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Marineoffiziere, die ebenfalls an Bord Frankfurter Allee im Ost fink Wiese warf das Luftschi

sten der Stadt, an der Weber-

Aus Berlin kommen schlechte Wetter

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Unveränderte Lage im AusspeMngsgebiet

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Wolffs Telegraphisches Bureau ab, der von einem eilfertigen Finder im Auto dem Empfänger binnen einer knappen Viertelstunde über­bracht wurde. Nach Beendigung seiner ungefähr eine halbe Stunde dauernden Schleifenfahrt über Berlin entschwand das Luftschiff wieder in Richtung Staaken.

Anuahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

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Chefredakteur

Dr Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange für Feuilleton Dr fj.Thgriot, für den übrigen Ted (Ernft Diumschein; für den An­zeigenteil Kurt hillmann. sämtlich in Gießen.

3n der Unterhaltung, die einen größeren Teil der Gäste die ganze Rächt zusammenhält, wird hie Frage des Ortes für den künftigen Luftschiffhafen lebhaft erörtert. Die di da tu r Berlins dürste in Stadtbaurat Dr. Ad - l e r einen sehr beredten Fürsprecher gesundeir haben. Es scheint jedoch, daß klimatische Bedenken dieser Wahl entgegenstehen. Dr. ®cfener, soll auf dem Standpunkt ftefyen. daß erst die neue Halle und das größere und stärkere Luftschiff gebaut werden müßten, ehe diese Frage überhaupt zur Ent­scheidung kommt. Der jetzigeGras Zeppelin" wird ja den Ozean nicht mehr sehen.

Die Fahrt geht weiter über Marburg und Kassel, es ist 6.30 Tlhr und am östlichen Himmel zeigt sich der erste Schimmer des Tages. Run schieben sich aber auch d i e Morgennebel zwi'chen das Luftschiff und die Erde und ein frischer Wind saust um seine Flanken, nachdem die ganze Nachtfahrt unerhört friedlich gewesen war. Braunschweig bleibt zur Linken. Die Fahrt geht direkt ostwärts. Lim 8.20 Llhr wird d i e Elbe bei Tanger­münde überflogen. Die Sicht läßt zu wün­schen übrig, aber trotzdem wachsen immer noch die Eindrücke, die die wundervoll durchgeführte Fahrt bei jedem Teilnehmer hinterläßt. So geht es dem Festtage entgegen, den Berlin dem Luft­schiff und seinen Helden in Wahrheit Helden bereiten will.

//Gras Zeppelin" besucht die Neichshaupisiadi.

Nächtlicher Start in Friedrichshafen. - In aller Frühe über Gießen. - Nach siebenstündiger Fahrt über Berlin.-tim 9tihr46 in Staaken gelandet.

n a ch r i ch t e n. die mit einigem Kummer aufge­nommen werden, weil sich alle auf den in Aus­sicht gestellten Empfang freuen. Umsomehr kann das Luftschiff sich Zeit lassen. Der Kurs wird also auch jetzt nicht schnurstraks auf Berlin ge­nommen, sondern über Darmstadt, dos um 4,50 Llhr, über Frankfurt a. M., das um 5,10 Llhr überflogen wird und über Gießen, das man 5,40 LIHr passiert. Immer wieder unvergeß­liche Eindrücke, die die Fahrt zu einem wahren Erlebnis machen.

tieber Berlin.

Von der Bevölkerung jubelnd begrüßt.

Staaken, 5. Koo. (IBIB. Funkspruch.) Schon im frühen Morgengrauen bot der Flugplatz Staaken, wo heule der Zeppelin landen soll, ein lebhaftes Bild. Zahlreiche Autos und Autobusse rollen heran. An allen Straßenkreuzungen steht ein großes Aufgebot von Schutzpolizei, die in muffer- haster weise den Anmarsch der Massen regelt, viele Fußgänger kommen, die es sich trotz des schlech­ten Wetters nicht nehmen lassen wollen, bei der An­kunft des Luftschiffes am Platze zu sein. Man sieht viele bunte Schülermühen, auch viele Angehörige der Reichswehr. Die eintreffenden Nachrichten ließen eine so frühe Ankunft des Luftschiffes kaum erwar­ten. Um so größer war die Freude, als plötzlich um 8.45 Ahr das Luftschiff aus der grauen Wolkenbank auflauchle; ein ungeheurer Jubel erhob sich auf dem von Tausenden umlagerten Platz. Das Luftschiff überflog den Flugplatz in 200 Meter höhe unter dem brausenden Jubel der Menge und fuhr in Rich­tung Berlin weiter, kurz vor 9 Uhr erschien der Zeppelin über der Stadt. Trotz des regnerischen Wetters waren die Dächer beseht mit Schaulustigen, die das Luftschiff mit Jubel begrüßten, das seine Schieisenfahrt über dem Offen und Norden der Stadt fortsehte und dann nach Staaken zurückfuhr.

Oer Empfang

in der Neichshauptstadt.

S e r (i n, 5. Nov. (WTB. Funkspruch.) Angesichts des den ganzen Sonntag und die ganze Nacht über anhaltenden regnerischen Wetters, herrschte unter dem Publikum allgemein die Befürchtung, daß der Graf Zeppelin" seinen Besuch in Berlin verschieben werde. Als dann heute früh im Rundfunk die ersten Nachrichten über die Fahrt bekanntgegeben wurden, und die zu ihren Arbeitsstätten Eilenden die Be­flaggung der öffentlichen und Privatgebäude sahen, war die Freude um so größer. Das Luftschiff, das kurz vor neun Uhr, von Staaken kommend, über dem Westen der Stadt erschien, wurde von der begei­sterten Menge auf den Straßen und Plätzen m i t brausendem Jubel begrüßt. Zahlreiche Schaulustige waren auf die Dächer der Geschäfts­und Wohnhäu er gestiegen, um von dort aus das erwartete Luft chiff zu sehen. Durch die Ansamm­lungen, die be anders stark waren, da die Ankunft des Luftschiffes in die Zeit des Geschäfts­beginnes fast aller größerer kaufmännischer Be­triebe fiel, traten an den Hauptverkehrspunkten teil­weise Stockungen im Verkehr ein. Leider enttäuschte das trübe Wetter viele, die erwar­tungsvoll von Plätzen und Dächern nach dem Luft­schiff ausschauten, da bei dem undurchdringlichen Regenschleier der silbergraue Leib des Luftschiffes nur in näch ster Nähe z u sehen war und man in vielen Fällen mit dem Anhören des Motorengebrumms zufrieden fein mußte. Heber der

den am schwersten arbeitenden Menschen in den Eisenhüttenwerten ihre niedrigen Löhne mit eitoa 50 Millionen Mark aufgebessert werden können. Die Llnkernehmer an der Duhr arbeiten gegenwärtig mit juristischer Spitzfindigkeit. Damit kommen wir nicht werter. Der Kamps an der Ruhr ist ein Vorgang von ungeheuerer politischer und wirtschaftlicher Tragweite: die- deutsche Wirt­schaft kann in den nächsten Jahren keine ähnlichen Kämpfe, wie den englisch:n Dergarbeiterstreik von 1926, ertragen. Wenn die Autorität des Reichsarbeitsministers zur Beendigung des Kampfes nicht mehr ausreicht, dann muß bre Autorrtät des Reichskanzlers und der Reichs- tegierung eingesetzt werden.

Massenkundgebung der christlichen Gewerkschaft.

Essen, 5. Dov. (TU.) Das Gewerkschafts­kartell der christlichen Metallarbeiter veransta tete am Sonntag im ganzen Ruhrgebiet Kundgebungen gegen die Aussperrung. Bezirksleiter B ur­gar h - Duisburg hielt in Es en einen Dortrag über die Lage. Er suchte den Rachweis zu führen, daß das Recht auf feiten der Arbeiter sei und brachte reiches Material vor über die Gestehungskosten der Werke und ihre Verkaufspreise, um darzutun, daß die Rordwestwerle die festgesetzten Lohnerhöhungen tragen könnten. Er führte u. a. aus: Das Fallen des Znlandbedarses und die Steigerung der Aus­fuhr im 2ohre 1928 werden von den Unterneh­mern als preis- und gewinneinschränkend be­zeichnet. Es sei unbestritten, dah die Znlandauf- träge gestiegen seien und die Preislage des deutschen Jnlandmarltes in Belgien und Frank­reich nicht erreicht werde. Immerhin ständen aber auch die Auslandpreise in den genannten Ländern weit über den Gestehungskosten der deutschen Werke, so daß auch bei die em Geschäft ein Gewinn bleibe. Die Löhne ständen gegenüber anderen Tarifgebieten erheblich niedriger.

Eine Entschließung, des Gewerkschaftsrings.

Essen, 5. Dov. (T.-U.) Der Gewerkschaftsring deutscher Arbeiter-, Angestellten- und Beamten­verbände aus Rheinland und Westfalen hielt am Sonntag eine Kundgebung ab, die sich vor allem mit dem Arbeitskampf der nordwestlichen Gruppe der Eisenindustrie beschäftigte. Die Kund­gebung fand ihren Abschluß mit der einstimmigen Annahme einer Entschließung, in der es heißt:

Die von feiten der Arbeitgeber in der Gruppe Dordwest nach der VerbindlichkeitserHärung des staatlichen Schiedsspruchs widerrechtlich vorge­nommene Aussperrung bedeutet einen ern­sten und gewollten Vorstoß gegen die Hoheitsrechte des Staat es und das von ihm geführte Schlichtungswesen. Damit ist der Lohnkampf zu einem Kampf der gesamten deutschen Arbeiterschaft geworden, in dem es um ble Wahrung der Staatsautorität, um Recht und Ordnung geht. Don dec Reichsregierung erwartet die Kundgebung, daß sie mit geschlosse­nem Willen jeder Störung der Arbeit zur Wah­rung der Staatsautorität und zur Sicherung der sozialen Staatseinrichtungen mit allen zu Ge­bote stehenden Mitteln entgegenwirkt.

Oie Landung in Staaken.

Arn Ankermast festgcmacht.

Staaken, 5. Nov. (WTB. Funkspruch.) Um 9.25 Uhr traf das LuftschiffGraf Zeppelin" in Begleitung einer Flugzeugstaffel wieder über dem Flugplatz Staaken ein. Um 9.25 Uhr sandte es fol­genden F u n k s p r u ch an die Leitung des Flug­platzes:Da Landung bei ungünstigen Windoerhätt- nisfen und ungeübter Haltemannschaft Schwierig­keiten und Gefahren hat, werden wir a b f l a u = ende Winde aboarte n."Gras Zeppelin" erschien um 9.46 Uhr zum dritten Male über dem Flugplatz Staaten und warf das Landungs- tau ab. Um 9.48 Uhr setzte die Führergondel zur Landung auf. Die Landung erfolgte 300 Meter vom Ankermast entfernt. Das Luftschiff liegt quer zum Ankermast.

Oie Begrüßungsfeier.

Berlin, 5. Nov. (WTB. Drahtbericht.) Die Be­festigung des Luftschiffes am Ankermast verzögerte sich eine kurze Zeit, so daß die Ausschiffung der

Vor dem Start.

Friedrichshafen, 5. Dov. (TU.) Doch um Mitternacht liegt das kleine Bodenseeftädt- chen Friedrichshafen in tiefer Ruhe und nichts deutet darauf hin, daß noch in der Dacht ein Start desGraf Zeppelin" erfolgen soll. Die Werst ist in nächtliches Dunkel gehüllt und nur in der Funkstation ist man eifrig an der Arbeit, um noch die letzten Wetter­meldungen hereinzubekommen. Allem An­schein nach ist während der Fahrt mit starker Kälte. Winden und schlechter Sicht zu rechnen. Die Temperatur beträgt zur Zeit zwei Grad. 3n Mitteldeutschland sind in der Dacht Regen­güsse zu erwarten, denen in den Morgenstunden Debel folgen werden. Infolgedessen wird die Schiffsleitung die Fahrtroute etwas weiter westlich von der beabsichtigten Strecke ein- halten. Der Navigationsoffizier des Luftschiffes, v. Schiller, ist der Ansicht, daß das Pro­gramm trotzdem eingehalten werden kann. Diese Fahrt nach Berlin sei seine 300. Er habe aber noch niemals eine solche Sturmfahrt wie bei der Rückkehr von Lakehurst nach Friedrichs- Halen, als das Schiff über den Deu undlondinseln mit dem furchtbaren Ortan kämpfen mußte, mit­gemacht.

Kurz nach 1 Tlhr rollen bereits die ersten Autos heran, die die Passagiere zum Schiss bringen. Das große Osttor ist bereits geöffnet, und von den hohen Bogenlampen in ein grünes Licht getaucht, liegt das Riesenschiff gespenstisch in der Halle. Die Führer des Schiffes sind be­reits anwesend und leiten die letzten Arbeiten. Für den nächtlichen Start sind umfangreiche Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. Da für die Msperrung keine Polizei zur Verfügung steht, ist kein Publikum zum Flugplatz zu­gelassen worden. Dur die Werftange^rigen und die Pressevertreter erhielten Zutritt zum Ge­lände. Der Start des Luftschiffes wird auf der Ostserte der Harle erfolgen und durch Schein­werfer unterstützt werden. An der Fahrt werden u. a. teilnehmen Dr. Maybach, der Konstrukteur des Schiffes, Dr. Dürr, Kommerzienrat C o l s - mann, Dr. Lemperts, Regierungsrat B i e - s e r (Stuttgart) vom Württembergischen Wirt- schaftsministerium, Stadtbaurat Adler (Berlin) sowie einige Werftangehörige, insgesamt 24 Passagiere, so dah das Luftschiff mit der Besat­zung von 39 Mann 63 Personen an Bord haben wird.

Start zur Nachtfahrt.

Fünf Nhr 40 Minuten über Gießen.

Friedrichshafen, 5.Nov. (WB.) Nach einer kurz vor dem beabsichtigten Start durch auskommen­den Bodenwind hervorgerufenen Verzögerung wurde das Schiff aus dem Osttor der Halle ge­bracht und stieg 2 Uhr 17 Minuten mit dem Bug gegen die- Halle auf. Lin kräftiger Aufwind unter­stützte die. Startmanöver, der das Luftschiff rasch in d i e h ö h e hob. Nach einer eleganten Schleife über dem See und der Stadt verschwand es in nord­östlicher Richtung. Der Riesenkörper hob sich gegen den dunklen Himmel kaum ab. Nur die hellerleuch­teten Kabinenfenster und die Positionslaternen zeig­ten den Weg des Schiffes. Aus den Motorengondetn winkten die Insassen den Zurückgebliebenen den 2lb- schiedsgruß mit Handlaternen zu. Das Lufsschiff nahm seinen Weg über Stuttgart Darmstadt Frankfurt a. M. Gießen (5.40) Kassel, das um 6.30 Uhr überflogen wurde. Das Luftschiff hat um 7.10 Uhr Goslar in Richtung Braun­schweig überflogen. Der bisherige Verlauf der Nacht­fahrt ist glänzend. Die Ankunft in Berlin wird gegen 10 Uhr erwartet.

Oie Nachtfahrt.

Eiüdrücke an Bord des Luftschiffs.

An DorddesGraf Zeppeli n, 5. Dov. (Funkspruch.) Der Mond im letzten Viertel steht am Himmel, Sterne leuchten in der stillen Ro- vembernacht. Das Wetter ist also für die Fahrt desGraf Zeppelin" nach der Reichshauptstadt sehr viel günstiger geworden, als man er­wartet hatte. Lim 2.20 Llhr setzte sich das Luft­schiff in Bewegung, um 2.30 Llhr erhebt es sich in sein Element. Da wir Zeit haben, können wir uns einen ilmtoeg leisten, den auch die Wetter- meldungen nahelegen und überfliegen um 3.20 Llhc Stuttgart. Ein Anblick von unerhörter Schönheit.

3m Salon hat sich iirzwischen reges ge­selliges Leben entwickelt. Dr. Eckener selbst begrüßt seine Gäste, die von seinem an­mutigen Töchterlein und seiner freundlichen Se­kretärin mit einem Glase Schaumwein und Kaffee bewirtet werden. 3m übrigen sammeln sich die Gruppen um Dr. Dürr, den Erbauer des Luft­schiffes, um Kommerzienrat Dr. Colsmann, den kaufmännischen Leiter des Zeppelinwerkes, um Dr. Maybach, den Schöpfer der berühm­ten Motoren, die sich so glänzend bewährt haben, um den württembergischen Finanzminister Dr. D e h l i n g e r, um die drei amerikanischen

6r|d)etnt glich, autzei Sonntags anb Feiertag».

Beilagen;

ölefcener FamiliendläUer Heimat im Bild Die Scholle

Monals.Bezvgrprel»;

2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träge» lohn, auch bei Nichter­scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanfchlüsset 61, 54 und 112

Anschrift für Drahtnach­richten. Anzeiger Gieße», possschecttomo;

firanlfurt am Main 11686.

Passagiere erst gegen 11 Uhr vorgenommen werden konnte. Um den Gewichtsausgieich für die aus- steigenden Passagiere herzustellen, stiegen für jeden Herauskommenden ein Polizeibeamter in die Sa­bine. Als Dr. Eckener aussticg und sich zu der aufgebauten Rednertribüne begab, wo er von dem Reichsminister v. Guörard und Oberbürger­meister Dr. Böß begrüßt wurde, brach die nach Zehntausenden zählende Menschenmenge auf den Flugplatz in nicht endenwollend n Jubel aus. Rcichsminister v. Guörard überbrachte im Namen der Reichsregierung und der preußischen Staats­regierung die Glückwünsche und Willkommensgrüße an das Luftschiff und feierte die Leistungen Dr. Eckeners, des Konstrukteurs des Luftschiffes Dr. Dürr, des Kommerzienrates Colsmann und Professor Maybachs um den Luftschiffbau. Deutschland habe neu gezeigt, daß es der Tatkraft Eckeners und dem Können der Besatzung gelungen ist, trotz aller Widrigkeiten die Ozeanfahrt zu voll­bringen. Die Fahrt sei ein Markstein für den trans­ozeanischen Luftverkehr.

Im Namen der Bürgerschaft und der Verwaltung Berlins begrüßte Oberbürgermeister Dr. Böß das Luftschiff, seine Führer und seine Mannschaft. Er sprach die Hoffnung aus, daß der Zeppelin bald hausier die Reichshauptstadt besuchen werde und Berlin bald einen Hafen des Weltiuft- schiffverkehrs erhalten möge. Die Berliner werden mit Dr. Eckener durch dick und dünn gehen. Zum Schluß brachte Dr. Böß ein dreifaches Hoch aus, in das die Menge begeistert einstimmte.

Dr. Eckener dankte dem Reichsverkehrsminister o. Guörard und Oberbürgermeister Dr. Böß für ihr Willkomm und die Ehrung durch den Empfang. Er gab seiner Freude Ausdruck, Berlin besuchen zu können und unterstrich auch seinerseits die Hoffnung des Oberbürgermeisters, Berlin in einen regelmäßi­gen Luftschiffverkehr einzubeziehen. Nach der Be­grüßung fuhr Dr. Eckener, die offiziellen Vertreter der Behörden und Vertreter der Besatzung des Luft­schiffes im Kraftwagen zum Empfang beim Reichspräsidenten.

Berlin, 5. Nov. Wie dervorwärts" erfährt, ist bis zum Samstag seitens des Arbeitgeberver­bandes Nordwest noch feine Feststellungs- klage beim Reichsarbeitsgericht oder bei den son­stigen in Frage kommenden Arbeitsgerichten in Essen oder Düsseldorf darüber eingereicht worden, ob der Schiedsspruch vom 27. Oktober rechtsgültig ist oder nicht. Die Frage der Wohlfahrts­pflege und Unterstützung der nicht organisierten Arbeiter wird dem genannten Blatt zufolge im gan­zen Ruhrreoier einheitlich geregelt werden. 3» diesem Zweck wird in der nächsten Woche eine Versammlung der Oberbürgermeister, der Finanz- und Wohlfahrtsdezernenten stattfinden.

Die freien Gewerkschaften veröffentlichen einen Aufruf, in dem die Arbeiterschaft zu strengster Disziplin ermahnt wird. In dem Aufruf heißt es u. a.: Versammlungen und Demonstra­tionen, die nicht von der Organisationsleitung ver­anstaltet sind, sind von den Mitgliedern des Deut­schen Metallarbeiterverbandes und den übrigen freien Gewerkschaften entschieden zu meiden. Dir lehnen jede Veranlwortung für Schäden, die aus solchen Veranstaltungen entstehen, ab. Der Stillegungsprozeß nimmt feinen Fortgang. Während die Hochöfen der Hüttenwerke noch nicht ausgeblasen sind, sondern vorläufig unter Dampf gehalten werden, sind bei den meisten Hüttenwerken inzwischen die Martinöfen er­kaltet. Sie stehen vor dem Zusammenbruch. Der Neuaufbau der Martinöfen wird mindestens sechs Tage in Anspruch nehmen.

Stegerwald zum EjsenkonWt.

Nürnberg, 4. Rov. (WB.) 3n einer Massen­versammlung der Christlichen Gewerkschaften Nürnbergs führte Ministerpräsident a. D. Dr. Stegerwald über den Eisenkonflikl an der Ruhr u. a. aus: 3n England besteht für die Arbeiter in der Großeisenindustrie schon seit 25 Fahren der Achtstundentag. 3n Deutschland ist er erst, wenn man von einer vorübergehenden Revolu- tionserscheinung abfteht Ende 1927 zur Einfüh­rung gelangt. Bei der Zwölf st undenschicht habe,l die Arbeiter leidlich verdient. Bei der A a) t st u n d e n s ch i ch t gehörte ein großer Teck der Cisenhüttenarbeiter mit zu den am schlech­testen bezahlten Arbeitergruppen. Die Christlichen Gewerkschaften lehnen im Zeitalter des Tolksstaates die These ab, daß die am schwer­sten arbeitenden Menschen am längsten arbeiten, oder sich mit den kärglichsten Löhnen begnügen müssen. Wenn die deutsche Eisenindustrie gegen­wärtig mit weltwirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat und sie diese nachweisbar aus eigener Kraft nicht überwinden kann, dann müssen diese Schwierigkeiten auf dem Wege über d i e allgemeine Wirtschaftspolitik über­wunden werden. Es darf eben nicht mehr Vor­kommen, daß A r b e i t s -, W i r t s ch a s t s - und Finanzministerium an.'.a t einheitliche Po litif zu machen, jedes für sich und dabei nicht selten entgegengesetzte Politik betrei­ben. Wenn zur Verbesserung der Lage der Be­amten Reichsbahn und Aeic^post die Wirtschaft mit 400 Millionen Mark durch Tarif - und Portoerhöhung belasten dürfen, dann müs­sen sich auch Mittel und Wege finden lassen, die

General-Anzeiger für Oberhessen

Drud und Pttlafl: vrLHI'sche liiliv-rMts-vuch. nnd StetnOraderei B. Sange in Siehrn. Sdjriftleitung und S-schästssteae: Schnlstrahe l

Ur. 261 Erstes Matt 178. Jahrgang Montag, 5. November 1928

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