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orfonung eine Lohnerhöhung von 1,50 Mk. für jeden Arbeiter von 20 Jahren und darüber forderten, eine Einigung nicht erzielt werden tonnte. Der Zechenverband hat eine weitere Belastung des Ruhrbergbaues, die sich auf Grund der gesamten Forderungen mit reich­lich 200 Millionen im Jahr auswirken würde, adgelehnt. Die Echlichtungsverhondlungen finden am 11. April im Rathaus zu Essen statt.

Die Gehaltstarife der kaufmännischen und tech­nischen Angestellten im Auhrbergbau sind heute beim Zechenverband zum 31. Mai gekün­digt worden.

Die landwirtschaftliche Aothilse.

Die Verteilung der Reichsmittel.

Berlin, 3. April. (TU.) Nach einer Meldung desBerliner Börsencouriers" Hot der Reichsernäh- rungsminifter dem 28er Ausschuß einen Entwurf der Richtlinien unterbreitet, nach dem die 30 Millionen Mark für die Landwirtschaft verteilt werden sollen. Darin heißt es, daß die bereitgestell- ten Reichsmittel und die Garantieübernahme des Reiches für Darlehen der Organisation des Diehauf. triebs, der Förderung von Einrichtungen zur Schlachtvi^oerwertung der Förderung des direkten Absatzes von Schlachtvieh und Fleisch zwischen Er­zeugern und Verbrauchern, der Entlastung des In* iandmarktes durch Gewinnung neuer Absatzgebiete für Schlachtschweine sowie für Schweinefleisch und der Rationalisierung der Schweinewirtschaft dienen sollen. Zur Durchführung dieser Maßnahmen wird eine Gesellschaft mit beschränkter tyjftuna ge­bildet, an der die Spitzenkörperschaften der Land­wirtschaft, die Zentralstellen der genossenschaftlichen Biehverwertung, die Schweinezüchter, die Viehhänd­ler, die Fleischer, die Fleischwarenindustrie, sowie die Derbraucherorganisationen beteiligt werden sollen. Ein Re i ch s k o m m i s s a r soll für das Reich in diese Gesellschaft eintreten. Grundstücke und Fleischwarenfabriken soll diese Gesellschaft in der Regel nicht erwerben. Darlehen für die das Reich eine Garantie übernimmt, sollen möglichst für längere Ze i t und zinslos oder zu einem niedrigeren Zinssätze gegeben werden; so weit erforderlich und möglich, sind zur Zineermäßigung Reichsmittel hcranzuziehen. Die Darlehen sollen vorzugsweise an Viehabsatzorganisationen, an Fleischworenfabriken und an genossenschaftliche Ein­richtungen, die sich mit dem Absatz von Schlachtvieh und Fleisch befassen, sowie an genossenschaftliche Einrichtungen zur Rationalisierung der Schwsine- wirtschast gegeben werden.

Diplomatische Gorgen.

Berlin. 4. April. Zwischen Deutsch­land und der Schweiz hat es einen langen Rotenwöchsel gegeben. der einer uninteressierten Oeffentlichkeit einmal zeigt, mit welchen Sorgen sich die europäische Diplo­matie abzuquälen noch Zeit hat. Seit altersher heißen in der Landwirtschaft die Betreuer der Kühe Schweizer, vermutlich, weil vor Jahr­zehnten die Schweiz die Führung in der Milch­wirtschaft hatte und die deutsche Landwirtschaft deshalb aus der Schweiz Angestellte kommen ließ, um ihnen ihre Geheimnisse abzulauschen. Aus irgendwelchen Gründen fühlen die Schwei­zer sich in ihrer Rationalehre verletzt durch diese Bezeichnung und haben nun auf diplomatischem Wege eine Abänderung her­beizuführen versucht, was ihnen auch wenigstens für die Statistik gelungen ist. Das Statistische Reichsamt hat jetzt auf Vorstellung des Aus- l wärtigen Amtes Anweisungen ergehen lassen, daß in der deutschen Arbeits- und Berufsstatistik * die BezeichnungOberschweizer" durchKuh- , meister" und die BezeichnungSchweizer" durch Melker" undV i e h p f l r g e r" ersetzt wer­den sollen. Allerdings soll für eine Liebergangs­zeit die alte Bezeichnung in Klammer noch bei­gefügt werden. Vollständig ist der Sieg der Schweiz also noch nicht, aber sie hat doch olle Aussichten, daß sie in absehbarer Zeit auch die Klammern noch ausmerzt und dann vollständig zu ihrem Recht kommt. Die Diplomaten in Bern und Berlin aber dürfen befriedigt den statt­lichen Aktenband, der über dieses Thema in­zwischen entstanden sein dürfte, beiseite legen in dem beruhigenden Bewußtsein, daß sie etwas Rützliches für den europäischen Frieden getan haben!...

Oie Bozener Siegesfeier verschoben.

Berlin, 4. April. (Eigene Drahtmeldung.) Die Feier zur Einweihung des Sieges- denkmales in Bozen, die ursprünglich am 24. Mai ftattfimben sollte, ist jetzt von der italieni­schen Regierung auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Mangelhafte Vorbereitung wird als Ursache angegeben, doch ist noch keineswegs geklärt, ob dies der wahre Grund ist. Bekanntlich haben besonders englische und amerikanische Blätter gegen die Siegesfeier Stellung genommen und wei­ter verlautet auch, daß die italienischen Behörden und die Polizei in Bozen den Besuch Mustolinis mit einiger Nervosität erwarteten. Nach einem Londoner Funkspruch sprichtDaily Expreß" in einem Leitartikel tiefe Befriedigung über die Meldung aus, daß die Einweihung des faszistischen Denkmals'aufgeschoben" worden sei und sagt, dieser schlecht beratene und her­ausfordernde Plan habe die öffentliche Mei­nung der ganzen Welt erregt. Ttuffolinis Be­schluß sei zweifellos verständig.

Oie internationale Bereinigung der Lehrerverbände.

Bereits vor dem Kriege gab es Bestrebungen, internationale Zusammenschlüsse der Lehrer zu schaffen. Rach verschiedenen Anregungen, die auS der Schweiz, auS Belgien und aus Frankreich kamen, gelang es, anläßlich der Weltausstellung in Lüttich einen ersten internationalen Volksschulkongreh zu veranstalten, auf dem die Bildung eines ständigen internationalen BureauS der Lehrervereine beschlossen wurde. Die begonnene Zusammenarbeit wurde aber durch den Krieg zerstört und auch kurz nach dem Kriege gelang es nicht, die Fäden wieder an- zuknupfen. Erst im September 1926 konnte die erste große unpolitische internationale Lehrer- organifation wieder unter dem Ramen Inter­nationale Vereinigung der Lehrer» verbände zusammengeführt werden. Diese internationale Vereinigung, der von deutscher Seite der Deutsche Lehrerverein und die Lehrerorganifationen fast aller europäischen Staaten angeboren bat sich auf den Standpunkt

Das Ergebnis dertzönigsbergertzonferenz

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers*.

Berlin, 4. April. Die Aussprache zwischen dem polnischen Außenminister und dem litauischen Diktator in Königsberg hat wie das Hornberger Schießen geendet: ober zeitgemäßer würde man heute wohl sagen, wie eine Völkerbundstagung: sie hat nach einigen schönen Reden drei Kom­missionen eingesetzt, die den näheren Tat­bestand zu prüfen haben und vielleicht einmal nach einen halben Jahr zu der Feststellung kommen werden, daß siesichnichtverständi- g e n können. DaS einzig Positive, was sich dieser Aussprache nachrühmen läßt ist also, daß sie nicht zerplatzt ist, sondern wenigstens die tech­nische Möglichkeit zur F o r t f ü h r u n g der Ver- handlunaen gegeben hat. Aber ba£ ist auch alles. Sonst ist der polnisch-litauische Konflikt in den fünf Monaten, seit er vom Völkerbundsrat den Rächstbeteiligten zur unmittelbaren Erledigung überwiesen wurde, nicht um einen Schritt weiter gekommen. Riemand sieht auch, wie er be­friedigend erledigt werden soll, dazu sind die Schwierigkeiten, die in der Materie liegen, zu groß.

Durch den Gewaltstreich von Wilna ist Li­tauen um die wertvollste Hälfte seines Landes beraubt worden, es hat damit zugleich seine Hauptstadt eingebüßt und Herr Woldemaras weiß gut genug, daß seine Herrlichkeit in Litauen an demselben Tage erledigt ist, wo er sich mit dem Verluste Wilnas auch nur mittelbar er­findet. Die Polen haben es leicht, da einen Richtangriffspakt anzubieten, das wäre schließlich genau dasselbe, wie wenn Frankreich die ganze Lombardei besetzt und für die ilefcer- reste den Italienern großmütig den Schutz ihrer Grenzen gewährleisten wollte. Die Polen sind

also in der angenehmen Lage, daß sie die Dinge an sich herankommen lassen können. Dank fran­zösischer Unterstützung find sie eine starke mili­tärische Macht, der Litauen nicht entfernt etwas Gleichwertiges entgegensetzen kann. Sie sind auch heute noch das verhätschelte Kind der euro­päischen Diplomatie, sie haben sich schließlich territorial nach der litauischen Seite hin mehr als saturiert: während Litauen lästige Forde­rungen stellt und zudem noch immer mehr in die Rolle eines Friedensstörers hineinkommt, nachdem der Völkerbundsrat nicht den Mut auf­brachte, den Polen den Raub von Wilna ab- zunehmen.

Was Woldemaras unter diesen Umständen übrig bleibt ist also weiter nichts als eine Politik der Grenzschikanen und der zollpolitischen Nadelstiche, wovon er auch ausgiebig Gebrauch macht. Er sperrt den Polen den Wasserweg, den sie zur Ausnutzung des Wilnagebiets unbedingt brauchen, ab und gibt sich auch fönst begreiflicherweise alle Mühe, dafür zu sorgen, daß die Polen ihrer Beute nicht froh werden. Ware Woldemaras klug, dann würde er aus dieser erzwungenen Konstellation die Folgen ziehen und sich mit Deutschland d e r ft ä n fol­ge n , um unsere Unterstützung zu gewinnen, die ihm vielleicht einmal wertvoll werden könnte, denn daß unsere Sympathien gefühlsmäßig auf litauischer Seite liegen, ist selbstverständlich. Was für Litauen Wilna ist, ist für uns der Korridor und noch so manches andere, schon vom Standpunkt der Ge­rechtigkeit aus müßten wir es also begrüßen, wenn die Litauer in ihrem Kampf gegen Polen einen Erfolg erzielten, da aber heutzutage nicht die Ge­rechtigkeit, sondern die Macht entscheidet, find die Aussichten Litauens außerordentlich gering.

gestellt, daß ein dauernder politischer Friede als Grundvoraussetzung eine Erziehung der Kinder aller Länder im Geiste der Völler- versöhnung hat. Die Internationale Vereini­gung der Lehrerverbände wird in der Zeit vom 12. bis 17. April im Verein mit dem Berliner Lehrerverband ihren diesjährigen Kongreß ab­halten, nachdem die Vorbereitungen nunmehr ihrem Ende entgegengehen.

Zeitungsschau.

Zum KapitelWahlen und Außenpolitik" schreibt Fr. Klein in derDeutsch. Allgem. Zeitung": Der Wahlkampf wird mit voller Stärke erst nach den Oftertagen beginnen. Die letzte Woche des alten Reichstages brachte nur ein bescheidenes Präludium. Während bei der Bismarckseier der vstpreuhischen Regimentsvereine am Sonntag Dr. Strefemann und der deutsch- nationale Reichsminister des Innern v. Keu- dell gemeinsam als Redner auftraten, und der harmonische Verlaus der Festlichkeit durch keinen Mihton gestört wurde, bot sich in der vergangenen Wnhe am Platz der Republik ein anderes Bild. Zwischen dem deutschnationalen Fraktionsführer. Grafen Westarp, und dem Parteiführer der Deutschen Dollspartei fand ein Rededuell statt, das wir bedauern, well es die öffentliche Meinung der Erkenntnis der wesent­lichen außenpolitischen Dinge auch nicht einen einzigen Schritt näher gebracht hat. Die aus­wärtige Politik muß nach unserer Auffassung in dem gleichen Sinne von wechselnden Regie­rungskonstellationen unabhängig werden, wie das die englische ist. Herr Maedonald hat dem bri­tischen Weltreich keine grundsätzlich anderen Richt­linien gegeben als fein konservativer Kollege Baldwin, und umgekehrt. Sollten die Deutsch- nationalen aus der kommenden Regierungs­koalition ausscheiden, was am heißesten von ihrem eigenen rechten Flügel ersehnt wird, so werden sie demnächst wieder in die Derantwor- hing zurücllehren müssen, und über die Lebens­dauer der deutschen Reichskabinette be­stehen ja wohl nirgends Illusionen. Es ist ein Fehler mancher Kritiker der deutschen auswärtigen Politik, ausschließlich davon zu sprechen, welche Trümpfe wir früher aus der Hand gegeben hätten. Die Geschichte wird dar­über urteilen, wer in dieser Auseinandersetzung recht und unrecht hat. ilnfere Ausgabe ist eS heute, nach neuen Trümpfen für spätere Ver­handlungen zu suchen, und es ist ebenso verkehrt, zu behaupten, daß solche Trümpfe nicht vorhanden sind. Alle anderen Völkerbundsmitglieder, und insbesondere Frankreich, halten eS mit ihrer Mitgliedschaft in Genf für vollkommen verein­bar, sich auf dem üblichen diplomatischen Wege die politische Hilfe zu sichern, die sie benötigen. Warum soll Deutschland das verwehrt fein? Wir sind dem Völkerbund gegenüber zu der­selben Ehrlichkeit und Loyalität verpflichtet wie die Staaten, die ihn gegründet haben und in ihm den Ton angeben.

In derTäglichen R u n d s ch a u" schreibt Heinrich Rippler zum gleichen Thema:

Die anfechtbarste der Wahlreden, die in den letzten Tagen im Reichstag gehalten wurden, hielt diesmal der Führer der Deutschnationalen Gras Westarp. Sein Vorstoß gegen die aus­wärtige Politik der Reichsregierung hörte sich um so seltsamer an, als die Deutschnationale Partei und ihre Minister, wie heute selbst die deutschnationale Pressestelle zugibt, die volle Ver­antwortung für die deutsche Außenpolitik im letzten Jahre mitgetragen hat. Sie störte aber auch die für die ausländische Beurteilung un­geheuer wichtige Einheitsfront des Reichstags sowohl in dem Wunsche der friedlichen gegen­seitigen Verständigung, als in der Unzufrieden­heit über den durch den Mißerfolg der Genfer Abrüstungskonferenz wiederum zutage getretenen mangelhaften Willen der Mächte, dieser Ver­ständigung durch ehrliche Einhaltung gegebener Versprechen und Verpflichtungen zu dienen. Der Reichsaußenminister hatte schon am Tage vorher aus dem Bankett der auswärtigen Presse in staatsmännischer Rede alles gesagt, was über die Nichterfüllung gerechter deutscher Ansprüche zu sagen war, aber er hat allerdings nicht, wie es Graf Westarp zu wünschen schien, das ganze Werk zu Boden geworfen oder mit teeren Dro­hungen gearbeitet, sondern er hat nüchtern aber fchars den Tatbestand vor der ganzen Welt fest- gestellt und damit die Zustimmung der öffentlichen Meinung der Welt gefunden, lind er hat weiter den Faden, der zu zerreißen drohte, neu anzu- spinnen versucht und damit neue Möglichkeiten geschaffen. Wenn die Weisheit der Politik nicht zuletzt in der Geduld beruht und in der Festig­

keit, ein Ziel zu verfolgen, auch wenn der Partner immer wieder abzuirren und auszubrechen droht, so hat Dr. Strefemann politisch gehandelt, wäh­rend die Westarpscho Drohung mit der Grenze der Geduld, dem Bruch und sonstigen Maßregeln mehr in das Gebiet der Wahlagitation fallt. Wenn die Koalition noch bestände, so würde Graf Westarp, der ja weder an dem Verhalten unseres Vertreters in Genf, noch an der Rede des Reichsautzenmintsters etwas aussetzen kann, sondern sich mehr an die wirklich heute nicht lohnende Kritik von früheren Maßnahmen der Regierung hält, seinen Vorstoß nicht gemacht haben. Warum aber ist eine Sache gut oder doch erträglich, solange die Deutschnationalen in der Regierung sitzen, und nicht mehr gut und erträg­lich, wenn sie aus der Regierung ausgeschieden sind? Die Rede des Grafen Westarp war die aus der deutschnationalen Presse längst ersicht­liche Ankündigung, daß die Deutschnationalen den Wahlkamps mit der Kritik der aus­wärtigen Politik zu führen gedenken ein sehr gewagtes Unternehmen, denn auch dem biederen Landwähler wird es schwer einleuchten, daß man eine Politik verdammen muß, die man sünsviertel Jahre lang durch die Reichstagsfraktion und vier deutschnationale Mi­nister gebilligt und verteidigt hat. Es ist eines der größten Verdienste des nunmehr geschlossenen Reichstags, daß sich während seiner Wirksam­keit immer fester eine Einheitsfront in den Fragen der auswärtigen Politik gebildet hat, und daß durch sein Zusammenwirken das Ausland weiß, daß hinter den Worten und Handlungen der deutschen Reichsregierung in der auswärtigen Politik die ganze Ration geschlossen, auf eine Erkenntnis und einen Willen zuscunmengeschweiht steht. Es wäre bedauerlich, wenn diese Einheits­front durch den Wahlkampf zerrissen würde und das Ausland sich wieder bei seinen Ausflüchten und seinen vorgetäuschten Befürchtungen auf die sogenannte nationale Opposition beziehen könnte. Zudem wäre der Wahlkampf um die auswärtige Politik zwecklos, da eine andere Politik als die bisherige nicht zu fuhren ist. Die wird von jeder Regierung übernommen werden müssen. Für eine Katastrophenpolitik der Rechtsradikalen würde sich im nächsten Reichstag und voraus­sichtlich auch in künftigen Reichstagen nicht nur keine Mehrheit, sondern nicht einmal eine irgend­wie beachtenswerte Minderheit auftreiben lassen.

Aus aller Welt.

Die Zinsen der Bergmann-Gläubiger.

Der mit der Liquidierung des durch seinen sensationellen Zusammenbruch bekannt gewor­denen Lvmbardhauses Bergmann be­traute Konkursverwalter hat jetzt in einem Rund­schreiben alle Gläubiger, die an. Bergmann Dar­lehen gegeben und bereits kürzere oder län­gere Zeit die von Bergmann versprochenen 30 bis 40 Prozent Zinsen für daS von ihnen investierte Kapital erhalten haben, zur Rück­zahlung dieser Zinsbeträge ausgefordert und droht im Weigerungsfälle mit Klage. Er stützt sich dabei darauf, daß die Annahme übermäßig hoher Zinsen gegen d i e guten Sitten ver­stoße. Aus Kreisen dieser Darlehensgläubiger beabsichtigt man, diese Frage zum Gegenstand eines durch alle Instanzen durchgeführten Rechtsstreites zur prinzipiellen Klärung zu machen, da die Darlehensgläubiger, die i h r e i n - gelegtes Kapital durch Bergmann verloren haben, die Forderung einer Rück­erstattung der Zinsen als unbillig empftnden.

Zwei Opfer ihre» Beruf».

In Angora ist der Professor für Tierheil­kunde, Ahmed, infolge einer Infektion bei feinen Untersuchungen über Fäulnisbazillen gestorben. Sein Assistent war wenige Tage vorher einem gleichen Unfall zum Opfer gefallen.

Caroineuunglürf in Oesterreich.

Auf der Schwarzen Wand nächst der Kürsinger Hütte im Benediger Gebiet wurden wer Touristen von einer Lawine überrascht. Wäh­rend drei der Bergsteiger sich retten konnten, wurde der 24jährige Paul Söllbacher aus Rürn- berg getötet. Ctn« Bergungserpedition ist an die Unfallstelle ab gegangen.

Ein verhängnisvoller papierforachen.

Aus MiskolcS (Ungarn) wird gemeldet, daß dort der Papierdrache zweier spielender Kinder mit der elektrischen Stromleitung in Berührung geriet und sich dort verfing. Ein zu Hilfe gerufener Mann riß mit solcher Kraft an der Schnur des Drachens, daß die Drähte des Starkstroms mit denen der Licht­leitung 'm Berührung kamen. Gin dadurch verur­

sachter Kurzschluß brachte in einem teil die elektrische Beleuchtung zum Erlöschen. Mehrere Personen erlitten Brandwunden, zwei davon schwerere. Ein Mann, der in seiner Wohnung das Licht andrehen wollte, wurde von dem Starkstrom getötet.

Zwei Personen vom Blitz erschlagen.

In der nordfpanischen Gemeinde Rugica wurde während eines furchtbaren Gewitters ein junger Mann in feiner Wohnung vom Blitz erschlagen. Ein anderer Blitz schlug in eine Gruppe Fuß­ballspieler, die vom Spiel zurückkehrten, tötete einen von ihnen und verletzte drei schwer.

* Deutschland hat 1857 Aerztinnen.

Don den 1857 Aerztinnen sind 511 als Fach* ärztinnen tätig. Davon sind 245 Kinderärztinnen. 57 Frauenärztinnen. 10 Frauen- und Kinder- ärztinnen. 44 Spezialistinnen für Augenkrank­heiten. 47 für Haut- und Geschlechtskrankheiten. 42 für innere Krankheiten. 3 für Kinder- und innere Krankheiten, 27 Psychiaterinnen und Rer- venärztinnen. weiter: Spezialistinnen für Chirur­gie und Kinderkrankheiten 3, fürJSbirurgie und Orthopädie 1, für Frauenkrankheiten"?, sür Haut-, Geschlechts- und Rervenleiden 1, für Öungcn- leiden 12, für Ohrenleiden 11.

Der Frauenüberschuß in Deutschland.

Nach der letzten Volkszählung im Jahre 1925. deren Ergebnisse in ihren Einzelheiten erst jetzt allmählich errechnet werden können, hui sich ergeben, daß der Frauenüberschuß zur Zeit in Deutschland 2,1 Millionen beträgt Weiter konnte festgestellt werden, daß dieser erheblich« Frauenüberschuß nicht so katastrophal wie die Gesamtziffer das annehmen lassen könnte, für die so entscheidende Frage wie Ehe und Mutterschaft ist, da nämlich der weitaus größte Teil des Lieberschusses nicht mehr zu dem üb­lichen heiratsfähigen Alter gerechnet werden rann.

Backhaus in Paris.

Der auch in Gießen gut bekannte Pianist Back­haus hat im Laufe der diesjährigen Saison in Paris Di er eigene Konzerte veranstaltet und ist in drei Orchesterkonzerten als Solist aufgetreten. Er hat damit einen Rekord ausgestellt. Backhaus gab einen Beethoven einen Schubert- und einen Schubert- Schumann- Abend und spielte gestern abend Dach, Brahms und Liszt. Der deutsch« Künstler erzielte einen auherordenllich starken Beifall. Er begibt sich jetzt auf eine Konzertreise nach Eowjetrußland.

Jährlich 5000 Opfer der Kurpfuscher.

Berlin, 4. April. ($1L) Wie eine un­mittelbare Anfrage bei Präsidenten deS ReichS- gesundheitsamtes ergeben hat, sind bei einer 1909 veranstalteten, aber nicht vollständigen Zäh­lung des Heilpersonals im Deutschen Reiche 4486 nicht approbierte, mit Behandlung kranker Menschen berufsmäßig beschäftigte Personen er­mittelt worden. Die Ergebnisse einer neuen Er­hebung für das Deutsche Reich aus dem Jahre 1927 befinden sich noch in Beaickeitung. In Preußen allein betrug die Zahl der im Jahre 1925 amtlich gemeldeten, nicht approbierten Kran­kenbehandler 6183. In wieviel Fällen Kurpfuscher «sundheitliche Schädigungen oder den Tod von Kranken verursacht haben, darüber liegen amt­liche Erhebungen nicht vor. Die vor einiger Zeit verbreiteten Rachrichten, wonach bi: Kur­pfuscherei in Deutschland jährlich 5000 Opfer for­dere, finden danach in dem statistischen Material des Reichsgesundheitsamtes keinerlei Rechtserii- gung.

Oie Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Das isländische Tiefbrudgcbtet hat sich eiwas sö­ge flocht iinfo nordöstlich verlagert. Ein Ausläufer brachte bereits wieder unter Temperahiranftieg ver breitere Niederschläge. Da mir zunächst von den ozeanischen Lufttnosien, die das isländische Des mit sich führt, beeinflußt werden, so ist bei etwas auf* frischenden westlichen Winden mit wolkigem, auch vorübergehend aufherterndem Wetter zu rechnen. Bcrein.^Ite Niederschläge treten dabei gelegentlich noch auf.

We ttcrvorherfogc für Donnerstag. Wechselnd wolkig mit vorübergehendem Aufklaren, mild, vereinzelt Niederschläge.

W i t t e r u n g s a u s f i ch t e n für Freitag: Wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen wenig ver­ändert. strichweise etwas Regen nicht ausgeschlossen.

Lufttemperaturen am 3. Avril: mittags 8,6 Grad Celsius, abends 4,1 Grad Celsius: am 4. April: mor­gens 5,8 Grad Celsius. Maximum 8,7 Grad Celsius, Minimum 3,6 Grad Celsius. (jrbtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 3. April: abends 7,4 Grad Celsius, am 4 April: morgens 5,2 Grad Celsius. Niederfchsäge 1,3 Millimeter