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Das Internationale

Schach Meisterturnier in Gießen.

Mit den für die Teilnahme vorgesehenen Schachmeistern sind bereits Verhandlungen ge­pflogen worden natürlich vor Sicherstellung der Finanzierung unverbindlicher Art die den Erfolg hatten, daß schon 4 Meister ihre Teilnahme zugesichert haben, nämlich O r b a ch in Offenbach a. M., der Leirer der vielbeachteten Schachspalte imGießener Anzeiger". Frh. v. Hol-Hausen in Magdeburg, Ehrenmitglied des Gießener Schachklubs. K m o ch. ein Meister jugoslawischer Rationalität, der in zahlreichen internationalen Turnieren zweite und dritte Preise davongetragen hat, und schließlich Tar - t a k o w e r. der im letzten großen Turnier in Hastings den er st en Preis erstritt. Ferner sind Verhandlungen angeknüpft worden mit zwei Großmeistern, Bogoljubow und Reti. In Betracht kommt ferner, falls einer von diesen verhindert wäre Bogoljubow ist für die gleiche Zeit nach Holland zu einem Wettkampf eingeladen, Großmeister S p i e l m a n n, der ebenfalls zu den größten Meistern zählt. Das Gießener Turnier würde demnach in der Be­setzung hinter keinem der großen in­ternationalen Turniere der letzten Jahre zurück st ehe n. Die Möglichkeit der endgültigen Gewinnung der letztgenannten Groß­meister ist freilich bedingt durch den Erfolg des an die Bürgerschaft gerichteten Aufrufs. Hoffen wir, daß die Erwartungen nicht ge- täusd)t werden!

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag. Sing- saal des Realgymnasiums: 8 Uhr, Vortrag. Konsumverein: 8 Uhr, Palast Lichtspiele: Fi'.mvor- trägc. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Königin Luise". Astoria-Lichtspiele:Der Todesritt von Little Big Hom".

r- 2£ dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Eintrittskarten fürSom­mernachtstraum" am kommenden Dienstag werden von jetzt ab an der Theaterkasse ausgegeben.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 3. Februar 1928.

Das Recht auf die Quittung.

Gilt eine mit einem Firmenstempel unterzeich­nete Bescheinigung ebenfalls als Quittung und wie verhält es sich mit einem Postein - lieferungsschein? Die Erfahrung lehrt, daß es Gläubiger gibt, die sich strikt weigern, dem Schuldner über die empfangene Leistung eine Quittung auszustellen. Mit dieser Weigerung seht der Gläubiger sich ohne weiteres in Wider­spruch mit den gesetzlichen Bestimmungen. Jeder gewandte Kaufmann wird ohne weiteres, falls ihm irgendeine Zahlung geleistet wird, ihren Empfang dem Zahlenden auf dessen Verlangen schriftlich bestätigen. Ob er rechtlich hierzu ver­pflichtet ist, oder ob er jenem damit nur einen Gefallen erweist, darüber legt er sich keine Rechenschaft weiter ab. Er quittiert, weil er es für etwas selbstverständliches hält. Anders nicht selten Privatpersonen. Von diesen haben manche, zumal wenn vieles Schreiben nicht zu ihren Ge­pflogenheiten gehört, eine Abneigung dagegen, ihre Llnterschrift wegzugeben. Gewiß, Vorsicht ist hierbei geboten. Man muh sich mindestens genau durchlesen, was man unterschreibt. Allein eine Bestätigung, das empfangen zu haben, was man wirklich empfangen hat, ist gan$ unbedenklich. Die Form der Quittung ist regelmäßig die schriftliche. Hieraus ergibt sich die Verbindung mit § 126 des Bürgerlichen Gesetzbuches, daß die Empfangs­bestätigung von dem Aussteller eigenhändig durch Ramensunterschrift unterzeichnet werden muß. Eine nur mit einem Firmenstempel unter­zeichnete Bescheinigung braucht man demnach als Quittung nicht gelten zu lassen. Der Posteinlieferungsschein, der dem Ab­sender einer Geldsumme ausgestellt wird, ist keine Quittung des Empfängers der Geldsendung. Er bestätigt, daß ein bestimmter Betrag an die Post gezahlt ist, bildet also eine Quittung der Post. Dagegen wird durch ihn nicht bestätigt, daß der Adressat das Geld empfangen hat. Andererseits wird die Quittung, die der Empfänger des Geldes auf der Postanweisung ausstellt, nicht dem Absender, sondern der Post erteilt.

Daten für Tamstag, 4. Februar.

Sonnenaufgang: 7.36 Uhr, Sonnenuntergang: 16.53 Uhr. Mondaufgang: 15.02 Uhr,. Mond­untergang : 7.11 Uhr.

1682. Friedrich Döttger. der Erfinder des Porzellans, in Schleiz geb. (geft. 1719). 1814:

Sieg der Preußen unter Bork über die Fran­zosen bei Chalons-sur-Wame. 1842: der Li­teraturhistoriker Georg Brandes in Kopenhagen geb. (geft. 1927). 1871: Friedrich Ebert. Präsi­dent des Deutschen Deiches, in Heidelberg geb. (geft. 1925). - 1923: die Franzosen rücken in Baden ein.

Giadttheater Gießen.

Man schreibt uns: Immer noch ist lebhafteste Nachfrage nach dem entzückenden Märchen Peterchens Mondfahr t. Diese an­dauernde Teilnahme ist erklärlich, wenn man den Jubel im Stadttheater einmal gehört hat, wenn der Maikäfer mit Peterchen und dessen Schwester zu fliegen beginnt, ober wenn die drei aus der großen Kanone nach dem Monde geschossen werden. Die Kunde von solchen Vorgängen und von der wirklich ,märchenhaften Ausstattung" des Stückes verbreitet sich von Mund zu Mund, und so wird gar manches, das nur selten das Theater betritt, zum Besuch ermuntert, der auch von auswärts sehr lebhaft ist. Da zweifel- haft ist, ob noch eine weitere Aufführung von Peterchens Mondfahrt" zu ermöglichen ist, wird auf diese Vorstellung am S o tl n t a g, 5. F e b r u a r, nachmittags 2Vz h r. ganz besonders hingewiesen.

Als Fremdenvorstellung geht am Abend dieses Sonntags statt, wie angefunbigt, Der Revisor" Henrik IbsensAora in Szene. Wegen einer Er ranfung de; Herrn G o l l an Grippe mußteDer Revisor abgeseht wer­den.Vora" ist im Stadttheater Gießen eine

so daß, soweit er stch nicht um Fälle allerdringendster Art handelt, Personen, die außerhalb der Amtstjge vorsprechen, auf Abfertigung nicht rechnen können.

** Veterinärpolizeiliche Beaufsich­tigung von Handels st allungcn usw. Auf Grund des Reichsoiehseuchengesetzes hat das Hess. Ministerium des Innern folgende Anordnung er­lassen: Ställe und Betriebe von Vieh- und Pferde­händlern, Gastställe, die in regelmäßiger Wiederkehr und in größerem Umfang zur Einstellung von Han- delsoich benutzt werden, sowie gewerbliche Diek>- mästereien unterliegen der -regelmäßigen Heber- wachung "durch den beamteten Tierarzt. Soweit für die genannten Betriebe die Führung eines Kontroll­buches nidjt vorgeschrieben ist, haben die Inhaber der Betriebe über das Vorhandensein, den Zu- und Abgang von Tieren, die der Beaufsichtigung unter­stellt sind, oder sich in den ihr unterworfenen Betrie­ben befinden. Buch zu führen. Die hiernach der Bc- aufiichllgung unterliegenden Gastställe sind von den Ärcisämtern zu bestimmen. Die Kosten fallen dem Besitzer aber Unternehmer zur Last und werden zur Staatskasse eingezogen. Die Höhe dieser Kosten wird besonders festgesetzt. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden bestrast. Die Anordnung tritt am 1. Februar 1928 'm Kraft.

" Winterobst-Ausstellung Gießen. Am Samstqg, nachmittags 4 Ahr, spricht Landes- Obstbauinspektor Pfeiffer (Darmstadt) über älrnpfropfen". Ein Besuch an diesem Tage dürfte sich für alle diejenigen besonders empfehlen, die großes Gedränge nicht lieben. (Man beachte die heutige Anzeige.

** Derkehrsverein Gießen. Zu dem Bericht in unserer Mittwochausgabe über die Jahreshauptversammlung des Derkehrsvercins ist berichtigend zu bemerken, daß die Zahl der Tlbmeldungen im verflossenen Jahre 8 (nicht 18, wie berichtet wurde) betrug, bei 53 Veuanmel- öungen mithin ein Reinzuwachs an Mitgliedern von 45 zu verzeichnen ist. Die in unserem Be­richt vom Dienstag enthaltene Angabe von 18 Austrittserklärungen war allerdings von dem Vorsitzenden, jedenfalls infolge Irrtums, in der Generalversammlung gemacht worden. Ferner ist dem Bericht noch nachzutragen, daß Oberreal­lehrer Hch. Will (Gießen) als Vertreter des VHC. ebenfalls dem Ausschüsse des Verkehrs­vereins angehört.

** Allerlei Diebstähle. Der Polizeibericht meldet: Am Mittwoä) wurden aus einem Hofe in der Nordanlage nachstehende Wäschestücke entwendet: 5 Paar gelbe Makounterhosen, gez. W. St. und A. St., 1 Paar graue, 1 Paar braune und 1 Paar hellgraue Herrenstrümpfe, gez. A. St. und K. 5t., 1 Paar braune und 1 Paar graue Damenstrümpfe, gez. M. St. Anfangs Dezember wurden auf dem hiesigen Bergwerk (Unterhof) ein Grubenhemd, blau- weiß tariert, und in der Nacht zum 12. Januar zwei leinene Damenhemden aus einem Garten gestohlen. Entwendet wurde am 24. Januar aus dem Uni­versitätsgebäude ein hellgrauer Stoffgummimantel. Auf der Innenseite des Mantels befindet sich mit Tusche der ausgeschriebene Name des Eigentümers. In der Realschule wurde ein dunkelbrauner, zwei­reihiger Mantel gestohlen. In der Nacht zum 18. Januar wurde zum Nachteil des Zentraloerban­des der Angestellten hier im Bureau, Johannes- ftraße 15, ein Einbruchsdiebstahl ausgefübrt und aus einem verschlossenen Schreibtisch eine Kassette mit 170 Mark Bargeld mitgenommen. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminalpolizei Gießen ent­gegen.

" Sichergestellt wurden zwei Fahrräder, Marke Diaman .t und Marke Unbefanru. Die recht- mäßigen Eigentümer werden ersucht, sich mit der Kriminalpolizei Gießen ins Benehmen zu fetzen.

* Der Zuchtverein i ü r schwarz­buntes Viederungsv ieh in der Pro­vinz Oberhessen hält am 14. Februar in Friedberg imDeutschen Haus" seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Verein hat im ab­gelaufenen Jahre gute Fortschritte gemacht, über 200 Herdbuch.iere sind neu eingetragen worden. Zum ersten Male finden sich unter biefen Tieren zahlreiche selbstgezogene Jungkühe, die frisch­melkend bis zu 20 Liter Tagesleistung aufweisen. Es ist geplant, wie aNjährlich um biefe Zeit, einen gemeinsamen Ankauf von Zuchttieren in Ostfriesland vorzunehmen, d. h., wenn die zur

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' Heute kein Theater! Wie uns vom Stadttheaterbureau unmittelbar vor Re^aktioiis- schluh mitgeteilt wird, muß die heutige Auf­führung vonPeer Gynt" wegen plötzlicher Er- frantung der Herren Sanncrt und Goll ausfallen.

** .Das Gießener V i e h h o f p r o i e k t war gestern nachmittag Gegenstand einer Be­ratung im Stadthaus, Bergstraße, an der Ver­treter der Stadtverwaltung. Vertreter der Regie­rung und Vorstandsmitglieder der Viehhändler- Vereinigung teilnahmen. In längerer Arbeit wurde das bedeutsame Projekt einer eingehen­den Prüfung unterzogen, als deren Ergebnis die Vornahme einiger Abänderungen für wün­schenswert bezeichnet wurden. Mit der Errich­tung dieses wichtigen Baues wird begonnen wer­den. sobald die Finanzierung ermöglicht ist.

Der Zutritt z u den öffentlichen Stadtverordnetensihungen wird künf­tig nur noch gegen Dorzeigen von Eintrittskarten gestattet, lieber die Ausgabestellen dieser Karten gibt eine Bekanntmachung der Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil Auskunft. Jeder Inter­essent erhält nur eine Karte.

** Die Anmeldung der schulpflichti­gen Kinder muß am 6. und 7. Februar erfolgen. Näheres in der heutigen Bekanntmachung.

** Amtstage beim Kreisamt Gießen find nur Dienstags und Freitags vormittags jeder Woche. Während der übrigen Zeil sind die Dienst­zimmer des Kreisamts für das Publikum geschloffen,

Zeit im Kreise Friedberg herrschende Maul- und Klauenseuche diese Absicht nicht vereitelt.

** Viehseuchen. In der Gemeinde Arns­hain (Kreis Friedberg) ist die Maul- und Klauen­seuche erloschen. Die getroffenen Sperrmaßnahmen find aufgehoben. In Selters (Kreis Büdingen) ist Die Schweinepest ausgebrochen. Die erforderlichen Sperrmaßregeln wurden angeordnet.

WSR. Fünf Tage Gefängnis wegen Tierquälerei. Das Amtsgericht in Groß- Gerau verurteilte einen Pferdehändler aus Ober­hausen wegen Tierquälerei zu fünf Tagen Ge­fängnis, weil er 17 Pferde in einem uirzureichenben Eisenbahnwagen verladen hatte, so daß ein Pferd unterwegs abgeschlachtet werden mußte und die übrigen Tiere in jammervollem Zustand in Groß- Gerau ankamen. Die Strafe ist eigentlich nod) zu milde.

Starkenburg.

LPD. Darmstadt, 2. Febr. Die Sarin- städter Cinzelhandelsvereinigung hat beschlossen, zum Protest gegen die mangel­hafte Beleuchtung der Straßen am Freitagabend ab 6 Ahr alle Schaufenster- und Sc« klamebeleuchtung auszuschalten, so daß die Straßen nur noch von den städtischen Anlagen mit elektrischem und Gaslicht versorgt werden. Dieses Vorgehen soll dartun, tote mangelhaft die derzeitige Beleuchtung von ' Darmstadt ist.

Darmstadt, 2. Febr. Gestern abend wurde einem Herrn aus München, während er sich Zigarren faufie, das Auto gestohlen. Es handelt sich um einen braunlackierten Brenna- borwogen mit der polizeilichen Kennzeichnung II A 6038.

Oer Frankfurter Bücherdieb in Salzburg verhaftet.

WSR. Frankfurt a. M 2. Febr. Der Privatgelehrte Dr. Kogler, der nach der Auf­deckung seines aufsehenerregendenDücherdieb- stahls bei der Frankfurter Stadt- b i b l i o t h e k nach Oesterreich abgereist war. ist fehl auf Grund eines Haftbefehls in Salzburg verhaftet worden.

Dillkrcis.

LPD. Dillenburg. 2. Febr. Ein Unfall, dessen Opfer ein kleines Mädchen von 5^2 Jahren wurde, ereignete sich hier. In her Marbachstraße spielte eine Kinderschar Dall- wersen. Im Eifer des Spieles lief das Töchterchen des Schreines Herzog dem davonrol- lenden Ball nach, stolperte über einen Bord­stein und kam zu Fall. Dabei schlug die Kleine derartig unglücklich auf den Boden, daß eine schwere Gehirnerschütterung und ein Bluterguß i/m Kopse eintrat, an deren Folgen das Mädchen kurz nachher starb.

Berliner Börse.

Berlin, 3. Febr. (WTB. Funkspruch.) Die plötzliche Erhöhung des Diskontsatzes der Qleu- yorker Reserve-Bank von 3,5 auf 4 Prozent und widersprechende Gerüchte über den Stand der Freigabe-Angelegenheit ließen im heutigen Früh­verkehr zunächst nur Triefkurse hören. Die Spe­kulation war in Erwartung des heute erscheinen­den Reichsbanlausweises wenig aufnahmelustig, zumal auch die gestrigen Auslassungen des Ge­heimrats Dulsberg vor der Handelskammer So­lingen wenig Anregungen boten. Am Devisen­markt nennt man Paris gegen London 124,02, Mailand 92,00, Madrid 28,52, London-Kabel 4,8710, Reichsmark gegen Kabel 4,1920. Man hört J.-G-Farben mit 259 bi« 260, Siemens etwa 283,50 bis 284.

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