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AorwrgMer Vorstoß im Völkerbund.

Genf, 6. Sept. iWV i Das Ereignis der heu­tigen Dormittagssihang der Böller* bundsversammiung tocr e r.e Hebe des

norwegischen Ministerpräsidenten Mowincket,

in »er er n. o leine Unzufriedenheit nrt der Tattgtett des 'Hotts auÄrüdtc, den Mangel an Unparteilichkeit geißelte und vom "Rat ftatl der Vis en provisorischen Lö­sungen mehr definitive verlangte. Grund­sätzlich sprach er sich gegen die H-robtetzung der zahrlichen -Ratstagungen von 4 cuf 3. und gegen die Wicderwählbarkeit au-, da es tat Interesse aller Länder liege, daß die jährliche turnus­mäßige Erneuerung eines Teiles des Rates ohne Einschränkung e.ngehalten wird.

Der Völkerbund müsse über den Parteien stehen

und sollte zur Wahrung biefcS Grundsatzes den Ständigen Internationalen Gerichtshof im Haag häufiger heranziehen als bisher. Die Beamten des Völkerbundsekretariates sollten den Charakter des Völkerbundsbeamten peinlichst wahren und weder nationalen noch privaten Inter^len bie­nen. Die Atmosphäre des Friedens sei näht so, wie man sie wünschen müsse. Unter schärf­sten Anklagen gegen die militaristischen Tendenzen schilderte Mowinckel eindrucksvoll das Zerstörungswerk, das durch die Flugzeuge. Unterseeboote und die dazu gehörenden mo­dernen Krieg-mittel in kürzester Zeit verheerend über die Menschheit hereinbrechen könnte. Man habe gerade in den letzten Wochen in der eng­lischen Press« anläßlich der Luftmanöver in Lon­don lesen können, daß wenige Stunden zur Zer­störung London- genügten. Er erinnerte an die Folgen, die bereit- in Friedenszeiten durch das Platzen von ViftaaSbehältern entstehen können, an die zahllosen Zeitungsmeldungen über kriegs­mäßig« Manöver, und stellte mit Rachdruck fest, daß aus allen diesen Gründen

die internationale Atmosphäre sehr gedrückt sei. weil überall als ultima ratio der Qrieg mit

seinen verheerenden Jotgen stehe. Jurchi und Mißtrauen könnten nicht beseitigt werden, und

die Kriegspsychose bestehe weiter.

Auf sozialem, humanitärem und wirtschältlichem Ge­bier wurden in den letzten Jahren Fortschritte er­zielt. nicht aber aus politischem Gebiet., iur dessen Klärung nach seiner Auffassung das Genier Pro­tokoll der richtige Leg gewc'cn wäre, M o w i n ck e l, dessen Rede von einem großen Teil der Delegierten und dem Publikum mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde, schloß der Forderung, daß man sich überall in der Welt zu dem Grundsatz be­ten«, der aus der Kellogg in Frankreich verehrten Füllfeder stehe:Si vis pacem, para pacem'

Als nächster und letzter Redner der heutigen Vollsitzung der Dölkerbindsverlammlung bestieg unter lebhaftem Veisall der

belgische Außenministers Hymans

die Tribüne. Gegenüber den Krisen, von denen man immer wieder spreche, wies er in durchaus optimistischer Weise auf die Fortschritte hin, die in der Zusammenarbeit der Völker auf wirtschaftlichem Gebiet zu erkennen seien, und betonte die Verdienste dcs Völkerbundes um das Zustandekommen des Locarnovrrtrages und der Weltwirtschaf tskonserenz. Weitere Fortschritte seien im vergangenen Jahre durch das Sicher- heitSkomit^e erreicht worden.

Rach belgischer Auffassung sei dos vertrauen und dos Gefühl der Sicherheit für die verwirk lichung dec Abrüstung wesentlich, die im übrigen eine Funktion der SicherheUssrage fei

Durch dieses Gefühl einer dauernden Sicherheit könne dir Abrüstung gefördert werden. Ebenso nötig sei die Vorbereitung der Seelen, und in diesem Sinne begrüße er den Kelloggpakt, der einen internationalen Morallode? darstelle. indem er über den Krieg als Wittel der nationalen Politik, ter bisher als legal gegolten habe, die Acht auSspreche.

Die nächste Sitzung findet Freitag vormittag statt.

Der neue Skandal in

Berlin. 6. Sept. (WTD.) Die Tatsache, daß durch die Sekretärin des Unterfuchungs- richters. Landgerichtärats Brühl, Einzelheiten aus den Vernehmungen Hugo StinneS" an außenstehende Personen gelangt sind, beschäftigt, wie eine Berliner Korrespondenz mel­det, heute alle in Frage kommenden Instanzen auf das lebhafteste. Heute vormittag fand eine sehr eingehende Konferenz des mit der Unter­suchung der Angelegenheit beauftragten StaatS- anwaltschaftsrates Zimmermann mit dem Oberstaatsanwalt Sturm statt. Auch im Iu- stizministerium beschäftigt man sich sehr lebhaft mit dieser Affäre, die von grundsätzlicher Be­deutung ist.

Die Sekretärin des Untersuchungsrichters ist keineveamtin.dle durch v i e n st e i d zur Geheimhaltung aller der Dinge verpflichtet ist, die ihr durch ihre Tätigkeit im Amt zur Kennt­nis kommen.

Die IuftizVerwaltung beschäftigt seit sechs Iah- ren angestellte Hilfsttäfte, zumeist Stenotypistin­nen, die bei den Vernehmungen entweder das DUtat von Angeschuldigten und Zeugen direkt mit der Schreibmaschine ausnehmen, oder die bei großen stundenlangen Verhören, bei denen es mitunter auf ein Wort anlommt, die Aussagen stenographisch aufnehmen. Früher wurden für diese Tätigkeit nur Iustizbeamte verwendet, die Deamtenqualität hatten und die durch den Dienst­eid zur Verschwieg mhrit verpslichtet waren.

Verletzt ein Beamter den Diensteid, so hat er außer der fristlosen Entlassung und dem Verlust aller Pensionsansprüche schwere Gefängnisstrafen zu erwarten. Bei den Iustizangcstellten liegen die Dinge jedoch anders. Die Verpflichtung durch Handschlag »st der Vereidigung nicht gleichzusetzeu, und letzten En- des bedeutet in einem Fall, wie dem vorliegenden, die Verletzung der Schweigepflicht für die Angestellte kein übergroßes Risiko. Außer dem sofortigen Verlust ihrer Stellung hat sie eine nennenswerte Strafe überhaupt nicht zu en warten. Man hot nun an Stelle der Sekretärin einen Obersekre tär berufen, einen langjährigen Beamten, der durch Eid zur völligen Derschwie- genheil verpflichtet ist. Die Tatsache, daß Fndiskre-

der Stmues-AMre.

Honen begangen worden sein sollen, ist, derselben Korrespondenz zufolge, durcheinenmerkwür- digen Zufall entdeckt worden.

Ein Berliner Journalist, der mit einer Stelle im Kriminalgericht Moabit beruflich ein Telephon- gefpräch führe» wollte, geriet durch einen Zufall in eine Querverbindung. Lr härte, wie eine Dame einem Herrn Mitteilungen aus dem An tersuchungsoersahrsn machte, wobei auch eine Reihe von Hamen genannt wurde.

Der Journalist, der das Gespräch unfreiwillig mit angehört hatte, machte nun dem Untersuchungsrichter Mitteilung, und dieser oeraillaßte nach Rücksprache mit den vorgesetzten Dienststellen daraus die Ein- leitung einer Untersuchung gegen seine Sekretärin. Entgegen anderslautenden Mitteilungen ertlärt die Sorrespondenz, daß eine Verhaftung der in Fraae kommenden Angestellten durch Staatsanwalr- schastsrat Zimmermann bisher noch nicht er- folgt ist.

5000Mark geboten, aber nicht erhalten.

Berlin, 6. Sept. (Privattel. des WTB.) LautLokalanz." waren d.n: Sekretärin des älntersuchungsrichters in der Etinnesaffare für ihre Indiskretionen von einer der daran in ter- cs iertcn Personen 5000 Marl geboten, die sie aber nicht erhalten hat.

Wie eine Korrcspond'nz erfährt, besteht der Verdacht. daß di« Indiskretionen aus dem Zim­mer des Untersuchungsrichters an einen Per­sonen lreiS gelangt sind, der sich um den Bankier Horn in A m st e r d a m unb den Maller Eugen Hirsch in Pari- gruppiert.

Stinnes verklagt die Vossische Zeitung.

Berlin, 6. Sept. (WB.) Der Verteidiger Hugo 6tinne5*. Rechtsanwalt Dr 2L Fried- mann, teilt mit: Herr Hugo Stinnes jr. hat gegen dieVossische Zeitung" wegen des Artikel- im heutigen Morgenbiakt, in wel­chem ihm ein Zusammenhang mit Manipulatio­nen der Sekretärin des UntersuchungsiichterS unterstellt wird. Strafanzeige wegen ver­leumderischer Beleidigung gestellt.

französische Ministcirat mit Zustimmung Driands j.n 23. August beschlossen, daß Die Räumung nur als pne allgemeine Regelung einschließlich ..ep^cuttoncn und Kriegsichulden erwogen wer­den könne, was von dem guten Dillen Amen las abhäng:.

Unter diesen Umständen habe Briand kaum ein anderer weg osfengestanden, als Zeit ,u gc- reinnen und zu erklären, daß er auf konkrete deutsche Vorschläge warte.

Es sei nicht bekannt, ob der Reichskanzler irgend­welche Vorschläge dieser Art gemacht bäte. E- werde als sicher angenommen, daß er jetzt Lord Cushendun, Scralo^a und Hymans mit dem Ersuchen und den Anstchten ferner Regierung bekannt machen werde. Es heiße, daß Biianb dem Reichskanzler mitgeteilt habe, daß er eine so wichtige Verhandlung nicht gesondert von den Alliierten Frankreich- einleiten könne. Pertina? bemerkt, die persönlichen Besprechungen zwischen dem Reichskanzler und Brianü würden sich in Verhandlungen verwandeln, sobald der Reichs­kanzler formell an die ^Regierungen Englands, Italiens und Belgiens fcerangetreten sei. Briand verweise die gesamte Frage nach Paris.

Abschwcichungsversuche in Pans.

Pari-, 6. Sept. (WB.) Sowohl der TempS" als auch das .Iournal des D6- ba ts" geben sich alle erdenüiche Mühe, die Be­de u t u n g der gestrigen Unterredung de- Reichs­kanzlers mit Briand herabzumindern und ihr den Charakter eine- Verhand­lungsbeginns zu nehmen.

Sv schreibt der »Ternps": Die These, derzu- folge Deutschland das Recht hätte, die Rheinlandräumung zu erhalten wegen der Beweise seines Willen-, seine Verpflichtungen au er­füllen, und mit den anderen Mächten aktiv an der Organisierung des Friedens mitzuarbeiten, entbehrt der Grundlage. ES scheint, daß die Aufgabe des Reichskanzlers in Gens vor allem darin bestehen dürfte, sich durch vorsichtige Sondierung über die Einstellung der "Regierungen von Pari-, London, Brüssel und Rom hinsicht­lich der Rechte und Interessen, die sie hüten sollen, zu unterrichten. Unter diesem Gesichts­punkt muß man, wie wir annehmen, die Pri­vaten Unterredungen betrachten, die Reichskanzler Müller in Genf hatte und die auf alle Fälle das muß man unterstreichen nich t den Charakter einer eigentlichen Ver­handlung annehmen können. Die Demarche, die er augenblicklich unternimmt, scheint besonders dazu bestimmt, die öffentliche Meinung in Deutsch­land selbst zu liberzeugen. daß die Reichsregie­rung sich ernstlich damit beschäftigt, die Frage der vorzeitigen Rheinlandräumuna zu schaffen. Aber man würde Gefahr laufen, Die Geister in Deutschland und anderswo in gefährlicher Weise irrezuführen, wenn man daraus schließen wollte, daß dieses ernste europäische Problem morgen ge­löst werden könnte.

Das3oumal d«S Dybats^ schreibt. Rach feiner Unterredung mit Stresemann in Baden- Baden hat Hermann- Müller erttärt, er werde in Genf die Frag« der fofortigen 'Räumung auf­werfen, und diese Räumung schulde man Deutschland ohne Gegenletstuna. Fast die gesamte deutsche Presse führt seit Wochen die gleiche Sprache.

Auf einer solchen Grundlage kann aber keinerlei Verhandlung eröffnet werden.

Hier, wie so oft vorher, glauben die Deutschen geschickt zu sein, wenn sie Änschüchtern. Sie täu­schen sich: die Zeiten Bismarcks und Wilhelms II. sind vorüber. Seitdem der Kanzler In Genf ist, h^t er schon bemerken können, daß seine These zu einem vollkommenen Mißerfolg verdammt ist. (3t muß sich eben auf den Standpunkt seiner Gegenspieler stellen. Wenn er wirklich eine An­näherung mit Frankreich wünscht, muß er auf das System der Forderungen ver-- z i ch t e n.

Seipel über feine Genfer Reise.

Wien. 6. Scpt. (WTB.) DasHeue Wiener Tagblatt" veröffentlicht Mitteilungen des Bun- deslanzlerS Seipel über seine Genfer Mis­sion an den Berichterstatter des Blattes, in denen Dr. Seipel sagte: Meine Bemühungen sind hier darauf gerichtet, die technischen und bureauttatischen Schwierigkeiten, welche der Aus­nahme einer Anleihe im Amerika noch hindernd im Wege stehen, zu beheben. ES handelt lieb nicht darum, wie es noch immer von mancher Seite falsch bargeftellt wird, eine Anleihe aufAU- nehmen. Die Schwierigst ten gegen sie bestehen nicht bei den Anleih.gebern, auch nicht beim Völkerbund, der mit Dieser Frage überhaupt nichts mehr zu tun hat. Auch meine lange Unterredung mit Briand galt in erster Linie der Frage Der wirtschaftlichen Verhältnisse iu Oesterreich und der Schaffung Der DorauSsetzun- ?en für die amerikanische Anleihe Ueber Den nhalt der Unterredung wird auf beiden Seiten ein vielleicht manchen, auffällig erscheinendes Stillschweigen beobachtet, daS aber Den diploma­tischen Gepflogenheiten entspricht.

Absurd ist die auf dem Umwege über dieJim- norf Times" auch in die deutsche presse gelangte Version, Ich hätte Briand bestimmen wollen, gegen den Anschluß vorzugeheo.

Erne solche Kombination kann nicht ernst ge­nommen werden. Meine lange Unterredung mit dem Deutschen Reichskanzler war sehr herzlich. Wir bedurften keines Dolmetschers und verstehen uns auch sonst schnell. Ich habe den Eindruck gctoomien, daß sich der Deutsche ftaiyler sehr rasch in die Genser Materie etngvorbeitei |>at, und habe von ihm mit Freude vernommen, r-. ReichSaußemninister Stresemann in der kurzen Zeit die er in Baden-Baden verweilt, kd) schon sehr erholt bat. Ich habe Den Kanzler Muller schon einmal in Berlin kennen gelernt und freue mich mit ihm jetzt in nähere Be­ziehungen zu treten.

Oer polnisch-litauische Streit vor -em Völkerbundsrat.

Gens, 6.Sept. (WB f Der Völkerbunds- rat ist heute nachmittag zu einer Sitzung über den polnisch-litauischen Streitfall zujam- mcngetrelen.

Der Bericht des holländischen tfufoenmimfters 8 c e(aerts van BIookland über den gogen axirügen Stand der polnisch-litauischen Verband- hingen enthält eine knappe Zusammemaisuua der .Irbeitcn Irr von der polnisch-litauischen Kons-renz

eingesetzten drei Ausschüsse. Der Verkehrsaus- schuß, der in Warschau getagt hatte,' ist, so wird darüber ausgeführt, anscheinend zu keinerDer- standigung gelangt, die die Anknüpfung poftn» Uscher Beziehungen zwischen den beiden Ländern ermöglicht, da der litauische Vorschlag zur Her- fteUung indirekten Verkehrs vom Völkerbund nicht angenommen wurde mit Der Begründung, daß für den Verkehr über Drei Staaten keine besonderen Abmachungen nötig leien, und darin auch fein wirklicher Fortschritt zu suchen sei. Auch der in Äomno zusammengetreten« Ausschuß zur Regelung der Sicherheitsfrage und zum Ausgleich der gegenwärtigen Forderungen, die aus Dem polnisch- litauischen Sion Hi h entstanden feien, habe zu kei­nem positiven Ergebnis geführt.

keiner der von Polen bzw. Litauen oorgeleglen Entwürfe sei auch nur als Grundlage der Ver­handlung angenommen worden.

Uriruig der dritte in Berlin zusammengetretene Aus­schuß für die Erleichterung d e s Grenz­oer k e h r s an der polnisch-litauischen Vermal- tungügrenze habe eine provisorische Ver­einbarung zustandegebracht, die von den bei- den Delegationen paraphiert wurde. Aber auch bieje mageren Resultate warten noch auf bie Au- nähme durch die Dollkonferenz, für die trotz der verschiedenen von beiden Parteien gemachten Dar- schlage, weder 3eü noch Ort festgesetzt fei. Der Be- richterstatter gibt zum Schluß feiner Enttäu­schung Ausdruck, daß die SBerbanNungen noch nicht Die Ergebnisse gezeigt haben, die er zu hoffen berechtigt war, und fordert dir beiden Parteien auf, feine Darlegungen zu ergänzen und zwar nicht nur in bezug auf das. was bis jetzt von beiden Par- teien in Verfolg her Dezemder-Relolution des Votterbundsrates geschehen sei, sondern auch in be^ufl auf die Aussickuen Di« bk weiteren Verhaud-

Der polnische Außenminister Zalefki be- schräiMe sich auf die Versicherung, daß von polnischer Seit« alles getan worden sei, um sich der Dezenck»er-Refolution deS Völker­bundes anzupasfen.

Oer litauische Ministerpräsident Woldemaras

nahm Dagegen D« Gelegenheit wahr, um dem Rat ein längeres Expose über den Str.i.foll zu geben. Sr dankte dem Berichterstatter für feine unparteiischen und objektiven Berichte, die jedoch kein vollständiges Bild über den Stand bet Verhandlungen geben tonnten. Die Enttäu­schung des Berichterstatters wird nach seiner Auffassung von jedermann geteilt Da die bis­herigen Ergebnisse wirklich ungenügend seien.

3m verlaus von saft einem 3ohr fei noch kein greifbares (Ergebnis erzielt worden, und es sei deshalb nötig, daß beide Parteien über di« ent­standenen Schwierigkeiten sprächen.

Der eigentliche Gegenstand der litauischen Stlaoe vom Oktober vorigen Jahres hab: lediglich die Schließung von litauischen Schulen im Wilnaer Gebiet als angeblich polnische 2tepref|alL« gegen Di« Schließung polnischer Schulen in Litauen, und aufkcDtm d.« Tätigkeit von BanDen im poln.sch-Iitauifchen Grenzgebiet Di« mit allerlei Mitteln Den Sturz Der litauischen Regierung betreiben, betroffen. Bvn Polen fei die Cri­sten; Dieser Banden mit altertet Ausflüchten geleugnet worden Litauen habe aber un­anfechtbare Beweise in Händen, daß diese Banden bestehen, obwohl fi« häufig den Hamen wechseln und bald in Zipil, bald in Uniform auf treten. Zwei Wege gebe es. um Den polnisch* iitonischen Äonfüft aus der Welt tu schaffen. Der eint führe mir Des amt re gelang alter Streitfälle einschließlich Dieter Klage und der

andere zur Vereinbarung eines modus vivendi, der die Ge'amtregeiung der Zukunft überlasse.

WrlDemaras befähle sich weiter mit der Ge­schichte brr Königsberger Kon erenz unb ver- □ratrte sich takt gegen Die voinilchen Anichate tigunften. Daß LUaum auf Ic.aen Der polnischen Dorlchlö^e eingeye Seine weiteren Aus ührüa- gen bezeichvete Woidemaros als die Kern­frage. Im polniichen Weißbuch feien verschie- kkne für die polnisch-litauschen Verhandlungen und gerate für die litauische These wichtige Dokumente uxggelaf en ttorber. Woldemaras untersuchte verschiedene 'Bestiaunungen der von Polen vcrgclchlagenen Berträse uich vorgebrach­ten Argumemie. um Darsutegea. daß hinter ihnen allen als

treibend« Kraft die polnische iVk stehe, ble IDilnafragc endgültig auszuschatten und auf in direkte Weife den endgültigen Verzicht Litauens auf das IDilnageblrf zv erreiche».

Zur Sntitchung des polnischen Argumentes, daß ein brrefter Babnverkehr nicht über das Gebiet dritter Staaten führen lönne, ztticNe Wvldemara- rerschiedcne Beispiel«. Die Re^arationSforderuw' gen PolcnS an Litauen stritten eine Entschä­digung für Den Aufwand Polen- zur Durchfüh­rung dcs Handstreichs des polnischen General- Zeligowski dar und dienten nur da^u auf Ümttegtn den Verzicht Lrtauens auf das Wilna- gebiet zu erreichen. InSbefoitdere gelte das für die zwei Millionen Dollar, die Polen für dir Lchäo.m verlange, die im Dllnagebiet durch Frei­schärler verursacht wsr.dcn feien. Zum Schluß führte er aus. daß Die in den litauischen Vor­schlägen enthaltenen Zugeständnille für Polen Durchaus annehmbar feien, daß aber Polen lich ihnen gegenüber stets mit Dem generellen Ein­wand begnügt habe, die litauifchen Vorschläge ständen int Widerspruch zu der Dezeo-.derrefolu- tion Des Rates. Unter Dielen Umständen sei du Arbeiten außerordentlich erschwert.

Schweres Flugzeugunglück in Mistetstanken.

Berlin, 6. Sept. (WIB.) heule mittag 1355 llhr verunglückte bas planmäßige Flugzeug auf der Streife Erfurt München D. 180 bei einer Außenlandung in der Rähe von Herold»- bad), 5 Kilometer südwestlich von Z o r ch h e i m (THUlelfranten). hierbei kamen Der Flugzeugführer Zander und ble belben Passagiere Sel­ber unb haux ums Leben.

Augenzeugen berichten, daß ber von Norden kom­mende Einbecker, ein einmotoriger Eindecker pom Typ FS, ber auf Der Strecke HannoverMünchen eingesetzt war, plötzlich hin- unb herschwankte und sodann

aus etwa 200 bis 300 Meier hohe je Boten stürzte.

herbeiellenbe Eifenbahnarbecker fanden bas Flug, zeug in einem Acker etwa 150 Meter von ter Klein- bahnhaltestell« Poppendorf entfernt, auf. Der vor- bere Teil bet. Rumpfes mit dem Motor hatte sich tief in Das Erdreich hineingebohrt, unb die M u - jchine stand, ioroctl die Trümmer brr Äobinr unb ber Tragfläche erkennen ließen, völlig auf dem K o o f. Die drei 2 n f a | f e n , derenBer­gung aus oem wüsten Trümmerhaufen sich ziemlich schwierig gestaltete, waren offenbar durch teo furchtbaren Anprall, der

ten schweren Motor iu den Führersitz unb die Kabine hineintrieb,

sofort getötet worden. Etwa 2 00 Meter on Den Trümmern entfern t tDurDe der z brochene Propeller au'g.sunden. Die glücksstellc wurde sofort abg^fperrt. unb in \ t Tiachmitt. gsstunden trafen eine DerichtSkomm fion aus Forchheim und Fluglachverstöndiae a. ' Rücnberg in Poppendorf ein, um eine ilntr suchung an Ort und Stell« vorzuuehmen. £ Drei toten Insassen wurden alS der Flugzeug führer Major a.D. Zander aus Munchci, Der Fabrikant Hau» auS Ebingen in WLrttem. berg unD Der Student Weidner aus München ldmitifizierl. Major Zander war im Strtege zu­letzt Äommanö.ur Des Iag)grschwaders I. Rach seinem Ausscheiden aus dem HeeveZdtenst war er in Schleich.im bei München Leiter der dor­tigen Derlehrssliegerschule und trat bann später in die Dienst« der Lufthansa ein.

Die Lufthansa teilt zu dem ilngtiuf folgen» Des mit: Das Flugzeug erlitt einen Äurbei* Wellenbruch, der Propeller löste sich und flog unglücklicherweise gegen da- Trag- Deck. welche- zerstört wurde. Hierdurch wurde der Unfall verursacht.

Schweres Flugzeugunglück in Amerika.

Rockford (Illinois). 6. Sept. (WTB.) 9in Flugzeug, in dem drei Flieger mit drei Paffagieren versuchten, den ..Rund um Ai.ierila-Rekord" zu brechen, stürzt« heute nachmittag in den Rock River. Sabel wurden die Drei Flieger getötet und einer der Passagiere so schwer verletzt, daß er tarn mit Dem Leben banontommen dürfte

rSettervotaNSsage.

Die Tfnictixcteihnxg zeid im Raume von Is* land ein neues krä Ngcs tief, besten Warmluft* staffel bis über Irland und Schottland ver- brei.ete Riederschläge bracht« unb über Zentral* europa em Hochbruckgeliiei. dessen barometrische< sches Mortmum mit über 770 M lluneter Luft* druck lich über Deutschland erstreckt Unter Dem bc^cn Druck ha. bereite wieder BewölkunaS- abr epme e ngeletzt unb allenthalben herrscht wolkenloser Hunmel. Die Schönwe.terlage hält zunächst stand. Während ber klaren Rächt gehen die Temperaturen wieder stark zurück, steigen aber lag aiber durch ungehrndertc Svn nenstrahtemg kräftig an.

Borau-sage für Sam - tag Morgen- heiter, trocken nachts kühl, tagsüber Erwärmung.

Au-ftchten für Sonntag. Meist beite* res Wetter, tagsüber weitere Temperatuezu* nähme, trocken

ßuf ttem pt ro ture n am 6. September mit­tags 22ß Grad Lelsius, abends 16,2 Grad Celfms; am 7 September: morgens SB Grad Lelfius. Maxi- mum 22A Minimum 6,5 Qrab Celsius Sonnen» ld>etnbmier 4i Stunden.

Irbtemperoturen am 6. September: abends 18^3 Grad Cellms: am 7 September morgens 1J6 Grad Celfius.