Treujahrswünsche in Berlin und Paris.
biet sind.
von
vertraut machen kann.
Der Bericht der Kommission wird unicr Um- HLnden eine Frohe Deutung m der hessischen
bestimmt werden soll, bah jede Krieg-Handluna de- einen Staate- gegen den anderen für Mcgal erklärt wird. Die Franzosen versvlgten mit diesem Vorschlag den Zweck, gewissermaßen aus diesem Gebiet ihre Beziehung zu Amerika von denen der anderen Länder abzuheben und sich so Volk einen bcfon»
General-Anzeiger für Oberhessen
Pm# „d Derleg: viÄhllch« UeiotrStäti.Bnd). und StttnOnKertl R. taugt In Sir»en. Schristlkwlnz und «efd>äfSflaHtr^t t
Politik erlangen; bei den Verhandlungen über die Regierungsbildung spruen die Forderungen bereits eine Rolle. Der kommenden Regierung wird er gewiss rmar.en als Richtschnur für eine Reihe von Maßnahmen dienen müssen: der Landtag und die einzelnen Parteien werden sich mit ihm auSetnanderzu- setzen haben und er wird die Belange von Gemeinden und öffentlichen Körperschaften start ve- rühren. die gleichfalls die Dorsch.äge eingehend prüfen werden. Die Gtalsberatungen des <^tnanz- ausschusses in den nächsten Monaten werden voraussichtlich schon unter dem Zeichen desKvm- missionSberichtes stehen.
Oie Vereidigung der Reichswehr.
Berlin. 3. Ian. (WTB. Funkspruch) Zum neuen Jahre hat Reichswehrminister Dr. Gev- l e r über die Vereidigung von Personen, die in die Reichswehr ein treten, eine neue Verordnung herausgebracht. Danach hat für den ganzen Standort bei der Einstellung und Vereidigung der Mannschaften eine gemeinsame Vereidigungsparade stattzu,inden. Die Musik spielt den Präsenticrmar ch. Daraus weist der leitende Offizier auf die Bedeutung des Eides, sowie auf die Berufspflichten des deutschen Soldaten hin. und hat dann den Mann- schäften die folgende Eidesformel vorzusprechen:
.Ich schwöre Treue der ReichSverfas- Jung und gelobe, daß ich als tapferer Soldat das Deutsche Reich und seine gefetzmatz^en Einrichtungen jederzeit schützen, dem Reichspräsidenten und meinen Vorgesetzten G e - borsam leisten will." .
Die Freiwilligen haben darauf die Hand zu erheben und den Eid laut nachzusprechen. -118 Abschluß soll der kommandierende Offizier em Hoch auf das Deutsche Reich ausbringen und die Musik spielt das Deutschlandlied.
Tieujahrsglückwünsche des Reichspräsidenten.
Berlin, 2. Ian. (MTB.) Der Herr Brichs- Präsident hat außer mit dem österreichten Bundes Präsiden! en Hainiich auch mit Papst Pius XI.. König Gustas von Schweden, König Haakon von Verwegen. KonigBoris von Bulgarien. Reichsverweser Admrral
Horthtz von Ungarn und dem Schah Persien Reujahrsgsückwm'ch? gewechselt.
Oie Verhandlungen der ReichSangestellien.
bei dem amerikanischen ---
deren Stein in» Bvett zu setzen. Sic fühlen recht wohl, dah sie da- sehr nötig haben, weil die Hartnäckigkeit, mit der sie sich aeaen die Bezahlung ihrer Kriegsschulden an Amerika sträuben, j en seit- des Ozeans einen sehr
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LhesredcOtteut
Dr. Friedt Wilh. Lange, verantwortlich für Politik Dr Ft Wilh Canoe. für Feuilleton Dr tz Ihyriot; für den übrigen Teil Ernst Vlumschein; für den An. zeigenteil Aart Hillrnann, sämtlich in Gießen.
Oie ^schlafenden Hund: des Krieges^.
Diel mehr ist augenblicklich vom ewigen Frieden in Verhandlungen die Sprache, die - w i - schon Frankreich und den Vereinigten Staaten von Amerika über den französischen Dorschag geführt werden, durch einen besonderen Vertrag jede KriegSmc-glichkeit zwischen beiden Ländern auSzuschliesien. DaS soll dadurch geschehen, dah der bestehende, aber demnächst ablaufende SchiedgerichtSver- trag zwischen beiden Ländern erneuert und ergänzt und dah ihm außerdem ein zweiter Vertrag an die Seite gestellt wird, durch den
Äuslandkredii und Reparationen
Amerikanische Kritik am Bericht Parker Silberts.
DieVerwaltungSresorminSefsen ter vtricht der Prüfungskommission, von unserer Darmstädter Redaktion. Das Iahr 1928 wird zweifellos weitgehende Umgestaltungen in der inneren 'Benxxutung Hesien« bringen, welche Wege diese Reformen Anschlägen werden, läht sich -ur Zeit nochnicht überfehen. Es ist bekanntlich eme alte Forderung der Rechtsparteien. eine Reform an Haupt und Gliedern vorzunchmen. namentlich an den Zentralstellen (Ministerin) Em- fchränkungen eintreten zu lassen kM w Senge Landtag-Mehrheit und mit ihr die hessische Regierung haben sich diesen Forderungen stet« widersetzt. Es ist von Anhängern einer Verwaltungsreform immer die Dringlichkeit der Lösung dieser Frage verlangt worden mit dem Hinweis, dah ein Aufschieben auf die Dauer feinen Zweck habe, denn die Verhältnisse WÜr- den Die notwendigen V?reinfachungen doch erzwingen Dieser Zustand ist immer näfrer geruckt. BemerkenSw-rt ist. dah der Llnftoh zu Sparmas)- nahmen nicht von Hessen, sondern vom Reiche aus gehen wird, und zwar ist es im wesentlichen bic Rot deS besetzten Gebiete«, die eine Rationalisierung dcs D.rwaltimgSapporatcs in Hessen zu einer dringenden Rotwendigkeit
Berlin, 3. Ian. (Eigener Drahtbericht.) Wie schon gemeldet wurde, sind die Derhandlun- gen der staatlichen 2ln icft.Uten im Rsichssinanz. Ministerium über die Verbesserung ihrer -B^igc anläßlich der Be.imtenb.soldungsr form »nchei- tert Wir erfahren dazu von gut informierter Geite dah ba« Reich den ursprünglichen Forderungen der Angestellten in gewisse Grenzen entgegengekommen war. Man hatte sich schon einem Kompromih genähert, das zwar die bisherigen Besoldungsgruppen der Angestellten bestehen lieh und mir innerhalb dieses gegebenen Rahmens eine Erhe-hing dea Bezüge ähnlich der Bearntenaufbesserun versah. Wit diesem Modus konnten sich aber > ' Angestellten Vertreter nicht zufried-n geb:. Die Ent- scheidung wird nun der von den verbanden angerufene Schlichter treffen mü s:n.
Zerstörung deuffcher Kriegergräber am Spicherer Berg.
Saarbrücken. 3. Jan. (111.) Die „Saarbrücke, ner Landeszc'ifung" berichtet, dah befremdlicherweise unter Leitung eines französisch e n Offiziers gegenwärtig eine Reihe von L i n j e l - gräber n am S p i ch e r e r R e r g. wo bekannt, sich einer der ersten deutschen Siege in, Jahre 1870 errungen wurde, zerstört werden. Die Gebeme, die 57 Jahre ungestört dort lagen, werden ,etzt wegen angeblicher Behinderung der Feldbestellung in einem Sammelqrab untergebracht. Offen- sichtlich ist die Feldbestellung, die gar nicht stattsindet. nur ein Vorwand, um historische Stellen des Spidxrer Berges, der sich jetzt zum leit in französi- schem Besitz befindet, zu beseitigen.
Oie ftegierungsbildung in Danzig.
Danzig. 2. Jan. (WTB.) Die Verhandlungen über die Regierungsbildung sind so weit gefordert worden, daß der ft o a I i t i o n s o e r t r a g zwischen Sozialdemokraten. Zentrum und I Liberalen, der die Grundlage dieser drei Par- I lesen für ein Zusammengehen in der kommenden I Regierung darstellt, in erster Beratung beendet
3n den amtlichen Ansprachen zu Reujahr spielen seit jeher die Begriffe Frieden und Aufbauarbeit eine grobe Rolle. Auch diesmal sind sie in den verschiedensten Schattierungen ab- gewandelt worden Freilich war dabei wohl zum Schmerz unserer Pazifisten gerade dort a m wenigsten vom ewigen Frieden die Rede, wo es am notwendigsten gewesen wäre. B r i a n d hat ihnen sogar die große Enttäuschung bereitet, davon zu sprechen, dah von einer völligen und wirklichen Abrüstung nicht die Rede sein könne, sondern dab die Mächte ihre Gendarmen brauchten, um ihre Anordnungen durchführen zu können. Da« klingt in seinem Munde sicherlich recht merkwürdig, noch mehr aber gibt eine andere Aeußerung zu denken, die dahin geht, daß die Frage der Rheinland- b e s e h u n g augenblicklich nicht aktuell sei.
Wohl ohne dah sie schon von dieser Aeuhe- rung Briands Kenntnis hatten, haben Reichspräsident v. Hindenburg und Reichskanzler Dr. Marx in ihren gegenseitigen Reujahr Sansprachen mit ganz besonderem Rachdruck, wie schon bei jeder früheren dafür geeigneten Gelegenheit die Tatsache betont, daß von einem wahren Frieden in Europa und von einer wirklichen Völkerverständigung unJ Völkerversoh- nung nicht gesprochen werden könne, solange auf deutschem Boden fremde Truppen stehen. Der Reichspräsident erkannte an. dah das vergangene Iahr in mancher Hinsicht eine Besserung gebracht habe, aber leider sei die Hoffnung auf Befreiung der Rheinlande noch nicht erfüllt worden und man müsse nur wünschen, dah den Volksgenossen im besetzten Gebiete nun bald die Stunde der Befreiung schlage. Fremde Besatzung im Lande, so crtlärte der Reichspräsident, ist unverein - bar mit einer endgültigen Befriedung. Ganz ähnlich hatte sich der Reichskanzler geäußert.
Herr Brianb kann darau. entnehmen, ir.i» er ohnehin hätte misten müssen, dah mindestens sur Deutschland, wohl aber auch für Frankreich und das übrige Europa die Rheinlandfrage die allerattuetlfte Frage in der Politik überhaupt ist. Wie lange soll ee noch dauern, bis endlich auch die maßgebenden Männer in Frankreich einsehen, was man sonst überall längst erkannt hat. daß in der Tat wahrer Friede unmöglich ist. solange französische Bajonette am Rhein stehen, solange französische Offiziere und Soldaten im llebermut des Siegers Zwischenfalle herbciführen. wie wiederum in jungftcr Zeit in staiscrslautern. Landau und Zweibrucken. Gerade Briand selbst hat früher wiederholt zugegeben daß die größte Gefahr für das Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland in der starken Rei- bungsfläche besteht, die ununterbrochen vorhanden ist, solange die Franzosen im besetzten Ge-
Eigener Drahtbericht de» ..Gießener Anzeigers".
Berlin. 3. Jan. Ungefähr gleichzeitig mit dem Ausslammen der Diskussion über den jüngsten Jahresbericht des Reparationsagenten bei uns find auch in Amerika zahlreiche Stimmen zu diesem be- merkenswerten Dokument laut geworden. Eine der wichtigsten und interessantesten davon gelangt erst jetzt in Deutschland zur Kennlnis. Ein in Amerika verbreitetes Fachblatt für Sparer und Aktienbesitzer. „Moody's Investors Service", besaßt sich eingeh.'iw mit der in Amerika durch den Bericht Gilberts aktuell gewordenen Frage, ob die Verschuldung der deutschen Wirtschaft eine Gefahr für die Repanv tionszahlungen mit sich bringe.
Alm e« gleich vorweg zu nehmen: der in Amerika verbreitete und geachtete Dienst gelangt zu der umgekehrten ileberyugung, dah erst öic Aufnahme ausländischen K a p i - talS die deutsche Wirtschaft hinreichend stärken könne, um die wachsenden Repara- t:onvL>ei-pH Artungen zu bewältigen. Dabei wird auf die Vergangenheit der Vereinigten Staaten hingewiesen. die während des ganzen IS.Jahrhunderts dem AuSlande stark verschuldet waren und doch immer höher empor kamen. Deutschland könnte, so meint der Versasser. leicht 30 bi« 40 Iahre lang oder noch länger dem Ausland gegenüber tief verschuldet bleiben und trotzdem finanziell und wirftchattsich immer starker werden. Während einer solchen langen Zeit könnte es ständig Werte schassen, sein ßcbend- haltungSniveau hochhalten und seine Produktion mit den geborgten Kapitalien heben. Und lange vor dem Zeitpunkt, an dem seine auswärtige Schuld ihm angeblich über den Kopf wachsen mühte, könnte es unter Umständen in der Lage fein, sie durch den inzwischen geforderten Außen- handel und die Hebung seines Reichtums im In- und Auslande auszuwiegen. Eine Schuld von 2 Milliarden Dollars sei durchaus nicht ge-
Sic Ursachen und die Wirkungen der Röte de« besetzten Gebiete« sind so allgemein bekannt, dah hier nicht näher darauf eingegangen zu werden braucht: sie haben dazu geführt, daß die hestische Regierung sich mit der Ditte um finanzielle Hilfe an die Reichsregie, r u n g gewandt hat. Im Verlauf der Verhandlungen hierüber kam im September ISA der damalige Reichsfinanzminister Reinhold nach Tarmstadt. um über diese Fraae äu verhandelt. Diese Finanzbesprechungen find der eigentsiche Ausgangspunkt für alle späteren Verhandlungen geworden. Der Reichsfinanzminister gab grundsätzlich der Geneigtheit der Reichsregierung Ausdruck. den besonderen Verhältnissen Hessens Rechnung zu tragen. Die gesamte Finanzwirtschast des Landes solle jedoch von einer Kommission, di- sich auS Vertretern der Reichsregierung und der hesiischen Regierung zusammensetzt, einer Angehenden Prüfung uaterjogtn werden. Der Reichsfinanzminister hatte sich bei biefer ®e- legenheit dazu verstanden, bi- zum Abschluß dieser Prüfung Vorschüsse bereitzustellen, soweit sie zur Deckung Der dringendsten Finanz- bedürsnisse HesienS erforderlich seien.
I Zwilchen hat im Verlauf de» Jahve« 1927 die Prüfung der hessischen Finanzlage durch die erwähnte Kommission stattgesunden: sie ist nach allem, waS bisher Darüber verlautet, sehr ein- gef end gewesen, doch liegt bl« jetzt noch keine ossizielle Aeuherung des Vorsitzenden der Kommission vor: die gegenteilige Meldung in der Zeit des letzten Wahlkampfes um die Landtagssitz- ist unzutreffend gewesen und war für die Wahlagita ion zurechtgemacht. Die darin mit» geteilte Behauptung, dah der Vorsitzende der Kommission die hessische Derwaltungs- und Finanzverhältnisse als mustergültig bezeichnet habe, muh auf daS Konto Wahlmache gebucht werden, denn nach allem, was über die Ermittelungen der ftommil ion bekannt geworden ist, hat diese eine ganze Reihe von Anständen gesunden. Mit dieser angeblichen Erklärung des Rechs- kommissars hat man diesem wohl einen schlechten Dienst ertoiefen, denn es wird ihm eine gegensätzliche Auslassung oder Stellungnahme zu den übrigen Mitgliedern der Kommission zugewiesen, die tatsächlich kaum bestehen dürfte. Auch ist anzunehmen, daß der Bericht nicht allein die Vl ei nun g sa ußer ungen des Vorsitzenden der Kommission wiedergeben. sondern auch die-der anderen Mitglieder, also auch der hesiischen.
Die Kommission hat. wie jetzt verlautet, die innere Verwaltung nicht oder mir wenig beanstandet, denn der Behördenaufbau ist in Hessen einfacher al« in vielen anderen Ländern: dagegen werden Vereinfachungen vorge- schlagen für das Iustizwesen. von denen am bemerkenswertesten die Zusammenlegungen von Amtsgerichten sind. Diele Forderung ist nicht neu. aber sie ist im Parlament immer auf Widerstände geflohen, denn die von den Sparmahnahmen bedrohten Orte unD Kreise setzten sich zur Wehr. Auch jetzt wird diese Frage sicher wieder zu lebhaften Auseinandersetzungen führen, indessen wird diesmal nichts anderes übrig bleiben, als wenigstens einem Teil der Forderungen nachzukornmen. Auch die Forst Verwaltung ist in den Kreis der Llntertuchungen gezogen worden: hier hat die Kommission ebenfalls die Ucberzeugung gewonnen, dah manche Forftamter aufgehoben werden können. Wenn erst die Einzelforde.ningen bekannt gegeben werden, wird es zweifellos auch hier zu Widerständen der Interessenten, nicht zum wenigsten der Forstverwaltung selbst kommen. Besonder« weitgehend sollen die Vor- schlüge zur Vereinfachung auf dem Gebiete des DermessungswesenS sein. Heber die Stellungnahme zur 5 <h u [ f r a g c verlautet noch nichts: anscheinend ist sie unberücksichtigt geblieben, weil sie ja reich»gesetzlich geregelt werden soll. Im ganzen wird vermutlich der Bericht der Kommi'sion Einschränkungen in allen Zweigen der Verwaltung verlang:n. Es wäre zu wünsck^n. wenn möglichst bald bie OefcntlKt}- keit über die Erfahrungen und Vorschläge der Kommission authentisch unterrichtet würde, damit die Bevölkerung sich mit den Forderungen
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2 Reichsmark und 20 Reichs pfeNnlg ftr Trägen lohn, auch bei «chter- scheinen einzeinerRummer, infolge höherer Gewalt. Fernsprechams chlüsfe: 61, M und 112.
Eilschrift ftr Drahtnachrichten Bnjdger Kietze». Pollscheckkouto: Jniffurt am Main NW«.
worden ist. Es sollen sich dabei keine Differenzen erheblicher Art gezeigt haben und ins- besondere über die Aenderung der Berfassung, die Umbildung des Senats usw, soll eine llcbereinstimmung erzielt worden sein. Die Bildung der neuen Regierung ist schon m den nächsten Togen zu erwarten. — Im bisherigen Senat, dessen Präsident Dr. f). Sahm ist, hatten die Deutschnationalen auf Grund ihrer Mehrheit im früheren Dolkstag die Führung.
Polens Kampf gegen die deutsche Schule.
Neue Kündigung von deutschen Lehrkräften in Lstoberfchlesien.
ftattowitz, 3. Ian. (TU.) Der ftempf gegen die deutsche Minderheit in Ostoberfchlefien wird auch im neuen Iahr fortgesetzt. Unter Berufung auf Artikel 124 des Genfer Abkommen» ist von der Schulabteilung der Woiwodschaft drei Stu- d i e n r ä t e n des deutschen Gymnasiums in ftattowitz und mehreren Studienräten und Studienastessoren sowie einigen Lehrkräften der Minderheit - Oderrealschule in ftontgshutte zum 1. September 1928 gekündigt worden. Mehreren dieser Lehrkräslc wurde bereits im April o. I. gekündigt. Die damaligen Kündigungen sind aber von der Wojwodschaft nach einer Intervention der deutschen Eltern und nach Vorstellung des Präsidenten Talonder zurückgezogen worden, da die ftündigungen nicht fristgemäß erfolgt waren. Die erneuten Kündigungen bringen für das mittlere und höhere Minderheitsschulwesen in Oft- oberfchlesien größte Gefahren, da ein Ersatz non Lehrkräften für diese Schulen kaum möglich sein dürste. Im Vorjahre ist bei Ausschreibung von Stellen für Lehrkräfte in deutschen Minderheits- schulen keine einzige Bewerbung einge- gangen. — Diese neue Maßnahme der Warschauer Regierung stellen den eben begonnenen Verhandlungen zwilchen Deutschland und Polen keine günstige Prognose. Wie sollen wir jemals zu einem erträglichen Verhältnis mit unserem östlichen Rach- barn kommen, wenn sich auch heute noch keinerlei Anzeichen für eine grundlegende Aenderung in der ’ aejtigen Einstellung der polnischen Machthaber .zu den ihnen durch den Versailler Vertrag ausgelie- ferten deutschen Minderheiten kommen?
m 2 tri« Btdt ’ n«. 3a»tgan« 5. Jamiar 1128
Eichener Anzeiger
Frankreich und der „ewige Friede".
— Bnand und die I^heinlandräumung. — Der ZnedenSpakt mit Amerika.
sährlich. denn die Vereinigten Staaten waren Europa vor dem Kriege 5*, Milliarden Dollar schuldig, ohne daß jemand darin eine ernste wirtschaftliche Gefahr gesehen hätte. Künstig« Transfer-Schwierigkeiten würden daher in erster Linie von dem Verhalten amerikanischer Anlagesuchender abbängen. und eS fei wichtiger für Deutschland, feinen AuSlandSkredit zu erhalten. als eine baldige Revision des Dawes- planes anzustreben. Auch die Reparationsgläubiger hätten Interesse an der Auf rech t- erhaltung des deutschen Kredit«, der die Voraussetzung für eine kräftige Entwicklung und wachsende Zahlungsfähigkeit Deutschland« darstelle.
Sehr richtig wird hier also von amerikanischer Seite der springende Punkt herauSgcarbeitet, nämlich die Frage der Produktivität ausländischer Kredite. Ist sie In genügendem Maße gesichert, so kann zwar eine unzulängliche Außenhandelsbilanz zeitweilig oder sogar dauernd di« Lran-seraufgabe stören, aber nicht bl« Zahlungsfähigkeit und damit die Kreditwürdigkeit Deutschland- beeinträchtigen. Und e« ist gut und erfreulich, daß gerade gegenüber den amerikanlfchen Anleihezeichnern dieser an sich klare Sachverhalt, der durch die nicht sehr leicht verständlichen und teilweise problematischen Darlegungen Parker Gilberts für die Augen be« großen Publikum« etwas getrübt worden ist. von amerikanischer Seite deutlich hcrausaearbeitet wurde. Da auch von anderer amerikanischer Seite gegen das Bedenken Stellung genommen wurde, als gäbe e« Einschränkungen für die Erfüllung der deutschen Verpflichtungen gegenüber den Anleihezeichnern in dem ReparationSablommen, fo wird man mit Defuiedigung feststellen, daß In Amerika das Erforderliche geschehen ist, um den deutschen Kredit zu erhalten und Mißverständnisse zu vermeiden.


