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Für die Hebung der Mädchenbildung ist.Prof. Dr. Markert allezeit mit ganzer Kraft ein- gc treten; so arbeitete er besonders für den -aue- bau unserer höheren Mädchenschule »ur Studienanstalt. Gr sollte noch sehen, tmc diHS Ziel erreicht worden ist. wenn es ihm auch selbst nicht mehr vergönnt war. an der Stu dien anstatt
Studienrat Professor Dr. Markert m Aiefctn ist, wie gestern berichtet, mit dem Schlüsse Les Schuljahrs aus dem Dienst auSge- schieden. Mit ihn. tritt ein weit über die ®ren- ;cn unserer Stadt bekannter praktischer Schulmann vom Schauplatz seiner beruflichen Tätig- keit ab. Während dreier Jahrzehnte hat er an der Diehener höheren Mädchenschule gewirkt. Viele unserer Diehener Frauen sind durch seine Schule gegangen und verdanken seinem Unterricht Belehrung und Anregungen für tat ganze Leben, denn in seinen Hauptfächern, Chemie und Biologie, ging er vor allem darauf Haushalt praktisch Verwertbare
*• Straßensperre. Wegen Vornahme von Kanalisativnsarbeiten ist die Provinzialstrahe Aonnenro t H-D rü n b e r g int Orte Röthges bis auf weiteres für jeglichen Verkehr gesperrt worden.
•* Äarf teitagf eiet im ötadtthe - ater. Man schreibt uns: 3m Diehener Stadttheater wird in diesem Jahre erstmalig am Karfreitag eine dem Wesen und der Würde dieses Tages entsprechende Feier stattfinden. Unter Leitung von ilniversitätS-Musikdirektvr Dr. Stefan TemeSvary wird der Akademische Gesangverein Glucks „be prosundis" und den Schluh- chvr auS der .Mathäuspassion" von Johann Sebastian Bach zu Gehör bringen. Zur Der- vollständigung des musikalischen Teiles dieser Feier wurde ferner der in Giehen rühmlichst bekannte und beliebte Pianist Eberhard Delp gewonnen. Bon Mitgliedern bc6 Stadttheaters werden an diesem Abend Mitwirken Fräulein Maryela Baumann, Fräulein Susanne Heim und Herr Karl (Bold. Die von diesen Herrschaften vorgetragenen Dichtungen sind die „Versuchung am Kreuz" von Eduard Reinacher, , Gethsemane" von Anette Droste-Hülshoff und eine kurze Auswahl aus dem 8. und 10. Gesang von KlopstockS „Messias". Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Die Feier beginnt um 20.15 Uhr abends und findet, um Jeder- mann den Besuch zu ermöglichen, bet ermäßigten Preisen statt.
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8eben seiner beruflichen Tätrgkett hat Prof. Dr. Markert seine Kraft stets gern in den Dienst der Mlgemeinhett gestellt. Im Äretfe seiner DerufskolLgen nimmt er eine sehr geachtete Stellung ein. Viele Jahre berief ihn chr Ver- trauen tn den Vorstand deS Diehener und des Hess. PHUvloaenvereins. Vom Jahre 1903 bis zum Kriege wirkte Warkert tm Vorstand der hefigen Gesellschaft für 8rb- und Völkerkunde. Sine ihm inge- tvagene Wiederwahl in den Vorstand dieses Vereins muhte er mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand ablehnen. Seit 20 Jahren gc- M>rt Markert dem Vorstand des Diehener Lese hallen-Vereins an. Sine eifrige Tätigkeit entwickelte er als Mitglied der hiesigen Freimaurerloge „Ludewig zur^reue , deren Vorsitzender Weister vom Stuhl er vom Jahre 1924 bi» $u feiner Erkrankung war. Auch publizistisch war Markert tätig. Er veröffentlicht« hn Laufe der Jahre im „Diehener An- teiger“ eine Reih, von Aufsätzen naturwissen- ichaftlichen Inhalt», oder au» dem Gebiet bes Mädchenschulwesens. Bekannt sind seine Aufsätze die er gelegentlich des 100 jährigen Geburtstages deS Shemikers A. D. von Hofmann über dessen Beziehungen zu seiner Vaterstadt Giehen schrieb. .
Aus dem LebenSgang Markerts seien folgende Daten hervorgehoben; Sr Wurde am 20 März 1868 in Kassel geboren. Dort besuchte er von Ostern 1874 bis Herbst 1879 die Höhere Bür^r» schule in der Hedwigstratze. Vom Herbst 1879 bis Ostern 1887 war er Schüler der Realschule ozw. des Realghmnasiums in Giehen. An dieser 9lnftalt legte er Ostern 1887 die Reifeprüfung ab Da er sich daS Lehramt als Qe6en8beruf er wählt hatte, studierte er in den Jahren 1887 bt» 1892 an den Universitäten Giehen und Marburg Raturwissenschaften. Sr gehörte als Student der Marburger Turnerschaft Saxonia an. Im April de« Jahres 1892 legte er daS Staatsexamen ab. Zu seiner Vorbereitung für da» Lehramt wurde er von 1892 bis 1893 dem pädagogischen Seminar am Gymnasium zu Giehen überwiesen. Sein Probejahr verbrachte er 1893 bis 1894 am Diehener Aeal- gymnasium, dem er auch als Volontär bis zum Januar 1896 angehörte. Während feiner Tätig- leit am Realgymnasium war Markert auch zeitweise Assistent am Geologische n I n- stitut der Universität. Am 31. August 1896 promovierte er zum Dr. phil. auf Grund
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'* Eine unbekannte Frau als Leiche g e I ä n b e t. Wie ber Polizeibericht melde!, wurde gestern oberhalb des Bootshauses der Hafsia in Gießen an der Abzweigung des Mühlbaches eine bis jetzt unbekannte weibliche Leiche aus der Lahn gelandet. Die Tote war ohne jegliche Papiere und Dertgegenstände. Beschreibung der Leiche: 1.65 Meter groß, kräftige Statur, 20 bis 26 Jahre alt langes schwarzes haar, blonde Augenbrauen, tut^ des, volles Gesicht, rechter Augenzahn im Oberkiefer und letzter Backenzadn im Unterkiefer links fehlen. Kleidung: Schwarzer dicker Tuchmantel mit drei großen Knöpfen, weinrotes Manchesterkleid, schwarz» und weihkariettes Leibchen, alte leinene Hemdhose, neues leinenes Hemd, schwarze Strümpfe und schwarze Spangenschuhe mit Einfassung, sämtliche Kleidungsstücke waren ohne Monogramm. Die Leiche kann etwa 2 bis 3 Wochen im Wasser gelegen haben. Alle Personen, die über die Unbekannte Angaben machen können, werden ersucht, sich sofort mit der Kriminalpoluei in Gießen ins Benehmen zu fetzen.
•• (Hn verkehrsunfall ereignete siäi am Dicnetagmittaa aegen zwölf Uhr in der Licher Strohe. Dort stand das Fuhrwerk des Bäckermeisters De u k e r von Steinbach vor einem Hause, als sich dem Pferde aus beiden Fahrtrichtungen Auto» näherten. Das Tier scheute vor dem einen Straft» wagen und sprang dabei mit dem anhängenden Bäckerwagen heftig gegen das andere Auto an. Hierbei wurde das angefahrene Auto am vorderen Kotflügel und an der Windschutzscheibe beschädigt während der Bäckerwagen umkippte und mit den Bädern nach oben auf den Bürgersteig zu liegen kam: Brot und Brötchen machten dabei unfreiwillige Bekanntschaft mit der Straße. Das Pserd riß sich beim Umstürzen des Wagens los und stürmte davon, konnte aber bald darauf wieder eingefangen werden. Menschen sind zum Glück nicht zu Schaden gekommen. Der Sachschaden dürfte verhältnismäßig gering jein. Der Borlall hatte natürlich eine riesige Menschenansammlung zur Folge.
’• Ober hessisches Ausstellungs- vieh. Die Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, die vom 5. bis 10. Juli in Leipzig stattfindet, wird seitens der Provinz Oberhessen mit Vogelsberger Rindvieh und Saaneitziegen beschickt werden. Die Sammlung der Vogelsberger Ainderrasse besteht aus 2 Bullen, 3 jüngeren. 3 älteren Kühen und 2 Kalbinnen. Die Tiere sind je zur Hälfte aus den Kreisen Gießen und Schotten ausgesucht. Die Abteilung der Sganenziegen umfaßt 25 Tiere, davon 7 Böcke und 18 Ziegen. Der Zahl nach verteilen 'ich die Tiere auf folgende Kreisziegenzuchtvereine: Alsfeld 9, Lauterbach 8, Gießen 6. Friedberg 2.
♦* Die oberhessifchen IungvieHwei den der Landwirtschaftskammer werden Anfang Mai den Weidebetrieb eröffnen. Die Meldungen an Jungtieren sind so zahlreich eingelaufen, daß es wahrscheinlich nicht möglich sein wird, sämtliche Tiere aufzunehmen. Es sind rund 170 Fohlen und 700 Rinder gemeldet für die fünf Iungviehweiden Lau terbach, Zell»Romrod, Warthof bei Grünberg, Tier garten bei Hungen und Wenings bei Gedern.
Berückfichtigung von Krieger- sühnen bei Ein sie II ungen in die Reichs» wehr. Wie eine Korrespondenz meldet, hat das Reichswehrministerium angeordnet, daß bei der Tin stellung in die Reichswehr Söhne von Kriegsteil- nehmern und Kriegerhinterbitebenen besonders bc- rücksichtigt werden sollen wenn sie den gesetzlichen Voraussetzungen für die Einstellung in das Heer gerecht werden.
Berliner Börse.
Berlin, 4 April. (WTB. Funkspruch.) 3m heutigen Frühverkehr besteht weiter Aealiso- tionSneigung. Für den heuttgen Reichsbank- ausweiS rechnete man schon gestern mit einer sehr starken Anspannung, die in dem QuartalS- uitimo ihre Begründung findet. Vorläufig ist nur ein FarbenkurS mit 255,5 bis 256 zu hören. Ölm Devisenmarkt nennt man Paris 124,02. Mai- i land 92,40, Spanien 29,01. daS Pfund 488,20 , und den Dollar 4,1805.
einer Arbeit über: ..Die Flossenstacheln von 2lcan- thias". Don 1896 biS 1898 war Markert Vektor an der Höheren Bürgerschule in Babenhausen. 2m 1. April 1898 wurde er an die Höhere Mädchenschule nach Gießen berufen. An dieser Anstalt wurde er am 1. Dezember 1898 definitiv angestellt. Ihr galt hinfort die Arbeit feiner ManneSjahre: mit der Geschichte dieser Schul« ist fein Harne untrennbar verbunden. Im 3a- nuar 1926 warf ihn eine schwere Krankheit darnieder. deren Folgen den Sechzigjährigen nun zwangen um feine Verletzung in den Ruhestand nachzusuchen.
Jeder, der Prof. Dr. Markert kennt, wird beteuern, daß fein Gesundheitszustand ihn die An- sirengungen des Unterrichts nicht mehr ertragen läßt. Daß aber seine geistige Arbeitskraft noch außerordentlich rege ist. beweist u. a. sein Artikel: „Die Höheren Mädchenschulen in Giehen", den er vor kurzem im .Gießener Anzeiger" veröffentlichte Und so darf man hoffen, daß unser Gemeinwesen feiner reichen pädagogischen Erfahrung noch manche Anregung verdanken wird. So wird Prof. Dr. Markert selbst dafür sorgen. daß sein Auhestand ein Otium cum digitale wird.
Daten für Donnerstag. 5. April.
Sonnenaufgang 5.27 llhr. Sonnenuntergang 18.39 Uhr - Mondaufgang 18.59 H&r, Mond- untergang 5.59 llhr.
1588: der englische Philosoph Thomas Hobbes in Malmesbury geb. (geft. 1679); — 1828: der Buchhändler Georg Joachim Goschen in Hohn» städt bei Grimma gell. (geb. 1732); — 1840: der Silhouettenschneider Paul Konsuka in Greifswald geb. igest. 1870); — 1846: der Schriftsteller Michael Georg Evnrad in Gnodstadt in Franken geb.
Bornotizen.
— TageskalenderfürMittwoch. Stadttheater: 8 Uhr, „Brand im Opernhaus" (Ende 9.45 Uhr). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Luther". — AstoriarLichtspiele: „Belphegor", 2. Teil.
— Aus dem Stadttheaterbureau wird unS geschrieben: Am Ostersonntag, nachmittag« 3 Lhr, findet die letzte Aufführung von Shakespeares ^Sommernachtstraum" unter Mitwirkung der Reichswehriapelle statt. In dieser Borstellung Wird Fräulein Trude Heß vom Landesthcater Detmold, die vor einiger Zeit im „Konzert" mit so großem Beifall gastierte, die Rolle der „Titania" spielen, um auch in einem klassischen Werk eine Probe ihres Können- abzulegen.
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tag iRoteS Kreuz» statt. Mit der Tagung ist die Feier des 25jährigen JublläumS der Gießener Kolonne verbunden. Das vorläufige Programm sieht vor: Am ersten Tag Delegiertensitzung, Kommers in der Dolkshalle. Zweiter Tag: Trauerseier zu Ehren der gefallenen Kameraden, sanitätswisfenschastliche Vorträge, Hebung am Güterbahnhvf. Vorbeimarsch vor den eingeladenen Gästen, Abschiedsfeicr. Die Ausschüsse sind mit den Einzelvorberettungen. über die von Zeit zu Zeit berichtet wird, beschäftigt.
•• Reingefallen ! In unserer vorigen Samstagnummer brachten wir eine Mitteilung aus ch e u ch e l h e i m , die sich mit den dortigen Wasfer- leitung&Iorgen beschäftigte und die Erlösung von aller Wasfernot durch die Entdeckung sehr starker Wasseradern an der Heuchelheimer Mühle ankün- dtgte. Wer die Nachricht mit nur einigermaßen tri« ttschem Blick prüfte, konnte natürlich sofort erkennen, daß die ganze Meldung nichts anderes war, als ein — Aprilscherz. In .Heuchelheim ist dieser „Quellenfund- mit tarn angeschlossenen „Wasserfest" viel besprochen und belacht worden; der kleine Scherz hatte dort also seinen Zweck erreicht. Anders aber war der Eindruck der Nachricht bei dem Gießener Berichterstatter der „Neuen Tages »eitung" in Friedberg. Dieser hellhörige Zeitgenosse gab dem genannten Friedberger Blatte die Nachricht als eine todernste Angelegenheit weiter. Prompt siel die „N e u e T a g e s z e i t u n g" auf die „interessante" Meldung hinein, _ so datz also zwei Uebcrdfrige sich in den Spott teilen können, den sie nach dem Schaden ihres Rein» falls seht ernten. Die „Neue Tageszeitung wird hoffentlich ihren Lesern nun auch noch mitteilen, daß die starke Wasierquelle in Heuchelheim immer nur am 1. April fließt.
•• Staatliche Gewerbe- und OH a - schinenbauschule Gießen. Das Schuljahr 1927 schloß am 31. März mit den Abgangsprü- jungen in den Abteilungen: Maschinenbauschule, Baugewerbe, Schreinerfachschule, Malerfachschule und vchuhmacherfachschule. Der Besuch in yiesem Schuljahr war wiederum als „sehr gut" zu bezeichnen, wenn auch bei ausreichenden Schulräumen mit einer bedeutend größeren Schülerzatzl zu rechnen gewesen wäre. Die Anstalt wurde besucht in sämtlichen Abteilungen von insgesamt 614 Schülern, hierzu kommen noch zahlreiche Kurse, wie Elektrokursus. Dreberkursus, Sonntagskursus für Mechaniker, Schlosser usw., Beiz- und Polierkursus, Schweihkursus, Sonntagszeichenkursus für Schreiner, Schornsteinfeger- kursuS, Vorbereitungskursc für die Meisterprüfung u. a. m. mit über 300 Teilnehmern. Wie wir erfahren, sind die Pläne für den Erweiterungsbau vollständig fertig, so daß die Arbeiten bem- nächst ausgeschrieben werden können. Das neue Semester beginnt am 1. Mai.
•• AuS demGießener Standesamtsregister. Es vcrsiarben in der Zeit vom 15. bis 31. März: 19. Klara Koch. geb. Geese, Witwe, 60 Jahre alt, Ludwigstrahe 6. 19. Heinz Konrad, 2 Jahre alt, Steinstraße 70. 20. Else Franz, 2 Monate alt, An dec Margaretenhütte 1. 21. Gustav Haustein. Kaufmann, 68 Jahre alt, Schulst raße 5. 22. Philippine Grossart. geb. Groß, 74 Jahre alt. Krosdorfer Straße 4. 25. Marie Baum. geb. Biedenkopf, Witwe, 38 Jahre alt,
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