I
1
Ur. (06 Erster Blatt
178. Jahrgang
Samstag, 5. Mai 1928
VrvS vN- Verlag: vrüdl'lchc Uvloerßlüir-Vvch. ovd Sietnörudcret R. £ame in Gießen. Sdfrihleitung und 6efd|jftsftcfle: Schnvtrctße 7.
f d) e n
QJCt
Außerdem Hütten die Japaner die Soldaten am Passieren der Straßen und sie verschiedentlich sogar ent»
den seien, chinesischen verhindert
ging, daß auch dieser gaiz Deutschnationalen 'Regierung die juristische Begründung mangelhaft erschien. Dir sechzehn and ren Landesregierungen hoben abgeleh it und die Entscheidung des Reichsgerichtes angerusen. Diese ist nun erfolgt und nun muß man sich toobl oder übel damit ao- sinden.
Schwere Kämpfe in Aor-chma.
Kritische Lage der japanischen Landungstruppen in Tsinanfu. — Die nationalistische Südarmee bedrängt die Konzessionszone.
vv» Seineci für die 2age,numrner bi« zum -j;ad)minag vorder. Preis inr l am Hobe für Anzeigen von 27 mm Dreu« erlli* H, auta-ort» 10 R»»chsp enn,g |üi *.«• hlnmean eigen con 70 m Breue Re.chspiennig, Dlayoorlc ;t'i 20* mehr.
Chesredakreur Dt Fried» Dlth Lange, veramworil'ch für Tol tth Dr Fr 2Dilb Lange für Feuilleton Di H ubqi.oi, für den übrigen led üt st Dlumichem, tür den An- zeigenieil nun hillmann. lämthd) in Oiieie"
mpf enden Parteien ge-
Leich, iNl iäglid),aiBet Sonntag» nnd Zeierrag» Vellage«
Bietzener FamiliendtüNe, Heimat >m Bild Di* scholl«
aonais.Ftjefsnrli: 2 Reichsmark und 20 Reichaptrnnrg für Trüge» lohn, auch bei Richter» Semen einzetnerRummern folge höhere» idewall. AernsprechanlchlSlle:
61, M und 112 Meschnsi tti Drahtnach. richten Snzelgrr Lietze». podscheckkonto.
fraeflan am Mal« 1168«
3m chinesischen Hexenkessel.
Aus dem chinesischen Kampsgebiet liegen Rachrichten vor. die von schweren Zusammenstößen -wischen chinesischen und japanischen Truppen, von der Ermordung japanischer Staatsbürger. Plünderung TsinansuS durch SüDchlnefen, Gntiraffnung ganzer chinesischer Regimenter durch japanische Truppen und Besetzung Tsinansus und Tsingtau- durch Javaner sprechen. Alles in allem muß eS in der Provinz Schantung wie In einem Hexenkessel au- gehen. Da sich alle diese Meldungen aus ihre Richtigkeit hin nicht sofort nachprüsen lassen, wird man gut tun. sie mit ewiger Reserve ausAunehmen. Soviel dürste allerdings seststchcn. daß sich die Japaner genau so Vie im vorigen Jahre z w t -
Massen und Munition. D;e Japaner Hütten dieses Angebot mit der Erllürung zurückgew.e'cn, s.« hätten die Absicht, die Gewaltakte ohne Hilfe Dritter zu bestrafen.
Der Kampf um die japanische Konzession.
Paris. 4. Mai (tzavas.) Die japanische De- sandtschast in Pari- teilt mit. daß aus Gründ eines Abkommens die Chinesen die japanische Konzessionszone von TIlnansu um 7 Llhr morgens hätten räumen sollen. Sie hätten aber ihre Truppen zusammen- gezogen und um 11 Uhr versucht. bi< versa le- t-enen Zugänge zu der Ko: zes ionöz . e a c w a ! t- f a m z u erAwingen. Der Kamt s i«i wieder entbrannt und hab« noch um 2 Llhr nachmittags angedauert. D.e durch einen Rachtmarsch ermüdeten javanischen Truppen, die zahlenmäßig unterlegen leien, kämpften mit Grbitlcrurg. Man glaub«, daß die militärische Sendestation zerstört und die Xe!« Honleitungen unterbrochen seien. Jnsolge Zerstörung der über den Gelben Fluß führenden Vrüdc h .en dl« aus Tientsin «intrelsenden japanischen Verstärkungen ihren Kameraden nicht zu Hilfe kommen können.
Eine chinesische Darstellung.
London. 4. Mai. (Reuter.) In Schanahai wird eine von chinesischer Seite stammende Darstellung der Totgänge in Tsinanfu verbreitet, in der es u. a. heißt, es seien im Lause dev vorangegangenen Tage eine ganze Reihe von Zwischenfällen in Tsinanfu vorgekommen, der Gipfelpunkt sei aber am Mittwoch erreicht worden, wo ein, den national! st ifchen (süd- chinesischen) Truppen angehörender chinesischer Ofsizter von Japanern erschossen und andere Osfiziere verhaftet wor-
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
nachgelassen. Vie Lage ist sehr ernst, von japanischer Seite werden die Verluste mit fünf Offizieren und 30 Mannschaften angegeben. Huf chinesischer Seile sollen 800 lote und 1000 Gefangene zu oer zeichnen sein. Vie Chinesen bestreiten die Richtigkeit dieser Angaben. Vie japanischen Truppen sind in drei Abteilungen gespalten und haben die gegenseitige Verbindung verloren, ver Kommandeur der japanischen Slrettkräsie in Tsinanfu forderte dringend Verstärkungen an. Rach dem Eintreffen der unterwegs befindlichen japanischen Slrellkräfle wird Japan in Ifinglau e I n ganzes Armeekorps zufammenge- zogen haben. Jn füdchinesifchen Kreisen ist die Erregung stark gestiegen. Die Rankingregierung will sich In allerkürzester Zeil über Gegenmaßnahmen schlüssig werden. Man spricht von einer Boykotterklärung gegen Japan und einem Appell an b I e Mächte. Ls muß herrorge- hoben werden, daß die vewegung bisher keinesfalls einen fremdenfeindlichen Eharakler trägt, sondern sich nut gegrn öle Japaner richtet
Japanische Verstärkungen im Anmarsch.
Rach Rachrichten auS Tsinanfu getana eS den chinesischen Truppen so leicht, in da- japanische Viertel einzudringen, weil die Drahtsperren wegen des ruhigen Verhaltens der chinesischen Truppen am Tage vorher wegge- n o m m e n worden waren. Japanische Zunk- sprüche melden, daß die japanischen Behörden und der Kommandant der chinesischen Rationaltruppen sich bemühen, die Kümpfe zwischen den chinesischen und spanischen Truppen zu un> ferbrüden Infolge der Unterbrechung der Schantung - Eisenbahn waren die japanischen Truppen unter General Fukuda gezwungen, die ganze Rächt hindurch 50 Meilen weit zu marschieren, um nach Tsinanfu au gelangen. Die Truppen, die sehr ermüdet In der Stadt ankamen, mußten danach 36 Stunden hindurch den Angriffen außerordentlich überlegener chinesischer Str ei t- fräfte standhalten, die durch ihre Siege über die nordchinesischen Truppen angeseuert wurden und die von Haß gegen die Japaner erfüllt find. Die Japaner stehen isoliert in zwei Abteilungen In Tsinanfu. Rur durch di« geschickteste Derteidigung gelang es ihnen unter größten Schwierigkeiten. Den chinesischen Angriff abzuschlagen. 3n Tokio herrscht große Besorgnis wegen deS MunifionS- mangelS. General Jwakupa rückt mit 2000 Mann Truppen von Tsingtau In Eilmärschen an der Schantung-Eisenbahn nach Tsinanfu vor. Die nationalistischen Streitkräfte in Tsinanfu wurden zuletzt mit 60 000 Mann angegeben. Wenn daher Tschiankaischek. der persönlich dort sein soll, seine Mannschaften nicht in der Hand hat. so kann eine Tragödie mit unabsehbaren Folgen eintreten. Rach einer Havasnachricht auS Tientsin senden die japanischen militärischen Behörden nach Tsinanfu Panzerwagen und Verstärkung. Tschangtsolin habe den Japanern Hilfe angeboten durch Lieferung von
In Colmar rollt sich augenblicklich der Prozeß gegen die elsässischen Autonomisten ab, die angeklagt sind, eine Verschwö- rung gegen die Sicherheit bei Staate- bedangen zu haben. 15 Angeklagte stehen vor Gericht, gegen 7 andere wird nach dem in Frankreich b« anders rigorosen Contumazversahren verhandelt. Das letztere ist besonders deshalb wichtig, weil der nichtvertretene Angeklagte immer, und zwar ohne Mitwirkung der Geschworenen, nur durch Beschluß der Richter verurteilt wird, weil also immerhin die Verhängung von 7 h:hen Strafen sicher ist, auch wenn der Prozeßvcrlauf trotz aller politischen und psychologischen Vordere, tungen den Zwang zur Freisprechung aller übrigen, der wirklichen Angellagten bartun sollte.
Da- wird nun freilich nicht der Fall fein. Denn es ist ein politischer Prozeß, mit großen Regiemitteln in S;en« gesetzt, und er soll zu einer Verdammung der Autonomiebewegung als einer staatsfeindlichen führen. Das, trotzdem gerade im Augenblick die Mehrheit deS elsässischen Volkes unter den erschwerendsten Um- ständen durch bie Wahl von 4 Auto- nomisten in baS französische Parlament biefe Bewegung und ihre Führer legitimiert hat. Ratürlich ist es für jeden Staat unangenehm, wenn feine Staatsbürger anderer Sprache oder
w a s f n e t. Infolgedessen sei eS zu Schießereien gekommen, bei denen zehn chinesische Soldaten getötet oder verwundet wurden. Die chinesische Bevölkerung habe darauf die Läden geschlossen. Die Japaner hätten sich hinter ihre Barrikaden zurückgezogen und auf jeden Chinesen, der sich blicken ließ, gefeuert. Auf diese Art seien eine beträchtliche Anzahl von chinesischen Soldaten und Stadteinwohnern getötet worden. Die chinesischen Truppen bäum da- Feuer erwidert, bi- Dschiangkeischeck die Einstellung des Schießen- besohlen habe.
Oie Lage der Fremden.
London. 5. Mai. (WTD. Funsspruch.) Chi- kago Tribüne meldet aus Peking, da- Schicksal bet Fremden in Tsinanfu sei äußerst ungewiß. da die Riederlassung unter dem Ar- tiUcriefeuer der Südtruppen stehe. Die Konsuln seien seit mehreren Tagen nicht in der Lage, Berichte abzusenden, weil die Japaner bie militärische drahtlose Station für sich benutzten. In Tsinanfu befinden sich zahlreiche Engländer. Amerikaner und Deutsche.
stellt, nämlich die bayerische. Württemberg hatte zwar ebenfalls grundsätzlich zugestimmt, gleich erklärt, daß es die Eutscheidun,
schildert hatte. Man konnte sehr verschiedener Ansicht darüber fein, ob der Zeitpunkt für den von Minister v. Keudell unternommenen Schritt richtig und glücklich gewählt war. Bekanntlich waren sowohl der ReichSlanzler wie bie Mehrzahl der Mitglieder Des Reichskabi- netts auS politischen Gründen mit dem gewählte Zeitpunkt nicht einverstanden. Um so mehr mußte eine sehr sorgfältige Vorbereitung mit sicherer Aussicht auf Erfolg geboten erscheinen. Dun werden Folgen nach zwei Richtungen ein- treten. Der Rote Frontkämpferbund mit seinen Anhängseln und b e Kommunistische Partei werden ein Triumphgeb.-ul ausstoßen unb einen neuen Austrieb erhalten. Ferner wirb bas Ansehen Des Reichsinnenministers durch diese Rieberlage vor bem höchsten Gerichts^ des Deutschen Reiches nicht gerab? gestärkt werden. Wahltalf.sch? Erwägungen sollen in bie em Augenblick vollständig beiseite gelassen werden. Abrr man kann sich doch nicht verhehlen, daß diese Entscheidung des ReichsgnnchtZ und die Umstände, durch bie sie herbei gerührt worden ist, von nun an biS zum Schluß in bet Wahlbewegung eine große Rolle spielen werden. Am bedauerlichsten ist es vielleicht, daß sich m Zukunft ein Rach'olger deS Ministers v. Keudell schwer hüten wird, nochmals eine solche Aktion au unternehmen, wenn et nicht Material zur Ber'üaung hat. das nach jeder Richtung hin hieb- und stichle st ist unb eine ungünstige Entscheibung des Reichsgerichts aus- schließt. Wenn aber so überzeug mdes Material vorhanden ist. dann kann man auch Darauf rechnen, daß wenigstens einige Länderregierungen die nicht durch Patteirücksichten verblendet find, sich bem Vorgehen des Reichsinnenministers an- schließen würden. Hier aber halt? nur eine einzige Landesregierung grundsätzlich zugestimmt und Erlaß des Verbotes in Aussicht ge-
entkräften. Daß der zuständige Senat des ReichS- grrichtS nicht der UelxrAeugung geworden ist. Die Voraussetzungen des tz 129 lägen vor. wird durch die Entscheidung Har.
Vielleicht fühlt sich nunmehr der Reichsinnen- Minister veranlaßt, der Oe sentlich.teit das Material bekanntzugeben, auf das er sich gestützt hat. als er die Landesregierungrn um Erlaß des Verbotes anging und Da3 er dem Reichsgericht vorgelegt hat. Man mu';te schon stutzig werden, als d e preußische Staatsreg.erung mitteilte, sie hätte sich auf eine Wiederlegung der vorn ReichSinnenministerium vorgebracyten De- arünbung gar nicht erst eingelassen, denn sie halte das gesamte Material für unzureichend und ungenügend. Wan konnte das noch als ein politisches Manöver aus fassen, als die Mitteilung erging. Run aber hat sich das Reichsgericht, soweit sich bis jetzt die Ding: u.nirteilen lassen, dieser Ansicht wohl angeschlossen. Da drängt sich doch der Gedanke auf, daß Die ganze Aktion nicht so sorgfältig und gründlich durch- beraten und vorbereitet worden ist, wie eS die Wichtigkeit der Angelegenheit verlangt hätte. Wenn man einen Schritt von fo großer politischer und versassungsrechtiicher Bedeutung unternimmt, muß man deS Er olgrS sicher sein. Don dieser Erwägung find wohl auch noch am Tage vor der Entscheidung des Reichsgerichts verschiedene juristische Stellen ausgrgangen. als sie der Erwartung Ausdruck gaben, daß daS Reichsgericht aus formal-juristifchen Gründen im Sinne des Keudellschen Antrages entscheiden würde.
Der Ausgang Dieter Aktion ist auS verschiedenen Drünoen höchst bedauerlich. Ss kann lein Zweifel bestehen, daß der Rote Frvnttämpfer- bund und feine Zweigorganisaiionen in ihren Tendenzen und in ihrem Wirten tatsächlich Dem entsprechen, wie Minister v. Keudell e& ge-
Gloffen.
Der Beschluß DH ReichskohlenratS über die Erhöhung der Kohlenpreife trägt alle Anzeichen deS KomvromiffeS aus der Stirn. Er ist aber doch vielleicht unter den gegebenen Um- ständen noch die beste Lösung, nachdem einmal die Lobnerhöhung Der Bergarlxiter für verbindlich erklärt war. konnte eS sich nur noch Darum handeln, zu vermeiden, daß von hier aus eine allgemeine Preis st cigerungS- welle durch die ganze Wirtschast geht, die für den Arbeiter den Dorteil deS MeprverbiensteS wieder aufhebt, eben weil sie sich in allen Waren auSwtrkt. für die Industrie aber nach draußen hin die Zronkurrenzbedtnaunyen erschwert. Die Gefahr einer solchen Welle tft naturgemäß bei den Schlüsselindustrien besonders groß. Aus der Kohle baut mehr oder minder jede Arbeit aus. und die BeweiSsübrung. daß dadurch di« Herstellung entsprechend verteuert wird, ist zwingend. Daher mußte der Dersuch gemacht werden, die Erhöhung Der Koh'.enpreise t n möglichst engen Grenzen zu halten, eben um allen weiteren StclgerungstenDenzen von vornherein einen Riegel vorzuschieben. Der ReichSkohlenrat hat sich deshalb auch damit begnügt. Den rechnerischen Betrag Der neuen Lohnsätze und bie erhöhte SyndikatSumlage zusammei.zuwerfen und ist damit aus einen DurchschnittSsatz von einer Mark auf die Tom e gekommen. Er hat die Ergebnisse Des Schmalenbachgutachten- nicht berücksichtigt. da- ohnehin schon ein Desizit DeS Bergbau- herau-gerechnet hatte. Dieser ZustanD, Der sich sreilich im wesentlichen daraus entwickelt hat. daß die Abschreibungen zu gering sind, bleibt also weiterhin j: ft eben; da- Desizit tritt in den Jahre-bllanjzen unmittelbar nicht in die Erscheinung. eS wird sich erst mittelbar auSwirken, trenn später sich zeigt, daß bie Abnutzung In rascherem Tempo vor sich geht, alS die Abschreibungen
Trotzdem ist die Prei-steigerung von einer
Mark doch wieder nicht so gering, wie die Zahl selbst sich ansieht, weil eine gleichmäßige Steigerung nicht möglich ist. Für den gesamten E , p o r t von Kohle fällt jede Möglichkeit eine- Ausschläge- weg. weil die Engländer und Polen unS Dann unterbieten und wir auf unteren Kohlen sitzen bleiben; ja. da- bestrittene Gebiet erstreckt sich auch schon auf das deutsche Inland, weil bie Engländer mit Den billigen Wasserfrachten günstiger an Die Küste heran- kommen, als die Ruhrkohle. Die wesentliche Last der Verteuerung wird also Der Teil Der Industrie zu trogen haben, her ziemlich nahe an Der Kohle sitzt und Der englischen Konkurrenz nicht erreichbar ist. so daß hier mit einer Preiserhöhung von mindesten- zwei Mark auf die Tonne gerechnet werden muß. Da- ist für einzelne Zweige auSzuhalten. andere werden trotzdem bi« günstige Gelegenheit zu einem Aufschlag benutzen wollen. Hier kann und muß bas Reichs- wirtschast-ministerium e.ngreifen. In erster Linie bei Der Eisenbahn, bie ohnehin schon mit einer Tariserhöhung beim Reichsverkehr-minister vorstellig geworden ist. Für sie bedeutet aller- binaS die Verteuerung der Kohle nur reichlich 25 Millionen im Jahr, was bei Dem Gesamtetat von süns Milliarden kaum zu Buch schlägt. Daraus allem laßt sich also eine Steigerung Der Tarife nicht rechtfertigen. In zweiter Linie werden die Gas- und Elektrizitätswerke kommen, zumal soweit sie in öffentlicher Hand find. Don ihren Lieberschüssen leben die Gemeinden. die mit jedem Pfennig rechnen müssen, den sie sonst anderweitig durch die Steuern auszubringen hätten. Schwierigkeiten genug bleiben also auch letzt noch bestehen, unb bie Gefahr
einer Verteuerung ist noch keineswegs bezwun-
aen. Immerhin wird der ReichSwirtschaftSmini- 6er nicht umhin können. Dem Beschluß DeS Reich-kohlenrates zuzu stimmen, inDcm er gleichzeitig Dafür sorgt. Daß alle Wünsch«, die aus der Erhöhung Der Kohlenpreife entstehen, gekappt werden.
Die Entscheidung des Reichsgerichts, wonach daS Verlangen deS Reich-innenministerS von Keudell auf Verbot unb Auflösung DeS Roten Frontkümpferbundes der Roten Warin« u.iD Der Roten Jungs ront mit sämtlichen Ortsgruppen unbegründet ist. wirb in weiten Kreisen große Lleberrafchung. vielleicht Bestürzung Hervorrufen. Die Begründung der Entscheidung soll erst später erfolgen, zunächst ist nur Im Telegrammstil mltgetcUt. daß Der Senat Die Voraussetzung Des 8 129 Des Reichsstras- aesetzbucheS für den ganzen Roten Frvntlämpser- bund und sämtliche Ortsgruppen nicht für er« totefen hält. In Frage lammen nur Einzelverbote für bestimmt« Ortsgruppen oder Dauer, bei Denen jener Beweis vorlicgt. Solche Verbote {heben heute nicht zur Entscheidung des Gerichts.
Zur juristischen Beurteilung der Entscheidung. Aussicht ge|teilte Begründung un Wortlaut abtoarten müssen. Vorläufig muß es genügen zu betonen, daß Der § 129 des Stra" gescybucheS .die Teilnahme an einer Verbindung, ux deren Zwecken ober Beschäftigungen gehört, Maßregeln der Verwaltung ober Die Vollziehung von Gesetzen durch ungesetzliche Mittel »u verhindern ober ju entkräften", jnit Strafe bedroht. Ss würde sich Danach also barum gehandelt haben, sestzustellen. oä Der Rote jrontfämpferbunD in seiner Gesamtheit als eine VerbinDung auszu'assen ist. zu Deren Zwecken »er Beschäftigungen es gehört. Maßregeln Der Verwaltung ober die Vollztehu ig von Gesetzen !wrch ungesetzliche Mittel zu verhindern oder zu
schoben haben und mit Den Vorhuten Der SÜbchinesen in ein Gefeckt geraten find. Da man über einen weiteren Vormarsch der Truppen TschiangkaischekS und seiner Verbünbeten nichts mehr hört, scheint es ben Japanern gelungen au sein, rechtzeitig bie Bahnlinien zu besetzen. Den Zufamwcnstößen bars man wohl keine allzu große Bedeutung beimefsen, sosern nicht hinter ihnen eine Aktion der Südchinesen aut Sprengung Der japansschen Kette zu suchen ist. Japan hat aber Den Vorstoß TschiangkaischekS nach Rorden benutzt, um sich wieder in ben Besitz von Tsingtau zu setzen. daS eS 1921 nach Der Washingtoner AbruftungSkommission hatte aufgeben müssen. Vorläufig liegt über Den Vorgängen In Rordchlna noch ein starkes Dunkel. baS sich so rasch nicht aushellen wirb. Da Die Rachrichten, die auS Peking. Ranking oder Tokio kommen, nicht den Anspruch auf Objektivität erbeben können.
Tsinanfu,
Erbitterte Kümpfe. — Bedrängte Lage der Japaner.
Tokio. 4. Mal. (XU.) Da» japanifche Außenministerium veröffentlicht über Den Zwischenfall bei Der Stabt Tsinanfu eine Verlautbarung, In der festgestellt wird, daß japanisch« Staatsbürger von Ehi- nefen angegriffen unb japanifche Patrouillen von chinesischen Solbatcn beschossen worben feien. Fünf japanische Solbaten sollen getötet und 20 schwer verletzt worden fein, jerner werde eine Patrouille mit einem Offizier unb 16 Mann vermißt. Diese» Verhalten der chinesischen Militärbehörden zwinge die Regierung zur Durchführung von Schutzmaßnahmen. Der Ministerpräsident, Baron Tanaka, hatte heute eine Unterredung mit dem Kriegs- Minister. der berichtete, daß er weitere 2 300 Mann nach Tsinanfu entsandt habe. Rach einer Reulermelbung au» Tokio haben Die südchlne- sischen Truppen in Tsinanfu Freitag früh um zwei Uhr den Angriff wieder ausgenommen, indem sie in die japansschen Dcrteibigungilinlen einjnbringen versuchten. Die außerhalb der Stadt wohnenden Japaner und anderen Ausländer sollen ermordet worden fein. Bei der gegenwärtigen tage fei er jedoch schwierig, ihre Zahl anzngeben. Der Kampf habe drei Stunden gedauert und bann
gleich erklärt. Daß es Die Entscheidung DeS Reichsgerichtes abtoatten wolle, woran) A-rvor-
relft..
ousseiineOt
rt
nstoffe
■m
,IIe mit Seide
edruckt, reine Seide.
a
denstoft
reime I ir ältere Damer..tn
ide
ende Muster w - .-
hine
Seide, in viel Farben
breit 425
ir Rohseide I
1-B-woUe
................... I
*seline
von
Stoffe gg
ite Qualität Seide w I
ictte *45
lodeme Sommerge- 4
m v
edruckt, 120 embreit
itunß............. I I
ieline I)
ageo ß 8BC
.Ausführungen.^«
tragen J$
r Besatz JQ
250 an


