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Nr. 130 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Dienstag, 5. Zuni 1928

Turnen, Sport und Spiel.

VII. Nationale Wettkämpfe der Spielvereinigung 1900.

s. Ss gehört heutzutage für einen Sportverein einer Mittel- ober Kleinstadt viel Energie und Opfermut dazu, eine nationale Leichtathletikver- anftaltung aufzuziehen und durchzusühren. Wenn nicht eine gewisse Tradition vorhanden ist. die guten Sport und glatte Abwicklung verbürgt, bedeutet e» schon ein Unterfangen. Und diese Tradition das kann man ruhig sagen ist eS auch gewesen, die die Veranstaltung von ©leben 1900 am Sonntag wieder zu dem ge­macht hat. wa» sie werden sollte: ein SreigniS ersten Ranges Infolge der Ausgeglichenheit des KrastverhältnisseS gab es in fast allen Wett­bewerben scharfe Kämpfe bei guten, zum Teil sogar ausgezeichneten (Schröder im Kugelstoben 14,6c MeterI) Leistungen. Leider wurden die Ergebnisse In den Laufwettbewerben durch die noch weiche und infolge der Trockenheit sehr staubige Bahn stark beeinträchtigt. Die Abwick­lung war stynell und ohne Tadel, ein Beweis sorgsamster Vorbereitung und geschickter Durch­führung

Ergebnisse:

Offene Wettbewerbe.

100 Meter: 1. Esser, 6. C. 94 M.-Gladbach, 11,5 Sek.. 2. W. Schmalz, S. C. 80 Frankfurt, 11,6 Set.; 3. Freund, Hessen-Preußen Kassel, 12 Sek. Der Gladbacher, ein bekannter westdeutscher Sprinter, halte alle Mühe, sich Schmalz und Freund vom Halse zu halten.

200 Meter: 1. Schaurig, Hessen Preußen Kassel, 23,3 Set ; 2. Esser, M.-Gladbach, 23,8 Sek.: 3. R. Fischer, B. f D. Gießen, abgestoppt. Der Olympia­kandidat und westdeutsche 400-Meter Meister war der erklärte Sieger in diesem Rennen.

1500 Meter: 1. Walpert, Hessen-Preußen Kassel, 4:25,2 Min.: 2. Kaufmann, F. Spo. Frankfurt, 4 25,5 Min.. 3. Reichmann, Sportfreunde Siegen, 4:26,1 Min Der Kampf war äußerst hart, bei besse­rer Dahn wäre auch eine günstigere Zeit von dem erst kürzlich von Teutonia Berlin zu Hessen-Preu- hen Kassel zurückgekehrten Walpert erzielt worden.

5000 Meter: 1. Obelode, D. s. B. Wissen 16:15,4 Min.: 2. Paul, Sportfreunde Siegen, 16,29 Min.: 3 Klärner, Schwarz Weiß Barmen, 16,48 Min. Westdeutsche Waldlaufelite! Der diesjährige Meister Obelode gewann sicher und in schönem Stil.

Weitspruna: 1. Harz, Hessen Frankenberg 6,67 Meter: 2. Esser, S. C 94 M.-Gladbach, 6,56 Meter: 3. Stille, B. S. C. 99 Offenbach, 6,30 Meter. Der talentierte kleine Frankenberger sand viel Beifall.

Diskuswerfen: 1. Mohl, D. f. B Gießen, 33,46 Meter: 2. Baler, S. C. 94 M.-Gladbach, 32,97 Meter: 3. Frey, Gießen 1900, 30,84 Meter Mohl befindet sich auf aufsteigender Linie. Der 1900er zeigte nicht das Erwartete.

Kugelstoßen. 1. Schröder, Dortmund 95, 14,66 Meter, 2. Mohl, v s D Gießen, 12,25 Meter, 3. Schaber, Fußballspv Frankfurt, 11,87 Meter. Der deutsche Meister 1926 bewies, daß er alle Aus- ficht hat, nach Amsterdam zu fahren.

DreKampf (100 Meter, Weit, Kugel): 1. Esser, S E. 94 M Gladbach, 183,74 Punkte: 2 Petersson, Gießen 1900, 183,31 P.. 3. Harz. Fronkenberg, 174 P. Wenn der sympathische 1900er nicht solches Pech beim Weitsprung gehabt hätte, wäre ihm nie­mand gefährlich geworden. Allerdings zeigte Esser auch schone Leistungen (z. B. 100 Meter in 11,3 Sekunden).

4xl00-2Helcr-6laffcI: 1. Sportclub 1880 Frank­furt. 46 Sek.: 2. Sp-Dg. 1900 Dießen. 46.4 Sek.: 3. Sssen 99. Die 1900er in geschwächter Auf- stellung (ohne Seipp, ©uyot und Müller, die alle an Verletzungen laborieren) hielten sich recht gut.

Olympische Staffel: 1. Hessen-Preuhen Kassel 3:47.9 Min.: 2. Schwarz^Deiß Barmen, 3:52,9 Minuten: 3. Fußballsvortverein Frankfurt, 3.55 Minuten. Walpert und Schaurig taten schon das ihrige, damit ihr Derein den schönen von der

Stadt Dießen gestisteten Ehrenpreis mit nach Kassel nehmen konnte.

Junioren-wettbewerbe:

200 Meter: 1. Pfeiffer. Siegen. 24.9 ©et: 2. O. Müller. Gießen 1900. 25 Sek: 3. Groß. Schwarz-Weih Barmen. 25.2 Set Sin rafsiaer Kampf, den der kräftige Siegener knapp für sich entscheidet.

400 Meter: 1. Blum. S. E. 80 Franksurt a. M.. 53.9 Sek.: 2. Gelbert, Gießen 1900. 55.2 Sek.: 3. Diesterberg. Weilburg. Das von dem Frank- surter angeschlagene Tmnpo konnte der Spiel­vereinigungsmann nicht ganz durchstehen.

800 Meter. 1. Peters. Gießen 1900. 2:03.9 Minuten: 2. Brandenburg. Altendiez. 2,08 Min.: 3. Alpermann. Hessen-Preußen Kassel, 2,09 Min. Peters erwies sich wieder einmal als 19008 stärkste Wasse. Bei besserer Dahn hätte er be­stimmt die zwei Minuten erreicht.

Weitsprung. 1. O. Müller. Gießen 1900. 6.13 Meter, 2. Maus. Dießen 1900, 5,90 Meter: 3. Jüngst. Siegen. 5,90 Meter. (Durch Stechen entschieden.)

Speerwerfen: 1. Hubert, Siegen, 47,70 Meter: Langlotz, Dießen 1900, 44,99 Meter: 3. Baier, M.-Gladbach, 44,50 Meter. Für eine Junioren» konkurrenz ganz glänzende Leistungen.

4x400-Meter-Stafsel: 1. Sp.-Dg. Gießen 1920 (Delbert, Peters, Seisert, PeterSson) 3.47 Min.: 2. Schwarz-Weiß Barmen 3: 51,1 Min. 1900 kann auf feine Junioren stolz sein.

Mnfänger-IDcltbcroerbe:

100 Meter: 1. Petersson, Dießen 1900, 11,9 Sekunden: 2. Stern. Schwarz-Weih Barmen, 12 Set: 3. Schwab. Gießen 1900, 12,1 Sek. Pe- tersson gewann mühelos.

Hochsprung: 1. Stern, Schwarz-Weih Barmen, 1,68 Meier: 2. Schwan. Schwarz-Weiß Barmen, 1,61 Meter: 3. Sobottka, Hessen-Preußen Kassel, 1,52 Meter. Der Sieger bot eine für die An­fängerkonkurrenz kaum glaubliche Leistung.

Diskuswerfen (beidarmig): 1. Petersson, Gie­ßen 1900, 60,77 Meter: 2. Hubert, Siegen, 58.59 Meter: 3. Sobottka, Hessen-Preußen Kassel, 49,32 Meter. Die beiden ersten auch wieder über alles Lob erhaben.

4xl00-Meter-Stassel: 1. Schwarz-Weiß Bar­men 47 Set: 2. B. S. C. 99 Offenbach 47,5 Set: 3. Sp.-Dg. 1900 Gießen. Den Einheimischen wäre zu raten, sich demnächst besser einzuwechseln.

Handball der Sp.-Dg. 1900.

1900 Allo. Gießen 0:3 (0:1).

ö. Bei dem schönen Wetter hatten sich am SamStag zahlreiche Zuschauer aus dem 1900er Sportplatz eingesunden. Das Spiel konnte in Punkto Schnelligkeit und Sian kaum befriedigen, waS sich allerdings teilweise durch die Hitze entschuldigen läßt. Der Sieg der Turner uxtr verdient auf Grund besserer Zusammenarbeit und größerer Ausgeglichenheit der einzelnen Mann­schaftsteile. Der Mw. trat mit seiner stärksten Elf auf den Plan, während die Spielveveinigung drei Leute zu ersetzen hatte, die tagS darauf bei den Rationalen Wettkämpfen an den Start gehen mußten. Und man ist sicher, dah dies, ohne die Leistung d:S Ww. schmälern zu wollen, für den Ausgang des Kampfes entscheidend gewesen ist: mit der kompletten ersten Mannschaft hätten die 1900er mindestenst ein Unentschieden erreicht

Zum Spielverlaus selbst bleiot wenig zu sagen. In der ersten Hälste verlief der Kamps durch­aus offen. 1900s Halbrechter warf einen Ml plazierten Ball an die Latte. Sine geringe Feld­überlegenheit der Turner machte sich bemerkbar, die bald daraus zum erstenmal unhaltbar wurde. Dann war Halbzeit. Aach Wiederbeginn waren die Turnen dauernd leicht überleben, so daß die Hintermannschaft der 1900er schwer zu ar­beiten hatte. Da sie von ihrem ersatzgeschwächten Sturm, der sich kaum zu einer einheitlichen Aktion aufraffen konnte, nicht entlastet wurde. Der Turnverein verwandelte einen Strafwurs, nach dem sich der Spielvereinigungswrmann vergeblich warf, dann erzielte fein Halbrechter unhaltbar

Die W mit öen fieben Mein.

Roman von Edgar Wallace.

Copyright by Wilhelm Goldmann, Verlag, Leipzig. ' 23. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Warten Eie einen Moment, ich hole meine Mütze", sagte Cody, indem er sich erhob. Mit mei­nem blanken Schädel könnte ich mir bei diesem feuchten Wetter doch eine Erkältung zuziehen'." Er strich sich lächelnd mit der Hand über die Glatze.

Sybil nickte stumm. Ein wirbelndes Gefühl der UebelfeU lähmte ihr die Zunge. An der Tür drehte sich Cody noch einmal um.

Mit einem Aechzen hielt Sybil sich am Rande des Tisches fest. Ähr Gesicht war totenbleich, ihre Augen hatten einen gläsernen Blick. .

Gott, Miß Lansdown, was fehlt Ihnen? rief Cody.

Da sank sie ohnmächtig zusammen. _

Halb trug er sie, halb schleppte er sie zum oofa, schob ein Kissen unter ihren Kopf und betrachtete sie mit stillem Triumph.

Dann ging er auf Zehenspitzen zum Zimmer hin­aus und schloß die Tür sorgfältig hinter sich zu.

19.

Cody fand den Chauffeur auf der Terrasse. Er hatte ein Bein über die Brüstung geschlagen und rauchte eine Zigarette. Er dachte gar nicht daran, seine Haltung zu ändern, als sein Brotgeber er- schien.

Wo ist meine Frau?" fragte er scharf. Der Un­wille rötete seine Stirn. Aber er roagte Tom Cawler nicht zu sagen, wie sehr ihm seine Haltung mißfiel.

Wo soll sie fein? Doch wahrscheinlich auf ihrem Zimmer."

Geh hinauf und sag ihr, daß ich sie sprechen muß."

Geh selber hinauf", erwiderte Cawler ungnädig und zertrat die glimmende Zigarette.

Der Zorn stieg Cody zu Kopf. Es zuckte in seinen Fäusten, aber die Feigheit hemmte ihn. Mühsam würgte er seine Wut nieder.

Dann geh ins Dorf und besorge mir ein paar Briefmarken. Ich habe eilige Post.

Ich denke nicht daran. Ich bleibe hier und be­wache den Eingang. Wo ist die junge Dame?"

Sie hat sich niedergelegt. Sie hatte einen heftigen Anfall von Migräne."

Sie sah nicht nach Migräne aus, als sie herkam. Wann fährt sie heim?"

Heute wohl nicht, Tom. Sie bleibt unter Gast, bis ihre Schmerzen sich gelegt haben, und so ein Anfall dauert oft vierundzwanzig Stunden. Ich kam heraus, um meine Frau zu bitten, daß sie die Bet­ten im Fremdenzimmer bezieht."

Tom Cawler erwiderte nichts, aber feine Augen redeten eine drohende Sprache.

Unter diesem Blick kroch Cody zusammen, und mit der lärmenden Wut, die dem Feigling eigen ist, polterte er los:

Was stehst du hier auf der Terrasse und hälft Maulastcn feil? Scher' dich in die Küche. Da ge­hörst du hin. Ich habe deine Tante geheiratet, nicht dich!"

Ja das hast du Esel, der du warft! Aber du hättest besier daran getan, des Teufels Groß- mutier zu heiraten!"

Cody keuchte vor Zorn.

Wie, du Schurke, du wagst, so von deiner ein- zigcn nahen Verwandten zu reden? Haft du denn gar keinen Respekt?"

Cawler verzog die Lippen und schob das Unter- finn vor.

D doch, ich habe Respekt vor der Niederttacht deiner Frau. Ich habe noch nie einen Menschen ge­sehen, der so kaltherzig gemein sein kann. Unter­brich mich nicht, Cody. Sieben Jahre habe ich den Mund gehalten, aber jetzt habe ich das Schweigen satt. Meine Tante und ich, wir gehören keiner Fa- milie an, mit der man Staat machen kann. Ein ver­dammt böses Blut rollt durch unsere Adem. Aber das sag ich dir, trotz allen Reichtums mochte ich mit Mrs. Cody nicht tauschen. Habgierig ist sie wie ein Drachen, der in der Hohle über seinen Schätzen brütet. An ihren schmutzigen Händen klebt das Geld wie Pech. Für einen Schilling verkauft sie ihre Seele an den Satan ... was würde sie erst für ein Vermögen tun!"

Er schloß die Augen. Dann öffnete er sie wieder, und solch ein Blitz des Haßes schoß aus feiner Lid- spalte hervor, daß Cody zurücktaumette.

Sie bildet sich ein. daß ich ihr Dank schulde. Dank für was? Mit Hunger und Prügel hat sie mich großgezogen." Er lachte wild und schneidend.

das dritte Tor. Der Schlußpfiff machte dem durchweg fair verlaufenen Spiel ein Ende. Run haben die 1900er die geringere Chance, das Rück­spiel auf dem kleineren Mtv.-Platz günstiger ge­stalten zu können.

Die Mannschaft des Siegers war recht gut disponiert, tonnte sich im Sturm mit fernem kurzen 2nnenspiel nicht so recht durchsetzen. Die Hintermannschait erledigte ihre Arbeit äußerst sicher. Die Spiekvereintq: ng halte ihre Stärke in der Derteidigung. Der Tormann arbeitete fehlerlos: die drei Tore konnte er nicht ver­hindern. Die Derteidiger spielten sehr sicher, trotzdem sie stark beschäftigt waren. Mittel- läuier und rechter Läufer waren in der gewohnt zuverlässigen Form, der linke Ersatzläuser fügte sich gut ein. Der Sturm gab sich redlich Mühe, produktiv zu wirken, aber es blieb bei Ansätzen. Linksaußen und Halbrechts spielten auf reich­lich ungewohntem Poften, sie sind beide Der­teidiger. Der Rechtsaußen blieb unter der ge­wohnten Form. Das Fehlen der schnellen linken Sturmfeite machte sich stark bemerkbar. Mittel­stürmer und Halblinks (sonst HalbrechlS) konnten sich durch das Fehlen der gewöhn.en Rebenleute ebenfalls nicht durchsetzen.

Schiedsrichter Kunze amtierte einwanbsrei, beide Parteien waren mit ihn zufrieden.

B. f. B.

Liga Sprendlingen 1:3. Ligareserve L'ch I 5:2. 21. j). 21. f). Wetter 10:1.

1. Jugend 1. Iugei.^ D. f. B. Marburg 8:0.

Die Ligamannschaft war durch besondere Umstände gezwungen, ihre Reise nach Sprendlingen am Sonntag mit reichlich viel Ersatz anzutreten. Daß es ihr trotz der verhahltnismäßigschwachen" Aufstellung gelang, dem Gegner ein weit günstige­res Resultat abzuringen, als die fast in stärkster Aufstellung spielende Mannschaft im Torfpiel, ist um so anerkennenswerter, als das Treffen auf dem Platz des Gegners ftattfand, und sie außerdem eine durch das ungewohnt heiße Wetter stark ermü- dende Bahnfahrt hinter sich hatte. Unter Berück- sichtigung der angeführten Begleitumstände und im Verhältnis zum Vorspiel-Resultat von 2:8 darf die 1:3-Niederlage als ein recht gutes Ergebnis ge- wertet werden. Bei Halbheit führte Sprendlingen durch ein Eigentor des rechten Detteidigers, der durch die Sonne geblendet, den Ball ins eigene Tor köpfte, mit 1:0 Nach der Pause erzielte die Platzmannschaft noch zwei reguläre Tore, denen Gießen durch Halbrechts nur eins entgegensetzen konnte. Der außerordentlich eifrig und energisch, dabei stets fair kämpfenden D. f. B. - Elf gelang es, das Spiel trotz des etwas besieren Zusammenspiels des Gegners durchweg offen zu halten.

In wenig überzeugendem Stil schlug die Liga- r e f e r d e die erf,e Mannschaft des Sportvereins L i ch mit 5:2. Die Gäste zeichneten sich durch lo­benswerten Eifer und recht gute Spielauffafsung aus, kamen jedoch gegen die technisch befjere Platz­mannschaft nicht auf. Bei etwas weniger Eigen- nützigkeit des rechten Verteidigers des Halblinken und des Mittelläufers der Platzmannschaft, die hierdurch jede Homogenität verlor und vollkommen zusammenhanglos spielte, hätte das Resultat we­sentlich hoher lauten können.

Die in stark veränderter Aufstellung, ohne eine Anzahl vom Verein selbst gesperrter Spieler antre­tende erste Iugendmannschaft kam gegdn die in stärkster Besetzung und in jeder Beziehung bessere erste Jugend derVereinigten Marburg nicht auf und mußte sich mit 0:8 ge­schlagen bekennen.

Arbeiter-Turn- und (^pnrfbunh.

Lollar I Alsfeld I 5:3.

Lollar hatte Alsseld aoerinals zu Gast. Das Spiel, das schon einmal aabgetragen wurde und das Lollar seinerzett 5: 4 gewann, wurde damals für ungültig erklärt. Leicht erklärlich war es daher, daß das Spiel nur den Charakter eines Punktspieles tragen konnte. Der Schiedsrichter

J)aft du je von meinem Zwillingsbruder Johnny gehört? Ich habe die letzte Nacht von ihm geträumt, und seitdem kann ich sein Bild nicht mehr loswer­den. Er war ein kleiner Knirps von sieben Jahren, als er spurlos verschwand."

Als er starb", verbesserte Cody leise.

Starb er wirklich? Meine Tante behauptet es. Ich selber habe ihn nicht sterben sehen."

Sein Atem kam und ging. Eine tiefe Furche rann quer durch seine Stirn. Bis zur Tür wich Cody zu­rück und hob die Hand schon zur Klinke, als Cawler ihm mit einem Tigersprung den Weg zum Rück­zug verstellte.

Bleib hier und höre, was ich dir zu sagen habe. Mit meinen eigenen Augen habe ich gesehen, wie sie den kleinen Burschen um ein Nichts so lange ge­prügelt hat, bis ihn die Besinnung verließ. Wie ein Sack fiel er zu Boden. Und er soll eines natürlichen Todes gestorben sein? Deine Frau wird schon wis­sen, warum er starb ... Und der lag wird kom­men, wo sie Rechenschaft oblegen mutz. Wenn sie ein Mann wäre, da wüßte ich, was ich täte keine Stelle an ihrem Körper bliebe heil. So, das wäre meine kleine private Abrechnung, nach der es mich schon lange gedürstet hat ... Und jetzt hole ich das Auto. Du bist gewarnt, Cody!"

Bertram Cody starrte ihm nach. Sein Gesicht war fahl geworden. Die Knie schlotterten ihm. Die Angst hatte jeden Gedanken an Widerstand erstickt. In der Halle blieb er stehen und wischte sich die Schweiß­tropfen von der Stim. Dann flieg er die Treppe zum ersten Stockwerk hinauf und gelangte keuchend ins Zimmer seiner yrau. Die Tür knallte ins Schloß. Zwei Stimmen tobten gegeneinander, in grellem Diskant die eine, dumpf polternd die andere. Ein Gegenstand fiel krachend zu Boden. Jäh über« schlug sich die helle Stimme und endete in zornigem Schluchzen. Dann wurde alles still. Nach einer Weile kam Mrs. Cody heraus. Ihre Augen waren vom Weinen geschwollen, ihre Züge verzerrt, die Sippen verkniffen. Sie ging leise die Trevpe hinab, blieb vor dem Wohnzimmer stehen, lauschte mit verhol- tenem Atem und drückte dann die Klinke vorsichtig nieder.

Snbil saß auf dem Sofa. Sie hatte ihren Kopf in die Hände gestützt und stöhnte. Ihre Augen hatten einen leeren, verschwommenen Blick. Sie war nur halb bei Befilmung.

balle denn auch keine leichte Aufgabe zu erfüllen. Rach Anstoß aufgeregtes Spiel. Jn der 15. Mi­nute konnte Alsfeld durch v5I metcr in Führung geben, doch in der nächste i Minute konnte Lollar den Au-gleich schon berftellcn. Dis Halbzeit weiter aufgeregtes Spiel, in bem Lollar noch drei, darunter ein Selbsttor. Als eld nur noch ein Tor erzielen konnte. Rach Seitenwechsel noch schärfere- Spiel. LoUar konnte durch eine schöne Ecke sein fünfte- Tor erzielen. 3m weiteren Verlaus be­spiele- mußten zwei Spieler von Lollar und einer von Alsseld da- Spiel eld verlassen. Als­feld gelang es nur noch einmal, den Ball ins Rey zu senden, es mußte sich abermals mit 5: 3 geschlagen bekennen.

Kassel-Krumbach I wiesrck I 4:6 (2:3).

W.e eck- 1. batte eine Rci.e in ben 13. Krei- unlemommen, um ein fälliges Rückspiel auszu» tragen. Dereits kurz nach Anstoß führte Wie- scck 1.0. Durch Elfmeter konnte Krumbach aus- gleichen. Trotz der körperlich überlegenen Mann­schaft des Platzbesitzer- konnte Wieseck durch feine technische Ueberlegenheit bei Halbzeit be­reits 3:2 führen. Rach Halbzeit konnten die Einheimischen den Ausgleich Herstellen und durch ihr körperliches Spiel zur Führung kommen. Doch nicht lange währte ihre Freude, denn die Gäste schassten abermals den Ausgleich. Di- Schluß spielte nun Wieseck überlegen und verließ mit obigem Resultat als Sieger Den Platz.

wieseck II Ccun I 2:4.

Wieseck II hatte Leun l zu Gast und mufole sich nach eifrigem Spiel mit obigem Resultat ge­schlagen bekennen.

wieseck (Jugend) Klein-Linden (Jugend).

Wieseck konnte den körperlich weit überlegenen Gegner nach schönem Spiele mit einer 4:1 Rie­derlage nach Hause schicken.

Gießener Tennis-6lub.

pflngfl-filubfurnler 1928.

Die Entscheidung für den ersten Platz ist ge­fallen. Dipl. K m. Walter Kirchner gewann feine zwei noch ausstehenden Spiele gegen Dr. Fischer und Roll in überzeugendem Stil und errang damit, ohne eine Riederlage aufzuweilen, die Klubmeisterschast für 1928. Da Hamann gegen Dr. Fischer siegreich war, Dr. Fischer jedoch gegen Roll, Roll wiederum gegen Ha­mann. so ist die Besetzung des 2.. 3. und 4. Platzes noch offen, let)genannte drei Herren haben noch einmal gegeneinander zu spielen.

Gießener lennlsflub 1922 II

gegen TenniskiubGrün-weiß" Fulda I 11:6.

Am Sonntag trafen sich diese Mannschaften auf den Plätzen des Gießener KlubS zu einem Städtewettkampf. GicßenS 2. Mannschaft errang einen schönen Sieg über die Fuldaer erste Besetzung, sie gewann mit einem klaren Dorsprung von 5 Punkten. 3m Herren-Gin,el verdient vor allem das Spiel von Grenz, Fulda, Erwähnung, der In gutem Stil daS Svriyenspiel für Fulda gegen Dr. Dönges, Gießen, getoann. Fr. Lsonie Dü11mann sicherte das Spriyenspiel im Damen-Sinzel dagegen für Gießen, die anderen Gießener Damen hatten ebenfalls wenig Müh«, ihre Gegnerinnen zu fdjlagen. Gute Leistungen im Herren-Doppel zeig­ten Grenz-Knips, Fulda, da- schönste Stiel des Tgges war jedoch daS 1. Mftedspiel. in dem Sri. Li Stückra th K. Fischer (Gießen) zu großer Form auflie en und die starke Fuldaer Kombinatton Frl. Heuser Grenz in drei schweren Säten schlugen. Frl. Stückraih zeigte ein gutdurchdachtes. wohlplafterteS Spiel, Fischer sichere, produkttve Flugbälle.

Ungefähr in derselben Aufstellung tritt Gießen- 2. Mannschaft nächsten Sonntag der 1. des Wetz­larer Tennisklub entgegen. Das Wettspiel findet ebenfalls in Gießen statt und dürfte einen siche­ren Sieg Gießens ergeben. Ty.

Wortlos packte Mrs. Cody sie am Arm und zerrte sie empor. Sie legte die eine Hand unter ihre Achsel, mit der anderen schob sie das Mädchen vor sich her. Es dauerte lange, ehe die Treppe zum oberen Stock­werk, noch länger, bis die Stiege zur Mansarde er­klommen war. Vor einer roh gezimmerten Tür blieb Mrs. Cody stehen. Sie stieß sie mit dem Fuß auf und warf Sybil auf die schmale Feldbettstelle, die dicht unter dem schräg auffteigenben Dache stand.

Sybil lag reglos mit geschlossenen Lidern. Mrs. Cody schenkte iyr keinen Blick, während sie in der Kammer hantierte. Die Nacht war bereits herein­gebrochen, als sie die Tür von außen oerriegelie, ihre Schritte in der Tiefe des Hauses verhallten.

Sybil vermochte sich an nichts zu erinnern, als sie mit berstendem Kopf aus ihrer Betäubung er­wachte. Alle Pulse am Hinterkopf und an der Stirn hämmerten mit bohrendem Schmerz und dumpfem Drohnen.

Aechzend richtete sie sich auf. Ein Tischchen war an das Bett gerückt. Eine Nachtlampe brannte dar­auf mit trübem Schein. Daneben stand ein Glas Wasser. Sie griff gierig zum Glase und entdeckte eine geöffnete Hülse, aus der ein paar Aspirin- tabletten auf ihre Hand tropften. Instinktmäßig nahm sie zwei davon auf die Zunge und spülte sie mit einem langen Schluck Wasser hinunter.

Danach lag sie eine lange Zeit, ohne sich zu rüh­ren und lauschte auf das Pochen ihres Blutes, das ihre Schläfenadem zu sprengen drohte. Allmählich nahm die Kraft des Hämmerns ab, das Drohnen in ihren Ohren wurde Aum leisen Gesumm, und plötz­lich hoben sich Nebelschwaden von ihrer Erinnerung auf. In die Dauer einer Sekunde preßte sich alles, was sie erlebt hatte, Herzensangst ballte sich zu­sammen und steigerte sich zu einem furchtbaren 23er- stehen ihrer gegenwärtigen Lage. Langsam richtete sie sich auf. Aber noch nahmen ihre Augen nichts wahr, die Winkel verschoben, überschnitten sich, ein gräßliches Schwindelgefühl stürzte sie in bodenlosem Abgrund. Doch auch das ging vorüber. Die Linien bogen sich zurecht, die Gegenstände rückten an ihren Platz, und sie sah, daß sie sich in einem Mansarden- stübchen befand. Ein schwerer dunkelbrauner Schrank füllte die eine Breite des Zimmers aus. Das Wasch­gerät stand in der Nähe des Tischchens, ein Stuhl am Bett. Auf dem Boden lag ein schäbiger Läufer.

(Fortsetzung folgt)