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Unterlagen das Vorhandensein einer derartigen Rotlage nicht erkennen lassen, hat das Kabinett einer Tariferhöhung nicht nähertreten können.

Die Reparationvverpflichtungen der Reichsbahn wurden pünktlich erfüllt. Für den Dienst der Reparationsschullwerschreibungen waren 590 Mil­lionen aufzubringen, für die Ausgleichsrücklage rund 100 Millionen, für die Beförderungsftcuer 290 Millioneir. Von 1928 an wird die R o r - malsumme von 6 6 0 Millionen für den Reparationsdienst aufzubringen sein. Eine Fi­nanzierung des dem Reichstag mitgeteilten Bahnneubauprogramms hat sich bis jetzt noch nicht ermöglichen lassen. Sollten sich Wege zur Mittelbefchaffung finden, so werden wir unsere Fürsorge in erster Linie den durch die Grenzziehung besonders geschä­digten Gebieten zuwenden müssen. Zwi­schen dem Ministerium als Aufsichtsbehörde und der Reichsbahn muh gegenseitiges Vertrauen herrschen. Gewiß sind die Rechte der Reichs- rcgierung auf diesem Gebiete beschränkt, aber die Rechte, die dem Reich geblieben sind, müssen in vollem Umfange ausgeübt werden. Grundsätzlich müssen die Reichsbahnbeamten mit denen des Reichs gleich behandelt werden. Ich hoffe, daß die Befürchtungen, die Reichsbahn plane eine Deseittgung des Beamtenverhältnisses, jetzt ausgeräumt sind. Der Personalabbau ist beendet, hoffentlich lassen sich die Beförderungs­verhältnisse nun aussichtsreicher gestalten. Ich danke auch an dieser Stelle den Beamten, An­gestellten und Arbeitern der Reichsbahn für ihre treue Pflichterfüllung. (Lebhafter Beifall.)

Die Debatte.

Abg. Schumann (Soz.) weist darauf hin, daß die Vermögenslage des Reichsbahn sich sehr günstig ge­staltet habe. Danach wäre die Reichsbahngesellschast sehr wohl in der Lage, aus eigenen Mitteln die dringendsten Forderungen auf Ausbau des Liniennetzes zu erfüllen und vor allem auch die berechtigten Forderungen der Reichsbahnlohnemp­fänger zu erfüllen Roch immer gebe es bei der Reichsbahn den neunstündigen Arbeitstag und Dicnstschichten von 16 Stunden. (Hört! $)ört!)

Abg. Dr. Klönne (Dntt.) meint, die deutsche Antomobilinduftrie sollte kräftiger gefördert werden als bisher. Ausländische Kraftwagen sollten möglichst von Deutschland ferngehalten werden. Bet der Reichs­bahn sollte das Wagenmaterial verbessert werden. In anderen Ländern dienen die Eisenbahnen in erster Linie der Förderung der heimischen Wirtschaft', um das auch für uns zu erreichen, sollte bei erster (3e-- lcgenheit versucht werden, dieReichsbabn wie­der unter die Verwaltung der Regie­rung zu bringen. Die Reichsbahn wird leider durch Geldmangel behindert, sich der Steigerung des Ver­kehrs schnell genug anzupassen. Das Reich sollte noch­mals einspringen, damit nicht gerade in der Zelt der niedergehenden Konjunktur eine Lücke im Be> schaffungswesen entsteht. Es muß verhindert werden, daß Tariferhöhungen notwendig werden, während umgekehrt die Wittschaft eine Tarifermäßi­gung braucht. Reue Kanäle sollten nur gebaut wer­den, wenn ihre Rentabilität gesichert ist.

Abg. Dr. Mittelmann (D.V.) erklärt es für dringend wünschenswert, daß die Reichs­bahn möglichst bald wieder unter die Verwal­tung des Reiches komme. Leider kann man mit einem Amt nicht zugleich das erforderliche Wis­sen übertragen. So ist leider festzustellen, daß das Reichsverkehrsministerium heute nicht mehr die hohe Schätzung in der Oeffentlichkeit genießt, als zu der Zeit als Dr. Krone das Amt seinem Rachfolger übergab (kört, hört!). Das Reichsverkehrsministerium sollte sich energisch dagegen welchen, daß bei der geplanten Ein­führung des Zweiklassensh st eins der Personentarif für die billigste Klasse über den Preis der bisherigen vierten Klasse hinaus er­höht wird. Damit würde man die breiten Massen deS Volkes in unerträglicher Weise neu belasten (sehr wahr). Der Plan einer stärkeren Beteili­gung der Reichsbahn an den Kraftwagenver­kehrslinien müsse mit aller Entschiedenheit a b- gelehnt werden. Denn seine Ausführung würde nur im Interesse des Reparationsagenten liegen, nicht aber im Interesse der deutschen Wirtschaft und der Allgemeinheit. In dieser Stellungnahme des Dehrkehrsrninisters liege eine sehr bedenk­liche Verkennung der hohen Aufgaben, die sein» Ministerium gegenüber der Allgemeinheit habe. Das Ministerium sollte für Straßenbau cintreten. Das wäre auch die beste produktive Erwerbslosenfürsorge. Im Luftverkehrswesen habe der Minister wohl gesehen, daß trotz deutsch- nationaler Anterstühung die Befreiungspolitik nicht so rasch gefördert werden könne, wie es manchmal in der Wahlagitation behauptet wurde. (Hört, hort!) Die Dolkspartei beantrage die Bewilligung von zwei Millionen für die Voll­endung des Zeppelinluftschiffes. Weiterbera­tung Donnerstag.

Die Phoebus-Affäre.

Der Reichskanzler unterrichtet die Parteiführer.

Berlin, 7. März. (Prio.-Tel.) In der Phoe- bus-Angelegenheit empfing der Reichskanzler D r. Marx heule nacheinander die Führer der bis­herigen Regierungsparteien, darauf am Nachmittag die Sozialdemokraten und in den Abendstunden die Demokraten und die Ver­treter der Wirtschaftspartei. Der Reichskanz­ler unterrichtete die Parteiführer an der Hand des Berichtes des Reichssparkommissars Sämisch über die Angelegenheit. Von dem Reichssparkommissar wird eine Denkschrift ausgearbeitet werden, in der zur Darstellung gelangen soll, was volkswirtschaftlich und staatsrechtlich in der Angelegenheit von Bedeu­tung ist. Diese Denkschrift soll am Montag dem .Haushaltsausschuß bzw. dem Reichstag zur Kenntnis gebracht werden. Der Bericht wird vor allen Dingen alles Tatsächliche umfassen, und alle budgetrechtlichen Fragen behandeln. Der Reichs­kanzler gab zu, daß arge Verfehlungen vor­gekommen sind, daß aber alle Vorkehrungen ge­troffen seien, um eine Wiederholung solcher Vorfälle unmöglich zu machen. Die sogenannten schwarzen Fonds" sind restlich aufgeräumt. Es ist fein Pfennig mehr da, der ohne Wissen des Reichs­tages ausgegeben werden kann. Mit dem vom Reichskanzler beabsichtigten Vorgehen haben sich die Parteiführer also auch die Demokraten und die Sozialdemokraten im wesentlichen einverstan« den erklärt. Sowohl die Demokraten, als auch die Sozialdemokraten erklärten, daß sie ihre endgültige Stellungnahme erft treffen wollen, wenn der Bericht vorliegt, und von ihnen geprüft worden ist. Um eine Wiederholung solcher Vorkommnisse zu verhindern, soll ein n e u e r A u s s ch u ß des Kabinetts ge- bildet werden, der als K o n t r o l l i n ft a n z nicht

nur über das Reichswehrministerium, sondern über alle Ressorts der Re i ch s r e g i e r u n g wachen soll.

Schiedsspruch für die Berliner Metallindustrie.

Berlin, 7. März. Die Verhandlungen zur Bei- le-gung des Konfliktes in der Berliner Metall­industrie wurden um 13 Uhr für beendet erklärt, da eine Verständigung nicht zu erzielen war. Die Schlichtungskammer $og sich bann yir Be­ratung zurück. Nach zwölfstundiger Verhandlung wurde dann von der Schlichtungskammer mit Mehr­heitsbeschluß folgender Schiedsspruch gefällt: Zwischen dem Verband Berliner Metalli industrieller und dem Deutschen Metallarbeiteroerband wird fol­gendes Abkommen geschlossen: Die Stundenlöhne und Akkordoerdienste der Werkzeugmacher sind einer Nachprüfung zu unterziehen. Die Nachprüfung hat sich nicht nur aus einzelne Akkorde zu erstrecken, vielmehr ist bi e Angemessenheit de r Löhne und Akkorde ganz allgemein zu prüfen. Auch Erhichungen der Verdienste gan­zer Gruppen im Werkzeugbau sind gegebenenfalls vorzunehmen. Sollte eine Einigung im Betriebe nicht zustandekommen, wird unter Mitwirkung der Verbände eine endgültige Entscheidung getroffen, wobei erforderlichenfalls die Akkordoerech- nungsgrundlagen (Geldfaktoren) für die ein­zelnen Werkzeugmachergruppen f e ft z u l e g n find."

Der Schiedsspruch sieht weiter die Bestimmungen des Vergleichsoorschlages vor, den der Dottitzend« des Schlichtungsausschusses, Gewerberat Körner, den Parteien bei den Vorverhandlungen unterbrei­tet hat, und der im wesentlichen das Mitbestim­mungsrecht der Arbeitnehmer bei strittigen Akkor­den durch Einsetzung einer paritätischen Kommission sichert. Die Erklärungsfrist für die Parteien läuft morgen nachmittag vier Uhr ab.

Das afghanische Königspaar in Essen.

Abschiedsbesuch beim Reichspräsidenten.

Berlin, 7.März. (WTD.) Der König von Afghanistan stattete heute nachmittag 1 älhr in Begleitung seines Gefolges dem Reichspräsidenten einen Abschieds­besuch ab. Der Reichspräsident erwiderte den Besuch um 2 Uhr im Palais P in; Albrecht. In seiner Begleitung beland.n sich Staatssekretär Dr. Meißner und der Ehef des Protokolls, Gesandter Dr. Köster.

Das a ghanische König^paar Hit am gleichen Rachmittag in Beg'citung von Ministerialdirigent Frhr. v. Richtho'en und Gemahlin und den Ge­sandtschaftsräten Dr. Grobba, Holzhausen und v. Lieres Berlin im Eon derzug ver- lassen und sich nach Essen begeben. Bor dem Eingang des Bahnhofs Fried, ichstraße, an dem die deutsche und die afghanische Flagge gehißt worden war, bildete eine Abteilung der Schutz­polizei Spalier. Das Königspaar begab sich zunächst in das Staatsempfangszimmer, wo sich die Vertreter der Regierung verabschiedeten, und bestieg dann den Zug.

Auf dem Bahnhof Villa Hügel in Essen wurde das Königspaar von Herrn und Frau Krupp von Bohlen und Halbach be­grüßt und im Wagen zur Villa Hügel geleitet, wo sich der König und die Königin kurze Zeit nach dem Eintreffen in ihre Gemächer zurück- zogen. Morgen erfolgt die Besichttgung der Friedrich-Albert-Hütte in Rheinhausen.

König Amanullah äußerte sich vor seiner Ab­reise von Berlin gegenüber dem Herausgeber der Deutschen diplomatisch-politischen Korrespon­denz über seine Eindrücke während seines zwei­wöchigen Aufenthaltes in Deutschland etwa da­hin : Ich bin aufs Höchste befriedigt von dem Ergebnis meines Besuches in Ihrem schönen Lande. Die Aufnahme, die ich hier über­all gefunden habe, und das Ergebnis meiner Studien und Besuche sind in jeder Weise dazu angetan, das lebhafte Interesse für die För­derung der Beziehungen zwischen Deutschland und Afghanistan zu verstärken. Ich freue mich schon jetzt darauf, auf meiner Rückreise noch einmal hierherkommen zu können, um bei dieser Gelegenheit die wirtschaftlichen Verbindungen, die in diesen Tagen an­gebahnt wurden, weiter zu fördern und, soweit möglich, zu geschäftlichen Ab­schlüssen und Vereinbarungen äu füh­ren. Ich verspreche mir von dem, toafi ich ge­sehen und gehört habe, wertvolle Auswirkungen für mein Land und für unsere beiderseitigen Be­ziehungen.

Muer Terror

in Ostoberschlesien.

Rache für den deutschen Wahlsieg.

K a 11 o w i tz, 7. März. (Täl.) Rachdem der Wahlsonntag im allgemeinen ruhig verlausen ist, setzt jetzt wieder neuer Terror In den klei­neren Ortschaften Oberschlesiens ein. Don Auf­ständischen wurden an verschiedenen Angehörigen der deutschen Minderheit für den deutschen Wahl­erfolg Racheakte begangen. In Gottschalk­witz, Kreis Rhbnik, wurde ein Vertrauensmann der deutschen Wahlgemeinschaft in seiner Woh­nung von einer Bande von etwa 15 Aufständi­schen überfallen. Die Banditen raubten sämtliche noch vorhandenen deutschen Stimmzettel und einen Betrag von 50 Zloty. Der ileber- fallene wurde mit Ochsenziemern bis zur Be­wußtlosigkeit geschlagen. Er mußte zum Arzt gebracht werden, der eine schwere Ge­hirnerschütterung seststellte. Aehnliche Meldun­gen kommen aus Zalenze, Lipine und Bismarck­hütte. Als Opfer der deutschen Erfolge bei den Sejmwahlen werden zahlreiche im Staats­dienst stehende Angehörige der deutschen Minderheit mit der Begründung fristlos ent­lassen, daß sie sich staatsfeindlich betätigt hätten. Die Entlassungen werden auch von Guts­besitzern gegen Landarbeiter, die Stimm­zettel für die deutsche Wahlgemeinschast verteilt hatten, angewandt.

Studenienausschrettungen in Lemberg.

Warschau, 7. März. (TU.) In Cornberg ist es gestern zu schweren antisemitische n A u s - schreitungcn nationaldemokratischer und radika­lisierter Studenten gekommen, die wegen der Mahl von zwei jüdischen Abgeordneten einen Demon­strationszug durch die Stadt ncranftalteten.

Eine große Anzahl Juden, darunter einige Frauen, wurden von den Studenten schwer mißhan­delt. Die Studenten drangen in einige Prioatwoh- nungen ein, zerstörten eine Anzahl jüdischer Läden und plünderten sie. Die Polizei, die e r ft nach längerer Zeit eintraf, verhaftete 28 Studenten. Die Erregung in der Bevölkerung über diese Roheits- akte ist außerordentlich groß.

Oer briiisch-agypiische Konflikt

Britisches Beto gegen ein ägyptisches Versammlungsgesctz.

Kairo, 7.März. (WB.) Lord Lloyd, bri­tischer Oberkommisfar, hat dem Ministerpräsi­denten Sarwat Pascha eine Rote ausgehändigt, die das vor kurzem vom ägyptischen Parlament angenommene Gesetz über öle öffent­lichen Versammlungen betrifft. Diese Rote kommt in Wirklichkeit einem Veto gleich. Wie man glaubt, besteht der Grund zu der über­raschenden äleberreichung der britischen Rote darin, daß durch die einseitige Erklärung Groß­britanniens dieses für den Schutz der Güter und Interessen der Ausländer verantwortlich ist. Die britische Regierung ist der Meinung, daß das Gesetz über die öffent­lichen Versammlungen die Autorität der ägyptischen Regierung hinsichtlich der Aufrechterhaltung der Ordnung und des Schutzes des Lebens und Eigentumes der Ausländer schwächt. Die Rote ist erst jetzt überreicht worden, weil man einen neuen Vertrag abzuschließen hoffte, nach dessen Bestimmungen die ägyptische Regierung für den Schuh der ausländischen Interessen verantwortlich ge­wesen wäre. Die britische Regierung behält sich in der Rote alle Maßnahmen vor, die erforder­lich sind, um die von Großbritannien über­nommenen Verpflichtungen zu erfüllen. Der Ge­setzentwurf über die öffentlichen Versammlungen ist übrigens noch nicht vom Senat ange­nommen worden, der ihn vielmehr zur Vor­nahme einiger Ergänzungen zurückverwiesen hat. Das Gesetz tritt erst nach der Annahme durch den Senat und älnterzeichnung durch den König in Kraft. In poli'ischen Kreisen herrscht über die Lage älnklarhcit. Die Lage ist jedoch ruhig. Der König hatte den Präsidenten der Kammer und den Führer der Rationalisten. Hanas Pascha, zu sich berufen.

Eins Transsaharabshn von ösnischem Gelds?

Paris, 7. März. (Sil.) Die französische Re­gierung wird das Parlament auffordern, noch vor feinem Auseinandergehen einen Gesetzentwurf zu verabschieden, der jedem Ministerium die Auf­stellung eines Programms ermöglicht, das m i t Hilfe von Reparationslieferungen der Dawesannuität 1928/29 ausgeführ.t werden soll. Für das laufende Annuitätsjahr hat Frank­reich Anspruch auf 1 200 000 Goldmark Repara­tionsleistungen. Die einzelnen Ministerien werden ihr Programm bis 1. April oder Mai aus­gearbeitet haben, so daß das Raturallieferungs­amt die Romenklatur der verlangten Lieferungen Parker Gilbert unterbreiten kann. So soll auch die T r a n s s a h a r a b a h n aus Mitteln des Reparationskontos geschaffen werden. Auch an die Vollendung von Fluß-, Eisenbahn- und Straßenbauten wird gedacht, ttotz der Einsprüche der französischen Privat­industrie, die in den deutschen Reparations­lieferungen eine unerwünschte Konkurrenz sieht.

Liberaler Wahlsieg in England.

London, 7. März. (WB.) Bei den Rach­wahlen zum ilnterhaus in Saintives erhiel­ten der liberale Kandidat Frau R u n c i m a n 10 241 Stimmen, der konservative Caird 9478 und der Arbeiterparteiler Hopkins 4343 Stim­men. Frau Runciman ist somit gewählt. Das Mandat war bisher in konservativer Hand. Frau Runciman ist die Gattin des ehemaligen libe­ralen Ministers, der ebenfalls älnterhaus- mitglied ist.

Aus aller Wett.

Erdbeben in Kalabrien und Sizilien

Mittwochvorrnittag wurden in C o s e n z a und Milazzo (Provinz Messina) Erdstöße wahrge­nommen. In Cosenza wurde fein Schaden an gerich­tet, dagegen entstanden in einigen Käufern in Mi­lazzo Risse. Um 11.58 Uhr wurden auch in A o e l - lino (Neapel) wellenförmige Erdstöße verspürt. Ein Erdbeben örtlichen Ursprunges, das sechs Se­kunden lang dauerte, wurde darauf gegen mittag in Meffina verzeichnet. Schäden wurden nicht angerichtet. In Vatanzaro, wurde um 11.17 Uhr ein sehr starker Erdstoß verspürt. Die Bevölkerung stürzte auf die Straßen. In der Stadt wurde keinerlei schwerer Schaden angerichtet.

Dem Erdbeben, bei dessen Schilderung di« Blätter an die Katastrophe von 1908 erinnern, ist nach einer Mitteilung des aerologischen Instituts in Messina ein sehr heftiger Sirocco oorausgegan- gen. Weiter wird berichtet, daß der Erdstoß verschie­dentlich von einem überaus starken Getöse begleitet war, das die Panik der Bevölkerung ver- j mehrte. Menschenopfer sind nicht zu beklagen. Her- vorgehoben zu werden oerbient, daß sich die Zementbauten in Reggio di Calabria sehr be­währt haben, so daß dort im Gegensatz zu anderen Orten fast kein Bau schaden angerichtet wurde.

Zwischenfall auf einer südspanischen Zollstation.

Gibraltar, 7. März. (WTB. Funlspruch.) Im Zusammenhang mit der scharfen Kontrolle der Spanier bei ihrer Rückkehr von Gibral­tar auf spanisches Gebiet durch di« spani­schen Zollbehörden in La Linea unterzogen werden, ist es heute abend zu einem ernsten Zwischenfall gekommen. Eine Menge von mehreren 1000 Per­sonen, davon die Mehrzahl Frauen und Kinder, von denen viele kleine Vorräte von Gewürzen, Seife usw mit sich führten, versuchte gewaltsam durch die Zollschranken zu dringen. Die Zollbeamten und her­beigerufene Gendarmerie und Truppen begannen zu feuern. Zwei Personen wurden getötet, mehrere verwundet, lausende von Menschen flüch­teten erschreckt nach Gibraltar zurück.

13 Tote bei der Katastrophe auf ZecyeEwald".

Im Knappschaftskrankenhaus Recklinghausen ist jetzt ein weiterer verheirateter Bergmann seinen Verletzungen erlegen, die er bei der Seil­fahrtkatastrophe auf ZecheEwald-Fortsetzung" er­litten hat. Damit ist die Zahl der tödlich verunglückten Bergleute auf dreizehn gestiegen.

35 Tote bei der Explosion der Feuerwerksfabrik auf Java.

Die Zahl der bei der Explosion der Feuer- werksfabrik in Koedoes umgekommenen Per­sonen hat sich auf 35 erhöht. Die Zahl der Verletzten beträgt jetzt 100. Man fürchtet jedoch, daß noch viele Leichen unter den Trüm­mern liegen. Die Arsache der Explosion konnte bisher noch nicht aufgeklärt werden.

Schwere» Grubenunglück.

In der Wenzaslaus-Grube in Ludwigsdorf bei Reu rode (Grafschaft Glatz) erfolgte ein Kohlensäureausbruch. Dem Unglück sind sechs Tote zum Opfer gefallen. Den un­ermüdlichen Arbeiten der Rettungstolomen ge­lang es, von den eingeschlossenen weiteren 18 Bergarbeitern sieben zu bergen, die alle wie­der ins Leben zuruckgerufen werden konnten. In­folge der immer noch ausströmenden Kohlensäure gestalteten sich die Bergungsarbeiten sehr schwierig.

342 Mitglieder einer italienischen Räuberbande fesigenommen.

Die Polizei hat in Sizilien eine Bande von 462 Dieben festgestellt, bi? viele Totschläge. ^Betäubungen und andere Vergehen begangen hat. 342 Mitglieder der Bande wurden bisher festgenommen.

Tödlicher Verkehrsunfall.

Auf der Dorfstrahe von Geibsdorf bei ßauban riß der Chauffeur eines Geschäftsautos seinen Wagen herum, um zu vermeiden, daß ein von einem Fuhrwerk abgesprungenes Kind überfahren werde. Das Auto fuhr in den Graben und überfuhr dabei einen zehnjährigen Knaben, der sofort tot war. Ein anderer Knabe wurde leicht verletzt.

vier Brandstifter zum Tode verurteilt.

Der Oberste Gerichtshof der Sowjetunion ver­urteilte unter Versagung einer Amnestie vier Angeklagte wegen einer zu konterrevo­lutionären Zwecken verübten Brandstif­tung in der Dubrowschen Papierfabrik int Gou­vernement Leningrad zum Tode. Der Brand hatte einen Sachschaden von l1/, Millionen Rubel verursacht.

Großer Heidebrand.

Im Landkreis Harburg, In der Umgegend von Otter, sind etwa 1400 Morgen Heide durch f a h r l ä s s g e B r a i>. d st i t u n g zerstört wor­den. Ein Ichahriger Haussohn hatte Gras an­gezündet. Das Feuer griff mit rajender Ge­schwindigkeit um sich und konnte erst nach viel- stundiger Arbeit eingedämmt werden. Der ent­standene Schaden ist erheblich.

Ausschreitungen Slellensuchender in Amerika.

Infolge einer Zeitungsanzeige, durch die eine Neu- Yorker Firma einen Laufjungen bei 16 Dollars wöchentlichem Gehalt suchte, stellten sich 500 A r - b e i t s l o s e, Männer und Knaben, als Bewerber ein, die über die Treppen zu dem im 12. Stockwerk gelegenen Bureau der Firma hinaufftürmten. Als sie erfuhren, daß der Posten bereits vefetzt fei, wei­gerten f l e s i ch, wegzugehen und richteten in dem Bureau Zerstörungen an, bis sie schließlich durch die Polizei zerstreut wurden.

Das große Co».

Das große Los ist mit der Nummer 305 845 ge­zogen und in der ersten Abteilung nach Neumün­ster, In der zweiten Abteilung nach Pforzheim gefallen.

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^ertervovaussage.

Der mitteleuropäische Tiefdruckwirdel hat sich ost­wärts verlagert und weiter vertieft. Sein Kerngebiet lag heute morgen über Schlesien und brachte hort verbreitete Niederschläge. Vordringende Kaltluft- maffen an seiner Rückseite, die bis in unser Gebiet oorgedrungen sind, haben an der Küste Schneefälle gebracht (Hamburg, Swinemünde) und gestalten den Witterungscharakter veränderlich. Da der hohe Luft­druck über Island sich weiter südwätts ausbreitet, ist wieder mit einer Besserung der Wetterlage zu rechnen. Aufheiterndes und durchweg trockenes Wet­ter mit nächtlichem Tcmperaturrückgang ist zu er­warten.

Wettervoraussage für Freitag: Wollig mit Aufheiterung, nachts Temperaturen um Null, stellenweise etwas darunter, trocken.

Witterungsaussichten für Samstag: Kein« wesentlicl)« Aenderung.

Lufttemperaturen am 7. März, mittags: 8,0 Grad Celsius, abends: 6,4 Grad Celsius: am 8. März, mor­gens: 3.9 Grad Celsius. Maximum: 8,0 Grad Cel­sius, Minimum: 3,3 Grad Celsius. Erdtempera- turen in 10 Zentimeter Tiefe am 7. März, abends: 4,0 Grad Celsius: am 8. März, morgens: 3,5 Grad Celsius. Niederschläge: 0,8 Millimeter.

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