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Donnerstag, 5. April 1928

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Nr. 82 Drittes Blatt

Oer Sternhimmel im April

vorkommt. Der bekannteste von ihnen ist der

sich auch die

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Nachbruck verboten.

32. Fortsetzung.

schrie ihn wütend an.

uns gestundet werden!

Die bat in Reben

(^Jupiter «O/Murn

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/ferne: ff/eine Buch'

staben

allgemeinen der Dienst in geschlossenen Forma­tionen bei gemeinsamer Unterkunft. Zum Auf­rucken in eine höhere Stellung darf eine ein­geschobene Probedienstzeit nicht länger als neun

Eonnenausgang von 5.40 bis 4.35 Uhr.

Sonnenuntergang von 18.30 bis 1950 Uhr.

LichtgestaltendeSMondes Dollmond am 5. um 5 Uhr. 3. Viertel am 13. um 9 Uhr. 1. Viertel am 26. um 23 Uhr.

Die beiden hellsten Wandelsterne, nämlich der Jupiter und die Venus, sind in diesem Monat unsichtbar. Beide stehen der Sonne zu nahe. Vicht viel besser steht eS mit dem Mar s.

Der die 24 Stund-«zahlen »wi Mitter- nacht bie Mitternacht ernst Taft» ent­haltend! Kreit und die dich punktierte Linie, der sogmennts Hontent, und fest- stehmd zu denken Der Sternhimmel dreh eich »amt dem auf Mitternacht zeigenden

dings nicht sehr beträchtlichen größten Höhe nähert, die dieser Stern erreichen kann, so haben wir die hellsten Fixsterne dieses Monats er­wähnt.

Wir möchten einmal auf einen Punkt auf­merksam machen, der einem oder dem anderen Betrachter unserer Sternkarte vielleicht Schwie­rigkeiten bereiten könnte: Sn unseren Beschrei­bungen ist gelegentlich von »rechts" und ..links' die Vedc. Das ist immer in dem Sinne gemeint, wie man den Sternhimmel in Wirklichkeit sieht, wobei der Horizont ja immer unten ist. Will man also die Bezeichnungen »rechts" und »links' richtig verstehen, so must man die Sternkarte stets so drehen, daß eine vom Polarstern durch die bezeichneten Sterne oder Sternbilder gedachte oder gezeichnete Linie nach dem Beschauer zeigt. Tut man das nicht, so ist für die obere Hälfte der Karte wie es in dem bekannten Studenten­lied heiht »rechter Hand, linker Hand, alle« vertauscht". st ermann.

Tt soll nur wieder einer kommen und pfänden, bann prügeln wir ihn zum Dorf heraus!"

«Sawohl, bat tun wir!" Sie schrien alle will)

durcheinander.

Wenn wir unfern Wein verkaufen können, nef Bremm,bann können wir auch Steuern bezahlen, nrtb dal wollen wir auch!"

Wirtschaft.

Verschärfung der Sclbstkostenkrise

des Huhrbergbaucs

Selbftkostenkrise im Vuhrbergbau jüngster Zeit eine Verschärsung erfahren, anderen Momenten spielt hier vor allem

ger der Himmelruhr in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gelogenen Pfeile einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingeteichnete Horizont umrahmt die ru der Stunde, auf die der gerade Pfeil engt. um die Mcnatemitte eicht hären Sterne. Unsere Karte geigt also den Zustand um Mitternacht der Mo­natemitte. Will man zu einer anderen Stunde hob achten so denke man eich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil eo gedreht, daß dieser auf die Be­obachtung! stunde zeigt; dadurch werden die n dieser Zeit eichtbarm Sterne m den nicht mitzudrehenden Horizont hin- etngedreht. Für je 5 Tage vor der Mo­natemitte ist der gerade Pfeil *1$ Stunde früher, für je 5 Tage nach der Manats­mitte *13 Stunde später zu stoßen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond rammt die gezeichneten Stelhm-

X) wat!" Der Loesenich schrie ihn wütend an. Aste rückständigen Steuern müssen niedergeschlagen werden, die fälligen müssen uns gestundet werden!"

Der Staat sollte statt der paar Groschen Beihilf en" ordentlichen Kredit geben," meinte nachdenklich Kaspar Dreis, der auch herübergekommen war.

Bremm nickte ihm zu:Sa, bat is noch n Vor­schlag! Einen Kredit. der et uns möglich macht, unsere Wirtschaft aufrechtzuerhalten.'

Bild't euch rnr ein - so 'nen großenKredtt?! Haha!" Reiter höhnte.Die werden sich huien. Wat die Weinsteuer einbringt, bat mußten sie unter uns

je^jonne \)t Vierter ^£)Vo/imond (Z J Viertel

der zwar weiter von der Sonne entfernt ftc^t, aber auch nur gut eine Stunde vor ihr ausgeht und also gleichfalls unsichtbar ist. Als einzig sichtbarer Wandelstern erscheint der Saturn, zu Anfang des Monats nach, dann kurz vor Mitternacht. . , _. .

So bleibt für den Sternfreund tn erster Lime die Betrachtung des F i x st e r n h i m m e l s. Cr zeigt in diesem Monat eine gewaltige Verände­rung: Während zu Anfang des April die Hellen Wintersternbildcr im Westen noch über eine Stunde lang zu sehen sind, sind sie gegen Ende des Monats verschwunden: nur die Zwillinge sind noch voll sichtbar. Als eigentliches Früh­lingssternbild können wir wohl den Löwen an- sprechen, den man leicht am Himmel findet, wenn man ihn sich in eine Sichel mit dem Haupt- stern Vegulus und in ein rechtwinkliges Dreieck zerlegt denkt, an dessen links gelegener Spitze der Stern Denebola erstrahlt. Der Vame Denebola heiht Schwanz des Löwen", wie denn der Olame Deneb", d. h. Schwanz, bei verschiedenen Sternen

und Waisengeld ein Betrag ausbezahlt wird, der den letzten Dienstbezügen des verstorbenen Be­amten entspricht. Alsdann tritt die gesetzliche Hinterbliebenenversorgung wie für die übrigen Staatsbeamten eht

Dis zur Vorlage eines neuen Dienststraf- g e s e h e s für die staatlichen Polizeibeamten gelten einige Sondervorschriften des Polizei- beamtengesehes. sowie die alten Vorschriften des Disziplinargesetzes für nichtrichterliche Beamte. Für die am 31. März 1926 bereits der Schutz­polizei angehörenden Beamten werden einige eigene Xlebergangsbestimmungen geschaffen.

In Zukunft werden sich also die verschiedenen Dienstzweige der Polizei aus der Bereitschafts- Polizei ifrüher Schutzpolizei) ergänzen. Die E \ n- stellung des jungen Polizeianwärters erfolgt mit durchschnittlich zwanzig Jahren auf der Landespolizeischule, wo er vorgebildet wird. Alsdann erfolgt Ueberführung tn einem geschlossenen Polizeikörper als Llnterwachtmelster . in die Praxis. Dis zum 7. Dienstjahre dauert im

16. Kapitel.

Weißt du, wo unsen Vater is?" fragte die Bremm ihre Tochter. Maria zuckte die Achseln, sie sagte gleichgültig: ,Lch weiß ntt."

Ob er wieder im Keller faß? Anna Bremm watete durch den schwimmenden Hof hin bis zum Keller, eingang die Tür war geschlossen, aber unten flinzelte matter Lichtschein. Sie \ah es durch bie Ritzen der morschen Bretter heraufschimmern, aber als sie anpochte und laut rief:Bremm, bist du unten?" war auf einmal kein Lichtgeflinzel mehr da. Sie mußte sich getäuscht haben: dieses Mal wohl, aber doch nicht immer. Was machte er fo oft ba unten? Hafte er denn immer noch im Keller zu tun9 Sie wußte nicht, was sie davon denken sollte, jetzt hatte der Winzer dach nichts mit dem Wein zu tun. Und der dunkle Keller mit ,einem Dunsten nach Schimmel, nach Faß, nach Most und nach Feuchtigkeit war doch kein Ort zum längeren Aufenthalt. Sie hatte Brenmi oft schon gefragt: Wat haste bann immer noch unten zu tun? Dar­aufhin hatte er sie bloß flüchtig angeiehen, hatte etwas gemurmelt, was nicht zu verstehen war, und deutlicher nur gesagt:Stimmer dich mt drum!

Die Frau war sich nicht klar bewußt, warum er herunterstteg, aber es machte ihr Unruhe. Snbrün» ftig betend lag sie vor der heiligen Sungirau un Grau der Kirche auf ihren Knien: sie konnte sich ost kaum von hier trennen. Hier war der einzige Ort, an dem die Dielgeplagte ein wenig mehr Ruhe sand: her Mann finster, die große Tochter gleichgulttg, die Kinder unartig, weil sie nicht hinaus konnten wegen des Regens ober war es darum, weil fie

den beiden etwas geschehen? Etwas, was nicht sein oll? Sa, ach ja! Und das nahm sich die Maria nun so zu Herzen und schämte sich, es zu bekennen. Ein großes Mitleid mit der Tochter kam die Mutter an, sie vergaß, daß sie allen Grund hätte, böse zu ein.Sag doch nur," bat fie,ich jagen dem Bater ja nix davon. Und wenn et denn so sein sollt, bar- über fannfte wenigstens ruhig sein: der Dreis is'n rechtlicher Mensch, heiraten tut er dich."

Der?!" Die Tochter schrie auf: es klang wie in wilder Abwehr:Nie heirat der mich! Nie hei­rat ich den, et kann ja nit fein!" Die Hände vors Gesicht haltend, lief sie hinaus.

Das hessische polizeibeamiengeseh.

Der Hefsischc Landtag hat am 29. März das | ton der Negierung vorgelegte neue Polizei- beamtengesetz verabschiedet. Die Hess, che Polizei war seither in drei Polizeikörper ge­gliedert die staatliche Ortspolizei, die Schutzpolizei und die Landesgendar­me r i e. Dach den Forderungen der Entente mußten bie drei Gruppen in eine Staatspolizei unter Eingliederung in das allgemeine Beamten- recht verschmolzen werden. Abweichungen sind nur da getroffen, wo diese auS der künd­baren Stellung der Bereitschastspolizci und deren Kasernierung erforderlich waren. Das neue Ge­setz entspricht den Vereinbarungen der Deichs­und Länderregierungen mit der Entente und tritt am 1. April 1928 in Kraft. Einige die All­gemeinheit interessierende Teile des 61 Artikel umfassenden Gesetzes seien nachstehend heraus- gezogen.

Polizeibeamte im Sinne des Gesetzes sind die staatlichen Beamten der Sicherheits­polizei (Einzeldienst- und Dereitschaftspolizei) der Kriminalpolizei, de« Polizeiverwaltungsdienstes und der Landesgendarmerie. Jedem Polizei- beamten steht nach Maßgabe seiner Bildung. Fähigkeit und Leistung der Aufstieg in alle Stellen Der Polizei offen. Beamte d" SU>o und Polizeianwärter bedürfen zur She f ließung einer Erlaubnis, wenn sie das sechste D'enstiahr nicht vollendet haben. Beamte der Sipo find während der Zugehörigkeit zur Landespolizei­schule und Dereitschaftspolizei kaserniert, wobei allerdings Ausnahmen durch den Innenminister

Hauptstern im Sternbilde deS Schwans, das zu Beginn dieses Dlonats etwa um Mitternacht, gegen Ende zwei Stunden früher, über dem Dordosthorizont erschienen ist. lieber dem Schwan steht die Helle Wega, die als eigentlicher Som- merftern nun auch schon höher und höher empor­steigt. Bemerken wir nun noch, daß der Arktur im Bootes sehr hoch am Himmel steht, und daß Spica in der Jungfrau der aller-

hungrig waren?

So schwer wie in diesem Winter war es auch noch niemals gewesen. Wohin man sah, wohin man hörte, bei jedem dasselbe: bei dem einen große, bei dem anderen weniger große, aber überall Not. Ob in ganz Deutschland die Not gleich groß war nxe hier an der Mosel? Sicherlich, sagte die Frau sich. Denn sonst wäre hier doch geholfen worden. ,,»ru= ber, liebet euch untereinander," darüber hatte der Herr Pastor so schön gepredigt, ferne Stimme hatte vor Rührung gezittert alle, die es hörten am Sonntag, waren ergriffen es war, als ob ber alte Mann dabei weinte. Sa, ber Herr Pastor war ein guter Mann, ber gab, was er geben konnte: er - hatte nur selber nicht viel. Aber er schrieb immer I Frau plötzlich.

verteilen!" _ . . , ~ .

Die 'Weinsteuer, ha, bie Wemfteuer'. Das Wort war gefallen. Die Weinsteuer, die war das Unglück. Sie brüllten alle aus: die mußte zuallererst weg, die war von aller Ungerechtigkeit die allergrößte. Die verfluchte Weinsteuer, die ruinierte noch mehr ais der Auslandswein, den man herein!,eß. Wenn die Weinsteuer nicht fiel, bann! Es erhoben sich drohende Fäuste.

Beruhigt sie," flüsterte Kaspar Drets, öimon Bremm am Aermel zupfend. Und dann, als die Versammlung, unruhig scharrend und murrend nun auseinander gegangen war und er mit bem zielte- ren noch für ein paar Augenblicke brausten im ftro= menben Regen stand, fragte cr:Meint Shr, dat die Weinsteuer wirklich die Hauptschuld hat an der Wm- wrnot? Sch meinen bat nit. Aber ich laß mich gern belehren. Shr wißt et sicher besser."

Ich weiß et auch nit," sagte Bremm teile. Und eine hilflose Traurigkeit verbreitete sich über sein Gesicht, über seinen ganzen Menschen.

Et is 'n Schänd," Nagte die Frau,wat soll ber Herr Pastor von uns denken! Haste dann in ber Stadt ganz deine Religion, deine Pflicht vergessen? O, hätt ich dich doch nie nit babin getan!"

5a, hattste bat nit," sagte Maria. Und fie sagte bas so seltsam, daß die Mutter stutzte.

Was war mit ber Maria? Die Tochter tarn ber Mutter schon lange verändert vor, jetzt aber roar es ihr plötzlich ganz klar: die hatte was auf ber Seele. Eine Schuld? Nein, die Maria tat nichts Unrechtes, davon war sie fest überzeugt, aber un- glücklich war die. Sehr unglücklich. Und die Bremm begann zu forschen. Es konnte nur etwas mit dem Kaspar fein warum kam der denn auch nicht? Er mied das Haus sichtlich. Waren die zwei sich böse? Hatten sie sich so erzürnt, daß bie Maria nun dachte, es wäre aus und vorbei mit ihm, und sich darum grämte, immer seltsam unfroh, schier men- ichenfcheu war? Ach, daß bei Liebesleuten me eines dem andern das erste Wort gönnen will! tjrau Bremm beschloß, sich der Sache anzunehmen. Sie setzte ber Tochter hart zu, sie wollte durchaus für die Verstimmung des Mädchens den Grund finden. Sie fragte, sie quälte, sie scyatt, sie bat flehentlich, aber immer bie gleiche stumme, sie jetzt auf einmal be- ängftigenbe Abwehr. Mit Schrecken überfiel es bie | Frau plötzlich: Sesus Maria, war vielleicht zwischen

der ilmftanb eine Dolle, daß die Ab­schreibungen, Dückstellungen usw. in bei bisher vorgeiiommenen Höhe als viel zu niedrig sich herausgeftcllt haben. Ausschlag­gebend ist hier der in mancher Beziehung sich geradezu überstürzende Gang der Technik. Ma­schinen und sonstige Anlagen, die erst vor ver­hältnismäßig kurzer Zeit angelegt worden sind, haben sich jetzt bereits als so veraltet erwiesen, daß der Zwang zur Modernisierung unabwend­bar ist Diese Tatsache gilt besonders für den Kokereibetrieb, wo erst vor 67 Jahren errich-

Hessisches Krüppel-LehrlingSheim.

WSD. Darmstadt, 4. April. Der hessische Minister für Kunst und Dolksbildung gibt in einem Dunderlah an die Schulämter und Lehrer bekannt, daß in Anlehnung an die Epileptiker­anstalt Dieder-Dam st adt bei Darm­stadt demnächst ein K r ü pp e l - Le h r lin y s- heim eröffnet wird, das zur Berufsem- s ch u 1 u n g schulentlassener jugendlicher Krüppel aller Konfessionen Gelegenheit geben will. Die Anstaltsleitung teilt mit, daß für die Heran­bildung der Jugendlichen neben fachärztlicher Betreuung es weder an einem bewährten Er­zieher, der als Spezialist auf diesem Gebiet gelten kann, noch an besonders tüchtigen Handwerks­meistern fehlen wird._________________

wieder nach Koblenz, machte Eingaben und Bitt­gesuche für feine arme Gemeinde.

Anna Bremm hatte Vertrauen in feine Güte, alle hatten Vertrauen, und doch war die Frau er- schrocken, als ber Pastor sie heut auf der Straße ansprach. Der geisttiche Herr hatte sich heraus­gemacht trotz des Regens, er kam von einem Kran­ken, den er besucht hatte. Er fragte sie nach ihrem Mann, nach den Kindern, zuletzt fragte er sie nach ber Maria. Warum kam die Maria denn nicht mehr zur Beichte?

Die Frau flatterte etwas und war sehr verlegen: das hatte fie nicht gewußt, bah die Tochter nicht pünktlich zur Beichte ging. Ganz aufgebracht kam sie nach Hause: fie, sie mußte sich so etwas sagen lassen?!Warum gehste nit in bie Kirch, warum beichtfte nit, wiet sich gehört?" Sie stand vor der Tochter, ihre sonst so sanften Slugen sprühten in be­leidigtem Unwillen.

Maria war sehr bleich: fie hatte, wie so oft letzt, nur ein stummes Zucken ber Achseln.

tetc Anlagen durch völlig neue ersetzt werden müssen: ähnliches gilt beispielsweise auch für die Dampfwirtschaft. wo die Verwendung hoch­gespannten Dampfes zu ganz neuen Anlagen zwingt. Von den weitgehendsten Folgen ist je­doch die Erkenntnis, daß die Schachtanlagen »cutiger Größe nicht mehr rentabel und produk- iv genug sind, daß vielmehr die Zusammen- aflung mehrerer kleinerer Anlagen zu einer Grvhanlage von 45000 Tonnen Tagesförderung unbedingt notwendig ist. Die für diese Zwecke notwendigen Mittel stehen -aber wohl keiner Zechengruppe zur Dersügung. da bisher die nö­tigen Abschreibungen und Dückstellungen vom Deichswirtschaftsministeriuin nicht zugelassen wor­den sind. Die erforderlichen Mittel sind außer­ordentlich hoch: auf die Tonne Kohlenförderung gerechnet muß für Deuanlagen unter Tage ein Betrag von 50 Mark investiert werden, und für Kokereien ein solcher von 25 Mark ic Tonne. Erschwert wird bie Situation noch durch die Aufwendungen der Bergschäden, die ebenfalls bisher nur ungenügend berücksichtigt worden sind Man kann onnehmen, daß infolge der dichter gewordenen und noch werdenden Desiedelung. infolge der umfangreicheren und komplizierteren Verkehrsanlagen usw.. die alle den Umfang der Bergschäden stark gesteigert haben, der Sah für Bergschäden, auf die Tonne Förderung gerechnet, verdoppelt werden muß.

Im Zusammenhang mit diesen Dingen steht der Umfang der Forderung des Duhr­bergbaues. Die letzthin vertretene Ansicht, daß die Kapazität des Duhrbergbaues um 30 Pro­zent zu hoch sei. ist abwegig. Die Zeit des englischen Streiks hat gezeigt, daß der Umfang der Förderung zeitweise sogar unzurcichend ge­wesen ist. um die Anforderungen in vollem Ausmaß zu erfüllen. Aus diesem Grunde hatte der Deichskohlenkommissar sich auch eine Zeitlang veranlaßt gesehen, durch zwangsweise Be­schränkung der Ausfuhr dem Inland die notwen­digen Mengen zuzuführen. Eine andere Frage ist allerdings, ob die durch den verhältnismäßig hohen Absatz in das Ausland erzielte Selbst- tostenverminderung nicht durch die hohen Preisnachlässe für die Auslands - lieferungen ausgeglichen ober gar über­zogen wird. Aus diesem Grunde wird teilweise die Ansicht vertreten, die Ausfuhr nach den be sonders ungünstigen Absatzgebieten in einem gewissen Umfange zu drosseln und in diesen Gegenden nur insoweit im Markte zu bleiben, als es die Kontrolle der Konkurrenz notwendig macht. Aus die Gesamtförderung um­gerechnet, könnte es sich aber auch bei der Durchführung dieses Gedankens nur um einen verhältnismäßig geringen prozentualen Betrag handeln. Eine erhebliche und gleichzeitige Ein­schränkung der Förderung auf allen Zechen Würde dagegen die Selbstkosten in einem solchen Aus­maße erhöhen, daß sich zwangsläufig enorme Verluste ergeben mühten. Etwas anderes ist natürlich die Stillegung solcher Zechen, die untpirtschastlich arbeiten. Aus den oben erwähnten Gründen scheint es so, als ob die Zahl dieser Zechen sich bald erhöhen wird. : und zwar besonders dann, toerm neue Selbst - - ko st en st eigerungen eintreten. Die eine Tat- i fache steht jedenfalls fest, daß der Zwang, einen

. den hohen Selbstkosten entsprechenden Aus­gleich zu schaffen, als umfo notwendiger sich

Es war ein schwerer Gang, den die Mutter sich vorgenommen hatte zu gehen. Aber ba der Kaspar Dreis nicht zu ihnen mehr tarn, mußte sie zu ihm tommen. Heimlich macht« sich Anna Bremm auf. Ihrem Mann, der erstaunt fragte:Bei dem Regen?" hatte sie getagt, sie ginge drüben den Sta- tionswcg am Klosterberg hinauf zu ihren Gräbern: es ließ ihr feine Ruhe. Und damit hatte sie auch keine Lüge gesagt: es ließ ihr. wirk­lich keine Ruhe. Die Maria war, seitdem sie mit der gesprochen hafte, völlig verstört. Das Paulinchen, das mit der Schwester oben die Kam­mer teilte, beklagte sich: es konnte keine Nacht mehr ungestört schlaien, die Maria warf sich immer her­um und seufzte. Auch Peter und Paul fiel es auf, sie lachten noch jungenhaft, aber doch schon mämv Uch bewußt: .Haste Liebeskummer, Maria?" ßafjt se in Ruh," wurden sie von der Mutter zu- rechtgewiesen.Et is ihr nit gut." Und sie strich dabei der Tochter über das Haar.

Sie war froh, daß die Tochter nichts davon ge­wahr wurde, daß sie ging, und wohin sie ging. Maria hätte sie nie und nimmer gelassen. Aber klar mußte man sehen. Entschlossen hatte sich die Bremm ans andere Ufer übersetzen lasten: die Motel ging hoch, von Regen und Wind gepeitscht, schlugen Wellen über den Bootsrand, aber sie zog in ihrer drängenden Unruh diese Ueberfahrt mit dem Nachen der großen Fähre vor, zu der sie noch eine halbe Stunde Wegs hatte. In ihr war Eile, und sie furch- 'ete ja ihre Mosel nicht: die tat nur so, als ob fie wild wäre.

(Fortsetzung folgt.) '

möglich sind.

Kündbare Polizeiböamte find Poltzcwffi- riere bis zur Vollendung einer zehnjährigen Dienstzeit und alle übrigen P"fizc.beamte bi« au ihrem ilebergang in eine unfirndbare Stelle. Kündigung kann erfolgen bei Dienstunfahigkeit. d h. wenn nach ärztlichem Urteil Wiederherstel­lung nicht binnen eines Jahres erfolgt außer- dem bei Vergehen im Dienst. Verurteilung zu Gefängnisstrafe. Verstößen gegen die Mannes­zucht oder das Ansehen der Polizei, bei Miß­brauch der Dienstgewalt, bei Verweigerung einer Probedienstzeit bei Aebernahme in eine höhere Stelle usw. Dach zwölfjähriger Dienstzeit werden die Polizeibeamten unkündbar angestellt oder auf Antrag entlassen, ebenso können fie tn die Geheimpolizei eintreten. (Dicht als »Pofizei- öiencr j Die Beamten deS Polizeivollzugs­dienstes (nicht die Offiziere) treten drei Monate nach dem 60. Lebensjahr in den Ruh c ft an ö. Die Ruhestandsaltersgren^en für Offiziere und ihre Grade werden noch bestimmt. Die P e n s i o n wird dann entsprechend den Vorschriften über das Pensionsgeseh der Beamten festgesetzt. Das Ruhegehalt der Polizeioffi-iere und 'beamten Tann bis zu 80 Prozent des ruhegehaltsfähigen Diensteinkvmmens steigen. .

Die 11 n f a 11 f ü r f o r g c »st bei den beson­ders gelagerten Verhältnissen der Polizeibeamten von den übrigen Staatsbeamten für sich geregelt. Sn Fällen eingetretener Hilfslosigkeit kann die ^Insallpension 100 Prozent des Gehaltes er­reichen. Zur Erleichterung eines Berufs- | Wechsels, zum Erwerb von Grundbesitz, beim i -Anschluß an ein Dau- oder Siedlungsunter­nehmen können Ruhegehaltsempfänger Kapi- talabf inbungen ihres Ruhegehaltes ge- ivährt werden. Diese Abfindungssumme kann, wenn sie nicht innerhalb der bemessenen Frist bestimmungsgemäß Verwendung sand fturüd- gesordert werden. Ebenso kann sie aber auj zurückgegeben werden, so daß die RuhegehaltK- zahlung weiterläuft. In diesem ^alle ist die ausgezahlte Abfindung nur zu einem bestimmten Teilbetrag zurückzuerstatten. Auch »st eine teil- weise Kapitalabfindung möglich. Die ohne Ruhegehalt oder Unfallpension ausscheidenden Polizeibeamten erhalten sogenanntes Ent­lass u n g s g e l d von 2500 Mark oder 5000 Mk. nach Lage des Falles. Das Gesetz sieht außerdem verschiedene Sondervergütungen vor, sowie Um- zugsentschädigung und Versorgung bei Entlas­sung aus besonderen Gründen. Die H^uter- bliebenenversorgung sieht vor. daß die ersten drei Monate des Bezuges von Witwen-

Oje goldenen Berge.

Vornan von Gtara Biebig.

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