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Labom-Sieg bei den engkschen Gemeindewahlen

na versetzt worden zu

Oie Wetterlage.

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La Loruna

treten.

am 3. November: morgen» 7 Grad Celsius.

Freitag, d. 2. NoVb. 1928,7" aMs

BärwHns-

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In Kassel kam der neunzehnjährige Kaufmann Fett am Freitagfrüh stark betrunken nach Hause, stürmte mit einem Revolver In der Hand in die Schlafzimmer seiner Pflege- e l t e r n und drohte, sie zu erschießen. Dem Pflegevater gelang es, dem Tobenden den Revol­ver aus der Hand zu schlagen und mit seiner Frau zu flüchten. Fett bewaffnete sicb darauf mit e i n e m langen Dolchmesser und durchlief das ganze Haus. Die Bewohner flüchteten, nur notdürftig be- kleidet, auf die Straße. Inzwischen hatte Fett den Revolver wtedergefundeu und bedrohte nun alle Straßenpassanten. Da» Ueberfallkommando mußte mit Scheinwerfern anrücken. Erft nach lan­ger Zeit gelang es, an das Versteck des Tobsüchtigen yeranzukommen. Fett hatte die Kucheneinrich- tung zertrümmert und daraus eine Barri­kade errichtet. Fortgesetzt feuerte er auf die Be- amten, von denen o i e r verletzt wurden Es ge­lang schließlich, an den Tobsüchtigen heranzukom- men und ihn zu fesseln. Auf der Wache gab er an, durch übermäßigen Alkoholgenuß und durch Erzählungen von den Taten der Gebrüder

Verwirklichung sog. internationaler sozialistischer Ideale. Wie es übrigens bai.iit bei den ausländischen Sozialisten ganz allgemein bestellt ist, haben wir zur Genüge in Frankreich erlebt, dessen sehr starke soua- tiftifdje Partei sich stets mit papiernen Protesten gegen die Unterdrückung Deutschlands begnuate, Im übrigen aber ihrem Parteimitgli d Paul-Bon- cour, dem Vater der ungeheuren Aufrüstung Frankreichs, in seiner ausgesprochenen deutschfeind­lichen Politik freie Hand ließ. Es bleibt sich also völlig gleich, ob in England ober Frankreich Ange- hörige dieser ober jener Parteien an ber Spitze ber Regierungen stehen, stets werben sie bie Inter­essen ihrer ßänbcr wahrnehmen, niemals je- dach sich auf die sozialistische Internationale be­sinnen, die allerdings allen bösen Erfahrungen zum Trotz von unserer Sozialdemokratie noch immer als das Hell aller Völker gepriesen wird.

Das Endergebnis.

Niederlage der Konservativen.

L o n d o n, 2. Rov. (WB.) Rach dem vorliegenden Endergebnis der gestrigen Gemeindewahlen in bett Londoner Bezirken gewannen die Konser- nativen sechs, die Vertreter ber Arbeiterpartei 95, bie Liberalen 33 und bie Unabhängigen einen Sitz. Es verloren bie Konservativen 101, bie Arbeiter­partei 18, bie Liberalen 16 unb bie Unabhängigen 0 Sitze. In 19 Bezirken bereiten bie Konservativen bie Mehrheit, die Liberalen erlangten in einem Be- (irk bie Mehrheit, bie Vertreter ber Arbeiterpartei inb in acht Bezirken in der Mehrheit. In Greenwich ind die Anhänger der Arbeiterpartei und ihre Gey- ner gleich stark. Nach dem endgülligen Ergebnis ber Munizipalwahlen in Englanb und Wales ohneLondon betragen die Gewinne der Konser­vativen 15, der Liberalen 13, der Arbeiterpartei 130 unb der Unabhängigen 10 Sitze. Verloren haben die Konservativen 80, die Liberalen 28, die Arbeiter­partei 19 und die Unabhängigen 41.

Dr. Stresemann nehme seine Arbeit an einem neuen Punkte und unter geänder­ten Voraussetzungen wieder auf. Die un­günstige außenpolitische Lage erfordere d i e Mobilmachung und das geschlossene Ausspielen aller nur verfügbaren Kräfte in Deutschland. Ohne Nutzbarmachung aller bewußt nationalen Kräfte in Deutschland würden wir die Aufgaben, die uns bevorstünden, nicht erfüllen können. Der deutsche Außenminister würde allerdings nur dann auch von rechts her die Kräfte für die bevorstehende Entschei­dung gewinnen können, wenn er beweise, daß er als dorischer Außenminister über den Par­teien stehe. Die Verquickung der Geschäfte des deutschen Außenministers mit den Funktionen eines Parteiführers mache jede nationale Füh­rerschaft unmöglich. Ss werde sich nun darum bandeln, festzustellen, ob Dr. Stresemann doch in der Lage sei, Vorurteile und Vin- bun gen die an ihm hasteten, zu überwinden und Parolen zu finden, die der geänderten Lage Rechnung tragen, überparteiliche Parolen, hinter die sich auch jene nationa­len Kreise stellen könnten, auf bie das Vater­land immer in entscheidenden Stunden zurückgrei- fen müsse.

macht hatte, zunächst Bereit. Hk seine Sa! etng»* stehen, erhob aber bann laut schreiend Vorwürfe gegen feine Charakterbewertung unb verlangt Herbeischaffung ber nach seiner Angabe In ber Anilinfabrik gefälschten Akkordscheine. ES enty spann sich eine erregte Hnterfjaitung zwischen Gioth unb dem begütigenden Vorsitzenden, bet immer wieder versichert, daß man Gioth aU tüchtigen, fleißigen unb strebsamen Menschen an­erkenne. Staatsanwalt Dr. Kellert erklärte, durch­aus bem Angeklagten zuzugestehen, baß er auf Grund der Vorgänge bei der Lohnberechnuna der Meinung gewesen sei, fortgesetzt übervorteilt zu fein, unb auch er ohne die Lllihörung weiterer Leumundszeugen dem Angeklagten den Leumund eines fleißigen, strebsamen und bisher anständige» Menschen zuerkenne. Als dann ber Verteidiger einen Vries ber Dräut des Angeklagten an die Verteidigung verliest, nahm Gioth bie Tat auf sich, allerdings nur so weit, wie er sich nach seinen bisherigen Angaben auf sie besinnen könne. Diese Desinnung habe da auf gehört, wo er vor bem Meister Schneider gestanden unb seine lang auf* gespeicherte Wut über bie ungerechte De Hand­lung ihre Gütung gefunden habe. Auf bie Schüsse unb das Weitere könne er sich beim besten Willen nicht mehr besinnen.

Tödlicher Unfall

eine» Königsberger llnioersltälrprofessor».

Einem tödlichen Einfall ist der ordentliche Pro­fessor Dr. Wilhelm Döltz. Leiter deS Königs­berger Instituts für Tierzucht, zum Opfer gefal­len Dr. Döltz hatte sich auf daS Versuchs­gut der Uniberfität begeben. Am Nachmittag wurde er von dem Administrator in einer Gra­benböschung tot aufgefunden Offenbar hatte Professor Völtz den Graben überspringen

i wollen, wobei sich seine Jagdflinte ent­lud. Die Schrotladung war ihm in den Kopf gedrungen

Drei Personen vom LUzug überfahren.

Zwischen Wittgenstein und Burgstädt (Sachsen) wurden der Reichsbahnbauinspektor Äröber und bie beiden Schachtmeister Iensch und Cykaniok von einem Eilzug t ö d l i ch ü d e r f a h r e n. Die Verunglückten hatten sich während der Frühstückspause auf dem Gleise aufgehalten und wegen des dichten Nebels den Zug nicht rechtzeitig wahrgenommen

General Vookh erkrankt.

Der Führer der Heilsarmee, General Dooth, ist an nervöser Erschöpfung nicht unbedenklicher­krankt und muß sich mehrere Monate vollkom­mene Ruhe gönnen.

Tobfuchtsanfall eines Betrunkenen.

durch Erzählungen von den Heidger in die Wahnvorftellu sein, selbst Johann Heidger zu

Haltlose Beschwerden.

Tie polnische Minderheit als Klager in Genf.

G lei Witz, 2. Rov. (WD.) Demi General- fefretär des Völkerbundes in Gens sind von der polnischen Minderheit in Deutsch-Oberschlesien Deschwerden erhoben worden, zu denen von amt­licher deuttchen Seite erllärt wird, daß das an­gebliche Verbot des Gebrauches ber Mutter­sprache tn den Schulen und zu Hause vollkom­men frei erfunden ift Was bie Ange­legenheit der Verhinderung einer Pilger­fahrt nach Czenstochau betrifft, so wurde in der Tat von einem oberschlesischen Landrats­amt verschiedenen Trilnehmern eines Pllgerzuges zunächst wegen nicht ordnungsmäßiger Pässe aufgegeben, die richtigen Pahformulare vorzulegen, was dann auch am nächsten Tage geschah, worauf sämtliche Teilnehmer des Pilger­zuges den Pah ohne irgendwelche Schwierigkeiten erhielten Zu ber Be­schwerde, bah bie Eisenbahnbeamten im Verkehr mit polnischen Bevölkerungsteilen sich weigerten, bie polnische S p rache ebenfalls zu ge­brauchen, ist mitzuteilen, daß sich ein berartiger Fall vor längerer Zeit, etwa einem Jahr, er­eignet hat, worauf von der Reichsbahndirertion Oppeln die Anweisung erging, daß die Eisen­bahner, falls sie polnisch angesprochen würden, nach Möglichkeit polnisch antworten ! sollten Es ist nicht bekannt geworden, bah sich in ber letzten Zeit ein Eisenbahnbeamter osten­tativ geweigert habe, die polnische Sprache zu gebrauchen

Wettervorhersage für Sonntag: Nebelig, wolkig, später zeitweise aufheiternd, Tem­peraturen nachts noch in Gefrierpunktnähe. Vor­erst noch vereinzelt Regenschauer nicht ausgeschlossen.

Witterungsaussichten für Montag- Zeitweise aufheiternd und meist trockenes Wetter, leichte Dodenfrostgesahr.

Lufttemperaturen am 2. November: mittags 11,6 Grad Celsius, abends 7,6 Grad Celsius; am 3. Noo.: morgens 6,3 Grad Celsius. Maximum 12 Grad Cel­sius, Minimum 5,6 Grad Celsius. Erdtempera- turen am 2. November: abends 9,2 Grad Celsius;

nehmen Am schwersten von der Arbeitsaussetzung in der Eisenindustrie werden selbstverftändlich diejenigen ^Bergbaubetriebe betroffen, die die ver­hältnismäßig größten SelbstverörauchSrechte beim Syndikat haben, d. h. die sog. Hüttenzechen, für deren Förderung sich jetzt in Zusammenhang mit dem StiHegen der Hüttenwerke kein ge­nügender Absatz mehr bietet Hier werden in noch größerem Mähe als bei ber eigentlichen Kohlenförderung in den Kokerribetrieben Ein­schränkungen notwendig fein

Wie aus Dortmund berichtet wird, haben die beiden Zechen Kaiserstuhl I/Il (Eisen- unb Stahl­werke Hoesch A.-G.) und Tremonia (Vereinigte Stahlwerke A.-G.) bereits am heutigen Freitag wegen Absatzmcmgels Feierschichten eirilcgen müssen. Die Dergbauverwalttrng der Vereinigten Stahlwerke in Essen wird für Kohle eine Förder­einschränkung im Ausmaß von 53 v. H. und eine Einschränkung für Kols im Ausmaß von 60 v. H. vornehmen. Die Direktion der ZecheZentrum Fröhliche Morgensonne" (Rhein. Stahlwerke A.-G.) hat bei dem Demobilmachungskommiss ar Antrag auf Genehmigung der Entlassung von 800 Arbeitern gestellt Dieser Schritt hat aber, wie es scheint, mit dem Stillstand der Eisenproduktion nichts zu tun, sondern ist wohl bereits seit längerem, und zwar mit Rücksicht auf die ungünstigen Absatzmöglichkeiten für die Fördersorten geplant gewesen Don Pro- buktionseinschränkungen auf den reinen Zechen- untemehmungen ist bisher noch nichts bekannt­geworden. Hier werden die Auswirkungen selbst­verständlich nicht so schwer in Erscheinung treten wie auf den Hüttenzechen

Agrarkrisis und Steuerpolitik.

Ter Landbund beim Neichsfinanzministcr.

Berlin, 3.Roo. (Priv.-Tel.) Am 1.Jlooember wurde das Präsidium des Reichsland- bundes vom Reichsfinanzminister empfangen. Die Vertreter des Reichslandbundes schilderten die Rotlage weiter Kreise der Landwirt­schaft unb wiesen insbesondere darauf hin. daß trotz guter Ernte die Rentabilität der landwirtschaftlichen Betriebe keines­wegs wiederhergestellt sei. da den größe­ren Erntemengen erheblich niedrigere Preise gegenüberstanden. Der Reichsfinanzminister erkannte auch seinerseUs die schwierige Lage der Landwirtschast an und sagte zu. im Rahmen des Möglichen zu helfen Insbesondere soll es bei den immer noch geltenden Milderungsvorschris- 1 e n bleiben. Zwangsversteigerungen wegen Steuer­schulden sollten nach Möglichkeit vermieden werden und die Finanzämter hierbei Rücksicht aus die Zahlungsfähigkeit des ein­zelnen Landwirts nehmen Die Regelung der periodischen Grunderwerbssteuer be­zeichnete er als vordringlich, sei aber von sich aus nicht in der Lage, der Gesetzgebung vorzugreifen und von sich aus im Verwaltungswege irgendwie cinzugreifen. Gegen die Beseitigung der Rentenbankgrundschuldzinsen müsse er dagegen die bekannten außenpolitischen Bedenken geltend machen

Heber neue Steuerpläne sei noch kein Beschluß gefaßt. Jedenfalls würde auch hierbei auf die Landwirtschaft Rücksicht genommen werden Das Steuervereinheitlichungsgeseh hoffe er baldigst dem Reichstage vorlegen zu können. Mit diesem Gesetz, welches auf Verein­heitlichung und vergleichsbarkeit der Reafffeuer- laffen ziele, glaube er wenigstens einen Schrift zur Regelung des Realsfeuerproblems zu tun

Stresemann und die Opposition.

TieDeutsche Taneszeitung" zur Rückkehr des ReichSautzenministertz.

Derk in, 3. Rov. (T.-A.) DieD. Lages­zeitung" nimmt in einem längeren Artikel zu ber bevorstehenden Rücttehr des Reichsaußen- ministers Dr. Stresemann unb ber Wieber- übernahme ber Amtsgeschäfte Stellung. Sie ver­weist habet auf einen Artikel deS .Temps". in bem Darauf hinaewiesen wirb, bah für Deutsch­land heute gar keine andere Politik als die bis­herige mögllch sei. Die bisherigen Enttäuschung gen würden auch Dr. Stresemann nicht abhalten die alle politische Linie weiter zu verfolgen

fassen

Im Zusammenhang mit Erörterungen über die zu erwartenden Feierschichten im Bergbau infolge der in der westdeutschen Eisenindustne ein- getretenen Gesamtaussperrung ist die Behauptung aufgetaucht, daß die Frage, ob die von der Still­legung von Scyachtanlagen, also mittelbar von der Aussperrung in der Eisenindustrie Betroffenen, Anspruch auf Erwerbslosenunter- ftützung haben, noch nicht acmz geklärt sei. Auf Anfrage erfährt der DHD. hierzu von beteiligter Seite, daß das Landesarbeitsamt in Köln in feinen Anordnungen an die an geschlosse­nen kommunalen Arbeitsämter darauf hingewiesen hat, daß gemäß Paragraph 94 des Arbeitslosenver- sicherungsgesetzes, Absatz 2, auch die mittel­bar durch die Aussperrung Betroffenen keiner­lei Erwerbslosenunterstützung zu er­halten haben.

Oie Rückwirkungen auf das Giegerland.

Wegen Absatzmangels Stillegung von Gruben.

Siegen, 2. Rov. (WTD ) Von beei'igter Seite wird mitgetrilt: Die Aussperrung in der nordwestdeutschen Eier.industrie wird auf das Siegerland nicht übergreisen, da es eine TarifLruppe für sich bitet. De Maßnahmen der Rordweft-Gru pe we den s ch aber auf die Siegerländer Eise, iidu,trie insofern auswirken, als diese Industrie infolge der Aussperrung unter Absatzmangel leiden wird. Tatsächlich hat sich dir Ausss er tung bei den Siegerländer Gruben dahin bemerk­bar gemacht, daß für diese heute schon krine Absatzmöglichkeit mehr bes.e,t und die großen Haldenvorräte immer mehr anwach- sen Infolgedessen haben sich die Bereinig­ten Stahlwerke genötigt ges hm. allen Dr- legschaften der ihnen gehörenden Gruben mit 14tägiger Frist zu kündigen.^ Es kommen fol­gende Gruben in Betracht: .Ameise", »Ei en- hardter Tiefbau", .Brüderbund'. .Reue Hardt", Stahlberg", .Dautenberg', .Siahlsei en", .G o- ßenburg" und die anderen Gruben des F.ei n- grunber Dergwerkvereins. Auf diesen Gruben sind etwa 4000 Arbeiter beschäftigt. Auch die anderen Gruben des Siegerlandes werden zum Stillstand gebracht ober Feierschich­ten einlegen müssen, denn ein weiteres Aufwerfen auf die Halden ist für die Gruben finanziell nicht tragbar.

Produktionseinschränkung im Ruhrbergbau.

Einlegung von Feierschichten.

Essen, 2. Rov. (TU.) Wie bereits angekün­digt, wird die Aussperrung in der nordwestdeut- fefjen Eisenindustrie auch gewisse Produktiorrs- einschränkungSmaßnahmen im Ruhrbergbau zur Folge haben. 3n bergbaulichen Kreisen ist zu­nächst allgemein beabsichtigt, diese ProduktionS- einschränkungen durch Einlegung von Feierschichten und nicht durch Ent­lassungen von Belegschaften vorzu-

3n England haben am Donnerstag Reuwahlen zu den Gemeindevertretungen stattgefunden. Kon- ervative unb Liberale weisen, soweit sich die Wahlergebnisse übersetzen lassen, einen empfind­lichen Stimmen rückgang auf, während es der Labour Party gelungen ist, beachtliche Erfolge nach Hause zu bringen. Sie hat was bemerkenswert ist, ihren schon bei den letzten Rachwahlen zum Unterhaus festgestellten Ein­bruch in die konservativen Domänen fortgesetzt und selbst in konservativen Hochbur­gen Mandate errungen. Dem Wahlaus­gang kommt insofern eine besondere Bedeutung zu, als er mancherlei Rückschlüsse auf die be­vorstehenden ^lnterhauswahlen zuläßt. Es ist nicht ganz leicht, die Gründe herauszuarbeiten, die große Trie der Wähler'«hast veranlagt haben, in das Lager der Labour Party abzuwandern. Sicherlich hat aber bie englische Außen­politik, für d'.e die Konservativen veranttoori- lich zeichnen, sehr dazu bei getragen, die Stellung der Arbeiterpartei zu stärken, die immer wieder betont, daß sie eine ausgesprochene Feindin des derzeitigen außenpolitischen Kurses des Kabi­netts Baldwin fei. Es ist nicht weiter auffallend, wenn auf Grund dieser Wahlergebnisse d:? Ver­mutung ausgesprochen w.rd, daß bei den Unter* Hauswahlen bie Liberalen gänzlich zer­rieben werden unb bie Labour Party so erheblich gewinnt, daß sie wieder in der Lage ift, die Degierungsgeschäfte zu über­nehmen. Soweit sind wir natürlich noch nicht.

Die Arbeiterpartei leitete schon einmal die Ge- chicke Großbritanniens, damals war M a c d o n a l d Ministerpräsident, der aber auch nur eine Außen, politik trieb, die lediglich auf Lie Sicherung der Vor­teile Englands zugeschnitten war. Obwohl schon da­mals die Labour Part"» von einer Aufrechterhallung der Rheinlandbesetzung nichts wißen wollte, ließ Macdonald ruhig die britischen Regimenter am Rhein, wie er ja auch sonst stets nur zuerst a n ein eigenes Vaterland dachte, statt an die

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Wettcrvo; ^usjage.

Das mitteleuropäische Tief hat sich weiter ab­geflacht, ist jedoch immer noch stationär geblieben. Sein Kern lag heute morgen über dem Kanal. An seiner Rückseite werden uns weiterhin Kalt­luftmassen zugeführt, bie die Temperaturen, be­sonders nachts, noch niedrig halten. Vereinzelte Regenschauer können dabei zunächst noch auf*

Bisher Hai die Rationalisierung den Werken tn erster Linie stark erhöhte Ztnslasten ge­bracht, während die Erträgnrsse in Verbindung mit den ständigen Lohnerhöhungen unb Qlrbeitä- zeitverkürzungen sich stetig verminderten. 3n- folgebeffen sind die Früchte der Rationalisierung lediglich den Arbeitern, nicht aber den mehr und mehr verschuldeten Werken zugefallen. Von einer schlechten Lage der Arbeiterschaft im Ruhrgebiet kann nach den tatsächlichen Feststel­lungen nicht gesprochen werden. Die Monatsver­dienste für den Durchschnitt der Delegschasten ein­schließlich der Jugendlichen bei einem Hüttenkon­zern sind bis zum August 1928 auf 231 Mt gestiegen, obwohl die Arbeitszell tn den Hüttenwerken stark verkürzt wurde und die Produktionsleistung sich je Kopf stark verrin­gerte. Im übrigen sind feit Anfang 1927 die Tariflöhne um 11 v. H. herauf gesetzt wor­den. Die tatsächlichen «Verdienste sind leboch gleichzettig um 1516 v. H geftieflen.

Auch nach der rechtlichen Seite hm sei bie Degründung bes Reichsarbeitsministeriums in keiner Weise stichhaltig. Die Auffassung des Reichsarbeitsministeriums könne lediglich als Die einer an dem Streit interessierten Verwaltungs­behörde gewertet werden. Die Äichtigkeits- klage seitens deS Arbeitgeberverbandes sei be­reits eingereicht worden.

Eine Erklärung der sreihettlich- nallonalen Geiverkschasien.

Derlin, 2. Rov. (WB.) Die Spitzenorgani- sation der freiheitlich--nationalen Gewerkschaften, zu denen auch bie deutschen Gewerkve reine Hirsch-Duncker gehören, erläßt eine Er­klärung, wonach der Gesamtvorstand des Ge- werkschaftsringrs deutscher Arbeiter-, Angestell­ten- und Beamtenverbände in ber Aussperrung ber rheini'ch-westfättschen Eisenarbeiterschaft einen Tarifbruch erblicke, für ben die beteiligten Unternehmen alle Verantwortung zu tragen hat­ten, insbesondere auch alle rechtlichen, morali­schen unb staatspolitischen Folgen. Die Instan­zen ber ArbeitSgerich.sbarkeit mühten im be­schleunigten Verfahren den ernsten Verstoß gegen ben Rechtsgedanken feststellen, um eine rasche rechtliche Abwicklung des Konfliktes zu ermöglichen. Der Staat habe seinerseits bie Pflicht, mit unbebingter Entschlossenheit ander Idee des staatlichen Schlichtungs­wesens fest zuhalten. Die Mitglieder ber im Gewerllchaftsring zusammengeschlossenen frei- tzeitlich-nationalen Arbeiter- unb Angestellten- Derbänbe stäuben in kameradschaftlicher Solidarität an der Seite ihrer von der Kampfmaßnahme der westdeutsch:n Großeisen- inbuftrie betroffenen Kollegen und würden ihnen jede nur mögliche Unterstützung zu­teil werden lassen.

Die Frage der Arbeitslosenunterstützung.

Bor der Entscheidung der Reichsanstalt.

Berlin, 3.Nov. (TU.) Der Spruchsenat der Reichsan st alt für A r b e i t s l o s e n v e r- fidjerung wird noch am Samstag über die Frage der Interpretation des Paragraphen 94 des Reichsarbeitslofenoersicherunasgesetzes sowie darüber, ob im vorliegenden Falle Aussperrungoder Arbeitslosigkeit in Frage kommt, Beschluß

Aus aller Wett.

Oer Moidprozeß Siolh.

Am Donnerstag kamen die Sachverständigen zu Wort. Dipl.-Ing. Liebmann der J.-G.-Farben- inbuftrie erstattete ein längeres Expose über das Akkord- und Lohnsystem der I.°G.°Farben, dabei besonders betonend, daß es das gute Recht der Ar­beiter sei, sich zu beschweren, wenn sie sich benach­teiligt fühllen. Die von Gioth angezogenen Fälle eien in ber J.-G.-Farben üblich. Er, der Sachoer» tänbige, habe gefunden, daß Gioth mit b e Co n ) e r e r Vorsicht behandelt worden sei. Medi­zinalrat Dr. Kuntz (Nürnberg), der Gioth sechs Wochen in dem dortigen Krankenhaus beobachtet hatte, erklärte, er stehe auf dem Standpunkt, daß Gioth für seine Tat voll und ganz ver­antwortlich fei. Gioth habe niemals im Wahn ?ehandelt, sondern es liege eine Affekthand - u n g vor. Oberarzt Dr. Roesch, der Gioth im Gefängnis beobachtete, faßte sein Gutachten dahin zusammen, daß bei Gioth keine Geistes- k r a n k h e i t festzustellen war, die die Anwendung des Paragraphen 51 rechtfertige. Gioth sei wohl ein Psychopath, müsse aber seine Tat mit U e b er­leg u n g ausgeführt haben. Ministerialrat Dr. F r a n tz (Frankenthal), bekundete, daß bei Gioth nicht die geringste geistige Störung vorliege und Gioth den Paragraph 51 nicht für sich in Anspruch nehmen könne. Auch an der freien Willensbestim­mung habe es Gioth nicht gefehll.

Am vierten Deryarä>i.ungstag erklärte sich der AngeKagte, der schon in seiner Zelle Szenen ge*

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