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Nr. 56 Drittes Blatt

Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)' Dienstag. 6 März (928

Turnen, Sport und Spiel.

Bezirksgeräteiurnen des 2. Bezirks D.T. in Heuchelheim.

Das diesjährige Wintergeräteturnen des LDezirks des Turngaues Hessen fand am Sonntag in Heuchelheim unter zahlreicher Beseitigung statt. Dem Bezirlsturn- wart Schüler, Wehlar, stellten sich 185 Turner zum Wettkamps. Er gedachte vor Beginn des Turnens des Volkstrauertages und er­mahnte die Turner, denen, die für uns in de, Tod gegangen sind, die Treue zu bewahren und ihnen nachzuei een in der Erfüllung ihrer Pflicht für das Vaterland. Bor der Siegerverkündigung sprachen noch kernige Turnerworte der Gau­oberturnwart W. Will und der Dezirksver- Ireter W. Erle. Nachstehend geben wir einen Auszug aus der Siegerliste.

Aktive Turner: Teilnehmerzahl 28, Sie­ger 27. 1. Sieg Albert W ü r tz, 157 P.. Tv. Krof­dorf; 2. Heinrich Mehl, 152 P., Tv. Gcoßen- Linden: 3. Fritz Derghäuser, 146 P., Tv. Nieder­girmes; 4. Albert Leun, 145 P.. Tv. Großen- Linden; 5. Rudolf Paul, Tv. 1846 Gießen, und Theo Rinn, Tv. Heuchelheim, je 144 P.; 6. Otto Bepler, Tv. Heuchelheim, und Arthur Kreiling Mtv. Gießen, je 143 P.; 7. W. Zimmermann, Tv. 1846 G eßen, und Karl Leinweber, Tv. Treis, je 142 P.; 8. Wilhelm Wagner, 139 P.. Tv. 1846 Gießen; 9. Richard Belten, 138 P., Tv. Leih­gestern ; 10. Heinrich Schmidt, Tv. Hermannstein, und Karl Stork, Tv. 1846 Gießen, je 136 Pi

Jugend-Oberstufe: Teil, ehmcrzahl 15, Sieger 13. 1. Sieg Karl Schlicht, 144 P., Tv. Niedergirmes; 2. Heinrich Hettche, Tv. Treis, Heinrich Mosbach und Fritz evpuck, Miv. Gießen, je 143 P. . 3. Wilhelm Straub, Tv. 1846 Gießen, Heinrich Jung, Tv. Lützellinden, und Adolf Leib, Tv. Krofdorf, je 142 P.; 4. Kurt Horeyseck, 141 P.» Tv. 1846 Gießen; 5. Karl Geh ringer. 138 P., Tv. Grünberg: 6. Karl Schick, 137 P.r 7. August Schott, 133 P.; 8. Kurt Sanger, 131 P.; 9. Wilhelm Iller, 127 P., sämtlich vom Tv. 1846 Gießen.

Jugend-Unter st ufe: Teilnchmerzahl 42. Sieger 36. 1. Sieg Willi Hedrich, 127 P., Tv. Nieder-Girmes; 2. Richard Ritz, 117 P., Mtv. Gießen; 3. Konrad Schaaf. 116 P., Tv. Treis; 4. Max Hardt, 115 P.. Tv. 1846 Gießen; 4. Fritz Arnold, 115 P.. Tv. 1846 Gießen; 5. Wilhelm Klein, 114 P., Tv. Treis; 6. Otto Kern. 113 P., Tv. 1846 Gießen; 7. Hans Bogt, 112 P., Tv. 1846 Gießen; 8. Oskar Hedrich. 111 P., Tv. Nieder-Girmes; 8. Rudolf Graf, 111 P., Tv. Grünberg; 9. Friedrich Brück, 109 P., Tv. 1846 Gießen; 10. Ludwig Will, 108 P., Tv. Treis.

Schüler: Teilnehmerzahl 100. Sieger 78. 1. Sieg Werner Dachmann, 120 P., Mtv. Gießen; 2. Ludwig Lotz, 119 P., Tv. 1846 Gießen; 3. Willi Leidner, 118 P.. Tgmde. Laubach; 3. Karl Rinn, 118 P., Tv. Heuchelheim; 3. Karl Schorge, 118 P., Tv. Großen-Linden; 4. Otto Faber, 117 P., Tv. Großen-Linden; 5. Kurt Fa­ber, 116 P., Tv. Gr.-Linden; 6. Walter Luh, 113 P., Tv. Großen-Linden; 7. Karl Sonntag, 112 P., Tv. 1846 Gießen; 7. Heini Schlamp, 112 P., Tv. 1846 Gießen; 7. Erwin Menges, 112 P., Tv. Großen-Linden; 8. Friedr. Mülln, 111 P., Tv. Klein-Linden; 9. Walther Mehl, 110 P., Tv. Großen-Linden; 9. Willi Ellermeier. 110P., Tv. 1846 Gießen; 10. Walter Belten, 109 P., Tv. Großen-Linden; 10. Ad. Schlicht, '109 P., Tv. Nieder-Girmes.

Der Gießener Turnerschaft fielen zu­sammen 55 Siege zu, und zwar dem Tv. 1846 Gießen 40, und dem Mtv. 15.

Handball, Gau Hessen der O. T.

Mtv. Gießen II Tv. Frankfurt-Fechenheim II 5:2. Mtv. Gießen I To. Frankfurt-Fechenheim I 5:1. Mtv. Gießen (Schüler) Gymnasium (Jugend und

Schüler kombiniert) 1:2.

Der vergangene Sonntag brachte der Hand­ballabteilung des Mtv. einen vollen Er­folg. Mit der ersten und zweiten Mannschaft weilte

Oie goldenen Berge.

Vornan von Clara Viebig.

Copyright by Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart.

6. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Der JosephI Hastig fuhr der Vater zurück. Dann tat er doch wieder ein paar Schritte nach vor. Das hatte er nicht erwartet, daß der Junge kam, aber da er nun einmal da war, sollte er auch ihm will­kommen sein. Was vordem gewesen war, mochte vergessen sein heute. Er sprach:Guten Abend!"

Der Joseph, sich von der Mutter losmachend, sagte auch:'n Abend/ Er war gar nicht verlegen, wem- aer verlegen als der Vater es war

Setz dich, setz dich doch," drängte die Mutter und drückte den Sohn auf die Bank nieder. Hier sollte er sitzen, hier, warm und gemütlich wieder an sei­nes Vaters Herd. Sie strahlte. Also ihr Beten hatte geholfen, ihre Sehnsucht, ihr Hoffen, waren nicht umsonst gewesen, er war da, er war gekommen! Und hübsch sah er aus und eigentlich besser genährt als sie alle.

Simon Bremms Blick überprüfte des Sohnes Er­scheinung. Wenn der Rock, den der Joseph trug, auch wider Erwarten ganz war er hatte im stillen gefürchtet, er würde den einmal in Lumpen feigen, so war doch etwas an ihm, was ihm gar nicht gefiel. Es war Verbummeltes an dem Joseph. So sieht kein Mensch aus, der gearbeitet hat. Das Gesicht des Burschen war nicht voller ge­worden, es war nur aufgedunsen, und die Augen waren nicht so groß und blank mehr, sie waren ver­quollen der hatte wohl viel gesoffen?Wo bist du jetzt? Wat Verdienste dir? Und wonut?'

Laßn doch erst mal sich setzen, zur Ruh kom­men," warf die Mutter schnell ein.Er is ja kaum hier. Bist sicher arg müd, gelt, Joseph?"

Der Bursche lächelte ein wenig: die Mutter glaubte wohl gor, er wäre zu Fuß gelaufen, so dumm war er doch nicht. Er war hübsch bequem mit der Dahn gefahren, nur das letzte Stück nicht, _merl bis hierher ja keine Dahn ging. Er klopfte die yrau auf den schon leicht sich beugenden Rücken:No, Mutter, wie geht et dir dann?" Für sie hatte er immer etwas übrig gehabt und hatte das auch jetzt

Mtv. bei den im Mittelrheinkreis bestens bekannten Fcchenheimer Turnern und konnte mit einem 5:1- bzw. 5:2-Sieg die Rückreise antreten.

Die 2. Eli des Mtv. ging kurz nach Anpfiff mit einem schön erspielten Tore in Führung und konnte gleich daraus einen 16-Meterball verwandeln. Die Frankfurter setzten alles daran, um den Vor­sprung einzuholen, was ihnen auch gelang. Bei Halbzeit stand das Spiel 2:2. Jedoch nach der Pause waren die Leistungen der Mainstädter nicht mehr das, wie zuvor, und dem Tempo der Mtvcr zum Opfer fallend, mußten sie sich mit einer 5:2-Nieder- läge als geschlagen bekennen.

Auch bei dem Spiele der e r ft e n Mannschaft ten gelang es den Gießenern die Führung zu übernehmen; allerdings dauerte die Freude nicht lange, denn Fechenheim glich im Handumdrehen aus. Dem flüssigen Zusammenspiel des Sturmes der Männerturner vermochten die Einheim schen nichts cntgegenzusetzen. Es fielen in regelmäßigen Abstän­den noch drei Tore. Bei dem Stande 4.1 für Mtv. wurden die Seiten gewechsett. Nach der Halbzeitver- legte sich Frankfurt mehr auf das Zerstörungsspiel, blieb ledoch immer im Rahmen des Erlaubten. Das Spiel wurde jetzt fast nur noch in Frankfurts Hälfte ausgetragen. Tormann und Verteidigung hatten riesig viel Arbeit, ober ihr aufopferndes Spiel be­wahrte ihre Mannschaft vor einer zweistelligen Nie­derlage.

Zusammenfassend ist über Spielweise und Rön­nen der Mannschaften kurz zu sagen: Sicheres Fan­gen, auch aus den schwierigsten Lagen, schnelles Starten zum Ball, vor allen Dingen flüssige Kom­bination und Ausdauer bis zum Schluffe ermög­lichten den Mtvern den hohen, aber durchaus ver­dienten Sieg. Nicht zuletzt sei die uneigennützige Spielweise jedes einzelnen lobend erwähnt. In die­ser Beziehung ließ die Mannschaft der Fechenheimer sehr viel zu wünschen übrig. Die Alleingänge und die plötzlich einsetzenden Durchbrüche wurden mei­stens schon von der Läuferreihe abgefangen. Die wenigen Würfe auf das Tor der Mtvcr waren nicht genau genug, um an dem gut arbeitenden Tormann vorbeizukommen. Beide Spiele wurden in sehr ritterlicher, schöner Kampfesart zur Durchführung gebracht; man hatte das Gefühl, daß die Gegner sich hierin zu überbieten suchten. Auf diese Weise wurde dem Schiedsrichter, einem Turner aus Offen­bach, das Amt leicht gemacht. Er gebrauchte seine Pfeife stets zur rechten Zeit und gefiel durch seine korrekten Entscheidungen.

Die Jüngsten, die Schülermannschaft des Männerttirnvereins, spielte gegen eine kombinierte Mannschaft der Jugend und Schüler des hiesigen Gymnasiums und mußte eine nicht ganz ver­diente 2:1°Niederlage einstecken. Unverdient des­wegen, weil sie in bezug auf Zusammenspiel und Sicherheit im Spiele den andern überlegen war. Unverdient auch deswegen, weil die Schüler (bis 14 Jahre) sich gegen die Jugendspieler (bis 18 Jahre) nicht so durchzusetzen vermochten, um gegen körper­lich überlegene Spieler eine ganze Spielzeit durch­zuhalten. Der älteste und größte der Gymnasiasten warf denn auch die beiden einziaen Tore, die der Mannschaft Sieg und Erfolg brachte. Anzuerkennen ist trotzdem der Eifer auf beiden Seiten und die Freude am Spiel

Spielabteilung des L.-L - Gymnasiums

Nächsten Donnerstag fährt die 1. Handball­mannschaft des Gymnasiums nach Wetzlar, um gegen die dortige Aufbauschule ein Wettspiel auszutragen. Die Wetzlarer sind aus der Schule P a u l u s' hervorgegangen und werden aller Voraussicht nach gewinnen.

B. C. 20 Gießen

Trupbach Siegen 3:2 (1:1)

Am Sonntag stand D. E. 20 Gießen 1. Mann­schaft gegen die gleiche des Sportvereins Trup­bach Siegen. Gießen konnte nach halbstündiger Spieldauer durch seinen Halbrechten in Führung gehen, während kurz vor Halbzeit der Halblinke der Gäste den Ausgleich erzielte. Nach der Pause konnten die Gäste in Führung gehen, bald stellte Gießen aber den Ausgleich her. Kurz vor Schluß

fiel für Gießen durch den Halbrechten das Sieges­tor. Die gesamte Mannschaft der Einheimischen war sehr gut. Bei den Gästen gefielen Links­außen, Tormann und rechter Verteidiger.

Fußball am Zugendheim-Opferiag.

Als Hauptveranstaltung im Lahnkreis stieg am Sonntag im Marburger Stadion die Begeg­nung Gau Marburg gegen Gau Gießen- Wehlar, die 3:3 (Halbzeit 3:1 für Marburg) endete. Die Zusammensetzung der beiden Mann­schaften, hie nur Marburg und hie nur Gießen, gab dem Spiel mehr den Charakter eines Städte­spiels. Marburg führte bis zur Pause 3:1 infolge gänzlichen Versagens der Gießener Läuferreihe. Allerdings mußte ®icr ens Hüter den zweiten Treffer unbedingt verhüten. Nach dem Wechsel kam Gießen erst in Schwung, aber außer dem Ausgleich endeten alle noch so gut gemeinten Aktionen im Sand. Ein knapper Sieg der Gie­ßener Elf wäre dem Spielverlauf nach verdient gewesen; so endete die Par'ie remis. Die Gießener Farben vertraten: Brambach; Schneider (1900) Bingel (D. f.B); Will 1 (1900) Kreß I (V. f. B.) Glitsch; Lust (1900) Henrich II Böttiger (D. f. D.) Adelberger (l»?0) Kleinke (V. f. B).

Die zweite Gaumannschaft spielte in Heuchelheim gegen die 1. Mannschaft vom Sportverein 1 920 Heuchelheim. Einige Minuten Spielunterbrechung galten dem Gedenken der Toten. Der Plahverein entschied diese Begegnung mit 3:2 zu seinen Gunsten. Die Gaumannschaft war säst ständig überlegen, verstand es aber nicht, dies zahlenmäßig zum Ausdruck zu bringen. Ein Eigentor und ein aus­gelassener Elsmeterball derKmnbinicrten" ver­halfen dem 931000«^ zum Sieg. Die Gau­mannschaft wies, infolge vieler Absagen, man­chen schwachen Punkt auf. Heuchelheim svielte recht eifrig und wuchtig, der Mannschaft mangelt es nur noch an etwas Tech­nik und Ballbehandlung, ihr Torwart war überragend und hielt die unglaublichsten Sachen. Diese Elf hat jedenfalls durch den Neuerwerb einiger Spieler sehr viel gewonnen. In der Gaumannscha.'t B wa.en Torwart und Rechts­außen vorzüglich, während Verteidigung und Linksaußen (erste Hälfte) versagten und die an­deren nicht mehr als Durchschnitt waren. Es mangelie ehr an Verständnis untereinander. Das Spiel war viel zu hoch. Der Sturm setzte einige Schüsse an Pfosten und Querlatte und hatte auch sonst noch reichliches Pech.

Diesem Spiel voraus ging ein Schülerspiel Heuchelheim gegen V. f.B. Gießen, das Heuchelheim 2:1 gewinnen konnte, allerdings, auf Grund der besseren Leistungen, verdient.

Arbeiter-Turn- und Gportbund.

Bezirkstag.

Am Sonntag fand in Krofdorf der dies­jährige ordentliche Bezirkstag statt. Der Geschäftsbericht tonnte eine weitere Ent­wicklung konstatieren, zählt doch der Bezirk heute 48 Vereine mit annähernd 3000 Mitgliederm Von den 48 Vereinen sind 18 reine Turnvereine, 11 reine Fußballvereine und 19 gemischte Ver­eine. Der Turnbetrieb hat zugunsten der Leicht- athlettk und des Fußballspiels einen leichten Rückgang aufzuweisen, betreiben doch 30 Vereine heute das Fußballspiel. Die Kassenverhältnisse geigten einen günstigen Stand. Das Referat des Kreisoertreters streifte die gesamtorganisatori­schen Fragen, die heute im Vordergründe der Bewegung stehen, und sand ungeteilten Beifall. Das Bezirks fest findet am l.Juli in Steinbach b. Gießen für alle Sparten statt. Die Wahlen ergaben die Wiederwahl des seitherigen Vorstandes. Unter Allgemeines kamen noch einige Fragen über das Bezirksfest zur Erledigung.

Dec Spaitentag der Turner fand am Samstagabend in demselben Lokal statt. Hier waren es besonders technische Fragen, die eine längere Debatte hervorriesen. Der Ge­schäfts- und Kassenbericht konnte befriedigen. Das ««eHBseaeetAVÄ-iar'ÄWiu.uRt -2 rrwsit »T TwuRKsramarixz

sehr interessante Referat des Kreis-Männer- turnwartes über technische Angelegenheiten brachte manches Reue. Die Sahungsberatungen mußten zurückgestellt toer.cn. Die Wahlen ergaben die Wiederwahl des seitherigen Spartenvor­standes. Auch die vorgeschlagenen Techniker wur­den gewählt.

Naunheim Schierstein.

Naunheim konnte unserer Voraussage gemäß gegen Schierstein mit 3:1 gewinnen. Zum Spiel­verlauf fei gesagt, daß das Spiel nicht besriedigen konnte. In der ersten Halbzeit war Schierstein überlegen, konnte jedoch durch Versagen des Sturmes keinen Vorsprung erreichen. Mit 1:1 ging es in die Pause. Nach dem Seitenwechsel kam mehr Fluß ins Spiel, und jetzt war es Naunheim, das zeitweise überlegen war und bald das Führungstor errang. Kurz vor Schluß konnte Naunheim fein drittes Tor erzielen und so mit obigem Resultat als Sieger den Platz verlassen.

Lollar I Wieseck I 3:3.

Hier bewahrheitete sich unsere Voraussage in­sofern, als wohl sechs Tore fielen, beide Mann­schatten sie sich aber tei'ten. Nach Anstoß war es Wieseck, das leicht drückte. Lollar versuchte mit aller Energie, die am Sonntag vorher er­littene Niederlage auszugleichen, doch Wieseck war auf der Hohe. Nach wechselvollem, schi'nem Spiele fielen abwechselnd für jede Mannschaft 3 Sore.

Gießen Großen-Linden 9:1.

Gießen, das sich schlecht mit den schmalen Platzverhältnissen abfinden konnte, zeigte ein tech­nisch überlegenes Spiel. Bei Halbzeit stand das Resultat 4:1. Rach Halbzeit spielte Gießen mit der Sonne im Rücken und formte Großen- Linden ganz einschnüren. Bis Schluß ver­mochten sie das Resultat auf 9:1 zu erhöhen.

Gießen Vuhbach.

Gießen Ib hatte Butzbach zu Gast. In wechselvollem Spiel, in dem zuerst Gießen die Führung übernahm, konnte Butzbach rurz vor Schluß sein 3. Tor erzielen und mit 3:2 den Platz als Sieger verlassen.

Heuchelheim 1 Alsfeld I 2:1.

Man war allgemein auf den Ausg.ng dieses Spieles gekannt. Nach Anstoß folgte ein schar­fes, offenes Spiel. Bei Halbzeit stand das Resul­tat 1:1. Nach Wechsel der Seiten noch schärferes Spiel. Heuchelheim kam in bedrängte Lage, doch wollte es Alsfeld nicht gelingen, etwas Zähl­bares zu erreichen. Gegen Schluß ließ Alsfeld merklich nach. Heuchelheim gelang es jetzt, sein zweites Tor zu erzielen. Noch einmal flammte das Spiel auf beiden Seiten auf, ohne Erfolge xu bringen. Mit obigem Resultat trennten sich die Gegner.

Burkhardsfelden Treis.

Burkhardsfelden hatte den Neuling TreiS a. d. Lumda zu Gast. Burkhardsfelden, das die größere Spielerfahrung befaß, konnte mit 6:2 das Spiel für sich entscheiden.

huagen Naunheim.

Hungen I hatte Naunheim kl tm Rück­spiel zu Gast. In abwechslungsreichem Spiel, in dem Hungen bei Halbzeit mit 3:1 in Führung lag, konnte Naunheim durch zu weites Aufrücken der Verteidigung HungenS bis Schluß bas Resul­tat mit 4:3 zu seinen Gunsten gestalten.

Köln schlägiWesibeuffchland 3:0(2:0).

Am Volkstrauertag standen alle westdeutschen Fußballspiele im Zeichen des W. S. V.- Jugendheim-Opsertags. Das inter­essanteste der Spiele wurde vor etwa 30 000 Zuschauern auf der Hauptlampfbahn des Kölner Stadions ausgetragen, wo sich die in den Spie­len um den D. F.D.-Pokal bewährte west­deutsche Vertretung und eine Kölner Stadt elf gegenüberstanden. Im dem sehr schnell geführten Kampf wurde Westdeutsch­lands Vertretung mit 3:0 geschlagen. Der Sieg der Kölner war durchaus verdient.

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noch.Wie is et dann mit eurem Herbst dies Jahr?"

Man muß zufrieden fein," sagte Stemm.

Es war Joseph Bremm im Grunde gleichgültig, ob sein Vater zufrieden rvar oder nicht, aber die Winzer durften nicht zufrieden sein. Es waren ihrer viele im Mosel- und Rheinland, und nur wenn die unzufrieden waren, konnte man auf sie zählen. Er sagte wichtig: ,Jhr habt wohl nix gehört? Das Rheinland wird rheinische Republik. Dann wird alles hier anders. Mel besser. Wir kriegen eigene Gesetze. Ihr müßt all dafür sein, dann braucht ihr keine Steuern zu zahlen. Et is ja en Jammer, wie schlecht et euch geht. Die Weinberg fressen euch auf, ihr setzt an die euer Leben. In der ganzen Welt :st eure Arbeit die schwerste, sie is noch schwerer als die im Kohlenrevier. Die haben da auch nix zu lachen, aber die würden sich doch bedanken, mit euch zu tauschen."

Wir Heben unsere Arbeit," sagte Brcmm.

Der Joseph schwatzte weiter:Aber wat habt ihr davon? Ihr seid ja zu dumm! Geld habt ihr d o ch nit Denn was ihr an Geld verdient, dat is ja nix wert. Die Millionen, die Milliarden vom Reich, all die Papierschein sind Dreck, lauter Dreck. Nur das Geld der rheinischen Republik, der rheinische Gulden ..."

So, der is also wat wert," unterbrach Stemm den Sohn. Und nun war fein Ton rauh:Und wer hat dich so gut eingelernt?" In den Augen des Vaters begann etwas aufzuglimmen.

Der Sohn beachtete das weiter nicht; er mar ganz im Eifer:Der Dorten, der is der richtige Mann für uns. Der steht sich auch gut mit den Fran­zosen ..."

.Rängen sollten se den Lump!" Der Mann fuhr plötzlich schnell aus. O Schande, zu denen gehörte der Bengel?! So inmtm, wie der grüne Junge sich dachte, war er noch lange nicht, er hatte genug ge­hört von denen, von denen da! Seine Hand machte eine Bewegung, als wiese er etwas von sich in weite Ferne.Die sind ja weit schlimmer als die Fran­zosen. Die sind unsere ärgsten Feinde!" Als der Sohn etwas entgegnen wollte, schrie er ihn an:Halt dein Maul!" Mit großen Schritten stapfte er durch die Küche. Nun blieb er dicht vor dem Burschen stehen,

seine Augen bohrten sich dem von ganz nah ins Gesicht:Und zu solchen Kerlen gehörst du? Du, einer von hier zu Haus, ein Winzersohn mein Sohn?!"

Unwillkürlich fuhr der Sohn jetzt zurück, er sprang von der Bank auf und lehnte sich gegen die Wand. So hielt er sich wenigstens den Rücken gedeckt, der Alte war ihm ja gefährlich nahe auf den Hals ge­rückt. Aber er sollte sich nur unterstehen, ihn wieder anzurühren!

Joseph, Joseph!" Die Mutter schrie in Angst, sie sah, daß der Sohn die Faust geballt hatte:Du wirst doch nit deine Hand gegen den Vater er­heben?! Mann, Mann!" Sic umklammerte ihren Bremm.

Aber Bremm ließ die Arme schlaff herunterhän­gen, sie waren ihm auf einmal wie gelähmt: was nutzte es, wenn er den da züchtigte? Der wurde da­durch doch nicht wieder fein Sohn sie waren und blieben getrennt. Mit einer Stimme, in der zugleich Schmerz wie Empörung waren, sagte er, sich zur Ruhe zwingend:Wenn du nur dazu hergelommen bist, um mir den Unsinn zu erzählen, hättste weg­bleiben sollen. Wir Winzer sind arm, et is uns noch nie sonderlich gut gegangen, aber wir fallen darum vom Reich doch nit ab. Wir werden keine Fran­zosenknechte."

Franzosenknechte!?" Der Bursche schlug eine laute, höhnende Lache auf:Als ob ihr nit längst ärgere Knechte wärt, Knechte von einem Reich, das sichnen Dreck um euch kümmert. Nur wenn Steuern zu zahlen sind, bann is et da. Steuern, ja und was gibt es euch dagegen?! Brot?! Hilft es euch, wenn ihr in Not seid??!"

Simon Bremm hob wie abwehrend beide Hände; es arbeitete in feinen Zügen, er war erblaßt. So ganz unrecht hatte der Jung jetzt nicht; es stieg ihm Bitteres auf in der Kehle, aber er würgte es hin­unter. Mit rauher Stimme stieß er heraus:Du trift en nixnutziger Lump!" Und ohne noch weiter etwas zu sagen, ging er schnell aus der Tür.

Jesus Maria, ach Jung, Jung!" Die Frau weinte auf.

Der Joseph stand etwas betreten da, die Frech­heit hatte er auf einmal verloren.

Me Mutter faßte nach seiner Hand:Geh, lauf ihm nach! Gib ihmn gut Wort! Versöhnt euch! Ach, se haben dich ja nur irre gemacht, et is lauter dumm Zeug. Bleib du nur bei uns ach, wenn ich bächt, du gingst nu fort und im Bosen, ich schlief keine Nacht. Ich fänb auch keine Ruh in der Stunb des Todes. Joseph, mein Joseph!" Sie hatte ihn mit beiden Armen umfangen.

Er machte sich frei:Laß Mutter!" In der Be­drängnis seiner roiberftreitenben Gefühle war er unwirsch. Wozu so ein Spektakel? Der Alte würbe schon einsehen, wie recht er hatte, und wie dumm er selber war. Der Vater war ein Narr. So ein alter Esel! Er fing an zu schimpfen.

Die Frau legte ihm rasch die Hand auf den Mund:Geh nach oben, mein Joseph! In der Kam mer von den Jungens steht noch dein Bett, leg dich drein!" Ach, sie war ja so glücklich, daß er gekom­men war, sie würde ihn nun nicht wieder hergeben. Sie rannte zum Weihwasserkesselchen bei der Tür und betupfte ihm Stirn und Augen. Sie streichelte ihn:Schlaf! Schlaf gut, mein Kind! Die heilige Jungfrau behüte dich!"

Aber der Joseph konnte nicht schlafen. Er horte die Mutter unten in der Küche noch meinen, der Vater war wiedergekommen schalt er mit ihr? Seine Stimme klang rauh und heftig. Morgen würde es auch nicht angenehmer hier sein. Ein Gruseln überlief den Joseph: warum war er eigentlich heimgekommen? Um den blinden Schafs­köpfen hier ein Licht aufzustecken? Ober aus einem Gefühl heraus, das ihn manchmal überkam, bas er bann als lästig empfand, und das er doch nicht los­werben konnte? Eine schone Dummheit.

Er stand wieder auf. Behutsam, baß die alten Dielenbretter nicht krachten, trat er auf. Die Brü­der schliefen fest, er betrachtete sie mit einem bösen Lächeln: die würden dem Alten dennichtsnutzigen Lump", den ihm der an den Kopf geschmißen hatte, vielleicht auch einmal heimzahlen.

Leise schlich er dann die Treppe hinab. Unten war es jetzt ganz still. Aber die Mutter meinte sicherlich noch in ihrem Bett. Er stand einen Augenblick zögernd: mürbe sie am Ende sehr traurig fein? Ach ja, das würde sie, traurig sein, wenn er morgen früh nicht mehr da war.

(Fortsetzung folgt.)