M. 6 vierter Matt
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheflen)
Samstag, 7. Januar 1928
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Eis nach Sibirien zu gelängen, und teavcn nicht zurückgekehrt. Der vierte Mann namens Änigfot,
Sprechstunden der Nedalkion.
12 bis 1 Ohr mittags, 5 bi» 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschlossen
Jür unverlangt eingefanbfr Manuskripte ohne beigefügte« Hütfporio wird fehle Gewähr übernommen
tXw «okimo-Heldin.
Taq6tne, deren Haupchellnn eine to-Stou war. wird uns wieder rung gerufen. Ada Blacksack. die en Männern auf einer em! am en
steht, sondern für ganqe Wirtschaftszweige Cän6 ergreifen birwneg einheitliche Lei und Beherrsch
schrieb täglich ihre Gedanken und Erlebnisse mit Bleistift auf, verzeichnete die Beute, die fit machte, die Spuren, die sie im Schnee sand, und die Sollen, die sie aus stellte. Sie berichtet, wenn sie die Teller aufwusch oder neue Sohlen an ihren Pantoffeln anbpachte. Am 24. April 1923 schreibt sie: „Sonntag. Ich bin heute nicht ausgegangen. Ich wusch mein Haar, las in der Biber und bente an die Leute, die heut in der Kivche sind, und schreibe dies um 11 U^rr abends, nachdem
andern Staaten findet Bor allem aber kommt es mir hier, wo ich von den seelischen Bedingungen de» deutschen Menschen spreche, auf folgendes Ganz allgemein an:
tne Fortschritte der Wirtschaft, insonderheit der Technik, und der märchenhafte Aufschwung bes Per- kehrswriens machen die Erde immer kleiner und führen auch unser Volk in ein noch unabsehbares internationale» (foricbeben hinein. Zwar erleben wir, troh der Beschlüsse der Weltwirtschaftskonserenz als große EntwikNungsrichtung die Herausbildung nationaler volkswirischailen über die ganze Erde hinweg. Gerade auf dieser laffadx beruhen so die Hemmungen unserer Ausfuhr. Gleichzeitig sind ober entstanden und entfallen sich mehr und mehr internationale wirtschaftliche Beziehungen durch Kartelle und andere Zufammenschlüste verschiedenster 21 rt. E» gibt schon beute ein internationales Wirtschastsgeevebe, das nicht mdbr wie früher nur im Austausch der Waren von Land zu Land be-
zurückaelassvN worden, und sie pflegte ihn so zärtlich und aufopfernb, wie wenn er ihr Gatte gewesen wäre. Sie lernte, die Flinte zu gebrauchen und Fallen zu stellen, tötete Bären, fing Füchse und andere kleine Tiere, schlug Löcher ins Sis. um Fische zu gewinnen, und ernährte den Todkranken, der trotz ihrer Pflege starb. Boice sand die Leiche Krrights in seinen Schlafsack aus fXemrtierfeÜ gehüllt, in dem er sechs Monate vorher gestorben war. Ada halte nicht den
ausgeprägt in seinen grohen Leiftungen Wenn ich in die Zukunft schaue, weih ich. wie viele» noch fehlt, damit wir stark genug sind, um un» al» zu behaupten. Blicke ich aber virürf in die ganaenhcst. so sehe ich Gewaltige». da» mir macht- 34 sehe sogar, daß bat deutsche Bott
Wut gehabt, ihn zu beerdigen. Aus seine Der- anlassung hotte sie ein Tagebuch geführt, und dieses einzige Tagebuch, das je eine Eskimofrau in Englisch geschrieben hat. ist ein ergreifendes heldenhaften Ausdauer. Sie
stunden vollbracht Hot, M» ob sein einheitliches volksgesühl schon ganz stark aewesen wäre Der Anfang war damals, al» das staatliche Gesäß im Bi»marckschen Reich geschaffen war, und in der Zett Der Horberritung de» Volkes w dieser arosten Tat. Der Aufbau der deutschen Wirtschaft und Macht seit 1870 ist eine Leistung, wie die Weltgeschichte sie nur selten ausweist. Der Schmied, der das Reich geschasten, führte den Hammer nicht mehr in der Zett de» grössten wirtschastttchen Aus- schwunas. Sind nach seinem Ausscheiden Führer hancmcicn, stark genug, um in diesem ungestümen Anschwellen der Flut festen Kurv zu steuern? Das Fragen führt zu nichts, aber die Tatsache besteht: das Volk. Kops- und Handarbeiter, Hat sein große» Werk. Und dann kam der Krieg. Erst rückschauende Geschichtsschreibung wird, glaubt ich, in vollem Matze zur Erkenntnis bringen, wie groß das Heldentum von Heer und Heimat in diesem Kriege war, handelnd und duldend Und:
entscheidend sind. Deutschland mutz mit allem Fle,ß trachten, sich nach den Fähigkeiten und Anlagen feine» Beste« in dieser werdenden Überstaatlichen Wirt- schuftsweit Ansehen und Einfluß zu oer- f(bähen. Wir müssen mit ganzer Bereitschaft mit- arbeiten, wo die andern un» gegenüber guten Dillen» find Aber auch hier würbe unsere Lage nicht mir fachlich, sondern oft auch ieettsch leid)- I« r sein, hätten wir unsere natürliche politische Macht. Wir dürfen deshalb nicht der Versuchung erliegen, im» seelisch einfangen au lassen von diesem weltweiten Werden, das den Reiz der jungen Äraftentfaltiinfl hat Gerade wir in unserer Ohnmacht müßen uns zu diesen Dingen, so ernstlich und aufridytig wir an ihnen arbeiten, a u 4 i n n c r • lid) nur al« Deutsche einstellen.
Und die andere Seite de» (Befamtlebene der Völker, die weltpolitische, bietet für uns ein ähnliche» Bild. Allgemeine Gedanken, wie die eines
Tagebuch beenden sich Gebete, die ihr Gon- Der trauer, offenbaren. Ihr Glaube wurde auch nicht getäuscht: Itc wurde gerettet und von Dolce nach Rome gebracht. Stefan firm veranstaltete eine Tournee mit ihr durch die Berelmgten Staaten, um sie über die furchtbaren GriednUse aus der Wrangelinsel b mteeayrbringen. Aber im Frühl.ng 1924 wurde ihre Sehnsucht nach dem Borden so grvtz. daß sie nach Borne zurück- kehrte. CTn Alaska wurde ihre Gesundheit immer schlechter, sie konnte nicht mehr arbeiten und ist jetzt mittellos nach der Heimat zurückgekehrt, um dort ihr Leben zu bektfieften.
Die man Krokodile dressiert.
Der französische Kapitän Watt ist wohl der einzige Tierdresseur, der mit einer Schar gezähmter Krokodile auftritt. Heber die Schwierig- icit bei der Behandlung dieser Tiere weih er allerlei Interessantes zu erzählen: ..Sine vollständige Dressur der Krokodile läßt sich nicht durchluhren. Der einzige Weg. aus dem man sie gefügig machen kann, fft der. dah man ständig mit ihnen arbeitet und sie niemals aus den Augen läßt. Aber selbst dann vergessen sie einen in sehr kurzer Zeit. Wenn ich sie in ihrer Umzäunung zu Hause in Freiheit gelassen habe, so wäre eS sehr gefährlich, sich ihnen zu nähern, wenn sie eine Wette in der Sonne gelegen haben Erst dann wenn ihre Haut vor Hitze zu krachen an’ängt, und sie gezwungen sind, sich an geschütztere Stellen zuruckzuztehen. sind sie so wett, datz ich mit ihnen üben kann. Wenn man von einem Krokodil angegriffen wird, so ist die wirksamste Berteidigung. das Tier kräftig auf die Base zn sch agen, denn dort ist seine empfindlichste Stelle. 3n jenen vergange.-.en Zeiten, da die Flüsse Amerikas und Indiens mit diesen hässlichen Ungeheuern angefüllt waren gestaltete sich die Jagd auf sie zu einem höchst gefährlichen Unternehmen. Jetzt hat man Methoden gefunden, um sie ohne firohes Risiko zu fangen. Man benutzt dazu einen angen und starken Stock, der etwa zehn Fuß lang ist und an dessen Ende sich ein Haken befindet. Wenn das Krokodil sich mit feinen Zähnen in dem Haken festgebissen hat, wird es herausgezogen und gefesselt. Sin Krokodil verspeist häufig 50 Pfund Fleisch auf einem Sitz, kann aber dann auch zwei bis drei Monate ohne Bahrung auSkommen. Seine Hauptspeise besteht in Lunge und Leber von Pferden und Rindvieh, und manchmal in Zischen. Obgleich sie von Balur Fleischfresser sind, verichmähen die Krokodile auch vegetarische Kost nicht. DaS Weibchen legt etwa 50 bis 60 verhältnismäbig kleine weihe Sier, immer eins in etwa einer Minute: dann ver- Säbt es die Sier unter einer leichten Schicht von rnd und Laub, und kümmert sich rJdu mehr darum, bis sie ausaebrütet sind. Merkwürdigerweise halten die Krokodile, wenn sie wild gefangen sind, stets einen Winterschlaf; werden sie aber in der Gefangenschaft geboren, so bleiben fte den Winter hindurch wach. KrokodUe erreichen ein sehr hohes Alter. Sin Krokodil- Methusalem, der auf einer Farm In den amerikanischen Südslaaten lebt, soll es aus über 100 Jahre gebracht haben: man schätzt daS Alter der Krokodile nach der Breite ihrer Schnauze, die sich alle 50 Jahre um einen viertel Zoll verbreitert. Die Haut eines Krokodils ist heute je nach dem Alter zwischen 60 und 100 Mark teert: man verwendet aber nur die Haut über dem Magen."
Insel des arktischen Ozeans lebte und den letzten Uebetlebenben bis zu seinem Tode pflegte, befind« sich im größten Skend und Kt von Borne auf einem Handelsschiff nach tfrrcr Heimat, der Kodiak-Insel in der Alaska-Gruppe, abgesegelt, um hier zu sterben. In der Beu Yorker World erscheint ein Aufruf, der zur Rettung dieser vergessenen Heldin der Polarwelt aus fordert und i^r ergreifende» Schicksal erzählt. Ada. die in einer dunklen Schneehütte zu Kvdtak au" a.-wach- sen war. lernte in der christlichen Mi'sion zu Rome lesen und schreiben, nähen und kochen unb heiratete dann mit 16 Jahren den SSkimv Black- jack. dem Re drei Kinder gebar. AIS jteci ihrer Kleinen starben, ertrug Re nicht langer die brutale Behandlung ihres ManneS. sondern trennte sich von ihm und lebte mit ihrem Sohne Bennett als Bähe rin auf Borne. Als nun im Juli 1921 vier Männer auf Veranlassung von Stesanffon aufbrachen, um die Wrängel-Insel für die britische Regierung m Besitz zu nehmen. da war es ihnen sehr teittkommen. eine Sskimo rau, die nähen und kochen formte, mitzunehmcn. und so schickte die damals 23jäfyriae Ada ihren Sohn zur Mutter nach Kodiak und fuhr mit ihnen auf der ..Silberwelle" nach der einsamen Infel. Die Männer hatten Dorrat und Munition für wenigsten- ein Jahr mitgenommen und hofften, im folgenden Jahr neue Zufuhr zu erhalten, eine Hoffnung, in der sie furchtbar getäuscht wurden. Als die „Silbcrteellc" wieder abfuhr, blieben sie mit der Sskirnofrau auf der Insel. Aber im nächsten Jahr formte das Rettungsschiff infolge der Tis Verhältnisse nicht durchkommen. und so verflossen zwei Jahre, bi- eine Rettungserpedi- tion wieder auf der Wrangelinsel landete. Der junge Schotte Harald Boice, der biS zu der eihaen Küste vordrang, sah die Zelte noch aus- gerichtet und hoffte, aut rechten Zeit zu kommen. Aber keine Weitzen kamen ihm entgegen, sondern daS einzige Wesen, das halb lachend. £alb weinend sich herbei schleppte, war Ada Black- lack. die Sskimo'rau. Drei der Männer waren acht Monate vorher ausgebrochen, um über das
wußte» Bokksaesühl beranwuchs, alle Schichten umfassend. Unser deutscher Staat aber, unser Bismarck-Staat, wurde nach knapp einem halben Jahrhundert Reichsherrlichkcit zerschlagen. Zwar ist die Reichseinheit geblieben als echte Leistung des Volkes selbst. Darüber hinaus sind wir Deutschen nun vor die Aufgabe gestellt, ein Volk im wahren Wortsinne zu werden, ohne das stark- wandige Gesäß, in dem andere Völker die innere Einheit erworben haben. Dis zum Zusammenbruch war es so, dah, wer die Macht im Staate besaß, damit hn gewissen Sinne auch das Volk hatte. Jetzt ist der starke Staat nicht mehr, an dem unser Volks- gefühl sich einstmals emporrichtete. Diele beste deutsche Menschen kommen sich deshalb wie verwaist vor. Aber nicht mit solchen Empfindungen werden wir die Zukunst zwingen, sondern wir müssen ganz klar die Aufgabe vor uns erkennen, nun doch im wahrsten Sinne ein einheitliches Volk zu werden, auch wenn kein starker Staat uns stützt. Die Ausgabe ist so groß, daß es nur zweierlei gibt: entweder unter ihr erliegen und dann politisch und kulturell zermahlen werden, ober an der Schwere der Ausgabe wachsen und das Wort sprechen: „Run erst recht."
Da ist das erste, daß wir den Glauben an u n s e r B o l k in uns mit aller Macht entwickeln. Wenn ich sage, ich glaube an das deutsche Volk als Ganzes, so kenne ich selbstverständlich allen Zwist und alle Zweifel. Ich meine damit gor nicht die Parteikämpfe als solche. Parteien und Partei- kämpse gibt es in anderen Völkern auch, und die großen weltanschaulichen Gegensätze in der Politik sind nun einmal mit dem Wesen unseres Volkes tief verbunden oder aus dem wirtschaftlichen Werden der Gegenwart geboren. Was dagegen bei uns im allgemeinen nicht hinreichend entwickell ist, das ist die schlechthinnige Hingabe an das Volk als Ganzes, gleichgüllig, wie der einzelne parteipolitisch denkt. Auch Angehörige anderer Völker sprechen sich in der Unterhaltung mit Deutschen offen über die Verhältnisse ihres Vaterlandes aus und halten nicht etwa grundsätzlich zurück mit ihrem
ich euw Xafle Xe« getrunken." Am 11. Juni, bem Tag. btoot Knight starb. Drichnct Re auf. .Knighi geht e* sehr schlecht. Tr sieht auS. wie
Reiches nach dem Zusammenbruch nicht ein Beweis bafür, daß bas Bewußtsein ab Volk schon kraftvoll ist? Zweimal hat das Volk bie Gefahr des Auseinanbersallen» beftanben, in den Zeiten größten politischen Jammer» nach dem Abschluß der Kampfhandlungen und bann roieber, al» der Ruhrkamps zu Ende war. Ist schließlich nicht auch der Anfang ber Wieberausbauarbeit eine Ruhmestat bes beutschen Volkes, so Schwere» ba gcrabe noch vor uns liegt? Wir dürfen uns In keiner Weife verheimlichen, wie weiü wir noch vom Ziele entfernt sind. Aber, um ba», was bereits geschehen ist, richtig zu würdigen, ist es trieb leicht gut, einmal fern von ber Heimat gewesen zu En. Dann hat man bas kopsschuttelnde E r • tunen gesehen, mit bem andere Völker den ieberaufftieg Deutschlands begleiten. Das deutsche Volk hat vor, in und nach bem Kriege Leistungen vollbracht, bie wohl f a st ohne Ebenbild in der Geschichte ber Menschen sind.
Haben wir den (Stauben an unser Bott, fo bürten unb müssen wir at» Zweites auch bie Hoffnung auf die deutsche Zukunft hegen Diese
Auch mit seinem kulturellen Leben hat ber Deutsche feinen Stanborl auf (Erben zwischen West und Ost. Ein ganz falscher Gedanke wäre es, sich bas Deutschsein als eine Abkapselung von anderen Kulturen vorzustellen. Auch burch verdrossenen Groll über viel uns wibersahrenes Unrecht darf keiner sich auf diesen Irrweg treiben lasten. Wir bleiben unserer Lage als Volk der Mitte nur treu unb folgen bem Vorbild unserer Besten, wenn wir das Menschsein stets als verschlungen in das Deut schsein empfinden. Wir sind stolz dar- auf, daß wir im Laufe ber Geschichte an geistigen und seelischen Gütern viel ben anderen Volkern geben konnten, unb sprechen gern aus, dah wir den anberen Völkern für unsere Entwicklung viel verdanken. Aber wer als Deutscher bei der großen Arbeit im Dienste der Menschheit ben deutschen Wurzel st ock verliert, der ist nur noch ein tönendes Erz.
Diese Ueberiaft schwerster innerer unb äußerer Ausgaben ist nun auf unser Volk gefallen unter ge • schich11ich ungünstigen Voraussetzungen. (Ein großer Unterschieb besteht ja zwischen unserem geschichtlichen Werdegang und ber Geschichte anderer Völker, z. B. der Franzosen ober ber Briten. Diese beiden Volker sind schon seit langer Zeit in bewußter Weise Volk, unb ber Staat ist bei ihnen bevbalb, auch wenn er stark ist, doch nur dasGe - fäß. in dem bas Volk seine Selbstbehauptung unb Selbstentwicklung vollzieht. Wir Deutschen waren gerabe in der Zeit, als diese Nachbarvölker zur Reise kamen, oft nicht mehr als eine Kultur- ober Sprachgemeinschaft, von unserem Land ist bamafs das böse, aber nicht unrichtige Wort gefallen, Deutschland fei ein geographischer Begriff. Den Uebergang aus diesem Zustand der Formlosigkeit zu einem festen Reichsgedttde hat bann, so heiß bas Volk auch bie Einheit ersehnte, führend doch die Staats kraft verwirklicht, besonders bie Kraft bes preußischen Staates. Auch in Frankreich und England hat einstmals die Staatsgewalt das Gefäß geschossen. Aber diese Völker hatten danach eine johr- nunbenlangc glückliche Entwicklung, in ber ein b e»
Deutsch sein!
D<m Dr. Hans Locher, et?em. Aetchslanzler.
Dauernde Bereitschaft unsere» Bolkedewußtiem» haben wir Deutsche nonger al» andere Völker Denn »ich« nur bte poltttsche Latze unsere» Lande», son- hem unser gesamte» Sein al» Volk werd durch bjf Tatsache bestimmt, daß wir unbewaffnet ba- flehen inmittert einer wafsenstarrenden Wett. Da» ist der Kern be» deutschen äch-ck'al». Die Wach- Haltung ber Wehrkraft eine» Volke» bittet ben Deich, durch ben ba» Volk sich gegen Ihberftutung durch fremde Macht und fremde nrt schützt. Der Ausgang be» UBellfncaei unb der Her- trag von Versailles hoben diesen Deich bei un» niedergelegt So hoben wir nur noch unsere seelischen Kräfte, um un» inmitten der andern Völker zu behaupten. Wir können untere Eigenart, unsere Kultur, unser Selbst nur ausrechterhalten, indem wir bas Deutschempfinden m uns so stark tote nur möglich machen. Rur dadurch werden wir auch wieder zu einem Staat kommen, der wirklich gleichberechtigt neben ben anderen und frei ist, 'Iber die Schwierigkeiten häufen sich guf dem Wege zur/Freiheit. Zur Zeit mipfinben wir vor anderen
Sie wirtschaftlichen Schwierigkeiten Eine un- gd)rare Belastung unb Bedrängnis ist für unser Volk au» ben internationalen Birp»lid)tungen entstanden, bie wir infolge bes unglücklichen st netz saus- ganges Haden auf uns nehmen mästen. Diele* Bündel von Schwierigkeiten wird in einiger Zeit in ben Brennpunkt ber praktischen Politik rucken. Dabei ist bte wirtschaftliche Grundfrage imferet Leben» noch nicht gelost, baß Deutschland sein Volk nicht einmal notdürftig au» seinem Boden ernährt, obwohl die» möglich wäre, und daß andererseits unb alle Tüchtigkeit der deutschen Au»-
) ri n I) u ft r i e die Grenze ihrer Leistungen an Aufnahmefähigkeit und Aufnahmebercitschaft ber
Pein manchmal beobachtet wie lange ein Dei lieber ein Gespräch svttsenen kann, in dnm er über eigene Dolksgenosten Ausländem gegenüber abfällig urteilt. während ber Ausländer viel früher an ben Punkt kommt, an bem er sich in erster Linie a I» Angehöriger seine» Volke» suhlt Hier liegt eine wirkliche Schwäche unsere» Volkstum», die es zu überwinden gilt.
aber fo tief uns auch bie» Unuriänghctx erregt, das wahre Wesen des deutschen Volke» scheint mir
größerem ober kleinerem streife, ber sich auch politisch irgenbroic ausbrückt, flrxb in der Hauptsache nur die Splegelroirfung wirtschaftlicher Vorgänge. Auch hier bürsen wir bei aller Anerkennung des wirt- schastlich vernünftigen nicht veraessen, daß eine für da» deutsche Volk gesunde Enlnffcklung sich nur an- bahnen kann, wenn über die Voraussetzungen unb Bedingungen zwischen Gleichberechtigten verhandelt wirb. Wollen andere Staaten ernstlich sorischreiten auf dieser Linie, so müssen wir zu- oörbcrst baRir sorgen, daß ein wirklichcrAus- gleich zwischen ben Staaten hergestellt wirb, unter besten Segnungen ein allgemeiner, echter Friede etttüben kamt. Die Geschichtsschreibung wird es gewiß nicht dem deutschen Volk zur Last legen, baß die allgemeine Abrüstung trotz ihrer Verbriefung im vertrage von Versailles nicht ooran- geschritten ist. E» wird sich .zeigen, ob aus ben neuen Qknfrr Beschlüssen Tatsachen erwachsen. Richt ohne Zusammenhang mit ber allgemeinen europäischen Krage ist Deutschlands Lage zwisäten Vst unb West. Deutschland hat durch leinen Eintritt in ben Völker- bunb und den mit Rußland abgeschlossenen Berliner Vertrag bekundet, daß es nach alle n* Richtungen in Frieden leben, aber nicht zwischen West und Ost wählen will. Ob mir in vergangenen feiten einmal stark genug waren, eine solche Wahl zu vollziehen, ob sich bann unser Schicksal glücklicher gestattet hätte, das ist eine von jenen müßigen fragen an bie Vergangenheit, aus die es keine Antwort gibt. Heute haben roir aus der einen Seite bie Mächte, die uns, wie besonders der Stand der allge- meinen Abrüstung unb ber Räumungsfrage zeigt, noch immer bie Gleichberechtigung nicht zugesian- den haben. Auf der andern Seite haben wir bas russische Volk, besten Führer noch immer den Gedanken nicht aufgeben, ihre für uns völlig unmögliche Staats- unb Wirtschaftsform auch anberen auf- rwzwingen. Kann man sich eine politisch -ernstere Lage denken?
f)offnung hat freilich nur dann eine Wurzri In ber Wirklichkeit, wenn wir auch mü Hingebung an bet Sribfterziehung be» Deutschen arbeiten. Richt, werden sicher die erreichen, oi» verzagen oder meinen, mir neuer Zwang zu großem Tun ober neue schwere Rot könne unser votk fester zusammen hä mmern. 9bemanb kennt ba» Schicksal, ba» ber Wettenlenker unserem Volke Vorbehalten hat Ader darum dürfe» wir nickft erlahmen tn ber Arbeit an un» selbst. Eine Zuversicht, die Berge versetzt, kann mir erwachsen aus dem Bewußtsein eigener Ä r a f L Auch ein anderes noch muß sein, um das einheitliche Dolksbewuhtlfein wachsen zu machen. Wir müssen im Geiste unseres ehrwürdigen Rrichsoräsidenten lernen, gegenüber ben anderen nicht nur bas Trennende zu betonen, sicher, innerpolitischer Kampf ist unoermeiptid). Fest unb ernst soll jeder darin feinen Mann stehen. Aber um diese» Kampfes willen brauchen wir nicht denen, die ooli- tisch anders denken, das vaterländische Grundgefühl abzusprechen, auch nicht denen, bie nach unserem Urteil viel zu weit und mit unbegründeten Hoffnungen tyi ml berge ben in bas Gebiet bes Internationalen. Richt burch Betonung bes Gegensätzlichen «können wir in den fflrunblagen unsere» Lebens zum einheitlichen Volk werben. Wir können dies nurdurchHegungdesgemein- fernen vaterländischen, das trotz allem da ist. Der Zweifel hat nochnie die Pforten der Hölle gemengt. Wie es eine Magie ber Tat albt, in der unser Volk sich immer wieder bewahrt hat, wie e» eine Magie her Persönlichkeit gibt, deren straft uns an einer Persönlichkeit wie Hindenburg besonder» deutlich wird, so gibt es cftich eine Magie bes anerfennenben Wortes. Ich bin überzeugt, baß am besten für das einheiiliche Volksgefühl wirkt, wer sich bes großeä oaterlanbisä^en Grundstrom» im deutschen Volk bewußt ist unb ihn auch freimütig anerkennt im politischen Ringen um die Seele des Volkes.
lieber allem aber muß un» sieben bie Liebe zu m Vaterland. Mit dem Glauben an inff er Volk un> ber Hoffnung auf deutsche Zukunft leitet sie uns, unb sie muß bie größte unter ihnen fein. Die Schatten, die auch wir sehen dürfen in uns nicht mächtig werden. Das Licht der Liebe, bem wir nachschreiten, muß urfferen Schritten Flügel geben. Die Liebe zum Vaterland quillt aus bem Innersten jedes deutschen Herzen» als ein Ausdruck unseres hebens fewft. Sie foll unser festester Anker sein durch alle Rot hindurch und was auch kommen möge.


