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Aos der Provinzfalhauptsiadi.

Di eh en. brn 4. Januar 1928.

Auf Rachtpatrouille.

Scharfer Oft Pfeift über die Dächer frn, weht em die Türme der Kirchen und fegt durch die Straften die ron der Recht umfargen finit. Da und tert ein matt erleuchtetet Fenster, verhallend« Tritte später Heimkehrer. Sin girrendes Lachen kommt die Strafte entlang: 5unge Mädchen, die über einen Scherz lachen. Don anderer Seite tta Zuruf In der Ferne kläfft ein Hund Dann liegt die Straft« wieder still und verlassen da, und blinkend« Sterne schauen in sie hinein.

3m bellen Licht der Laternen, di« im Dinde 'chwingen. tauchen vermummte Gestalten auf. Uniform. Schwere Stiesel flohen aus­barte P läster. seste Schritte nähern sich, langsam, gleichmäßig. Die zwei Wächter der Dacht, Hüter der Ruh«.

Ieht bleiben fl« stehen und blicken rinasum. soweit ein Menschenauze die Dunkelheit durch­dringen kann. Man hastet vorüber, denn die Xälle schneidet in- Gesicht, brennt in den Ohren, zwickt in den Fingern. Scheinbar unberührt vom schneidenden Wind stehen die Beamten da. lau­schen auf einen von ^rn?»wv aufspringenden Ton, der die Dachtstille durchbr cht. Weiter. Dom andern Snd« der Stra < Geschrei. Der Streit Zweier, die -u tief in» Glas geschaut. Gelassen schreiten die Deamten darauf au. fordern zum Weitergehen aus. ernten aber keinen Dank da­für, sondern mit ungehaltenen Worten wird ihnen begegnet. Sie tun. als hätten sie sie nicht gehört, benn die Ablenkung hat di« beiden De- -echten veranlaftt, sich -u trennen. Sin paar jungt Leute kommen mit Gesang daher. Die Deamten fordern auch sie auf, sich ruhig zu verhalten: wie es die feindlichen Drüder von vocher getan, werden w eder unwirsche Sntgeg- nungen zuteil.. Ulrich hier nimmt man sie zu­nächst hin. als waren sie nicht geschehen, schreibt fit jugendlichem Unverstand zu und entschuldigt sie. Menschliche Schwächen! Wer will alle» auf die Goldwaage legen? BiS ihnen schließlich einer doch allzu ungehobelt entgegentritt und sie es für angebracht halten, einmal schärfere Saiten aufzuziehen. Auch hier stoische Ruhe, nichts von Nervosität, keine Aufgeregtheit. Pflicht, nicht» weiter.

Immer stlller werdm die S'rahen, Menschen­leer liegen fr, die Häuser schauen mit erloschenen Augen darein. Gleichmäßig hallt w?iter der schwere Tritt fester Stiefel auf die Pflasterung. Die verkörperte Gl.ichmütigleit.

Man macht sich wenig Gedanken btrüber, denn es erscheint wie em? Selbstverständlichkeit. daß es so ist. Ist es aber so selbstoerständlich, wie es einem vvrkommt? Wenn dir and'rn der Ruhe pflegen, oder wrnn sie in froher Geselligkeit vereinigt sind, wird hier unberührt von allem strenge Pflicht erfüllt. Sollten die Männer, die hier bei strengem Frost Im Di rnste ft eben, nicht auch einmal hinauf bilden, wo sie die Ihren im Schlummer wissen? Oder hinauf zu den andern, die si« um die Annehrnlichknt der gemütlichen Stube beneiden, die warmer Lampenschein traulich macht? Oder soll! en sie nicht auch vergleichen mit denen, die au- fröhlicher Gesellschaft heim- kehren und noch ganz erfüllt sind vom Klang der Stunde, die ihnen geschenkt wurde? Sr.

Stadttheater Gießen.

Man schreibt uns: Am Sonntag, 8. Ja­nuar, findet eine weiter« Wiederholung von Peterckens Wondfohr t" als Fr«m- benvorstelluna statt, bei einem Anfang um 5 Uhr und einem Gnde gegen 7.45 Uhr. lAuf diesen 5-Uhr-Aafang fei besonders auf­merksam gemacht!) Das entzückend« Märchen bie­tet in der Gießener Aufmachung und Darstel- luna so überaus viel für Äug' und Ohr, und deshalb wirb eS auch von jung wie alt gleicher- maften besucht. Dir beste Gmp'e')!ung ist wohl, daß die letzten Aufführungen deS Werkes völlig aus­verkauft waren, so daß leider brr Dachfrage nach Eintrittskarten bei weitem nich! entsprochen wer­den konnte. AuS diesem Grunde ist eine wei­ter« Aufführung des Märchens am Samstag, 14. Ianuar, eiugeschoben worden, di« ebenfalls um 5 U h r beginnt und dement­sprechend um 7.45 Uhr endet. Da auch für dies« Aufführung lebhafte Rach rage entstehen dürste, ist Dorbestellung emvfehl nötrett.

Eine weitere Qfcnterung des SpielplanS hat sich als notwendig erwiesen, indem für die an- gemnbigte Ausführung vonZigeuner- baton" am Sonntag, 15. Ianuar. eine einmalige Ausführung der beliebten Iarno - fchen OperetteD ie Försterchristel- angesetzt worde.r ist. Gewiß wird bie'c Av- wechllung im Spielplan begrüßt werden, Aumal Fräulein Itter, die alles für dieFörster- <0 r t ft e I mitbringt, die Ti.elpartie fingen wird. Auch diese Ausführung gilt als Fremden - Vorstellung.

Vornotizen.

TageskalenderfürMittwoch. Stabt- theater: 7.15 Uhr,Der Soldat der Marie" (Ende

nach 10 Uhr) Lichtspielhaus, Vahnhofftrafte: Dl« letzt« Rocht". Aftoria-Lichtspiel«: »Der Be­zwinger der 1000 Gefahren".

Z u dem literarischen Werbe- abend des Goethe-Dundes am 5. Ia- nuat wird uns geschrieben: Dem Dienst am Deist und an der Seele de» deutschen Dolles ist in unserer Stadt die Arbeit des Goethe- DundeS gewidmet, der immer strebend sich be­müht, in ständiger Weiterentwicklung feinet Kräfte und feines Willens dem fort'chreckenden Äulturftanb unserer Zeit zu dienen, Anregung auf allen Gebieten der Literatur, Kunst und Wissenschaft zu vermitteln, die das Leben der Gegenwart bewegen. Erfreulicherweise hat das Werk und daS Zielstreoen des Goethe-Dundes gerade in den letzten Monaten immer größere Anerkennung gefunden. Aber noch immer fehlen viele Schichten unterer Emwohnerfcha t. obwohl die restlose Erfüllung der hohen Ausgaben des Bundes da» Interesse aller verdient. Eine große, für jedermann unen gelllich zugäng >ch? literarische Ab«idseierEin Abend deS Goeche-Dundes" betiteü soll weitere Devöllerungskreise un­serer Stadt den Weg zu dem Bunde finden lassen. Die Vertreter sämtlicher hiesigen Staats-. Stadt- und UniversitätÄ»ehörden. der Presse, der Studentenschaft und sonstiger Körperschasten. sowie die literarisch interessierten Preise unterer Bürgerschaft lädt der Doethc-Bund zu dieser kulturellen Kundgebung ein. Eingele.tet wird der Abend durch einen Dor/rag de» bekannten Literaturhistor.ker» Dr. Hann» Martin Elster auS Berlin überDie Lage der Dich­tung und Kunst in der Gegenwart". Dr. Elster wird in seinem Dortrag über die Dotwendig- keit der Pflege des deutschen Geisteslebens und deutscher Kulturgüter in der Gegenwart spre­chen. Ferner wird der in Gießen bestens be­kannte Dichter Dudvls G. Dinding aus eigenen Werken vor lesen. Der Dichter hat be­reit» bei einem Dichterabend im Iah re 1920 in unserer Stadt großen Beifall gefunden. Um­rahmt wird der literarische Teil durch Desangs- vvrträge von Frl. Martha Bruttel vom Landestheater Karlsruhe. Der Goethe-Bund gibt der Hoffnung Ausdruck, daß der Abend des 5. 3anuar bei allen Teilnehmern die Freude und den Willen zur Mitarbeit an dem Wer! des Go:.h.'-Bundes w.'cken wird We n to alle Kreise unserer Bürgerschaft dazu beitragen, das gei­stige Leben unserer Stadt auf eine Höhe zu führen, zu der ihre Größe und Bedeutung ver­pflichten. dann ist der Goethe-Bund feinem höch­sten Ziel eine große Wegstrecke näher gekommen. (Siehe gestrige Anzeige.)

yonben®iebenerÄraftpoftlinien. Die endgültigen Zahlen der aus den Kraftpostlinien unserer Stadt im Manat Dezember 1927 beförderten Personen betragen: für die Linie Gießen Krofdorf 19 478, für die Linie Gießen Hochelheim 6295. In unserem AufsatzGießener Kommunalbilanz 1927" in Nr. 306 vom 31. Dezember waren die Derkehrsziffern dieser Linien nür bis zum 26. Dezember angegeben.

Das Gießener D e r keh r S b u r ea u im Iahre 1 9 2 7. Die Inanspruchnahme des Derkehrsbureaus des Gießener Derkehrsvereins im Torhaus am Seltersweg in der Zeit vom 1. Oanuar bis 31. Dezember v. I belief sich auf 1921 mündliche DelseauSkünfte. 996 Prvspekt- abgaben, 1623 mündliche Auskünfte über Gießener Angelegenheiten, 1028 Benutzungen der öffent­lichen Fernsprech stelle und 2473 mündliche Aus­künfte diverser Art. Bei diesen Ziffern find die telephonisch und schriftlich erteilten Aus­künfte also nicht berücksichtigt, so dah man wohl Tagen kann, daß daS Derkehrsbureau in der kurzen Zeit seines Bestehens eine außerordentlich starke Inanspruchnahme zu verzeichnen hatte, eS sich als ein brauchbares Mittet unserer Derkehrs- toerbearbett erwiesen und damit seine dauernde Beibehaltung gerechtfertigt hat.

"HeuteletzterFerientag. Unsren Buben und Mädels ist heute der letzte Tag der goldenen Weihnachtsferienzeit beschieden. Von morgen ab heißt es wieder täglich mehrere Stunden lang fleiß g und aufmerksam im Schulzimmer sitzen und bann den Nachmittag mit Schularbeiten ausfüUen. Diese Tätigkeit ist für unser Jungvolk jetzt um so wichtiger, als es nun auf Ostern und damit auf die Versetzung (ober auch nicht!) losgeht.

GärtnerischeHerrichtungdesLud- wigsplatzes. Dor einigen Tagen gaben wir einer Anregung Raum, in ber die Neuherrichtung der gärtnerischen Anlagen auf dem Ludwigsplatz als ein Gebot dringlicher städtischer Derschönerungs- arbeit bezeichnet wurde. Wie wir jetzt von unter­richteter Seite hören, ist die gärtnerische Neuherrich- hing auf dem Ludwigsplatz für den kommenden Sommer vorgesehen. In welcher Weise die Anlagen i.eugestoltet werden, steht bis zur Stunde noch nicht fest, es soll aber auf eine allseitig befriedigende Aus schmückung des Platzes Bedacht genommen werden.

Evangelisch-kirchliche Statistik in Gießen. Die evangelische Kirchengemeinde Gießen veranstaltete im Iahre 1927 im ganzen 263 Gottesdienste: davon entfie'en auf die Stadt- lirche 123, auf die Iohonne3kirche 130. auf die Kapelle des Alten Friedhofs 9 und auf die Ka-

bdl« des Heuen Friedhofs 1 Gottesdienst. Ge­tauft wurden tn den einzelnen Gemeinden die Zahl der in der Frauenllinll Getauften wird hier nicht berück! ich t tat 376 Km der, 70 in der Mat­thäus-. 65 in ber Markus- 149 tn der Lukas- und 92 in der Iohann «sgemeinde, di« qcofoe Zahl der in der Lukasgemeinde getauften Kinder erklärt sich nicht nur au» der Seeienzahl der Gemeinde, sondern besonders au» dem Umstande, daft im Bezirke der Gemeind« das St. Ioseph- Krankenhaus liegt, in k«m vi«le Kinder auswärti­ger Eltern geboren und getauft werden. Getraut wurden 174 Paare. 43 in der Matthäus-, 35 in der Markus-, 67 in ber LukaS-, 29 in der Io- hanneSgemeinde. Kirchlich beerdigt bzw. eingt- äfchert wurden 294 Personen, davon 61 in der Matthäus-, 60 in der MarkuS-. 95 in der Lukas-, 78 in der Iohannesgemeinbe. Unter den Einge­äscherten befanden sich einige, die auswärtigen Ge.neiirden angehörten. Konfirmiert wurden 477 Kinder, 108 in ber Matthäus-. 100 in der MarkuS-, 159 In ber Luka»-. 110 in bet Io- hanneSgeineinde.

deutsche Ware;

Lanbeskirchcnrate. Gemäß Beschluß ber Kirchenregierung erhalten deren parlamentarische Mitglieder bie BezeichnungLanbeskirchenräte".

* Personalien. (Ernannt wurden ber Refe­rendar Heinrich Nachtigall aus Ovenhausen zum Regierungsassessor: der Kanzleigehilse Karl Rühl in Schotten zum Kanzlisten bei dem Kreisamt Schotten.

,e Aus dem Gießener Stande»- amtsreaister. Es vetstarben in der Zeit vorn 15. biS 31. Dezember d. I.: 16. Dezember Iakob Werther. Weichensteller i. R., 85 Iahre alt. Landgras-Philipp-Platz 10; 17. Alin« ®er­höbe, geb. Deuvner, Wittoc. 88 Iahre. After- weg 29; 17. Imanucl LaudituS Fritz Evmpter, Eieueraffistent i.R., 91 Iahre. Alicenstroße 22a; 20. Iohann George Pairan, Stadtbauoberinspektor. 49 Iahte, Sicher Straße 125; 21. Ludwig Fuhr. Kaufmann, 81 Iahre. Sonnen strafte 25; 21. Karl Heinrich Hermann Hainer, 1 3abr. Aoonstraße 36; 21. Heinrich Friedrich Müller. Bäckermeister, 54 Iahre, QL'uentoeg 2 22. Elife Amend. geb. Schmidt. 61 Iahre. Dahnhosstrafte 67; 23. Ehri- stine Anna Schmehl, geb. Wöll, Witwe, 80 Iahte. Stephanstraße 47; 24. Katharina Koch, geb. Klein, 70 Iahte, Asterweg 50; 24. Professor Dr. Wil­helm Kneif, .Kreisveterinärarzt, 51 Iahte. Wil- helmstrafte 21; 25. Kaspar Lenz. Maurer, 62 Iahte. Reustadt 31; 25. Iohanna Schulze, geb. ©rünberg, 74 Iahre. Wiefenstrafte 1; 26. Helene Stammler, ohne Berus. 58 Iahte, ßubtoig- straße 6; 26. Henny Hoog. geb. Hintze, 56 Iahte, Tarnmsttaße 46; 27. Martin Helserich, ohne Beruf, 65 Iahte, Kaplansgasse 13; 23. Mari« Güler, geb. Thamet, Witwe, 59 Iahte. Stein- straße 35; 29. Philipp Sahl. 5 Stunden, Selter»- weg 71; 29. Friederike Katharine Slifabethe Eim, geb. Daubel, 64 Iahte, Friedrichstraße 14; 30. Antonie Luise Gaspary, geb. Blödner, 42 Iahte, Plockstrafte 8; 31. Frieda Anneliese Page», geb. Meier, 64 Iahte, Marburger Str. 58; 31. Günter Iohann«» Dogl, 6 Monate, Kreuz- platz 6.

Frauen im Aichteram 1. Bei dem Frankfurter Amtsgericht sind jetzt drei Damen im Richteramt tätig. Lftr ber Sitzung des Großen Schöffengerichts am Dienstag faß erstmalig eine Dame Im Richlerotnat als Beisitzerin mit GS handelt sich um Frau Dr. Dann, die schon als Referendarin in Frankfurt tätig war und inzwischen geheiratet hat. Bisher übte sie ihre rich'.erliche Tätigkeit, wie auch ihre beiden Kol­leginnen, in einet Zivllabteilung de» 2lml8- gericht» au».

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

h. ft. L. Bei Ihrer jetzigen Arbeitslosigkeit kommt für Sie eine Wartezeit nicht in Frage. Nur wenn Sie länger als sechs Wochen wieder beschäftigt ge­wesen sind, hätte eine Wartezeit eingehalten werden müssen.

h. D. in v. (Kreis Biedenkopf). Wenn Sie nur Ihre auswärtige Kundschaft besuchen, so genügt eine Legitimationskarte. Suchen Sie aber bie Einwohner anderer Orte vonHauszu Haus auf, um ® e stellungenzu sammeln, so müssen Eie einen Gewerbeschein haben. Die Legitimationskarte wird bei ber Ortsbehörde ausgestellt, der Wandergewerbe­schein wird bei ber Ortsbehörbe beantragt und von einer höheren Derwattungsstelle erteilt.

ft. h. in £). Wenden Sie sich an bas städtische Wohlfahrtsamt, Stadthaus (Gartenstraße).

Berliner Börse.

B e r l i n, 4. Jan. (WTB. Funkspruch.) Die Stim­mung ist, wie schon im gestrigen Spätabendverkehr, etwas ruhiger geworden. Bis setzt sind Umsätze über- Haupt noch nicht zustande gekommen. Man hört nur rein nominell einen Farbenkurs von 286 bis 287. Am Devisenmarkt hört man London gegen Paris mit 124,01, Mailand 92,40, Madrid 28,30 und Lon- don gegen Kabel mit 4,8-515.

Was die Reparaiionskommisston kostet.

Zur Durchführung ber Daweszchl ng?n nach dem Londoner Adkmmen beftckn in Paris und in Berlin bi« beiden größten BureauS der Re- parationskommission. Rach einer örflänmQ im Unterhaus gehören zu ber Pariser Organi­sation 237 Perionen, die zusammen an (Behäl­tern runb 2 250 000 Mark pro Iahr beztehen. Der lettenbe Kommissar des Panier Bureau» soll jetzt kürzlich Sparmaßnahmen be­schlossst habeir. mit benen er seinen Etat auf 2 Millionen Mark herabfehen will. Rach der­selben Feststellung, bi? Efturchill auf eine An­frage von Derireteni der Arbeiterpartei tveoeben hat, besteht das Berliner Bureau au» 130 Angestellten dir im Iahre an Gehältern und Löhnen 2 640 000 Mari verbrauchen Die höherr Summe trotz des Nl deren Personalbe­standes aegenüber dem Pariser Dur.au «rlläri sich durch die höheren Einzelgehälter, bie tn Berlin bezahlt werbrn müffen. Hier be­kommt ber Reparalionskammissar. Harker Gilbert, sein Gehalt, bi» allein schon mehr al» 200 00 0 0'i a r k im Jahre beträgt. Die Dehäl'er und Kosten b*r g'famt.m Ret>tra- tionSkommisiion gehen zu Lasten ber Annuität, nur bie Reichsbank hat für 5. die Reichsbahn für 9 Personen Im Iahre 1926 bk entsprech.mben Gehälter au tragen gehabt. So erwächst der deutschen Regierung im allgenxttnen aus der Reparalionskontmiffftrn keine besondere Be­lastung und die Gläubiger selber sind daran interesiiert, daft die P7rsonalau»gaben sich auf keine z u hohe Summe steigern.

Oie Besatzungslasten.

Ds ist schon oft die Frage an di« Entente gerichtet worden, weshalb denn eigentlich noch immer Im Rheinland eine bewaffnete Macht unterhalten wird. Die Antworten waren ent­weder ausweichender oder nicht»fag«nder Ratur. ,'ür England und Belgien mag gelten, dah sie ihre Zonen nicht den Franzofen überlaffen möchten und deshalb folange wie die franzöfifchen Armeen am Rhein bleiben. Frankreich aber kann doch wirklich keine Gründe mehr in» Feld führen, um die Auf­rechterhaltung der Besatzung zu rechtfertigen, um so weniger, als wir entwaffnet sind. Es ver­dient aber, aufs neue gerade den Gläubiger­staaten Frankreichs, die ja auch unsere Repara- tionSglaubiger sind, auseinanderzusetzen, welche Summen diese überflüssige Besatzung bisher verschlungen hat. Rach deutschen Berechnungen haben wir seit dem Tage des Wassenstillstandes rund sechs Goldmilliarden für bie Unterhaltung der Truppen und der Miiitär- kommissionen aufbringen müffen. Das ist eine Summe, die, wenn man sie vernünftiger angelegt hätte, Frankreich über alle WährungSforgen mit einem Schlage hinweggeholfen haben würde. 2ll>er in Paris ist man anderer Anficht und hält eS für vorteilhafter, auch weiterhin viele hundert Millionen zur Aufrechterhaltung der Be- fatzung nutzlos zu verpulvern.

Äermischies.

Unterschlagungen bei einer Sparkasse.

Große Unterschlagungen tourten nach einer Meldung des .B. T." bei der Spar- und Bor» fchuhkaffe Ostritz bei Görllh aufgedeckt. Eine un­erwartet Dor genommene Revision ergab, daß ein Betrag von 60 000 Mark unterschlagen wor­den ist. Die Dumme stellt nicht weniger als die Hälfte deS gesamten Genosienfchafts'apitalS dar. Der ungetreue Geschäftsführer soll geflüch­tet fein.

Schwerer Unfall Im Hamburger hochbahnbetrieb.

Aus Hamburg wird gemeldet. Zwischen den S alionen Hgmburg-Haupto lhnftof und Birk­hof überfuhr am Frritag ein Zug zwei auf der Strecke beschäftigte Arbeiter, die tödlich verletzt tmirben. DaS llnglüd ist wahrscheinlich auf unvorschristsmäßiges Der halten der Arbeiter zurückzuführen.

Lin neuer Straßenbahnunfall in staffel.

AuS Kassel wird gemeldet: An der Ecke Zeughaus- gnd Weserstrafte stießen wiederum zwei Wagen der Kasseler Straften- bahn zusammen. Beide Wagen spran­gen aus den Schienen, die Plattform de» einen wurde völlig eingedrückt und ein ge Scheiben sprangen entzw i. Dem Umstand, dah die Wagen nur schwach besetzt waren, ist es zu verdanken, dah nur zwei Leichtverletzte gemeldet werden.

Oie Zierde einer jeden Frau

Ist ihr vrachtoolleS Vaar natb einer Waichung mit VauaienfalA. Man hole tn einem Fachneschäfi 10 g, löie diese Menge tn 250 u b. aller aut uno si otnere bis zur gründlichen Schaumlnldung. Das Haar zeigt sich danach in einer duftigen, ieivenweichen fVüQe.

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