen textlichen und sauberen buchdrucktechnischen Gestaltung mit Recht tinen Ehrenplatz beanspruchen.

* Stadt und Verschone" ungsver- ein helft! Dur noch kurze Zeit trennt uns vom Beginn des Frühjahrs. Daß u>n. auf einen schönen Frühling hoffen, bedarf keiner weiteren Betonung. Lind daß wir auch vom Sommer viele schöne Tage erwarten, ist ebenso selbstver­ständlich. Die Spaziergänger werden dann ihre Schritte wieder hinauSlenken in unsere schöne Umgebung. Dabei werden viele Crholungs- suchende, namentlich ältere Leute, auf dem Wege zum Gleiberg oder nach der Badenburg Gelegenheiten zum Ausruhen vermissen. Die Stadtverwaltung und der Derschönerungsverein würden sich unzweifelhaft die dankbare Aner­kennung vieler Bürger erwerben, wenn sie auf dem Höhenweg nach dem Gleiberg, sowie am Ufer der Lahn oder am Bahndamm zwischen dem Rodberg und der Badenburg einige Ruhe­bänke ausstellen ließen. Damit diese Bänke aller­dings nicht zu Objekten der Zerstörungswut gewisser Zeitgenossen würden, wäre es wohl erforderlich, eiserne Bänke zu beschaffen und diese recht stark zu befestigen. Man sollte aller­dings von dem Verstand erwachsener Menschen erwarten können, daß derartige Einrichtungen zum Wohle der ANgemeinheit respektiert und geschützt würden.

Der gestrige Strahenbahnunfall in der Bahnhofstraße. Don der Direktion der städtischen Straßenbahn wird uns geschrieben: Der gestrige StraßenbahnunfaU spielte sich an der Ecke der Bahnhof- und Grabenstrahe vor dem Bäckergcschäft des Herrn Paul ab. Der Passant betrat unmittelbar vor dem Straßenbahnwagen das Gleis, so daß er vom Wagen erfaßt und umgestohen wurde. Trotz des infolge des ein­setzenden Regens schlüpfrigen Gleiszustandes ge­lang es dem Wagenführer, seinen Wagen auf etwa 2 bis 3 Meter zum Halten zu bringen. Dur der Geistesgegenwart des Wagenführers ist eS zu danken, wenn der Unfall so glimpflich ablief. Glockenzeichen hat der Wagenführer in überreichlichem Maß gegeben, da er vor dem Unfall versuchte, den auf das Gleis laufenden Hund des betreffenden Passanten durch Signal­geben zu verscheuchen. Der Unfall dürfte für das Strahenpublikum eine Lehre fein, in Straßen mit Straßenbahnverkehr mehr auf die Signale der Wagen zu achten.

** Juaendherbergstag in Gießen. Im heutigen Anzeigenteil laden die Gießener Jugcnd- gnippen zur Teilnahme an dem Jugendherbergstag am 10. und 11. März ein. Am Samstagabend findet eine Veranstaltung im Katholischen Vereinshause statt; am Sonntag ist die Jugendherberge und die dort befindliche Ausstellung zur Besichtigung geöffnet, außerdem findet ein Umzug der Jugend statt. Nähe­res in der Anzeige.

Jugendliche Ausreißer. Der Poli­zeibericht meldet: Am 3. d. M. gingen zwei Jugendliche von hier ihren Eltern fluchtig. Mit­tels Fahrräder gelangten sie bis Heidelberg, wo

Aus der proviuzialhaupistadt.

Gießen, den 8. März 1928.

Andere Menschen.

3n einen Schulgarten sah ich hinein, über eine hohe Mauer hinweg und zwischen Bretter- Planken durch. Jugend beim Fußball. Schüler tm Alter von 14 bis 18 Jahren. Kleine, schmäch­tige Kerlchen darunter, mit raschen Bewegungen und Augen, die überall waren. Starke, kräftige Burschen auch, die breitbeinig im Sand ftanben, erwartungsvoll auf den Ball blickten, bereit, ihn mit Wucht zurüc^uwerfen. Die massigen Jungen mit entblößtem Oberkörper und nackten Beinen. Eine dünne Spielhose die ganze Bekleidung. So standen sie in der märzlichen Dachrnittagssonne. in dem kalten Wind, der unbestimmt blies, auf den Straßen Staub aufwirbelte und manchen Warmgel leiteten frösteln lieh. Frauen war ich kurz vorher begegnet, die eingehüllt waren in dicke Beize, und andere junge Männer hatte ich gesehen mit blauroten Händen. Hier aber standen die Jungen fast nackt, der herben Luft nusgeseeht, und lein Frösteln kam über sie.

Lag es da nicht nahe, einmal die eigne Jugend zu vergleichen? Man ist ja auch einmal im Schulgarten einem Ball nachgejagt und hat sich daran gefreut, wenn man richtig tollen konnte. Aber das war doch gana anders. Turnhose? Dein, höchstens im geschlossenen Raum, und auch da nicht gern. Mit entblößtem Oberkörper im offenen ©arten? Dicht baia i $u denken. Im heißesten Sommer, wenn Hitzeferren drohten, war es schon ein wenig anstößig, den Rock abzu­legen Wenn es aber gar einem einge allen wäre, in kalter Märzluft mit so dürftiger Bekleidung im Garten spielen zu wollen, man hätte ihn wohl für verrückt erklärt.

Man kann auch in der Abhärtung zu weit geben, gewiß. Aber die Erfahrung hat betoiefen, daß man ohne Strafe ziemlich weit gehen kann. Schnupfen und Katarrh dürften Erscheinungen fein, die den jungen Leuten aus dem Schulhofe nicht so viel Beschwerde bereiten, wie sie es un8 Aelteren früher machten. Jeden'alls ist es ein anderes Geschlecht, das hier heranwächst, als das vergangene. Auch das hat allerlei geleistet, und das neue wird zu erweisen haben, ob eS Besseres leisten kann. Man hofft es. unb man darf es erwarten. Sicherer wird es im Leben stehen, breitbeinig, wie jetzt auf dem Sand, auch nicht vor jedem rauhen Lusthauch scheuend. Das Leben hat auch der alten Generation die Widerstandsfähig.eit beigebracht. Aber sie mußte sich doch erst allerlei abgewöhnen, ilnb eS ist wohl besser, man gewöhnt sich das an, was zu Gesundheit und Tüchtigkeit hinführt, als das andere, das abzulegen nicht immer leicht fällt. S

Schonet die Frösche!

hat das Direktorium der R. s. A. die Grund­sätze für die Durchführung der JnvalidenhauS- Pflegc auf gestellt.

Die Grundlage für die neue Leistung der R. f. A. bietet ber § 50 des Angestelltenverslcherungs» gcsehes, demzufolge Rentenempfänger auf ihren eigenen Antrag in einem Jnvalidcnhaus oder einer ähnlichen Anstalt untergebracht werden können. Dazu können die Barbezüge ganz ober teilweise verwendet werden. Gegebenenfalls kann die R. f. A. auch durch Gewährung von Zu­schüssen zu den llnterbringungskosten Renten­empfängern die Aufnahme in anderen Heimen ermöglichen. Bei tuberkulösen Rentenempfängern wird bei dem Fehlen eigener Anstalten vorläufig die Zuschuhleistung in Frage kommen. Die 3n- validenhauspslege ist eine freiwillige Leistung der R. f. A. Heber die Aufnahme entscheidet das Direktorium unter Berüasichtigung der gesamten Derhältnisse dcS Antragstellers und der zur Der- fügung stehenden Mittel. Die Jnvalidenhaus- pflege wird grundsätzlich nicht zur Beschaffung eines nur vorübergehenden Hnterkommens, son­dern nur bei Vorliegen eines dauernden Bedürf­nisses gewährt. In erster Linie werden dabei berücksichtigt alleinstehende, arbeits­unfähige Personen, die Infolge AlterS, Körper­schwäche, Kränklichkeit oder aus anderen Gründen hilfsbedürftig sind und die nicht durch Fürsorge von Angehörigen ein geeignetes Hnterkommen haben. Ausgeschlossen find so'che Personen, die an einer ansteckenden oder ekelerregenden K.ankheit oder an Geisteskrankheit leiden, die dem Trünke ergeben sind, ferner solche, die ständiger Pflege und Wartung, oder dauernder ärztlicher Hilfe bedürfen. Die Mfiaufnahme von Ehegafen kann nicht bewilligt werden. Es unterliegt der Entscheidung im Ernzelfalse. ob bei Bedürftigkeit seiner Angehörigen die Rente dem Rentenemp­fänger teilweise überlas'en wird. Die Aufnahme verpflichtet den Rentenempfänger für ein Viertel­jahr Die in JnvalidenbauSpflege angenommenen Rentenempfänger erhalten Wohnung und Ter- Pflegung, sowie ärfifiche Behandlung bei vorüber­gehenden Erkrankungen. Beerdigungskosten des Pfleglings übernimmt die R. f. A. nicht. Dem Rentenempfänger kann von der R. f. A. ein an­gemessenes Taschengeld während der Jnvallden- hauspflege gewährt werden. Der Rentenempfänger kann jederzeit auS der Jnvalidenhauspflege wieder austreten. Der Anspruch auf Rente lebt jedoch erst nach Ablauf des Vierteljahres wieder auf, für das der Verficht ausgesprochen war. Die R. f. A. ist berechtigt, die Jnval'denhaus- pflcge unter Einhaltung einer einmonatigen Kündigungsfrist zum Schlüsse des Kalenderviertel- jahres zu kündigen.

Siaöttheaier Gießen.